Caro North im Bergfreunde-Pro-Team

Caro North – unser Neuzugang im Bergfreunde Pro-Team

28. Oktober 2016

Sportart

Mit 16 Jahren schon am Aconcagua unterwegs. Kann man machen. Genauer gesagt: Kann Frau machen! Zwar blieb der Gipfelerfolg damals aus, doch das hielt die junge Frau, die sich heute zu einer herausragenden Athletin gemausert hat, nicht davon ab, im Bergsport Fuß zu fassen. Die Rede ist von Caro North, dem neusten Mitglied unseres Pro-Teams. Wir haben sie zum Willkommens-Interview gebeten.

Caro North im Bergfreunde-Pro-Team

Oben auf, Foto: Christina Huber

Hi Caro, es freut uns, dass Du bei uns im Pro-Team mit von der Partie bist. Um einen ersten Eindruck von dir zu bekommen, gib uns doch mal drei Sätze, die dich beschreiben:

Meine Riesenleidenschaft sind die Berge und das Klettern in all seinen Spielarten. Dafür habe ich eine unendlich große Motivation und richte mein Leben komplett danach aus. Zudem habe ich diesen Drang, stetig Neues zu entdecken und anspruchsvolle Herausforderungen zu meistern!

Du kommst aus der Schweiz und hast das Bergsteigen quasi mit in die Wiege gelegt bekommen. Ich nehme an, du hast in jungen Jahren lieber mit Karabinern gespielt, als mit Puppen?

Also ich war tatsächlich schon früh in den Bergen unterwegs, beim Skifahren und Hüttenwandern mit meinen Eltern – aber als Kind war ich doch eher ein bisschen kräftiger und weniger sportlich unterwegs. Die ersten Karabiner hatte ich dann mit 10 Jahren in der Hand. Ein großer Puppenfan war ich tatsächlich nie.

Caro North im Bergfreunde-Pro-Team

Im Spalt, Foto: Caro North

Ich habe gelesen, dass deine Familie neben dem Bergsport auch der Musik frönt und dass du Kontrabass spielst. Findest du dafür überhaupt noch Zeit?

Mittlerweile nicht mehr – und ein Kontrabass lässt sich so schlecht mit auf Reisen mitnehmen ;-)

Kannst du dich noch an deine erste echte Hochtour erinnern? Wie war das so?

Aber sicher, das war mit der Jugendgruppe als ich 13 Jahre alt war. Damals ist jeder mal in eine Spalte geflogen und für mich war das dann auch erstmal irgendwie normal, das musste wohl so sein…

Von 2011 bis 2013 warst du Teil des DAV-Expedkaders der Frauen. Konnten die dir überhaupt noch was beibringen?

Klar, ich hab aus dieser Zeit mega viel mitgenommen! Vor allem beim Eis- und Mixedklettern, das hatte ich vorher noch nicht so häufig gemacht. Außerdem hat mich Dörte (Dörte Pietron, Klettertrainerin des Exped-Kaders, Anm. d. Red.) zu meiner ersten Patagonien-Expedition motiviert.

Caro North im Bergfreunde-Pro-Team

Unterwegs am Grandes Jorasses, Foto: Thomas Franchini

Wie ist es um das Risiko bestellt? Wie gehst du damit um? Einfach drauf los oder minutiöse Planung?

So ein Mix aus beidem. Ich plane etwas, aber sicherlich auch nicht so viel und detailliert wie manch anderer. Irgendwann muss man dann einfach raus und los. Zu viel Planung macht es dann auch nicht unbedingt sicherer.

Letztes Jahr hast du die erste Frauenseilschaft auf den Cerro Torre geführt, warst dieses Jahr schon für längere Zeit im Himalaya und in den USA unterwegs. Wo geht es als nächstes hin?

Oh, da hab ich noch so einige offene Ziele – im Himalaja und in Patagonien – aber jetzt geht’s nächste Woche erstmal nach Indian Creek zum Klettern, Juhuuu!

Wie wichtig ist es dir, neben dem sportlichen Aspekt auch die Kulturen vor Ort kennenzulernen.

Sehr, sehr wichtig! Ich klettere gerne mit den Locals aus dem jeweiligen Land, versuche ihre Sprache zu lernen und mir bei meinen Expeditionen auch Zeit zum Reisen und Kennenlernen der heimischen Bräuche und Tugenden zu nehmen. Gerade das macht es für mich so spannend!

Caro North in Charmonix, Foto: Isabelle Holloway

Caro North in Charmonix, Foto: Isabelle Holloway

Was kommt bei dir nach einem langen Tag abends auf der Hütte auf den Tisch?

Da ich Vegetarierin bin, gerne was ohne Fleisch.

Gibt es etwas, was auf keiner Tour fehlen darf? Hast du vielleicht einen Glücksbringer?

Einen Glücksbringer habe ich eigentlich nicht, da ich schon versuche immer so leicht wie möglich unterwegs zu sein, aber was definitiv nicht fehlen darf, sind meine Rosinen!

Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Was macht Caro in zehn Jahren?

Hoffentlich noch mehr Klettern und nicht mehr arbeiten. Oder besser gesagt, keine kleinen Saisonjobs mehr, sondern als Bergführerin tätig sein und zwischendurch immer wieder auf Expeditionen gehen. Ein Traum, an dem ich stetig arbeite!

Und wir freuen uns, dass wir dich auf deinem Weg weiter begleiten dürfen. Jetzt aber erstmal viel Spaß in Indian Creek. Ich hoffe, wir bekommen ein paar schöne Bilder zu sehen! :)

Kommentare zu diesem Artikel
Andere Bergfreunde freuen sich auf deinen Kommentar