Gear of the Week – Berghaus – Ulvetanna Pro Jacket – Hardshelljacke

25. November 2013

Kategorie

Sportart

Die Berghaus - Ulvetanna Pro Jacket -Hardshelljacke

Die Berghaus – Ulvetanna Pro Jacket -Hardshelljacke

Kletterer und Bergsteiger Leo Houlding hat es geschafft: Als Erster hat er den technisch schwer erreichbaren Gipfel des Ulvetanna in der eisigen Kälte der Antarktis über den Nordost-Kamm erreicht.

Auf der Expedition war unter anderem das heutige Gear of the Week, die Berghaus – Ulvetanna Pro – Hardshelljacke mit dabei. Im Interview berichtet Leo Houlding den Bergfreunden von der Expedition und seinen Erfahrungen mit der Hardshell.

Die bisher noch nie bestiegene Route am Nordost-Kamm erstreckt sich über 2.000 m mit einem vertikalen Aufstieg von 1.300 Höhenmetern. Technische Schwierigkeiten, extreme Kälte und

Auf dem Gipfel. Hinten - Leo (L) und Sean; Vorne - Jason (L), Chris and Alastair

Auf dem Gipfel. Hinten – Leo (L) und Sean; Vorne – Jason (L), Chris and Alastair

unbeschreibliche Weiten trafen hier auf das Team und mussten in monatelangen Vorbereitungen bedacht werden.

Leo Houlding führte sein internationales Team, bestehend aus Sean Leary, Jason Pickles, David Reeves, Chris Rabone sowie dem Filmemacher Alastair Lee, sicher über eine neue Route am nordöstlichen Grad auf den 2.930m hohen „Wolfszahn“, wie der Ulvetanna auch genannt wird. Damit verbucht er eine der technisch anspruchsvollsten Begehungen des antarktischen Kontinents zu seinen Erfolgen.

 

Das Interview:

Was war Dein Lieblingsessen in der Antarktis?

Steak – wir haben 5kg aus Kapstadt mitgenommen.

Was sollte man niemals tun, wenn man in der Antarktis filmt?

Deine Handschuhe zu lange ausziehen oder aufhören mit Deinen Zehen zu wackeln.

… und was sollte man auf jeden Fall tun?

Du solltest Dich auf irgendeine Art aufwärmen, entweder mit oder ohne Hilfe von anderen – ignoriere auf keinen Fall taube Finger oder Zehen.

Warum sollte man in der Antarktis klettern gehen?

Weil es das spektakulärste und aufregendste Klettergebiet der Erde ist!

Du warst, zusammen mit Deinem internationalen Team in der Antarktis um eine neue Route auf dem Ulvetanna zu klettern. Wie kamst Du genau auf diesen Berg/dieses Projekt?

Der Nord-Ost-Kamm des Ulvetanna

Der Nord-Ost-Kamm des Ulvetanna

Als ich 1998 das erste Mal ein Foto vom Ulvetanna gesehen habe, dachte ich nur “Wow, das ist der beeindruckendste Berg, den ich je gesehen habe. Eines Tages werde ich ihn klettern.“

Es hat mich 15 Jahre gekostet, um die Erfahrung, Fähigkeiten, Ort und Team zu bekommen, um die Expedition durchführen zu können.

Die Kombination aus einer massiven, vertikalen Wand und die krassen antarktischen Bedingungen schaffen eine Herausforderung und eine Größe, wie es auf der Erde einmalig ist.

Als ich begonnen habe ernsthafte Recherchen für den Trip durchzuführen, habe ich festgestellt, dass der unglaubliche meilenlange Nordost Kamm noch unbeklettert war. Eine seltene Sache im 21. Jahrhundert.

Wie lange hat die gesamte Planung/Vorbereitung gebraucht? War diese anders, als bei deinen vergangenen Expeditionen?

Auf eine gewisse Art habe ich mich seit 15 Jahren auf Ulvetanna vorbereitet – man muss wirklich gut trainiert sein und über sehr viel Erfahrung in vielen Bereichen verfügen, um eine Gipfelexpedition über eine solche Route, wie den Nordost Kamm zu leiten.

Die Route am Ulvetanna

Die Route am Ulvetanna

Nicht nur ist der anspruchsvolle Big Wall Climb 1750m lang, die Architektur des Kammes macht die Wand logistisch gesehen kompliziert. Und natürlich ist es der rauste, kälteste und am weitesten abgelegenste Ort der Welt. Allein bei -25˚C zu campen, ist harte Arbeit.

Die Kombination aus so extremer Kletterei und solch heftigen Bedingungen ist eine echte Herausforderung. Es gibt keinen Platz für Fehler und niemand kommt zur Hilfe, wenn etwas schief geht.

Die eigentliche Planung hat 6 Monate gebraucht. Der Unterschied zu meinen vorherigen Expeditionen lag darin, dass es viel mehr Ausrüstung und Vorräte gab. Zudem war es erheblich teurer.

Die Expedition wurde im August bestätigt. Wir starteten Anfang Dezember. Ich habe fast alles selbst organisiert. Es hat mir viel mehr abverlangt, als frühere Expeditionen.

Auf dem Kamm zur Basis am Ulvetanna

Auf dem Kamm zur Basis am Ulvetanna

Die Antarktis ist ein ernster, fordernder und extrem teurer Ort.

Unsere Zielvorstellung war massiv und extrem hart. Wir wollten auch einen sehr hochwertigen Film drehen, was die Planung und Durchführung der Expedition sehr erschwert hat

Wie lange hat es gebraucht dorthin zu kommen? Welche Route habt ihr genommen (wo habt ihr pausiert, etc)?

Wir haben Großbritannien am 16. Dezember verlassen und sind im Base Camp am 22. Dezember angekommen.

Die Hauptwand war an einigen Stellen überhängend

Die Hauptwand war an einigen Stellen überhängend

Zum Base Camp sind wir über Kapstadt und eine Russischen Forschungsstation in der östlichen Antarktis, Novolazareyskaya, gekommen.

Auf der Reise nutzten wir sehr ungewöhnliche Flugzeuge! Das eindrucksvolle Russische Frachtflugzeug Ilusyian 76 und die Douglas Dakota DC3 – mit neuen Motoren ausgestattet wird es eine Basler 67.

 

Kannst Du uns die klimatischen Bedingungen erklären, die ihr beim Klettern und Filmen ertragen musstet?

Basecamp, Ulvetanna im Hintergrund, 5km entfernt

Basecamp, Ulvetanna im Hintergrund, 5km entfernt

Wir waren dort in der wärmsten Zeit des Jahres und es war eine gute Saison. Trotzdem hatten wir Temperaturen von -35˚C mit kaltem Wind und Windgeschwindigkeiten bis zu 60km/h.

Uns haben zwei Stürme getroffen und obwohl wir darauf vorbereitet waren, ist das Gefühl, dass es egal wie schlecht es schon ist, es noch schlimmer werden kann.

Glücklicherweise haben wir nicht die schlimmsten Bedingungen erlebt, für die wir vorbereitet waren. Ich habe Geschichten gehört von -50˚C und Stürmen mit 200km/h in der Region.

L-R - Alastair Lee, Sean Leary, Chris Rabone, Leo Houlding, Jason Pickles

L-R – Alastair Lee, Sean Leary, Chris Rabone, Leo Houlding, Jason Pickles

Die Ansprüche einen  hochwertig produzierten Film zu drehen, erhöhen die Schwierigkeit und Komplexität der Expedition. Ich würde sagen 50% der gesamten Zeit, Energie und Ressourcen gingen für den Film drauf!

Die Kamera-Ausrüstung hat erstaunlich gut funktioniert, auch wenn Alastair wirklich seine Probleme hatte in der Steilwand in der Kälte zu filmen –Kameras aus Metall sind wie Eisblöcke!

Die Ulvetanna Pro Jacket und die Ramche Down Jacket waren Teil Deiner Ausrüstung. Du hast die Produkte in den schlechtesten Bedingungen getragen und getestet! Warum hast du genau diese Produkte ausgewählt?

Die Berghaus - Ramche Down Jacket

Die Berghaus – Ramche Down Jacket

Die Ramche Down Jacket ist eine meiner absoluten Lieblingsjacken. Sie ist so warm und so leicht!  Wir haben sie für zusätzliche Wärme oft über der leichteren Ilam  Down Jacket getragen. Auf dem Gipfel bei – 35 ˚C war es gerade ausreichend, um das Leben erträglich zu machen. Der Wind in der Antarktis ist extrem kalt, auch wenn es nie regnet. Die Ulvetanna Pro Jacket ist eine echter Schutz gegen den beißenden Wind.

Wie haben sich die Produkte in der Praxis geschlagen?

Die Berhaus - Ulvetanna Pro Jacket

Die Berhaus – Ulvetanna Pro Jacket

Niemand erlitt Verletzungen aufgrund der Kälte. Wir haben den Gipfel erreicht und haben die gesamte Expedition und den Aufstieg in einem hochwertigem Film festgehalten.

Wir haben Dank eines tollen Teams und erstklassigem Equipment alles erreicht, was wir erreichen wollten.

Es sind die besten Berghaus Produkte, die je hergestellt wurden!

 

Sind diese Jacken nur für solche extremen Bedingungen zu gebrauchen, oder kann man sie auch in anderen Breitengraden verwenden? Für welche anderen Aktivitäten würdest Du die jacken empfehlen?

Die Jacken sind unglaublich vielseitig und können von Schottland bis zum Königin-Maud-Land über die Alpen und dem Himalaya verwendet werden. Sie passen zu jeder Aktivität, bei der es kalt, windig oder regnerisch zugeht!

Leo beim Klettern in der Hauptwand

Leo beim Klettern in der Hauptwand

Die Hydro-Daune, welche alle Daunen Produkte hatten, die wir in die Antarktis mitgenommen haben, ist etwas ganz besonderes. Sie verliert nicht ihre Bauschkraft, wenn sie von Kondenswasser oder Luftfeuchtigkeit vollgesogen ist. Ich werde nie wieder eine normale Daune verwenden!

Wann wird Euer Film “The last great climb” veröffentlicht und wann und wo wird er gezeigt?

Beim Klettern in der Hauptwand auf dem Weg zum Gipfel

Beim Klettern in der Hauptwand auf dem Weg zum Gipfel

Der Film wurde am 04. November in London veröffentlicht. Die Premiere war im Leicester Square, London. Mitte November wurde er beim Kendal Mountain Film Festival gezeigt.

Es gibt auch noch viele weitere Orte, an denen er in Großbritannien gezeigt wurde oder werden wird. Wir müssen noch die Internationalen Orte abklären, aber die DVD und den Download gibt es schon auf www.thelastgreatclimb.com und www.posingproductions.com

Hast du schon einen Plan für ein Projekt in der Zukunft?

Ohne Worte...

Ohne Worte…

Ja, ich plane eine weitere Expedition in die Antarktis. Dieses Mal zu einem noch einsameren Gipfel auf der anderen Seite des Kontinents in den Trans-Antarktischen Bergen.

Es werden 1000km Kite-Skiing nötig sein, um den wunderschönen, steilen steinigen Berg zu erreichen. Ich glaube, es ist das erste Mal, dass jemand versucht eine lange Polarreise mit technischer Kletterei zu kombinieren.

Was sind Deine Empfehlungen an einen Athleten, der ähnliche Pläne hat, wie Deine Expedition auf den Ulvetanna?

Sei bereit für das Schlimmste und hoffe auf das Beste! In den Worten von Roald Admundsen (Der erste Mann am Südpol)

Ich darf sagen, das ist der wichtigste Faktor – die Art und Weise, wie die Expedition ausgestattet ist. Die Art, in der jede Schwierigkeit vorhergesehen wird, und Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden um diese zu überstehen oder zu vermeiden. Siegreich sind diejenigen, die alles geplant haben – das ist es, was man Glück nennt.

Niederlage ist demjenigen sicher, der es vernachlässigte die notwendigen Vorbereitungen zu treffen; das wird Pech genannt.

 

Der unbeschreibliche Blick vom Gipfel

Der unbeschreibliche Blick vom Gipfel

 

Das Gipfelfoto!

Das Gipfelfoto!

Kommentare zu diesem Artikel
Andere Bergfreunde freuen sich auf deinen Kommentar