Gear of the Week: Fjällräven – Barents Trousers

23. Februar 2016

Kategorie

Sportart

Ein echter Allrounder: die Barents Trousers

Ein echter Allrounder: die Barents Trousers

In diesem Gear of the Week wird es traditionell. Bergfreund Johannes stellt uns die Fjällräven Barents Trousers vor, die nun schon seit mehreren Jahren unverändert im Einsatz ist.  G-1000, ein Mischgewebe aus Polyester und Bauwollfasern, wird schon seit Anbeginn der Firmengeschichte genutzt. Aus gutem Grund: das Material ist überaus robust gegen Funkenflug, Sonne  sowie Mücken und lässt sich gut gewachst (mit Grönlandwachs) auch bei schlechter Witterung einsetzen.

Die Hose aus dem legendären G-1000 Material fühlt sich in fast allen Outdoor-Disziplinen wohl und ist darüber hinaus überaus anpassungsfähig – mehr dazu aber hier von Johannes selbst, der sie nun schon seit über drei Jahren im Einsatz hat…

Was eine gute Outdoor-Hose können sollte

Viele Outdoorhersteller können auf eine lange Tradition zurückblicken. Auf Zeiten, in denen man nicht auf laborentwickelte Hightechausrüstung zurückgreifen konnte. Ähnlich ging es Ake Nordin, als er mit 14 Jahren auf einer Gebirgstour seinen unbequemen Rucksack mit einem Holzrahmen versah, um die Last gleichmäßiger zu verteilen. Dieser Rucksack bzw. dieses Tragekonzept schaffte 1960 den Auftakt für den schwedischen Hersteller Fjällräven. Um die Philosophie des Herstellers etwas kennenzulernen genügt eigentlich folgendes Zitat:

„Du hast sicher bemerkt, dass Fjällräven-Ausrüstungen nicht den letzten Trends folgen, sondern Qualität für eine sehr lange Zeit bieten. Funktionale Ausrüstung hilft Dir, noch mehr aus Deinen Begegnungen mit der Natur zu schöpfen. Es macht uns glücklich und stolz, wenn wir zu Deiner Lebensqualität beitragen können. Also gehe nach draußen und genieße Deine Freiheit der Natur – in Deinem eigenen Tempo.“ (Quelle: www.fjallraven.de)

Wandern oder spontane Bouldersession - zwei der zahlreichen Spielarten

Wandern oder spontane Bouldersession – zwei der zahlreichen Spielarten

Nicht nur, dass die Qualität wirklich stimmt und man auch noch nach 5 Jahren das gleiche Modell bekommt, ohne, dass sich schon wieder 20 Details verändert haben, auch die Ruhe, die Fjällräven hierbei ausstrahlt, finde ich doch sehr angenehm in Zeiten, in denen es vielen nur noch darauf ankommt den nächsten Kick zu finden.

Die Hose, die ich euch heute vorstellen möchte, begleitet mich nun schon seit 3 Jahren, das ganze Jahr hindurch. Als ich damals die Fjällräven Barents Trousers wählte, war ich auf der Suche nach einem Allround-Talent. Neben einer Wanderhose, die auch mal mehrtägiges Trekking mitmacht, suchte ich nach einer Hose, die ebenso beim Sportklettern, dem Klettersteiggehen oder dem Geocachen genug Bewegungsfreiheit und vor allem Robustheit aufweisen konnte. Ebenso durften Taschen nicht fehlen, sollten aber auch mit dem Klettergurt nicht in Konflikt geraten.

Das Material

Neben dem bereits genannten Tragekonzept für Rucksäcke, machte Ake vor allem noch eine wichtige Entdeckung. Auf der Suche nach Material für eine Jacke und eine Hose blieb sein Blick an einem schweren Zeltstoff hängen. Wie sich herausstellte, war dieser ein ideales Material. Nach ein paar Verbesserungen bekam der gewachste Stoff den Namen G-1000. Für mich ist es gerade die Robustheit, die diesen Stoff ausmacht. Selbst nach 3 Jahren sieht man dem Stoff kaum eine der vielen Aktionen an, die er mitgemacht hat. Ob nun Dornengestrüpp auf einer Wanderung oder intensiver Felskontakt – nichts hinterlässt Spuren. Auch die Waschmaschine konnte hierbei bisher nichts anrichten und das, obwohl kein Spezialwaschmittel verwendet und es oftmals ordentlich Dreck zu bereinigen gab.

Die Hose für jedes Wetter?

Johannes mit der Barents beim Klettersteigen

Johannes mit der Barents beim Klettersteigen

Ich trage die Hose von einem Frühling bis zum nächsten. Egal ob es regnet oder 30°C herrschen. Dies ist vor allem durch die Art der Imprägnierung möglich. Die Hose wird mit dem Greenland Wachs ordentlich wasserdicht und fast komplett windabweisend. Anfangs hatte ich noch meine Bedenken was den Aufwand angeht, jedoch ist es kinderleicht, das trockene Wachs auf die Hose zu reiben und dann mit dem Fön zu erwärmen. Dauert pro Wachsvorgang keine 5 Minuten und macht auch keinerlei Sauerei oder Gerüche, wie es so manches Imprägnierspray tut. Je nachdem, wie wasser- und winddicht man es haben möchte, wiederholt man diesen Vorgang einfach. Ein einfacher Vorgang reicht, um bei Regen trocken zu bleiben, ohne dass man gleich stark zu schwitzen beginnt, da die Atmungsaktivität natürlich leidet. Mit 4 Vorgängen trug ich die Hose bei einer 5-stündigen Winterbegehung des Höhenglücksteigs in der Hersbrucker Schweiz und das ohne zu frieren. Beim Wandern im Winter genügen dann allerdings 2 Vorgänge und eine ordentliche Unterwäsche, sehr gute Erfahrungen habe ich hierbei mit einer 260 GT Leggins aus dem Hause Icebreaker gemacht.

Wenn es dann wärmer wird und der Regen eher unwahrscheinlich wird, lässt man das Wachs einfach weg oder wäscht es mit der Waschmaschine heraus und hat so einen sehr angenehmen kühlen Stoff der auch noch äußerst schnell trocknet. Schön auch, dass der Stoff so robust ist, dass man geradezu Spaß an den kleinen nervigen Blutsaugern wie Mücken haben kann. Diese versuchen zwar durch den Stoff zu stechen – geschafft hat es aber noch keine!

Weitere Eigenschaften

Ungewöhnlich ist an der Barents auch die Länge: Da gibt es nämlich nur eine und die nennt sich „ungekürzt“. Es hat zwar den Nachteil, dass man die Hose noch kurz zu einer Schneiderei bringen muss. Ich mit meinen gerade mal 1,70 cm Körpergröße empfand dies jedoch als großen Vorteil, da sich gerade Outdoorkleidung normalerweise nur sehr schwer ändern lässt und ich selten eine wirklich passende Länge finde. Die Hose sitzt eher etwas weiter und lässiger, was  die Bewegungsfreiheit enorm erhöht. Durch den dickeren Stoff bilden sich unter dem Klettergurt trotz des großzügigeren Schnittes dennoch keine störenden Falten.

Weiterhin weist die Barents verstärkte Bereiche an den Knien und dem Gesäß auf. Gerade beim Klettersteiggehen ist diese zusätzliche Schicht sehr angenehm und erhöht die Lebensdauer wiederum.

Die gewünschten Taschen bringt die Barents auch mit. Ganze 8 Taschen inklusive einer Sicherheits-, einer Messer- und einer Kartentasche. Stören tun diese sobald der Klettergurt angelegt ist nicht, auch wenn das Entnehmen aus den unteren Seitentaschen leicht zum „Gefummel“ werden kann.

Fazit

Wen es nicht stört, dass die Hose eher klassisch gehalten ist und nicht das neueste Superhightechlabel aufgedruckt ist, erhält eine Hose, zu der ich so noch keine wirkliche Alternative gefunden habe. Angenehm lässig geschnitten behindert sie einen nicht in kniffligen Passagen, mit genug Stauraum ausgestattet ist sie ein toller Begleiter auf längeren Touren. Ich würde mir jederzeit wieder eine Barents kaufen, nur zum Leidwesen des Handels will diese Hose doch einfach nicht altern – egal wie sehr man ihr zusetzt.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Renaud sagte am 22. Juni 2012 um 10:40 Uhr

    Die Hosen und Jacken von Fjällräven sind einfach unschlagbar. Wer sich einmal eine Hose oder Jacke gegönnt hat (ist ja schon etwas teurer das Ganze) der wird sich nie wieder etwas anderes kaufen. Der Preis ist zwar wie schon gesagt recht hoch, aber die Qualität eben auch.

  2. Heibar sagte am 29. Oktober 2013 um 13:35 Uhr

    Hallo,
    bin auch Besitzer dieser Hose.
    Trage diese sehr gerne aber vom wachsen halte ich nicht mehr soviel.
    Habe Sie vor einer Wandertour 2 mal durch auftragen des Greenland Wachses mittels eines Föhns bearbeitet. Man sollte den Leuten auch sagen das sie steif wie ein Brett wurde, war beim Wandern über Hindernisse nicht so toll.
    Bei Temperaturschwankungen trat das Wachs aus dem Gewebe aus und die Hose wurde an vielen Stellen gescheckt was nicht schön anzusehen war.
    Habe die Hose 3 mal hintereinander Gewaschen, die Hose ist ohne Nachbehandlung mit Föhn immer noch gescheckt.
    Nach dem Wachsen kann von Atmungsaktivität keine Rede mehr sein, mir lief der Schweiß innen am Hosenbein herunter.
    Ich hoffe das ich hier die Ausnahme bei der Bewertung des Wachsens der Hose bin aber ich wollte hier auch mal meine Erfahrung weitergeben

  3. Magnus sagte am 31. Oktober 2013 um 10:21 Uhr

    Hallo Heibar,

    ich habe gleich mal den Kundenservice gefragt, ob das Problem bekannt ist. Bisher hatten wir derartige Anmerkungen noch nicht bei uns.
    Damit Du weiterhin viel Spass mit der Hose hast, auch gewachst empfehlen wir Dir folgendes:

    Trage 1-2 dünne Schichten Wachs nacheinander auf und bügle sie dann ein (bügeln ist sehr viel effektiver als fönen). Ab 65 °C schmilzt das Wachs bereits, ein normales G1000 Material kann aber auch heißer gebügelt werden. Auf keinen Fall darf ein Dampfbügeleisen verwendet werden, da durch den Wasserdampf Wasser im Stoff gebunden wird und so die Hosen bei schwitzen schneller Geruch entwickeln.

    Bezüglich der Steifheit des Stoffes gilt: Je mehr Wachs verwendet wird, desto steifer wird die Hose, insbesondere, wenn das Wachs nicht stark genug erhitzt wird.

    Da Wachs nicht besonders atmungsaktiv ist reduziert jede Schicht diese mehr. Das ist korrekt. Ich persönlich empfehle Dir zwei sehr dünne Schichten gleichmäßig aufzutragen. Eine längs, eine quer. Wenn das gemacht wird, dann wird der marmorierungseffekt auch sehr gering sein.

    Ich hoffe, dass ich dir weiterhelfen konnte.

    Besten gruß
    Magnus

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