Gaskartuschen transportieren und entsorgen

Gaskartuschen – sicher transportieren und fachgerecht entsorgen

17. Juli 2017

Kategorie

Sportart

Neben Gasflaschen, Benzinkochern und Spiritusbrennern gehören Campingkocher mit Gaskartuschen zu den am weitesten verbreiteten Brennstoffen für mobile Outdoorkocher. Die Gaskartuschen gibt es in verschiedenen Größen, die dementsprechend unterschiedlich viel wiegen. Gängige Größen sind hierbei ca. 100 g als kleinste Kartusche, ca. 230 g als mittlerer Gasbehälter und ca. 450 g als oberes Ende der Fahnenstange.

Die Kartuschen sind meistens mit einer flüssigen Mischung aus Butan und Propan befüllt. Diese beiden Arten von brennbarem Gas haben den Vorteil, dass sie schon bei geringer Kompression flüssig bleiben. So müssen die Kartuschen keinem hohen Druck standhalten und das Gemisch in den Gaskartuschen ist dadurch wesentlich ungefährlicher im Transport und in der Handhabung. Das Flüssiggas in den Gaskartuschen für Campingkocher ist oft identisch mit dem Gemisch in handelsüblichen Feuerzeugen.

Schraubkartuschen und Stechkartuschen für Campingkocher

Gaskartuschen transportieren und entsorgenJe nach Konstruktion des Campingkochers können zum Kochen nur die passenden Stech- oder Schraubkartuschen verwendet werden. Vor allem bei älteren Kochern werden die Stechkartuschen beim Verbinden mit dem Kocher angestochen. Die Dichtung am Kocher sorgt dafür, dass das Gas nicht ungewollt entweichen kann. Wenn die Kartusche angestochen wurde, darf sie nicht mehr vom Kocher entfernt werden, bevor sie komplett verbraucht und entleert ist.

Bei Schraubkartuschen besteht dieses Problem nicht. Ausgestattet mit einem integrierten Ventil und einem Schraubgewinde lässt sich die Gaskartusche beliebig oft vom Kocher abschrauben und zum Kochen wieder anschrauben. So können Gaskocher mit Schraubkartuschen für den Transport im Rucksack, Fahrrad oder Auto wieder zerlegt und platzsparend verstaut werden. Dabei besteht auch keine Gefahr, dass Gas beim Transport aus der Kartusche austreten kann.

Transport von Gaskartuschen im Auto

Gaskartuschen im Auto zu transportieren ist in der Regel problemlos möglich. Die Kartuschen sollten aus Sicherheitsgründen aber nicht über 50° C erhitzt werden. Da die 50° C an heißen Tagen im Auto schnell erreicht werden, sollte man die Kartuschen besser im Kofferraum verpacken, damit sie vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sind. Wer seine Gaskartuschen also nicht direkt hinter der Frontscheibe aufbewahrt, muss sich in dieser Hinsicht keine ernsthaften Sorgen um die Sicherheit seiner Kartuschen machen.

Falls die Kartusche aus irgendeinem Grund viel zu heiß werden sollte, beginnt sie sich in der Regel am Boden aufzublähen und auszudehnen. Wirklich explosiv kann aber eine Gaskartusche nur werden, wenn sie direkt im Feuer liegt und beim Aufplatzen entzündet wird. Insofern sind Gaskartuschen sehr sicher und ohne Bedenken zu verwenden.

Bei längeren Fahrten ist es sicherlich besser, die Schraubkartuschen beim Transport im Auto kurz abzuschrauben. Zwar schraubt sich die Kartusche beim Fahren nicht selbständig ab, aber falls das Ventil am Kocher nicht richtig fest verschlossen ist oder sich leicht auf holpriger Strecke löst, könnte Gas ins Innere des Autos strömen. Deswegen lieber kein Risiko eingehen, die Kartuschen abschrauben und an einem möglichst kühlen und lichtgeschützten Ort verstauen.

Transport von Gaskartuschen im Flugzeug

Gaskartuschen transportieren und entsorgen

Ein echtes Trekking-Idyll – dank Gaskocher!

Weder im Handgepäck, noch im aufgegebenen Gepäck dürfen bei einer Flugreise Gaskartuschen mitgenommen werden. Das gilt im übrigen nicht nur für Gaskartuschen sondern auch für alle anderen entflammbaren Gase und Flüssigkeiten. Benzin für den Benzinkocker oder Spriritus für den Spirituskocher sind im Fluggepäck deshalb absolut tabu. Die einzige Ausnahme, die beim Fliegen in der Regel gestattet wird, ist ein einzelnes (Gas-) Feuerzeug, das am Körper aufbewahrt werden muss (es darf jedoch nicht in den mitgeführten Gepäckstücken aufbewahrt werden). Sturmfeuerzeuge, Benzinfeuerzeuge und Nachfüllpatronen für Feuerzeuge jeglicher Art sind generell verboten.

Was bei den Gaskartuschen und Brennstoffen ausnahmslos verboten ist, gilt nicht für die Kocher selbst. Egal ob Gaskocher, Benzinkocher, Mehrstoffkocher oder Spirituskocher – alle Outdoor- und Campingkocher dürfen im aufgegebenen Gepäck mitgenommen werden. Das gilt allerdings nur dann, wenn sie komplett entleert und von Brennstoffen befreit und gereinigt sind. Gerade bei leeren Brennstoffflaschen, die immer noch nach Benzin riechen, kann die Fluggesellschaft den Transport verweigern. Gründliches Reinigen vor der Gepäckaufgabe ist also oberste Pflicht, um Ärger am Flughafen zu vermeiden.

Verfügbarkeit von Gaskartuschen im Reiseland

Nicht in allen Regionen der Welt sind Gaskartuschen für Outdoorkocher erhältlich. Teilweise findet man keine Stechkartuschen, manchmal keine Schraubkartuschen und oft auch überhaupt keine Gaskartuschen. Je nach Reiseziel sollte man sich daher schon mit der Verfügbarkeit vor Ort beschäftigen und zu einem Mehrstoffkocher oder Benzinkocher greifen. Falls Schraubkartuschen im ausgewählten Reiseland verfügbar sind, spricht der unkomplizierte Transport des Kochers mit dem Flugzeug (keine aufwändige Reinigung) klar für die Variante mit Flüssiggas.

Für Reisende in Europa ist die Versorgung mit Campinggas fast flächendeckend gegeben. Allerdings sind auch hier in verschiedenen Regionen die Stechkartuschen beliebter und in anderen Gebieten die Schraubkartuschen mit Ventil eher verbreitet. Wer also die Möglichkeit hat seinen Gasbedarf schon vor der Reise abzuschätzen und mit dem Auto unterwegs ist, erspart sich Zeit (und meistens auch Geld), indem er die nötigen Kartuschen mit etwas Reserve vor der Fahrt einkauft.

Entsorgung und Recycling von Gaskartuschen

Gaskartuschen transportieren und entsorgen

Wenn leer, dann bitte richtig entsorgen!

Einfach in der Natur liegen lassen geht natürlich überhaupt nicht! Leere Gaskartuschen sind kein Müll, sondern Rohstoffe, die fachgerecht recycelt werden. In Deutschland funktioniert das bequem über den gelben Sack oder die gelbe Tonne, während in anderen Ländern teilweise Systeme für die Wertstoffrücknahme bestehen. Oftmals werden die leeren Behälter dort auch über den normalen Hausmüll entsorgt und von zur Wiederverwertung aussortiert.

Damit die alte Gaskartusche entsorgt werden kann, muss sie komplett geleert sein. Beim normalen Verbrauch des Flüssiggases bleiben in der Regel noch ein paar Tropfen in der Kartusche. Bei Stechkartuschen reicht es dann, den Kocher zu entfernen und ein paar Sekunden abzuwarten, bis sich das Gas verflüchtigt hat. Bei Schraubkartuschen mit Ventil ist die Entleerung nicht ganz so einfach. Jetboil bietet mit seinem CrunchIt zum Beispiel ein praktische Recyclingtool mit dem die Kartusche komplett geleert wird. Um dann noch den letzten Tropfen aus der Kartusche entweichen zu lassen, wird die Kartusche mit einem spitzen Gegenstand „angestochen“. Durch das kleine Loch verflüchtigt sich dann der letzte Rest Gas. Die so entleerten Kartuschen sind bereit für den Wertstoff-Kreislauf. Vorsicht gilt allerdings bei nicht vollständig entleerten Kartuschen: sie gelten noch als Problemmüll und dürfen nicht über die übliche Abholung für Wertstoffe entsorgt werden. In einem solchen Fall sollte man sich im Rathaus seiner Gemeinde  erkundigen, wann und wo man Problemstoffe entsorgen kann.

Ansonsten gilt: entleeren, anpieksen, als Wertstoff entsorgen… und neue Kartuschen bestellen!

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