Edelrid MegaJul Sicherheitsgeräte. Foto: Edelrid

Gear of the Week: Edelrid MegaJul Sicherungsgerät

9. September 2013

Der MegaJul von Edelrid

Der MegaJul von Edelrid

Edelrid hat mit dem Mega Jul ein Sicherungsgerät präsentiert, das irgendwie aussieht wie die Verwandschaft der zahlreichen Tuber-Sicherungsgeräte, die man seit langem kennt. Aber gleichzeitig ist es irgendwie auch wieder anders als diese. Und auch auf dem zweiten Blick ist es etwas besonderes: spacige Form, Edelstahl und ein Gewicht von nur 65 Gramm.

Bergfreund Gernot hat sich das neue Sicherungsgerät von Edelrid angeschaut und mir scheint, es hat ihm gut gefallen. In seinem Gear of the Week vergleicht er es gar mit Smart und GriGri. Außerdem präsentiert er einen Zangengriff der nach ihm benannt werden könnte…aber lest ab besten selbst.

EDELRID „Mega Jul“ – 150 Jahren Erfahrung in 65g

Meine Großmutter sagte einst: „Früher war alles einfacher und ruhiger, heute ist alles gleich ‚Cool‘, ‚Geil‘ oder ‚Mega'“.

Doch zur neuesten Entwicklung aus dem Hause Edelrid passt eines dieser Adjektive wie die sprichwörtliche Faust auf´s Auge. Kurz und prägnant ist der Name des neuen Spielzeugs, welches den gehaltvoll klingenden Namen „Mega Jul“ trägt. Und eines vorne weg, dieses neue Sicherungsgerät ist tatsächlich großartig, oder eben „Mega“.

Zum 150 jährigen Firmenjubiläum liefern uns die Entwickler von Edelrid ein selbst blockierendes Sicherungsgerät, das es so bis jetzt noch nicht gab.

Wie genau die Allgäuer dies angestellt haben ist noch unklar, doch vermutlich haben sie ein Petzl-„Reverso“ zusammen mit einem „Smart-Alpin“ von Mammut auf Hochzeitsreise geschickt und neun Monate später war plötzlich ein kleiner „Mega Jul“ auf der Welt. Nun gut, vielleicht ist die Entwicklung doch ein wenig anders abgelaufen, doch mit dieser Kombination lässt sich der selbst sichernde Tuber wohl am besten beschreiben.

Leichter! Günstiger! Besser?

Mit nur 65g ist der „Mega Jul“ ein absolutes Leichtgewicht im Sektor der selbst blockierenden Sicherungsgeräte. So hat ein vergleichbares Produkt, wie der Mammut „Smart-Alpin“ ca. 135g und das Petzl „GriGri2“ kommt sogar auf stolze 185g.

Edelrid MegaJul

Edelrid MegaJul

Und auch der Preis überzeugt! Edelrid bietet zwei Varianten des „Mega Jul“ an. Einmal nur den Tuber für 30,00€ und einmal eine Kombination aus Tuber und dazu passendem „Strike FG – HMS-Karabiner„, der mit einem Drahtbügel gegen Querbelastungen schützt, für 45,00€.

Somit geht auch hier der Sieg an Edelrid im Vergleich zu den bekannten Konkurrenten von Mammut für 44,95€ und dem Petzl „GriGri2“ für satte 69,99€, beide ohne Karabiner wohlgemerkt. Und da dieses Gerät noch dazu ohne mechanische Teile funktioniert ist von einer langen Haltbarkeit auszugehen.

First try, pure excitement!

Wie die meisten begann auch ich mit dem guten alten Achter, danach kam ein Reverso, danach ein Smart und kurz schnupperte ich auch in ein GriGri rein. Doch auch wenn mir der Smart mit Plüschelefanten-Logo von den eben genannten am besten gefiel war ich noch immer nicht ganz zufrieden, da das Ablassen des Kletterpartners nicht immer perfekt zu kontrollieren war.

Doch diese Unzufriedenheit wurde verdrängt und durch pure Begeisterung für das Edelrid „Mega Jul“ ersetzt.

Die Verarbeitung ist, wie von Edelrid gewohnt, hervorragend, die Bedienung kinderleicht zu erlernen und intuitiv für jeden, der schon einmal einen Smart in der Hand hatte.

Sobald das Gerät erst einmal zu macht, blockiert es selbstständig und schützt so vor einem unkontrollierten Abstürzen. Durch ziehen an der gummierten Wölbung, oder auch „Nase“, kann man die Sperre wieder lösen und den Partner ablassen oder weiter Seil ausgeben.

Gernots Zangengriff

Gernots Zangengriff

Doch es gibt noch eine andere Möglichkeit seinen Partner geschmeidig und sicher zu Boden zu lassen und zwar mit einer Art „Zangengriff“. (siehe Foto) Auf diese Weise kann man seinen Kletterpartner noch einmal um einiges flüssiger zu Boden lassen.

Meiner subjektiven Meinung nach besser als mit einem Smart, oder sogar mit einem GriGri. Dieses Quäntchen mehr an Gefühl kommt vor allem dann zur Geltung, wenn der zu sichernde Kletterpartner 1-2 Kilo mehr auf die Waage bringt, als man selbst. Bei sehr schnellem und langem Ablassen (ab ca. 30m) kann es an der Spitze wo der Daumen anliegt ein wenig warm werden, kühlt aber sofort wieder ab sobald man kurz stoppt.

Und noch ein kleiner Tipp am Rande: Wer als Rechtshänder das Seil in die linke Öffnung des Tubers gibt (so wie am Foto zu sehen) vermindert das Eindrehen des Seiles.

Natürlich ist der „Mega Jul“ auch für alpine Abenteuer bestens geeignet! Vorstieg, Nachstieg, Abseilen ist alles kein Problem.

Vorgesehen ist der „Mega Jul“ für Seile mit einem Durchmesser von min. 7,8mm bis max. 10,5 mm. Sollte jemand damit nicht zurecht kommen, da sein Halbseil einen kleineren Durchmesser hat, so hat man die Möglichkeit auf den „Micro Jul“ von Edelrid auszuweichen. Dieses ist für einen Seildurchmesser von 6,9mm – 8,5mm geeignet, aber sonst identisch mit dem großen Bruder.

Also trotz Micro eindeutig Mega!

Zu perfekt um wahr zu sein?

Vermutlich wird es das perfekte Sicherungsgerät nie geben, denn man kann nie den Faktor Mensch umgehen. Genauso wie bei allen anderen gängigen Sicherungsmitteln kann es bei Unachtsamkeit oder Unerfahrenheit zu einer Fehlbedienung kommen. So kann man mit dem Daumen die bereits erwähnte „Nase“ öffnen, wodurch man das Seil besser ausgeben kann. Wird im Falle eines Sturzes diese Nase aber nicht geschlossen bzw. los gelassen, so wird der Kletterpartner unfreiwillig ein paar Meter weiter Richtung Boden fallen, da der „Mega Jul“ in dieser Position einen sehr starken Impuls benötigt, damit er wieder sperrt.

Nichts desto trotz bekommt man mit diesem Produkt sehr viel Sicherheit, eine perfekte Verarbeitung, viel Komfort und wenig Gewicht für wenig Geld.

Falls ich nach langem Gerede nun eure Neugierde für diese Innovation geweckt habe und die mitgelieferten Bilder zu wenig an Informationen preisgeben, so darf ich euch noch zum Abschluss das Vorstellungsvideo von Edelrid ans Herz legen.

Viel Spaß damit!

 

EDELRID Micro Jul & Mega Jul DE from EDELRID on Vimeo.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Christian sagte am 9. September 2013 um 15:51 Uhr

    Mit Sicherheit ein interessantes Gerät, aber ob kleiner, leichter und weniger Material immer gut sind, ist die Frage.
    Der Geoquest-Verlag berichtete über ein beim Abseilen ausgerissenes Kabel an der Nase, der das Gerät unbrauchbar machte. http://www.geoquest-verlag.de/?q=node/455
    Vielleicht unglücklicher Einzelfall, aber wie ich finde ein Grund zur Skepsis.

  2. Wiebke sagte am 11. September 2013 um 07:23 Uhr

    Hallo Christian,

    vielen Dank erst mal für Deinen Kommentar. Nach dem in dem besagten Artikel nicht nach zu vollziehen war, wie Edelrid auf das Problem reagiert hat, haben wir selber an Edelrid geschrieben. Die Antwort kan prompt und lautet wie folgt:

    „Aus den ersten Chargen wurden uns tatsächlich insgesamt 8 Geräte zurück geschickt bei denen der Draht herausgerissen war.
    In der Hälfte der Fälle müssen wir leider davon ausgehen dass nach dem Geoquest-Artikel mit Gewalt versucht wurde den Draht herauszuziehen.
    Beim Rest war tatsächlich die Verpressung des Drahtes offensichtlich nicht ausreichend stark.
    Da die Geräte hier bei uns in Isny montiert werden, konnten wir umgehend reagieren und haben die Verpressung überarbeitet. Derzeit haben die Drähte einen durchschnittlichen Auszugswert von 4,5kN. Bei korrekter Anwendung gemäß Gebrauchsanleitung treten am Draht Kräfte von maximal 0,2kN auf.
    Da es sich bei dem Draht nicht um ein sicherheitsrelevantes Bauteil handelt und das Gerät auch ohne Draht zuverlässig bremst und zum Abseilen verwendet werden kann, sehen wir keine Gefährdung gegeben.“

    Hoffentlich konnten wir Deine Skepsis gegen über dem MegaJul so wieder etwas verringern. :-)

    Lieben Gruß, Wiebke

  3. Rosner Paul sagte am 9. September 2013 um 20:41 Uhr

    Hab das Mega Jul seit gut 2 Monaten im Einsatz.
    Ein wirklich tolles Sicherungsgerät zum Sportklettern, das ein Plus an Sicherheit bietet.
    Bei Mehrseillängen gibt es einen Nachteil. Beim Nachsichern geht das Seileinholen nämlich deutlich strenger als bei einem standard Tuber (z.B. Reverso). Hierbei stört der Karabiner in den das Mega Jul am Stand fixiert wird. Wäre die Öse etwas weiter weg, könnte dieses Problem eventuell minimiert werden.
    Das Ablassen und Abseilen im Blockiermodus sollte auf jeden fall trainiert werden, um ruckartige Belastungen zu vermeiden.
    Für aufgepelzten Toprope Seile in der Halle ist es so wie das Smart nicht perfekt geeignet.
    Mein Fazit: Zum Sportklettern das beste Sicherungsgerät, dass ich je verwendet habe (8-er, Reverso, Smart). Für Mehrseillängen geeignet, aber ich hoffe, dass Edelrid hier nachbessert.

  4. Dominik sagte am 10. September 2013 um 14:50 Uhr

    Hallo,

    kann meinem Vorredner Christian nur zustimmen bezüglich „kleiner, leichter und weniger Material“! Bin mir da auch unsicher wenn ich einen Ausrüstungsgegenstand zum Klettern habe, der kaum Gewicht hat, aber angeblich genug Sicherheit bieten soll meins zu halten.
    Gut…Klettern ist immer gefährlich, aber ich wahr auch noch nie ein Fan von „Downsizing“ oder kauf mir Dinge die Design mäßig hervorstechen, vor allem nicht wenn sie so Sicherheitsrelevant sind.

    Egal…ich will hier nicht im Vorhinein zu negativ wirken und werde demnächst den EDELRID “Mega Jul” selbst testen und dann evtl. einen Erfahrungsbericht ein meinen Blog http://www.zum-klettern.de setzen.

    Gruß,
    Dominik

  5. Max sagte am 13. September 2013 um 08:22 Uhr

    Ich freue mich bereits auf meinen eigenen Test des Mega Juls. Allerdings kann ich an diesem Punkt die Meinung, dass dieses Sicherungsgerät etwas vollkommen neues sei, nicht teilen. Vergleicht man das Mammut Smart und den Tuber von EDELRID, ist die Konstruktionsweise optisch vielleicht nicht, dafür im Detail sehr ähnlich. Alleine die Nase beim Smart ähnelt doch stark der gelben Hülle des Mega Juls. Auch muss an ihr leicht gezogen werden, um die Blockierung des Sicherungsgerät aufzuheben – kommt einem das nicht bekannt vor?
    Ein Sicherungsgerät, „das es so bis jetzt noch nicht gab“? Natürlich, der Schweizer ist für Einfachseile, aber da wären ja noch die alpinen Geschwister. Es gibt also mindestens ein weiteres Sicherungsgerät, was zwar optisch, dafür im Aufbau dem EDELRID Mega Jul gleicht.

    Ich möchte hier keinesfalls den EDELRID Mega Jul kleinreden, man muss auch nicht immer die neuste Erfindung auf den Markt bringen. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf einen eigenen ausführlichen Test!

  6. Thomas sagte am 1. Februar 2015 um 15:51 Uhr

    Hallo,

    habe das Mega Jul seit 1/2 Jahr.
    In der Halle mit 10.2mm Einfachseil richtig gut. Mit den alten Seilen die Toprope hängen leider richtig schwer bzw. gar nicht möglich. Das hängt aber eher am Hallenbetreiber da diese Seile inzwischen gefühlt 15mm haben. Da nehme ich dann meinen ATC.
    Mit meinen 2x Beal iceLine 8.1mm (Seile sind noch neu) greift es leider (noch) nicht.
    D.h. es macht nicht automatisch zu. Es muss, wie beim ATC auch, die Sicherungshand etwas anziehen. (Der ATC ist natürlich mit den 8.1mm auch nicht optimal)
    Das Verhalten habe ich auch beim Abseilen. Daher nehme ich hier sicherheitshalber noch die Prusikschlinge als Hintersicherung dazu.
    Evtl wird das ganze besser wenn die Seile mal etwas geschmeidiger und gebraucht sind.

    Grüße
    Thomas

  7. Timo sagte am 11. März 2015 um 12:09 Uhr

    Hallo,
    überlegt doch mal ob es bei dem Foto mit dem „Zangengriff“ nicht sinnvoller wäre, das Ganze mit der rechten Hand als Bremshand unten am Seil und der linken Hand als „Zangenhand“ zu zeigen. Wenn man es so macht wie auf dem Bild, muss ja die eigentliche Bremshand (die rechte) das Bremsseil loslassen, und die Linke wird zur Bremshand. Das verletzt die Regel „Bremshand verlässt niemals das Bremsseil“. Das ist zugegeben etwas kleinlich, aber ich fand es in der Anfängerschulung immer hilfreich, den Teilnehmern beizubringen dass es genau EINE Bremshand gibt (bei Rechtshändern wie im Bild die rechte), und dass diese eben das Seil nie verlässt solang der Kletterer an der Wand ist.
    Viele Grüße
    Timo

  8. Wiebke sagte am 11. März 2015 um 13:27 Uhr

    Hallo Timo,

    da hat jemand beim Bild schauen mitgedacht. Allerdings stimmt es nicht ganz was Du sagst. Um die Hand am Bremsseil zu wechseln kann man auch umgreifen. Damit ist die Regel „eine Hand am Bremsseil“ erfüllt. Ich bin Rechtsshänderin und wenn ich mit dem Smart sicher (der hier in der Handhabung mit dem Megajul vergleichbar ist), dann habe ich beim Vorstiegsichern die Rechte Hand am Bremsseil und die linke Hand fungiert als Sensorhand. Beim Ablassen wechsel ich jedoch durch Umgreifen, dann ist die Linke Hand am Bremsseil und die rechte tariert den Smart aus. Wie gesagt wenn man ordentlich umgreift wird das Bremshandprinzip nicht verletzt.
    Lieben Gruß, Wiebke

  9. Hendrik sagte am 5. Juni 2015 um 22:25 Uhr

    Hallo,
    habe jetzt hier ein heute eingetroffenes Micro Jul vor liegen. Danke für die schnelle Lieferung!
    Jetzt lese ich weiter oben in Beiträgen von September 2013 was von nachgebesserten Serien und entdecke auf meinem Gerät eine Datumsmarkierung 05/ 13.
    Wäre schön zu wissen ob auch da die Änderung schon stattgefunden hat?
    Vielen Dank für die Mühe und viele Grüße
    Hendrik

  10. Wiebke sagte am 11. Juni 2015 um 10:47 Uhr

    Hallo Hendrik,
    mein Kollege Daniel vom Kundenservice wird Dich kontaktieren. Eigentlich solltest Du nicht noch ein altes Modell erhalten habe. Ich habe ihm Deine Email weitergeleiet. Lieben Gruß, Wiebke

  11. Jan sagte am 11. Juli 2015 um 18:40 Uhr

    Hallo,
    Ich benutze das Mega Jul seit ein paar Tagen. Der Umstieg fällt leicht. Bremswirkung ist einwandfrei, Seilausgeben muss geübt werden, damit es flüssig geht. Letztendlich ist die Wahl des Karabiners ein wichtiger Faktor für die Funktion! Beim Abseilen bremst mein BD Magnetron fast nicht und der Petzl Karabiner blockiert komplett. Es gibt einen Edelrid Karabiner der genau in die Öse passt. Alles andere geht nur so halbherzig hinein. Zum Abseilen sollte man auf jeden Fall die Bremse mit einem Karabiner lösen, sonst wird es zu hampelig.
    Ich werde damit mein atc ersetzen und eine feste Geräte/Karabinerkombi zuweisen.
    Jan

  12. Wolfgang Widulle sagte am 12. August 2016 um 12:42 Uhr

    Hallo,

    Ich habe das Mega Jul eben getestet. Vorsteigersicherung mit Doppelseilen finde ich in Ordnung, die Nachsteigersicherung ist etwas zäh und ein zweiter Karabiner zu Reduktion der Reibung (bei Erhalt der Blockierfunktion) wirkt nicht. Als schwererer Kletterer (83 kg) bin ich allerdings enttäuscht von der Abseilfunktion. Die Variante „Abseilen mit Blockierfunktion“ funktioniert beim Abseilen mit 8.5mm älteren, d.h. „normal aufgepelzten“ Halbseilen nicht – trotz von Edelrid empfohlener Karabinerart rutscht das Seil durch und erfordert einen Prusik (wird im Video von Edelrid ohne Prusik demonstriert – finde ich fragwürdig). Zusätzlich muss beim Abseilen entblockiert und der Prusik geführt werden, das Abseilen ist recht ruppig. Beim Abseilen mit der Variante“ normale Tuberfunktion“, ist die Bremswirkung bei meinem Gewicht zu gering. Es bremst vor allem der Prusik, er zieht sehr hart zu. Das Einziehen des Seils am Standplatz oder in der Wand, wenn man z.B. zu einem verpassten Standplatz hochklettern muss, ist erschwert: Die Blockierfunktion verklemmt das Seil beim Einziehen. Man muss das Jul deblockieren /den Karabiner vom Jul fernhalten beim Einziehen.
    Zusammen mit der visuell eher komplizierten Gestaltung des Geräts und den vielen möglichen Sicherungsvarianten (Nase oben-unten-aussen-innen) bietet das Gerät gerade in Situationen unter Druck im Gebirge eine nur wenig klare visuelle Orientierung – es wirkt auf mich nicht safe & simple. Ich bin eher enttäuscht vom Mega Jul und werde in alpinen Routen wieder auf ATC Guide gehen und zur Erhöhung der Bremskraft beim Abseilen zwei Karabiner einlegen (so vorgeschlagen in Bergundsteigen 2/13).

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