Feuer machen Teil 3 – Welches Feuer für welchen Zweck?

13. November 2018

Sportart

Nachdem wir das Feuer vorbereitet, entzündet und in Gang gebracht haben, schauen wir uns in diesem dritten und letzten Artikel der Feuer-Reihe einige der vielen Möglichkeiten an wie Feuer aufgeschichtet werden kann. Allerdings mag man sich daneben fragen, was es bringt ein ausgefeiltes Feuer zu machen, wenn man nicht weiß, wie man es jederzeit löschen kann – wie das geht, schauen wir uns deshalb abschließend an.

Je nachdem, in welchen Formationen man das Holz schichtet und nachlegt, ergeben sich unterschiedliche Feuerarten mit unterschiedlichen Funktionen. Alle folgenden Feuerarten sind Varianten des Lagerfeuers. Das Lagerfeuer ist schlicht und einfach der Oberbegriff für alle Arten eines kontrollierten, offenen Feuers, das an einer Lagerstätte entfacht wird. Die Lagerstätte kann ein fest installierter Grillplatz oder eine Stelle in der „freien Natur“ sein.

Die zahlreichen „Feuerunterarten“ unterscheiden sich hauptsächlich danach, wie viel Hitze erzeugt werden soll, wie lang es brennen soll und in welche Richtung die Hitze abgegeben werden soll. Daneben gibt es natürlich auch noch die ideellen Zwecke eines Lagerfeuers, beispielsweise als „stimmungsvolle Beleuchtung oder Mittelpunkt einer gemütlichen Runde für Gespräche, gemeinsamen Gesang oder sogar Tanz“.

Kochen, heizen, entspannen

Der Verwendungszweck bestimmt die Feuerform.

Koch- oder Heizfeuer?
Der Verwendungszweck bestimmt die Feuerform.

Zunächst lassen sich aus dem Verwendungszweck des Lagerfeuers zwei generelle Arten unterscheiden: das Kochfeuer und das Heizfeuer. Bei beiden Varianten sollte man das Holz nicht willkürlich aufschichten, sondern dabei, auf Basis der folgend erklärten Methoden, zweckmäßig vorgehen. bei einem reinen „Chillfeuer“ braucht man das jedoch nicht unbedingt.

Kochfeuer sollten in aller Regel nur sehr klein ausfallen, sofern man mit nur einem Topf oder einer Pfanne Essen zubereiten will. Möchte man mehr als einen Topf oder eine Pfanne verwenden, kann man den Brennmaterial-Haufen etwas in die Länge ziehen. Alternativ können auch zwei oder mehr kleine Kochfeuer entfacht werden.

Für das Aufstellen oder Aufhängen der Töpfe/Pfannen über dem Feuer gibt es viele Möglichkeiten, deren Zahl lediglich von der eigenen Kreativität begrenzt ist. Entsprechend können Steine und (möglichst nasse) Äste verwendet werden. Überlege hier, ob eine mehr oder minder ausgefeilte Hebelkonstruktion den Abstand von der Flamme regeln soll, oder ob es auch reicht den Pott direkt in Glut und Flammen zu stellen.

Auch Heizfeuer müssen keine Riesendimensionen erreichen. Stattdessen sollte man sie besser effektiv nutzen, indem man nah an sie heranrückt und möglichst Reflektorflächen für die Wärme schafft. Ein Fels oder ein Steilufer, direkt hinter dem Rücken sind ideal.

Das Reflektorfeuer kann einen während dem Schlaf wärmen.

Ein gut gemachtes Reflektorfeuer, kann richtig lange brennen – allerdings nur wenn keine Brandgefahr besteht.

Alternativ kann man eine Reflektorfläche auch mit einer Plane oder besser mit einer beschichteten Aludecke („Rettungsdecke“) herstellen. Zusätzlich dazu bietet ein Reflektor auch oftmals einen guten Windschutz.

Ein gut gemachtes Reflektorfeuer (auch Kaminfeuer genannt) kann so lange Wärme abgegeben, dass man sogar eine Weile schlafen kann ohne ständig Brennstoff nachlegen zu müssen. Befindet man sich jedoch im Wald oder besteht Brandgefahr, sollte das Feuer über Nacht gelöscht oder ununterbrochen beaufsichtigt werden.

Sterne, Kreuze, Pyramiden: Die wichtigsten Feuerformen

Beim Sternfeuer werden die Äste sternförmig um das zentrale Feuernest gelegt und von außen nachgeschoben. Solch ein Feuer brennt auf einer kleinen Fläche konzentriert und heiß. Der Vorteil dabei ist, dass das Brennmaterial sparsam und effektiv verbraucht wird. Die Kochfläche kann hier durch zwischen die Äste gelegte Steine improvisiert werden. Die eher geringe Hitze wird beim Sternfeuer vor allem nach oben abgegeben.

Für mehr Hitzeentfaltung zu den Seiten hin muss man das Brennmaterial mehr in die Höhe als in die Breite schichten. Aus dem Sternfeuer kann dann ein Pyramidenfeuer werden, welches die klassische Allzweck-Feuerform ist. Dabei muss man allerdings aufpassen, dass die Pyramide einen guten „Unterbau“ hat und nicht zusammenfällt. Auch sollten die nachgelegten Holzstücke nicht nach außen abkippen.

Das Sternfeuer funktioniert natürlich auch wenn das Holz in Kreuzform nachgelegt wird. Aus diesem Grund wird diese Art von Feuer auch gelegentlich Kreuzfeuer genannt.

Bisweilen wird unter einem Kreuzfeuer allerdings auch das „Jägerfeuer“ verstanden. Dieses brennt bei mäßiger Hitzeentfaltung langsamer. Hierfür schichtet man die Zweige und Äste kreuzweise auf einer „Schiene“, die aus zwei parallel gelegten groben Klötzen/Knüppeln und möglichst aus Hartholz besteht.

Ein Kastenfeuer ist ähnlich wie das Jägerfeuer aufgebaut, nur dass die Zweige und Äste hier in mehreren Schichten aus überwiegend hartem Holz im rechten Winkel und parallel auf die zwei nebeneinander liegenden Klötze gelegt werden. Die Klötze können auch aus grünem und/oder feuchtem Holz sein, da dieses Feuer eine langanhaltende und nach allen Seiten abstrahlende Hitze erzeugen soll. Die Glut bildet sich nicht so schnell, wodurch dieses Feuer sowohl zum Heizen als auch zum langen Garen geeignet ist.

Stern-, Kreuz- oder die Pyramiden-Feuerform?

Stern-, Kreuz- oder Pyramidenform? Welche Feuerform eignet sich für was am besten?

Besonders lang und sicher brennt das Kastenfeuer, wenn man es zu der etwas komplexeren Form eines Pagodenfeuers aufbaut.

Ein Reflektorfeuer dient zum Heizen und soll die Hitze gezielt zu einer Seite hin abgeben. Dafür werden zwei massive Pfähle aus möglichst wenig brennbarem Holz schrägt im Boden verankert. Auf diese „Schiene“ werden dann Knüppel und Äste geschichtet, sodass das Brennmaterial eine geneigte Fläche bildet. Das Feuernest wird auf der Oberseite der Neigung entfacht, indem Zunder und dünnes Brennmaterial gegen die Fläche gelehnt werden. Daraufhin gibt das Feuer die Wärme vor allem zur „Nestseite“ hin nach oben und zur Seite ab. Frisches Brennmaterial wird von oben nachgelegt und brennt dann unten ab.

Das Grubenfeuer ist eine gute Wahl wenn Wind bläst oder eine Mahlzeit sehr lang geschmort werden soll. Funkenflug lässt sich mit Grubenfeuer beträchtlich eindämmen. Die trockenen, größenmäßig durchmischten Äste werden hier an der runden Grubenwand aufgestellt. Auf den Boden gelegte Steine verbessern die Durchlüftung. Das Grubenfeuer ist relativ schwer zu entfachen und gibt seine Wärme konzentriert nach oben ab. Für den Heizwert ist das zwar eher ungünstig, doch lassen sich Reflektorflächen, die man womöglich sowieso als zusätzlichen Windschutz braucht, hier sehr nah und damit effektiv am Feuer platzieren.

Das Lagerfeuer sicher löschen

Die vielleicht wichtigste Regel überhaupt lautet: Die Feuerstelle darf erst dann verlassen werden, wenn der letzte Funken erloschen ist! Warum? Dieser eine Funke kann reichen, um vom Wind auf entflammbares Material in der Umgebung geblasen zu werden und den nächsten Wald- oder Buschbrand auszulösen.

Um Wald- oder Buschbrand zu vermeiden, muss sichergestellt werden, dass das Feuer erloschen ist.

Selbst der kleinste Funken kann einen Wald- oder Buschbrand auslösen. Deshalb muss sichergestellt werden, dass das Feuer auch wirklich erloschen ist.

Doch wenn alles gut geht, ist die Angelegenheit denkbar einfach: Das Feuer erlöscht, indem kein Holz mehr nachgelegt wird. Bei dicken Holzscheiten kann das aber ganz schön lange dauern, weshalb man diese auch einzeln mit Wasser, Erde, Sand, oder ähnlichem ablöschen kann. Erst wenn das Feuer keinerlei „Nahrung“ in Form von Brennmaterial mehr hat, geht es aus. Solange allerdings noch kleinste Reste übrig sind, kann ein winziges bisschen Sauerstoff ausreichen, um erneut eine Glut oder einen Funken zu erzeugen.

Auf Nummer sicher geht man, indem Löschmaterial, wie reichlich Wasser, Erde, Sand oder eine Feuerdecke, möglichst von Anfang an in der Nähe des Feuers griffbereit liegt. Alternativ kann auch eine gut gefüllte Blase als Löschwerkzeug dienen – das Auspinkeln ist als Löschmethode zumindest unter Männern gar nicht mal so unbeliebt. Die Geschmacks- und Stildiskussion darüber kann gerne in der Kommentarspalte eröffnet werden.

Nach dem Löschen prüft man durch „herumrühren“ mit einem Stock, ob nicht doch noch ein Glutnest verborgen ist. Dabei bitte auch genau hinschauen, ob noch irgendwo Rauch aufsteigt.

Zuletzt macht man noch den „Wärmetest“, indem man eine Hand nah an das Brennmaterial hält und es auf Restwärme prüft. Falls nötig mischt man nochmals Wasser oder Löschmaterial in den Haufen, rührt nochmals mit dem Stock darin herum und prüft erneut. Erst wenn definitiv nichts mehr zu sehen und zu fühlen ist, kann man die Feuerstelle verlassen. Selbstverständlich sollte sie dann so aussehen, wie man sie vorgefunden hat – oder gar noch ein wenig sauberer…

In allem Falle hoffen wir alles Wissenswerte zum Feuer machen in dieser Trias-Serie beantwortet zu haben. Solltet ihr allerdings noch ‚brennende‘ Fragen haben, könnt ihr uns diese gerne in den Kommentaren stellen!

Kommentare zu diesem Artikel
Andere Bergfreunde freuen sich auf deinen Kommentar

€ 5 sofort
Für deine nächste Bestellung
Nein, danke.

Wir verwenden Cookies, um Dein Shoppingerlebnis zu verbessern. Wenn Du unsere Webseite nutzt, akzeptiert Du die Verwendung von Cookies.