Alle Artikel zum Thema ‘Die Bergfreunde’

Immer diese Vorurteile. Von wegen kleine Bude mit ein paar Kletterverrückten und Wanderlustigen im Hinterzimmer. Wird Zeit für ein Blick hinter die Kulissen. Klar, eins steht fest: Wir sind echte Bergfexe und in unser Freizeit kraxeln wir auch gerne mal an den senkrechten und überhängenden Wänden herum.

Aber um letztlich alle Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, erfährst Du hier was wir so treiben und was es neues bei den Bergfreunden gibt. Von Touren, über Mitarbeiter-Aktionen bis hin zu lustigen Geschichten aus den Bergen ist alles dabei.

Erlebt die Bergfreunde in voller Action. Ob beim kraftraubenden, akrobatischen Klettern der ultimativen Route oder der winterlichen Alpenüberquerung.

Exped im Firmen- und Nachhaltigkeitsportrait

18. August 2021
Die Bergfreunde

Der Name Exped steht für ‚Expedition Equipment‘ und ziert die hochwertige Outdoor- und Campingausrüstung eines kleinen Herstellers mit Firmensitz in Zürich. Die Grundidee dieser Firma lautet: „Das maximale Naturerlebnis mit minimalen Mitteln!“. Umgesetzt wird sie mit einem Produktportfolio, das Zelte, Schlafsäcke, Isomatten, Rucksäcke, Packsäcke, Biwaksäcke, Hängematten, Ponchos und Zubehör umfasst. Diese Produkte, die Exped mittlerweile in 26 Ländern vertreibt, decken ein breites Outdoor-Spektrum ab – von der Wanderung im Schwarzwald bis zur Himalaya-Expedition.

Die Belegschaft von Exped besteht durchgehend aus enthusiastischen Outdoor-Praktikern, die kompromisslos und akribisch bis in die letzten Details an der Ausrüstung feilen. Mit dieser Herangehensweise machte man sich einen guten Namen in der Outdoorgemeinde und heimst in schöner Regelmäßigkeit die Preise der Branche und der Zeitschriften ein.

Geschichte

Das oben genannte Firmencredo haben die Exped-Gründer Heidi und Andi Brun eindrucksvoll vorgelebt, als sie während ihrer Flitterwochen 1981 neun Monate in der Wildnis Nordkanadas verbrachten. Die minimalen Mittel bestanden aus nicht viel mehr als einem Beil und einem Sägeblatt zum Blockhüttenbau sowie etwa 40 Prozent der für die gesamte Zeit benötigten Nahrung. Der Rest wurde eigenhändig gesammelt. Nach ihrer Rückkehr gründeten die beiden 1983 die Exped AG, die zunächst „nur“ eine Vertretung von namhaften Outdoormarken war. 1997 bringt Exped dann die ersten eigenen Outdoorprodukte auf den Markt.

Swissness: präzise, technikaffin, erfinderisch

Als typische „Swissness“ sieht man bei Exped das leidenschaftliche tüfteln und perfektionieren. Die Schweiz, so die Firmenhomepage, ist ein kleines Land, „angeflanscht an die Hänge der Alpen“. Sie „beherbergt sonderbare Leute. Es mag wohl an den langen Wintern, den 4 verschiedenen Kulturen oder den steilen Tälern liegen: da gedeihen manch verquere Ideen, die sich als verblüffend einfach und trotzdem vielseitig herausstellen. Hinzu kommt die verbissene Detailfixierung und so kommt dann mitunter ein ausgefeiltes Produkt heraus.“

Manchmal kommt sogar die Etablierung einer neuen Norm heraus, wie beispielsweise ein aussagekräftiger und vergleichbarer R-Wert für Isomatten. Dieses Beispiel für Exped‘sche Detailfixierung und Tüftelei haben wir hier im Basislager schon näher beleuchtet.

Die Nachhaltigkeit bei Exped

Exped achtet nach eigener Aussage seit Beginn auf die Nachhaltigkeit, da dies auf lange Sicht am wirtschaftlichsten und umweltfreundlichsten sei. Haltbarkeit, Zuverlässigkeit und Reparaturfähigkeit der Produkte stehen im Vordergrund. Als Grundvoraussetzung verwendet man die hochwertigsten verfügbaren Rohstoffe und Produktionsverfahren ein.

Ökologische Maßnahmen

Wo immer möglich wird dabei die ökologischste Variante genutzt. Allerdings sagt man bei Exped frank und frei, dass die Outdoor-Branche eine Art „Zweigbranche der Öl-Industrie“ sei und die synthetischen „Ölprodukte“ oft deutlich langlebiger sind. Um hier die richtige Balance zu finden, forscht man ständig nach Alternativen und setzt diese so weit wie möglich ein. So werden für die Herstellung der Exped Schlafsäcke vornehmlich Daunen aus artgerechter Produktion ohne Verfahren wie Lebermast oder Lebendrupf verwendet. Dabei ist und bleibt Daune das einzige Material tierischen Ursprungs in der Exped-Produktpalette. Bei den sonstigen Materialien erfüllt die Mehrzahl die Anforderungen des bluesign- oder des Ökotex-Standard. Dazu nun einige der Firmenhomepage entnommene Details:

  • 97% der Produkte verwenden Oeko-Tex 100 und/oder bluesign zertifizierte Stoffe im Hauptmaterial sowie in den Details wie Schnallen, Aluhaken und Reißverschlüssen.
  • Zeltgestänge und Heringe durchlaufen einen umweltfreundlichen Galvanisierungsprozess mit geschlossenem Wasserkreislauf.
  • Imprägnierungen sind zu 100% PFOA(C8)-frei und zu 85% komplett PFC-frei. Bis spätestens 2025 soll auch beim PFC 100% erreicht sein.
  • Seit 2021 sind alle Exped Schlafmatten via Myclimate CO2 kompensiert. Das Ziel ist, bis 2025 in allen Produkten klimaneutral zu sein. Für ein klimaneutrales Produkt werden alle klimawirksamen Emissionen entlang des Lebenszyklus’ von der Herstellung der Rohstoffe bis hin zum Gebrauch des Produktes und der anschließenden Entsorgung oder auch der Wiederverwertung berücksichtigt. Die so berechnete Menge an CO2-Äquivalenten (globales Erwärmungspotenzial) wird in hochwertigen myclimate-Klimaschutzprojekten reduziert.
  • Verpackungen sind auf ein Minimum reduziert, bestehen ausschließlich aus recyclebarem Karton und werden gesteckt statt geklebt. Für die Verpackung einiger Accessoires werden langlebige, wiederverwendbare Packbeutel mit Reißverschluss verwendet.

Soziale Maßnahmen

Die hoch spezialisierten Exped-Zulieferer und Partner sind in aller Regel Vorreiter in ihrer Branche, verfügen über viel Erfahrung und bieten ihren Belegschaften fortschrittliche Arbeitsbedingungen. Diese benötigen sie auch, um ihre führenden Positionen, die hohe Verarbeitungsqualität und ein konstantes, gut ausgebildetes Produktionsteam zu halten. Exped Mitarbeiter besuchen alle Fabriken regelmäßig und persönlich, um einen intensiven Austausch zu pflegen: „Indem wir unsere Hersteller und ihre Kostenstrukturen respektieren, glauben wir als kleine Marke mit beschränkten Mitteln mehr zu bewirken als mit zeit- und kostenintensiven externen Social Audits.

Nachhaltigkeit der Beziehungen

Die Vorteile dieser in der Branche ungewöhnlichen Strategie sind das Vertrauen und die Konstanz, die sie in die Geschäftsbeziehungen bringen. Mit den meisten seiner Lieferanten pflegt Exped seit mehr als 10 Jahren eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Diese Konstanz ist wiederum förderlich für nachhaltige Entwicklungen in den Fabriken. Außerdem erstellt Exped seine Produktionsplanung stets in Absprache. Dadurch geraten Lieferanten nicht in ungeplanten Zeitdruck und können somit garantieren, dass keine Arbeit in unbekannte Produktionsstätten ausgelagert wird. Auch die Käufer und Endnutzer sieht Exped als Partner, die durch ihre Rückmeldungen zum gegenseitigen Vertrauen und zu Verbesserungen der Produkte beitragen.

Zu den weiteren Aktivitäten im ökologischen und sozialen Bereich gehören die Mitgliedschaft in der European Outdoor Conservation Association (eoca) und das Standing als soziale Arbeitgeberin. Sowohl am Standort Schweiz als auch in den USA, wo die Exped-Tochtergesellschaft aktiv ist, fördert und lebt man Gleichberechtigung und ökologische Verantwortung. Dazu gehört die CO2-neutrale Warenspedition ebenso wie der Ökostrom oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Mitarbeiter.

Ökonomische Maßnahmen

Die bereits erwähnte hohe Haltbarkeit und Qualität der Exped Produkte drückt sich auch in 5-Jahres-Garantie auf Material und Verarbeitung aus. Mängel oder Schäden, die durch normalen Gebrauch, durch Nachlässigkeit oder Unfälle passieren, repariert die hauseigene Reparaturabteilung professionell und kostengünstig. Das zuständige Team arbeitet dabei in den Exped-eigenen Werkstätten. Dabei werden Rückmeldungen und Statistiken gesammelt, die wiederum für Verbesserungen, Innovationen und noch langlebigere Produkte dienen. Zu den speziellen Werkzeugen gehören Mattenprüfmaschinen, mit denen auch das kleinste Leck gefunden wird. Es wird immer vorgezogen, ein Produkt zu reparieren, anstatt es wegzuwerfen.

Externes Screening

Um volle Transparenz nach innen und außen zu schaffen, ist Exped eine Partnerschaft mit GreenroomVoice eingegangen. GreenroomVoice ist eine unabhängige, kleine und gut vernetzte Organisation, die sich auf die Kommunikation und Vergleichbarkeit der Nachhaltigkeit von Outdoormarken spezialisiert hat.

GRV vergibt einen „Score“ in den drei Bereichen „Management“, „Commitment“ und „Products“, der anhand einer Würfelgrafik dargestellt wird. Daran lässt sich direkt ablesen, dass Exped im Bereich „Commitment“ drei von fünf Punkten, in den anderen beiden Bereichen vier von fünf erreicht hat. Insgesamt sind damit 11 von 15 möglichen „Nachhaltigkeitspunkten“ vergeben, was als sehr gutes Ergebnis gilt. Was es im Detail bedeutet und welche Methodik zu diesem Ergebnis geführt hat, kann man im Nachhaltigkeitsbericht zu Exped für 2020 nachlesen. Werfen wir einen kurzen Blick auf die drei genannten Bereiche, um den Zahlen etwas Leben einzuhauchen und mit einem plastischen Gesamteindruck abzuschließen:

Im ersten Bereich, dem „Brand Management“ schaut GRV auf alle Themen, die vom Management der Marke direkt gesteuert und in die Geschäfts- und Lieferkettenstrategie integriert werden. Dabei werden Zertifizierungen und Designprozesse ebenso bewertet wie der Rohstoffeinkauf, die Transportstrategie und die Emissionen.

Im Bereich des „Commitments“ werden Engagement und „proaktive Schritte“ der Firma bewertet. Dazu gehören geplante und durchgeführte Innovationen oder Anteile nachhaltiger Produktlinien ebenso wie Ökobilanzen und öffentliche Berichterstattung. GRV sucht hier nach Schlüsselindikatoren für das Engagement einer Marke in Sachen Verantwortung.

Im Bereich „Produkte“ nimmt GRV repräsentative Produkte aus dem Portfolio, um Aspekte wie Materialzusammensetzung, Lieferkette, Zertifizierungen, Garantie und Reparaturfähigkeit zu prüfen. Im Falle von Exped waren es sechs Produkte – vom Schlafsack bis zum Hammock Trekking Tarp, Expeds speziellem Paket aus Hängematte und Tarp.

Fazit: Im Unterschied zu Branchengrößen wie Patagonia, Marmot oder Jack Wolfskin ist Exped als kleine Mittelstandsfirma außerhalb der „Outdoorszene“ kaum bekannt. Unter den „Eingeweihten“ wiederum gilt sie als typisch schweizerische Edelschmiede mit technisch ausgereiften und soliden Sachen, die aber nicht als speziell nachhaltig wahrgenommen werden. Was nicht daran liegt, dass in dieser Hinsicht nichts los wäre, sondern daran, dass man in Zürich wenig Getöse darum macht. Die Energie fließt zielgerichtet in Maßnahmen und weniger in deren werbewirksame Vermarktung. Das passt gut ins Bild, denn Exped spricht ohnehin ein Interessenten- und Käufersegment an, das von sich aus genauer hinschaut und in der Lage ist, die Zeichen für Qualität und Nachhaltigkeit zu erkennen.

Alles neu?! Lead, Bouldern und Speed bei den Olympischen Spielen

5. August 2021
Die Bergfreunde

Das Sportklettern ist erstmalig eine olympische Disziplin. Die Covid-19 Pandemie hat vieles verschoben. Endlich haben die Qualifications stattgefunden. Wir haben für euch mit den Team-Ärzten Chris Lutter und Volker Schöffl gesprochen. Sie geben Einblick in die Situation in Tokyo, spannende sportmedizinische Erkenntnisse und einen Ausblick auf das heutige Finale. Das Gespräch wurde am 04.08.2021 geführt.

Wie ist es jetzt nicht vor Ort bei den Athleten dabei zu sein?

Chris Lutter: Es ist so, dass nur eine kleine Delegation geflogen ist. Coaches, DAV-Vertreter und Physiotherapeuten sind vor Ort. Wir bekommen viel über verschiedene Kanäle mit. Für Olympia ist es allerdings auch nicht ungewöhnlich, dass bei kleineren Teams kein eigener Arzt dabei ist. Manchmal ist es für die Athleten psychisch gut, wenn sie wissen, der Doc ist vor Ort. Doch in der Regel sind viele Ärzte anderer Sportarten da, die auch helfen können.

Wie haben sich Alexander Megos und Jan Hojer vor Ort vorbereitet?

Volker Schöffl: Das deutsche Team war viel früher da als viele andere Teams. Wir sind mit zehn Tagen Vorlauf angekommen. So hatten die Athleten eine gute Anpassungszeit, konnten trainieren und sind nicht in den Wettkampf reingestolpert. Dazu muss man sagen, dass wir auch eine Affinität zu Japan haben und oft in zehn oder 14-tägigen Trainingslagern in Japan sind. Die Hallen vor Ort sind sehr gut. Das hat sicherlich auch bei der Entscheidung mit reingespielt so frühzeitig anzureisen.

Chris Lutter: Ich denke auch, dass unser Team gut vorbereitet war und sich so auch gut an die Temperaturen gewöhnen konnte.

Die Hitze in Japan ist eine andere als in Deutschland. Die feuchte Luft und hohe Temperaturen wurden vielfach thematisiert. Haben die Temperaturen auch Einfluss auf den Wettkampf gehabt?

Volker Schöffl: Es ist ja in dem Fall für alle Athleten gleich. Alle müssen schauen, wie sie unter den Bedingungen zurechtkommen. Durchaus wird ja bei solchen Temperaturen auch draußen am Fels geklettert. Ernsthafte Probleme gibt es beim Sportklettern nicht. Speziell bei Alex Megos muss man ein bisschen schauen, da er eine sensible Haut hat, die natürlich durch den Sport und die Temperaturen mehr strapaziert wird.

Chris Lutter: Es ist schon lustig, zu beobachten wie unterschiedlich mit dem Temperaturmanagement umgegangen wird. Manche Teams haben sich Eiswesten- oder Hüte einfallen lassen, andere Pools. Ich denke auch, dass Klettern jetzt keine Sportart ist, bei der diese Bedingungen eine sehr extreme oder belastende Situation für den Körper darstellen.

Eine Verletzung hat die Qualifikation überschattet. Bassa Mawem hat sich den Bizeps abgerissen. Eigentlich ist das jetzt nicht so eine typische Kletterverletzung, oder?

Chris Lutter: Normalerweise passiert so eine Verletzung bei unvorhergesehener maximaler Kraftentwicklung. Natürlich ist es hier so, dass Bassa Mawem vor allem ein Speed-Kletterer ist und er viel auf Maximal- und Schnellkraft trainiert. Bei ihm ist nach unserer Beurteilung der Videoaufnahme die Bizepssehne im Ellenbogenbereich abgerissen; das haben wir sonst eher selten im Klettersport.

Doch durch das enorme Trainingsvolumen, das die beiden Brüder an den Tag legen, kann so eine Verletzung durchaus passieren. Es ist etwa so wie bei den 100 m Sprintern, die auch bei der langjährigen maximalen Belastungssteigerung früher oder später Muskelteilrisse, Muskelbündelrisse oder Muskelfaserrisse bekommen können. Teilweise ist es eben aber auch der Sehnenapparat der die enormen Belastungen nicht aushält und es hier zu Verletzungen kommt.

Führt das Combined-Format nicht auch eher zu Verletzungen? Die Athletinnen und Athleten müssen ja doch in Disziplinen antreten, die sonst nicht ihre Schwerpunkte sind.

Chris Lutter: Das können wir nur mutmaßen, da wir ja noch keine Daten haben. Natürlich haben wir Sportmediziner auch im Vorfeld gesagt, dass die Athletinnen und Athleten ein viel höheres Trainingsvolumen haben werden und zudem mehr und anders trainieren müssen – und das nicht nur in ihrem Spezialgebiet. Es kann sein, dass das durchaus einen Einfluss auf das Verletzungsrisiko hat.

Parallel zu den Olympischen Spielen hat das sportmedizinische Symposium „Olympic academic programme on sport medicine & sport physiotherapy“ stattgefunden. Am Montag habt ihr virtuell zusammen mit Carrie Cooper und Tomoyuki Rokkaku über charakteristische Verletzungen im Klettersport gesprochen. Welche aktuellen Erkenntnisse habt ihr vorgestellt?

Chris Lutter: Wir haben unsere aktuellsten Ergebnisse präsentiert. In einer Studie haben wir nur Leistungssport-Athleten einbezogen und untersucht, welche typischen Verletzungen auftreten. Da ist auffällig, dass diese abweichen von den Verletzungen der Hobby- und Freizeitkletterer. Beispielweise gibt es fast keine Frakturen, wie die klassische Fraktur des Sprunggelenks oder Wirbelbrüche bei Anfängern. Auch treten bei Athleten häufiger überlastungsbedingte Sehnenscheidverletzungen auf, sogar häufiger als die klassische Ringbandverletzung. Auch bei den Schulterverletzungen sind es vielmehr schulternahe-Bizepssehnenverletzungen anstatt des klassischen Impeachment-Syndroms.

Darüber hinaus war es auch sehr spannend im Austausch mit dem japanischen Wettkampfarzt Tomoyuki Rokkaku zu kommen. Rokkaku hat über Wachstumsfugenverletzungen gesprochen und da andere OP-Verfahren und Behandlungsmethoden vorgestellt.

In anderen Ländern spielt die Physiotherapie in der Sportmedizin wissenschaftlich eine große Rolle. Carrie Cooper ist da eine der Führendsten in der kletterspezifischen Physiotherapie. Hat Deutschland Nachholbedarf?

Chris Lutter: Momentan sind es vor allem Physiotherapeuten aus dem amerikanischen und britischen Raum, die viel publizieren. Doch auch hier in Deutschland gibt es sicherlich den ein oder anderen, der sich auch wissenschaftlich mit dem Sportklettern auseinandersetzt.

Volker Schöffl: Das Konzept bei uns ist ein ganz anderes als beispielweise in Amerika, Kanada oder Skandinavien. Dort ist Physiotherapie kein Lehrberuf, sondern wird genauso wie Medizin an Universitäten gelehrt. Physiotherapeuten machen dort genauso einen Doktor und sind quasi konservative Orthopäden. Bei uns hat der Lehrberuf noch einen großen Anteil und wir beginnen gerade erst mit der Umstellung.

Eine Frage zum Schluss: Wer gewinnt die Finals? Was ist eure Einschätzung?

Volker Schöffl: Das ist schwer vorherzusagen. Ich denke, dass der Japaner Tomoa Narasaki sehr gute Chancen hat oder auch der Amerikaner. Es durchmischt sich ja immer wieder. Durchaus kann auch Adam Ondra nochmal ganz anders in Form sein. Ähnlich wie bei anderen Kletterwettkämpfen lässt sich das nicht so leicht sagen.

Chris Lutter: Ja, das sehe ich auch so. Doch kann ich mir vorstellen, dass einer der Routinees gewinnt, vielleicht Adam Ondra oder Jakob Schubert.

Volker Schöffl: Ja, Jakob war gestern echt nicht gut in Form. Der brennt morgen auf jeden Fall gewaltig.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Titelbild: Screenshot Sportklettern im ZDF (03.08.2021)

Vanlife Essentials 2021 – so wird dein Traum vom Van Wirklichkeit!

12. Juli 2021
Die Bergfreunde

Vanlife ist in aller Munde: ob Surf-Trip mit dem VW-Bus, reisen und arbeiten als Digitaler Nomade mit dem autarken Kastenwagen, oder Camping und Urlaub mit Freund, Freundin und Familie. Neben klassischen Wohnmobilen und Wohnwagen bilden umgebaute Kastenwagen auf Basis beliebter Transporter, wie Fiat Ducato, Ford Transit oder Mercedes Sprinter, die größte Gruppe der Vans.

Ob mit Hochdach, Klappdach, als L3 oder L4, mit Fahrradträger, Solarpanel oder Allradantrieb – die Auswahl ist riesig, und reicht vom selbst ausgebauten Oldtimer mit H-Kennzeichen, über moderne Mini-Busse mit hoher Alltagstauglichkeit, bis hin zum komfortablen Großraum-Van mit festem Bett und Heckgarage.

Damit du den passenden Van, beziehungsweise das passende Konzept, mit der richtigen Ausstattung für dich findest, helfen dir vielleicht folgende Überlegungen, mit denen sich jeder früher oder später beschäftigen muss: nicht jeder hat die gleichen Anforderungen und nicht jeder, der im Sommer für ein paar Wochen auf Tour geht, benötigt die winterfeste und autarke Ausrüstung eines Full-Time Digital Nomaden. Je besser du für dich herausfindest, was du mit deinem Van erleben willst, desto besser kannst du beim Kauf, Ausbau oder Umbau deine Wünsche und Ideen umsetzen.

Power on – die Sache mit der Stromversorgung

Je nach Ausstattung und individuellen Bedürfnissen benötigst du beim Reisen mit dem Van eher mehr oder etwas weniger Strom. Ganz ohne Strom geht es in der Praxis aber nur mit erheblichen Einschränkungen. Ein wenig Strom produziert dein Van mit laufendem Motor ohnehin. Per 12V Anschluss am „Zigarettenanzünder“ lässt sich so während der Fahrt bequem eine thermoelektrische Kühlbox oder Hybridkühlbox betreiben. Auch das Laden sämtlicher USB-Geräte, wie Smartphones, Tablets oder Powerbanks funktioniert problemlos. Wer kurzfristig (und bei laufendem Motor) auf 230V Wechselstrom angewiesen ist, kann mit einem entsprechenden KFZ-Adapter den Gleichstrom aus der Lichtmaschine für die mobile Steckdose umwandeln. Allerdings lassen solche Adapter keine besonders hohe Stromstärke zu (oft bis ca. 150W). Das reicht für diverse elektrische Kleingeräte – Wasserkocher oder Induktionskochfeld können daran allerdings nicht angeschlossen werden.

Zusatzbatterien und Solaranlagen im Van

Wer auf Reisen nur Campingplätze und Stellplätze mit fester Stromversorgung anfährt, kann im Grunde komplett auf Solaranlage und zusätzliche Akkus verzichten. Um den Landstrom zu nutzen,benötigt man in der Regel nur eine CEE Außensteckdose und ein 25 m langes CEE Kabel. An vielen Stellplätzen ist außerdem Münzgeld in Form von 50 Cent oder 1 Euro Münzen die Eintrittskarte zur Landstromversorgung.

Der TÜV verlangt übrigens zwingend einen FI-Schutzschalter im Van oder Wohnmobil. Alle Van-Tüftler und Selbstausbauer sind gut beraten, sich dahingehend gezielt zu informieren, denn auch die Vorgaben und Gesetze diesbezüglich ändern sich immer wieder aufs Neue. Oft im „Reallife“ gesehen, sind auch nicht abgerollte Kabeltrommeln und/ oder Schuko-Kabel und Schuko-Adapter (also „normale Stecker/ Kabel“). Beides ist beim Camping aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt (denn es kann Kurzschlüsse oder sogar Brände verursachen). Selbst, wenn der Betreiber oft ein Auge zudrückt – die Versicherung sieht das im Brandfall durchaus kritischer.

Camper, die auch gerne etwas abseits der ausgetreten Pfade wandeln und parken möchten, sind mit einer zweiten Bordbatterie im Van und eventuell mit einer extra Solaranlage gut beraten. Die Bordbatterie wird beim Fahren durch die Lichtmaschine aufgeladen. Mit der entsprechenden Kapazität und einem leistungsstarken Wechselrichter erzeugt sie Strom für alle Kühlschränke, Pumpen, Klimaanlagen, SAT-TV-Anlagen und Backöfen. Also im Grunde für alles, was die moderne Zwei-Zimmer-Wohnung auf Rädern so benötigt. Mit fest montierten Solarmodulen auf dem Dach können die Batterien außerdem bequem und kostenlos (von der Erstanschaffung mal abgesehen…) wieder aufgeladen werden.

High End oder Low Budget?

Nicht jeder benötigt einen elektrischen Pürierstab und eine Dusche mit elektrisch beheiztem Durchlauferhitzer im Van. Eine einfache Solaranlage hilft allerdings deutlich die autarke Reisezeit zu verlängern. Bei sparsamem Stromverbrauch (z.B. für Kühlschrank, Laptop, Licht und Smartphones) bietet auch eine „Mobile Steckdose“ mit faltbarem Solarpanel hervorragende Möglichkeiten. Wer sogar auf den Kühlschrank verzichten möchte, kann sich sogar auf eine leistungsstarke Powerbank beschränken. Wer allerdings den kompletten elektrischen Luxus mit TV und Klimaanlage auch im autarken Einsatz für unverzichtbar hält, der muss ziemlich tief in die Tasche greifen, und in zwei bis drei sehr teure Batterien und ein ganzes Dach voller Solarpanele investieren.

In vielen Fällen ist aber gar nicht die elektrische Versorgung der begrenzende Faktor (in Bezug auf autarkes Vanlife, auf Camping- und Stellplatz heißt es ja nur „einstecken bitte“), sondern die Versorgung mit Frischwasser, beziehungsweise die Entsorgung von Toilette und Abwasser.

Shower on – die Sache mit Wasserversorgung und Entsorgung

Vans und Wohnmobile vom professionellen Ausstatter verfügen in der Regel über einen Tank für Frischwasser und einen für Abwasser, beziehungsweise Grauwasser – also das Wasser, das aus Dusche, Waschbecken und Spülbecken aufgefangen wird. Grauwasser muss immer an den Entsorgungsstationen auf Campingplätzen oder Stellplätzen entleert werden. Einfach in den Gulli oder in die Natur kippen, geht überhaupt nicht!

Die eigene Toilette im Fahrzeug mitzuführen ,halten manche schlichtweg für überflüssig und argumentieren, dass es ja überall öffentliche Toiletten oder die freie Natur gäbe. Wenn das jeder auf dem Stellplatz (oft ohne öffentliche WCs) sagen würde, na ja …

Für das WC im Van stehen einige Systeme zur Wahl, die vom Prinzip nur die Klobrille verbindet. Vom simplen Porta Potti, über die weit verbreite Chemie-Toilette, bis hin zur Trenntoilette reicht das Angebot. Da dieses Thema wirklich alle Van-Bewohner dauerhaft begleitet, findest du hier einen Artikel, der sich gezielt mit WC im Van auseinandersetzt.

Wer nicht über einen Wassertank mit Pumpen und Zubehör im Van verfügt, behilft sich am besten mit Wasserkanistern und Abwasserkanistern, die es als faltbare Kanister und feste Kanister gibt. Zusätzlich gibt es spezielle Duschsäcke, die über Absperrventil und Duschkopf verfügen. So können ca. 10 Liter Wasser bequem am Van oder einem Baum aufgehängt werden und der Duschspaß kann beginnen. Natürlich darf dafür nur biologisch abbaubare Seife verwendet werden!

Manche Traveller statten ihr Gefährt mit einem (meist schwarzen Rohr) als Outdoordusche aus. Das Wasser wird in das leicht schräg angebrachte Rohr eingefüllt, heizt sich in der Sonne auf und kann dann an eine Duschschlauch mit Handbrause angeschlossen werden. Das funktioniert super und ist ideal für alle, die sich nach dem Surfen das Salzwasser von der Haut spülen wollen.

Heat on – Heizung, Isolierung, Kühlung und Frischluft im Van

Wie so viele Faktoren, rund um das Thema Vanlife, sind auch Heizung und Kühlung sehr stark mit dem angestrebten Einsatzbereich verknüpft. Im Klartext: wer nördliche Länder eher meidet und gerne Touren im Süden und im Sommer machen möchte, der braucht meistens gar keine Heizung. Für besonders kühles Wetter ist dagegen eine Standheizung ideal, die als Heizmittel Diesel aus dem Tank oder Gas aus der Gasflasche verbrennt. Natürlich muss der Van dann auch dementsprechend isoliert sein. Für alle, die selber einen Kastenwagen isolieren möchten, ist Armaflex nach wie vor das Isolationsmittel der Wahl.

Für maximale Flexibilität im Van sorgen elektrische Heizlüfter, beziehungsweise Keramikheizlüfter. Die kompakten Gebläse sind prima, um morgens den Van etwas aufzuheizen oder abends die Temperatur um ein paar Grad zu erhöhen. Für den Dauereinsatz (so wie eine Standheizung) sind sie aber nicht geeignet. Und natürlich benötigen sie auch eine ganze Menge Strom.

Größere Wohnmobile sind mittlerweile reihenweise mit Klimaanlagen ausgerüstet. Im Van reicht in der Regel ein Aufstellfenster oder Dachfenster zur Be- und Entlüftung. Mit feuchten Tüchern vor dem Fenster lässt sich außerdem ohne zusätzlichen Energieaufwand für kühlere und frischere Luft im Van sorgen. Auch ein gut belüftetes Aufstelldach auf dem Bus oder Van ist im Sommer besonders angenehm.

Cook on – Kühlen, Kochen, Küchenhelfer

Eine gemütliche Sitzecke oder Tischgarnitur mit Drehsitzen ist Herzstück der meisten Vans. Mit einem zusätzlichen Set aus Campingtisch und Campingstühlen wird das Vanlife erst so richtig angenehm und unter die Markise nach draußen verlagert. Viele Wohnmobile und Kastenwagen sind mit einem Zwei-Flammen-Gasgrill ausgestattet. Seltener sind auch Induktionskochfelder und manchmal sind sogar extra Backöfen ins Fahrzeug integriert.

Wer die Outdoorküche allerdings lieber in den Außenbereich verlegen möchte, hat hierfür eine fast unbegrenzte Auswahl an Möglichkeiten. Vom Gasgrill, über mehrflammige Gaskocher bis hin zum mobilen Backofen oder Induktionskochfeld reichen die Optionen. Natürlich muss auch das Geschirr dementsprechend ausgewählt werden: zum Beispiel passend zum System, mit Induktion oder Gas und zur Menge, die gekocht werden soll, für Singles, Paare und Familien.

Beim Campinggeschirr können Camper eigentlich nichts falsch machen – außer Porzellan und echtes Glas einzupacken. Besser sind Teller aus Kunststoff oder Metall, und Becher aus Edelstahl oder bruchfestem Polycarbonat. Die faltbare Küchenschüssel zum Abwaschen gehört zur allseits beliebten Grundausstattung und geht mit jedem Van auf Reisen.

Kühlschränke zur Aufbewahrung von Lebensmitteln und Getränken können entweder thermoelektrisch betrieben werden oder laufen mit Kompressor, der wiederum über die Gasflaschen oder mit Strom „befeuert“ wird. Die günstigste Variante ist eine thermoelektrische Kühlbox, die oft transportabel ist, und eine Innentemperatur von etwa 20°C unter der Außentemperatur erzeugt. Wenn das Thermometer im Sommer also auf 40°C im Van klettert, schmilzt die Butter im Kühler trotzdem dahin. Ein Kompressorkühlschrank oder eine Kompressorkühlbox kühlt dagegen zuverlässig und kann teilweise sogar Essen einfrieren. Wichtig sind auf jeden Fall das Gesamtvolumen, die Lautstärke der Box und auch die Aufteilung, denn nicht jede Kühlbox bietet den nötigen Platz für große Getränkeflaschen.

Party on – Licht, Sound und Gadgets

Während in Zeiten vor LED und Bluetooth noch viele Vans und Wohnwagen mit viel Zeit und Mühe mit Kabeln und Lampen ausgerüstet wurden, verzichten digitale Nomaden oft komplett auf aufwendige Installationen. Die Musik kommt vom Smartphone und wird über die mobile und aufladbare Musicbox abgespielt.

Lampion-Lichterketten mit LEDs sind fast schon ein Vanlife-Style-Gadget. Cliplampen oder Lampen mit Magnethalterung sorgen ebenso für angenehme Wohlfühlatmosphäre, wie Campingleuchten, Teelichter und Kerzen. Mit Moskitonetzen, Citronella Fackeln und entsprechendem Mückenschutz zum Einreiben („Darf s ein bisschen DEET sein?“) sitzt es sich auch in Skandinavien abends noch sehr gut vor dem Van. Die klassische Stirnlampe ist natürlich auch bei jedem Vanlife-Abenteuer mit dabei – ob zum Lesen oder für Nachtwanderungen.

Für viele Vanbewohner sind Keile unter den Reifen unverzichtbar, um den Van beim Übernachten möglichst waagerecht zu parken. Andere scheinen auch ohne die mobilen Auffahrrampen gut schlafen zu können. Auch Markisen, Vorzelte und Tarps als Sonnensegel und Regenschutz gehören fast schon zur Standardausrüstung. So lässt es sich auch bei Regenwetter und praller Hitze gemütlich vor dem Van sitzen und essen.

Die Liste der Gadgets für das Vanlife lässt sich fast unendlich fortsetzen und orientiert sich stark nach den eigenen Interessen. Mit Outdoorspielen für Familien, technischen Spielereien, wie GoPro, Kamera und Drohnen, bis hin zu speziellem Campingzubehör für Hunde. Für Reisende im Van steht die ganze Welt der Campingausrüstung offen.

Zur Info: Die einzelnen Themenbereiche, wie Wasser, Strom, Toilette und Heizung im Van wurden hier nur kurz angerissen, um einen ersten Überblick zu schaffen. Über jeden einzelnen Bereich gibt es ganze Bücher, Foren und viele Meinungen. Deswegen lohnt es sich, jeden „Baustein“ einzeln zu prüfen, denn so passt das Van-Konzept zu deinen Bedürfnissen und du kannst unnötiges Gewicht im Van und unnötige Ausgaben schon in der Planung vermeiden.

Über die Alpen mal anders – der L1 von Garmisch zum Gardasee

22. Juni 2021
Die Bergfreunde

Die zentrale Gebirgskette in Europa einmal zu Fuß zu überqueren gehört für viele Bergwanderer und Outdoor-Enthusiasten zu den Dingen, die man einmal gemacht haben muss. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Möglichkeiten dies zu tun. Neben dem absoluten Klassiker, dem E5 von Oberstdorf nach Meran, kamen in den letzten Jahren einige sehr reizvolle Alpenüberquerungen hinzu, von Salzburg nach Triest, der Traumpfad von München nach Venedig, um nur zwei Beispiele zu nennen. Wir möchten Euch heute einmal eine in diesem Zusammenhang nur selten genannte Alternative vorstellen: den L1 von Garmisch-Partenkirchen bis zum Gardasee.

Und wenn ihr gerne wissen möchtet, wie es sich anfühlt den L1 zu erwandern, dann schaut euch gerne das Video von den Bergfreunden Marco & Sandra an.

Der L1 – ein kurzer Überblick

Der L1 ist nach seinem Erstbegeher Hans Losse benannt. Hans Losse und seinem 15jährigen Sohn Alexander sagten die ganzen etablierten Alpenüberquerungen nicht so recht zu und so beschlossen sie 1989 ihre eigene Route zu planen. Die Idee dahinter war, einen Weg über die Alpen zu finden, der vollständig ohne Busse, Seilbahnen oder sonstige Hilfsmittel auskommt. Diese Planung führte Hans Losse von Garmisch-Partenkirchen, durch das Kühtai, über den Alpenhauptkamm im Ötztal, hinein nach Südtirol, durch die Adamello-Gruppe bis nach Brescia. In den letzten Jahren hat sich eine populäre Alternative entwickelt, die statt nach Brescia zum landschaftlich reizvolleren Gardasee führt, nach wie vor sind aber natürlich beide Varianten möglich.

Herausgekommen ist eine Route über die Alpen, die insgesamt rund 370 Kilometer lang ist, 60000 Höhenmeter umfasst und alles in allem rund drei-dreieinhalb Wochen Gehzeit benötigt. Der L1 ist im Unterschied zu den meisten anderen Alpenüberquerungen dementsprechend auch kein durchgängig ausgeschildeter Fernwanderweg, sondern besteht aus vielen zusammengewürfelten Abschnitten. Dies macht den L1 zu einem der am wenigsten begangenen und bekannten Wegen über die Alpen. Dennoch stellen Navigation und Logistik keine allzu große Herausforderung dar, Ziel- und Endpunkte der jeweiligen Etappen sind klar definiert und meistens einfach zu finden. Begehbar ist der L1 je nach Schneejahr von Ende Juni bis Mitte September, vereinzelte Schneefelder werdet Ihr aber in aller Regel auf jeden Fall vorfinden.

Der L1 ist eine anspruchsvolle Hochgebirgstour, die alpine Grunderfahrung, entsprechende Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraussetzt. Es gibt viele ausgesetzte, seilversicherte Kletterstellen und auch eine kurze Gletscherquerung des Fürkeleferner am Ende des Martelltals gehört dazu. Da der L1 so angelegt ist, dass der Wanderer immer wieder komplett in die jeweiligen Täler absteigt, sammelt man zahlreiche Höhenmeter, was eine entsprechende Grundkondition voraussetzt. Wenn Ihr diese Voraussetzungen mitbringt, erwartet Euch auf dem L1 eine wunderbare Alpenüberquerung, mit sehr schönen Übernachtungsmöglichkeiten, relativ wenigen Menschen und einer faszinierenden Bergwelt.

Die Etappen

Grob kann man den L1 in drei Abschnitte untergliedern, einen nördlichen von Garmisch bis ins Stubaital, einen zentralen von den Ötztaler Alpen bis zur Ortlergruppe, in dem der Alpenhauptkamm überschritten wird und einen südlichen durch die Adamello-Alpen zum Gardasee.

Der folgende Etappenplan ist eine Möglichkeit, jeder hat natürlich die Option Etappen anders zu gestalten, ab und an bietet sich auch die Möglichkeit ein Biwak einzulegen, statt auf einer Hütte zu übernachten.

Etappe 1 Garmisch-Partenkirchen-Knorrhütte

Aufstieg von Garmisch-Partenkirchen über das Kreuzeckhaus (es geht auch die Alternative über die Partnachklamm), durch das Reintal, bis zur Knorrhütte. Hier könnt ihr alternativ auch eine gute Stunde unterhalb der Knorrhütte biwakieren. Gute, nicht zu anstrengende Einstiegsetappe mit schönen Blicken auf das Zugspitzmassiv.

Etappe 2 Knorrhütte – Neue Alplhütte

Von der Knorrhütte geht es durch das berühmte Gatterl hinein nach Österreich. Vom Gatterl dann über das Steinerne Hütterl hinab zur Tillfußalm und von hier ein recht langer Anstieg hinauf zur Neuen Alplhütte. Ab dem Gatterl viele Höhenmeter, aber keine technisch anspruchsvolle Etappe.

Etappe 3 Neue Alpl Hütte – Untermieming – Dortmunder Hütte

Diese Etappe sollte man auf zwei Tage verteilen und auf der Stamser Alm übernachten, wenn man auch das Inntal zu Fuß durchqueren will. Dieses ist landschaftlich leider wenig reizvoll, deshalb haben wir uns entschlossen, das Inntal nach dem Abstieg von der Neuen Alpl Hütte mit dem Bus zu durchfahren und direkt zur Dortmunder Hütte aufzusteigen. Sehr anstrengende Etappe mit vielen Höhenmetern.

Etappe 4 Dortmunder Hütte –Schweinfurter Hütte

Relativ unspektakuläre Etappe am Speichersee vorbei durch das Kühtai mit vielen Ski- und Sesselliften, bis zur Schweinfurter Hütte. Eine der weniger schönen Etappen auf dem L1, die man theoretisch aber auch über das Längental umgehen kann, was aus der Rückschau schöner erscheint.

Etappe 5 Schweinfurter Hütte – Amberger Hütte

Von der Schweinfurter Hütte über die wirklich schön am See gelegene Winnebachseehütte hinab nach Grieß, wo es auch Einkaufsmöglichkeiten gibt. Danach folgt ein langer Anstieg hinauf zur Amberger Hütte, auch hier ist eine gute Kondition nötig, technisch aber nichts Anspruchsvolles. 

Etappe 6 Amberger Hütte- Sölden/Vent

Eine der schwierigsten Etappen auf dem L1. Von der Amberger Hütte geht es über eine seilversicherte Kletterpassage zum sehr ausgesetzten Attakarjoch, den kleinen Gletscher könnt ihr aber umlaufen. Hier ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit zwingend geboten. Es folgt ein langer, sehr steiler, auch technisch anspruchsvoller Abstieg nach Sölden. Hier kann man dann entweder an der Ache entlang der Straße bis Zwieselstein gehen. Wir haben uns aufgrund des Weges direkt an der Straße auch hier dazu entschlossen, von Sölden den Bus direkt nach Vent zu nehmen, dies würde ich auch empfehlen.

Etappe 7 Vent – Schöne Aussicht Hütte

Der offizielle L1 führt nun über die Martin Busch Hütte zum Saykogel, mit 3360 Metern auch höchster Punkt der Tour. Von hier geht es dann weiter zur Schöne Aussicht Hütte. Wir mussten witterungsbedingt leider die Alternative über die Similaunhütte wählen und von dort nach Vernagt absteigen. Die meisten Wanderer sparen sich dann den sehr langen Abstieg nach Schlanders, sondern fahren von Kurzras oder wie wir von Vernagt mit dem Bus nach Schlanders.

Etappe 8 Schöne Aussicht Hütte – Schlanders

Insbesondere wenn man die Variante mit dem Bus wählt, ist hier ein guter Zeitpunkt einen Ruhetag in Schlanders einzulegen, die Füße hochzulegen und Südtiroler Spezialitäten in dem Vinschgauer Städtchen zu genießen.

Etappe 9 Schlanders – Berggasthaus Stallwies

Von Schlanders geht es zunächst durch Weinberge, dann auf eher langweiligen Forstwegen über die Göflaner Alm hinauf zur Göflaner Scharte. Hier gilt es ein wenig auf die Gewitterneigung zu achten, von der Scharte hat man erste, beeindruckende Blicke auf die Ortlergruppe. Von der Scharte führt der Weg dann auf und ab, bis zum wunderbar gelegenen Stallwieshof, einem der schönsten Übernachtungsorte auf dem L1.

Etappe 10 Berggasthaus Stallwies – Marteller Hütte

Der Weg führt durch das Martellertal zunächst recht eben bis zum Stausee unterhalb der Marteller Hütte. Von dort gibt es dann unterschiedliche Aufstiegsmöglichkeiten zur Hütte, die Variante vom Stausee nach links ist steiler und anspruchsvoller, aber auch schöner, sonst bietet die Etappe keine großen Schwierigkeiten.

Etappe 11 Marteller Hütte – Peio

Eine weitere sehr anspruchsvolle Etappe steht heute auf dem Programm. Von der Marteller Hütte steigt der Weg über den spaltenfreien Fürkeleferner hinauf zur Fürkelescharte auf 3032 Metern. Die kurze Gletscherquerung erfordert unbedingte Trittsicherheit, auch die letzten Aufstiegsmeter zur Scharte sind auf technisch anspruchsvollem, rutschigem Geröll zu absolvieren. Von der Scharte, mit der man auch die deutsch-italienische Sprachgrenze überquert, folgt ein langer, ermüdender Abstieg nach Peio.

Etappe 12 Peio – Rifugio Bozzi

Diese eher kurze Etappe führt zunächst eben bis zum Stausee am Ende des Tals. Von dort geht es dann zwar lange, aber nicht extrem steil hinauf zum Rifugio Bozzi. Hier gibt es noch einige Bunker und sonstigen Überbleibsel aus dem hier heftig umkämpften Ersten Weltkrieg zu sehen, ansonsten ist es nicht sonderlich spektakulär.

Etappe 13 Rifugio Bozzi – Temú

Theoretisch und bei sehr guter Kondition könnte man auch direkt vom Rifugio Bozzi zum Rifugio Garibaldi gehen. Um noch etwas einzukaufen und zu entspannen, ist es aber netter vom Rifugio Bozzi den längeren Abstieg nach Ponte di Legno zu nehmen und von dort das Tal entlang nach Temú zu wandern und dort zu übernachten. Alternativ könnt ihr auch im größeren Ponte di Legno übernachten und dann mit dem Bus nach Temú fahren. 

Etappe 14 Temú – Rifugio Garibaldi

Ab hier folgt der L1 dem Höhenweg Sentiero No.1, der mit der weißroten Beschilderung gut zu finden ist. Von Temú geht es über eher langweilige Forstwege zunächst moderat, dann aber stetig steiler werdend zu den Stauseen und dann weiter zum Rifugio Garibaldi. Der Weg ist technisch nicht anspruchsvoll, kann aber bei hohen Temperaturen sehr anstrengend sein, weil es kaum Schatten gibt. Belohnt wird man mit dem wunderschön gelegenen Rifugio Garibaldi und dem Blick auf den Monte Adamello.

Etappe 15 Rifugio Garibaldi – Rifugio Gnutti

Vom Rifugio Garibaldi führt der Weg zunächst hinab zum oberen Stausee, ehe es dann zunehmend steil und wegen der größeren Granitfelsen auch anstrengend zum Passo di Premassone geht. Hier ist am Ende auch eine kurze seilversicherte Kletterpassage zu überwinden. Von der Passhöhe mit wunderschönem Ausblick auf die umliegende Bergwelt, geht es zunächst weiter über große Granitblöcke, die die Orientierung erschweren, hinab und dann über den Passo del Gatto zum Rifugio Gnutti. 

Etappe 16 Rifugio Gnutti – Rifugio Citta di Lissone

Vom Rifugio Gnutti geht es zunächst steil und wieder über die hier obligatorischen Granitblöcke hinauf zum Passo Miller, sehr steil hinab über das Rifugio Prudenzini wieder hinauf zum Passo di Paio. Hier sind die Wege stark mit Gras überwachsen und man muss oft aufpassen nicht umzuknicken, weil Löcher unter dem hohen Gras verborgen sind, es ist also Vorsicht geboten. Es folgt ein steiler Abstieg ins Tal des Paio, dem man bis zum Rifugio Citta di Lissone folgt, hier gäbe es aber auch Möglichkeiten zu Biwakieren. Eine lange schwierige Etappe, die man theoretisch auch auf zwei Tage verteilen könnte.

Etappe 17 Rifugio Citta di Lissone – Rifugio Maria e Franco

Es geht zunächst eben, dann schnell steiler werdend über einige seilversicherte Passagen über kleinere Pässe, dann eher eben entlang des Tals weiter. Hier ist der Weg gegen Erosion mit Eisenbahnbohlen unterlegt, was im trockenen Zustand das Gehen erleichtert. Über den Passo Ignaga, mit dem Ihr auch von Südtirol in die Lombardei gelangt, geht es sehr steil und teilweise seilversichert hinab zum Rifugio Maria e Franco

Etappe 18 Rifugio Maria e Franco – Rifugio Tita Secchi

Eine der kürzesten Etappen auf dem L1 führt zunächst über den Passo Dernal, dann recht steil bergab ins Tal mit vielen Schafen. Es folgen zwei weitere, kleinere Pässe mit einigen Granitfelsen, ehe es zum sehr schön gelegenen Rifugio Tita Secchi geht.  

Etappe 19 Rifugio Tita Secchi – Bagolino

Ab dieser Etappe weicht der Plan nun vom offiziellen L1 ab und biegt nach links in Richtung Gardasee ab, statt weiter nach Brescia zu gehen. Es folgt ein langer, auch eher langweiliger Abstieg in Richtung des kleinen Dörfchens Bagolino

Etappe 20 Bagolino – Idro

Von Bagolino geht es an der Ostküste des Idrosees entlang in Richtung Idro. Leider gibt es hier immer wieder längere Abschnitte entlang der Straße, deshalb kann man auch Teile der Etappe mit dem Bus umfahren.

Etappe 21 Idro – Saló 

Die letzte Etappe führt zunächst noch einmal steil bergauf aus Idro hinaus, es folgt ein langer, eher flacher Abstieg zum Gardasee bei Manerba, auch oft entlang von Teerstraßen. Ihr könnt entweder in Manerba bleiben, wir haben uns entschlossen noch mit dem Bus in das benachbarte, größere Saló zu fahren. Auf jeden Fall habt Ihr Euch jetzt einen Sprung ins kühle Nass des Gardasees verdient.

Ein paar Bemerkungen zur Ausrüstung

Die folgenden Zeilen betreffen nicht nur den L1, sondern können so oder so ähnlich auch für andere Alpenüberquerungen genutzt werden. Grundsätzlich gilt, was letztlich für jede Bergwanderung oder Trekkingtour richtig ist: je leichter desto besser. Achtet darauf Euer Rucksackgewicht so gering wie möglich zu halten und beschränkt Euch auf das Wesentliche. Ihr werdet unterwegs immer mal wieder die Möglichkeit haben, Kleidung zu waschen, deshalb könnt Ihr getrost auf zu viele Wechselschichten verzichten. Es genügt eine Wanderschicht, ein Baselayer aus Merinowolle, eine Isolationsschicht und eine Hardshelljacke als Toplayer für den Wetterschutz. Eine Überziehregenhose hatten wir zwar dabei, ist aber nicht zwingend nötig.

Eine gesonderte Bemerkung gilt dem Thema Schuhe. Wir benutzen auch im alpinen Bereich stabile Trailrunningschuhe, auch ein Approachschuh ist eine deutlich leichtere Alternative zu einem klassischen, knöchelhohen Bergwanderschuh. Dies ist aber nicht für jedermann und erfordert entsprechende Erfahrung im alpinen Gelände mit solchen Schuhen unterwegs zu sein. Es bleibt eine individuelle Entscheidung mit welchem Schuhwerk eine solche alpine Tour gegangen wird. Grödel können für die kurzen Gletscher- und auch immer mal wieder vorkommenden Schneefeldquerungen hilfreich sein, sind aber nicht zwingend erforderlich.

Was andere Ausrüstung angeht, hängt es davon ab, ob Ihr plant ausschließlich auf Hütten zu übernachten, oder ob Ihr auch das eine oder andere Mal biwakieren möchtet. Im ersten Fall gilt unter Coronabedingungen, dass Ihr auch auf den Hütten einen vollwertigen Schlafsack mit einer Komforttemperatur von um die acht Grad benötigt. Plant Ihr auch Biwaks einzustreuen, braucht Ihr natürlich eine Isomatte mit einem R-Wert von grob drei, eine Unterlage, sowie ein Tarp oder einen Biwaksack als Wetterschutz. Auch der Schlafsack sollte dann eine Komforttemperatur von rund um den Gefrierpunkt haben. Die weiter unten folgende Packliste geht vom zweiten Fall aus. Ansonsten komplettieren die Ausrüstungsliste gute Trekkingstöcke, ein paar wenige Hygieneartikel, eine Stirnlampe und ein Erste Hilfe Set.

Packliste Alpenüberquerung

  • Rucksack (30-35 Liter)
  • Schlafsack (Komforttemperatur 0 bis -3 Grad, auf Hütten ca. 8 Grad)
  • Isomatte (R-Wert ca. 3)
  • Biwaksack und/oder Tarp
  • Robuste Trekkinghose
  • Funktionsshirt
  • Eine Merinoschicht (lange Unterhose und Longsleeve)
  • Leichte Kunstfaser-oder Daunenjacke
  • Eine dreilagige Hardshelljacke
  • Ggf. eine Überziehregenhose
  • 2-3 Paar Wandersocken
  • 2-3 Unterhosen
  • Approach-Trailrunning oder Bergschuhe
  • Hüttenschuhe
  • Dünne Handschuhe und Mütze
  • Ein Buff
  • Stirnlampe
  • Trekkingstöcke
  • Erste Hilfe Set & Reiseapotheke
  • Zahnpasta, Zahnbürste & Sonnencreme
  • Smartphone und eine Powerbank

Was passiert eigentlich mit euren Retouren? 

26. Juli 2021
Die Bergfreunde

In Zeiten, in denen Meldungen durchs Netz geistern, dass Online-Händler großflächig Retouren vernichten, kommt diese Frage auch bei uns immer mal wieder an und auch in der Politik findet sie gehör. ‘Obhutspflicht’ heißt der neue Rechtsbegriff, den das Umweltministerium mit dem Kreislaufwirtschaftsgesetz letztes Jahr auf den Weg gebracht hat. Die Obhutspflicht soll Händler verpflichten, weniger Retouren zu entsorgen, was wir ziemlich gut finden und zum Anlass nehmen wollen, euch mal ein paar Takte zum Thema “Retouren bei den Bergfreunden” zu erzählen. Aber vorher…

Reklamation vs. Retoure – was ist der Unterschied

Damit es keine Verwirrungen gibt, wollen wir uns zunächst um eine kleine Begriffsdefinition bemühen:

  • Retoure: Hier handelt es sich um eine klassische Rücksendung des Produkts aufgrund deines gesetzlichen Widerrufsrechts oder aufgrund deines vertraglich eingeräumten Bergfreunde Retourenrechts. Danach hast du etwas länger Zeit, ein Produkt, dass dir nicht gefällt und sich noch im Originalzustand befindet an uns zurückzuschicken. Erfahre gerne mehr dazu in unseren AGB.
  • Reklamation: Das Produkt weist bei Lieferung einen Mangel oder ein Defekt auf und wird deswegen von dir innerhalb der geltenden gesetzlichen Gewährleistungsfristen beanstandet. Dies ist eine Reklamation.

Ok, verstanden. Aber was macht ihr denn jetzt mit euren Retouren?

Das ist relativ einfach: Wir lagern sie ein und verkaufen sie erneut. Das könnt ihr euch vorstellen wie im klassischen Ladenlokal: Ihr probiert etwas an und hängt es wieder zurück. Nur, dass dazwischen eben ein Postbote Pakete hin und her trägt.

Übrigens: Einen Teil unserer Bekleidungs-Retouren verpacken wir nicht mehr in Plastikbeuteln, sondern fassen sie einfach in zwei Papierbanderolen ein. Das spart eine menge Plastik. Wie wir das machen kannst du im zugehörigen Basislager-Artikel nachlesen.

Allein aus kaufmännischer Sicht macht es null komma gar keinen Sinn, Produkte, die noch funktionieren und nicht verschmutzt sind, nicht mehr zu verkaufen. Und selbst wenn wir ein retourniertes Produkt nicht mehr verkaufen können – was sehr selten vorkommt – wird es nicht entsorgt.

Reklamationen: Kann man das noch reparieren?

Ohne jetzt allzu tief in die komplizierte Welt der Reklamationen einzutauchen: Wenn ihr bei uns etwas reklamiert, weil ein Produkt innerhalb einer bestimmten Frist einen Mangel aufweist, versuchen wir – sofern das möglich ist – zunächst immer den Weg der Reparatur zu gehen. Unser Team gibt euch Tipps und Tricks an die Hand, wie ihr Produkte wieder in Stand setzen könnt. 

Warum wir so vorgehen? Zum Einen ist es in den allermeisten Fällen relativ einfach und schnell möglich, den Fehler zu beheben und es ist natürlich immer gut, wenn man Dinge nicht direkt entsorgt. Das vermeidet Müll. Zum anderen setzt ein Reklamationsprozess eine relativ lange und aufwendige Kaskade in Gang, denn das reklamierte Produkt muss von einem Sachverständigen geprüft werden. Das ist in der Regel der Hersteller. Die Abwicklung läuft in der Regel über den Händler – in dem Fall also uns. 

Heißt konkret: Ihr schickt die Reklamation zu uns, wir weiter an den Hersteller, der prüft, repariert, schickt es zurück an uns und wir zurück zu euch. Das ganze Prozedere dauert einige Wochen. 

Und da ist so eine direkte Reparatur doch deutlich einfacher, oder? :) Ihr findet im Netz übrigens sehr, sehr viele Reparaturtipps. Schaut zB. mal bei iFixit vorbei.

Reklamationen ein zweites Leben einhauchen

So, jetzt aber zu den guten Nachrichten: Wir schaffen es sehr zuverlässig, Produkte die nicht mehr in den Verkauf gehen, ein zweites Leben einzuhauchen und zwar so:

  • Spenden: So einfach, wie deutlich – denkt ihr vielleicht. Tatsächlich sind Produktspenden gerade an deutsche Organisationen gar nicht so einfach und es gibt ein paar rechtliche und formale Hürden im Prozess, die es im Vorfeld zu überwinden gibt. Daher arbeiten wir inzwischen mit einigen Hilfsprojekten fest zusammen. Wir wissen natürlich, dass der Bedarf auch darüber hinaus sehr hoch ist, würden euch allerdings an dieser Stelle bitten, von Spendengesuchen abzusehen, denn auch wir haben nur eine begrenzte Anzahl an Produkten, die wir verteilen können – von den personellen Kapazitäten abgesehen.
  • Mitarbeiter-Flohmarkt: Wir Bergfreunde sind unsere besten Kunden. Und damit wir euch nicht dauernd den Shop leerkaufen, organisieren wir in regelmäßigen Abständen kleine Flohmärkte, bei denen retournierte Ware gegen eine kleine Spende mitgenommen werden darf. Die so zusammen gekommenen Spenden werden nochmal von uns verdoppelt und an fünf wohltätigen Vereine verteilt, die von den Kollegen vorgeschlagen wurden. 

Warum verkauft ihr reklamierte Ware nicht einfach günstiger im Shop?

Das wäre sicher eine weitere gute Möglichkeit, die Produkte einem zweiten Leben zuzuführen. Jetzt gerade ist es allerdings einfach kapazitiv nicht möglich. Wir müssten dafür natürlich zunächst einen ganz neuen Unternehmensbereich aufbauen, da wir z.B. keine eigene Reparaturabteilung haben. Da steckt ziemlich viel drin, was wir Stand heute noch nicht leisten können – aber man soll ja bekanntlich niemals nie sagen.

Wir hoffen, wir konnten euch einen kleinen und vor allem verständlichen Einblick geben. Falls ihr Fragen zum Thema habt, gerne ab damit in die Kommentare.

Wohnen am Berg: Wie ist das so? Lohnt sich das?

23. März 2021
Die Bergfreunde

Vor gut einem Jahr zog ich vom Fuße des Schwarzwalds an den Fuß der Bayrischen Alpen. Damit ging mein lang gehegter Traum von „richtigen“ Bergen vor der Tür in Erfüllung. Doch wie ist dieser Traum so, wenn er sich zur Alltagsrealität verwandelt? Mit dem ersten Jahr ist genug Zeit verstrichen, um eine Zwischenbilanz zu ziehen. Und um zu beurteilen, ob das Ganze wirklich so erstrebenswert ist, wie Viele es sich vorstellen.

Geht man wirklich andauernd in die Berge, so wie man es sich aus der Ferne erträumt hat? Oder ist es schon bald nichts Besonderes mehr? Läuft es vielleicht auch aus dem Ruder und es bleiben außer Bergen gar keine anderen Lebensinhalte mehr?

Die Ergebnisse meines „Experiments“ lieferten so einige Antworten. Blöd ist nur, dass diese Art Experiment nicht beliebig wiederholbar ist, denn es gibt diverse Voraussetzungen, Hintergründe, Möglichkeiten und Beschränkungen, die sich von Mensch zu Mensch unterscheiden. Selbst wenn alle äußeren Bedingungen gleich sind, macht JedeR etwas anderes daraus. Deshalb und weil mehrere Erfahrungen mehr Aussagekraft haben als nur eine Einzelne, wird hier auch Basislager-Boss Jörn zu Wort kommen. Denn auch er hat „Bergbewohnererfahrung“.

Doch erstmal ordne ich meine eigenen Eindrücke und Gedanken in einem Frage-Antwort-Spiel. Zunächst hatte ich ein Pro-und-Contra-Schema im Sinn, doch das lieferte – Achtung, Spoiler – zu wenig Contras ;-)

Fragen und Antworten

Fangen wir am besten mal mit dem Aspekt Kleingeld an:

Bayern? Alpen? Da brauchste doch richtig Kohle!“

Ohne Moos nix los, das stimmt schon. Und wenn man „in den Bergen wohnen“ oder „wohnen in den Bergen“ in die Suchmaschine tippt, sieht man sich hier voll bestätigt. Die Treffer drehen sich fast alle um Architektenträume und Traumimmobilien, die man sich als zukünftiger Bergler doch mal zulegen soll. Weil man nach der kleinen Anfangsinvestition das Geld auf Dauer eigentlich spart. Denn:

Ein Haus in den Bergen stellt in Österreich und der Schweiz eine sichere Geldanlage dar. (…) Bei einem Kauf zum jetzigen Zeitpunkt verliert der Käufer sein Geld nicht. Das gilt auch für den Fall, dass er die Hütte in zwei bis fünf Jahren wieder verkauft. Eine gewinnbringende Immobilie liegt nach Ansicht von Immobilienmaklern in der Nähe einer bekannten Skistation oder verfügt über einen tollen Ausblick. (…)

Für Hausbesitzer, die gerne in den Bergen Ferien machen, aber nicht ständig dort leben, finanziert sich die Immobilie durch Vermieten. (…) Als rentabel erweisen sich in erster Linie solche Objekte, die die Besitzer das ganze Jahr vermieten. Das gilt für Immobilien, die nahe einer berühmten Wanderstrecke oder eines bekannten Wandergebietes liegen.

Easy, da kann eigentlich nichts schiefgehen, oder? Alternativ kann man natürlich auch bauen. Wer dafür noch die passenden Architekten sucht, wird mit den Autoren des wirklich schönen Bildbands „Hohe Häuser – Vom Glück, in den Bergen zu wohnen“ fündig.

Doch wie geht man es an, wenn beim Blick auf den Kontoauszug keine vielstelligen schwarzen Zahlen zu sehen sind? Dann muss man improvisieren. Eventuell auch Ansprüche an den alltäglichen Komfort zurückschrauben. Sich womöglich von mancher althergebrachten Vorstellung und Konvention lösen. Zum Beispiel das Wohnen in der WG in Erwägung ziehen, auch wenn man die Studentenzeiten längst hinter sich hat. Das kann einerseits Einbußen in der Privatsphäre nach sich ziehen, andererseits aber massiv den sozialen Anschluss in der neuen Gegend fördern.

Ansonsten hilft nur ein Einkommen, für das du Vollzeit arbeiten musst. Dann hängt dein Wohnort aber wieder an der Arbeitsstelle, die wahrscheinlich nicht wirklich bergnah liegt. Und dann finden die Bergtouren wieder nur so oft statt und dauern nur so lang, wie der Job es erlaubt. So dreht sich der Kreis der Begrenzungen und man kann eigentlich auch gleich am alten Wohnort bleiben …

Da braucht man schon reichlich Glück, oder?“

Der Geldfluss ist also nicht alles. Im Gegenteil, wer weniger Geld hat, hat dafür vielleicht mehr Zeit, um zu recherchieren, Dinge herauszufinden, Kontakte zu knüpfen und zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Mit dieser Flexibilität kann man bei Bedarf auch den einen oder anderen Zusatz- oder Zwischenjob annehmen. So war ich in der neuen Heimat beispielsweise schon als Weihnachtsbaumverkäufer aktiv.

Wenn dann noch etwas Optimismus und Vertrauen hinzukommen, tauchen plötzlich günstige Gelegenheiten auf und es fliegen einem kleine Hilfen und Geschenke zu. Das durfte ich mehrfach erleben. Also ja, hier und da ist etwas Glück vonnöten. Falls partout nichts dergleichen passiert und sich trotz hartnäckiger Versuche nirgends eine Tür öffnet – nun, dann würde ich das irgendwann als „Hinweis des Universums“ betrachten, dass ich an der falschen Stelle nach den Goldnuggets grabe.

Neben schnödem Mammon und himmlischen Hinweisen ist auch die Bewegungsfreiheit hilfreich. Die hat man, wenn man nicht durch familiäre und soziale Bindungen an einem Ort gehalten wird. Oder wenn man es schafft, Beziehungspartner und Familienangehörige für das Leben am Berg zu begeistern. Dafür braucht man nur noch gute Antworten auf folgende weitere Einwände:

Aufs Land? Was willste denn in dem Provinzmief?“

Die einzigen Mittelstädte im deutschen Alpenraum mit jeweils knapp über 20.000 Einwohnern sind Garmisch Partenkirchen und Sonthofen. Ansonsten wohnt man in der gesamten Region ländlich, dörflich, höchstens kleinstädtisch. „Mein“ Ort Benediktbeuern hat knapp unter 4000 Einwohner und ist damit ein großes Dorf. Ein sehr schönes nebenbei bemerkt. Doch man könnte es auch als Kuhdorf bezeichnen, denn das Rindvieh ist hier nicht nur optisch präsent, sondern auch olfaktorisch. Ja, es riecht ab und zu a bissl zünftig, aber ist das wirklich ein Nachteil? Wenn ich an die Abgaswolken, den Urindunst und die Müllaromen lauschiger Großstadtwinkel denke, kommt mir das „Landparfüm“ eher angenehm vor. Erst recht, wenn es sich in der warmen Jahreszeit mit dem Holz und Harz der Wälder und diesem aromatischen Hauch der Wiesen, Moore und Blumen mischt. Also, der Provinzmief hat klar die Nase vorn.

Da ist doch nix los.“

Stimmt, das große Bespaßungsprogramm mit Multiplexkino, Oper und Vereinen für jedes Hobby gibts hier nicht. Aber auf den zweiten Blick kann man feststellen, dass auch in „kleinen Käffern“ manchmal mehr los ist, als es zunächst scheint. So beherbergt beispielsweise Benediktbeuern eine kleine aber waschechte Hochschule mit Studentenleben und Kulturangebot.

Und was, wenn dieses „nix los“ auch positive Seiten hat? Nämlich dass du, mit weniger Reizen, Informationen und Einflüssen beschossen, mehr zu dir selbst kommst? Ich für meinen Fall bin jedenfalls auch deshalb ein „Stadtflüchtling“, weil ich viele der Stadteindrücke zunehmend als überflüssiges Getöse empfunden habe. Was soll an 100.000 Autos pro Tag so besonders cool sein? Was soll ich mit wuselnden Fußgängermassen, wenn die Mehrheit davon eher mäßig gelaunt dreinschaut? Warum in Kneipen, Clubs oder Parks treffen, wenn auf dem Dorf fast jedeR einen Garten hat? Und dann hast du den Wald, die Wiese und die Natur nach fünf Gehminuten statt nach zwanzig S-Bahn-Stationen erreicht.

Da fährt doch kein Zug und nix.“

Apropos S-Bahn. Ja, auch das stimmt teilweise, hier auf dem Land gibt’s kein dichtes Öffi-Netz und es lebt niemand ohne Auto. Außer gewisse Zugezogene vielleicht, die meinen, mit schmalem Geldbeutel nach Oberbayern kommen zu können. Die sind dann halt nicht ganz so mobil. Jedenfalls war ich mein ganzes erstes Jahr über abgesehen vom Fahrrad „nicht mobil“. Das Problem löste ich aber, indem ich vom Fahrradverächter zum Fahrradverfechter wurde.

Abgesehen davon kommt die Bahn bei mir im Ort eben doch vorbei. Wenn auch die Anschlüsse in Oberbayern fast alle nur sternförmig nach München führen. Da musst du dann erstmal eine halbe Stunde in Gegenrichtung der Berge fahren, bevor du in Tutzing Richtung Wetterstein oder Karwendel umsteigen kannst. Trotzdem kommst du so mit diesem Werdenfelsticket für schlappe zweiundzwanzig Euro binnen eines Tages ins „richtige“ Hochgebirge rein und wieder zurück.

Die Schönheit ist doch bald nix Besonderes mehr.“

Ja, auch die schönsten Dinge nutzen sich irgendwann ab. Doch hier bei mir hat sich nach einem Jahr noch nichts abgenutzt. Das Tölzer Land, in dem ich gelandet bin, ist halt auch bekannt für außergewöhnliche Schönheit. Und für die Farben, denn es grenzt im Westen an das „Blaue Land“, das seit jeher Maler und Künstler anzieht. In der Tat erlebt man hier manchmal einen regelrechten Farbenrausch der Landschaft und des Himmels – auch ohne bewusstseinsverändernde Substanzen. Und es kommt noch besser: am Fuß der Berge genießt man die Vorteile zweier Welten. Die Weiten des Flachlands und die Höhen der Bergwelt treffen hier aufeinander. Und ganz nebenbei wimmelt es auch noch von schönen Seen.

Die Extramotivation für den Bergsport lässt doch irgendwann nach.“

Mein erstes Jahr im Oberbayrischen war mit den vielen Berg- und Wandertouren eine Art Dauerekstase, da ständig neue Blicke und Eindrücke auf mich einprasselten, die in ihrer Schönheit jede Erwartung übertrafen. Dann kam noch die „besondere Lage“ hinzu, die dazu führte, dass ich weniger Arbeit hatte und dafür mehr Muße für Berge, Touren und Exkursionen. Ab Spätherbst hat das Ganze nachgelassen, was aber nichts mit Abnutzungserscheinungen zu tun hatte. Im Gegenteil, jetzt kommt der Frühling und ich bin gespannter denn je auf’s neuerliche erkunden und durchstreifen der Bergwelt. Die unmittelbare Umgebung hat natürlich nicht mehr den aufregenden Reiz des Neuen, doch von „langweilig“ ist sie immer noch weit entfernt. Und da ich dieses Jahr mobilitätsmäßig „upgegradet“ bin, ist der Aktionsradius groß genug für weitere Neuentdeckungen.

Damit schalten wir endlich mal zu Bergfreund Jörn rüber, dem es in seiner Bergler-Zeit in Immenstadt während und nach der ersten Euphoriewelle folgendermaßen erging:

Ins Allgäu ziehen! Mensch, das war damals 2012 ein echter Traum, der da in Erfüllung ging. Ich hatte gerade meine Liebe zu den Bergen entdeckt und quasi nur Trailrunning im Kopf. Nach einigen kleineren Startschwierigkeiten unter anderem hatte ich mich bei knapp einem halben Meter Neuschnee im Immenstädter Hinterland etwas verfranzt liefs dann aber schnell rund. Ich hatte eine großartige 16km-Hausrunde zu einem kleinen, vorgelagerten Berg in der Nähe des Grünten und genoss die neugewonnen „Bergheit“ in vollen Zügen.

Die Wochen vergingen und ich lernte immer mehr von meiner neuen Heimat kennen. Doch wie es immer ist, wenn man nicht aufpasst: Dinge werden selbstverständlich. Und dann ist da ja noch der Alltag. Samstags runter nach Oberstdorf für ne Bergtour? Puh, die Wohnung muss eigentlich mal wieder geputzt werden. Und der Kühlschrank schreit auch vor gähnender Leere.

Rückblickend sage ich heute immer, dass ich in den eineinhalb Jahren, die ich im Allgäu gelebt habe, weniger in den Bergen war, als in der Zeit danach. Sicher nur eine gefühlte Wahrheit, aber für mich sind die Berge so nach wie vor etwas ganz besonderes.

Das stimmt, heiße Ware wird durch Verknappung irgendwie noch heißer. Aber Jörns „Strategie“ war auch anderen Umständen geschuldet:

Meine damalige Freundin hatte Schichtdienst, da war dann Wochenends oft kein Auto da. Und ich hatte zu der Zeit nur ein sehr teures Rennrad, dass ich nicht am Fuße des Berges stehen lassen wollte. Dann kam noch sowas wie Bequemlichkeit dazu, was am Ende dazu geführt hat, dass mein Aktionsradius eher bei den näheren Hügel rund um den Großen Alpsee lag als bei den weiter entfernten, hohen Berge um Oberstdorf. Aber wie gesagt: Jetzt genieße ich die Aufenthalte umso mehr!

An diesem Punkt kann man tatsächlich skeptisch werden, denn der Reiz des Unbekannten kann jederzeit verfliegen. Das spricht aber nicht grundsätzlich gegen den Wohnsitz am Berg, sondern nur dafür, die Sache gut zu überdenken und genau nachzufühlen, was man wirklich will.

Also nochmal: lohnt es sich?“

Was mich angeht: ja, es lohnt sich, aber sowas von! Nach einem Jahr finde ich nach wie vor keinen Grund, der rückwirkend gegen meine Ortsveränderung oder für einen Verbleib an alter Stätte sprechen würde. Und auch was die weiteren „Langzeitfolgen“ angeht, halte ich mein „Experiment Bergwohnen“ für relativ ungefährlich …

Abschließen möchte ich mit einer Einladung zum Austausch. Falls sich hier unter den Lesern andere Zum-Berg-Gezogene befinden, oder vielleicht gar „alte Hasen“ dabei sind, die schon lange „an der Quelle“ wohnen: Lasst gerne eure Kommentare mit Eindrücken und Erfahrungen da. Auch potentielle Nachahmer, die über eine ähnliche Luftveränderung nachdenken, können sich gerne melden. Vielleicht ergibt sich daraus noch die eine oder andere spannende Anregung …

Bergfreundinnen treffen Bergfreundinnen – Auf ein Wort!

25. Mai 2021
Die Bergfreunde

Wie steht es eigentlich um das Thema Gleichberechtigung im Bergsport? Nicht schlecht, würde man vielleicht in Anbetracht größer Women-Only-Werbekampagnen von Marken wie The North Face, adidas oder Salomon denken. Und überhaupt: Im Angesicht der Berge sind doch eh alle gleich, oder? Naja, nicht so ganz… Wie wir schon in unserem kleinen Bergfreundinnen-Portrait aus dem letzten Jahr schrieben, war Bergsport sogar bis kurz vor der Jahrtausendwende in einigen DAV-Sektionen noch eine rein männliche Angelegenheit.

Das hat sich zum Glück geändert. Ablesen kann man das z.B. am stark wachsenden Anteil an Outdoor-Produkten, die auf Bergfreundinnen zugeschnitten sind. Eine gute Entwicklung, keine Frage. Rosig ist deshalb allerdings auch noch nichts. Es gibt durchaus noch viele Marken, die „klischeebeladene“ Produkte verkaufen. Da finden sich knallig pinke Schuhe neben pastellfarbenen Kleidungsstücken. Gedecktere Farben? Sorry, nur für Jungs! Und was ist eigentlich mit Bekleidung für richtig anspruchsvolle bergsteigerische Unternehmungen? Auch hier gibt es einzelne Marken, die ihre technischen Produkte lediglich für die Herren der Schöpfung fertigen.

Grundsätzlich passiert sowas nicht aus Böswilligkeit, sondern am Ende schlicht aus betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Eine kleine, sehr spezialisierte Marke mit niedrigen Stückzahlen muss sich natürlich überlegen, für welche Zielgruppe sie ihre Produkte anbietet. Das gehört sicherlich auch zur Wahrheit. Drehen wir den Gedanken weiter, kommen wir aber schnell wieder beim Henne-Ei-Problem an, das sich schwer lösen lässt… oder?

Gleichberechtigung: Lasst uns drüber reden!

Das Prinzip ist nicht neu: Probleme lassen sich lösen, in dem man sie offen anspricht und darüber diskutiert. Und das wollen wir tun. Dafür haben wir uns die Bergfreundinnen eingeladen. Moment, denkt ihr jetzt zurecht, Bergfreundinnen arbeiten doch bei euch? Ja, auch.

In diesem Fall sprechen wir allerdings von den drei Podcasterinnen Katharina, Toni und Anna, die seit Mitte 2020 mit ihrem Podcast „Bergfreundinnen“ die Podcast-Landschaften aufmischen und zu allen möglichen Themen rund um Frauen & Bergsport diskutieren. Der Podcast wird vom bayerischen Rundfunk produziert und erscheint wöchentlich.

Und weil wir Bergfreunde unbedingt mitdiskutieren wollen, setzen wir uns natürlich dazu. Namentlich sind das die Bergfreunde-Kolleginnen Cora, Christa und Hannah, die ihr garantiert schon mal auf einem unserer Channels gesehen habt. Hannah haben wir euch in unserem Post aus dem letzten Jahr bereits vorgestellt. Christa ist die Abteilungsleiterin unserer Personalabteilung und ist begeisterte Bergsteigerin. Cora arbeitet in unserem Gearhead-Team und liebt die Kletterei.

Neben dem oben bereits angesprochenen Thema rund um die Sortimente im Outdoor-Bereich, geht es in unserem Talk außerdem um Frauencommunities im Bergsport, die generelle Gleichberechtigung in der Bergsport-Szene und natürlich auch um die Gleichberechtigung bei den Bergfreunden.

Nun wollen wir euch aber nicht mehr länger auf die Folter spannen. Hier findet ihr das Video, viel Spaß beim Anschauen, zuhören und mitdiskutieren:

Das Gender Data Gap und die Schlange vor dem Damenklo

8. März 2021
Die Bergfreunde

Wer kennt sie nicht, die altbekannte Schlange vor dem Damenklo? Stoff von Legenden, Liedern und zahlreichen Witzen. Doch warum entsteht sie überhaupt? Genau diese Frage (und viele weitere in Bezug auf Frauen) sind in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten oft unbeantwortet geblieben. Kuriose kleine und große Phänomene des Alltags, die einfach so hingenommen wurden. Sammelt und untersucht man diese, stößt man auf eine Gemeinsamkeit, die seit einigen Jahren einen Namen hat: Der Gender Data Gap.

Ganz banal herunter gebrochen besagt dieser: Über Frauen und ihren Alltag wurden und werden in allen Bereich des Lebens, wie z.B. Medizin, Gesellschaft und Wirtschaft, weniger Daten gesammelt als über Männer. Wer ein großes Datenschützerherz hat, findet das sicher erstmal ganz cool, doch der Gender Data Gap entwickelt sich im normalen Alltag zu einem Problem und birgt teilweise handfeste Gefahren.

Woher kommt der Gender Data Gap?

Ein Bereich, der uns als Outdoorsportler und mich als Kletterer am meisten Betrifft ist die Trainingslehre und im weitesten Sinne die Medizin. „Warum soll es denn da bitte ein Problem geben? Der menschliche Körper wird doch schon seit Jahrhunderten ausgiebigst erforscht!“, fragen sich vielleicht jetzt manche von euch. Tja, genau da liegt der Hund, bzw. die Kletterin begraben!

Einer der einflussreichsten und in den folgenden Jahrtausenden meistzitiertesten Forscher der Antike ist Aristoteles. Dieser sah den Mann als Prototyp des Menschen an, die Frau hingegen galt als eine Abweichung von diesem Prototypen. Nun ist der gute Aristoteles ja schon einige Jährchen unter der Erde und vermeintlich sind wir heutzutage viel weiter und haben einen differenzierten Blick auf die Materie… oder?

Die Antwort ist ein klares Jein! Da Frauen lange Zeit überhaupt nicht erforscht wurden, fehlt es an allen Ecken an Daten. Sehr, sehr vielen Daten. Bei klinischen Studien gilt bpsw. noch heute ein Mann von 70kg als „Norm“ für die Bevölkerung. Dass schon das eine starke Vereinfachung ist, ist nochmal ein eigenes Thema.

Weibliche Körper werden bei klinischen Tests oft außen vor gelassen. Der banale Grund: Aufgrund des Zykluses sind sie zu „komplex“ und sorgen für eine schwierigere Interpretation der Ergebnisse. So kommt es vor, dass regelmäßig Ergebnisse aus klinischen Studien universal für Frauen und Männer als gültig angesehen werden, obwohl keine einzige Frau an den Studien teilgenommen hat!

Sind Männer und Frauen anatomisch und physiologisch so unterschiedlich?

Nun ist natürlich die Frage: Ist es überhaupt notwendig, so einen Wirbel um das Thema zu machen? Sind wir, abgesehen von ein paar Geschlechtsorganen und ein paar komischen Hormonen, nicht alle gleich?

Die Forschung zur Gender Data Gap aus den letzten Jahr hat deutlich gezeigt: Das sind wir leider nicht. In jedem Gewebe und Organsystem gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede, sogar in so grundlegenden Funktionen wie dem Herzen oder der Lungenkapazität.

Aber wie können dann Frauen nach den gleichen Plänen trainieren wie Männer? Das ist doch dann nur zum Scheitern verurteilt, oder?  Zum Glück ist das auch inzwischen vielen Trainern und Firmen klar geworden. Wer eine Frau trainieren lässt wie einen Mann, bekommt im besten Fall schlechtere Ergebnisse und im schlechtesten Fall eine gesundheitsgeschädigte Athletin.

Dinge wie die Veränderung der Hormone während des Zyklus, ob es überhaupt eine Periode gibt und wie oft, sollten – wenn es ums Training geht – eine Rolle spielen. Auch die Stärken und Schwächen bei direktem Vergleich von Männern und Frauen helfen dabei heraus zu finden, wo man beim Training den Schwerpunkt setzen muss.

Eine Firma, die diesen Themen bei der Erforschung und Umsetzung viel Raum gibt, ist Lattice Training. Der Gründer Tom Randall erklärt uns im angeschlossenen Interview, was genau sie erforschen und wie die Ergebnisse im Alltag umgesetzt werden können.

Doch bevor wir uns dem Interview widmen: Was hat es denn nun mit der Schlange vor dem Damenklo auf sich?

Nachdem viele, vorher unbeachtete Daten zusammengetragen wurden ergibt sich folgendes Bild: Frau „müssen“ von Natur aus öfter, da sie kleinere Blasen haben. Gleichzeitig sind die Grundrisse von öffentlichen Toiletten für Männer und Frauen gleich groß. Ein Pissoir braucht allerdings viel weniger Platz als eine ganze Kabine! Folglich gibt es für das Geschlecht, das öfter muss, weniger Raum um das Geschäft zu verrichten.

Und schon haben wir eine wunderhübsche Menschentraube.

Tom Randall (Lattice.com) Im Interview zur Gender Data Gap

Eine Firma, die den Themen Frauen und spezifische Trainingsmethoden bei der Erforschung und Umsetzung viel Raum gibt ist Lattice Training. Der Gründer Tom Randall erklärt uns im Interview, was genau sie erforschen und wie die Ergebnisse im Alltag umgesetzt werden können.

Cora: Als Firma setzt Lattice Training sehr darauf Kletterer auf Herz und Nieren mit speziellen Leistungstest zu prüfen, um dann mit den Daten maßgeschneiderte Trainigspläne zu erstellen.
Für Menschen, die euch noch nicht kennen, wie lange gibt es euch schon, wie sammelt ihr eure Daten und was ist euer Hintergrund?

Tom: Als Firma gibt es uns seit 2016, aber das Konzept und die Anfänge der Datenforschung begannen schon 2016. Am Anfang gab es nur mich, der mit privaten Kunden und dem UK Kletterteam gearbeitet hat, aber nach 2016 habe ich mich mit einem zweiten Coach (Ollie) und einem Datenanalysten (Remus) zusammengetan. Als Firma ist es unser Ziel das beste kletterspezifische Leistungsprofiling, Coaching, als auch die besten Trainingspläne und Produkte anzubieten. Heutzutage sind wir ein 20-köpfiges Team, welches aus Doktoranden, Biochemikern, Berufskletterern und internationalen Wettkampfkletterern besteht. Sehr breit aufgestellt!

Die UN hat zum ersten Mal im Jahr 2006 versucht auf den Gender Data Gap aufmerksam zu machen, aber das allgemeine Publikum ist erst richtig 2019 auf das Thema gestoßen, als Caroline Criado Perez diesen Begriff in ihrem Buch “Unsichtbare Frauen” nutzte. Wann und wie ist euch dieses Thema zum ersten Mal bei euren Recherchen untergekommen?

Uns ist der Unterschied zum ersten Mal beim Vergleichen der Ergebnisse von Fingerkraft zwischen Männer und Frauen in Abhängigkeit zu ihrem gekletterten Grad aufgefallen. Es ist ein sehr deutlicher Unterschied!

Sammelt ihr eure Daten in einem zwei verschiedenen Pools, oder liegen sie bei euch als Gesamtpaket vor, egal welches Geschlecht der Kletterer hatte?

Die Antwort ist: Beides. Wir haben aufgeteilte Datenmodelle, sowie allumfassende Modelle. Wir versuchen diese Form kontinuierlich zu verbessern sowie ihre Aussagekraft richtig zu bewerten.

Was sind die größten Unterschiede im Training für Männer und Frauen?

Wenn man die Daten heran zieht liegen die größten Unterschiede bei der Kraft (Finger und Oberkörper), Flexibilität (Unter- und Oberkörper), sowie Schnellkraft (welche, wenn man es genau nimmt, ein Teil der generellen Kraft ist). Wenn man es ganz herunter bricht, kann man sagen, dass Frauen schwerere Grade bei weniger Kraft, aber mit einer größeren Flexibilität klettern, als die männliche Vergleichsgruppe.

2019 fand zum ersten man das „Womens climbing symposium“ unter eurer Führung statt, bei der ihr Tests an einer reinen Frauengruppe durchgeführt habe. Gab es da ein paar interessante Erkenntnisse?

Ja, auf jeden Fall! Hier ein paar Ergebnisse:

Kürzlich hat Dr Dave Giles, ein Forscher hier bei Lattice Training, mit der Hilfe von Ollie Tor (Coach) einen Artikel mit dem Titel „Anthropometry and performance characteristics of recreational advanced to elite female rock climbers“ (Anthropometrie und Leistungscharakteristika von weiblichen Freizeit- und Leistungskletterinnen) herausgebracht. Obwohl einige der Erkenntnisse auf den ersten Blick logisch erscheinen, gab es einige große Erkenntnisse, die wir daraus ziehen konnten – für Frauen haben Oberkörperschnellkraft, Fingerkraft, und Hüftflexibilität einen großen Einfluss auf ihre Kletterleistung.

Warum ist diese Erkenntnis hilfreich? Beim Training kann es schwer sein zu wissen, wo man anfangen sollte was den größten Effekt hat. Wenn man versucht überall gleichzeitig eine Basis aufzubauen, ist es leicht zu viel zu machen, womit dann offensichtlich die Chancen für eine Verletzung steigen. Diese Forschungsergebnisse helfen uns dabei, wo wir den Schwerpunkt beim Training legen müssen. Natürlich muss die Person als Individuum und ihre Ziele mit angeschaut werden! Oberkörperschnellkraft mag vielleicht nicht die höchste Priorität besitzen, wenn man gerne 50m Ausdauerrouten klettert, aber wenn die Hüftflexibilität im Vergleich eine Schwäche ist, dann kann man darauf den Focus legen, um effizienter zu klettern und die restlichen Stärken besser zu nutzen. Auf der anderen Seite kann eine Boulderin mit großartiger Hüftflexibilität sich dafür entscheiden den Fokus eher auf Fingerkraft und Oberkörperschnellkraft zu richten.

Die nächste Frage ist dann, wie trainiert man diese Bereiche?

Oberkörperschnellkraft – Kraft ist die Basis für Schnellkraft, also ist es wichtig zwischen der maximalen Zugkraft und dem Training des Oberkörpers hin und her zu wechseln. Übungen wie Klimmzüge mit extra Gewicht und TRX Zugübungen sind gut, um generelle Kraft aufzubauen. Wenn wir den Fokus auf die Schnellkraft legen, dann geht es darum ein Maximum an Kraft in einer kurzen Zeit zu nutzen. Bouldern ohne Nutzung der Füße, sowie dynamisches Klettern sind kletterspezifische Übungen für diesen Bereich.

Das Campus Board ist das bekannteste Gerät, es ist aber gut daran zu denken, dass eine eintönige vertikale Bewegung nicht so viel bringt wie Bouldern ohne Füße. Dies sind natürlich alles Übungen am oberen Ende des Leistungsspektrums – was also, wenn man nicht ohne Füße bouldern kann? Eine gute Übung sind sehr schnelle Klimmzüge. Eine Gewichtsabnahme kann hier helfen sich ganz auf die Schnelligkeit zu konzentrieren. Diese Fähigkeit kann man nun langsam ins Klettern einbauen, z.B. indem man weiter festhält, wenn die Füße im stark überhängenden Gelände abfallen oder indem man ein paar Züge ohne Füße im steilen Gelände macht.

Fingerkraft – Das klassische Trainingswerkzeug hier ist das Fingerboard, wo man maximalkräftiges Hängen nutzen kann, um die statische Kraft zu verbessern. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass, obwohl Fingerboardtraining ein guter Zusatz zum Klettern bietet, es sich hierbei um eine statische Übung handelt, während Klettern dynamisch ist. Aus diesem Grund muss auch dieses Training mit dem Klettern von schweren Routen oder Bouldern kombiniert werden, damit die Kontaktkraft nicht zurückbleibt. Wenn man das Fingerboard zum ersten Mal beim Training verwendet, ist es wichtig, sich an die hängende Position zu gewöhnen, während man die Schultern anspannt. Die Dauer und Intensität sollten hier langsam gesteigert werden. Falls das Fingerboardtraining eine zu große Belastung für die Schultern, neben dem Klettern darstellt, kann man auf tragbare, beschwerte Leisten und Blöcke (Zangengriff) zurückgreifen.

Hüftflexibilität – Wenn wir beim Klettern die Hüftflexibilität einsetzen, versuchen wir hier eine Ebene zu erreichen, z.B. wenn der Körper näher an die Wand kommen soll, was eine geringere Krümmung der Hüfte voraussetzt. Dehnungen wie Froschbeine sowie der Seitspagat und seine Vorstufen sind sehr hilfreich, um diese Flexibilität zu trainieren.

Zusammenfassend, nach euren Daten, worauf sollten sich Frauen beim Training am meisten konzentrieren und wo liegen hier die Männer im Vergleich?

Die logische Antwort ist natürlich die Schnellkraft (Finger, Arme, Rücken und Schultern). Im Vergleich dazu sollten Männer mehr Flexibilität machen.

Was sind die nächsten Themen, die ihr tiefer recherchieren möchtet?

Tracking und Überwachung von Athleten. Die besten Methoden und welchen Einfluss dies auf die Leistung und die Langzeitentwicklung des Athleten haben Frauenspezifische Trainingsmethoden und wie diese mit und um den weiblichen Zyklus geplant werden können.

Vielen Dank für das Interview!
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Weiterführende Quellen für die, die es interessiert:

  • Lattice Training
  • Caroline Criado Perez: Unsichtbare Frauen: Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert, 2019
  • Stacey Sims: Peak – Performance für Frauen: Wie Sie Ernährung und Fitness perfekt auf den weiblichen Organismus abstimmen, 2018
  • David Giles: Anthropometry and performance characteristics of recreational advanced to elite female rock climbers, 2020

Tagebuch DIMB Ausbildung MTB Guide… der letzte Lehrgang und dann Prüfung!

22. Januar 2021
Die Bergfreunde

Was sollte ein Mountainbike-Guide auf jeden Fall können? Genau, er sollte sich da wo er unterwegs ist doch einigermaßen auskennen und wissen wo er sich aufhält. Gerade dann, wenn es mal nicht läuft wie es sollte, und man Rettungskräfte an Ort und Stelle bringen muss.

Daher ist das ein ganz zentrales Thema des Aufbaulehrgangs vor der Guide-Prüfung. Darüber hinaus geht es aber auch um Themen wie Wetterkunde, Tourendurchführung, Konflikte und gruppendynamische Prozesse, Haftung und noch einiges mehr…bevor es dann gilt das gesammelte Wissen an einem Wochenende in Theorie und Praxis bei der Prüfung auf den Punkt zu bringen.

Aufbaumodul Guiding – 5 Tage intensives Beschäftigen mit geführten Touren auf dem MTB

Erneut geht es, dieses Mal für volle fünf Tage ins wunderschöne Fichtelgebirge und an den Ochsenkopf, um mich ganz intensiv mit dem Thema MTB Guiding zu beschäftigen. Mit mir sind noch 5 weitere Teilnehmer plus unser Ausbilder Michi Hacker von der DIMB dabei.
Eine kleine, aber ganz feine Truppe!

Tag 1 startet mit sehr intensiver Arbeit an Karte und GPS. Was sind die wichtigsten Bestandteile einer Papierkarte und welche Maßstäbe sind denn überhaupt sinnvoll?
Selbiges gilt für unsere elektronischen Portale und Helferlein. Was kann ich wie am besten für mich nutzen?

So kommen wir relativ schnell zu der Erkenntnis, dass die große Herausforderung nicht das Finden der richtigen Informationen, sondern vielmehr das Filtern von Informationen aus der Fülle an uns zugänglichen Quellen ist.

Am Mittag versuchen wir eine von uns geplante Tour ins Gelände zu übertragen… mit Erfolg.  Denn wir finden den Weg am späten Nachmittag erfolgreich zurück ans Bullhead-House, unserem Seminar-Zentrum.

Von der Thematik der Tourendurchführung über die einfache Wetterkunde stoßen wir an Tag zwei und drei dann an die Themen „Sozialverträglichkeit“ und „Konfliktmanagement“.
Wo darf ich  in Deutschland eigentlich legal als Mountainbiker auf Pfaden und Wegen unterwegs sein. Geht das überhaupt?

Wie schaut es hier in den einzelnen Ländern aus und welche Unterschiede gibt es? Was wenn ein anderer Naturnutzer, den wir unterwegs treffen so gar nicht mag was wir da gerade machen und wie kann ich einen eventuellen Konflikt lösen?

Sehr spannende Themen, die mich – da es ja in Baden Württemberg mit der 2-Meter Regel im Landeswaldgesetz eine bundesweite einmalige Sonderstellung hat – besonders interessieren.
Ehrlich gesagt ist das einer der Hauptgründe die Ausbildung zu machen und das Gelernte dann auch an andere Biker weiter zu vermitteln. Nur gemeinsam und mit gegenseitigem Respekt füreinander können wir zukünftig alle gemeinsam den uns zur Verfügung stehenden Naturraum für unsere individuelle Erholung nutzen. Denn eines muss man mal festhalten, ein Weg, egal ob für Wanderer oder Biker, ist immer ein Eingriff in die Natur. Denn bei den Dinosauriern gab es die Wanderwege der diversen Vereine sicher noch nich.

Ja, was mache ich aber jetzt als Guide mit einem „Unverbesserlichen“? Ob in der Gruppe oder als Begegnung auf dem Trail. Nun, es gilt die im Konflikt vordergründige Emotionsebene zu durchbrechen, um dann wieder vernünftig auf Sachebene kommunizieren zu können. Im Zweifel kann das auch mal bedeuten mit ungewöhnlichen Methoden zu agieren. Beispielsweise den Gegenüber auf dem Höhepunkt des Streits zu fragen, „Was ist denn Dein Lieblings-Eis? Meines ist ja Himbeer!“. 

Rasend schnell gehen die 5 Tage Lehrgang vorbei, auch weil wir jeden Tag das Gelernte auf den Trails rund um den Ochsenkopf anwenden und sehr viel unterwegs sind. Klar gibt es auch sehr „trockene“ Themenbereiche. Haftungsrechtliche Fragen und Verkehrssicherungspflichten, aber das gehört halt leider auch dazu und ist heutzutage wirklich sehr wichtig.

Wirklich Klasse und super spaßig ist aber der letzte Tag an dem wir spezielle Guiding.Techniken anwenden dürfen, bspw. im Doppel-Guiding mit einer größeren Gruppe.
Hier hatte ich mit meinem Partner Manni aus Aachen und der gesamten Gruppe enorm viel Spaß.
Damit war die Woche aber vorbei und auf der Fahrt nach Hause hat mir doch der Kopf ganz schön geschwirrt. Nachdem wir im Anschluss das Script geschickt bekommen haben, fing eigentlich auch direkt die Lernerei für die Prüfung los.

Grand Finale – 2 Tage Prüfung in Theorie und Praxis

Ein letztes Mal heißt es für mich: Sachen packen und ab Richtung Ochsenkopf. Die Prüfung steht an und man trifft viele, mittlerweile lieb gewonnene Gesichter. Allerdings hab ich schon geschwitzt, ob es überhaupt klappen würde an diesem Wochenende die Prüfung abzulegen, denn Corona mit Beherbergungsverbot in Bayern hatte alles sehr unsicher ausschauen lassen. Schlussendlich hatte aber Politik und Gesetzgebung ein Einsehen. Es steht alles auf „Go“!

Ungewohnte Anspannung macht sich unter den Teilnehmern breit und am Samstag wurde in zwei getrennten Gruppen die Theorie Prüfung abgelegt. Sage und schreibe 16 Seiten galt es handschriftlich mit dem eigenen Wissen zu füllen…nix Multiple Choice!

Am späten Nachmittag treffen wir uns alle nochmal gemeinsam zur Teilabschnitts-Verlosung der Praxisprüfung am nächsten Tag. Jeder Teilnehmer guidet einen Abschnitt der Prüfungstour und irgendein Szenario wird in diesem dann passieren.

Das kann ein Notfall sein, ein technischer Defekt, ein fahrtechnisch unsicherer Teilnehmer, eine Wegsperrung welche eine Umfahrung erfordert oder ein „schwieriger Teilnehmer“. Man weiß vorher aber nicht was kommt. Gott sei Dank haben wir nach der Verlosung bereits gesagt bekommen, dass alle die theoretische Prüfung bestanden haben….yeehaawww!

Prüfungstag 2 – die Praxis

Ich hab den letzten Abschnitt des Tages gezogen. Das bedeutet ich fahre erstmal relativ entspannt die ersten Meter mit den Anderen mit. Doch so nach und nach und mit jedem absolvierten Szenario wird die Anspannung  in mir größer. Ständig überlege ich was wohl bei mir kommen wird. Dann ist es so weit, Laienschauspieler und Tour Teilnehmer Michi Hacker fragt mich als Guide um Rat.

Er fühlt sich beim Bremsen sehr unsicher und da der letzte Abschnitt durch den Bikepark des Ochsenkopfs geht, fragt er nach ein paar Tipps und praktischen Übungen zu dem Thema. Für mich als angehender Guide und Fahrtechniktrainer natürlich kein Problem! Ich zeige Übungen zum dosierten Bremsen und fahre den Teilnehmern vor. Diese üben in einem kleinen Umlauf, bevor es dann in den Bikepark geht und an dessen Ende die Tour endet und die Teilnehmer verabschiedet werden.

Nach gefühlt ewig andauernden Minuten, werden uns im Einzel-Feedback die Ergebnisse mitgeteilt.

Alle haben bestanden! 

Ich bin happy, erleichtert und einfach froh. Gleichzeitig aber auch irgendwie traurig, weil diese sehr intensive, spannende und interessante Zeit nun vorbei ist.

An dieser Stelle nochmal Danke an alle Teilnehmer, Ausbilder und Biker da draußen.
Falls jemand Fragen oder Interesse an der DIMB Ausbildung bekommen hat, kann er sich gerne bei mir melden. Sehr gerne werde ich meine Erfahrungen dazu weiter geben.
Ansonsten sehen wir uns vielleicht im nächsten Jahr auf einem Lehrgang der DIMB zum Fahrtechniktrainer.

Euer Sebbo

Zurück in die Berge…

15. Januar 2021
Die Bergfreunde

Zum Anfang des Jahres 2021 ein paar Worte zu Ereignissen, die nun schon länger zurückliegen, für mich aber immer noch täglich präsent sind.

Es sollte klar sein, dass die Art und Weise, wie Bergsport üblicherweise dargestellt wird, etwas unausgewogen ist.  Es dominieren die Erfolgsgeschichten, denn die erzählt man einfach lieber. Und wenn etwas schief geht, dann lässt sich meist doch noch irgendeine Form von Happy End finden (was natürlich gut ist!).

Zur Realität gehört aber auch, dass nicht alles in dieses Schema passt. Ich denke, wir sollten uns dazu bekennen, diesen Teil nicht zu unterschlagen.

Blick zurück

Ruth Gorge im Denali Nationalpark, April 2019. Über unser Satelliten-Kommunikationssystem haben wir die traurige Nachricht erhalten, dass David Lama, Hansjörg Auer und Jess Roskelley nach einem Lawinenabgang in den kanadischen Rocky Mountains vermisst werden. Die Gedanken drehen sich mehr und mehr um das Thema Lawinen. Mein Interesse, hier in einer Lawine zu verunglücken, ist nicht allzu groß, aber – eh klar – die Berge interessiert das keine Spur.

Eine Woche später, am Westgrat des Mount Dan Beard. Risse in der Schneedecke, ich begreife sofort was geschieht. Es zieht mir die Füße weg, es dreht mich. Zwischen den Schneeblöcken schieße ich auf die 500 m hohe Wand zu, die unter mir liegt. Das Unterbewusstsein gibt mir zu verstehen, dass ich sterben werde. Über mir sehe ich Martin im freien Flug, von mir mitgerissen – bis ich realisiere, dass das aufgrund meiner Seilführung nicht passiert sein kann.

Die ersten Felsen, scharfe Kanten. Ein einzelnes 8-mm-Seil hat einer Granitkante wenig entgegenzusetzen. In meinem Kopf entstehen Bilder des kommenden Seilrisses. Plötzlich, mit einem harten Schlag, der glücklicherweise nur den Mantel des Seils zerfetzt, wird mein Flug gestoppt.

Ich checke, ob ich mich bewegen kann, greife meine Eisgeräte, klettere zitternd zurück zum Grat, um die Zeit zu nützen, bevor die Schmerzen kommen.

Zurück zu meinen Freunden Hans und Martin, Daunenjacke an, weiterer Abstieg, abseilen, abklettern, Schmerzmittel. Auflösen des vorgeschobenen Lagers, Skiabfahrt, völlig überladen. Tage später erst der Mut, daheim Bescheid zu geben, dass etwas gründlich schief ging.

Die Kehrseite der Medaille

Schon länger hatte ich das Gefühl, dass ein großer Sturz auf mich zukommen würde. Irgendwann, irgendwo beim Klettern in den winterlichen Bergen. Nun war es geschehen, doch die wahre Fallhöhe sollte sich erst später zeigen.

Klettern und Bergsteigen wurde zu meinem Leben – zu einem Leben, das mich immer wieder mit gefährlichen wie auch mit potentiell traumatischen Ereignissen konfrontiert. Über die Jahre hat sich viel angesammelt: Überlastungsschäden und körperliche Verletzungen auf der einen Seite. Auf der anderen Seite: Verletzungen der Seele, die noch schwerer wiegen, da sie weniger offensichtlich sind, und weniger heldenhaft.

Ich habe immer wieder angesetzt zu schreiben und immer wieder aufgegeben. Warum? Weil diese Geschichte nicht zu unserer Branche und nicht in unsere Zeit passt, in der die Selbstdarstellung und Inszenierung alles dominiert. Und weil ich nicht klingen will wie ein Fußballmillionär, der nach Karriereende die Härte seines früheren Berufs moniert.

Also hart bleiben, weitermachen, weiterkämpfen. Hoffen, dass man verstanden wird.

Ein Auf und Ab

Frühjahr 2020. Ein Jahr ist vergangen seit meinem Unfall in Alaska, der mich unter anderem das hintere Kreuzband im rechten Knie gekostet hat (gerade, als das linke Knie nach einer dreijährigen Verletzungsmisere wieder weitestgehend schmerzfrei war). Doch irgendwie ging es weiter, wie immer bisher. Zurück in die Berge. Zurück an gefrorene Wasserfälle, zurück in verschneite Wände. Hart sein. Nicht aufgeben. Weiter trainieren. Ein kleiner Crash beim Training, angebrochene Rippen. Zähne zusammenbeißen, weiter geht’s.

Juni 2020. Ein Stück Leichtigkeit ist zurück und die Freude über wiedergewonnene Möglichkeiten. Es geht noch nicht alles, aber ich bin bereit für den kommenden Sommer.

Dann verunglückt mit Ralf Gantzhorn ein Freund, fünf Tage später mit Andreas Lindner einer meiner Jungs des DAV Expeditionskaders. Leere, Schmerz, Orientierungslosigkeit. Und wieder zurück in die Berge, in kleinen, unsicheren Schritten.

Eine Spur von Hoffnung. Und Dankbarkeit, für die vielen zweiten Chancen, die anderen verwehrt blieben.

Rezept: Nussecken à la Bergfreunde

8. Dezember 2020
Die Bergfreunde

Nussecken!!! Wer liebt sie nicht? Also ich kenne zumindest keinen Bergfreund, der hier ‚Nein‘ sagen würde. Gut, vielleicht sind wir auch nur von den fantastischen Nussecken von Kollege Robert verwöhnt – kann sein! Sind aber auch verdammt gut, die Dinger. Und damit du auch in den Genuss jener wunderbaren Leckerei kommen kannst, haben wir unserem Gearhead/Bergführer/Bäcker mal eben das Rezept aus den Rippen geleiert!

Zutaten für die Bergfreunde Nussecken:

Für den Teig

  • 300 g Dinkelmehl 1050
  • 200 g Butter
  • 100 g Zucker
  • 1 Ei
  • Vanillearoma
  • Prise Salz

Für den Belag

  • 400 g Haselnüsse (gemahlen)
  • 100 g Mandeln (gemahlen)
  • 300 g Zucker
  • 100 g Wasser
  • 2 Eier
  • 1 TL Zimt,
  • 100g Marzipanrohmasse
  • 100 g Honig

Zum Eintauchen 400 gr. Zartbitter-Kuvertüre.

Zum Bestreichen des Bodens: Aprikosenmarmelade.

Die Zubereitung

Schritt 1: Mürbteig herstellen 

Wichtig bei der Herstellung der Nussecken ist, den Boden vorzubacken und dann auskühlen zu lassen. Danach wird er mit Aprikosenmarmelade bestreichen.

Für den Mürbteig die kalte Butter in grobe Stücke zerteilen und zum Zucker geben. Beides gut verkneten und danach das Ei hinzufügen. Nun noch Mehl, Salz und Vanillearoma zur Masse geben und alles so lange bearbeiten, bis ein glatter Teig entsteht. Diesen formen wir zu einer Kugel und legen diese mindestens eine Stunde in den Kühlschrank. Vor dem Weiterverarbeiten nochmal kurz kneten, damit der Teig wieder geschmeidig wird. Auf einem Backblech auslegen und bei ca. 180 Grad für 10 Minuten backen. Auskühlen lassen und mit Aprikosenmarmelade bestreichen.

Schritt 2: Nussmasse herstellen

Die Marzipanrohmasse mit Wasser weichkneten und mit den Nüssen, dem Zucker, Wasser, den Eiern und Zimt zu einer zähflüssigen Masse verrühren. Zirka eine Stunde lang stehen lassen.

Schritt 3: Die Nussmasse verteilen.

Nun wird die Nussmasse gleichmäßig auf dem Mürbteig verteilt und mit einer Winkelpalette glattgestrichen. Wer sowas nicht hat, kann natürlich auch ein Messer nehmen. Bei 180 Grad im Ofen auf der zweituntersten Schiebeleiste nochmal 50 min backen. Auskühlen lassen und die Nussecken zurechtschneiden.

Letzter Schritt: Kuvertüre!

Die Kuvertüre im Wasserbad auflösen und Nussecken eintauchen. Wie viel Kuvertüre, das ist euch überlassen! ;)  Danach auf Backpapier auslegen, bis die Kuvertüre ausgehärtet ist. Nussecken können gekühlt mehrere Wochen aufbewahrt werden.

Viel Spaß beim Nachbacken und guten Hunger!

Rezept: Apfelbrot mit Apfel-Ingwer Marmelade

2. Dezember 2020
Die Bergfreunde

Sich auch mal was Gönnen. Das muss sein – von Zeit zu Zeit. Und wie könnte man das besser, als mit einem leckeren Backwerk aus dem heimischen Ofen. Das himmlisch weihnachtliche Apfelbrot von Bergfreundin Lisa ist da genau das Richtige. Dazu gibts Apfel-Ingwer-Marmelade. Auch selbstgemacht, natürlich. Und das beste ist: Das schmeckt nicht nur daheim vorm Kamin, sondern auch auf Tour, denn man kann es prima im Rucksack transportieren.

So wirds gemacht:

Zutaten für 1 Brot:

  • 750g Äpfel (z.B. Boskop)
  • 120g Zucker
  • 2TL Zitronensaft
  • 3EL brauner Zucker
  • 140g Rosinen
  • 100g ganze Nüsse (Walnüsse, Haselnüsse)
  • 2TL Zimtpulver
  • 400g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • Zubereitungszeit: ca. 25 min
  • Backzeit: ca. 70 min.
  • Ruhezeit: ca. 4 Stunden
  • Utensilien: Kastenform (Länge 26cm)

Zutaten Apfel-Ingwer Marmelade

  • 1kg Äpfel
  • 1 Stück Ingwer (ca.5cm lang und Daumendick)
  • 500g Gelierzucker (2:1)
  • Zubereitungszeit: ca. 35 min.
  • Ruhezeit: über Nacht
  • Utensilien: 4-6 Einmachgläser, je nach Größe

Zubereitung Apfelbrot

Wir raspeln die Äpfel in eine große Schüssel und geben Zucker und Zitronensaft hinzu. Das Ganze vermengen wir gut und lassen es ca. 4 Stunden ruhen. Das Anstrengendste ist geschafft und wir haben uns eine kurze Auszeit verdient. Also am besten gleich ab ins Grüne! Wieder zurück, geben wir zur Apfelmischung den braunen Zucker, die Rosinen, die Nüsse und den Zimt hinzu und verrühren alle Zutaten. In einer separaten Schüssel mischen wir Mehl und Backpulver und sieben das Gemisch über die Apfelmasse. Anschließend alles zu einem geschmeidigen Teig verrühren. Zu guter Letzt heizen wir den Backofen auf 175°C vor, fetten die Kastenform ein und füllen den Teig hinein. Das Brot backen wir auf mittlerer Schiene ca. 70 min. FERTIG :)

Zubereitung Apfel-Ingwer Marmelade

Wir schälen und raspeln die Äpfel. Das Stück Ingwer schälen wir ebenfalls und schneiden es in kleine Würfel. Anschließend geben wir alles mit dem Gelierzucker in einen Topf und lassen die Apfel-Ingwer Masse über Nacht ziehen. Am nächsten Tag bereiten wir die Marmelade gemäß der Anleitung auf der Gelierzuckerpackung zu. Jetzt nur noch die Masse gleichmäßig in die Einmachgläser füllen. Geschafft!

Eine genussvolle Vesperzeit auf eurer nächsten Tour wünschen die Bergfreunde!

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