Gear of the Week: Black Diamond – Magnetron GridLock

3. Dezember 2012

Kategorie

Sportart

Black Diamond - Magnetron GridLock

Magnetron Gridlock von BD

Sehnsüchtig hat Bergfreund Max die Markteinführung des neuen HMS Magnetron Gridlock- Verschlusskarabiners von Black Diamond erwartet.

Er präsentiert Euch nun im „Gear of the Week“ sehr ausführlich die neue Magnettechnologie und vergleicht sie mit herkömmlichen Verschlusssystemen. Lasst Euch überraschen, ob sich das Warten gelohnt hat und wie der Vergleich ausgefallen ist!

Magnetron GridLock – der Verschlusskarabiner mit dem Magneten

Bereits am 12. Juli 2011 kündigte Black Diamond in seinem Journal (http://www.blackdiamondequipment.com/en-us/journal/… ) die Veröffentlichung der neuen Magnetron Technology für Juli 2012 an – es sollte etwas länger dauern.

Doch hat sich das Warten gelohnt?

Auf dem Klettermarkt finden sich die unterschiedlichsten Verschlusskarabiner: der klassische Schrauber, der Twist-Lock-Karabiner, Triple-Lock-Karabiner, Ball-Lock-Karabiner, noch mehr Verschlusskarabiner und jetzt schließlich auch einen mit magnetischem Verschluss. Das Bauprinzip ist recht simpel: Am Schnapper befestigte Magneten werden von einer in der Keylock-Nase angebrachten Stahleinlage angezogen. Die Umsetzung ist bei genauerer Betrachtung jedoch deutlich komplexer.

Funktion

so sieht er aus der Magnetron Gridlock

so sieht er aus der Magnetron Gridlock

Am oberen Ende des Schnappers ist auf jeder Seite ein Verriegelungsbügel angebracht, der wie eine Wippe funktioniert. An einem Ende des Bügels ist innenseitig ein Magnet befestigt, am anderen Ende der Wippe eine Fläche für den Finger. Hier befindet sich eine Aussparung im Schnapper, wo der Verriegelungsbügel durch Fingerdruck in den Schnapper gedrückt werden kann und das andere Ende sich wie bei einer Wippe von der Nase entfernt. Lässt man den Bügel los, kippt die Wippe wieder um, der Magnet zieht sich an die Nase.

Wichtig ist hierbei, dass es nicht bereits reicht, einen Bügel zu entriegeln. Sind die Magneten mit der Nase verbunden, verhindert eine Aussparung um die Stahleinlage, dass die Magneten geschlossen in den Innenraum des Karabiners gezogen werden können. Mir war es im Versuch nicht möglich, den Karabiner mit nur einem entriegelten Bügel zu öffnen.

Anwendung

Auch etwaige Befürchtungen, der Karabiner könnte sich beim Sichern selbst öffnen, konnte ich nicht nachvollziehen. Zwar sichere ich hauptsächlich mit einem Petzl GriGri 2, doch habe ich für den Test auch einen Tuber (Black Diamond ATC Guide) sowie den HMS-Knoten verwendet.

Bereits durch den Aufbau des Karabiners mit seiner Fixierungshilfe, dreht sich dieser immer so, dass das Seil oben an der breitesten Stelle läuft. Sicherlich, wo ein Wille, da auch ein Weg.

So konnte ich den Karabiner mit dem Seil öffnen – allerdings habe ich hierfür das Seil mit meinen Händen genau über den Bereich am Verschluss gelegt, der für die Finger vorgesehen ist, im Anschluss das Seil unnormal zusammengezogen und den Schnapper nach innen gedrückt. Ich wüsste nicht, wie sich dieser Zustand während des Kletterns einstellen sollte. Selbst mit einer absichtlich falschen Handhabung des Halbmastwurfs konnte ich lediglich einen Verriegelungsbügel kippen, doch reicht dies wie geschrieben nicht aus, um den Karabiner zu öffnen.

Nachteil

Magnetron Gridlock offen

Magnetron im geöffneten Zustand

Anders sieht es hingegen, wenn etwas über die Nase gestülpt wird oder an der Stahleinlage beziehungsweise den Bügeln haftet, aus – beispielsweise Eis im Winter oder Dreck vom Waldboden. Es sollte beim Klettern jedoch immer ein Partnercheck durchgeführt und der Verschluss des Karabiners überprüft werden, egal bei welchem Modell.

Wenn der Karabiner geöffnet ist, stoßen sich beide Magneten in den Verriegelungsbügeln aufgrund ihrer unterschiedlichen magnetischen Felder ab. Wird der Schnapper losgelassen, schnappt dieser selbstständig zu, der Stahl in der Nase zieht die Magneten wieder an und der Karabiner ist verschlossen. Zwar bin ich ein großer Freund von Schraubkarabinern und mag meinen DMM Belay Master 2, doch überzeugt mich die Einfachheit und vor allem die Schnelligkeit dieses System vollauf!

Vergleich zwischen Schrauber und Magnetron von Black Diamond

Im Vergleich zum Schraubkarabiner GridLock unterscheidet sich der Magnetron lediglich in der Verschlusstechnik als auch im Gewicht. Anstelle der 76 g wiegt er schlappe 2 g mehr, Bruchlast (längs 22 kN, quer 7 kN und offen 8 kN), Schnapperöffnung (21 mm) und Material (Aluminium) unterscheiden sich hingegen nicht. Legt man beide Modelle übereinander, fallen auch hier keine deutlichen Unterschiede auf. Einzig der Preisunterschied von 10 EUR sticht ins Auge.Ob dieser berechtigt ist, muss jeder für sich entscheiden.

Ich für meinen Teil konnte die Veröffentlichung gar nicht mehr abwarten und musste schweren Herzens hinnehmen, dass diese im September 2012 abermals nicht eingehalten werden konnte. Dennoch, nun also ist er endlich mein und macht meinem Belay Master spürbar Druck!

Fazit

Lediglich die Fixierungshilfe zur Positionierung des Karabiners ist wie beim Schrauber GridLock auch hier umständlich. Erst muss der Karabiner geöffnet werden, damit der untere Bereich des Karabiners offen ist und somit von der Einbindschlaufe am Gurt entfernt werden kann. Das Ganze erinnert mich an den heißen Draht – was beim Belay Master 2 deutlich besser gelöst ist. Doch die Schnelligkeit des Verschlusses ist enorm, da kann auch kein Twist-, Triple- oder Ball-Lock-Karabiner mithalten! Und wem die Fixierungshilfe nicht so wichtig ist, der kann auch einfach den Magnetron RockLock nutzen.

Von daher spreche ich trotz des hohen Preisunterschieds von 10 EUR im Vergleich zum Schrauber GridLock oder 14 EUR zum DMM Belay Master 2 eine Empfehlung aus. Wer bereits den Schrauber nutzt, der wird in jedem Falle mit dem magnetischen Bruder Freude haben. Wer andere Verschlusskarabiner verwendet, sollte den Magnetron einfach mal in die Hand nehmen und sich vom guten Handling überzeugen
lassen.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Johannes sagte am 3. Dezember 2012 um 19:28 Uhr

    Ok, lasst uns also 30 € für einen Karabiner bezahlen, weil ich ihn halt mal einfach schneller öffne?
    Wenn man Geld wie Heu hat (Wobei, ich hab mehr Geld als Heu fällt mir dabei auf) kann man den natürlich kaufen.

    Und nur weil du in deinem Test keine Fehlbedienung hinbekommen hast, bzw. dir das nicht vorstellen kannst, heißt das noch lange nicht, dass es keine geben kann. Gerade bei dem ohne Fixierung im Gurt ist die Gefahr gegeben, dass das Seil auf beide Schnapper gleichzeitig drückt.

    Also viel Geld für ein Tool was zwar schön am Gurt aussieht, dessen Sicherheit aber (mich zumindest) noch nicht 100% überzeugt.

    Und wenn man nen Partnercheck macht, hat man auch die Zeit nen Karabiner zuzuschrauben oder, nen Triplelock zu öffnen.

  2. Silvan sagte am 4. Dezember 2012 um 16:23 Uhr

    Hallo Johannes,

    Danke für Deinen Kommentar.
    Max hat in seinem Bericht über den Magnetron GridLock seine subjektiven Erfahrungen dargelegt. Da Ihn Sicherheit und Handling des Karabiners vollkommen überzeugt haben, spricht er eine Kaufempfehlung für den Magnetron GridLock aus.

    Für diese Tüftler-Leistung bin ich dann auch gerne bereit ein paar Euro mehr zu zahlen, vor allem weil der Verschluss ja tatsächlich aufwändiger ist als bei klassischen Modellen.

    Selbstverständlich bleibt es jedem unbenommen, die herkömmlichen Systeme weiter zu nutzen. Am besten aber wäre es, den Karabiner selbst zu testen, um sich dann ein eigenes Bild zu machen.

    Mich zum Beispiel hat überzeugt, dass der Magnetron durch sein automatisches Verschließen, dem Vergessen des Zuschraubens vorbeugt.
    Zu dem Verriegelungsbügel am Karabiner wird es sicher immer wieder mal eine heiße Diskussion geben.

    Gruß Silvan

  3. Max sagte am 5. Dezember 2012 um 10:39 Uhr

    Hallo Johannes,

    wie Silvan richtig angemerkt hat, ist das meine (subjektive) Meinung zum Karabiner. Eine hundertprozentige Sicherheit wird man wohl bei keinem Karabiner erlangen können. Es gibt und wird immer (falsche) Handhabungen von Geräten geben, die man sich im Vorfeld nicht vorstellen konnte – leider passieren deswegen Unfälle. Letzten Sommer habe ich beispielsweise Kletterer gesehen, die um Seilauszugeben das GriGri komplett aufgemacht haben, also die gleiche Handhabung wie beim Ablassen. Wäre hier der Partner gefallen…
    Dennoch, mir ist es nicht gelungen, den Karabiner zu öffnen. Natürlich kann dies passieren, aber unter komischen Umständen auch bei jedem anderen Karabiner. Deswegen sollte jeder immer gucken, was seine Ausrüstung gerade so treibt!

    Auf den Preisunterschied habe ich in meinem Artikel verwiesen und auch geschrieben: „Ob dieser berechtigt ist, muss jeder für sich entscheiden.“ Deiner Meinung nach ist er das nicht, was deine Meinung ist, die genau wie meine ihre Berechtigung hat.

    Ich jedenfalls bin nach wie vor von dem Karabiner überzeugt und sehr glücklich mit ihm. Und die Schnelligkeit ist nur ein Aspekt, Silvan hat einen anderen aufgeführt und es gibt noch weitere. Mir macht Sichern und Klettern mit dem Karabiner einfach Spaß. Und vielleicht hast auch Du einmal die Möglichkeit den GridLock Magnetron in die Hand zu nehmen und beim Klettern zu testen.

    Grüße, Max

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