Stirnlampe. Foto: Petzl

Die Nacht erhellen: Tipps für die richtige Stirnlampe

25. Februar 2016

Manchmal sollte man die Hände frei haben

Manchmal sollte man die Hände frei haben

Den Sonnenuntergang vom Gipfel aus zu beobachten, ist eine feine Sache – romantisch, traumhaft und manchmal auch atemberaubend.

Doch mit dem langsam schwindenden Tageslicht hat man in der Regel ein Problem: Ohne zusätzliche Beleuchtung kann der Abstieg schwierig und zum Teil sogar gefährlich werden.

Und da man seine Hände durchaus für andere Sachen als eine Taschenlampe gebrauchen kann, macht eine Stirnlampe häufig wirklich Sinn.

Wir geben Dir Tipps, was Du beim Kauf beachten solltest:

Welche Stirnlampen gibt es?

Eines haben alle Stirnlampen heute gemein: Für Licht sorgen Leuchtdioden, kurz LEDs, deren Vorteil vor allem darin liegt, dass sie sehr stromsparend sind und sehr hell leuchten, außerdem sind sie sehr robust und halten Stößen gut stand. Dadurch können moderne Stirnlampen heute mit einer sehr langen Laufzeit aufwarten.

Manche Modelle sind mit einem Stirnband ausgestattet und haben ein im Lampenkopf integriertes Batteriefach. Sie haben den Vorteil, dass man nicht so viel Gewicht mit sich herumschleppt. Außerdem nehmen sie im Rucksack weniger Platz ein. Über die Qualität der Leuchtleistung sagt dies aber zumeist nichts aus. Es gibt auch in diesem Segment sehr hochwertige Leuchten, denn entscheidend ist, was in der Lampe selber steckt.

Andere Stirnlampen sind mit zwei Bändern ausgestattet, die um und über den Kopf führen. Dadurch werden sie besser fixiert, was gerade bei bewegungsintensiven Sportarten von Vorteil ist.

Die Petzl Ultra Rush Belt trägt den Akku am Gürtel

Die Petzl Ultra Rush Belt trägt den Akku am Gürtel

Stärkere Leuchten brauchen auch mehr Strom, was sich zumeist in der Anzahl der Batterien bzw. der Größe der Akkus widerspiegelt. Um das zu ermöglichen, ohne eine riesen Kiste auf der Stirn zu tragen, verlagern viele Modelle das Batterie- oder Akkufach an den Hinterkopf (was bequemer ist als es aussieht) oder gleich an den Gürtel. Diese Akkupacks sind in der Regel wiederaufladbar und können bei Bedarf schnell durch einen weiteren mitgeführten Akku ausgetauscht werden.

Ein externes Batteriefach hat auch den Vorteil, dass es bei sehr niedrigen Temperaturen (Ski- oder Schneeschuhtour) unter der Jacke getragen werden kann. Batterien und Akkus reagieren noch immer sensibel auf niedrige Temperaturen und verlieren stark an Leistung, wenn sie zu kalt werden. Hält man das Batteriefach warm, hat man länger was von seiner Leuchte.

Wie hochwertig eine Stirnlampe ist, richtet sich nach der Auswahl der LEDs, den Lampenkörpern, der Wärmeleistung, dem Gehäuse… etc. Hochwertige Stirnlampen können ihre Leuchtleistung zum Beispiel über einen längeren Zeitraum konstant halten und lassen nicht aufgrund von Wärmeleistung bereits nach wenigen Minuten nach.

Die Sache mit der Leuchtleistung

In der Regel werden bei Stirnlampen zwei Werte angegeben: Leuchtweite und Lumen. Lumen bezeichnet dabei, grob gesagt, die Helligkeit der Stirnlampe und die Leuchtweite gibt die Distanz an, die eine Lampe maximal ausleuchten kann. Die Lumenzahl richtet sich dabei nicht ausschließlich nach der Anzahl der LEDs im Lampenkopf. Entscheidender ist die Art und Qualität, bzw. die Bauweise der Dioden und der Lampe. Die Leuchtweite ist u.a. abhängig von den Reflektoren und der verbauten LEDs. Je nach Modell können verschiedene Leuchtmodi eingestellt und die Lampen so gedimmt werden.

Einige Modelle wie die Petzl Nao haben einen eingebauten Sensor, der das zurückgeworfene Licht einfängt und die Lampe automatisch abdimmt. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn man wenig Zeit hat, die Helligkeit jedes Mal manuell zu regulieren oder oft auf eine Karte schauen muss.

Viele Modelle kommen mit einem roten Licht, das, genau wie der oft vorhandene Blinkmodus, als Notfalllicht dient, sollte man einmal darauf angewiesen sein, gefunden zu werden.

Außerdem hat das rote Licht den Vorteil, dass das menschliche Auge bei Rotlicht seine Pupille nicht zusammenzieht. Das ist z.B. hilfreich, wenn man öfter seinen Tourenpartnern ins Gesicht schauen muss oder sich mit Hilfe einer Karte orientiert. Bei weißem Licht steht man immer für ein paar Sekunden im Dunkeln, bis die Pupille sich wieder angepasst hat, mit dem roten Licht nicht.

Wer braucht welche Stirnlampe?

Die Anforderungen an das richtige Kopflicht sind von Sportart zu Sportart unterschiedlich. Stirnlampen, wie die Silva Runner mit einer Leuchtweite von 90 m und 550 Lumen sind beispielsweise für Trailrunner, die mit hoher Geschwindigkeit auf technischen Trails unterwegs sind, von großem Vorteil. Sie verfügt z.B. auch über das Silva Intelligent Light. Hier wird das Licht möglichst gleichmäßig und breit ausgegeben, was dem Lichtkegel vor dem Läufer Ruhe verleiht. Ein kleiner punktueller Kegel würde beim Laufen die ganze Zeit vor einem herhüpfen, das wirkt sehr unruhig und kann ziemlich nerven.

Silva - Trail Runner II, speziell für Läufer gemacht

Silva – Trail Runner II, speziell für Läufer gemacht

Für Wanderer, die auf leichten Wegen vom Gipfel absteigen, genügen weniger starke Stirnlampen wie die Black Diamond Spot, mit einer Reichweite von 75 m und einer Leuchtkraft von 130 Lumen.

Soll die Lampe die ganze Nacht durch leuchten, ist darauf zu achten, dass entweder ein äußerst sparsames Modell gewählt oder ein zweiter Akkupack mitgeführt wird. Glücklicherweise leuchten die meisten Lampen heute deutlich länger als eine Nacht – allerdings sollte man dann nicht unbedingt den stärksten Leuchtmodus wählen.

Wer auf Tour mit Regen rechnet, der sollte darauf achten, dass die Stirnlampe wasserdicht ist. Hier hilft uns der IP-Wert, die richtige Wahl zu treffen: Die Ziffer 1 bedeutet „Schutz gegen Tropfwasser“ und ein Wert von 8 bedeutet, dass eine Stirnlampe dauerhaft unter Wasser eingesetzt werden kann. Für normale bis starke Regenfälle genügt ein Schutz nach IP 4.

Für Brillenträger empfiehlt sich zu schauen, wie gut die Leuchte nach unten abgeschirmt ist. Ein hell erleuchteter Nasenrücken ist nicht so schlimm, aber wenn es von oben in die Brille reinstrahlt, kann das schnell sehr unangenehm werden. Hat man am Ende noch nicht-entspiegelte Gläser wird es sehr anstrengend. Allerdings kann man hier auch mit einem kleinen Stück Tape Abhilfe schaffen.

Kleine Lampen für den Notfall und handliches Zubehör

Mammut - T-Trail + Ambient Light Dry Bag

Mammut – T-Trail + Ambient Light Dry Bag

Für leuchtstarke Lampen mit großem Akku bieten die Hersteller zum Teil extra Gurthalterungen oder Rucksäcke an, damit der Kopf nicht zu sehr beschwert und das Gewicht besser verteilt wird. Die Firma Mammut bietet zudem mit dem Ambient-Light-Aufsatz und dem Ambient-Light-Dry-Bag zwei praktische Accessoires, die dafür sorgen, dass das Licht besser gestreut und damit weicher wird. Das ist vor allem im Zelt oder am Campingplatz von Vorteil und sorgt für eine schöne Stimmung.

Wer nur für den Notfall ausgerüstet sein möchte und nicht viel Geld ausgeben will, für den gibt es kleine, handliche Stirnlampen wie die Black Diamond Ion, die wirklich überall unterkommen und bei Bedarf wenigstens ein Mindestmaß an Licht bieten.

Wie auch immer Du Deine Nacht erhellen möchtest – mach Dir am besten genaue Gedanken darüber, was die Stirnlampe Deiner Wahl können muss und entscheide dann.

Wenn du noch Fragen hast oder Dich nicht entscheiden kannst, hilft Dir unser Kundenservice gerne weiter. Hier ist Ronald unser Fachmann für das Leben draußen. Du erreichst ihn unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

Im Bereich Klettern und Outdoor tut sich viel. Neue Produkte werden erfunden, bestehende überarbeitet oder verbessert und auch wir lernen täglich viel dazu. Und natürlich wollen wir unser Wissen an unsere Kunden weitergeben. Daher überarbeiten wir regelmäßig unsere Artikel im Basislager. Wunder Dich also nicht, wenn nach ein paar Monaten ein paar Dinge anders sind. Dieser Artikel wurde zuletzt am 25.02.2016 überarbeitet.

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