Der passende Kinderrucksack für jedes Alter

16. April 2021

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Spätestens im Kindergartenalter wird es Zeit für den ersten eigenen Rucksack. Die meisten Kinder wachsen in den darauffolgenden 15 Jahren noch ein ganzes Stück in die Höhe. Dementsprechend müssen auch die Rucksäcke in dieser Zeit immer wieder ausgetauscht und an die jeweilige Größe angepasst werden. Angefangen beim Kindergartenrucksack, über Rucksäcke für Grundschüler und Schulrucksäcke, bis hin zu speziellen Modellen für Jugendliche und Teenager reicht das Angebot. Ab dem fortgeschrittenen Teenager-Alter eignen sich bereits Rucksäcke für Erwachsene mit kurzer Rückenlänge.

Der Rucksack sollte zur Entwicklung des Kindes passen.

Für die Auswahl von Kinderrucksäcken gibt es zwar technische Kriterien und einige grundlegende Überlegungen, allerdings müssen Eltern das Thema Kinderrucksack für jedes Kind individuell betrachten, denn der Rucksack sollte zur Entwicklung des Kindes und dessen Anforderungen bestmöglich passen. Um Kinderrucksäcke zu kategorisieren, orientieren sich Hersteller von Kinderrucksäcken, wie Deuter, Vaude oder Affenzahn, in erster Linie am Alter der Kinder. Die kleinsten Rucksäcke sind meist für Kinder bis drei Jahre konzipiert und eignen sich für Kinder in Kitas oder Kinderkrippen.

In der zweiten Kategorie werden oft die Kinder im Kindergartenalter (also von 3 bis 5 Jahren) erfasst. Schulkinder, beziehungsweise Grundschulkinder, sind mit 6 bis 10 Jahren schon deutliche größer. Danach geht es von den Kinderrucksäcken fließend in Rucksäcke für Jugendliche, Teenager und junge Erwachsene über. Je nach individueller Entwicklung, Größe und Statur kommen für den einen oder die eine bereits Rucksäcke für Erwachsene oder doch eher kürzere Jugendrucksäcke in Betracht.

Kindergartenrucksack und Kleinkinderrucksack

Während Babys und auch Kleinkinder noch geschoben oder getragen werden, können im Grunde alle Kinder mit Rucksack ausgerüstet werden, die bereits laufen gelernt haben und sicher auf beiden Beinen stehen. Davon ausgehend, dass die meisten Kleinkinder mit etwa einem Jahr das Laufen lernen, lohnt sich ein Rucksackkauf ab etwa eineinhalb oder zwei Jahren. Kinder in diesem Alter sollten nicht sehr viel mehr als ein Kilogramm auf dem Rücken tragen. Gepolsterte Träger und eine Polsterung am Rücken sorgen dafür, dass der Rucksack bequem getragen werden kann und nicht im Bereich von Hals oder Schultern einschneidet oder zu Scheuerstellen führt. Wenn ein Kleinkinderrucksack zwischen 200 g und 300 g wiegt, bleiben noch knapp 700 g als möglicher Rucksackinhalt. Bei etwa 4 – 5 Liter Volumen reicht das bestens für eine volle Trinkflasche, eine Vesperdose, die eigene Jacke und ein paar Handschuhe.

Die Rucksäcke sind optimal auf die Bedürfnisse der Kinder angepasst.

Damit Kinder den Umgang mit dem Rucksack schon früh lernen, sind die Rucksackmodelle für Kleinkinder optimal auf kleine Hände und Finger zugeschnitten. Rundumlaufende und leicht bedienbare Reißverschlüsse mit großen Zugösen sorgen dafür, dass sich der Rucksack schnell und unkompliziert öffnen und schließen lässt. Robuste Verarbeitung und strapazierfähige Materialien verzeihen auch „unsanftere“ Behandlung im Alltag. Meist verwenden Rucksackhersteller Polyester oder Nylon als Basismaterial. Eine zusätzliche PU-Beschichtung sorgt für Schutz vor Regen und erleichtert die Reinigung bei ausgelaufenen Trinkflaschen und Vesperdosen.

Meist verfügen Kleinkinderrucksäcke nicht über zu viele Fächer, sondern sorgen für gute Übersichtlichkeit. Ein großes Hauptfach und eventuell noch ein zusätzliches Frontfach, ein extra Tragegriff und eventuell eine seitliche Mesh-Tasche für die Trinkflasche genügen völlig. Wichtig sind dagegen ein hübsches und kinderfreundliches Design, gut sichtbare Farben und gut sichtbare Reflektoren. Oft sind Kinderrucksäcke für Kleinkinder mit Tiergesichtern und bunten Farben verziert. Im Fall von Rucksackhersteller Affenzahn sieht sogar der ganze Rucksack wie das eigene Lieblingstier der Kinder aus. Die meisten Rucksäcke für Kita-Kinder und Krippenkinder sind mit einem Namensschild ausgestattet. So lässt sich ein verlorener oder vergessener Rucksack schnell wiederfinden. 

Rucksack für Kindergartenkinder

Vom ersten Tag im Kindergarten bis zum ersten Schultag wachsen Kinder meistens zwischen 15 cm und 20 cm. Das bedeutet, dass der erste Kindergartenrucksack nicht unbedingt der Gleiche sein wird, der bei der Einschulung gegen einen Schulranzen oder Schulrucksack eingetauscht wird. Denkbar ist aber, dass der erste Kindergartenrucksack etwa zwei Jahre gut passt und danach gegen ein größeres Modell mit längerer Rückenpartie getauscht wird. Dementsprechend liegt das Volumen für den Kindergarten-Einsteiger „a.k.a. Mäusegruppe“ mit etwa 6 – 9 Liter Volumen auch unter der der größeren „Bärengruppe“ mit 10 – 12 Liter Stauraum.

Rucksäcke für Kindergartenkinder unterscheiden sich von Rucksäcken für Kleinkinder nicht nur durch Rückenlänge und Volumen. Auch die Anzahl der Fächer ist oft höher und zu den kinderfreundlichen Reißverschlüssen kommen Steckschnallen, Einstellriemen und Druckknöpfe dazu. Die meisten Rucksäcke für Kindergartenkinder sind als Toploader mit Reißverschluss oder überlappendem Deckel konstruiert. Die Deckel werden mit einer oder zwei Steckschnallen fixiert. Darunter dient ein Kordelzug mit Kordelstopper als zusätzliche Sicherung. Für kleine Kinder eignen sich beide Systeme gut und bieten keinen klaren Vorteil oder Nachteil.

Viel wichtiger ist auch hier ein weich gepolstertes Tragesystem, das sich gut anpassen lässt und am Rücken weder zu lang noch zu kurz ist. Bei einer zu kurzen Rückenpartie drückt der Rucksack mit seinem Gewicht in den unteren Rücken. Ist der Rucksack zu lang, reicht er bis zum Gesäß oder sogar zu den Beinen. Dadurch zieht die Last das Kind an den Schultern nach hinten – was beim Laufen natürlich sehr hinderlich ist. Bereits Rucksäcke für Kindergartenkinder sind oft mit einem verstellbaren Brustgurt ausgestattet, der von einer praktischen Steckschnalle gehalten wird.

Selbst bei geringer Traglast verbessert der zusätzliche Brustgurt den Tragekomfort, weil die Schulterträger nicht seitlich verrutschen. Der Rucksack sitzt so sicher und bequem am Rücken und die Arme genießen volle Bewegungsfreiheit. Das ist nicht nur zum Laufen und Spielen perfekt, sondern bietet auch zusätzliche Sicherheit, da beide Hände jederzeit frei sind, um sich bei Bedarf festzuhalten.

Die kleinen Rucksäcke sind vielseitige Allrounder und nicht so spezialisiert wie die Wander-, Trekking-, Kletter- und Bike-Rucksäcke der Eltern. Dank ergonomischem Schnitt und guter Polsterung lassen sie sich aber auch bestens für die ersten Wanderungen auf eigenen Füßen und Urlaubsreisen verwenden. Das Design der Kindergartenrucksäcke ist sehr breit gefächert und reicht von schlichten Modellen bis hin zu bunt bedruckten Rucksäcken mit verschiedenen Motiven.

Vielseitige Modelle – für jedes Kind findet sich der passende Rucksack.

In Bezug auf Farben und Muster sind dabei schon im Kindergartenalter Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen zu erkennen. Mit Rosa und Pink für Mädels und blauen Farbtönen für Jungs scheinen die farblichen Wünsche vieler Kinder sehr gut erfüllt zu werden. Besonders beliebt sind allerdings auch Rucksäcke in Form von verschiedenen Tieren, beziehungsweise Tierköpfen. Ob Vaude, Deuter, Jack Wolfskin oder Affenzahn – Rucksäcke mit freundlichen Augen und langen Ohren, die wie ein Hund, ein Löwe, Affe, Wolf oder wie eine Eule aussehen, erfreuen sich bei Kindern im Kindergartenalter größter Beliebtheit.

Schulrucksäcke und Rucksäcke für Grundschulkinder

Für die Schule selbst eignet sich ein spezieller Schulrucksack oder Schulranzen besser, als ein Wanderrucksack für Grundschulkinder. Der Wanderrucksack ist in der Regel eher rundlich geformt, so dass Wechselbekleidung, Ausrüstung und Proviant sich gut transportieren lassen. Um Schulbücher, Hefte und Stifte gut zu verstauen, eignet sich jedoch besser eine „kantigere“ Form, die in verschiedenen Fächern den nötigen Platz für die Schulutensilien bereitstellt.

Schulrucksäcke sind mit etwa 18 Liter Stauraum so groß wie ein kleiner Daypack für Erwachsene. Auch Wander- und Outdoorrucksäcke für Kids sollten etwa in dieser Größenordnung gewählt werden. Dabei ist es nicht empfehlenswert auf ein kleines Rucksackmodell für Erwachsene auszuweichen, denn dann ist höchstwahrscheinlich die Rückenpartie zu lang und die Träger lassen sich nicht richtig an die Größe des Kindes anpassen.

Mit zunehmendem Alter der Kinder passen auch die Rucksackhersteller ihre technischen Details und Designs immer mehr an die „großen“ Modelle an. Von den verspielten Tierköpfen geht es zu bedruckten oder einfarbigen Modellen. Kompressionsriemen, verstellbare Hüftgurte, integrierte Regenhüllen und Gummizughalterungen ergänzen teilweise die Wander- und Alltagsrucksäcke für Kinder.

Rucksäcke für ältere Kinder, Jugendliche und Teenager 

Viele Kinder im fortgeschrittenen Grundschulalter unternehmen bereits in jungen Jahren die ersten anspruchsvollen Touren mit ihren outdooraffinen Eltern. Dafür bieten Marken, wie Tatonka, Haglöfs oder Deuter bereits spezielle Wander-, Berg- oder Trekkingrucksäcke an. Mit einem kompakten Trekkingrucksack für Kinder, der bei 30 Liter Volumen dieselben Features bietet, wie ein 75 Liter Reiserucksack für Erwachsene, lassen sich auch mit einem oder einer motivierten zehnjährigen optimal mehrtägige Hüttentouren unternehmen.

Je nach Größe des Kindes vollzieht sich der Übergang zu den Rucksäcken für Erwachsene schleichend und individuell. Für Jugendliche gibt es noch eine gute Auswahl an Rucksäcken, die oft bereits etwas spezialisierter sind und als Wanderrucksack, Trekkingrucksack oder Bike-Rucksack angeboten werden. Oft ähneln sie sehr stark den Modellen für Erwachsene – sind allerdings meist etwas kleiner und im Rückenbereich kürzer und schmaler geschnitten.

Auf die richtige Einstellung kommt es an!

Mit der Anschaffung eines qualitativ hochwertigen Kinderrucksacks einer bekannten Outdoormarke können Eltern bereits einige wichtige Aspekte beim Rucksackkauf als erledigt betrachten:

  • Der Kinderrucksack ist kinderleicht bedienbar.
  • Die Träger und der Rücken sind weich gepolstert.
  • Das Material ist stabil und abriebfest.
  • Ergonomie, Schnitt und Volumen sind perfekt aufeinander abgestimmt.

Es gilt zunächst also nur noch, die richtige Rucksackgröße für sein Kind zu finden. Bei durchschnittlicher Körpergröße der Kinder können sich Eltern ganz einfach am Volumen der Kinderrucksäcke orientieren. Eine Altersempfehlung oder die Angabe der empfohlenen Rückenlänge in cm ist dagegen eher selten angegeben.

Die Traglast wird bei Kinderrucksäcken praktisch nie gesondert erwähnt, jedoch sollten die Eltern darauf achten, dass vor allem die Schulrucksäcke nicht zu schwer beladen sind. Da die Wirbelsäule sich bei Kindern noch voll in der Entwicklung befindet, können zu schwer beladene Rucksäcke schnell zu irreparablen Schäden am Rücken führen.

Alter des KindesRucksackvolumenMaximale Traglast
Bis 2 Jahre3 – 5 Liter0,5 kg
2 – 34 – 6 Liter1 kg
3 – 46 – 9 Liter1,5 kg
5 – 610 – 12 Liter2 kg
6 – 815 – 18 Liter3 kg
8 – 1016 – 20 Liter5 kg
10 – 12 18 – 24 Liter6 kg
12 – 16 20 – 28 Liter7 kg
Über 1625 Liter +10 kg +

(Alle Werte sind Richtwerte zur Orientierung und können individuell abweichen.)

Bei der Einstellung sollten die Eltern ihren Kindern helfen.

Vor allem kleinere Kinder sind nicht in der Lage einen Rucksack selbst einzustellen. Da müssen die Eltern etwas nachhelfen. Dafür sollte der Rucksack so beladen werden, wie er auch im Alltag typischerweise beladen wird. Also zum Beispiel mit Vesperdose, gefüllter Trinkflasche und anderen Accessoires. Bei kleineren Kindern sollte außerdem noch die aktuelle Jacke für das Einstellen angezogen werden, denn sonst sitzt der Rucksack unter Umständen viel zu eng.

Danach sollten die Schultergurte erst komplett gelockert und dann so angezogen werden, dass die Schulterpolster ziemlich genau auf Schulterhöhe anliegen und keine große Lücke zwischen Schulter und Rucksack entsteht. Dann müsste der Rucksack im besten Fall gerade am Rücken aufliegen. Da Kinder die Träger absichtlich oder unabsichtlich verstellen können, sollten die Schulterträger in regelmäßigen Abständen nachjustiert werden. Das gilt natürlich auch bei dünnerer oder dickerer Bekleidung. In jedem Fall müssen beide Schulterträger gleich eingestellt sein, damit der Rucksack nicht schief auf dem Rücken hängt.

Lange haltbar durch regelmäßige Pflege

Kinderbekleidung und Kinderrucksäcke zeigen schnell Spuren vom täglichen Einsatz und vom Spielen in der Natur. Dass die Klamotten gewaschen werden, ist natürlich selbstverständlich. Aber auch dem Kinderrucksack hilft regelmäßige Pflege von innen und außen. So bleibt der Rucksack frisch und einsatzbereit – vielleicht sogar für den kleinen Bruder oder die kleine Schwester.

(P.S.: Eine gute Anleitung zur Rucksackpflege gibt es hier: https://www.bergfreunde.de/basislager/rucksack-waschen/)

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