Test3

Fitz Roy Rock – Fritz Miller auf Klettertour in Patagonien

4. August 2016

Sportart

Ein kurzer Blick zurück, in den November 2011: Korbinian Schmidtner und ich, beide zum ersten Mal in Patagonien, kehrten nach zwei hoffnungslosen Versuchen dem Cerro Torre den Rücken zu und versuchten unser Glück am Fitz Roy (3405 m), dessen Besteigung uns bei äußerst widrigen Bedingungen gelang. Etwas später erklommen wir noch die Aguja Poincenot. Unsere Eindrücke passten ganz gut zu dem, was über Patagonien so geschrieben wurde: mieses Wetter, Stürme, grenzwertige Klettereien.

Nun, im Januar 2016, erlebten Hans-Peter Müller, Markus Koch, Finn Koch, Tobi Werner und ich die Kehrseite: Ein ziemlich untypisches Patagonien mit viel Sonnenschein. Es war mein vierter Trip nach El Chaltén, und erstmals erlaubten die Bedingungen das Tragen von Kletterschuhen.

Bevor das Abenteuer allerdings richtig fahrt aufnahm, mussten wir noch ein paar Startschwierigkeiten überwinden:

Ein Gepäckstück ging am Flughafen in Buenos Aires unter, ein Jetboil-Kocher kaputt (mal wieder) und übelste Gletscherspalten stoppten uns schon im Zugang zu einer sehr, sehr großen Bigwallroute an der Aguja Poincenot. Danach lief es dann aber glücklicherweise rund und wir konnten einige lässige Felsrouten in der Fitzroy-Kette klettern – endlich!

Innerhalb von 15 Tagen standen Tobi und ich auf den Gipfeln von Aguja de l’S, Aguja Saint-Exupéry, Aguja Rafael Juárez, Aguja Mermoz und Aguja Guillaumet und damit auf den sieben Hauptgipfeln der Fitzroy-Kette. Unsere insgesamt anspruchsvollste Kletterei war wahrscheinlich die Motocross-Traverse, die Überschreitung von Guillaumet (via Brenner-Moschioni, 6b, bzw. auf unserer Variante schwerer) und Mermoz (Argentina, 6a+).

Von dort kletterten wir weiter Richtung Aguja Val Biois, wurden aber bald vom schlechten Wetter gestoppt. Da war es wieder: Patagonien wie man es kennt! Die anderen Jungs haben es auch gut krachen lassen und waren gleich im ersten Anlauf an der Aguja Poincenot erfolgreich. Danach folgten noch Guillaumet, Mermoz und Rafael Juárez.

Fritz Miller, geb. 1984 in Reutlingen, ist professioneller Bergführer und Alpinist. Er rannte in gut fünf Stunden durch die Eiger Nordwand, kletterte den legendären „Weg durch den Fisch“ in der Marmolada Südwand solo und im Winter, er bestieg schwierige Gipfel in Patagonien und im Karakorum. Fritz lebt Alpinismus, seine Leidenschaft vermittelt er bei Führungen und Kursen.
Bilder: Tobias Werner, Fritz Miller

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