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Der Black Diamond Momentum im Test

Testbericht: Black Diamond Momentum Kletterschuhe

10. November 2017
Ausrüstung

Viele werden sich Fragen: Warum muss ein etablierter Hersteller wie Black Diamond jetzt auch noch seine eigenen Kletterschuhe produzieren? Ich meine, gibt es nicht genug gute Treter am Markt? Ein Katana, ein Shaman, ein Instinct – reichlich Argumente dafür, dass viele Hersteller so ziemlich alles richtig machen…

Was also können die Black Diamond Schuhe, allen voran der Momentum, was ihm seinen (Spitzen-)Platz unter den vielen Anderen sichert? Um das herauszufinden, hat Bergfreund Jan zwei Tage mit Black Diamond Mitarbeitern im Zillertal verbracht. Nur eine Stunde Autofahrt von der Europazentrale der Amerikaner in Innsbruck entfernt, kletterte sich die bunte Truppe durch die „Ewigen Jagdgründe“ – und das Wetter hätte kaum besser sein können.

Die Passform

Den Anfang macht die Plattenkante (6a). Wie der Name schon sagt, geht’s hier darum, viel auf Reibung zu treten. Eine kurze Tour, perfekt um ein Gespür für die neuen Schuhe zu bekommen. Die Passform sagt mir auf Anhieb zu. Normalerweise trage ich Schuhgröße 42. So auch die Momentum. Was mir direkt positiv auffällt: Die Treter sind unglaublich bequem. Der Einstieg ist kinderleicht, der Leisten ziemlich flexibel. Genau richtig, wenn man auf möglichst viel Gefühl in seinen Füßen steht. Beinahe vergesse ich, die Schuhe nach der Route wieder ausziehen. Ganz im Ernst, mit den Teilen laufe ich fast wie in meinen Sneakern. Vorspannung und Downturn? Brauchen wir nicht. Der einzige Unterschied: Hier bekomme ich genügend Druck auf die Sohle, dass mir das Smearing, wie es im Englischen so schön heißt, richtig viel Spaß macht!

Das Obermaterial

Die Sonne scheint an diesen letzten Tagen im Oktober nochmal richtig kräftig. Was mich wundert ist, dass ich in den Momentum kaum schwitze. Warum ist das so? Produktentwickler Linh erklärt mir, worauf er beim Design der Schuhe besonderen Wert gelegt hat: Das Obermaterial besteht aus einem atmungsaktiven Textil (Engineered Knit Technology), das vor allem zum Hallenklettern eingesetzt wird und exklusiv beim Momentum verarbeitet wird. Und auch der Tragekomfort kann sich sehen lassen. Ich bin ziemlich begeistert, denn das ist für mich tatsächlich einer dieser Punkte, die ich an all meinen anderen Kletterschuhen bemängeln würde. Gerade wenn es im Winter verstärkt in die Halle geht, macht das Material seinem Namen alle Ehre. Und genau dafür ist der Momentum im Schwerpunkt entwickelt worden: lange Indoortage bei miesem Wetter. So kommen vor allem Einsteiger auf ihre Kosten – und eben alle, die es einfach nur bequem mögen.

Die Sohle

Wir klettern weiter. Verschneidungsmagie (6b) und El Schupo (6a+) stehen auf dem Plan. Noch mehr Möglichkeiten, den Momentum auf seine Reibungswerte zu testen – und meine anfängliche Skepsis zu verblasen. Das eigens entwickelte NeoFriction-Gummi wird aus einer Lage geformt, ist 4,3 mm dick und beschert mir so hoffentlich ein langes Sohlenleben. Die weiche Sohlenmitte (Komfort²) und die für solche Routen perfekte Kombination aus überzeugender Reibung und Flexibilität zeigt: der Schuh hat definitiv seine Berechtigung. Mehr noch. Ich würde mich wundern, wenn man den Momentum nicht bald in jeder Kletterhalle sieht. Ich meine, klar, es gibt schon so richtig bequeme Schuhe auf dem Markt, aber der hier, der setzt dem Ganzen nochmal eins oben drauf. Und das sage ich nicht aus verkaufsfördernden Gründen, sondern weil Performance und Komfort hier perfekt im Einklang stehen.

Wohin die Reise geht

Als mir Roland am Tag drauf sagt, ich solle doch mal in Manitou (7b+) einsteigen, bin ich schon etwas nervös, liegt die Route doch gut einen Schwierigkeitsgrad über dem, was ich mir sonst zutraue. Dazu ein Schuh, der sich bisher zwar als Bequemlichkeitswunder herausgestellt hat, dem ich kleine, technisch anspruchsvolle Tritte jedoch eher weniger zutraue. Der eine oder andere Klettermeter klappt dann wider erwarten aber doch ganz gut. So geht es durch eine richtig schöne Verschneidung, die sich traumhaft klettert.

Nach der Hälfte ist dann für mich aber doch Schluss. Die Arme machen dicht. Und Fakt ist auch: Jeder Schuh hat irgendwo seine Grenze. Und der Momentum will einfach kein High-Performance Schuh sein. Zum Klettern eignet er sich jedoch ebenso fantastisch, wie zum Bouldern in moderaten Schwierigkeitsgraden – solange es vertikal oder eben plattig bleibt. Für alles andere hat Black Diamond seine Palette an Kletterschuhen um ein paar weitere Modelle ergänzt:

  • der Aspect: neutraler Leisten; Passform und Sohle wie beim Momentum; Schnürsystem mit überlappendem Schutzsystem aus Leder; stabilisierende Seitenränder; perfekt zum Rissklettern sowie lange Alpinrouten bzw. Mehrseillängen.
  • der Focus: moderater Leisten; leichte Vorspannung für leicht überhängendes Gelände; Obermaterial aus Leder und Engineered Knit Technology; NeoFriction Force Sohle präzise für Leisten und Kanten; perfekt zum Bouldern und Sportklettern. (Erhältlich ab März 2018)
  • der Shadow: aggressiver Leisten; starke Vorspannung; NeoFriction Fuse Sohle mit extrem hohem Reibungswert; strapazierfähiges Mikrofaser-Obermaterial; Reibungslinien für Toehooks; High-End Schuh zum Bouldern und projektieren. (Erhältlich ab März 2018)

Was meinen die Gewinner?

Anfang Oktober haben wir zwei Modelle des Momentum an zwei glückliche Bergfreunde verlost. Eine davon ist Ariane, die nicht minder begeistert ist. Hier kommt ihr Fazit:

Ich klettere seit zweieinhalb Jahren, in der Regel Indoor (Top Rope, Bouldern und Vorstieg im 7.Grad). Bei mir hat Black Diamond  mit diesem schlanken und eleganten Schuh absolut ins ästhetische Schwarz getroffen. Ich habe viele Komplimente für die ansprechende Mashup-Optik des Schuhs bekommen. Und das nicht nur von der weiblichen Fraktion des Kletter- und Bouldervolks. Zufällig trifft er auch noch voll meine Lieblingsfarbe und passt somit zum Rest meiner Klamotten. Das ist ein angenehmer Nebeneffekt.

Tragekomfort

Nach zwei ca. dreistündigen Sessions (Klettern und Bouldern) drücken keine Nähte und die Klettverschlüsse sind mit zartem Leder ebenfalls sauber verarbeitet. Sie fühlen sich also innen und außen toll an. Ich hab sie durchweg anbehalten können und die Füße schwitzen nicht so elendig durch das luftdurchlässige Textil. Im Bereich der Zehenbox wird der Druck gut verteilt und es ist genug Platz für aufgestellte Zehen. Ich habe Größe 39,5 bekommen und ich habe Schuhgröße 39. Perfekte Passform.

Bei Balancerouten und dem Stehen auf den Zehenspitzen drückt es ein wenig an der Ferse/Sehne. Ist aber kein Vergleich zum Katana von  La Sportiva, der meinen Fuß regelrecht erwürgt hat, zwischen Fersenbein und Sprunggelenk. Der Momentum schneidet jedoch nicht ein.

Mein liebster und gleichzeitig komfortabelster Einsteigerschuh, ist mittlerweile seit zweieinhalb Jahren der Scarpa Thunder ohne Vorspann (übrigens auch in lila). Inzwischen habe ich etwas kräftigere Füße bekommen und der Thunder ist enger geworden. Der Momentum für Frauen sitzt aber wie angegossen und drückt überhaupt nicht. Es rutscht nichts, Top Halt.

Reibung

Ich bin wenige Male auf etwas „speckigeren“ breiten Tritten weggerutscht. Die Sohle kommt mir etwas „rutschiger“ vor als der Thunder. Auf Minitritten hat er für mich ziemlich gut performt.

Fazit

Der Mometum ist überraschenderweise zu meinem Lieblingsschuh avanciert. Meiner Ansicht nach ist er bestens geeignet für Ästheten und Kletterer (Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen), die es gerne bequem haben in ihrem Kletterschuh.

Handpflege für Kletterer

Futter für geschundene Finger: Handpflege für Kletterer

24. Oktober 2017
Tipps und Tricks

Sie sind die wichtigsten Utensilien, um beim Klettern vorwärts zu kommen: Die Hände. Und eben weil sie so wichtig sind, sollten wir uns gut um sie kümmern. Mit Schwielen, Hornhaut, Rissen und Blasen hat wohl jeder Kletterer schon so seine Erfahrungen gemacht – in aller Regel schmerzhafte. Doch was kann man tun, um Verletzungen vorzubeugen und wie pflegt man seine Finger am besten nach einem harten Tag am Fels oder an der Kletterwand? Genau für solche Fragen sind wir da!

Welche Verletzungen entstehen beim Klettern?

Die wohl am häufigsten auftretenden Verletzungen an den Händen sind Blasen und Risse. Wie Blasen entstehen, haben wir in einem separaten Artikel schon ausführlich erörtert. Wie kommt es aber dazu, dass Haut beim Klettern einfach aufreißt? Das hat – Du hast es vermutlich schon erraten – vor allem mit der lieben Hornhaut zutun.

Hornhaut (oder auch Hornschwiele) ist genau genommen eine Vernarbung der Haut mit einer Verdickung der beanspruchten Stelle. Was erstmal unschön klingt, ist beim Klettern erwünscht. Denn die verhornte Haut ist robuster und bietet natürlich erhöhten Schutz für die darunterliegenden Hautschichten.

Nicht so vorteilhaft: Verhornte Haut ist weniger flexibel, trocknet dank Chalk meist noch schneller aus und neigt bei fehlender Pflege dazu, zu reißen. Und wenn der Riss erstmal da ist und es am Ende noch blutig wird, ist erstmal Kletterpause angesagt, denn die Haut braucht einige Zeit, um sich wieder zu regenerieren. Besonders die Fingerbeugen sind hier gefährdete Stellen, da die Hornhaut durch den Druck und die Bewegung oft zusammengeschoben wird. Diese Erhöhungen sind dann besonders anfällig für Risse, denn es bildet sich eine Art Sollbruchstelle.

Verletzungen an den Händen vorbeugen

Eines ist klar: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Das gilt auch für Hautverletzungen, denn – wie schon gesagt – sie brauchen relativ lange zum Heilen und mehrere Tage aufs Klettern verzichten – das will niemand wirklich, oder?

Ganz generell sollte man also immer darauf achten, seine Hornhaut im Griff zu haben. Das geht am besten, in dem man die schon erwähnten Erhöhungen, bspw. in den Fingerbeugen, im Zaum hält und ggf. mit einer Feile oder einem Hornhauthobel flach feilt. Angerissene Stellen können – sofern noch kein Blut zu sehen ist – ebenfalls abgeflacht werden, damit die Sollbruchstelle verschwindet. Das alles kann man übrigens auch zwischendurch machen, einfach immer ein Stück Schmirgelpapier dabei haben, um die betroffene Stelle zu behandeln.

Erste Anzeichen für eine Blase sind ein brennender Schmerz und eine leichte Rötung an der gleichen Stelle. Hier hilft vor allem, den Druck wegzunehmen, was in der Praxis nichts anderes heißt, als das Klettern für den Moment sein zu lassen und seiner Haut einen Tag Pause zu gönnen. Das Abheilen von Blasen kann deutlich länger dauern.

Bei all dem spielt natürlich auch die Hautpflege eine entscheidende Rolle. Viele Hersteller, wie zum Beispiel Climb On, Metolius, Joshua Tree oder KletterRetter bieten genau auf die Bedürfnisse von Kletterern abgestimmte Cremes, die die Haut optimal mit Feuchtigkeit und/oder Fett versorgen und sie so geschmeidig halten.

Nicht zuletzt kann man aber auch durch die richtige Grifftechnik Verletzungen an den Händen vermeiden. Heißt also: Wann immer möglich formschlüssig greifen, das heißt die Hand so am Griff positionieren, dass aktiv gehalten werden kann und man nicht nur auf die Reibung hoffen muss.

Was tun, wenn es passiert ist

Nun ist man im Eifer des Gefechts ja selten mit einem kühlen Kopf gesegnet und wer opfert schon gerne den letzten Griff der hart erkämpften Route, nur weil sich gerade eventuell eine Blase oder ein Riss bildet?

Daher kommt es in der Regel immer wieder dazu, dass Hautverletzungen beim Klettern auftreten – selbst bei optimaler Vorbeugung. Bei der Nachsorge sollte man Geduld haben und je nach Verletzung agieren:

  • Blasen: Ist die Blase erstmal da, solltet ihr sie ungeöffnet abheilen lassen. Ja richtig: Nicht aufstechen, denn darunter liegt die empfindliche Unterhaut, die sich im schlimmsten Fall entzünden kann. Ist die Blase dennoch offen, sollte die Stelle desinfiziert und verbunden werden. Ausführliche Tipps gibt es ebenfalls in unserem Blasen-Beitrag.
  • Risse und Schnitte: Egal ob es sich um einen Riss durch verhornte, trockene Haut oder einen Schnitt durch scharfe Griffe handelt – wird es blutig, ist abzuraten weiter zu klettern. Denn: Mit jeder Belastung können beide Verletzungsarten weiter aufreisen, was die Pause nur noch verlängert. Wenn man dennoch nicht ums Klettern herumkommt, hilft ein starkes Tape, dass die Wunde zusammenhält. In jedem Fall sollte aber auch hier vor gesäubert und nach Möglichkeit desinfiziert werden.
  • Löcher: Sie können durch spitze Griffe entstehen, meist dann, wenn plötzlich viel Druck auf die Hand kommt. Die Wunden sind in der Regel sehr einfach zu behandeln. Säubern, desinfizieren, tapen und weiter klettern. Die Gefahr, dass sie aufreißen, ist durch fehlende Risskanten sehr unwahrscheinlich.

Egal, was für eine Verletzung man sich zugezogen hat: Eine Pause ist in den meisten Fälle eine sinnvolle Sache. Gerade tiefe Risse und Schnitte brauchen gerne mal mehrere Tage, bis sie vollständig abgeheilt sind. Außerdem ist bei ihnen die Gefahr groß, dass sie wieder aufreißen, wenn man zu früh einsteigt.

Die richtige Nachsorge

Der erste Gang nach der Klettersession sollte zum Waschbecken gehen. Ok, vielleicht erst noch auf ein Bier oder einen Kaffee an die Theke, aber dann gleich zum Waschbecken. Denn das liebe Chalk sorgt in aller Regel dafür, dass die Haut austrocknet und sollte deshalb zeitnah wieder runter. Danach darf gecremt werden, gerne auch mit Fett, denn fetthaltige Cremes helfen, die Feuchtigkeit in der Haut zu binden.

Wer eher dazu neigt, stärker zu schwitzen, muss nicht so viel cremen, sondern im Gegenteil darauf achten, dass die Haut vor dem Klettern trocken ist, denn in dem Fall weicht der Schweiß die Haut auf und macht sie anfälliger für Verletzungen.

Und jetzt ab an die Kletterwand mit euch! Ihr wart doch bestimmt heute noch nicht!?

Gore-Tex Nachhaltigkeit

Gore-Tex – Wie stehts um die Nachhaltigkeit?

29. September 2017
Ausrüstung

Neben den Fragen nach Qualität, Verarbeitung, funktionellen Materialien, angenehmer Passform und raffinierten Features, betrachten die meisten Kunden auch das Thema einer nachhaltigen Herstellung immer genauer und kritischer. Moderne Outdoorbekleidung muss nicht nur gut vor Wind und Regen schützen, sondern sollte auch aus umweltfreundlichen Materialien bestehen, mit hohen ökologischen Vorgaben und sozialverantwortlicher Herstellung produziert werden und nach einer hohen Lebensdauer, möglichst vollständig recycelbar sein.

Dass diese Ziele auch in der Outdoorbranche mit Sicherheit noch nicht in allen Punkten erreicht werden, hat vielschichtige Gründe, die hier unmöglich alle erörtert werden können. Fakt ist allerdings, dass die Entwicklung in Richtung einer nachhaltigeren Produktion voll im Gange, voll im Trend und auch in hohem Maße erfolgreich und zukunftsweisend ist.

Der Erfolg von Kennzeichnungen für umweltfreundliche und sozialverantwortliche Produktion wie bluesign, Öko-Tex 100 oder Fair Wear Foundation setzen dabei ebenso markante Meilensteine, wie die starke Nachfrage der Kunden, die sich immer bewusster mit der nachhaltigen Herstellung ihrer Outdoorbekleidung auseinandersetzen.

Auf einem langen Weg zu noch mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Als Marktführer für wasserdichte und atmungsaktive Bekleidung steht Gore schon seit langem unter besonderer Beobachtung der Öffentlichkeit. Bei der Herstellung von Gore-Tex Membranen wird dabei vor allem PFC immer wieder kritisiert. Diese „per- und polyfluorierten Chemikalien“ (PFC) sind derzeit die Grundsubstanz für die Herstellung von PTFE und damit auch von wasserdichten Gore-Tex Laminaten. Sie gelten als umweltbelastend und können gesundheitsgefährdend sein. In der Regel landen solche Produkte am Ende ihrer Nutzungsdauer auf der Mülldeponie oder werden verbrannt.

Gore ist sich der Problematik mit PFCs durchaus bewusst. In einem zweistufigen Plan wird Gore deshalb zunächst 85% aller Gore-Tex Laminate bis zum Jahr 2020 auf eine PFC-freie Produktion umstellen und bis 2023 alle ökologisch bedenklichen PFCs aus ihrer Herstellung verbannen. Die Funktionstextilien dürfen dabei laut Gore natürlich keinerlei Kompromisse in Bezug auf ihre Qualität, Langlebigkeit und Performance eingehen.

Maßnahmen zur Verbesserung von umweltfreundlichen Produktion und fairen Arbeitsbedingungen in den Herstellungsländern gibt es bei Gore allerdings schon fast so lange, wie das wasserdichte Laminat selbst.

Bereits 1986 ersetzt Gore die Klebstoffe seiner Laminate durch lösungsmittelfreie Alternativen und galt schon damals als innovativer Pionier. Die meisten Produkte von Gore sind heute nach dem bluesign-Standard zertifiziert oder erfüllen den Öko-Tex 100 Standard. Unabhängige Prüfungen garantieren so die Vermeidung von umweltbelastenden Materialien und Verfahren in der textilen Wertschöpfungskette.

Darüber hinaus investiert Gore etliche Millionen Dollar in die Suche nach alternativen DWR-Beschichtungen und Systemen, um die ganzheitliche Umweltbelastung in der Herstellung von Bekleidung und Schuhen besser sichtbar und vergleichbar machen zu können. Als Gründungsmitglied der Substainable Apparel Coalition (SAC) rief Gore in Zusammenarbeit mit anderen Firmen, Zulieferern, Rohstofflieferanten und zahlreichen staatlichen und nicht staatlichen Organisationen den Higg-Index ins Leben. Durch diesen Index soll eine ganzheitliche Betrachtung und Bewertung aller umweltbeeinflussenden Faktoren auf einfache und transparente Weise abgebildet werden können.

Gore übernimmt nicht nur in seinen Produktionsstätten in Asien soziale Verantwortung mit klaren und verbindlichen Grundsätzen, die gesunde Arbeitsbedingungen und faire Entlohnung garantieren sollen, sondern bringt sich darüber hinaus weltweit in zahlreichen sozialen Projekten ein.

Ob in der nachhaltigen Sensibilisierung und Umwelterziehung in Nordamerika, der Unterstützung von Schul- und Hilfsprojekten in der Nähe ihrer chinesischen Produktionsstätten oder bei Aufforstungsprojekten in den bayerischen Alpen – Gore unterstützt also soziale und umweltfördernde Projekte im großen und kleinen Maßstab.

Der Ansatz des Life Cycle Assessments (LCA)

Trotz aller Bemühungen und technischen Fortschritte, wird die Produktion von Bekleidung und Schuhen auch in Zukunft mit dem Verbrauch von Rohstoffen und Energie verbunden sein und auch in Zukunft werden dabei CO² freigesetzt und Abfälle entstehen. Selbst wenn die Umweltbelastung in der Produktion auf ein Minimum reduziert werden kann, ist jede weitere Jacke und jedes weitere Paar Schuhe auch automatisch eine weitere Belastung unserer Umwelt.

Das Prinzip des LCA, das Gore dieser Entwicklung entgegen setzt, ist denkbar einfach und effektiv: der Anspruch und das Ziel beim Design und bei der Herstellung der Gore-Tex-Produkte ist eine maximale Lebensdauer jedes einzelnen Schuhs, jeder Hose und jeder Jacke. Mit seinem Grundsatz „Guaranteed to keep you dry“ verspricht Gore seinen Nutzern bereits eine lebenslange Garantie in Bezug auf die Wasserdichtigkeit.

Aber auch das Obermaterial, das Design, hochwertige Reißverschlüsse und stabil versiegelte Nähte, zählen zu den Markenzeichen der Gore-Tex-Outdoorbekleidung. Durch die hohe Qualität verlängert sich die Nutzungsdauer der Gore-Tex-Produkte und bei kleinen Beschädigungen durch Risse oder Schnitte können die Reparaturen mit den Reparaturtapes für Gore-Tex ganz einfach von jedermann selbst und auch unterwegs durchgeführt werden. Die so gepflegte Gore-Tex-Bekleidung hat beste Chancen ihre lebenslange Garantie auf die Membran in Anspruch zu nehmen.

Weitere Infos zu den Bestrebungen von Gore-Tex könnt ihr auf ihrer Webseite nachlesen.

Die Save-Bouldering-Initiative

Bleibt sauber – Interview mit Christian von Save Bouldering

14. September 2017
Tipps und Tricks

Bouldern ist in aller Munde. Und das nicht erst seit gestern. Im ganzen Land schießen neue Hallen aus dem Boden und die bestehende Infrastruktur wird erweitert. Mit zunehmender Anzahl an Sportlern, steigt natürlich auch die Nutzung der natürlichen Boulderspots. Leider geht es dabei nicht immer ganz sauber zur Sache – im wahrsten Sinne des Wortes. Doch was tun um der Verschmutzung Herr zu werden? Genau das trieb auch Christian um, der vor vier Jahren die Initiative „Save Bouldering“ gründete. Im Basislager-Interview erzählt er von seiner Idee, der Umsetzung und wie es ein paar prominente Namen auf die Liste der Unterstützer geschafft haben.

Hi Christian, erstmal vielen Dank, dass Du uns für ein Interview zur Verfügung stehst. Heute schon am Fels gewesen?

Hallo zusammen, gerne. Und nein, leider nicht. Das lokale Angebot an Felsen ist bei mir eher mies, deshalb beschränkt sich der Aufenthalt am Fels jährlich eher auf wenige Trips nach Bleau – oder mal ganz verwegen – nach Schweden. Leider ist daher mein „Fels“ meisthin nur aus Plastik.

Erzähl uns ein bisschen was über dich – soweit ich weiß, kletterst und boulderst du schon einige Jahre durch die Gegend?

Ich bin Ende der 1980er zum Klettern gekommen. Nach einem Diavortrag des legendären Duos Güllich/Albert musste ich es einfach selbst ausprobieren und bin die ersten Jahre sehr häufig in der Fränkischen kletternd zugegen gewesen. Nach etwas weniger kletterintensiven Zeiten bin ich in den letzten zehn Jahren nun fast ausschließlich Bouldern und das am allerliebsten in Bleau. Besonders begeistert mich dort die Textur der Felsen und die qualitative Dichte an Problemen auch in gemäßigten Schwierigkeiten bis in den unteren 7. Grad, für viel mehr reicht es bei mir halt (noch) nicht.

Mit eurer Initiative wollt ihr die Boulderer da draußen ermutigen, den Sport nachhaltiger zu gestalten. Was war der Auslöser für die Gründung von SaveBouldering?

Ich wollte irgendwann, so um das Jahr 2013 herum, mehr aus meinem Hobby machen und war an der Eröffnung der Boulderwelt in Frankfurt beteiligt. Im Zuge dessen konnte ich live miterleben, wie sich der Randgruppensport Bouldern, durch das lokale Angebot an Indoormöglichkeiten, rasend schnell in die Breite entwickelt. Dass sich daraus auch schnell Konsequenzen für das Bouldern draußen ableiten würden, lag auf der Hand. Wer in letzter Zeit mal zu Hochzeiten wie Ostern in den populären Spots in z.B. Bleau zugegen war, kann das nur schwerlich leugnen. In einem Gespräch mit Irene und René von NIHIL Climbing bzw. MadRock Europa wurde uns klar, dass Boulderer, die in einer Halle an den Sport herangeführt werden, dort nicht unbedingt automatisch mit den Soft Skills ausgestattet werden, die es draußen für einen verantwortungsvollen Umgang in und mit der Natur braucht. Daher entschlossen wir uns, ein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten. Mit den Jungs von Kletterszene.com, Gerhard und Sebastian, fanden sich schnell weitere Mitstreiter und wir gingen die Sache mal zaghaft an.

Wie lange hat es von der Idee bis zum ersten Poster-Entwurf gedauert?

Das Poster war eher ein Zufall, ein oder zwei Wochen nach besagtem Gespräch war es schon fertig. Zu dem Zeitpunkt leitete ich noch den Bouldershop in der Boulderwelt Frankfurt und erdachte mir, einen Aushang dort zu platzieren, der wirklich rudimentäre Verhaltensregeln für das Draußenbouldern postulieren sollte: Verbote respektieren, Zugänge achten, Müll mitnehmen, Waldbrände vermeiden, Chalknutzung & Tickmarks begrenzen, Schuhe saubermachen und so weiter. Weil die Intention des Plakats gut angenommen wurde, gründeten wir kurz darauf eine Facebook-Seite und stellten eine einfache Website online. Darin sahen wir die Chance, das Ganze auch über den deutschen Sprachraum hinaus zu pushen und begannen sukzessive, zumindest die Website, in weitere Sprachen zu übersetzen. Inzwischen sind wir bei zehn Sprachen angekommen und decken damit einen Großteil Europas ab.

Da habt ihr in den vier Jahren eures Bestehens ja schon viel erreicht. Sicherlich auch dank eurer Unterstützer, unter denen sich auch prominente Namen wie Adam Ondra und Guillaume Glairon-Mondet finden – wie kam es zu der Zusammenarbeit mit den Profis?

Das war eher glücklicher Zufall bzw. ein wenig Networking. Guillaume Glairon-Mondet ist zum Beispiel im MadRock-Team und Irene fragte ihn einfach, ob er es übersetzen würde und er tat es gerne. An Adam Ondra kamen wir über Black Diamond, die die Initiative ebenfalls unterstützen. Die anderen Übersetzer waren entweder persönliche Kontakte oder Freiwillige, die uns damit unterstützen wollten. Generell ist es zwar schön, wenn man Unterstützung von großen Namen erfährt, aber ein wirklich breites „Spreading the word“ erreicht man vielmehr, wenn jeder, der es unterstützenswert findet, seinen vermeintlich kleinen Teil dazu beiträgt: danach handeln und andere animieren, es gleichzutun.

Wie verbreitet ihr eure Botschaft? Stehen schon Schilder an den berühmten Boulder-Spots?

Wir sind leider nicht in der Lage, große, aufmerksamkeitsstarke Aktionen auf die Beine zu stellen. Zeit und Geld sind da limitierende Faktoren, die wir alleine nicht überwinden können. Es freut uns sehr, wenn bei Clean-Up-Days in Bleau, in der Fränkischen oder auch in Kürze wieder im Magic Wood, ein Plakat von uns aufgehängt wird und wir sind froh um jeden einzelnen, den wir erreichen können. Sei es nun vor Ort oder über Facebook, eine Erwähnung im Netz, freiwillige Aktionen (Anzeigen in der Climax oder Postkartenbeilagen in den Boulderführern von Panico) oder dass doch mal irgendwo ein Plakat in einer Halle hängt.

Gab es auch irgendwann mal Gegenwind für eure Aktion oder wurde sie durchweg positiv aufgenommen?

Von Boulderern gab es bisher nahezu nur positives Feedback. Entweder ist es in der Sache an sich begründet, dass es nicht viel Negatives daran auszusetzen gibt oder aber wir sind noch zu klein und unbekannt und damit unter dem Radar derer, die sich daran reiben würden. Zumal wir auch wirklich versuchen, niemanden zu drangsalieren oder uns als die großen Moralaposteln aufzuführen. Wenn wir mit diesem Vorhaben mal brechen, dann richtet sich das eher an die Industrie, wenn dort aus Vermarktungsgründen Nachtbouldern propagiert wird oder Events in empfindlichen Gebieten abgehalten werden. Doch selbst von deren Seite gab es bisher kein negatives Echo.

Zum Schluss wäre noch Platz für eine Botschaft: Was möchtest du den Bergfreunden da draußen gerne mit auf den Weg geben?

Die Möglichkeiten für Outdooraktivitäten wie Bouldern sind limitiert, vielfach auch schon reguliert. Gebiete wie Bleau werden nicht „nachwachsen“ und wenn Gebiete erst einmal gesperrt werden, dann wird es sehr schwer werden, dies wieder aufzuheben. Es gibt viele Gelegenheiten durch unumsichtiges oder falsches Verhalten den weiteren Bestand dieser Ressourcen zu gefährden. Wenn Ihr Freude am Bouldern draußen habt, dann seid einfach fair und verhaltet Euch so, dass es für uns alle auch weiterhin noch möglich sein wird, die Zeit am Fels zu genießen. Zeigt Verantwortung und habt Spaß.

Wir danken für das Interview und wünschen euch natürlich weiterhin viel Erfolg. Alle Infos findet ihr natürlich auch auf der Homepage der Save-Bouldering-Initiative.

Leave no Trace Basislager5

Leave no Trace – Guidelines für ein sauberes Outdoorvergnügen

14. September 2017
Ausrüstung

„Hinterlasse keine Spur“ – eine Regel, die im Outdoor-Leben eigentlich selbstverständlich sein sollte. Und doch: Es kommt subjektiv immer noch zu häufig vor, dass man Schmutz und sonstigen Unrat am Wegesrand findet, der da definitiv nicht hingehört. Manch ein Zeltplatz sieht aus wie willkürlich in die Wildnis gepflanzt und – ach, da vorne verlässt gerade ein Wanderer den Weg um eine Abkürzung zu suchen, so ein Schelm. Freilich sind die Beispiele hier bewusst etwas überzeichnet, aber auch nicht ganz unrealistisch.

Doch was tun, um dem entgegenzuwirken? Bereits in den 70er-Jahren haben sich Mitarbeiter des United States Forest Service darüber die Köpfe zerbrochen und kurz darauf die „Leave-no-trace“-Kampagne auf den Weg gebracht. Was das konkret heißt, kommt jetzt!

Sieben einfache Regeln

Um das Ganze nicht zu sehr zu verkomplizieren, wurden im Zuge der Entwicklung des Projekts sieben einfache Regeln aufgestellt, die Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von Müll und zum generellen Verhalten in der Wildnis geben.

  1. Plane voraus und bereite dich vor
    • Das beinhaltet mehrere konkretere Handlungsempfehlungen, zum Beispiel, dass man sich in dem Gebiet in dem man unterwegs ist über Regularien schlau macht, sich auf gefährliche oder extreme Situationen vorbereitet und Essen umpackt, um Müll zu vermeiden. Also alles, was man gemeinhin unter „Tourenplanung“ zusammenfassen würde.
  2. Wandere und nächtige auf festem Untergrund

    • Die Rede ist zum Beispiel von bereits ausgetretenen Pfaden und vorhandenen Camping-Stellen, aber auch von Fels, Schotter, trockenem Gras oder Schnee. Also alle Untergründe, auf denen man so schnell keine Spuren hinterlässt, bzw. wo kein nachhaltiger Schaden entstehen kann. Es wird zudem empfohlen Ufergebiete zu meiden und eine minimale Distanz von 200 m zum See oder Fluss zu wahren. Feuerstellen sollten klein gehalten und abseits der Vegetation errichtet werden.
  3. Entsorge deinen Müll
    • Noch so ein Klassiker! Checkt euren Campingplatz bevor ihr in verlasst, ob ihr auch wirklich alles an Müll aufgesammelt habt. Menschliche Hinterlassenschaften sollten in Löchern, etwa 200 m entfernt von Gewässern vergraben werden. Auch beim Waschen des Körpers oder des Geschirrs sollte dieser Abstand eingehalten werden. Waschmittel oder Seifen nach Möglichkeit so wenig wie möglich verwenden und darauf achten, dass die Produkte biologisch abbaubar sind.
  4. Hinterlasse was du findest
    • Oder: Lass deine Finger von kulturellen oder historischen Strukturen und Bauten, lass Pflanzen einfach da wo sie sind (Blümchenpflücken, anyone?) und vermeide es, Hütten oder ähnliche Strukturen zu bauen. Außerdem sollten keine nicht-einheimischen Tiere in ein fremdes Ökosystem transportiert werden. Aber wer geht schon mit seiner Schlange wandern?
  5. Vermeide Lagerfeuer
    • Ein Lagerfeuer ist schön. Da sind wir uns einig! Dennoch sollte man nicht überall wo man geht und steht das Zündholz anlegen, denn Feuer hinterlässt den Boden nun mal verbrannt. Optimal ist es natürlich, wenn man einfach den Gaskocher auspackt und damit kocht. Wenn Feuer erlaubt und nötig sind, dann solltet ihr darauf achten, nur bereits vorhandene Feuerstellen oder Feuerschalen zu verwenden. Das Feuer sollte klein gehalten werden. Das erreicht man am besten, indem man kleine Holzstücke vom Wegesrand sammelt, die per Hand gebrochen werden können. Das Feuer sollte immer komplett heruntergebrannt sein. Optimal ist es, wenn man die kühle Asche danach großzügig verteilt.

  6. Respektiere die Wildtiere
    • Ebenfalls eigentlich ziemlich logisch. Wildtiere sollten in Ruhe gelassen werden. Kein Füttern, kein Verfolgen und schon gar kein Streicheln. Darum sollte das mitgebrachte Essen auch gut verstaut werden, damit man am nächsten Morgen keine ungebetenen Gäste im Camp hat. Natürlich sollten auch unsere vierbeinigen Begleiter gut im Auge behalten und an der Leine gehalten werden, damit sie Wildtieren nicht hinterher jagen. Es hilft, wenn man sich im Vorfeld darüber informiert, wann Wildtiere besonders sensibel sind, z.B. während der Paarungszeit oder im Winter.
  7. Sei rücksichtsvoll gegenüber anderen Outdoor-Sportlern
    • Auch das sollte eigentlich selbstverständlich sein. Seid nett zueinander, respektiert die anderen Wanderer, Biker und Läufer und macht eure Pausen vielleicht nicht gerade mitten auf dem Weg. Haltet eine angemessene Lautstärke ein, damit die Klänge der Natur nicht übertönt werden.

Die Leave-no-trace-Kampagne geht inzwischen weit über die simple Abbildung und Verbreitung dieser sieben Richtlinien hinaus. In Schulen werden Workshops angeboten, es gibt handliche Karten, auf denen alle sieben Regeln nochmals ausführlich erklärt werden und sogar Online-Awareness-Kurse können auf der Webseite der Organisation gebucht werden, die sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert. 80% dieser Geldmittel fließen in die Programme oder in Maßnahmen zur Wiederherstellung der Natur.

Logisch, oder?

Jetzt habt ihr das alles gelesen und denkt vermutlich: Ok, wo ist die Neuigkeit? Wenn das so ist, dann freue ich mich – und noch mehr die gute alte Mutter Natur. Aber es gibt aktuell immer mehr Leute, die die Erholung in der Natur suchen, die den Wald und die Berge erkunden um dem Alltagstrubel zu entfliehen. Manch einer mag dabei noch etwas Nachholbedarf in Sachen Outdoor-Spielregeln haben und wenn wir demjenigen hiermit ein wenig auf die Sprünge helfen, ist das Wichtigste schon erreicht.

Hier findet ihr den originalen Wortlaut der 7 Principles!

Die Bergfreunde auf der OutDoor-Messe 2017

OutDoor Messe 2017

16. Juni 2017
Ausrüstung

Leute, es ist wieder soweit! Die OutDoor-Messe in Friedrichshafen öffnet am Sonntagmorgen ihre Tore und eröffnet eine Welt voll mit genialem Gear, bunten Farben und jeder Menge Leute, die das Draußensein genauso lieben wie wir.

Wie jedes Jahr stürzen wir uns für euch in den Trubel und schauen uns nach dem ganz heißen Kram um, den die inzwischen sehr zahlreichen Hersteller auf den Markt bringen wollen – irgendwann. Ein paar kleine Infos sind schon durchgesickert, die wir für euch an dieser Stelle zusammengefasst haben!

Black Diamond mit eigenen Kletterschuhen

Mit die interessanteste Information kommt aus dem Hause Black Diamond: Man baut jetzt Kletterschuhe – aber vielmehr wissen wir an dieser Stelle auch noch nicht. Das bisher einzig vorgestellte Modell ist der Momentum, ein Einsteiger-Schuh für Damen, der eher auf Komfort ausgelegt ist. Definitiv einer der ersten Besuche, die am Sonntag auf dem Plan stehen! Außerdem werden die Seil- und Bekleidungslinien noch weiter ausgebaut.

Arc’teryx erweitert das Trailrunning-Sortiment

Nachdem die zur letzten Saison vorgestellten Trailrunningschuhe von Arc’teryx (Norvan-Serie) ziemlich gut ankamen, war es eine relativ logische Konsequenz, dass diese Kollektion erweitert werden würde. Auf der OutDoor werden nun ein weiterer Schuh, der Norvan LD als Variante für längere Distanz wie Ultra-Trails, sowie eine Laufweste, die Norvan 14 Hydration Vest mit Trinkblase, präsentiert.

Sympatex und die Funktionsjacke 4.0

Zahlreiche Superlative finden sich in der Pressemitteilung von Sympatex. Vor kurzem hat man zusammen mit 20 Outdoor-Bloggern in einem Wochenendworkshops die Funktionsjacke 4.0 erdacht. Nichts geringeres als die „ultimative und nachhaltigste“ Jacke soll dabei entstanden sein. Am Sonntag wird das gute Stück wird auf der Messer präsentiert und wir sind natürlich schwer gespannt, ob die vollmundigen Versprechen gehalten werden.

Terra Nova macht es sich leicht

… und zwar wortwörtlich. Mit dem Laser Pulse Ultra Ein-Personen-Zelt präsentiert Terra Nova das „leichteste doppelwandige Zelt der Welt“ mit nur 450 g und einem Packgewicht von 490 g. Jap, das ist ziemlich leicht für ein Zelt, aber dennoch gibt es ausreichend Platz zum Sitzen, denn der Innenraum ist immerhin 82 cm hoch. Beim Gewicht übertrumpft es seinen Vorgänger, das Laser Ultra 1, nochmal um rund 100 g beim Packgewicht.

GSI mit leichtem Flachmann

Wir wollen hier wirklich nicht zum Alkoholkonsum aufrufen, aber einen Flachmann kann man ja auch für andere Dinge nutzen. Und wenn er so schön leicht ist, wie die neue Boulder Flask von GSI hat man ihn doch gerne im Gepäck. Dazu ist er noch durchsichtig, so dass man stets erkennen kann, ob noch genug Schna… ähm, Wasser verfügbar ist.

Er hat eine Silikonummantelung für zusätzliche Stoßfestigkeit sowie eine vergrößerte Trinköffnung. Wir sagen Cheers! PS: Ja, wir wissen auch, dass das keine revolutionäre Neuerung ist, aber immerhin wird er als Weltpremiere gehandelt!

Welche Produkte erhalten den OutDoor-Award?

Sicherlich wie immer eine der spannendsten Fragen. Präsentiert werden die diesjährigen Award-Gewinner dann zum Messe-Start. Die Erfahrung zeigt, dass auch hier ein paar Gear-Perlen dabei sein werden. Wir sind jedenfalls schon mächtig gespannt. Und ihr? Habt ihr Fragen? Dann immer her damit, wir versuchen die Hersteller so lange zu nerven, bis wir alles aus ihnen heraus gekitzelt haben!

GOTS-Title

Umfassend ökologisch – der Global Organic Textile Standard

14. September 2017
Tipps und Tricks

Dass Umweltschutz und soziale Verträglichkeit bei der Herstellung von Textilien eine immer größere Bedeutung erlangen, ist den meisten Herstellern und Kunden bewusst. Einige Menschen fühlen sich allerdings verunsichert, da sie nicht genau wissen, was die verschiedenen Labels und Zertifikate im Textilbereich bedeuten und ob die Hersteller auch wirklich die Vorgaben zur Einhaltung der ökologischen Standards erfüllen. Ein sehr umfassendes und weitreichendes Siegel ist das weiße Hemd auf grünem Untergrund – das begehrte Zeichen für den Global Organic Textile Standard.

Wofür steht das GOTS Label?

Der Global Organic Textile Standard garantiert eine umfassende umweltverträgliche und sozialverantwortliche Textilproduktion in allen einzelnen Teilbereichen, die mit der Herstellung von Textilien verknüpft sind. Dafür wird die gesamte Kette der Zulieferer unter die Lupe genommen und nach strengen Kriterien überprüft. Um nach dem GOT-Standard zertifiziert zu werden, müssen Textilien zu mindestens 70% Fasern aus kontrolliertem biologischen Anbau bestehen. In der Herstellung, Verarbeitung, Verpackung und im Vertrieb gelten genaue Vorschriften in Sachen Umweltschutz und sozialer Standards. Dank umfangreicher Kontrollmechanismen ist das GOTS-Zertifikat mittlerweile in der Version GOTS 5.0 in einer beständigen
Weiterentwicklung weltweit auf Erfolgskurs und gilt als echter Garant für nachhaltige Bio-Textilien.

Was müssen Textilien leisten, um nach dem GOTS zertifiziert zu werden?

Die Liste der Kriterien, die für die begehrte Auszeichnung mit dem Bio-Label nachgewiesen werden müssen, ist lang. Sehr lang. Deshalb gibt die folgende Zusammenfassung auch nur einen Überblick über die wichtigsten Vorgaben und führt nicht jede einzelne Anforderung auf. Trotz der übersichtlichen Stichpunkte wird klar, dass für die Vergabe des GOTS Labels kein einziger Teil der Lieferkette ausgeklammert wird und eine Zertifizierung ist auch nur dann möglich, wenn alle Anforderungen erfüllt werden.

  • Produktion der Fasern für die Textilien
    Es werden nur Fasern anerkannt, die nach bestimmten Bioanbaustandards produziert werden. Dafür kommen mehrere nationale und internationale Verfahren in Betracht. In Europa ist beispielsweise die EU Bio-Verordnung maßgebend für die Produktionskriterien von Bio-Baumwolle und Bio-Wolle . Darin sind beispielsweise der Verzicht auf chemische Pflanzenschutz und Düngemittel, artgerechte Tierhaltung und Verbot von Gentechnik gesetzlich geregelt. Für die Auszeichnung mit der GOTS Kennzeichnung „Bio“ müssen über 95% der Fasern diese Vorgaben erfüllen. Für eine generelle GOTS Zertifizierung müssen es immer mindestens 70% sein.
  • Herstellung der Garne und Stoffe
    Bei der Herstellung der Stoffe dürfen Rohstoffe aus biologisch kontrolliertem Anbau und herkömmliche Fasern nicht vermischt werden und müssen jederzeit identifizierbar bleiben. Beim Färben und bei der Weiterverarbeitung der Fasern zu Garnen und Stoffen müssen alle Zusatzstoffe auf ihre Umweltverträglichkeit, Toxizität und biologische Abbaubarkeit hin überprüft werden. Viele Chemikalien in der herkömmlichen Produktion von Textilien enthalten zum Beispiel Schwermetalle, Lösungsmittel oder Formaldehyd und sind für die Herstellung nach dem GOT-Standard nicht erlaubt.
  • Produktion und Konfektion der Bekleidung und anderer Textilien
    Bei der Weiterverarbeitung der Stoffe und Garne zu fertigen T-Shirts, Hosen und Sweatshirts dürfen keine Drucke mit Phthalaten oder PVC verwendet werden. Abfälle und Abwässer müssen minimiert und fachgerecht entsorgt oder aufbereitet werden und sogar das Öl der Produktions- und Nähmaschinen hat die GOTS-Prüfung im Visier: die Verwendung von Ölen mit Schwermetallzusätzen ist absolut tabu.
  • Umweltfreundliche Verpackung
    Bekleidung die nach dem Global Organic Textile Standard zertifiziert ist, muss in einer PVC-freien Verpackung ausgeliefert werden und auch Etiketten oder Banderolen, die dem Produkt beiliegen, müssen aus zertifizierten oder recycelten Materialien bestehen.

Zu den umfangreichen Vorgaben in Sachen Ökologie und Umweltschutz kommen weitere Anforderungen im sozialen Bereich. Ähnlich wie bei den Kriterien der Fair Wear Foundation legt der GOTS grundlegende Rechte für die Beschäftigung der Mitarbeiter in der Textilindustrie fest. Dazu gehören Verbot von Zwangsarbeit, Verbot von Kinderarbeit, Verbot von unmenschlicher oder diskriminierender Behandlung am Arbeitsplatz und eine klare Regelung von Arbeitszeit und angemessenem Lohn. Was sich anhört, wie ganz normale Arbeitsbedingungen ist leider in den Produktionsländern der Textilindustrie noch immer eher die Ausnahme als die Regel. Dank des Engagements von GOTS und der Fair Wear Foundation haben Kunden mittlerweile immerhin die Wahl und die Möglichkeit ihre Bekleidung nachhaltig und fair produziert zu kaufen.

Wie garantiert die GOTS die Einhaltung der Vorgaben?

Aus den vier Mitgliedsorganisationen der Global Organic Textile Standard International Working Group (kurz: GOTS IWG) in Deutschland, England, Japan und den USA, ging 2008 die gemeinnützige Global Standard GmbH hervor. Durch dieses Unternehmen wird auf internationaler Ebene die Qualitätssicherung und das Lizenzierungssystem mit dem GOTS-Label verwaltet und geleitet. Auch über die Markenrechte des eingetragenen und auf allen internationalen Märkten geschützten Labels mit dem weißen Hemd auf grünem Grund wacht die Organisation. So stellt sie sicher, dass keine Firma das Bio-Label zu unrecht verwendet.

Weit mehr als 3000 Firmen sind bereits nach dem internationalen GOT-Standard zertifiziert. Firmen können sich für die Aufnahme zum Lizenzierungssystem anmelden und werden daraufhin überprüft, ob sie die Richtlinien für die Kennzeichnung erfüllen. Betriebe, die eine Zertifizierung erhalten und alle Kriterien erfüllen, dürfen ihre Produkte dementsprechend kennzeichnen. Damit aber ein Endprodukt mit dem GOTS-Label im Laden verkauft werden darf, müssen alle Betriebe in der Zulieferungskette GOTS-zertifiziert sein. Wenn nun also der Stofflieferant nach GOTS zugelassen ist und der Betrieb zur Weiterverarbeitung nicht zugelassen sein sollte, darf das Endprodukt auch nicht mit dem GOTS-Logo gekennzeichnet werden.

Neben der ständigen Bearbeitung und Weiterentwicklung des Lizenzsystems und der Anpassung der Vorgaben, kontrolliert die Global Standard GmbH sowohl die einzelnen Betriebe, als auch die Produkte am Markt. Die einzelnen Betriebe müssen jederzeit mit angemeldeten und unangemeldeten Kontrollen in ihren Produktionsstätten rechnen. Nach dem Motto „Vertrauen ist gut, doch Kontrolle ist besser“ überwachen unabhängige Institute im Auftrag der Global Standard GmbH die zertifizierten Produkte zusätzlich durch stichprobenartige Tests, Analysen und Kontrollen im Labor. Dabei werden die Fasern beispielsweise auf unerlaubte Pestizide oder Rückstände von verbotenen Färbemitteln überprüft.

Durch diese ständige Präsenz einer Betriebskontrolle wird eine absichtliche oder unabsichtliche Nichteinhaltung der Lizenzbestimmungen effizient entgegengewirkt. Für den Kunden ist so eine bestmögliche Sicherheit gewährleistet, dass auf den Produkten die das GOTS-Label tragen auch wirklich einwandfreie ökologische Ware angeboten wird. Deshalb ist ein weiterer wichtiger Teil der Arbeit bei der Global Standard GmbH die Überwachung der internationalen Märkte und die Identifizierung von Herstellern, die ihre Produkte ohne entsprechende Lizenzierung mit dem Öko-Label kennzeichnen. Da aber auch in diesem Bereich sehr gründlich geprüft wird, ist der Global Organic Textil Standard tatsächlich eine Kennzeichnung, die dem Kunden ein Höchstmaß an Transparenz und Sicherheit garantieren kann.

Klean Kanteen marke

Klean Kanteen: für eine gesunde Alternative zu Plastik

14. September 2017
Ausrüstung

„Volle Kraft voraus, für Natur, Umwelt und Mensch.“ Wenn man die Firmengeschichte und das Engagement der Flaschen-Manufakteure von Klean Kanteen auf einen Satz herunterbrechen würde, wäre es wohl der eingangs erwähnte. Liest man die zahlreichen Texte auf der Homepage des amerikanischen Unternehmens, kommt man regelmäßig in’s Staunen, wie viele Gedanken man sich über vermeintlich profane Dinge wie Flaschen und Trinkbehälter machen kann. Zumindest ging es mir so, als ich für diesen Artikel recherchiert habe. Doch beginnen wir von vorne…

Edel und Stahl

Plastik hilft uns in vielen Lebenslagen und ist nach wie vor ein wichtiges Material, nicht nur in der Outdoor-Industrie. Es ist allerdings ebenso klar, dass Plastik unsere Umwelt in einem nicht geringen Maße belastet. Die Maßnahmen, dem entgegen zu wirken, sind zahlreich und Recycling ein wichtiges Thema unserer Zeit. Doch man kann freilich auch einfach auf Kunststoff verzichten. Nämlich dann, wenn es gute Alternativen gibt! Und die heißt bei Klean Kanteen: 18/8 Lebensmittel-Edelstahl.

Sämtliche Produkte bestehen aus dem robusten Metall und sind an der Außenseite mit bleifreiem Acryllack beschichtet. Die Innenseite wurde lediglich elektropoliert. Dabei handelt es sich um einen Prozess, bei dem die Oberfläche mit einem elektrochemischen Verfahren veredelt wird. Dadurch nimmt sie keine Geschmäcker an und die Flüssigkeiten bleiben geschmacksneutral.

Es sei der Fairness halber erwähnt, dass auch Klean Kanteen nicht zu 100% auf Plastik verzichtet bzw. verzichten kann. Einige Verschlüsse sind aus Polypropylen #5 gefertigt, das aber natürlich komplett ohne BPA auskommt und gut recyclebar ist.

Ohne Schnörkel – aber mit runden Ecken

Simplizität ist das große Stichwort, wenn es um das Design der Klean Kanteen-Flaschen geht. Sie sind schnörkellos und einfarbig. Aber auch das hat seinen Grund: Durch das bewusste Vermeiden von bunten Designs muss man keine aufwendigen Fertigungstechniken anwenden und kann sich auf wenige, umweltfreundliche Techniken konzentrieren.

Sämtliche Ecken sind abgerundet, das erleichtert nicht nur die Reinigung, sondern auch den Umgang mit der Flasche. Stößt man sich, tut es weniger weh – besonders wenn Kinder damit hantieren ein toller Bonus. Apropos Reinigung: natürlich sind die Flaschen und Verschlüsse spülmaschinenfest.

Bis ins kleinste Detail

Respektable Leistung. Schon hier könnte man anerkennend nicken und feststellen, dass die Mitarbeiter von Klean Kanteen sich offenbar sehr viele Gedanken um ihre Produkte machen. Aaaaaaber… es geht noch weiter. Wie groß muss die Öffnung für welchen Trinkbehälter sein? Wie lässt sich die Flasche noch leichter reinigen? Was kann man tun, um die Produkte noch nachhaltiger zu gestalten? All das sind Überlegungen, die immer wieder aufs Neue auf die Agenda gebracht werden.

So sind zum Beispiel die Verpackungen aus Karton und FSC-zertifiziert und auch sonst legt man bei Klean Kanteen viel Wert auf Umwelt und Natur. Das Unternehmen ist Teil der Initiative „1% for the Planet“ und spendet 1% seines Umsatzes an Umweltorganisationen. Außerdem sind sie eine sogenannte „B-Cooperation“ und gehören damit einem Kreis von Firmen an, die besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legen, sowohl aus ökologischer, als auch sozialer und ökonomischer Sicht.

Und was gibt es alles?

Flaschen. Logisch. Nice job, Sherlock! Warte, warte. Es gibt ja nicht nur eine Flasche! Klean Kanteen bietet sowohl klassische Edelstahl-Trinkflaschen an, als auch vakkuumisolierte Flaschen für heiße oder kalte Getränke. Beide Flaschen gibt es mit weitem oder schmalem Trinkverschluss. Die Growler-Flaschen sind mit einem Schnappverschluss ausgestattet – ideal für Bier oder andere kohlensäurehaltige Getränke. Es werden zudem verschiedene Verschlüsse angeboten. Neben – natürlich – Edelstahl, kommen hier auch Holz oder Kunststoff zum Einsatz und es gibt Kappen mit einem Trinkventil – ideal fürs Bike oder wenn man keine Zeit zum Zielen hat!

Das gefällt euch? Dann nichts wie rein in den Bergfreunde-Shop uns den Warenkorb voll machen! Wir sind auf jeden Fall auch schwer begeistert von den coolen Flaschen und haben deshalb erstmal 200 Stück unter der Belegschaft verteilt.

Grip am Griff – alle Infos über Chalk und Chalkbags

Grip am Griff – alle Infos über Chalk und Chalkbags

12. Juli 2017
Kaufberatung

Für die meisten Kletterer und Boulderer ist Chalk ein fester Bestandteil ihrer Kletterausrüstung. Der Kletterer und Turner John Gill aus den USA gilt als der Urvater des Boulderns und als der Mann, der das Chalk in den 70er Jahren von den Turngeräten an den Kletterfelsen brachte. Das Magnesiumcarbonat war damals beim Reck- und Ringeturnen weit verbreitet, um die Hände beim Turnen trockener zu halten und dadurch einen besseren Grip an den Geräten zu haben.

Der Grund für Gill das Chalk auch beim Bouldern zu verwenden, war der Gedanke, auch an rutschigen Klettergriffen guten Halt mit den Fingern zu finden. Da seine Idee sehr gut funktionierte und Gill in der Lage war schwierige Boulder zu klettern, fand die Verwendung von Chalk beim Klettern immer mehr Beachtung und verbreitete sich in der gesamten Kletterwelt. Heutzutage findet man kaum einen Kletterer oder Boulderer in der Kletterhalle, beim Bouldern oder am Kletterfels, der nicht mit Chalk und Chalkbag ausgerüstet ist und regelmäßig seine Finger mit dem weißen Pulver einreibt.

Was genau ist eigentlich Chalk?

Was sich beim Klettern unter dem Namen Chalk verbreitet hat, ist genau genommen Magnesiumcarbonat. Von Turnern oder Kraftsportlern wird Chalk auch als Magnesia oder Magnesia-Pulver bezeichnet. Bei Turnern wird dem Magnesiumcarbonat allerdings Talkum beigemischt, damit das Pulver an den Geräten rutschfähiger wird. Beim Klettern dagegen achtet man auf eine hohe Reinheit des Chalks um möglichst nicht zu rutschen. Die natürliche Substanz Magnesit wird neben Klettern auch für Lebensmittel, Heilbäder, Arzneimittel und Baustoffe verwendet. Je nach Hersteller werden dabei unterschiedliche Rohstoffquellen zur Herstellung der einzelnen Chalkvarianten bevorzugt und unterschiedliche Körnungen und Formen hergestellt. Dadurch bekommt jedes Chalk seine individuelle Note, so dass die einen Kletterer voll auf das Chalk von Black Diamond schwören und andere ohne Chalk von Metolius nicht mehr klettern wollen.

Die Wirkungsweise und Anwendung von Chalk ist denkbar einfach. Durch das Auftragen des Magnesiumcarbonats auf die Finger und Hände halten Kletterer beim Klettern ihre Finger trocken. Das Pulver saugt quasi den Schweiß an den Fingern auf und sorgt so dafür, dass man an Klettergriffen einen sicheren Halt findet und mit seinen rutschigen Fingern nicht vom Griff abrutscht.

Chalk als Pulver, Chalk als Block, Chalkball oder doch flüssiges Chalk?

Gerade Kletteranfänger sind mit der großen Auswahl an Chalk-Herstellern und Produktformen etwas überfordert. Deshalb hier eine kurze Übersicht über die verschiedenen Chalkarten:

  • Chalk in Pulverform
    In unterschiedlicher Körnung von ganz fein bis grob mit Brocken gibt es das Chalkpulver oder offenes Chalk in Beuteln oder Dosen zu kaufen. Für die Verwendung wird der Chalkbag mit dem Pulver befüllt. Allerdings nur etwa zu maximal einem Viertel und nicht komplett. Die Hand muss ja noch bequem in den Chalkbag passen. Ansonsten ist regelmäßiges Nachfüllen besser, als den Beutel zu voll zu füllen.
  • Chalkball
    Sehr beliebt und einfach in der Anwendung sind Chalkbälle. Die fertigen Stoffbälle sind mit Chalkpulver gefüllt und es gibt sie in verschiedenen Größen zu kaufen (auf die Füllmenge und den Durchmesser achten). Sie sollten von der Hand gut umschlossen werden können. Das bedeutet für große Hände empfiehlt sich ein großer Chalkball in einem großen Chalkbag und für kleine Hände eben alles eine Nummer kleiner. Durch das Quetschen und Kneten des Balls im Chalkbag werden die Hände schön gleichmäßig mit Chalk bedeckt.
  • Chalk als Block
    In kompakte Blöcke gepresst wird Chalk angeboten, den Kletterer nach Belieben in kleinere Brocken zerteilen, brechen und zerbröseln können.
  • Flüssigchalk
    Flüssiges Chalk oder Liquid Chalk ist eine auf Alkohol basierende Flüssigkeit, in der das Magnesiumcarbonat gelöst wurde. So kann man aus den kleinen Flaschen mit ein paar Tropfen die Handflächen und Finger einreiben, die dann mit einer dünnen Schicht Chalk überzogen sind.

Eine eindeutige Empfehlung, welche Variante sich am Besten eignet, gibt es nicht. Das klassische Pulver ist beliebt, effizient und einfach in der Handhabung. Allerdings ist die Staubentwicklung durch das Chalkpulver recht hoch, vor allem durch das Abpusten des überschüssigen Chalks von den Händen (auch „French Blow“ genannt). Was am Kletterfelsen kein großes Problem darstellt, führt in vielen Kletterhallen zu einer echten Belastung durch Chalk-Feinstaub. Das flüssige Chalk ist ideal für kurze Kletterrouten und Boulder geeignet. Bei längeren Touren kann man allerdings nicht mehr einfach in den Chalkbag greifen und nachchalken. Für Anfänger sind Chalkballs sicherlich eine gute Lösung, denn sie sind einfach im Handling und für Kletterhalle und Kletterfels gleichermaßen gut geeignet. Je nach dem wie intensiv der Chalkball genutzt wird, also wie oft man klettern geht und wie oft man dabei den Chalkball benutzt, hält ein Chalkball mal etwas länger und mal etwas kürzer. Bei durchschnittlicher Größe und Benutzung kann man aber schon einige Kletterrouten meistern, bevor es daran geht für Ersatz zu sorgen, denn die Chalkballs sind ziemlich sparsam und ergiebig.

Chalkbags – die praktischen Behälter für Chalk mit dem individuellen Style

Die Chalkbags, die Kletterer meist am Klettergurt tragen, dienen zum Transport des Chalks beim Klettern und natürlich um die Chalkschicht auf den Fingern in der Kletterroute zu erneuern. Der kleine Behälter lässt sich in der Regel mit einem integrierten Kordelzug verschließen und wird mit einer Schnur oder einem Nylonband an der Hüfte befestigt. Dabei ist wichtig, dass man den Chalkbag von beiden Seiten am Rücken gut erreichen kann, da man mit den Händen in der Route nur einzeln und abwechselnd in den Chalkbag greifen kann. Eine fellartige Innenseite macht die Chalkbags angenehm und sorgt für eine gleichmäßig Verteilung. Die Öffnung des Chalkbags ist in der Regel verstärkt, so dass der Behälter offen bleibt und man in jeder Situation gut hinein greifen kann.

Welcher Chalkbag der Beste ist, kann nur jeder Kletterer für sich selbst beantworten. Manche Hersteller bieten ihre Chalkbags in verschiedenen Größen an, manche sind eher tiefer geschnitten und andere breiter. Je nach Größe der Hände sollte der Chalkbag nicht zu groß aber auf keinen Fall zu klein ausgewählt werden, damit die Hand sich zum Chalken gut im Chalkbag bewegen und den Chalkball komplett umgreifen kann. Von den praktischen Aspekten abgesehen, sind Chalkbags auch ein Ausdruck des individuellen Styles und ein fester Bestandteil der Kletterausrüstung. Es gibt sie in zahlreichen Variationen von einfarbig, bunt gemustert bis hin zu liebevoll gestaltetet kleinen Kunstwerken. Handgearbeitete Chalkbags von Wildwexel sind beispielsweise wunderschöne Unikate und ein echter Hingucker in Kletterhallen und Klettergärten.

Rafiki Titel

Rafiki – mit dem Herz aus Stein!

13. April 2017
Ausrüstung

Ein Herz aus Stein ist in der Regel eher eine Metapher für gefühllose Kälte – für Rafiki Climbing ist das „heart of stone“ jedoch genau das Gegenteil. Die Herzen der tschechischen Kletterer sind fürs Klettern Feuer und Flamme und ihr „Herz aus Stein“ schlägt für Boulderblöcke, Kletterrouten, Felsen und neue Herausforderungen an senkrechten Wänden in der Natur sowie in der Stadt.
Mit einer kleinen Bekleidungskollektion und einem ebenso kleinen Kletterteam legt Rafiki Climbing seinen Fokus zu 100% auf Bouldern und Sportklettern. Bei Rafiki gibt es keine verschiedenen Sparten für Alpinisten, Bergsteiger oder Expeditionsteilnehmer, sondern nur eine klare Linie und die geht in der Regel senkrecht nach oben!

Tschechische Boulderer mit Herz und Fingerkraft

In Tschechien, dem Heimatland der Rafiki-Kletterer, gibt es viele exzellente und bekannte Klettergebiete, wie zum Beispiel die Kalksteinfelsen von Srbsko bei Prag oder Radyne bei Pilsen, wo nicht nur international bekanntes Bier gebraut wird, sondern Rafiki Climbing Clothing auch seinen Hauptsitz hat. Außerdem finden Boulderer zwischen Prag und Karlsbad eines der größten Bouldergebiete Europas, das mit seinen über 3000 Problemen zwar nicht ganz an das französische Fontainebleau heranreicht, aber Petrohrad begeistert dafür durch seine vielfältigen Blöcke und genügend Raum, um auch noch eigene Erstbegehungen zu realisieren.

Boulderer aus anderen Nationen sind in Petrohrad herzlich willkommene Gäste. Daneben bieten günstige Preise und gutes Essen weitere Anreize für einen Kletterausflug in das Territorium der Rafikis. Ob die tschechischen „Kletteräffchen“ allerdings alle mit einem entsprechend hohen Apeindex gesegnet sind, ist uns leider nicht bekannt.

Dass die Rafiki-Ambassadors, ebenso wie die Macher von Rafiki aber in jedem Fall mit guten Klettergenen ausgestattet sind, zeigt sich durch zahllose Begehungen in den höchsten Schwierigkeitsgraden. Gute Platzierungen bei Kletter- und Boulderwettbewerben sprechen hier ihre eigene Sprache. Die beiden Rafiki Kletterer Tomáš Binter und Jakub Konečný etwa gehören zu den derzeit erfolgreichsten Athleten bei Tschechien Wettkämpfen. Einzig das tschechische Ausnahmetalent Adam Ondra ist den jungen Rafikis oft noch ein paar sportliche Züge voraus.

Urban Boulder und Urban Climbing Style

Bei den Rafikis juckt es nicht nur in den Fingerkuppen und Zehenspitzen, wenn sie vorm Kletterfels oder Boulderblock stehen. Sie laufen durch die Städte und da wo „normale Menschen“ Häuser, Wände, Brunnen und Brücken sehen, erkennen die Urban Climber Linien, Züge und Probleme. Dabei ist Urban Bouldering nicht zu vergleichen mit Free-Solo Besteigungen an Hausfassaden oder lebensgefährlichen Roofing-Aktionen.

Beim Urban Bouldering oder Buildering geht es den Tschechen vielmehr darum, anspruchsvolle Routen und Linien an Gebäuden, Mauern und Konstruktionen zu finden und sie mit technischem Geschick zu lösen. Wer demnach in der Stadt ein paar Kletterer mit Crashpads durch die Straßen ziehen sieht, ist höchstwahrscheinlich auf ein paar urbane Rafikis gestoßen. Die Möglichkeiten für Boulderer im urbanen Raum sind nahezu unerschöpflich. Zwar unterscheiden sich diese von der Art der Griffe und Tritte klar vom natürlichen Terrain, aber Spaß, Anspruch und Schwierigkeit bleiben beim kollektiven Buildering sicher nicht auf der Strecke.

Erst wenn man weiß, wo der Rafiki lebt und wie er klettert, kann man verstehen, wie der Rafiki sich kleidet. Die Idee hinter der Klettermode von Rafiki ist eine Art „Allzeit-Bereit-Philosophie“ für Kletterer und Boulderer. Ob im Großstadtdschungel von Prag oder zwischen den Boulderblöcken von Petrohrad – in den bequemen Klamotten von Rafiki fühlt man sich überall wohl und ist nie zu viel und nie zu wenig Kletterer.

Das bedeutet in den stylischen Shirts und Hosen kann man zur Arbeit oder an die Uni gehen und direkt danach das nächste Boulderproblem lösen. Alltagstauglich, klettertauglich und freizeittauglich sind die bequemen Kletterhosen, Shorts, T-Shirts und Hoodies allemal. Dabei sind die kletterfreundlichen Schnitte und funktionellen Details oft nur auf den zweiten Blick zu erkennen.

Bouldermode für Mädels und Jungs

Die meisten Kleidungsstücke von Rafiki Climbing gehören zu der unauffälligen und alltagstauglichen Urban Boulder Style Kategorie. Einfacher ausgedrückt heißt das, die Hosen und Shirts sitzen gut, sind aus stabilen Materialien, bequem zu tragen und vor Allem: sie garantieren perfekte Bewegungsfreiheit. Für den Bereich Sportklettern hat Rafiki auch noch etwas speziellere Climbing Wear im Angebot. Die Tights und Klettertops sind vielleicht nicht ganz so alltags- und freizeittauglich, wie die schlichte Boulder Wear, aber dafür gewährleisten sie eine optimale Performance am Kletterfels.

Als praktische Ergänzung zur Climb- und Boulderwear bietet Rafiki auch einige warme Jacken für den Approach zum Kletterfels, als warme Zusatzschicht beim Sichern und natürlich auch für den Einsatz in der Freizeit und im Alltag. Neben ein paar praktischen Accessoires, wie dem Rafiki Seilsack und schmucken Chalkbags bieten die Tschechen auch noch ihr eigenes Chalk-Sortiment an. Ob man dabei am Liebsten zum klassischen Pulver, zum Chalkball oder zum flüssigen Liquid Chalk greift, bleibt jedem Rafiki-Fan selbst überlassen. Für einen guten Grip sorgen alle drei Varianten – egal ob beim Sportklettern, beim Bouldern oder an den kleinen Fugen der Stadtmauer.

 

Rafiki Markenvorstellung

bouldern-am-fels

Packliste Bouldern am Fels

6. Juli 2017
Ausrüstung, Packlisten

Bouldern – das Klettern ohne Seil in Absprunghöhe – erfreut sich als Alternative bzw. Ergänzung zum Sportklettern nicht nur im Winter großer Beliebtheit. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber dem klassischen Klettern ist, dass man zum Bouldern nahezu kaum kostenintensive Ausrüstung braucht. Ein paar bequeme Kletterschuhe, normale Sportsachen und ein kleiner Magnesiumbeutel mitsamt einer Handvoll des weißen Goldes reichen für den Anfang bereits vollkommen aus.

Wer jedoch länger dabei bleibt und sich die recht steile Lernkurve nach oben wurschtelt, wird schnell merken, dass das Kraxeln an künstlichen Griffen in der Halle längst nicht alles sein kann. Spätestens wenn der Frühling mit den ersten Sonnenstrahlen lockt, zieht es einen förmlich hinaus an den Fels. Dass hierzu ein bisschen mehr an Equipment nötig ist liegt auf der Hand. Schließlich sind weiche Matten draußen genauso Fehlanzeige, wie stickige Luft und aufgepumpte Fitnessstudio-Flüchtlinge.

Aus diesem Grund folgt hier in aller gebotenen Kompaktheit eine kurze Packliste zum Bouldern am Fels.

Boulderausrüstung & Bekleidung








Zusätzliche Ausrüstung (Optional)






In diesem Sinne heißt es nicht zu Unrecht: Vor dem Bouldern ist nach dem Bouldern. Ein solides Aufwärm- und leichtes Dehnprogramm vor dem ersten Einstieg macht also nicht nur aus sportphysiologischer Sicht Sinn, es reduziert auch deutlich das Verletzungsrisiko. Und wie wichtig eine aktive Nachbereitung zum Training der Antagonisten ist, wissen spätestens alldiejenigen mit muskulären Verkürzungen und dem klassischen „Kletterrücken“. Hier empfiehlt sich also zusätzlich das Lesen einschlägiger Literatur zum Thema „Gimme Kraft“, als auch „Yoga für Kletterer“ sowie sonstiger Lehr- und Trainingshandbücher.

Titelbild

Bouldern mit Kindern

7. September 2016
Tipps und Tricks

Wer hätte sich das als Kind nicht gewünscht: Eine Wand an der man Klettern kann und darunter eine dicke weiche Matte, die eigentlich fast jeden Sturz verzeiht. Für Kinder sind Boulderhallen ein Traum.

Aber was sollte man beachten und bedenken, wenn man mit Kindern in eine Boulderhalle geht? Wir beantworten hier die wichtigsten Fragen.

Ab welchem Alter kann ein Kind Bouldern?

Die gute Nachricht: im Grunde ab jedem Alter. Kinder Klettern häufig noch instinktiv und verfügen über eine so gute Technik, dass wir Erwachsene nur neidisch mit den Ohren schlackern können – mal ganz zu Schweigen von der Beweglichkeit.

Allerdings sind die Boulder für die Größe der Erwachsenen geschraubt und die Griffe für Erwachsenenhände gemacht, das kann manchmal für die Kleinen etwas frustrierend sein. Daher haben viele Boulderhallen inzwischen eigene Bereiche oder Räume für Kinder eingerichtet.

Welche Boulderausrüstung brauchen Kinder?

Noch eine gute Nachricht: Beim Bouldern ziemlich wenig. Im Grunde braucht es nur ein Paar Schuhe und eine bequeme Hose. Bei den ersten Besuchen reicht es vollkommen die (sauberen) Schuhe aus dem Sportunterricht zu nehmen oder in der Halle Schuhe zu leihen. Entscheidet sich das Kind dazu, häufiger Bouldern zu gehen, kann man über eigene Schuhe nachdenken.

Diese sollte man nicht zu eng wählen. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Kletterschuhe Schmerzen bereiten müssen. Das stimmt schon bei Erwachsenen nicht und bei Kindern schon gar nicht.

Kinderfüße befinden sich im Wachstum und sollten nicht unnötig malträtiert werden. Daher gibt es spezielle Kletterschuhe für Kinder. Diese sehen nicht nur schick aus, sie lassen sich häufig auch in der Größe anpassen.

Mit Kindern in die Boulderhalle

Boulderhallen sind ein kleines Paradies für Kinder. An den Wänden kann man hochklettern und auf dem Boden liegt eine dicke und wunderbar weiche Matte. Diese dämpft nicht nur jeden Sturz, auf denen kann man auch wunderbar herumtollen und rennen und hüpfen und wahnsinnig viel Spaß haben.

Und da auf den ersten Blick in Boulderhallen keine Gefahr zu erkennen ist (der Baum im Garten ist wesentlich höher und hat keine Matte darunter), neigen leider manche Eltern dazu ihre Kinder an der Matte abzugeben und sich auf einen Kaffee an den Tresen zu setzen. Dabei vergessen sie aber ein paar entscheidende Punkte oder wissen sie nicht.

Beim Bouldern klettert der Boulderer an seinem Limit – bis er abfällt. Das Fallen gehört beim Bouldern dazu. Daher auch die dicken Matten. Zwar können geübte Boulderer ihren Sturz einigermaßen steuern, so dass sie sich nicht verletzten, aber sie können nur bedingt darauf reagieren, was unter ihnen geschieht. Daher sollte der Sturzraum unter einem Boulderer immer freigehalten werden!

Ein 70kg schwerer Mann, der aus einer Höhe von 3m fällt, entspricht einem Gewicht von 210 kg – das ist ein ausgewachsenes Gorillamännchen. Das kann für ein Kind gefährlich werden. Also das Gewicht, nicht das Gorillamännchen.

Aber nicht nur für das Kind. Ein Kollege von uns stürzte beim Bouldern. Im Fallen sah er zum Glück noch das Kind unter sich und schaffte es auszuweichen. Durch die ungeplante Flugbahn landete er jedoch so unglücklich auf der Matte, dass er sich den Fuß verletzte. Wäre das Kind nicht dort gestanden, wäre er wie gewohnt gelandet und hätte die kommenden Wochen weiter Bouldern können.

Eltern müssen unbedingt in Boulderhallen darauf achten, dass ihre Kinder nicht unter den Boulderern hindurch laufen oder stehen. Leider hilft es nicht, es den Kindern einmal zu sagen. Viele Hallen haben daher inzwischen Regel geschaffen, die verlangen, dass sich Eltern immer gemeinsam mit ihren Kindern auf der Matte aufhalten und sie beaufsichtigen. In manchen Hallen oder Bereiche für Kinder gesperrt oder für diese reserviert. Einige Hallen verlangen auch, dass Kinder vor der eigenständigen Nutzung einen „Boulderführerschein“ machen.

Wer selbst nachrechnen will welche Kräfte sich bei einem Sturz entwickeln, kann dies mit dem Bergfreunde Aufprallkraft-Rechner tun.

Kindergeburtstag in der Boulderhalle

Viele Boulderhallen bieten die Möglichkeit, dort einen Kindergeburtstag zu feiern. In der Regel steht dann ein Raum zum Kuchenessen und ein Betreuer zur Verfügung. Dieser weiß nicht nur, welche Boulder in der Halle auch für Kinder geeignet sind, er oder sie kennen meist eine Reihe guter Boulderspiele, die den Kleinen den Sport näher bringen und den Nachmittag spannend gestalten. Allerdings variieren die Angebote in den Hallen. Einfach mal in der Halle Umfang und Kosten erfragen.

Gesundes Training

Bouldern und Klettern unterscheiden sind in der Belastung des Bewegungsapparates vom Klettern. Während das Klettern mehr Ausdauerkraft benötigt, ist beim Bouldern eher die Maximalkraft gefordert. Das macht das Bouldern gerade bei Jugendlichen sehr beliebt. Die Belastung der Sehen, Bänder und Gelenke ist jedoch wesentlich höher als beim Klettern.

Wenn Jugendlich anfangen regelmäßig zu trainieren, sollte man darauf achten, dass dies unter fachkundiger Anleitung geschieht um Überbelastungen und einseitige Belastungen zu verhindern.

Inzwischen bieten die meisten Boulderhallen Trainingsgruppen und Kurse für Kinder und Jugendliche an.

Mit Kindern zum Bouldern an den Fels

Noch schöner als in der Halle, ist es natürlich draußen Bouldern zu gehen. Dafür braucht es, im Gegensatz zum Klettern, nicht viel mehr, als in der Halle: Boulderblöcke, trockenes Wetter und ein Crashpad, schließlich liegen im Wald keine Matten herum.

In der freien Natur zu Bouldern ist nicht nur für Erwachsene eine tolle Erfahrung. Für Kinder kann der Wald zu einer wahren Spielwiese werden. Dabei lernen sie, neben dem Bouldern, im besten Fall auch noch die Bewegung an der frischen Luft zu lieben und wie man sich in der Natur bewegt ohne diese zu belasten.

Allerdings sollte man bei der Auswahl des Bouldergebietes die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigen. Auf folgendes sollte man achten:

  • Der Zustieg sollte nicht zu lang und mühsam sein
  • Es sollten Boulder vorhanden sein, die in Höhe und Schwierigkeitsgrad für Kinder in Frage kommen
  • Die Boulder sollten sehr gute Landezonen haben
  • Im Sommer sollte das Gebiet ausreichend Schatten bieten

Viele Bouldergebiete geben inzwischen an, welche Gebiete für Kinder geeignet sind. Boulderspiele können helfen, das Bouldern für eine längere Zeit spielerisch interessant zu halten.

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