Ausrüstung

Der Mountain Equipment Down Codex

8. Februar 2018

Kategorie

Sportart

Down Codex Logo

Down Codex Logo

Mountain Equipment ist bekannt als ein Hersteller hochwertiger Daunenprodukte wie beispielsweise Schlafsäcke oder Bekleidung. Daune überzeugt durch Ihre natürlichen Eigenschaften und einem genialen Verhältnis von Gewicht und Isolationsleistung.

Sie ist jedoch auch ein Rohstoff, der mit Verantwortung gewonnen werden muss. Mit dem „Down Codex“ hat Mountain Equipment ein richtungsweisendes Auditierungs-Verfahren ins Leben gerufen. Es soll die Herkunft der Daune transparent machen und sicherzustellen, dass die Daune aus artgerechter Tierhaltung stammt. Ich habe mir das Projekt etwas genauer angesehen.

Down Codex: in drei Schritten zur perfekten Daune

Bereits vor etwa mehreren Jahren hat Mountain Equipment das mehrstufige Projekt „Down Codex“ gestartet. Ziel war es von Beginn an, neben der Qualität der Daune auch noch ethische Aspekte wie Umwelt- und Tierschutz verstärkt zu forcieren. Da man sich bewusst war, dass dies nicht „von jetzt auf gleich“ umgesetzt werden kann, wurde ein dreistufiger Plan erstellt. Dieser gliedert die fortlaufenden Bemühungen um Verbesserungen entlang der Produktionskette sicher zu stellen:

  1. Aufstellung des Down-Codex
    Zunächst wurden Richtlinien aufgestellt, die Daunenlieferanten vorgegeben werden. Die Inhalte beschreibe ich weiter unten genauer.
  2. Kommunikation des Codex
    Dieses Regelwerk wurde den Lieferanten vorgestellt. Diese mussten dessen Einhaltung zustimmen, wenn sie weiterhin Daune für ME-Produkte liefern möchten.
  3. Überprüfung der Codex-Einhaltung
    In Zusammenarbeit mit dem IDFL (International Down and Feather Laboratory) als unabhängiger Partner wurde eine Auditierung getartet. Im Zuge dessen sowie durch fortlaufende Kontrolle soll sichergestellt werden, dass die Richtlinien eingehalten werden.

Inhalte des Down-Codex von Mountain Equipment

Im ersten Schritt wurde ein Codex erarbeitet und veröffentlicht. Er definiert den von Mountain Equipment erwarteten Prozess der Daunegewinnung. Wichtige Eckpunkte sind beispielsweise:

Down Codex

  • die Daune ist ein Nebenprodukt der Nahrungsmittel-Produktion (i.d.R. Fleisch- oder Eierproduktion)
  • Lebend- oder Mauserrupf sind ausgeschlossen – die Daune wird erst gewonnen, wenn die Tiere zuvor auf „ethisch korrekte Weise getötet“ wurden
  • keine Zwangsmästung der Tiere, die im Gegenzug Zugang zu natürlicher Nahrung und frischem Wasser haben müssen
  • artgerechte Haltung mit ausreichen Platz
  • Reinigung und Sortierung der Daunen erfolgt auf Wasserbasis und ohne den Einsatz von Lösungsmitteln
  • jede Charge des Rohstoffes wird durch das IDFL auf seine Qualität getestet

Weitere Details zum Down Codex und den aktuellen Stand der Umsetzung findet ihr übrigens auch auf der Seite von Mountain Equipment.

Der aktuelle Zwischenstand

Seit November 2014 stammt laut dem Bericht von Mountain Equipment 100 % der Daune aus Quellen, die vom IDFL vollständig geprüft und auditiert wurden. Hier eine kleine Übersicht, was seither sonst noch geschehen ist:

  • Seit 2014 werden alle Lieferketten durch den IDFL und die Richtlinien des Down Codex überprüft.
  • 2015 wird der Down Codex beim „The great Outdoots Award“ als „Sustainably product of the year“ ausgezeichnet.
  • Entenzucht für ME

    Entenzucht für ME

    Außerdem sieht Mountain Equipment den Down Codex als lang angelegtes Projekt und arbeitet fortlaufend daran, die Prozesse und Richtlinie zu verbessern.

 

„Trace Your Down“-Projekt bereits gestartet

Um die Transparenz auch für den Endkunden in optimale Weise herzustellen, haben die Verantwortlichen bereits mit der Umsetzung des nächsten Schrittes begonnen. Hierzu soll jeder Artikel mit einem Code ausgestattet werden. Mit diesem können auf der Website zum Down Codex die folgenden Informationen aufgerufen werden:

  1. genaue Angaben zur Herkunft der Daune
  2. der IDFL-Prüfbericht zur produzierenden Farm
  3. der IDFL-Laborbericht mit Infos zu Fill Power und Zusammensetzung der Daune
  4. weitere Detailinfos zum Produkt und den verwendeten Materialien
Der Trace-Code

Der vorübergehende Trace-Code

Ab Sommer 2012 soll jedes Daunenprodukt von Mountain Equipment mit einem 12-stelligen Code ausgeliefert werden.

Wer einen Glacier, Helium, Dreamcatcher, Classic und Titan Schlafsack der 2011-Kollektion besitzt, kann ebenfalls Infos zur Daunenherkunft erhalten: wenn dort (vgl. Foto) der Code „1007 SS11“ eingetragen ist, darf man davon ausgehen, dass die verwendete Daune in jedem Fall aus einem bereits zertifizierten Betrieb stammt.

Unser Fazit: Mountain Equipment geht mit gutem Beispiel voran

Thomas Strobl von Mountain Equipment fasst das Ziel des Projektes wie folgt zusammen:

Zwar hatten wir seit je her ein Auge auf die verantwortungsvolle Gewinnung unserer Daune. Dennoch sind wir stolz, als Erste in der Branche klar definierte Vorgaben und ein unabhängiges sowie transparentes Kontrollsystem geschaffen zu haben.

Und genau dieses Bestreben verdient in meinen Augen Anerkennung. Mountain Equipment geht über das Mittelmaß hinaus und investiert Zeit und Geld für einen möglichst verlässlichen und transparenten Prozess. Zwar beteuern i.d.R. fast alle Hersteller, dass sie ähnliche Bedingungen anstreben – in der Nachweisbarkeit hat ME aber wohl zunächst die Nase vorne.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Mountain Equipment Vega Jacket Daunenjacke: heat is on sagte am 20. Oktober 2011 um 09:59 Uhr

    […] die Daune kommt, die man da trägt. Während einige Hersteller sich da gar nicht zu äußern, gibt Mountain Equipment ganz klar bekannt, woher die Daunen stammen. Und nicht nur, dass die von tot gerupften Gänsen stammen (was eigentlich Standard sein sollte), […]

  2. mike sagte am 13. September 2013 um 08:32 Uhr

    Den DOWN-CODEX find ich eine gute Sache, allerdings stell ich mir auch die Frage „Kann man sich darauf verlassen?“ oder handelt es sich um eine schlau ausgedachte Marketingstrategie!? Ich habe fast nur Ausrüstung von ME und bin sehr zufrieden damit, aber wieviele Unternehmen haben dieses oder jenes Gütesiegel, oder Verträge die dann doch nur „Pseudo“ sind, der Endverbraucher kann es ohnehin nit nachkontrollieren!?

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