NRW-Alpinkader, Foto: Fritz Miller

Der NRW-Alpinkader geht an den Start

19. Oktober 2016

Sportart

Aus Nordrhein-Westfalen kommen viele schöne Dinge. Zum Beispiel Pumpernickel, „Pommes Schranke“ oder die sogenannte „Mantaplatte“. Und was wäre die Welt eigentlich ohne Zwiebelmettbrötchen? Abseits von aller Kulinarik – wenn man das als solche bezeichnen möchte – hat das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands seit diesem Jahr aber auch in Sachen Alpinismus ein echtes Alleinstellungsmerkmal: Der Alpinkader NRW ist am Start und hat sich ganz der Förderung von Talenten im alpinen Bergsport verschrieben – und die Bergfreunde freuen sich, von Anfang an als Partner mit dabei sein zu dürfen!

Spitzenalpinismus „Made in NRW“

… so prangert es in großen Lettern auf dem Flyer, der hier bei uns auf dem Tisch liegt. Der Plan: In drei Jahren ein sechsköpfiges Team junger Alpinisten aufstellen, die dazu ausgebildet werden, am Ende dieses Zeitraums eine Expedition inklusive anspruchsvoller Erstbegehung abzuschließen. Der gesamte Prozess ist dazu in drei Teile untergliedert:

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Theorie und Praxis beim Sichtungslehrgang „Sicherungstechnik und Bergrettung“ Foto: Felix Schmale

Sichtungslehrgänge: Aus einem Pool an Bewerbern werden die aussichtsreichsten Kandidaten eingeladen. Aus diesen werden nach dem ersten Lehrgang wiederum zehn Bergsteiger ausgewählt, die anschließend zu weiteren Sichtungscamps eingeladen werden. Dieses Prozedere dient dazu, bisheriges Wissen und die Fähigkeiten der Nachwuchsathleten in den Bereichen Sicherungstechnik, Bergrettung, Mehrseillängenklettern und Eis zu prüfen. Am Ende stehen sechs Sportler, die den Alpinkader-NRW repräsentieren.

Ausbildungslehrgänge und Theorieseminare: Im zweiten Schritt geht es darum, die bestehenden Fähigkeiten und das Wissen auszubauen. Begleitet wird der Kader von einem großen Lehr-Team, dem erfahrene Alpinisten wie Charly Langbein, David Colling sowie unser Pro-Team-Mitglied Fritz Miller angehören und das sowohl in praktischen, als auch theoretischen Belangen auf einen großen Wissensschatz zurückgreifen kann, um die jungen Alpinisten bestmöglich auf Teil Drei des Programms vorzubereiten.

Expedition: Sie stellt schließlich das große Highlight der dreijährigen Ausbildung des Alpinkaders-NRW dar. Das Expeditionsziel wird dabei durch den Kader selbst bestimmt und recherchiert. Je nach Ausrichtung des Teams könnten dabei sowohl eine Erstbesteigung, die Überschreitung und/oder Erkletterung bisher unbekannter Felswände im Fokus der Unternehmung stehen. Natürlich alles unter der Prämisse: “leave nothing but footprints, take nothing but pictures” sowie unter Einhaltung des UIAA-Ethik-Codes, der Kathmandu-Declaration on Mountain Activities und der Tirol-Deklaration zu Richtlinien und Verhaltensweisen des Bergsteigers.

Den Bergsport fördern

Natürlich wird auch geklettert! Foto: Felix Schmale

Natürlich wird auch geklettert! Foto: Felix Schmale

Und auch wenn diese Expedition gleichermaßen das physische Ziel der Anstrengungen ist, steht auf der Metaebene darüber hinaus die generelle Förderung des Alpinismus im Vordergrund. Nach der Expedition tragen die ausgebildeten Team-Mitglieder den Spirit und die gewonnenen Erfahrungen in ihre jeweiligen Sektionen und sorgen so ihrerseits für die Inspiration junger Talente. Die dreijährige Ausbildungsphase beginnt daraufhin wieder von vorne, mit der Sichtung eines neuen Kaders.

Derzeit befindet sich der erste Alpinkader übrigens in der zweiten Sichtungsphase – es wird also nicht mehr lange dauern, bis das 6-köpfige Team feststeht!

Die Bergfreunde sind von Anfang an mit dabei

Letztlich sind wir jedoch nun nicht nur aus persönlichem Bezug zum Bergsport auf den weiteren Prozess gespannt, denn die Bergfreunde freuen sich zusätzlich, den Alpinkader als Medien- und Ausrüstungspartner zu unterstützen und mit Berichten und spannenden Einblicken in die Welt des Bergsteigens auf seinem Weg zu begleiten. Natürlich ist ebenso der DAV-Landesverband mit an Bord und sorgt nicht zuletzt für finanzielle Unterstützung.

Ihr dürft euch also ab sofort auf regelmäßige Updates freuen! Schaut doch zwischendurch auch mal auf der Facebook-Seite des Alpinkaders rein oder besucht ihre Homepage. Dort findet ihr weitere Infos, unter anderem zum Bewerbungsverfahren, zum Netzwerk und natürlich zum Team selbst!

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