Bergfreunde

Black Diamond – Dawn Patrol LT Shell, Climbing Pant und Stance Belay Hoody im Praxistest

24. November 2014

Sportart

Black Diamond Produkte im Allround-Test

Black Diamond Produkte im Allround-Test

Wir haben es wieder getan: Wir haben drei Bergfreunden Produkte gegeben und sie gebeten sie in die Mangel zu nehmen und auf Herz und Nieren zu testen.

Heraus kam ein breit gefächerter Test der neuen Bekleidungslinie von Black Diamond.  Getestet wurde bei Hochtouren, dem täglichen Arbeitsweg per Fahrrad, Wandern und alpinem Klettern und das alles bei Wind und Wetter.

Hier erfahrt Ihr, welche Erfahrungen unsere Kollegen Thomas, Robert und Reiner gemacht haben.

 

Thomas: Als Gelbflechte über den Gletscher

Und wieder eine Couleur mehr im Outdoor-Kleiderschrank. Der Hersteller nennt die Farbe „Lichen“, nach Wikipedia die medizinische Bezeichnung für eine Hauterkrankung. Und dann sei „lichen“ noch das englische Wort für Flechte, speziell für die Gewöhnliche Gelbflechte. Passt schon eher. Aber zurück zur Dawn Patron LT Shell von Black Diamond: Die Farbe gehört zwar nicht zu meinen Favoriten, das schlichte Design und der für mich groß und schlank gewachsenen Menschen passende Schnitt gefallen mir dafür auf Anhieb.

Thomas

Thomas ist sichtlich begeistert über seine Testjacke

Die erste Prüfung erfolgte auch sogleich radelnd auf dem Weg in die Firma. Ersteindruck: Atmungsaktivität, Winddichtheit und Bewegungsfreiheit stimmen. Aber der Härtetest sollte erst später anstehen: Eine Hochtour auf den Großvenediger bei Temperaturen von 0°C bis 20°C und fast allem, was das Wetter so hergibt. Doch die Softshelljacke ließ sich nicht lumpen: Die Regentropfen perlten vorbildlich ab und bei meinem zugegeben etwas unfairen Test, wo die Grenzen der Atmungsaktivität liegen (bzw. meine Grenzen zum Hitzekollaps) hielt sie erstaunlich lange mit. Ein echter Pluspunkt zu meinen bisherigen Softshelljacken: Die Kapuze hängt auch ohne Helm nicht lästig ins Gesicht und lässt sich durch die einfach zu bedienenden Kordelzüge komfortabel verstellen. Praktisch waren bei der Tour auch die trotz Gurt leicht erreichbaren Taschen, in denen ein paar Müsliriegel und bei Bedarf die Handschuhe Platz fanden.

Einen Kritikpunkt gibt es dann aber doch noch. Bereits nach der Jungferntour auf dem Großvenediger war der Bereich an der Hüfte, an dem Rucksack und teilweise der Klettergurt auflagen, spürbar aufgeraut. Von einer Jacke in dieser Preisklasse, die noch dazu für diesen Einsatzzweck konzipiert wurde, erwarte ich da ehrlich gesagt mehr. Trotz dieses Minuspunktes bekommt die Dawn Patrol aber einen Platz in meinem Outdoor-Kleiderschrank – und die Wiebke ein großes Dankeschön, dass ich das gute Stück (und nicht irgendeinen Krempel) für sie testen durfte!

Robert: Bei perfektem Testwetter auf den Großvenediger

Als ich die Black Diamond – Dawn Patrol LT Climbing Pant überreicht bekam, waren im Büro gefühlte 32 °C. Wie soll man da einen sinnvollen Test einer Softshell Hochtouren- bzw. Skitourenhose machen…am besten am Großvenediger zwei Tage später ;-) Hier ging es von 20 °C bis 0°C, Sonne, Regen und Schnee durch viele Vegetationszonen – ideal also.

Robert auf dem Weg durch vier Vegetationszonen

Robert auf dem Weg durch vier Vegetationszonen

Beim zügigen Aufstieg zur Kürsinger Hütte auf ca. 2500m bei 18 °C kam ich schnell ins Schwitzen. Durch die seitlichen Reißverschlüsse entlang der Beine konnte ich das Klima in der Hose ganz gut regulieren. Ich war positiv überrascht, denn normalerweise komme ich immer nassgeschwitzt oben an, da ich allgemein schnell schwitze.

Am Gletscher habe ich dann allerdings doch lieber auf meine richtigen Gamaschen zurückgegriffen, da die integrierten Gamaschen für den Bergschuh ungeeignet sind, aber am Skistiefel durch die Silikonbeschichtung am Bund sicher gut sind. Auf dem Weg zum Gipfel hatte ich bei ca. 5 °C immer ein angenehmes Klima im Beinkleid, ohne die Belüftungsreißverschlüsse benutzen zu müssen. Besonders praktisch finde ich die Fronttasche, die direkt frontal am Oberschenkel sitzt. Normalerweise mag ich sowas nicht, weil es immer am Bein reibt und für Unruhe sorgt. Das ist bei dieser Hose nicht so! Während der Tour hatte ich meinen Fotoapparat darin und habe ihn nicht bemerkt.

Hosenträger benutze ich eigentlich nie, weil sie immer rutschen. Diese Teile sind aber echt stark! Gut einstellbar und sie rutschen nicht von der Schulter. Sie wirken sehr robust und ich habe sie auch kaum auf den Schultern gespürt. Wirklich klasse!

Beim Abstieg im Regen hat die Hose bewiesen, dass sie auch wasserabweisend ist. Es ist schön, die Perlen einfach abprallen zu sehen. Etwas Negatives habe ich leider nicht feststellen können, auch wenn die Spannung beim Lesen darunter leidet. ;-)

Jetzt freu ich mich jedenfalls schon auf die nächste Tour mit meiner neuen Hose!

Reiner: Aus vielseitigem Test folgt positives Resultat

Als ich die Kunstfaserjacke – Stance Belay Hoody von Black Diamond  im Sommer bekam, lag sie erst einmal im Schrank, bevor ich sie ausprobieren konnte. Bei trockenem Wetter im Gebirge ist mir doch eine leichte Daunenjacke lieber. Im Herbst war dann aber die Zeit der Jacke gekommen: feuchte Witterung, Nebel und Klettertage bei gemischtem Wetter.

Reiner testet die Kunstfaserjacke beim Felsklettern

Reiner testet die Kunstfaserjacke beim Felsklettern

Ich war kein Freund von Kunstfaser, da ich immer bei bewegungsintensiven Tätigkeiten einen Hitzestau befürchtet habe. Die Jacke belüftet allerdings gut und ist angenehm leicht auch bei hoher Wärmeleistung. Gut, das ist immer sehr individuell, aber im Spätsommer war mir die Jacke noch zu warm.

Jetzt, bei der morgendlichen Fahrt zur Arbeit, hab‘ ich dann doch lieber eine Kunstfaser, da bei Nebel und hoher Luftfeuchtigkeit nicht die Gefahr besteht, dass mir die Füllung zusammenfällt, wie das bei Daune passieren kann. Ich scheue den Ausdruck, aber das ist eine gute Übergangsjacke, die auch im Winter mit entsprechenden Unterschichten getragen werden kann.

Deutlicher Vorteil gegenüber der Daune ist der unkomplizierte Umgang, insbesondere das Waschen. Beim Klettern und Sichern hätte ich mir einen 2-Wege-Reißverschluss gewünscht, auf Grund der Leichtigkeit des Materials kommt man aber auch beim Sichern klar. Beim Fahrradfahren fällt positiv auf, dass die Kapuze sich nicht schräg legt und als Bremsschirm wirkt, sondern genau hinter dem Kopf liegen bleibt.

Hatte die Jacke jetzt im Allroundeinsatz und kann sie dafür „wärmstens“ empfehlen.

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