Tipps und Tricks

Campen mit Kindern

14. Juli 2014

Sportart

Zelten mit Kindern ist anders

Zelten mit Kindern ist anders

Das Wetter ist toll und die freie Natur ruft. Und man möchte dem Nachwuchs so gerne die Liebe zur Natur und zum Leben draußen weitergeben. Doch wenn es mit Kindern auf Tour geht, dann ist erst mal vieles anders und ungewohnt.

Wir haben Mitarbeiter von Backcountry.com befragt, von denen viele erfahrene Familiencamper sind, um Tipps und Ideen zu sammeln, damit Euer Sommerabenteuer mit den Kleinen gelingt. Egal ob Babies oder große Kinder – mit ein wenig Planung und Vorbereitung kriegst Du das hin.

Geschicktes Planen

Es ist wichtig, die geplanten Abenteuer auf die Kinder abzustimmen. Du bist vielleicht ganz scharf auf die großen Touren und kannst es kaum erwarten, Deinen Kindern die Wunder der Alpen zu zeigen, aber fang lieber klein an und baue nach und nach auf. Denn Deine Kinder schaffen nicht so viel wie DU.

„Kinderkraxen eignen sich deutlich besser auf lange Strecken als auf Steigungen und ein paar flache Kilometer sind viel leichter als eine halbe Meile Serpentinen“, empfiehlt ein Kollege. Und es kann sich auszahlen das Tempo auf dem Weg zu verlangsamen, um die Kinder mit Tierspuren, Pflanzenerkennung, Fotos, häufigen Snacks, etc. zu beschäftigen.

Und vor allem ist es hilfreich, flexibel zu sein und zu wissen, wann man aufhören sollte. Denn wenn Ihr schon drei Tage im Regen im Zelt übernachtet, ist es keine Schande in eine Hütte auszuweichen.

Vorbereitet sein

Es ist sehr schwierig, an alles zu denken, aber hier sind ein paar wesentliche Gegenstände, die die Eltern von backcountry.com als „must-haves“ zum erfolgreichen Familien-Camping-Urlaub empfehlen:

Die Packliste für Kinder sieht etwas anderes aus

Die Packliste für Kinder sieht etwas anders aus

  • Persönliche Wasserflaschen oder Trink-Rucksäcke für Kinder… und mehr Wasser, als man denkt
  • Snacks: Salami, Babybel Käse, Früchte, Apfelmus aus der Tube, Studentenfutter
  • Wenn nötig, Windelentsorgung (Windeleimer, wieder verschließbare Beutel)
  • Persönliche Taschenlampen und/oder Stirnlampen, so dass jeder eine hat
  • Schaufel und Eimer, um am Campingplatz im Dreck zu spielen (hierfür auch gerne noch mehr Wasser)
  • Stöcke zum Würstchen/Marshmallow-Grillen, sofern keine natürlichen Stöcke zu finden sind – und natürlich Würstchen und Marshmallows
  • Extra Socken und Unterwäsche
  • Einen zusätzlichen Schlafsack, für eventuelle nächtliche Unfälle und andere Desaster
  • Kinderfreundlicher Sonnenschutz: leichte langärmelige Hemden, unabhängig von der Jahreszeit, Creme für Kinder, Kindersonnenbrille etc.
  • Mückenspray: Du solltest auch an Insektenspray für Kleidung und Hüte denken. Es ist einfacher und angenehmer als flüssige Creme.
  • Leicht zu transportierende Spiele und Karten, Bücher und Skizzenhefte
  • Fahrräder und Skateboards, falls Ihr Euer Lager auf einem Zeltplatz aufschlagt. Wir haben schon kleine Kinder bergab fahren sehen, während ihre Eltern hinter ihnen wandern.
  • Klebeband
  • Whisky, Bier oder Rotwein, nachdem die Kinder im Bett sind (ganz wichtig!!)

Unser Leitender Direktor für Ingenieurwesen campt schon seit über sechs Jahren mit seinen zwei Töchtern und teilte seine Packliste für einen zweitägigen Ausflug mit uns. Er empfahl außerdem Richtlinien zur Camping Ausrüstung:

Die richtige Ausrüstung organisieren

bequemer geht es wohl kaum

Bequemer geht es wohl kaum

Eine Faustregel beim Wandern ist es, dass sehr aktive Kinder bis zu 20 % ihres Körpergewichts tragen können. Weniger aktive Kinder sollten weniger tragen. Ein sechsjähriges Kind sollte einen Rucksack, einen Schlafsack in Kindergröße und ein wenig leichte Kleidung transportieren, aber das sollten insgesamt maximal 4,5 kg sein.

Was den Rucksack angeht, empfehlen sich solche mit einem Rahmen. Innen- und Außenrahmen sind hervorragend, aber ungerahmte Rucksäcke (wie z.B. für die Schule) werden beim Wandern nicht funktionieren. Außerdem sollten die Körpergurte verstellbar sein. Es reicht nicht, nur die Träger zu verstellen; die gesamte Länge sollte entlang des Rückens veränderbar sein, in der Regel mit einem Schieber:

Kinder wachsen sehr schnell, daher sollte man die Rückenlänge mindestens einmal im Jahr überprüfen und evtl. nachstellen.

Normalerweise können Fünf- bis Zehnjährige 24 bis 32 Liter-Rucksäcke tragen; ältere Kinder und Jugendliche tragen 40 bis 49 Liter-Rucksäcke. Je nach Größe Deiner Kinder und wie viel sie in der Pubertät wachsen werden, kannst Du entscheiden, ob Du ein Modell für Jugendliche wählst oder direkt zu einem Erwachsenenmodell in kleiner Größe umsteigst, sobald sie aus ihrem Startpaket heraus gewachsen sind.

Schlafsäcke mit der Lieblings-Comic-Figur des Kindes sind oft schwer und sperrig und außerdem nicht besonders warm. Such den Kinderschlafsack deshalb lieber danach aus, dass er auch für schlechtes Wetter geeignet ist. Es ist sehr viel besser, einen Schlafsack für Minusgrade zu haben, in dem man nicht friert, als in einem 4°C Schlafsack zu frieren. Du solltest etwa 1 kg und damit einen Großteil der Trage-Kapazität Deines Kindes für den Schlafsack einplanen.

Sei achtsam

heiß und fettig ...

heiß und fettig …

Selbst, wenn man sich nur auf Zeltplatz aufhält, gibt es Gefahren. Insbesondere Gewässer sollten mit dem Respekt behandelt werden, den sie verdienen. Kinder sollten ständig beaufsichtigt werden, besonders, wenn es bewegtes Wasser ist. Zusätzlich verriet ein backcountry.com Mitarbeiter, dass Brandwunden von Lagerfeuern eine übliche Verletzung unter Kindern in der Wildnis sind. Man sollten wissen, dass diese in der Regel nicht bei brennenden Feuern passieren, sondern an scheinbar erloschen Feuerstellen, wo die Kinder herumspielen und heiße Kohlen unter der Asche übersehen.

Für den Ausflug statten einige Eltern ihre Kinder mit Pfeifen um ihre Handgelenke aus. Deine Kinder können Dich wahrscheinlich verrückt machen, indem sie den ganzen Tag hinein pusten, aber die Pfeifen können sich als sehr wertvoll erweisen, falls jemand sich verläuft. Sag Deinen Kindern, dass sie immer mit jemandem zusammen bleiben und sich an einem Baum aufhalten sollten, falls sie allein sind und nicht wissen, wo sie sich befinden.

Und natürlich solltest Du immer einen voll ausgestatteten Erste-Hilfe-Kasten dabei haben. Wenn es um Deine Kinder geht, kannst Du nicht zu vorbereitet sein; mit der Zeit und den Erfahrungen, die Du sammelst, wirst Du ganz automatisch herausfinden, was notwendig und was zu viel des Guten ist.

Denk an die Kinder

Backcountry.com Gearhead Liz Bezon campt mit ihren Kindern seit sie klein sind; jetzt sind sie 12, 14 und 17 Jahre alt. Über die Jahre hat sie großartige Ratschläge zum Campen mit Kindern beigesteuert, auch dass man zielstrebig mit den Camping-Erfahrungen der Kidner umgehen sollte.

„Ich denke, mein Ziel für meine Kinder war es, sie in jungen Jahren in die Wildnis mitzunehmen und eine Liebe für die Natur zu pflegen. Das war ein Geschenk, das mir meine Eltern gemacht haben, als ich aufwuchs, also wollte ich es weitergeben.“

„Wenn man mit kleinen Kindern von null bis sechs Jahren unterwegs ist, ist es wichtig, alles einfach und spaßig zu gestalten. Das Ziel ist es, das Interesse lebendig zu halten, damit sie Jahr für Jahr mitkommen. Kleine Kinder kümmern sich noch nicht um großartige Urlaubserlebnisse, sie wollen in Sicherheit sein und Spaß haben. Aktivitäten wie Handwerk, Bücher und Spiele können dazu beitragen.“

„Grundschulkinder wollen zwar auch Spaß haben, profitieren aber sehr davon, mit Gleichaltrigen zu campen. Es kam mir immer einfacher vor, als Gruppe mit anderen gleichaltrigen Kindern zu campen. Durch den Gruppenzwang waren meine Kinder mehr dazu bereit, beim Essen mitzuhelfen, weitere Strecken zurückzulegen und länger wach zu bleiben. ‚Nachwuchs-Förster‘ Programme sind sehr beliebt bei dieser Altersgruppe. Die Natur als Lehrmittel zu benutzen ist hervorragend. Und kleine ‚Hausaufgaben‘ zu erledigen, je nachdem wo man hingeht und was man sieht, kann eine dauerhafte Erinnerung und eine reiche Erfahrung erzeugen.“

„Beim Campen mit Teenagern geht es mehr um Aufsicht. Dass Freunde dabei sind, ist ein entscheidender Faktor, genau wie ihnen Verantwortung abzugeben, wie z.B. das Essen zu planen und zu kochen. All das trägt dazu bei, dass sie sich als junge Erwachsene allein zurechtfinden. Dies ist das Alter, in dem Sie Ihren Kindern Ausrüstung kaufen sollten, die sie noch in den weiteren Jahren benutzen können.“

Dieser Artikel stammt nicht direkt aus unserer Feder. Das Original wurde von Catherine Greenwald für unseren Partner Backcountry in den USA geschrieben und von unserer Redakteurin Dilvin ins Deutsche übersetzt.

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