Amstel Gold Race 2016

Die Bergfreunde beim Amstel Gold Race 2016

25. April 2016

Sportart

Philip und Janpeter auf dem Weg zum Amstel Gold Race 2016

Philip und Janpeter auf dem Weg zum Amstel Gold Race 2016

Wenn ein Frühjahrsklassiker des Radsports schon den Beinamen „Bierrennen“ trägt, dann ist es fast schon ein Muss, das Radsportereignis mal persönlich unter die Lupe zu nehmen. Die Gelegenheit dazu erhielten Janpeter und Philip aus dem Bergfreunde Team bei der diesjährigen Austragung des Amstel Gold Race in den Niederlanden.

Philip berichtet von der Toerversie (Jedermann-Veranstaltung am Tag vor dem eigentlichen Profirennen) und dem WorldTour Rennen.

 

 

Bergfreunde auf dem Weg zum Amstel Gold Race 2016

„Bikes sind geputzt, geölt und keiner hat etwas Wichtiges zu Hause vergessen“

Vor dem Rennen

Anfang Februar klingelte das Telefon und Janpeter aus dem Einkaufsteam fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm nach Maastricht zum Amstel Gold Race zu fahren. Das ganze hörte sich vom Start weg spannend an. Da Pearl Izumi und Shimano als Sponsoren des Profirennens auftreten, kam von Paul Lange, dem deutschen Distributor der beiden Bikemarken, eine Einladung speziell für Fachhändler, das Wochenende in Holland zu verbringen. In der Einladung enthalten: Startplätze für die Toerversie und VIP-Karten für den Zielbereich am Sonntag beim Profirennen.

Nach kurzem Überlegen sagte ich zu, da anvisierte Ziele helfen, das Training dauerhaft motiviert anzugehen. Also wurden große Pläne geschmiedet, strenge Vorsätze gefasst und clevere Trainingspläne erstellt. Tägliche Fahrt zur Arbeit, drei Trainingsausfahrten in der Woche, Intervall-Einheiten unter der Woche, lange Ausdauereinheiten am Wochenende, ausgewogene Ernährung – der übliche Wahnsinn.

Wie es weiterlief: eine ambitionierte Grippe, gefolgt von einer ordentlichen Erkältung, zur Abwechslung ein bisschen Schnupfen und dann der nahtlose Übergang in die diesjährige Frühblüher-Saison mit allem was dazu gehört. Gesammelte Kilometer vor der Amstel Gold Race Toerversie: stolze 96 km (mit einem Garmin Edge 520 gemessen [extra für das ambitionierte Training gekauft]). Damit circa 30 Trainingskilometer weniger, als die geplante Runde umfassen würde. Dementsprechend zurechtgestutzt die Erwartungen: durchkommen ist alles!

Ganz anders sah die Vorbereitung beim Kollegen Janpeter aus, der mit 4500 km seit Januar einen deutlichen Trainingsvorsprung für sich verbuchen kann.

Die Gold Amstel Toerversie

Silvi, Janpeter, Philipp und Philip vor dem Start

Silvi, Janpeter, Philipp und Philip vor dem Start

Maastricht, 16.April 2016. Die Wetterprognosen für unseren Radtag sind April-typisch. Sonne, Wolken und Regen sind angekündigt. Wir sind mit schicken neuen Pearl Izumi Factory Team Trikots ausgestattet, die Bikes sind geputzt, geölt und Gott sei Dank hat keiner von uns etwas Wichtiges zu Hause vergessen. Es kann also losgehen.

Die kurze Strecke vom Hotel zum Start fahren wir mit den Rennrädern und dann geht es direkt ins Getümmel. Der Veranstalter hat 16.000 Startplätze vergeben, dementsprechend viel los ist auf den ersten Kilometern. Da die Strecken nur abschnittsweise für den Verkehr gesperrt sind, gibt es hier etliche „spannende“ Momente.

Der weitere Verlauf ist relativ unspektakulär. 125 Kilometer entlang der Maas und dann in das hügelige Limburger Hinterland (Holland hat tatsächlich Hügel!). Die flachen Abschnitte sind geprägt von Wind, die zweite Hälfte wird dominiert von kurzen, steilen (maximal 22%) Anstiegen. Um 13 Uhr erreichen Silvi von Paul Lange und ich den Zielbereich und damit das Zelt mit der Pasta Party! Nach kurzem Stop geht es direkt weiter in Richtung Hotel, wo ich auf Janpeter warte, der sich die 240 km Tour vorgenommen hat und noch etwas länger braucht.

Für ihn lief der Tag leider weniger gut. Erst verlor er seine Gruppe (die allesamt falsch abgebogen und nur die 150 km Runde gefahren sind) und musste sich allein durch den Gegenwind arbeiten, dann kam er in den Regen, dann hatte er einen Platten, dann noch einen und dann kam er an den Anstiegen der letzten 30 km von einem Stau in den anderen. Spaß, soviel kann man sich denken, sieht anders aus. Dementsprechend blendend war die Laune, als er schließlich um kurz vor 17 Uhr klatschnass im Hotel ankam (wo ich seit 3 Stunden geduscht und mit Cappuccino versorgt gewartet hatte).

Amstel Gold – das Profirennen

Sonntag geht es mit dem Bus in das Maastrichter Stadtzentrum zum Start des 51sten Amstel Gold Race. Dank VIP-Tickets dürfen wir ganz nah ran an die Fahrer und (fast noch interessanter) deren Bikes. Anschließend geht es mit dem Bus auf den Cauberg, wo traditionell seit einigen Jahren das Rennen endet. Dort können wir auf Großleinwänden die Übertragung des Rennens mitverfolgen.

 

Eine Nacherzählung des Rennens würde den Umfang dieses Berichts sprengen, außerdem lässt sich das auch in den einschlägigen Medien nachverfolgen und wer die Liveübertragung nicht mitangesehen hat, ist eigentlich sowieso selbst schuld. Nur soviel: das Finale war extrem spannend mit einem Solo-Ausreißversuch von Tim Wellens am vorletzten Berg und dem entscheidenden Angriff von Enrico Gasparotto und Michael Valgren am Ende des Caubergs. Von den großen Favoriten war zu diesem Zeitpunkt nichts mehr zu sehen. Im Sprint konnte sich Gasparotto durchsetzen und gewann damit zum zweiten Mal beim Amstel Gold Race.

Was zu sagen bleibt: vielen Dank an Philipp und Silvi von Paul Lange und das übrige Shimano / Pearl Izumi Team. Die zwei Tage waren top organisiert und wir hatten viel Spaß bei der Toerversie (Janpeter weniger) und dem Profirennen (Janpeter auch).

Außerdem gute Besserung an Fabio Felline, der sich kurz nach dem Start des Rennens bei einem Sturz schwer verletzt hat, sowie an Stef Clement, der sich in der Spätphase das Schlüsselbein gebrochen hat.

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