Zwischen Hameln und Hochrhein: ein Streifzug durch deutsche Klettergebiete

Zwischen Hameln und Hochrhein: ein Streifzug durch deutsche Klettergebiete

30. Januar 2018

Sportart

Deutschland ist immer noch ein verwöhntes Land. Zwar haben Andere mittlerweile noch dickere Brieftaschen und „wir“ sind auch nicht mehr Reiseweltmeister, doch hier und da spielen wir noch ganz oben mit. Klar, beim Fußball natürlich, aber auch – und das wissen viel weniger Leute – bei der Ausstattung der Landschaft mit kleinen und nicht ganz so kleinen Felsen. Die gibt es nämlich mit Ausnahme des wirklich hohen Nordens und wirklich tiefen Ostens in jedem Winkel der Republik. Und dabei überzeugt nicht nur die Quantität, sondern auch die Vielfalt und Qualität.

Das Angebot ist so üppig, dass man kaum weiß, wo man anfangen soll: gut und gerne 20 ländliche Regionen und Mittelgebirge mit jeweils mehr als fünf Klettergebieten listet die Felsinfo des Deutschen Alpenvereins auf. Neben der glamourösen Felsprominenz wie Frankenjura oder Elbsandstein finden sich darunter auch viele weniger bekannte Perlen wie der Südschwarzwald oder das Weser-Leine-Bergland.

Deutsche Klettergebiete im Winter?

Zur Zeit des Erscheinens dieses Artikels ist es tiefster Januar. Das scheint nicht gerade die ideale Zeit für deutsche Klettergefilde, oder? Vor allem wenn der Flieger Richtung Mittelmeer weniger kostet als die Bahn Richtung Mittelfranken. Doch warum sollte man nicht auch hierzulande im Winter ab nach draußen? Sofern der Fels halbwegs trocken ist und es nicht gerade zweistellige Minusgrade hat, stehen dem Klettern keine wirklichen Hindernisse im Weg. Mit einer großen Thermoskanne voll heißem Tee oder heißer Suppe, einer dicken Sitzunterlage und einem Taschenofen in der Hand lässt sich auch das Sichern und Abwarten gleich viel besser aushalten. Das gilt erst recht, wenn man sich von vornherein leichtere Touren aussucht als die, die man unter sommerlichen Bedingungen klettern würde.

Die nötige positive Einstellung kommt vielleicht mit dem Wissen, dass es sehr hilfreich für das Immunsystem und gegen den winterlich trägen Kreislauf ist, sich öfter mal den dauerbeheizten Innenräumen zu entziehen und der Kälte ganz bewusst auszusetzen. Ein bisschen Abhärtung wie zu Opas Zeiten und etwas antrainierte Willenskraft sind ja nebenbei auch ganz nützlich für sommerliche Outdoorabenteuer … Also, auf geht’s, einen schönen Fels mit Südausrichtung gesucht! Davon gibt es in Deutschland eine ganze Menge und einige davon auch in schöner landschaftlicher Umgebung. Bei der folgenden kleinen Auswahl an Sportklettergebieten in Deutschland stelle ich Gebiete vor, in denen das Klettern auch für die Augen ein Genuss und damit maximal motivationsfördernd ist. Fangen wir im Norden an und arbeiten uns dann nach Süden vor:

Weser-Leine-Bergland

Die lang gestreckten Hügelzüge im südöstlichen Niedersachsen sind in großer Zahl mit „Klippen“ genannten Felsen gekrönt. Der bekannteste dieser Hügelzüge dürfte der Ith sein. Allein hier finden sich über 100 Felsen mit gut 1400 Kletterrouten.

Gesteinsart/Kletterei

Hier dominiert Jurakalk, und zwar in sehr fester und griffiger Form. Das Spektrum der Kletterei reicht von griffigen Löchern bis zu kompakten Platten. Am häufigsten trifft man auf steile, athletische Wandkletterei. Auffallend häufig sind auch die beeindruckenden Dächer mit ihren spektakulären Routen. Bekanntestes Beispiel hierfür ist das „Kamel“ genannte Massiv in den Lüerdisser Klippen. Die Absicherung mit Bohrhaken ist überwiegend gut. Für die meisten Routen sollte man jedoch das Legen von mobilen Sicherungen beherrschen (Danke für die Anmerkung, Mia!).

Kletterregelung – was ist wo erlaubt?

Große Gebiete stehen unter Naturschutz und unterliegen temporären oder ganzjährige Sperrungen. Eine detaillierte Liste findet sich bei der IG-Klettern Niedersachsen.

Besonderheiten

Man hat oft schöne Aussichten auf den Felsköpfen, die meist auf den Gipfeln der Hügelketten stehen und über die umgebenden Bäume herausragen. Außerdem tragen sie, wie das eben erwähnte Kamel, alle mehr oder weniger ausgefallene Namen. Bemerkenswert ist auch die Lebendigkeit der Kletterszene so hoch im Norden. So gibt es hier sogar ein eigenes, sehr originelles Szenemagazin namens „Der Klemmkeil“.

Reiseinfos

Wer es den Eingeborenen gleichtun will, logiert klassisch-zünftig auf dem Ith-Zeltplatz. Der ganz in der Nähe gelegene Ith-Campingplatz bietet auch ein paar gemütliche Gästezimmer an.

Die Anfahrt ins Weser-Leine-Bergland erfolgt vom Süden der Republik aus über Göttingen nach Alfeld (Leine). Weitere Anreiseinfos finden sich auf den Seiten der Campingplätze. Eine Auswahl an kostenlosen Topos bietet die Seite der IG-Klettern Niedersachsen.

Kletterführer

Ein Kletterführer über die Klettergebiete im Weser-Leine-Bergland: Hoch im Norden, Panico Alpinverlag, Preis: 39,80 €

Tipp für die Planung

In der DAV-Felsinfo lässt sich die Suche nach zahlreichen Kriterien filtern – so unter anderem auch nach der Ausrichtung des Felsens und der schnellen Trocknungszeit nach Regengüssen. Dafür sucht man sich auf der Startseite in der Deutschlandkarte die Region aus und findet dann im Menü auf der rechten Seite den Button „erweiterte Suche“. Es gibt zu den Regionen nicht nur Karten und Daten, sondern auch einführende Infotexte.

Elbsandstein

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Klettern in Europas größtem Klettergebiet.

Unzählige Türme, Bastionen und Zinnen erheben sich nahe der tschechischen Grenze entlang der noch jungen Elbe. 1100 freistehende Gipfel mit etwa 17 000 Routen bilden das größte Klettergebiet Europas. Große Teile davon befinden sich im Nationalpark Sächsische Schweiz und sind deshalb besonders geschützt. Herausragend sind auch die landschaftliche Schönheit der Umgebung und die lange Geschichte dieses Gebiets. Das Elbsandstein gilt als die Wiege des freien Felskletterns überhaupt. Einen ausführlicheren Artikel mit vielen praktischen Infos zum „Elbi“ gibt es u.a. hier bei den Bergfreunden.

Gesteinsart/Kletterei

Der Name verrät es bereits. Rechts/nordöstlich der Elbe ist der Sandstein eher weich und vereinzelt auch sehr weich, links/südwestlich ist er überwiegend fest und scharfkantig. Der enorme Formenreichtum dieses Mittelgebirges bringt eine entsprechende Vielfalt der Klettereien mit sich – auf Höhen zwischen 10 und 90 Metern ist von plattigen und löchrigen Wänden über Risse und Kamine bis zu Verschneidungen und Dächern alles zu finden. Die Absicherung ist mit „normalen“ Sportklettergebieten nicht zu vergleichen und kann auf Neulinge abenteuerlich bis abschreckend wirken. Dennoch gibt es viele Routen mit guten Sicherungsmöglichkeiten und geringen objektiven Risiken.

Kletterregelung – was ist wo erlaubt?

Die sächsischen Kletterregeln sind speziell und streng. Das sportliche Ethos liegt weit über dem der meisten anderen Klettergebiete. So ist beispielsweise die Benutzung von Chalk untersagt und das Einhängen von Topropes nicht gern gesehen. Auch die Rücksichtnahme auf die Natur und speziell die Unversehrtheit der empfindlichen Felsen ist besonders ausgeprägt. Eine Übersicht der Regeln findet sich auf der Website des Sächsischen Bergsteigerbunds.

Besonderheiten

Die Frage ist eher, was im Elbsandstein nicht besonders ist. So gibt es besondere Klettertechniken (z.B. die „Überfälle“ genannten Bewegungen von Turm zu Turm), besondere Seilschafts- und Sicherungsmethoden oder auch eine eigene Schwierigkeitsskala. Die bekannteste Besonderheit dürften wohl die Knotenschlingen sein, die hier als (Zwischen)Sicherungen verwendet werden. Dabei handelt es sich um Bandschlingen, in die ein Knoten geknüpft wird, der dann anstatt eines metallenen Klemmkeils oder Friends in den Felsspalt oder Riss gelegt wird. Das Verfahren ist wohl begründet, denn metallene Klemmgeräte würden bei einem Fangstoß eher den Fels wegsprengen als den Stürzenden halten. Die Weiterentwicklung der Knotenschlinge ist das UFO. Es handelt sich hier nicht um ein Unbekanntes Felskletter Objekt, sondern um einen Klemmkeil, der in einer Tasche aus Gurtbandmaterial steckt. Nach vielen hitzigen Diskussionen hat man sich an das Ufo-Phänomen in Ostsachsen inzwischen gewöhnt.

Reiseinfos

Finder ihr in diesem Beitrag. Viele weitere Infos zu Anreise, Unterkunft und Aktivitäten finden sich auf Elbsandsteingebirge.de.

Kletterführer

Der Elbsandsteinführer, von Bernd Arnold, Panico Verlag

Tipp für die Planung

Auch hier sei wieder die Suchfunktion der DAV-Felsinfo empfohlen. Hier sind die Kriterien der Regengeschütztheit und des schnellen Trocknens besonders hilfreich, da im Elbsandstein das Klettern an nassen und feuchten Felsen verboten ist.

Donautal

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Ein weiterer Klassiker mit tollem Ambiente – das Donautal.

Schroffe und leuchtend weiße Kalkmassive in beachtlicher Größe flankieren die junge Donau vor allem zwischen Beuron und Sigmaringen. Dieses Gebiet ist ein weiterer Klassiker mit tollem Ambiente, allerdings auch einigen sehr abgespeckte Routen in den unteren Schwierigkeitsgraden. Letzteres trübt den Gesamteindruck aber nur bei großem Andrang, denn ansonsten ist die Auswahl an festem und griffigem Gestein riesig. Die schöne Landschaft drum herum, das oft trockene Wetter und ein uriger Kletterer-Campingplatz in zentraler Lage sorgen vor allem im Sommer für  Urlaubsfeeling.

Gesteinsart/Kletterei

Es gibt viel kompakte Wandkletterei, oft plattig und gelegentlich mit Rissen und Verschneidungen. Kleine, bauchige Überhänge gibt es häufig, Dächer haben hingegen Seltenheitswert. Wenn man nicht gerade eine der blankpolierten Routen erwischt, klettert man meist an sehr rauen, festen und bisweilen scharfkantigen Löchern und Leisten. Bei manchem abgespeckten Vierer oder Fünfer kann  die Schwierigkeitsbewertung recht ambitioniert erscheinen, sodass Gebietsneulinge für den Anfang ruhig einen UIAA-Grad unter ihrem „normalen Können“ einsteigen sollten.

Bei beeindruckenden Wandhöhen von bis zu 120 m gibt es auch eine ganze Reihe Mehrseillängenrouten, die Einsteigern und Könnern des alpin angehauchten Kletterns sehr viel Freude bieten. Allerdings ist hier besonders rund um die Standplätze und Ausstiege der eine oder andere Stein locker, sodass ein Helm generell nicht schadet.

Die Absicherung ist umfassend, kann aber für weniger erfahrene oder ängstliche Kletterer bisweilen recht dünn wirken. Ein paar zusätzliche Keile und Friends helfen hier weiter.

Besonderheiten

Die Mischung macht‘s: die Felsklippen im Sonnenlicht erinnern an mediterrane Kletter-Hotspots, während das Drumherum mit seinen verwinkelten Tälern, bewaldeten Kuppen, malerischen Burgen und verwunschenen Ruinen an Idylle kaum zu überbieten ist.

Kletterregelung – was ist wo erlaubt?

Wie überall sonst auch gibt es einige Zonen mit temporären oder dauerhaften Sperrungen. Ansonsten sind lediglich ein paar der in stark frequentierten Gebieten eigentlich selbstverständlichen Anstandsregeln zu befolgen, wie die, dass die Wanderwege nicht verlassen werden. Regelmäßig aktualisierte Informationen hierzu veröffentlicht die ansässige IG-Klettern.

Reiseinfos

Da der Bahnhof Hausen in Gehweite des Campingplatzes Wagenburg und des Ebinger Hauses (Selbstversorgerhütte der DAhttp://www.ig-klettern-donautal.de/de/kletterfelsen/kletterregelung/V-Sektion Ebingen) ist, lässt sich die Anreise hier problemlos mit ÖPNV organisieren. Eine weitere Übersicht über die Felsen und Klettermöglichkeiten bietet neben der DAV-Felsinfo die Seite der IG-Klettern Donautal/ Zollernalb. Für genaue Routeninfos verweist die IG-Klettern auf die Routendatenbank von Climbing.de. Ein guter Einstieg ins Donautal inklusive vieler touristischer Infos ist dieser Artikel auf klettern.de.

Eine tolle Auswahl an 31 handgezeichneten Topos inklusive detaillierter Beschreibungen aus dem zentralen Bereich rund um die Hausener Klippen findet sich bei rocktopo.org (jpg- oder pdf-Version anklicken für gute Sichtbarkeit).

Kletterführer

Donautal + Zollernalb – Kletterführer, Panico Verlag

Südpfalz

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Auch die Südpfalz lädt zum Klettern ein.

Und schon wieder ein geschichtsträchtiger Klassiker mit viel Ambiente: die Südpfalz. Als größtes geschlossenes Waldgebiet in Deutschland wäre der Pfälzerwald auch ohne die vielen rötlichen Sandsteinformationen eine Besonderheit, doch er würde wohl kaum derart viele Kletterer, Wanderer und Naturgenießer aus dem In- und Ausland anziehen. Zwischen den Metropolen Pirmasens und Landau durchziehen rund um die französische Grenze um die 120 Sandsteintürme, 200 Klippen und zahllose Boulderblöcke die Baumwipfel.

Gesteinsart/Kletterei

Der Buntsandstein der Region bietet eine enorme Vielfalt von Klettereien in allen Schwierigkeitsgraden. Durch die oft waagerechte Schichtung des Gesteins finden sich hier viele ausladende Dächer und abenteuerliche Routenführungen. Auch die vielen wabenförmigen Verwitterungen mit ihren speziellen Griffen und Tritten sind eine Besonderheit der Pfalz. Vielfalt ist auch das Stichwort in Sachen Felsqualität: bombenfest und haarsträubend brüchig sind hier oft nur wenige Meter auseinander.

Die Absicherung genießt einen ähnlichen Ruf wie die des Elbsandsteins und kann mit „meist sparsam“ umschrieben werden. Klemmkeile und Friends sind unverzichtbar, wenn man nicht gerade ein Liebhaber langer Runouts ist. Allerdings ist auch dies keine allgemeingültige Regel: wenn man sucht, dann findet man hier auch in moderaten Schwierigkeitsgraden regelrechte Hakenleitern.

Besonderheiten

Auch die relativ strenge Kletterethik ähnelt der des Elbsandsteins, wobei es in der Pfalz in den letzten Jahren liberaler und pragmatischer zugeht, da ansonsten der Ausgleich vieler Interessen durch ideologische Grabenkämpfe blockiert wäre. So wird beispielsweise das Magnesiaverbot durchaus flexibel gehandhabt. Man soll eben so weit wie möglich drauf verzichten und nur in oberen Schwierigkeitsgraden sowie den frickeligen Kieselklettereien verwenden. Das hat auch gute Gründe, denn Magnesia schädigt auf Dauer die raue Sandsteinoberfläche.

Kletterregelung – was ist wo erlaubt?

Auf der Homepage der Vereinigung der Pfälzer Kletterer finden sich die „Richtlinien für sanftes Klettern im Naturpark Pfälzerwald“. Auch eine Liste der Sperrungen findet sich dort.

Reiseinfos 

Die meisten Felsen befinden sich in der Umgebung der Orte Dahn und Schindhard, beide an der von Karlsruhe nach Pirmasens führenden Bundesstraße 247 gelegen. Dorthin besteht auch Bahnanbindung.

Die erste Adresse in Sachen Unterkunft und Essen ist der mitten in der Felslandschaft nahe Schindhard gelegene Bärenbrunner Hof. Der uralte gegenwärtige Bio-Bauernhof ist Treffpunkt der Pfälzer Szene und bietet neben Ferienwohnungen und gutem Essen auch einen einfachen Zeltplatz. Des Weiteren gibt es in der ganzen Südpfalz eine breite Auswahl an Unterkünften.

Für den klettertechnischen Überblick sorgt die Vereinigung der Pfälzer Kletterer mit ihrer umfangreichen Tourendatenbank, die meist gute Fotos und detaillierte Routeninformationen zu sehr vielen Massiven und Felsen enthält.

Kletterführer

Kletterführer Pfalz, Panico Alpinverlag, 39,80 €

Schwarzwald – vom Battert zum Dreiländereck

Zwischen Hameln und Hochrhein: ein Streifzug durch deutsche Klettergebiete

Natürlich darf der Schwarzwald nicht fehlen. Hier reihen sich die Klettergebiete wie eine Perlenschnur aneinander.

Da auch beim Sporteln an kleinen Felsen das Ambiente zählt, gehört der Schwarzwald in diese kleine Auswahl mit herein. Zwischen Baden-Baden im Norden und Basel im Süden (wo der Basler Jura mit griffigem Kalk lockt) reihen sich die Klettergebiete wie eine Perlenschnur aneinander. Landschaftlich ist es hier meist besonders schön, vor allem in den hoch gelegenen, südlichen Gebieten rund um Freiburg. Hier wären vor allem das Gfäll bei Oberried und der Kandelfelsen unterhalb des Kandelgipfels zu nennen. Wintertauglich sind diese Massive mit ihren meist gut eingeschneiten Zugangswegen allerdings nur für Hartgesottene.

Beim wesentlich tiefer gelegenen Battert ist das etwas anders – hier können dank der überwiegenden Süd-Ausrichtung durchaus auch im Hochwinter passable Kletterbedingungen sein. Während man am Battert in den etwa 300 Routen alle Schwierigkeitsgrade vorfindet, sind die Gebiete im Südschwarzwald eher für die unteren und mittleren Grade bekannt.

Gesteinsart/Kletterei

Porphyr, Sandstein und sogar Granit: im Schwarzwald ist für Abwechslung gesorgt. Da die Geologie der Region durch den Oberrheingraben vulkanisch geprägt ist, sind im Schwarzwald Gesteinsarten vorherrschend, die ansonsten in Deutschland kaum vorkommen. Die Klettereien sind äußerst vielseitig, die Absicherung variiert sowohl von Gebiet zu Gebiet als auch innerhalb der Gebiete. Am Battert gibt es schöne Mehrseillängentouren mit alpinem Feeling, die Absicherung ist allerdings häufig ebenfalls ziemlich „alpin“.

Besonderheiten

Neben den besonderen Gesteinsmischungen ist die Einbettung vieler Klettergebiete in eine idyllische Umgebung eine weitere Spezialität des Schwarzwalds. Hinzu kommen unzählige Möglichkeiten, auch mal etwas anderes als Sportklettern zu machen, vor allem Wandern (z.B. den bekannten Karlsruher Grat), Mountainbiken, Paddeln oder Langlaufen.

Kletterregelung – was ist wo erlaubt?

In vielen Gebieten gelten spezielle Kletterregeln, Naturschutzgesetze und jahreszeitliche Felssperrungen, die meist vor Ort auf Schildern einzusehen sind. Zu den allgemeinen Regeln gehören, dass man Felsköpfe möglichst nicht betritt, temporäre Sperrungen (wegen Vogelbrut, etc.) respektiert und angelegte Zustiegswege nicht verlässt. Die Kletterregeln für den Battert sind auf Battertfelsen.de aufgelistet.

Reiseinfos

Im Südschwarzwald sind die meisten Felsen mit ÖPNV und einem mehr oder weniger langen  Fußmarsch zu erreichen. Mit dem Auto kommt man meist wesentlich näher an die Felsen heran. Der Battert erfordert sowohl mit ÖPNV als auch mit Auto nur einen kurzen Fußmarsch.

Überall im Schwarzwald finden sich Campingplätze, Pensionen, Jugendherbergen, Naturfreundehäuser und Hotels. Weitere Infos finden sich bei der Schwarzwald Tourismus GmbH.

Informationen zu den Gebieten und Felsen rund um Freiburg gibt es bei der IG-Klettern Südschwarzwald, für den gesamten Schwarzwald bei der DAV-Felsinfo

Kletterführer

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Mia sagte am 27. Januar 2018 um 01:29 Uhr

    Hallo,
    echt ein netter Artikel! Doch als norddeutsche Kletterin kann ich mit großer Sicherheit sagen, dass das Beispielbild nicht aus den Weserbergland stammt. Blättert mal durch den Kletterführer ;-)
    Und da man in fast allen Touren – um sich nicht in Lebensgefahr zu bringen – Schlingen oder Keile legen muss, würde ich die Absicherung definitiv eher als befriedigend bis evtl. gut bezeichnen. Anfänger ohne Erfahrung im Legen von mobilen Absicherungen sind im Ith und den meisten anderen Gebieten nicht gut aufgehoben.

  2. Jörn sagte am 30. Januar 2018 um 12:05 Uhr

    Hi Mia,

    was das Bild angeht, hast du vollkommen recht. Ich hab es mal rausgenommen. Die anderen Infos aktualisiere ich noch. Vielen Dank für deine Anmerkungen!

    LG

    Jörn

  3. Martin sagte am 14. April 2018 um 22:13 Uhr

    Hallo Zusammen,

    Gibt es denn überhaupt ein Klettergebiet in Deutschland mit richtig guter Absicherung?

    LG Martin

  4. Jörn sagte am 19. April 2018 um 10:31 Uhr

    Hi Martin,

    ja, die gibt es :-) Kollege Daniel warf gerade sein heimisches Klettergebiet ein: https://www.climb.spider-net.de/gebiet/steinicht.phtml

    Ansonsten findest du ausführliche Infos zur Absicherung aller deutschen Gebiete in der Felsinfo vom DAV: http://felsinfo.alpenverein.de

    Liebe Grüße, Jörn

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