Trekkinghosen. Foto: Gore-Tex

Die Qual der Wahl: Trekkinghosen

9. Juli 2015

Fjällräven Trekkinghosen

Die Trekkinghose verbindet Strapazierfähigkeit, Leichtigkeit, Passform und Funktion

Tagelang laufen. Laufen. Laufen. Herrlich! Schlafen, laufen, essen, laufen, schlafen. Sonnenauf- und Sonnenuntergang bestimmen den Tagesrhythmus. Der Rucksack wirkt nur am Anfang untragbar schwer. Handy, Internet, Menschenmassen – alles rückt in weite Ferne. Endlich Ruhe! Mist, Blase am Fuß! Humpel! Argh, die Hose scheuert! Das wird spätestens an Tag Zwei zur Tortur! Damit die Trekking-Tour nicht in eine Qual ausartet, ist passende Ausrüstung oberstes Gebot.

Rucksack, Schuhe, Klamotten: Die Sachen müssen gut sitzen und ihre Aufgaben erfüllen. Vor allem die Trekkinghose muss gut passen, denn auf mehrtägigen Touren ist im Rucksack kein Platz für eine große Garderoben-Auswahl.

 

Der lässige Allrounder auf langen Touren

Aber was macht denn eigentlich eine Trekkinghose aus? Warum nicht gleich die Softshell? Klar, Softshell-Hosen erobern den Markt. Aber auch die „gute alte“ Trekkingshose hat ihre Daseinsberechtigung. Sie bietet ihrem Träger auf mehrtägigen Touren einige praktische Vorteile. Zum Beispiel, wenn es so richtig regnet. Die Trekkinghose ist dann unter der Regenhose gut geschützt. Die Softshell-Hose aber hält einem Wolkenbruch meist nicht stand. Dafür bietet die leichtere Trekkinghose bei guter Witterung mehr Atmungsaktivität und ein luftigeres Tragegefühl. Und: Aus vielen Modellen wird im Handumdrehen eine kurze Hose. Und ein Teil mit zwei Funktionen bedeutet automatisch, mehr Platz im Rucksack. Die eher lässigen Trekkinghosen sind außerdem gute Allrounder – auch wenn die Route mal in die Stadt führt, sind die lässigen Trekking-Hosen meist gut tragbar.

Ein kleiner aber feiner Unterschied ist außerdem: Die Trekkinghose hat meistens mehr Taschen! Vor allem eine große Einschubtasche am Oberschenkel ist ziemlich praktisch. Da passt die Karte rein und der Wanderer muss nicht jedes Mal im Rucksack „rumwurschteln“, um sich kurz zu orientieren.

Zudem schützen die meisten Wanderhosen trotz ihres geringen Packmaßes und des leichten Tragegefühls vor starker Sonneneinstrahlung und Insektenstichen – das ist auf langen Wanderungen durch die Walachei wirklich hilfreich.

Ortovox - (MI) Pants Vintage Cargo - Trekkinghose

Ortovox – (MI) Pants Vintage Cargo – Trekkinghose

Das Angebot im Allgemeinen

Wie schon erwähnt, zählen beim Trekking vor allem die bequeme Passform und das Packmaß. Für den guten Tragekomfort sorgen meist vorgeformte Knie und Bündchen mit elastischen Einsätzen wie bei der Salomon Elemental AD Zip-Off Trekkinghose. Die meisten Hosen lassen mit ihren stretchfähigen Eigenschaften außerdem jegliche Bewegungsfreiheit zu.

Aus welchem Material die Trekkinghose besteht, ist auch eine Geschmacksfrage. Es gibt Menschen, die wegen Geruch und Geräuschkulisse auf ein Gemisch aus Baumwolle und Synthetik, z.B Abisko Trousers von Fjällräven oder Merinowolle und Synthetik, wie die (MI) Pants Vintage Cargo Trekkinghose von Ortovox, schwören. Und es gibt andere, die auf reine Synthetik-Hosen schwören. Unterm Strich bieten alle hochwertigen Trekkinghosen ein gutes Level an atmungsaktiven und wind- bzw. wasserabweisenden Eigenschaften. Beim Material ist ein gutes Tragegefühl ein entscheidender Faktor – und welches Material sich am besten auf der Haut anfühlt, ist wie gesagt Geschmackssache.

Wichtige Details der Trekkinghosen

Viele Wanderhosen sind an die Witterungsbedingungen anpassbar: Zahlreiche Modelle haben Zip-Off-Hosenbeine. Praktisch ist es, wenn die abnehmbaren Hosenbeine mit einem durchgehenden seitlichen Reißverschluss ausgestattet sind, wie z.B. bei der Women’s Jasay von Salewa. So können die dicken Wanderschuhe am Fuß bleiben, wenn das Hosenbein weg soll. Manche Modelle, wie die Trekker Convertible Pant von The North Face sind besonders flexibel: Wer das Hosenbein noch nicht ganz abnehmen möchte, rollt es einfach erst einmal hoch und fixiert es über die dafür vorgesehenen Schlaufen.

Wo wir gerade bei den Hosenbeinen sind: Wer Schwierigkeiten mit kurzen oder langen Beinen hat, findet bei einigen Herstellern unterschiedliche Beinlängen – dann sitzt der Zip-Off-Reißverschluss auch an der richtigen Stelle. Fjällräven beispielsweise hat die Problematik mit der „rohen Beinlänge“ gelöst. Unter anderem die Karl Trousers Hydratic Trekkinghose ist so individuell an nahezu jede Beinlänge anpassbar. Auch bei Lundhags gibt es das flexible Prinzip, z.B. die Lundhags Jonten Pant Trekkinghose kommt mit ungekürzter Beinlänge.

Trekkinghosen müssen unter Umständen viel mitmachen

Salewa - Terminal 2.0 DST Pant - Trekkinghose

Salewa – Terminal 2.0 DST Pant – Trekkinghose

Nicht umsonst heißt es „über Stock und über Stein“ – auf einer mehrtägigen Wanderung durchquert der geneigte Outdoorer möglicherweise dichtes Unterholz, ratscht an Felsen entlang und hockt sich für ein Päuschen mal in den Sand. Dafür sind Trekkinghosen mit verstärkten Einsätzen an Knien und Po, wie die Women’s Misurina Dry Pant oder die Terminal 2.0 DST Trekkinghose für Männer beide von Salewa, äußerst praktisch. Die robusten Einsätze verlängern die Lebensdauer des Materials an den empfindlichen Stellen – vor allem wenn es viel Querfeldein geht.

Spezielle Einsatzgebiete

Wer schon ganz genau weiß, wo die Reise hingeht, der kann gleich spezifischer suchen: In den Tropen sind leichte, stark atmungsaktive Gewebe wichtig, die dennoch vor Insektenstichen schützen. In Gefilden mit Skorpionen und Blutegeln können Bündchen am unteren Hosenbein praktisch sein. In Breitengraden mit intensiver Sonneneinstrahlung oder großen Höhen sollte das Material die Beine auf jeden Fall mit einem UV-Filter vor hoher Sonneneinstrahlung schützen. Wenn’s auch über den Klettersteig geht, ist die Stretchfähigkeit der Beinkleider gefragt. Die Hose muss ausreichend Bewegungsfreiheit auch für ausladende Bewegungen bieten.

Bei krasseren Einsätzen mit Schnee wechselt dann das Hosen-Genre von der Trekking- zu den Tourenoder Winterhosen.

Drei heiße Praxis-Tipps zum Abschluss

Tipp eins: Zu Hause sollte jeder mit seinem Rucksack zusammen testen, ob der Gürtel oder die Gürtelschlaufen der Hose nicht mit dem Beckengurt des Rucksacks in Konflikt kommen. Viele Hersteller, die den Gürtel schon mitliefern, verwenden deswegen flache Gürtel mit flachen Schnallen.

Tipp zwei: Beim Anprobieren der Zip-Off-Hose sollte der Wanderer aufmerksam darauf achten, dass die Reißverschlüsse an den Beinen nicht scheuern oder unangenehm in der empfindlichen Kniekehle liegen.

Tipp drei: Achtung: Immer gut auf die abgezippten Hosenbeine aufpassen! Sonst wird die Trekkinghose ganz schnell zur kurzen Hose – für immer.

Wenn Du noch Fragen hast, hilft Dir unser Kundenservice gerne weiter. Hannes ist hier unser Fachmann in Sachen Textil und Bekleidung. Du erreichst ihn unter der Woche täglich von 8.00 bis 18.00 Uhr telefonisch unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Simon sagte am 5. Oktober 2016 um 10:02 Uhr

    Kann mir jemand eine Zip-Off Hose nennen, bei der man die Beine abnehmen kann, ohne die Schuhe auszuziehen? Also eine mit seitlichen Reißverschlüsse, so dass das untere Teil der Hose einfach während der Wanderung abgenommen werden kann?

    Besten Dank!

  2. Jörn sagte am 6. Oktober 2016 um 11:47 Uhr

    Hi Simon,

    ich hätte mal folgende zwei Vorschläge:

    https://www.bergfreunde.de/salewa-fanes-valpar-dry-2-1-pant-trekkinghose/
    https://www.bergfreunde.de/salewa-fanes-jasoy-3-dry-2-1-pant-trekkinghose/
    https://www.bergfreunde.de/vaude-farley-stretch-t-zip-pants-ii-trekkinghose-bf/

    Leider ist die Salewa-Hosen nur noch in ausgewählten Größen erhältlich. Solche Hosen kommen in der Regel mit der Sommerware und sind daher momentan generell eher schwierig bei uns zu bekommen.

    Ich hoffe, dass da schon was dabei ist.

    Viele Grüße

    Jörn

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