Bergfreunde

Die Bergfreunde beim Mammut Peak Project – ein Tourbericht

23. Juli 2012

Sportart

Mammut Peak Project

Mammut Peak Project

Der ursprüngliche Plan lautete: Drei Bergfreunde und zwei Gewinner unseres Mammut Peak Tour Gewinnspiels, besteigen mit der Mammut Peak Tour das Finsteraahrhorn im Berner Oberland. Aber man glaubt ja gar nicht, was einem bei einer solchen Tour alles dazwischen kommen kann. Und warum wir dann weder auf dem Finsteraarhorn, dem Lagginhorn noch dem Weismiess waren und warum bei den Bahnen einfach der Wurm drin war, erfahrt Ihr in unserem Bericht. 

Die Bergfindung

Zwei Tage vor unserer Abreise sah der Wetterbericht für das Finsteraahrhorn so schlecht aus, dass schnell klar wurde, dass wir uns nach einem anderen Berg umsehen müssen. Zunächst entschieden wir uns für das Lagginhorn, doch wenig später ereignete sich dort der schwere Unfall und wir entschieden uns, in Absprache mit Mammut, gegen das Lagginhorn. Da der Weissmies bereits durch ein anderes Team bestiegen wurde, stand dieser Berg leider auch nicht mehr zu Verfügung. Allerdings brauchten wir einen Berg in der Nähe, da zwei Teammitglieder bereits ihre Zugtickets gekauft hatten und auch schon auf dem Weg ins Wallis waren. Aus diesem Grund fiel die Entscheidung schließlich für das Allalinhorn. Allerdings wollten wir über eine Alternativroute aufsteigen und nicht über den Normalweg.

Dann kam (mal wieder) alles etwas anders

Bernadette und Amselm auf dem Allalinhorn

Bernadette und Amselm auf dem Allalinhorn

Die Bergfreunde verfolgte auf der Hinfahrt das Pech, wodurch wir in Saas Fee die letzte Bahn zum Britanniahaus verpassten. Unsere zwei Gewinner Amselm und Bernadette machten sich mit einem unserer Bergführer Florian ohne uns auf den Weg zur Hütte. Der neue Plan sah vor, die drei am nächsten Tag auf dem Gipfel zum ordnungsgemäßen Gipfelfoto zu treffen.

Leider weigerten sich dann aber am nächsten Morgen die Betreiber der Metro die Bahn auf der Zwischenstation anzuhalten, um nicht Gefahr zu laufen, dass normale Wanderer aus Versehen aussteigen und unversehens alleine auf dem Gletscher stehen. In der Folge hatten wir die Wahl, entweder mit der Karavane aufs Allalinhorn aufzusteigen oder diesen Gipfel Bernadette und Amselm zu überlassen und die beiden auf dem Weg zum Feekopf zu treffen und dann anschließend noch gemeinsam den Alphubel (4,206 m.ü.M.) zu besteigen.

Karawane aufs Allalinhorn

Karawane aufs Allalinhorn

Und endlich funktionierte ein Plan und wir waren nicht unfroh, als wir nach wenigen Höhenmetern aus der Karavane ausbrechen konnten, die zum Gipfel des Allalinhorns führte. Vor uns lagen nun, statt einer schier endlosen Schlange an Menschen, schöne leere weiße Weiten. Und endlich war auch unser Team komplett! Schon nach wenigen Höhenmetern über ein kleines Schneefeld erreichten wir den Grat. Am Feejoch vorbei und nach einer leichten Blockkletterei und einem weiteren kurzen steilen Aufstieg im Schnee, standen wir auf dem 3.880 Meter hohen Fekopf. Zeit etwas zu Trinken und zu Essen. Und natürlich das bligatorische Gipfelfoto.

Auf dem Weg zum Alphubel

Auf dem Gipfel des Alphubels

Auf dem Gipfel des Alphubels

Vom Feekopf ging es im weichen Schnee weiter über den Gletscher zum nächsten Grat und dann Richtung Gipfel des Alphubels. Leider zogen zu diesem Zeitpunk Wolken auf und das schöne Alpenpanorama verschwand hier einer weißen Wand. Unterhalb des Gipfels mussten wir noch ein kurzes Eisfeld hochsteigen und standen kurz drauf auf der Gipfelebene. Mit dem Kommentar „wenn wir was sehen könnten, wäre…“ zeigt unser Bergführer Julian irgendwo ins Whiteout und zählte ein paar Namen auf. Wir glaubten ihm natürlich gerne und tranken genüsslich den leckeren Slibovic, den Bernadette mitgebracht hatte. Natürlich tranken wir nicht wirklich, sondern nippten höchstens.

Der Abstieg

Da die Zeit etwas knapp war und wir unser Glück mit Bergbahnen bereits kannten, machten wir uns schnell an den Abtieg. In Schlangenlinien wichen wir zunächst ein paar Seracs (Eistürme) und ein paar Gletscherspalten aus und stapften dann weiter durch knietiefen, weichen Schnee in Richtung der Gondelstation Längfluh. Als wir dort ankamen, lag die Station allerdings verlassen vor uns. Die Aussage, dort würde die letzte Bahn um 17.15h fahren, gilt wohl nur im Winter. (Lieben Dank an den Mitarbeiter im Hotel!).

Julian war als erster an der Station und hatte bereits telefoniert. Er empfing uns mit dem Satz: „Hier fährt nichts, aber eine Station tiefer beim Spielboden schon. Wir haben 45 Min. für 420 Hm. Gebt Gas!“ Und das haben wir dann auch getan und erreichten fünf Minuten vor der letzten Gondel, die Bahnstation.

Das Resumee fällt leicht

Es war ein super Wochenende und eine großartige Tour! Auch wenn ein paar Dinge schief gingen, das Glück nicht immer auf unserer Seite war und Bernadette, Amselm und ihr Bergführer Flo am Ende alleine auf dem Allalinhorn standen, so hatten wir doch alle richtig viel Spaß, ein großartiges Bergerlebnis und fuhren reich an tollen Eindrücken nach Hause. Und auf dem Alphubel waren wir ja dann alle gemeinsam. Und vielen Dank an unsere Bergführer Julian, Alex und Flo, die wirklich einen super Job gemacht haben.
Wer sich unsere Route im genau ansehen möchte, kann dies auf unserer Teamseite bei Mammut tun. Hier werden auch in den nächsten Tagen das Gipfelfoto und ein Video zu sehen sein. Viel Spaß damit!

Kommentare zu diesem Artikel

  1. chris (www.alpinfieber.net) sagte am 24. Juli 2012 um 05:45 Uhr

    Hi,

    Bei dem ganzen Chaos hätte ich mich auch wie zu Hause gefühlt ;) Da wäre ich echt gerne dabei gewesen. Sieht nach richtig viel Spaß aus.
    Schön geschrieben Wiebke.

    Viele Grüße,
    Chris

  2. Th.M. sagte am 24. Juli 2012 um 09:36 Uhr

    Hallo, kurze Frage, weil ich auf den Fotos sehe, dass ihr – bzw. die Leute in der Karawane – in Seilschaft gegangen seid, auch auf dem Steilstück auf dem Foto.

    Ich meine gelesen zu haben, bspw. in „Sicherheit und Risiko in Fels und Eis“ von Pit Schubert, dass Gehen in Seilschaft zumindest auf Steilstücken im Schnee nicht (mehr) empfohlen wird, da das Risiko von Mitreißunfällen zu hoch ist. (Der Autor referiert da bspw. Tests, die der DAV diesbezüglich durchgeführt hat, mit dem Ergebnis, dass Stürze auf steilen Schneefeldern fast niemals von der Seilschaft gehalten werden können.)

    Ich frage deshalb, weil ich persönlich keinerlei Hochtourenerfahrung im Schnee habe, auf Fotos in Bergsteigerzeitschriften oder Blogs wie diesem hier aber immer wieder Seilschaften ohne Sicherung über Fixpunkt im steilen Schneegelände sehe.

    (Schön war auch das kürzlich gesehene Foto in einer Werbebroschüre, bei dem der Bergführer die in einer Kletterpassage nachkommenden Touristen über seinen Körper gesichert hat… Ein bisschen so, wie der Kollege ganz rechts auf dem Gipfelfoto ;-)

    Daher die Frage(n): Wie klärt sich dieser (vermeintliche?) Widerspruch auf? Ist bei Euch der aktuelle Stand noch nicht angekommen? Oder geben die Bilder einen falschen Eindruck oder habe ich da was falsch verstanden?

    Grüße!

  3. Th.M. sagte am 24. Juli 2012 um 09:49 Uhr

    Kurzer Nachtrag: Auf die Schnelle habe ich bspw. das hier gefunden:

    http://www.dav-hameln.de/service/sicherheitstheorie/steileis.htm

    Zusammenfassung von dort:

    – Im weniger steilen Gelände entweder seilfrei gehen oder Fixseil bzw. Seilbremse verwenden!
    – Im steilen Gelände erfolgt die Sicherung wie beim Felsklettern von Standplatz zu Standplatz!

    Viele Grüße!

  4. Wiebke sagte am 7. August 2012 um 10:29 Uhr

    Hallo Thomas,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Da keiner von uns im Haus ausgebildetert Bergführer ist habe ich unseren Bergführer angeschrieben und ihn gebeten Deine Fragen zu beantwortet. Leider ist gerade Hochsaison für Bergführer und deshalb ist er etwas schwer zu erreichen. Ich werde aber so schnell wir möglich seine Antworten auf Deine Fragen hier im Blog posten. Lieben Gruß

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  6. […] auf dem AlphubelAnfang Juli war das Team der Bergfreunde mit der Mammut Peak Project Tour auf dem Allalinhorn und dem Alphubel. Und natürlich waren wir nicht alleine  auf dem Berg, denn mit dabei waren sieben! digitale […]

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