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Busvorzelte – Miniwohnungen für unterwegs

20. Dezember 2018
Ausrüstung

Busvorzelte? Das sind doch diese Riesendinger bei den Dauercampern, inklusive Zaun, Blumenkästen und Gartenzwergen! Oder? Jein, es gibt zwar viele solcher Exemplare, doch Spektrum und Einsatzbereich dieser Zeltkonstruktion sind weit größer. Grundsätzlich handelt es sich hier um Zelte, die sich über ihren Eingang oder über eine Schleuse mit einem Fahrzeug oder Wohnwagen verbinden lassen. Dabei gibt es nicht nur die großen Ungetüme, sondern auch leichtere, kleinere, flexiblere und ästhetisch ansprechende Modelle. Die allermeisten Vorzelte werden an der Fahrzeugseite angebracht, vereinzelt gibt es aber auch Modelle für das Andocken ans Heck.

Kurz und gut: ein Busvorzelt ist für all jene interessant, die länger oder öfter mit dem eigenen Bus, Wohnwagen oder Van unterwegs sind. Oder dem Minivan, denn auch für diesen Fahrzeugtyp gibt es passende Vorzelte. Zeit also einen genaueren Blick den praktischen Raumvergrößerern zu widmen.

Wozu ein Busvorzelt?

Wer einen Camper hat, wird vermutlich zunächst eher skeptisch sein: „Was soll ich mit so einem Ding!? Mein Camper hat eine ausrollbare Markise.“ Schön und gut, doch was, wenn man auch mal längeres Schlechtwetter am Stellplatz überbrücken muss? Oder wenn man zu dritt oder noch mehrere ist und die Luft im Camper langsam dick wird? Oder neben den Campingmöbeln und den Vorräten mal wieder Unmengen an Bike-, Paddel- und Kletterausrüstung eingepackt hat?

In all diesen Fällen kann das Busvorzelt ins Spiel kommen. Es bietet nicht nur Stauraum und ein Dach über dem Kopf, sondern je nach Ausführung ein richtig gemütliches und rundum geschütztes Zimmerchen vor dem Fahrzeug. Auch mitreisende Haustiere haben sicher nichts gegen etwas trockene und warme Zusatzfläche einzuwenden.

Welches Busvorzelt passt zu mir?

Vom winzigen Vorraum mit Besenkammer-Charme bis zum Wohnzimmerfeeling, beim Busvorzelt ist alles möglich. Die kompaktesten Exemplare, wie zum Beispiel das Vaude Drive Wing, bieten wenig Luxus, doch eignen sich auch für Minivans wie den VW Caddy oder Renault Kangoo.

Je mehr Personen und je regnerischer das (erwartete) Wetter, desto mehr Platz sollte das Vorzelt bieten. Das kann bis zum 15-Quadratmeter-Exemplar mit Schleuse als Übergang zum Fahrzeug und separatem Gemeinschaftsraum, plus guter Ausleuchtung durch große Fenster reichen.

Die größten Camper-Zelt-Kombinationen können Schlafplätze und Aufenthaltsraum für fünf Personen schaffen. Dafür braucht es dann aber auch ein entsprechend großes Fahrzeug, denn in einem Caddy lässt sich solch ein Mobil-Apartment inklusive Bewohnern und Mobiliar nicht transportieren.

Worauf ist beim Busvorzelt zu achten?

Plant man ein Busvorzelt zu erwerben, muss das Hauptaugenmerk natürlich auf der Kompatibilität liegen. Das beste Vorzelt nützt nichts, wenn es nicht zum vorhandenen Fahrzeug passt. Ist das Zelt zu niedrig, bleibt oben an der Fahrzeugtür eine Öffnung; ist es zu hoch, bleibt der Zelteingang oben offen.

Der erste Blick gilt also zunächst dem eigenen Fahrzeug: welche Höhe hat die Dachkante? Welche Befestigungsmöglichkeiten gibt es? Ist eine Reling oder ein Keder vorhanden? Wenn das ausgekundschaftet ist, kann man ein Zelt in der passenden Größe und mit dem passenden Befestigungssystem suchen (bei letzterem gibt es bisweilen mehrere Möglichkeiten, dazu aber gleich noch mehr).

Auch Größe und Gewicht des Buszelts sind meist schon durch das vorhandene Fahrzeug und die infrage kommende Personenzahl eingegrenzt. Wer Gewicht minimieren will, sollte auf möglichst einfache Aufbau- und Befestigungssysteme achten. So gibt es mittlerweile viele Konstruktionen, die beim Aufbau kein Gestänge mehr verwenden, sondern schlicht und einfach durch prall aufgepumpte Luftkanäle gestützt werden. Bei manchen Systemen muss hierfür nur an einem einzigen Ventil gepumpt werden. Luft-Systeme sparen auch einiges an Zeit ein, da „traditionelle“ Gestängekonstruktionen recht umfangreich und aufwendig im Aufbau sind.

Auch über die Art der Verbindung zwischen Fahrzeug und Zelt sollten sich Gedanken gemacht werden. Wer Schmutz und Nässe von Schuhen oder Fahrrädern zuverlässig fernhalten will, braucht eine Schleuse als Vorraum. Die Schleuse ist meist auch die beste Möglichkeit, um die Verbindung zwischen Zelt und Fahrzeug einfach und schnell lösen, als auch neu verbinden zu können. Sie kann oft mit verschiedenen Systemen hergestellt werden (notfalls auch mit Spanngurten, die bei manchen Herstellern, wie zum Beispiel Vango, häufig im Lieferumfang enthalten sind).

Je nach Nutzung und den zu erwartenden Wetterverhältnissen muss mehr oder weniger auf Stabilität (zum Beispiel auf Ripstop-Gewebe) und auch technisch-funktionale Eigenschaften des Zeltmaterials, wie die Wassersäule, geachtet werden.

Auch die Menge und Qualität von Ausstattung und Zubehör zum Busvorzelt hängt von den vorgesehenen Einsatzzwecken ab. Viele Details wie Innentaschen oder Moskitonetze sind bei vielen Zelten schon im normalen Lieferumfang enthalten. Folgende Zubehörteile gehören eher selten zur Grundausstattung, werden aber häufiger benötigt:

Innenzelte teilen den vorhandenen Raum in kleinere Bereiche auf. Meist dienen sie als geschützte Schlafkabinen, die mit eingenähtem Boden, atmungsaktiven Geweben und Belüftungsmöglichkeiten bei Wetter- und mückendichter Abschirmung mehr Komfort schaffen. Oft kommen bei diesen Innenzelten noch weitere Details, wie Netztaschen, hinzu.

Separate Unterlagen können die Feuchtigkeitsresistenz der Urlaubsbehausung deutlich erhöhen. Zudem schützen sie vor spitzen Gegenständen und können in begrenztem Umfang auch als Isolierschicht gegen Kälte dienen. Die Unterlage muss gut fixierbar sein und genau zur Zeltfläche passen, da sich ansonsten Pfützen bilden können. Wirklich sicher funktioniert dies nur mit kompatiblen Unterlagen, die vom Zelthersteller als Zubehör angeboten werden.

Ähnliches gilt für den Teppich. Dieser unterscheidet sich natürlich vom herkömmlichen, sperrigen und dicken Wohnungsteppich. Im Busvorzelt schützt seine Unterseite, die meist aus beschichtetem Kunstfasermaterial besteht, ebenfalls vor Abrieb und Schmutz, während die weichere Oberseite für Gemütlichkeit und Wärme sorgt. Das ist besonders von Vorteil, wenn krabbelnde Kleinkinder mitreisen.

Wer öfter in der kühlen Jahreszeit oder in kalten Gefilden unterwegs ist, findet auch eine breite Auswahl an Vorzeltheizungen, die mit verschiedenen Brennstoffen und -Mechanismen samt  spezifischen Vor- und Nachteilen aufwarten.

Das Vorzelt aufbauen, befestigen und abspannen

Gute Busvorzelte zeichnen sich durch eine Einfachheit im Umgang aus. Die einfache Handhabung ist umso wichtiger, je häufiger man den Standort wechselt oder man Ausflüge mit dem Fahrzeug macht während das Zelt frei stehend am Standplatz bleibt. Gerade bei häufigerem Wechsel mit Auf- und Abbau sowie Lösen und Befestigen möchte man sicher nicht jedes Mal Stunden damit zubringen.

Aufbau

Bis vor wenigen Jahren waren Fiberglas-, Stahl- oder Alugestänge ohne Alternative. Doch dann kamen schlaue Entwicklerköpfe auf die Idee, dass auch mit Luft vollgepumpte Stoffröhren als Zeltrahmen dienen können. Mittlerweile ist diese Variante zum Standard geworden, auch wenn andere Methoden nach wie vor ihre Daseinsberechtigung haben. Bei manchen Zeltmodellen kommen sogar beide Methoden zum Einsatz: der Hauptrahmen wird durch Luft aufgespannt, während das Vordach „traditionell“ per Gestänge in Form kommt.

Die neueste Entwicklung sind Röhrensysteme, bei denen sich die Luft von nur einer Öffnung aus in den ganzen Rahmen verteilt. Es muss dann nur einmal und an einer Stelle gepumpt werden. Ziemlich genial, oder?

Befestigung

Dass der Abstand zwischen Fahrzeug und Zeltöffnung so gering wie möglich sein sollte, dürfte einleuchten. Der tollste Aufbaumechanismus nützt nichts, wenn das Zelt nicht richtig an die Fahrzeugtür passt. Doch keine Sorge, wenn die Höhe zusammenpasst, sind die meisten Vorzeltsysteme auch breit genug für Schiebetüren am Fahrzeug. Prinzipiell sollte jedes Zelt mit jedem Bus der richtigen Anbauhöhe kombinierbar sein. Der Kontakt muss ja nicht hermetisch dicht sein wie im Raumschiff, wichtig ist aber vor allem, das Zelt- oder Schleusendach gut abzuspannen, damit sich kein Regenwasser sammeln kann. Bei frei stehenden Zelten ist eine Befestigung unter Umständen gar nicht nötig. Sie ist aber immer empfehlenswert, wenn man wirklich vor Wind und Wetter geschützt sein will.

Je nach Befestigungssystem ist es einfacher oder schwieriger, Fahrzeug und Zelt zu trennen. Wer öfter mit dem Fahrzeug die Urlaubsumgebung erkundet, wird ein anderes System bevorzugen, als jemand, der ohne Fahrzeug oder gar nicht unterwegs ist. Für manche der folgend aufgeführten Befestigungsarten sind Vorrichtungen an der Seite des Busses oder Zubehör notwendig:

Wenn das Vorzelt Klettverschlüsse aufweist, ist das zwar einfach und praktisch, aber nicht immer 100 % dicht. Wenn das Fahrzeug eine Dachreling hat, geht das Befestigen mit dieser Methode sehr schnell. Ideal, wenn man Fahrzeug und Vorzelt häufig trennen und wieder verbinden möchte.

Ohne Dachreling braucht es Abspannleinen, die passende Ösen oder andere Fixpunkte an der Schleuse/am Zelt benötigen. Das obere Ende von Schleuse oder Zelt wird so mit den Leinen verbunden und so weit wie möglich über das Fahrzeugdach gelegt. Dann werden die Abspannleinen über das Dach zum Boden auf der anderen Seite des Fahrzeugs geführt. Dort werden sie verknotet oder mit Heringen im Boden befestigt.

Wirklich dicht ist meist nur die Verbindung per Kederleiste. Meist wird hier eine Röhre, die in das textile Zeltgewebe eingearbeitet ist, in eine am Fahrzeug angebrachte Führungsschiene geschoben. Allerdings ist es hier etwas aufwendiger und schwieriger, das Fahrzeug zwischenzeitlich vom fertig aufgestellten Vorzelt zu trennen. Normalerweise braucht es dafür gute Fahrkünste und mehrere Helfer.

Magnetbänder, die einfach aufs Autodach gelegt werden, sind eine Fixiermöglichkeit für Zelte mit Kederverbindung an Fahrzeugen ohne entsprechende Präparierung. Die Führungsschiene ist hier nicht direkt am Fahrzeug, sondern am Magnetband angebracht.

Saugnäpfe mit Kipphebel zum Erzeugen des Vakuums sind eine weitere Möglichkeit zur Verbindung mit glatten und möglichst sauberen Fahrzeugflächen. Am Saugnapf ist ein Haken oder eine Öse angebracht, an der Schnüre befestigt werden können.

Mithilfe von Adapterstücken lassen sich auch Kombinationen dieser Systeme einrichten, um deren spezifische Vorteile optimal zu nutzen.

Last but not least bleibt noch das Abspannen, das als Arbeitsschritt teilweise einhergeht mit dem Befestigen am Fahrzeug. Das Prinzip und das Vorgehen dabei ist das Gleiche wie bei normalen Trekking- und Campingzelten.

Das Vorzelt reinigen

Auch das Busvorzelt bedankt sich mit erweiterter Lebensdauer, wenn es nach der einen oder anderen längeren Reise etwas gepflegt und vor dem Verstauen gut getrocknet wird. Dabei sollte man ähnlich vorsichtig zu Werke gehen, wie man es bei einem normalen Zelt und bei Outdoor-Funktionsmaterial tut (beziehungsweise ebenfalls tun sollte). In diesem Fall braucht man nur das Gewebe auf verschmutzte Stellen zu prüfen und diese mit einem Schwamm oder – bei hartnäckiger Verschmutzung – mit einer nicht zu groben Bürste oder einem Handfeger zu reinigen. Am besten beschränkt man sich auf klares Wasser als Reinigungsmittel.

Hat man den Eindruck, dass Reißverschlüsse und Nähte nicht mehr dicht halten, kann man diese mit Imprägnierspray nachbehandeln. Der Stoff des Zelts behält seine Wasserdichtigkeit in der Regel über die gesamte Lebensdauer, lediglich die Imprägnierung lässt nach längeren Regenaufenthalten nach. Auch hier leistet das Imprägnierspray gute Dienste.

Achtet man zu guter Letzt noch darauf, dass die ggf. vorhandenen Zeltstangen ebenfalls trocken und sauber gelagert werden, wird man mit dem Busvorzelt auch weiterhin viele entspannte Urlaubstage verbringen können. Diese wünschen wir euch auf jeden Fall!

Noch keine Geschenke? Wie wärs mit ein paar Bergfreu(n)den?

6. Dezember 2018
Kaufberatung

Jo, is denn scho wieder Weihnachten? Jupp, ist es, und damit auch wieder Zeit für Konsumrausch, Verweigerung oder irgendwas dazwischen. Letzteres ist die schwierigste Option, denn hier muss man durchaus nachdenken und die Beschenkten richtig einschätzen, um passende Präsente zu erwischen. Klar im Vorteil sind hier all jene, die Bergfreunde und Outdoorenthusiasten wie uns unter ihren Angehörigen und Freunden haben. Denn bescheiden wie wir sind, kann man uns immer irgendwie zufrieden stimmen ;-P Außerdem gibt es einen riesengroßen und prall gefüllten Geschenkesack, in dem garantiert für Jeden etwas dabei ist. Ich habe da mal reingeschaut und mir einen Haufen Sachen ausgesucht, die ich mir auf jeden Fall gern selber schenken lassen würde ;-)

Der Schwerpunkt liegt dabei eher auf vielseitig verwendbaren Gegenständen. Extreme Spezialitäten wie den Haulbag fürs Bigwallclimbing werdet ihr hier also nicht finden. Auch macht es nicht viel Sinn komplexe Ausrüstungsgegenstände wie Tourenskischuhe, die zumeist individuell abgestimmt sein müssen, mit hineinzunehmen. Andererseits… so eine nagelneue Komplettausrüstung für den Einstieg in die gerade beginnende Skitourensaison hätte auch was, oder?

Es sollen hier auch nicht nur lustige Gadgets sein, sondern auch wirklich nützliche Dinge. Es sollen Kleinigkeiten dabei sein, die nicht die Welt kosten, und dicke Dinger, falls jemand dieses Weihnachten mal richtig Eindruck schinden will. Außerdem ist hier was für Kletterer dabei, für Campingfreaks, für Männer, für Frauen, für die reifere Generation und für Kids. Also, auf geht’s zum Bergfreundegeschenkekauf!

1. Passt immer: Der Bergfreunde-Weihnachtsgutschein

Den Einstieg macht das universale Alleskönnergeschenk, das nie verkehrt sein kann: Der Bergfreunde.de Weihnachts-Gutschein. Auch wenn man keine Idee hat oder nicht weiß, was der zu Beschenkende da genau in den Bergen treibt, sind mit diesem Geschenk leuchtende Augen garantiert. Der Gutschein-Code wird auf einer schönen Karte verschickt und ist unbegrenzt gültig. Der Gutschein-Betrag wird beim Einkauf im Bergfreunde.de Shop nach Eingabe des Gutschein-Codes automatisch verrechnet.

2. Falls der Winter zur Abwechslung mal wieder kalt wird: Winter-Outdoorjacken

  • Als Edelvariante empfiehlt sich die Swisswool Piz Bianco Jacket Winterjacke von Ortovox. Schon die Optik mit den gedeckten Farben verrät es: Hier handelt es sich um etwas richtig Hochwertiges! Die wohlige Wärme der winddichten und wasserabweisenden Outdoorjacke kommt von weichen Merinowoll-Inserts, die sich richtig gut anfühlen und natürliche funktionale Eigenschaften haben. Hinzu kommt eine super Ausstattung, die ebenfalls ein sehr weites Einsatzspektrum ermöglicht. Mehr dazu in der Produktbeschreibung.
  • Die Günstig-aber-gut-Variante: Der Women’s Aden Wintermantel von Helly Hansen. Viel Funktion, angenehme Wärme und einen bewährten Markennamen kann man auch mit kleinerem Budget bekommen. Weitere Infos zu dem Mantel gibt es in der Produktbeschreibung.

3. Endlich Ruhe im Massenlager: Ohrenstöpsel für unterwegs

Mit kleinem Kostenaufwand kann man etwas wirklich wertvolles schenken: Erholsame Nachtruhe. Die Eagle-Creek Ohrstöpsel sind waschbar und wiederverwendbar und kommen im Set mit sechs Plugs im praktischen Aufbewahrungsdöschen.

4. Was nicht passt wird passend gemacht: Mit dem Bear Grylls Gerber Multitool

Wer gleich nach dem Fest zum nächsten Wildnistrip aufbricht, sollte das Gerber Multitool noch einstecken. Schließlich benutzt auch Superman Bear Grylls solch ein Teil, wenn er im Dschungel und in der Wüste mal wieder eine Unterkunft baut, Feuer macht oder Käfern, Skorpionen und anderen Leckerbissen nachstellt.

5. Auch in dunklen Winternächten schön gemütlich: Die LED-Campleuchte

Die Apollo LED-Lampe von Black Diamond glänzt als Multitalent. Bei diesem Exemplar handelt es sich um eine klappbare Steh- und Hängelampe, die in alle Richtungen für bis zu 225 Lumen an blendfreiem Licht sorgt.

6. Funktionale und stimmungsvolle Winterklamotten

Wer nicht nur Wärme und Funktion, sondern auch stimmungsvolles Design mit Winter- und Gebirgsmotiven sucht, sollte sich mal bei der deutschen Edelschmiede mit dem Schweizer Bergdorf im Namen umschauen. Bitte hier entlang: Zum Bergfreunde-Maloja-Shop.

7. Überall sauberes Trinkwasser: Der Katadyn Pocket Filter

Bei etwas so Wichtigem wie sauberem Trinkwasser verlässt man sich gern auf ein richtig edles Schweizer Markenprodukt wie den Katadyn Pocket Filter. Der hat zwar seinen Preis, doch wenn man bedenkt, dass hier 50.000 Liter Wasser ohne Filterwechsel gereinigt werden, zahlt sich die Sache ganz sicher aus. Und nebenbei ist man mit dieser unabhängigen Wasserversorgung auch noch für den nächsten Weltuntergang gerüstet.

8. Für die langen Winterabende braucht es gute Bücher

9. Kalender

Wer das ganze Jahr über „on Fire“ bleiben will, greift zum Kalender. Im Bergfreunde-Kalender-Shop gibt es eine kleine aber feine Kalenderauswahl für Bergsportdisziplinen wie Klettern, Running oder Bouldern.

10. Immer voller Durchblick: Echo Pocket Mini-Fernglas

Eher ein schönes Spielzeug als wirklich notwendig, dafür aber auch wirklich klein und leicht: Das Brunton Echo Pocket Scope. Es passt in die Jackentasche und bietet dennoch gute Vergrößerungswerte!

11. Unverzichtbare Winterbegleiter: Fäustel und Fingerhandschuhe in einem

Vielseitiger als die Roeckl Kadane Handschuhe geht’s kaum, denn die taugen fürs Fahrrad genauso wie für den Alltag und den Berg. Möglich macht es die integrierte „Kapuze“ (der über die halboffenen Finger klappbare Fäustel). Wenn beim Hantieren mit GPS, Taschenmesser und Pausenstullen oder während einer Klettereinlage freie Finger gefragt sind, klappt man ihn einfach zurück und fixiert ihn am Klettverschluss auf der Oberhand. Funktioniert super, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

12. Gefütterte Hüttenschuhe mit Kunstfaserfüllung

Heimelige Gemütlichkeit auch im eiskalten Basecamp, Biwak oder Winterraum – geht sowas? Ja, sofern man die Camp Booties von Exped im Gepäck hat – kuschelig-warme und weiche „Hausschuhe“ mit Kunstfaserfüllung. Dank ihrer rutschfesten Sohle ist auch der Toilettengang nach draußen kein Problem.

13. Outdoor-Besteckset: Gute Tischmanieren auch in der Wildnis

Das KUPILKA – Geschenkset besteht aus Tasse, Untersetzer, Löffel und sorgt für Flair beim Campen und Picknicken. Es besteht aus einem neuartigen Verbundmaterial aus Kiefernholzfasern und dem Kunststoff Polypropylen, wodurch es unter anderem spülmaschinenfest und recycelbar ist.

14. Creme statt Staub: Dickflüssiger Chalk von den Bergfreunden

Mit dem LiquidChalk von Bergfreunde.de macht man sich und den Mitkletterern in langen winterlichen Hallensessions eine Freude. Man selbst hat staubtrockene Grip-Finger und die Anderen keinen Feinstaub in der Lunge. Und wenn es hart auf hart kommt, deckt man damit schnell noch einen Pickel ab ;-)

15. Weihnachtliche Leckereien

Warum nicht mal ein paar schöne Energieriegel statt der üblichen langweiligen Plätzchen? Okay, nicht wirklich, an Weihnachten bleiben wir lieber bei „richtigem“ Zuckerkram. Doch für unterwegs und draußen macht spezielle Trekking- und Outdoor-Nahrung oftmals Sinn. Das Zeug ist leichter, haltbarer, einfacher zu lagern, praktischer portioniert, schneller zubereitet und schmeckt manchmal trotzdem richtig anständig. Und dank all dieser Vorzüge lässt es sich auch sehr gut als Geschenk verpacken ;-)

Bei unserer Shopauswahl ist vom Müsli zum Frühstück mit fertigem Milchpulver, über Nudel- und Fleischgerichte, bis hin zu vegetarischem und veganem Trekking-Essen für jeden Kletterer, Wanderer oder Expeditionsteilnehmer das Richtige dabei.

16. Die berüchtigten Socken – aber anders!

Mut zum Klischee – mit Socken zu Weihnachten! Aber nicht mit irgendwelchen Socken, sondern mit den richtig sportlichen und fetzigen Winter Run Kompressionssocken für Läufer, Trailrunner und Skitourengeher! Die sehen zwar nicht so putzig aus, haben aber einiges mehr drauf als Omas Selbstgehäkelten vom letzten Jahr. Überzeugt euch selbst – beispielsweise mit den cep Winter-Kompressionssocken.

17. Farbenfrohe Trinkflasche für die Kurzen

Die Kids Wide Mouth von Hydro Flask Trink- und Thermosflasche ist praktisch und macht auch in der Schule einen coolen Eindruck. Und sie wartet mit kleinen Extras auf, die für die Kids von Vorteil sind.

18. Für die großen Jungs und Mädels: Der Fiskars Axt- und Messerschärfer

Mit diesem Teil machen Rechts- und Linkshänder nicht nur Messer, sondern auch Äxte wieder fit. Sehr einfach und intuitiv in der Bedienung, liefert der Fiskars Nachschärfer auch für Laien gute Ergebnisse. Ein super Geschenk für Bastlernaturen, die es kaum erwarten können gleich nach der Bescherung mit dem Schleifen loszulegen!

So, bis hierhin hat der Blick in den großen Bergfreunde-Jutesack hoffentlich für Jede und Jeden was Passendes zutage gefördert. Falls ich ein wirklich wichtiges Weihnachts-Must-Have übersehen haben sollte, gerne rein damit in die Kommentare!

Sohle runter, Schuh noch gut – Welche Hersteller bieten den Sohlen-Service?

20. Dezember 2018
Pflegetipps

Auch bei guten Schuhen ist es nach ein paar hundert Kilometern Stock und Stein soweit: Die Sohle hat an den häufigst abgetretenen Stellen kaum noch Profil und an den Stellen, wo der höchste Druck abgefangen wird, bröselt und schwindet das Material. Auch der Geröllschutzrand ist mittlerweile ziemlich löchrig und zerkratzt. Alles in allem sieht‘s „untenrum“ ziemlich düster aus. Der Schuhschaft hingegen ist zu diesem Zeitpunkt oft noch völlig in Ordnung und zudem auch richtig schön eingelaufen.

Unser, in der Wegwerfgesellschaft, gut eingeübte Standardmove wäre nun, die ‚kaputten‘ Treter in die Tonne zu befördern und ein neues Paar zu kaufen. Das geht schnell und erfordert den geringsten Aufwand.

Doch wie wäre es zur Abwechslung mal mit einer Reparatur der Schuhe? Bei guten und teuren Bergschuhen kann diese deutlich preisgünstiger sein als die nächste Neuanschaffung. Außerdem stellt sich ja noch die Frage, was ein bessere Gefühl hinterlässt: Eine unnötige Geld- und Ressourcenverschwendung oder eine optimale Nutzung der Schuhlebensdauer. Und schließlich gibt es ja auch noch die dritte „Alternative“: Die halb verschlissenen Schuhe so lange weiter zu benutzen, bis sie die Backen endgültig zusammenkneifen. Das ist allerdings eher keine gute Idee, denn erstens will man es sicher nicht erleben, dass mitten im steilen Geröllfeld der Schuh am Fuß auseinanderfällt, zweitens ist es nicht gerade heilsam für Füße und Knöchel, mit abgelaufenen und verfortem Sohlen unterwegs zu sein.

Ab wann lohnt sich die Reparatur?

Die Sohle ist ein Verschleißteil, das sich schneller abnutzt als der Rest des Schuhs. Höchste Zeit für eine neue Sohle wird es dann, wenn sie kaum noch sichtbares Profil aufweist. Zu diesem Zeitpunkt sollte man den Schuh-Unterbau auch auf mögliche weitere Materialalterung prüfen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, denn diese findet bisweilen unsichtbar im Inneren der Sohle statt und ist nicht nur auf physische Belastung, sondern vor allem auch auf Feuchtigkeit zurückzuführen.

Für die feuchtigkeitsbedingte Zersetzung des Sohleninneren (genauer: der Zwischensohle und des Dämpfkeils) gibt es sogar ein Fachwort: Hydrolyse. Ihre Vermeidung ist der Hauptgrund warum gute Pflege und vor allem gründliches Trocknen (während und nach der Tour) sowie eine trockene Lagerung so wichtig sind!

Ob und wann sich die Reparatur lohnt ist natürlich auch eine Kostenfrage. Die Kosten hängen davon ab wie viele Sohlenteile ausgewechselt werden müssen und zu welcher Kategorie die Schuhe gehören. So ist der Spaß bei einem Wander- und Trekkingschuh billiger als bei einem steigeisenfesten Bergschuh.

Am günstigsten sind Reparaturen bei Kletterschuhen. Hier fängt der  Sohlentausch bei 20 € an und endet bei ca. 60 €. Beim Schuster um die Ecke kann es billiger sein, doch ist es Glückssache, ob bei diesem die spezielle Kompetenz für Kletter- und Bergschuhe vorhanden ist. Bei guten Markenbergschuhen belaufen sich die Kosten je nach Anbieter und Aufwand auf 40 bis 80 €. Bei Internetanbietern kann es auch an die 100 € gehen. Das ist viel Geld, doch gemessen an einer Neuanschaffung immer noch deutlich günstiger.

Obacht gilt bei Schuhen mit Membran (z.B. Gore-Tex): hier solltet ihr drauf achten, ob die Schuhe noch wasserdicht sind. Ist das nicht der Fall kann es ggf. Sinn machen, neue Schuhe zu kaufen. Bei Volllederschuhen oder Schuhen ohne Membran stellt sich die Frage natürlich nicht.

Wie funktioniert die Reparatur? Welche Möglichkeiten gibt es?

Vom Prinzip her ist der Austausch der Profilsohle sehr simpel: Die beschädigte alte Sohle wird abgeschliffen oder abgezogen, die Neue draufgeklebt, fertig. Die praktische Durchführung ist jedoch in den seltensten Fällen so einfach, selbst wenn keine weiteren Teile ausgetauscht werden müssen. Am besten überlässt man das Ganze also jenen Experten, die sich mit dem gesamten Sohlenunterbau auskennen und auch den Gummirand fachgerecht austauschen können.

Um die Schuhe in die Hände dieser Experten zu geben, gebt man sie in der Regel bei dem Fachhändler ab, bei dem sie gekauft wurden. Dieser schickt die Schuhe dann an den Hersteller weiter. Abholung oder Versand der reparierten Schuhe werden ebenfalls über den Händler abgewickelt. Ein direktes Einsenden an den Hersteller ist nur in wenigen Fällen möglich. Deshalb listen viele Schuhhersteller auf ihren Websites die autorisierten Fachhändler auf, die ihre Marke vertreiben. Das konkrete Vorgehen bei den renommierten und in unserem Shop vertretenen Bergschuhherstellern schauen wir uns im letzten Abschnitt an.

Alternativ bleiben folgende drei Möglichkeiten:

  • Einsenden an einen Online-Spezialschuster für Berg- und Kletterschuhe: Hierbei handelt es sich um eine relativ sichere Möglichkeit, die allerdings nicht die Schnellste und Günstigste ist.
  • Einen Schuster in der eigenen Umgebung kontaktieren und fragen, ob sie Kletter-/Bergschuhe reparieren können: Das ist zwar leider Glückssache, aber kann durchaus funktionieren. Es kann allerdings auch sein, dass man bei einer Neubesohlung nicht unbedingt die Originalsohle des Herstellers bekommt. Entsprechend ist diese Möglichkeit nicht die sicherste, aber im Glücksfall die Günstigste und Schnellste.
  • Do it yourself: Bei dieser Alternative hantiert man mit Klebern wie Freesole herum und hat selbst im einfachsten Fall, wenn zum Beispiel nur die Laufsohle verschlissen ist, keine Erfolgsgarantie. Die Forenbeiträge in Outdoorforen, die überwiegend von Schwierigkeiten und Misserfolgen berichten, sprechen da eine deutliche Sprache. Außerdem sind oft nicht nur die Profilsohle, sondern auch weitere Teile wie Zwischensohle und Dämpfkeil beschädigt und müssen entsprechend ebenfalls ersetzt werden. Damit dürfte man als Schuh-Laie, alleine schon wegen den fehlenden Spezialwerkzeugen, überfordert sein. Wenn es allerdings wirklich nur die abgelaufene Profilsohle ist, klappt es vielleicht mit dieser Anleitung des Outdoor-Magazins.

Sonderfall Reklamation

Sollte in Ausnahmefällen die Schuhsohle trotz „sachgemäßer Verwendung“ innerhalb der gesetzlichen Gewährleistungsfrist unbrauchbar werden, kann ein Konstruktionsfehler und Reklamationsfall vorliegen.

Das ist natürlich immer ärgerlich, doch wenn du den defekten Schuh bei den Bergfreunden gekauft hast, kannst du sicher sein, dass sie sich im Garantiefall voll für dich reinhängen! So steht dir im begründeten Gewährleistungsfall der gesetzliche Anspruch auf Nacherfüllung oder, falls nicht möglich, Gelderstattung zu. Bitte unternehme in diesem Falle keine überstürzten Reparaturversuche, denn die Gewähr verlischt bei unsachgemäßer Reparatur durch einen nicht autorisierten Servicepartner. Auch wenn die Schuhe zurück an den Händler gehen, wird es eher zu einem Umtausch als zu einer Reparatur kommen.

Alles Weitere zu diesem Ablauf findest du zusammengefasst auf der Bergfreunde-Reklamationsseite.

Infos zu den Regelungen verschiedener Hersteller folgen gleich im letzten Abschnitt dieses Artikels.

Können alle Schuhe repariert werden? Welche Bauart muss der Schuh haben?

Eine komplette Neubesohlung ist im Normalfall nur möglich, wenn der Schuh in der „gezwickten“ oder in der „zwiegenähten“ Machart hergestellt ist. Nur hier sind Brandsohle, Laufsohle und andere Teile des Schuh-Unterbaus so verbunden, dass eine saubere Auftrennung und Erneuerung möglich ist.

Alternativ gibt es die „gestrobelte Machart“, bei der höchstens ein Abschleifen und Neubekleben der Laufsohle möglich ist, nicht aber ein kompletter Sohlenaustausch. Die gestrobelte Bauweise kommt eher bei weicheren und flexibleren Schuhen zum Einsatz. Die Laufsohle wird hier ohne Kleber an den Schaft „angespritzt“ und ist demnach nicht ohne weiteres ablösbar. Man erkennt gestrobelte Schuhe leicht an ihrer, an der Schuhinnenseite verlaufenden, Verbindungsnaht zwischen Schaft und Brandsohle. Man muss nur die Einlegesohle entnehmen, um die Strobelnaht zum Vorschein zu bringen. Bei der gezwickten und der zwiegenähten Machart ist hingegen nur die Brandsohle zu sehen, die unsichtbar aber stabil mit dem Schaft verklebt oder vernagelt ist. Unter Bergfreunde-Reklamationsseite findest du ein Bild, auf dem der Unterschied gut zu sehen ist.

Auflistung der Hersteller, die einen Austausch der Sohle anbieten

Wenn es ein hochwertiger Bergstiefel oder Trekkingschuh ist, den du dein eigen nennst, stehen die Chancen gut eine Tip-Top-Neubesohlung vom Hersteller zu bekommen. Allerdings gilt das auch wirklich nur bei einigen der Top-Hersteller. Bei allen anderen wird es innerhalb der Gewährleistungszeit eher zum Umtausch kommen und nach Ablauf der Gewährleistung schwierig mit der Reparatur.

Hier folgend das Vorgehen bei einigen der renommierten und im Bergfreundeshop vertretenen Hersteller:

Hanwag, Mammut und Lowa bieten auch einen Reparaturservice außerhalb der Gewährleistungszeit von zwei Jahren an – natürlich mit Kosten und auch auf jeden Fall individuell abgestimmt. Das kann auch über den Hersteller direkt organisiert werden, dauert meistens aber mehrere Wochen.

LaSportiva und Boreal führen auf Anfrage und nur in seltenen Fällen Reparaturen außerhalb der Gewährleistung durch. Bei allen anderen Herstellern werden Reparaturen nur innerhalb der Gewährleistungszeit und mit Einschränkungen durchgeführt. Dazu gehören: Edelrid, Haglöfs, Salewa, Martini (sehr langsam), Duckfeet (verweist an Schuster in DE wenn nicht innerhalb der Gewährleistung oder Eigenverschulden), Mavic, Montura (sehr langsam).

Soweit der kleine Einblick in die Welt der Schuhreparaturen. Zunächst sieht das Ganze etwas kompliziert aus, doch mit den Infos dieses Artikels sollten dem nächsten Sohlentausch abgesehen von ein bis zwei Anrufen beim Händler oder Hersteller keine großen Hindernisse im Weg stehen.

Hier noch ein paar meiner vorherigen eigenen Rechercheergebnissen:

Habt ihr noch Fragen? Dann ab damit in die Kommentare!

 

Materialinfo Aramid/Kevlar – Ein Superheldenmaterial im Outdoorsport?

31. Oktober 2018
Ausrüstung

Ein leichtes, schnitt- und stichfestes Gewebe, verwendbar für schusssichere Westen, feuerfeste Verstärkungen oder Beschichtungen für Flugtriebwerke: auf den ersten Blick eignet sich Aramid mit seinem Handelsnamen Kevlar eher für Superheldenkostüme als für Outdoor-Breitensport. Doch die Eigenschaften dieses ganz speziellen Materials lassen sich für viele Outdoorprodukte nutzen – von Handschuhen über Hosen, Helme und Rucksäcke bis hin zu Reepschnüren. Auf jeden Fall lohnt es sich diesen Kunststoff mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Was ist Aramid?

Salopp gesagt ist Aramid eine Unterart der Polyamide und damit ein weiterer der zahlreichen Kunststoffe, die auf Erdöl-bzw. Kohlenwasserstoffbasis bestehen. Bei Wikipedia klingt die Definition präziser, aber auch sperriger:

Aramide, auch Polyaramide oder aromatische Polyamide genannt, sind Polyamide, bei denen die Amidgruppen an aromatischen Gruppen gebunden sind. Aramide zählen zu den Flüssigkristallpolymeren (FKP). Die wichtigsten Typen sind Poly(p-phenylenterephthalamid) (PPTA, Handelsnamen: Kevlar, Twaron) und …“

Warum die Dinger „aromatisch“ genannt werden? Gute Frage! Es liegt tatsächlich daran, dass diese Stoffgruppe (zumindest in Teilen) gern intensive, oft als angenehm empfundene, (Duft)Aromen freisetzt. Doch wir sind weniger am Geruch, sondern eher an den funktionalen Eigenschaften interessiert. Und von diesen Eigenschaften gibt es so einige, auf die wir im Folgenden noch näher eingehen werden.

Zuvor aber erstmal noch ein paar Infos zu der Schmiede von Aramid: Mitte der Sechziger Jahre forschte man beim amerikanischen DuPont Konzern intensiv an der praktischen Verwendbarkeit von Aramiden. Dabei wurde Kevlar, die bekannteste Aramidfaser, enwickelt und zur Produktstreife gebracht. Kevlar dürfte der einzige Handelsname sein, der Bergfreunden eventuell schon einmal zu Ohren gekommen ist, denn diese Aramidfaser wird auch in Outdoor- und Bergsportprodukten verarbeitet. Genauer gesagt findet man in diesem Bereich nur Kevlar, weshalb wir uns in der weiteren Betrachtung auch hauptsächlich auf diese Markenfaser konzentrieren. Andere Aramidprodukte wie Nomex, Teijinconex, Twaron oder Technora sind eher für Modellsportfreunde, Feuerwehrleute, Soldaten und Astronauten interessant…

Herstellung

Vielfältig und komplex – so könnte man die Herstellungsverfahren von Aramiden zusammenfassen. Hauptsächlich werden sie als Fasern, seltener als Folien, hergestellt. In der Werkstoffkunde unterscheidet man Niedermodul- und Hochmodulfasern, deren funktionalen Eigenschaften etwas voneinander abweichen.

Hochmodulfasern werden „aus einer flüssigkristallinen Lösung von polyparaphenylenen Terephthalamiden in konzentrierter Schwefelsäure versponnen. Nach der Oberflächenbehandlung werden HM-Fasern zusätzlich mechanisch gereckt, wobei ein hoher Orientierungsgrad der Einzelfibrillen erreicht wird.“ Der „hohe Orientierungsgrad“ ist als sehr saubere Musterung der Fasermatrix sichtbar. Die exakte Geometrie ist für Aramidgewebe ebenso charakteristisch wie die goldgelbe Farbe. Damit sind wir auch schon bei den Eigenschaften angekommen.

Eigenschaften

In der Eigenbeschreibung ihres Kevlar-Produktes hebt die Firma DuPont hervor, dass man mit diesen Fasern „besser, fester und sicherer“ unterwegs sei: „Sie werden dazu verwendet, Kleidung, Zubehör und Ausrüstung sicher und schnittfest zu machen. (…) Sie werden ebenso auf Skihängen, Bahnstrecken, in anspruchsvollen Wüstengebieten, ja sogar in den unendlichen Weiten des Alls eingesetzt.

Der breite Einsatzbereich kommt durch die hohe (Zug)Festigkeit, hohe Schlagzähigkeit, hohe Bruchdehnung, gute Schwingungsdämpfung und Hitzebeständigkeit der Aramide zustande. Statt zu schmelzen, beginnen sie erst bei etwa 400 °C zu verkohlen. Auch Lösungsmittel, Kraftstoffe, Schmiermittel, Salzwasser sowie Pilze und Bakterien können den Aramidfasern nicht viel anhaben. Lediglich von einigen starken Säuren und Laugen werden sie angegriffen. Man könnte entsprechend sagen, dass das Zeug wirklich hart im Nehmen ist.

In Sachen Druckfestigkeit liegen Aramidgewebe allerdings nur im Mittelfeld der Kunststoffe; bei UV-Beständigkeit und Wasseraufnahme (bis zu 7 %) schneiden sie sogar ziemlich schlecht ab. UV-Einstrahlung führt relativ schnell zu bis zu 75 % der Festigkeit. Dem lässt sich jedoch mit UV-absorbierenden Deckschichten bzw. einer Verarbeitung als Laminat relativ einfach entgegenwirken. Generell ist Aramid gut kombinierbar mit anderen Stoffen, wodurch sich die Funktionalität in viele Richtungen optimieren und erweitern lässt.

Verwendung

Die speziellen Eigenschaften prädestinieren Aramid für eine große Bandbreite an Verwendungen. So kommt es zum Beispiel in der Industrie und im Bauwesen in unzähligen Teilen zum Einsatz. Im Sport- und Outdoorbereich werden besonders die Zähigkeit, Zugfestigkeit und das geringe Gewicht des Materials geschätzt. Aramidfasern werden so zum Beispiel in Reepschnüren, Fangleinen für Gleitschirme, Segeln, Fahrradreifen usw. verwendet.

In den Textilien dienen Kevlar-Elemente vor allem als Verstärkungen, die den Körper schützen und die Lebensdauer der Kleidungsstücke erhöhen. Besonders beliebt sind die Kevlar-Verstärkungen bei Fahrrad-, Motorrad- und Rennsportkleidung sowie an besonders beanspruchten Stellen von Outdoorhosen und Rucksäcken. Als Nähte kommen Kevlarfasern in Klettersteig- und Skihandschuhen zum Einsatz.

Mit der Zähigkeit des Materials geht allerdings eine gewisse Steifheit einher, die besonders im Outdoorbereicht nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile mit sich bringt. Anschaulich wird das am Beispiel der relativ neuartigen Kevlar-Reepschnüre, die es auch als fest vernähte Schlingen in verschiedenen Größen gibt. Sie bestehen im Kern aus Aramid, während sich der Mantel, wie bei „normalen“ Reepschnüren und Seilen, aus Polyamid zusammensetzt. Der Aramidkern ist bräunlich und so vom herkömmlichen, blendend weißen Polyethylenkern des üblichen Schnur-, Seil- und Bandmaterials leicht zu unterscheiden.

In der Ausgabe 5/2014 des DAV Panorama Magazins wurden als Vorteile die hohe Festigkeit und hohe Kantenschnittfestigkeit hervorgehoben. Hinzu kommen eine besondere Abriebfestigkeit, hohe Hitzbeständigkeit und eine Zugfestigkeit, die weit über der von Polyamidschnüren liegt. Kevlar-Reepschnüre bieten bei gleichem Durchmesser auch eine weitaus höhere Bruchlast als herkömmliche Reepschnüre.

Als Nachteil nennt das Panorama Magazin die, im Vergleich zu reinen Polyamidschlingen, größere Mantelverschiebung. Außerdem ist „das quasi-statische Material … nicht geeignet zum Sichern für dynamische Belastungen (Vorstieg).“

Wegen der Steifheit ist Kevlar nicht als Material für Bandschlingen geeignet und wegen der fehlenden Elastizität (genauer: Bruchdehnung) nicht als Seilmaterial. Die Steifheit wird jedoch zum Vorteil, wenn die Kevlarschlinge zum Fädeln enger Sanduhren, oder für eine Abalakow-Eissanduhr zum Abseilen, verwendet wird.

Fazit

Wenn es auf Stabilität, Strapazierfähigkeit, Langlebigkeit und Sicherheit ankommt, ist Aramid/Kevlar ein kaum zu übertreffendes Material. Seine spezifischen Eigenschaften erweisen sich im Bereich Outdoor und Bergsport in bestimmten Verwendungen und Situationen als vorteilhaft, in anderen wiederum nicht. Seine Verwendungsmöglichkeiten sind hier nicht ganz so vielseitig wie in Rad- und Motorsport, Arbeitsschutz und anderen Bereichen.

Eine Kaufberatung zu Reise- und Mikrofaserhandtücher

26. September 2018
Kaufberatung

Seit 2001 feiern jedes Jahr am 25. Mai tausende Menschen auf der ganzen Welt den offiziellen „Towel Day“. Damit bringen sie allerdings in erster Linie nicht ihre Liebe zu Handtüchern zum Ausdruck, sondern gedenken des berühmten Science Fiction Autors Douglas Adams und seines legendären Romans „Per Anhalter durch die Galaxis“. Dort heißt es nämlich wörtlich: „Das hier ist eine verdammt harte Galaxis. Wenn man hier überleben will, muss man immer wissen, wo sein Handtuch ist!“. Im Morgenmantel und mit einem Handtuch um den Hals gelegt, meistert die Hauptfigur des Romans so manche brenzlige Situationen, um am Ende nicht weniger zu leisten als die Welt zu retten.

Auch wenn mancher Basislager-Leser nach diesen Zeilen wohl eher an einen Bergfreunde Autor mit Sonnenstich, als an einen echten Handtuch Tag glauben mag (es gibt ihn wirklich), lassen sich Nutzen und Notwendigkeit von Handtüchern beim Reisen, Campen und Wandern zweifelsfrei belegen. Inwieweit sie dabei zur Rettung des Planeten beitragen, hängt nicht zuletzt vom Grad der Verschmutzung des Outdoorsportlers ab und bleibt somit der Phantasie des Handtuchbesitzers überlassen.

Frotteehandtücher für Camping und Reisen – lieber nicht…

Ein durchschnittliches Handtuch aus Frottee, das die meisten von uns im Bad zum Trocknen von Gesicht, Händen und Haaren verwenden, ist etwa 80 cm lang und 45 cm breit. Duschhandtücher sind dementsprechend größer und Handtücher, die nur zum Trocknen der Hände dienen, etwa halb so groß. Frisch gewaschen, weich und herrlich duftend, sind die Baumwollhandtücher perfekt, um viel Nässe aufzunehmen. Um sich nach dem Waschen, Baden oder Duschen abzutrocknen, sind die dicken Handtücher daher ideal.

Allerdings haben Frotteehandtücher zwei entscheidende Nachteile, die sie für den Einsatz beim Campen, Reisen oder Outdoorsport vollkommen ungeeignet machen:

  • Sie brauchen sehr lange zum Trocknen. Die Feuchtigkeit, die sie beim Abtrocknen (zwar schnell) aufnehmen, speichern sie sehr lange und geben sie nur schleichend wieder ab. Was an einem heißen Sommertag noch vertretbar ist, kann bei feuchter Witterung beim Zelten zum echten Geduldspiel werden. Und jeden Tag ein feuchtes Handtuch vom Vortag zu benutzen, macht auf Dauer auch keinen Spaß.
  • Der zweite Nachteil der saugkräftigen Baumwollhandtücher ist das riesige Packmaß. Bei einem kleinen Handtuch fällt das Volumen vielleicht noch nicht ganz so auf, aber spätestens wenn jeder in der Familie ein normales Handtuch und ein zusätzliches Duschhandtuch ins Urlaubsgepäck einpackt, füllen sich Taschen und Rucksäcke im Nu.

…stattdessen ultraleichte Mikrofaserhandtücher

Da auch viele Outdoorfirmen stets bemüht sind die Welt zu retten (oder wenigstens zu verbessern), lautet die leichte Antwort auf ein unhandliches und unpraktisches Frottehandtuch schlicht: Mikrofaser. Handtücher aus Mikrofaser sind aus synthetischem Gewebe gefertigt, das meistens aus Polyester oder einer Kombination von Polyester und Polyamid besteht. Polyester ist auch der Rohstoff aus dem sämtliche Fleecejacken hergestellt werden. Er eignet sich mit seinem geringen Gewicht und seiner schnelltrocknenden Eigenschaft optimal für die Herstellung von Reisehandtüchern. Durch die Zugabe von Polyamid werden Outdoorhandtücher noch robuster und langlebiger.

Handtücher aus synthetischer Mikrofaser haben für Campingreisen, Hüttentouren, Weitwanderungen und Pilgerreisen ein paar entscheidende Vorteile gegenüber „normalen“ Handtüchern:

  • Sie sind sehr leicht. Im Gegensatz zum Frottehandtuch (Format 80 x 40 cm) mit über 250 g, wiegt ein Mikrofaserhanduch in gleicher Größe nur etwa 60 g.
  • Sie lassen sich sehr kompakt verstauen. Ob gefaltet, gerollt oder im Packsack verstaut – selbst ein großes Duschhandtuch aus Mikrofaser ist nicht sehr viel größer, als ein aufgerolltes T-Shirt.
  • Sie trocknen extrem schnell. Werden Mikrofaserhandtücher in der Waschmaschine gewaschen, sind sie nach der Wäsche schon annähernd trocken. Je nach Temperatur und Witterung dauert das Trocknen bei normaler Nutzung (Waschen & Duschen) natürlich unterschiedlich lange. Im Vergleich zum Frotteehandtuch verringert sich die Trocknungszeit jedoch auf ein Bruchteil.

Baumwolle vs. Microfaser – ein ganz anderes Gefühl

Viele, die zum ersten Mal ein Mikrofaserhandtuch auf Reisen oder beim Wandern verwenden, sind irritiert vom ungewohnten Gefühl auf der Haut. Manche haben auch den Eindruck, dass das Reisehandtuch nicht so gut trocknet, wie sie es von ihrem normalen Handtuch gewöhnt sind. Tatsächlich ist die Saugkraft von Frottehandtüchern höher, als die von Mikrofaserhandtüchern. Durch eine etwas andere Handhabung lassen sich Reisehandtücher laber ganz normal zum Abtrocknen nach dem Waschen oder Duschen verwenden. Der Trick dabei ist, das Mikrofaserhandtuch langsamer und mit etwas mehr Druck über die Haut zu führen. So kann das Polyestergewebe die Feuchtigkeit von der Haut optimal aufsaugen. Da die Reisehandtücher sehr weich sind, fühlt sich das Abtrocknen genauso angenehm oder sogar noch angenehmer an wie mit einem Baumwollhandtuch.

Die Qual der Auswahl – welches Reisehandtuch und welche Größe?

Mikrofaserhandtücher werden mittlerweile nicht nur von Outdoorherstellern angeboten, sondern sogar als Saisonware beim Discounter. Qualität von Materialien und Verarbeitung unterscheiden sich dabei stark. Von kratzigen und fusselnden Handtüchern ist immer wieder die Rede und auch Haltbarkeit, Formstabilität und UV-Beständigkeit der Farben sind nicht bei jedem Outdoorhandtuch gleich gut.

Qualitativ hochwertige Handtücher bieten zum Beispiel Cocoon, Sea to Summit, Packtowl oder LACD an. Neben verschiedenen Farben (die meisten Mikrofaserhandtücher sind einfarbig) haben Camper und Traveller die Wahl zwischen verschiedenen Größen von XXS bis XXL. Die kleinste Ausführung reicht gerade so, um damit Hände oder Gesicht zu trocknen. Als Duschhandtuch ist diese Variante nur für extreme Ultraleicht-Spezialisten zu empfehlen. Mit der größten Ausführung können es sich zwei Personen, am Seeufer oder im Freibad, nebeneinander bequem machen. Ein Mikrofaserhandtuch mit einem individuell optimierten Verhältnis zwischen Maßen und Gewicht liegt in der Regel irgendwo zwischen diesen beiden Extremen.

Wer das Handtuch beim Campen und Wandern zum Duschen verwenden will, ist in der Hinsicht gut beraten die Länge so zu wählen, dass sich das Handtuch gut um die Hüfte wickeln lässt. Manche Outdoorsportler greifen auch gerne zu einer Kombination, zum Beispiel bestehend aus einem kleinen Handtuch fürs Gesicht und einem mittelgroßen Handtuch zum Waschen und Duschen.

Praktische Features und nützliches Zubehör

Viele Outdoorhandtücher werden in kleinen Packbeuteln aus Meshgewebe geliefert. Diese lassen sich mit einem Kordelzug verschließen und sorgen dafür, dass das Handtuch stets aufgeräumt ist. Eine Stofftasche, Plastiktüte oder ein wasserdichter Packsack eignen sich ebenfalls als Ergänzung. Im Packsack lassen sich beim Duschen zudem wichtige Wertsachen sicher und wasserdicht verstauen. Bevor das Handtuch für den Transport im Beutel verstaut wird, sollte es allerdings gut trocknen.

Sehr hilfreich beim Waschen und Duschen sind die Befestigungsschlaufen oder Befestigungsösen an Reisehandtüchern. Viele sind mit einem zusätzlichen Druckknopf ausgestattet, sodass sich das Handtuch fast überall fixieren lässt.

Unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten für Mikrofaserhandtücher

Durch das geringe Gewicht und das minimale Packmaß ergeben sich zahllose Möglichkeiten, um die praktischen Handtücher auch außerhalb von Urlaub, Camping und Reisen zu verwenden.

  • Beim Radfahren – ob auf Tour oder im Alltag, um sich schnell abtrocknen zu können.
  • Für Hundebesitzer, die nach dem Gassi gehen ihren Hund abtrocknen möchten.
  • Als Teil der Fotoausrüstung, da sich das Handtuch hierfür prima als Regenschutz für die Kamera oder als Unterlage verwenden lässt.
  • Beim Schwimmen im Freibad oder Hallenbad, denn das Mikrofaserhandtuch benötigt viel weniger Platz.
  • Um Strandliegen im Urlaub zu reservieren,…

Wenn du dein (Mikrofaser) Handtuch immer dabei hast, werden dir garantiert noch viele weitere tolle Möglichkeiten begegnen, in denen du dein Handtuch nie mehr missen möchtest. Bei den Bergfreunden hier bei uns geht es auf jeden Fall nicht mehr ohne.

Gore-Tex Infinium – Schwarz zu Weiß

7. Januar 2019
Ausrüstung

Seit mittlerweile über 40 Jahren gilt die Firma Gore als eine Art Benchmark in Sachen Funktionsbekleidung. Die Marke ist in den Köpfen der Bergfreunde mit dauerhaft wasserdichter, winddichter und atmungsaktiver Bekleidung fest assoziiert und im klassischen Outdoorsport nicht weg zu denken.

Ab dem Herbst 2018 müssen wir uns aber auf eine kleine Umstellung gefasst machen, denn Gore-Tex Infinium betritt die Bühne. Was sich hinter dem blumigen Begriff verbirgt, wollen wir euch nun verraten.

Gore-Tex Infinium: Was ist das? Was kann das? Wer braucht das?

Bisher haben sich Gore-Tex Produkte ganz einfach einordnen lassen: Ob Jacke oder Hose, sobald man mit widrigen Bedingungen zu kämpfen hatte, war Gore-Tex die Lösung. Am markanten schwarzen Logo erkannte man (und erkennt man auch heute noch) die wasserdichte, winddichte und atmungsaktive Eigenschaft des Bekleidungsstücks.

Da der Begriff „Outdoorsport“ im Hause Gore lange ganz klassisch definiert wurde, hat man sich vor allem auf die Funktionalität der Produkte konzentriert, um Bergsteigern, Kletterern und Entdeckern den optimalen Schutz vor den Elementen zu liefern. Die Ästhetik war nicht immer die größtmögliche, aber der Sportler konnte sich ohne jegliche Einschränkungen auf seine Aktivität fokussieren. Seid beruhigt: auch weiterhin wird Gore-Tex diesen Ansatz verfolgen und neue Produkte in dieser Sparte auf den Markt bringen.

Urbanisierung und Veränderung der Bedürfnisse der Nutzer

Doch die Grenzen zwischen Berg und Stadt verschwimmen letzthin immer mehr. Der ambitionierte Bergsportler will auch beim Radfahren zur Arbeit oder Joggen in der Mittagspause größtmögliche Funktion – ach und gut aussehen darf es natürlich auch noch.

Die Nutzungsgewohnheiten der Menschen haben sich verändert und mit ihnen natürlich auch der Markt. So wird nicht mehr die Wasserdichtigkeit eines Produktes in den Vordergrund gestellt, vielmehr wird der Fokus auf die zusätzlichen Aspekte wie Flexibilität und Vielseitigkeit gelegt. Dadurch, dass der Sport mittlerweile bei vielen in den Alltag integriert und ein aktiver Lebensstil angestrebt wird, braucht der Sportler Kleidung, die man überall einsetzen kann und auf Augenhöhe mit dem jeweiligen Lifestyle ist.

Und was passiert, wenn sich Kundenbedürfnisse ändern? Richtig, der Markt ändert sich ebenfalls. Und hier kommt Gore-Tex Infinium ins Spiel. Die grundsätzliche Wasser- und Winddichtigkeit wird aufgeweicht um zusätzlichen Funktionen, wie zum Beispiel einer dünnen Isolierung in Alltagsschuhen, Platz zu machen. Die Ästhetik des Produkts soll erhalten bleiben und ein funktioneller Aspekt aufaddiert werden. Gore-Tex Infinium ordnet sich also jenseits der wasserdichten Produkte ein und gibt Komfort und Design einen wichtigen Platz im Produktdesign.

Viel hilft nicht immer viel…

Bei Gore-Tex Infinium geht es also nicht um die Erfindung der Eierlegenden-Outdoor-Wollmilchsau, sondern vielmehr darum, die bekannten Funktionen der Membran-Systeme in Alltagsprodukte zu verpacken. So finden sich in der Infinium-Linie in Zukunft Schuhe, die gleichzeitig schick, aber auch funktionell sind. Um es mal zu konkretisieren: Wir reden hier tatsächlich von isolierten Pumps für den frierenden Damenfuß!

Gore-Tex Infinium ist nicht mehr per se wasserdicht. So viel haben wir schon gelernt. Aber wie soll das der geneigte Konsument in Zukunft unterscheiden, ohne den Wust an Produktinformationen zu durchstöbern? Auch darüber haben sich die Kollegen selbstverständlich Gedanken gemacht: Alle Produkte mit Gore-Tex Infinium werden mit einem weißen Produktlabel verkauft, das so ähnlich aussieht, wie das bekannte schwarze Gore-Tex-Logo.

Gore-Tex Infinium lernt schnell zu laufen

Im ersten Schritt werden ab Herbst 2018, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Handelspartnern, Gore-Tex Infinium Produkte in vier unterschiedlichen Bereichen angeboten. Dazu gehören:

  • Gore-Tex Infinium Thermium Schuhe (bequem und isolierend)
  • Gore-Tex Infinium Soft-Lined Shells (winddicht, atmungsaktiv, schnelltrocknend)
  • Gore-Tex Infinium Insulated Garments (winddicht, atmungsaktiv, isolierend)
  • Gore-Tex Infinium Stretch Handschuhe (tastempfindlich, anatomisch geformt, winddicht, elastisch

Unter den bereits bekannten Handelspartnern befinden sich namhafte Firmen wie zum Beispiel The North Face, Mammut, Gore Wear, Montura, Arc’teryx, Black Yak. Für die Zukunft strebt Gore-Tex an diese Liste zu erweitern und Sport- und Lifestyle-Marken wie Adidas und Nike mit ins Boot zu holen.

Wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht…

Durch die klare Abgrenzung von wasserdicht und eben nicht, stellt sich natürlich auch die Frage was mit den bisherigen Technologien wie Gore Windstopper passiert. Und wenn man den Gedanken kurz weiter spinnt, kommt man auch recht schnell auf die Lösung: Das schöne Wörtchen Infinium wird einfach ergänzt. Aus Gore Windstopper wird GORE-TEX INFINIUM™ WINDSTOPPER®.

Wir hoffen, ihr habt jetzt den vollen Durchblick, was die Zukunft von GORE-TEX INFINIUM™ angeht. Wir sind jedenfalls sehr gespannt, wie sich die neue Produktpalette schlägt!

Materialinfo: Was ist Modal Stoff?

26. September 2018
Ausrüstung

Modal. Diese Begriffsschöpfung ist irgendwie treffend, denn klingt das Wort doch tatsächlich nach dem, was es beschreibt: einen Hybriden aus Synthetik und Natur.

Und hat das Wort nicht auch ein wenig 60er Jahre Charme? Das würde jedenfalls passen, denn in jener Dekade wurde das Material erstmals kreiert, als man sich verstärkt nach Textilmaterialien umschaute, deren Rohstoffe in Mitteleuropa angebaut werden konnten.

Lange Zeit führten die daraufhin entstandenen Textilien eher ein Nischendasein, doch seit dem Zusammentreffen von Outdoorboom und Nachhaltigkeitsinteresse wächst der Bedarf an Materialien (wie Modal) sprunghaft.

Synthetik oder Natur?

Bei Modal handelt es sich um eine Faser, die aus dem Holz der Buche gewonnen und in einem chemischen Prozess verarbeitet wird. Damit ist Modal eine von derzeit etwa neun auf dem Weltmarkt vertriebenen Regeneratfasern, die aus natürlich nachwachsenden („regenerierenden“) Rohstoffen bestehen. Andere bekannte Regeneratfasern, die auch im Outdoorbereich zum Einsatz kommen, sind Viskose und Tencel. Da bei all diesen Fasern Holz und dessen Zellulose das Grundmaterial bilden, nennt man sie, in Abgrenzung zu reinen Naturfasern und synthetischen Chemiefasern, „chemischen Naturfasern“.

Modalfasern sind „strukturmodifizierte Viskosefasern mit einem höheren Polymerisationsgrad (über 400 bis 700) als die normale Viskosefaser“. Durch dieses molekulare „Update“ hat Modal einige funktionale Vorteile gegenüber der Viskose und wird deshalb manchmal auch „die bessere Viskose“ genannt. Einer der für den Outdooreinsatz relevanten Vorteile ist die höhere Dehnfestigkeit in nassem Zustand. Außerdem ist Modal haltbarer, abriebfester und neigt weniger zum Einschrumpfen als Viskose.

Zwei Arten von Modalfasern mit leicht abweichenden Funktionsschwerpunkten wurden entwickelt: während die Polynosic (PN)-Typen optimal mit Baumwolle zu mischen sind, besitzen die HWM-Typen (High Wet Modulus) eine höhere Bruch- und Dehnfestigkeit. Mehr dazu folgt gleich im Abschnitt Eigenschaften.

Wie wird es hergestellt?

Wie zuvor erwähnt dient Buchenholz als Rohstoff für Modal. Während die artverwandte Viskose aus verschiedenen Grundstoffen hergestellt werden kann, kommt für Modal ausschließlich Buchenholz zum Einsatz. Das Holz wird zunächst entrindet und in kleine Späne zerlegt. Diese werden in einem mehrstufigen chemischen Lösungsprozess zu einer Zellulose-Masse aufbereitet und anschließend maschinell mit Spinndüsen zu einem Fasermaterial zusammengesponnen. Dabei entstehen reine Zellulose-Fasern.

Eigenschaften

Die große Besonderheit von Modal liegt in der Vereinigung von Vorteilen der Natur- und Synthetikfasern, ohne die jeweiligen Nachteile zu übernehmen. So ist Modal deutlich haltbarer und „ausdauernder“ als Baumwolle und bietet dennoch einen gleichwertigen Tragekomfort. Im Vergleich zu Kunstfasern wie Polyester bietet es ein ähnlich gutes Feuchtigkeitsmanagement, ist jedoch zugleich wesentlich hautfreundlicher.

Gutes Tragegefühl und Trageklima gelten als Haupt-Vorteile von Modal, denn der Stoff hat ein hervorragendes Wasseraufnahmevermögen und leitet Feuchtigkeit zudem schnell ab. Dabei ist die Feuchtigkeitsabsorption bei Modal sogar um etwa 50% höher als bei Baumwolle. In engem Zusammenhang damit steht die gute Atmungsaktivität. Damit sind wir schon bei der Funktionalität, bei der man eine ganze Reihe an Vorteile aufzählen kann. So ist Modal sehr elastisch, strapazierfähig, formbeständig, unempfindlich gegen Hitze und pflegeleicht. Man kann es in der Waschmaschine waschen und mechanisch trocknen, ohne Beschädigungen, Verformungen oder Farbänderungen befürchten zu müssen. Die lange Lebensdauer von Modal wird auch durch häufige Nässe nicht verkürzt.

Bislang wird Modal vor allem in Fasermischungen verarbeitet, in welchen es sich oft positiv auf die Eigenschaften der anderen Fasern auswirkt. Durch sie wird Baumwolle weicher, Seide stabiler und Leinen elastischer.

Haptik und Tragegefühl

Auch auf der „Gefühlsebene“ macht Modal eine ziemlich gute Figur. Da seine Fasern eine sehr glatte Oberfläche aufweisen, ist das Material äußerst weich, fällt locker und besitzt einen mattseidigen Glanz. Die Haptik erinnert stark an Seide.

Da wundert es also kaum, dass Modal als sehr hautfreundlich gilt und auch von Allergikern und Menschen mit empfindlicher Haut als angenehm empfunden wird. Modal wird deshalb vorzugsweise für Unterwäsche und körpernah getragene Kleidung verwendet. Trotz der Weichheit sind Kleidungsstücke aus Modal und Modalmischungen keineswegs „schlaff hängend“, sondern zeichnen sich im Gegenteil gerade durch eine gute Passform aus. Denn das Gewebe ist wie erwähnt elastisch, formbeständig und auch nach vielen Waschgängen angenehm tragbar.

Eignung im Outdoorbereich

Meistens wird Modal in Mischungen für Unterwäsche, Shirts und Longsleeves verarbeitet. Dass es dabei nicht nur unter „ferner liefen“, sondern durchaus auch als Material mit dem höchsten prozentualen Anteil enthalten ist, zeigt seine Funktionstauglichkeit.

Da Modal eher kühlend als wärmend wirkt, kann es nicht mit Wind- und Wetterfestigkeit punkten. Seine Vorteile spielt es hauptsächlich bei schweißtreibender Aktivität und höheren Temperaturen aus. In Kombination mit Merinowolle kommt Modal aber auch in warmer Outdoor-Unterwäsche zum Einsatz, wo es (wie eine Klimaanlage) für den flexiblen Temperaturausgleich sorgt.

Einordnung und Vergleich

Egal ob man es mit Naturfasern wie Baumwolle oder mit Kunstfasern wie Polyester vergleicht: Modal steht sowohl in Sachen Funktionalität als auch in puncto Umweltfreundlichkeit sehr gut da. Auch im Feld der synthetisch-natürlichen Regeneratfasern mischt Modal ganz vorne mit und wird wohl nur noch von Tencel-Lyocell überboten. Letzterer Stoff wird allerdings nur exklusiv von einer Firma (die österreichische Lenzing AG) produziert, weshalb Modal auf Dauer leichter verfügbar und auch einen Tick preiswerter sein dürfte. Allerdings stellt diese Firma neben Tencel-Lyocell noch eine besonders umweltfreundliche Modalfaser unter dem Namen „Modal Edelweiß“ her.

Generell schneidet Modal in Sachen Umweltfreundlichkeit (Wasserverbrauch, Energieverbrauch, Flächenbedarf, Pestizid- und Schadstoff-Einsatz, Abfallprodukte) im Vergleich aller Natur- und Kunstfasern überdurchschnittlich ab. Anders als bei echten Synthetikfasern kommt die Produktion hier ohne den Einsatz fossiler Rohstoffe wie Erdöl oder Erdgas aus. Auch im Vergleich zu reinen Naturmaterialien wie Baumwolle gilt Modal als nachhaltiger. Bei der Herstellung und Verarbeitung von Modal werden weniger Wasser und Energie verbraucht als bei Baumwolle. Das eben erwähnte „Modal Edelweiß“ von Lenzing wird sogar in einem geschlossenen Kreislauf unter Rückgewinnung der eingesetzten Chemikalien zu 95 % hergestellt.

Pflege

Wie immer gilt, dass man beim Neukauf eines Modal-Kleidungsstücks natürlich das Etikett mit den Pflegehinweisen beachten und aufbewahren sollte. Auch wenn Modal pflegeleicht ist, kann man mit der richtigen Pflege ihr Maximum in Sachen Lebensdauer herausholen. Das gilt auch für die hier abschließenden, einfachen Tipps:

  • Die Wäsche im Kurzwaschprogramm verhindert unnötige Beanspruchungen.
  • Dasselbe gilt für die Reduzierung der Schleuderzahl auf maximal 600 Umdrehungen.
  • Man kann Modal zwar auf niedriger und mittlerer Stufe bügeln. Da der Stoff allredings ein wenig knittert, ist das in aller Regel überflüssig.

Microadventures – das Abenteuer vor der Haustüre

26. September 2018
Tipps und Tricks

Wer kennt das nicht, die Woche war stressig, auf der Arbeit hat es nicht so geklappt wie es sollte, dazu kamen noch ein Dutzend Privattermine und überhaupt reicht es gerade einfach allgemein. Doch nun ist ja zum Glück Wochenende und man kann den ganzen Stress hinter sich lassen, einfach mal was machen, was Cooles, was Spontanes, was in der Nähe ist und auch nicht viel kostet. Ja aber was denn eigentlich genau?

Die Antwort auf diese Frage lautet „Microadventures“.

Microadventures, was ist das denn?

Geprägt wurde der Begriff der Microadventures durch den britischen Abenteurer und Blogger Alastair Humphreys. Es geht hierbei im Wesentlichen darum, vergleichsweise kurze, günstige und einfach zu realisierende Aktivitäten zu finden. Also Kurzabenteuer vor der eigenen Haustüre. Hierbei sind der Kreativität beinahe keine Grenzen gesetzt. Ob ihr dabei zu Fuß, mit dem Rad oder vielleicht sogar mit dem Boot unterwegs seid, spielt keine Rolle. Wichtig ist lediglich, dass Ihr Spaß dabei habt und die Hektik des Alltags hinter euch lasst. Wie das genau aussehen kann und worauf ihr dabei achten solltet, erfahrt ihr im Folgenden.

Biwakieren und Sternegucken

Gerade in warmen Sommernächten ist ein Biwak im Freien eine gute Möglichkeit für eine Auszeit. Wenn man sich dann auch noch eine passende Location aussucht und das Biwakieren mit einem Picknick verbindet, wird die Unternehmung perfekt. Laut der Schätzung von Experten gibt es in Deutschland weit über 25.000 Burgen (die genaue Zahl ist derzeit noch nicht bekannt). Davon sind viele Ruinen, die irgendwo im Wald stehen und von touristischer Seite nur wenig Beachtung finden. Genau solche Burgen eignen sich jedoch optimal für unser Microadventure. Hier ist man in der Regel ungestört und läuft nicht Gefahr, jemand anderen zu belästigen. Außerdem sind alte Burgen ein großartiger Ort für eine Nacht im Freien.

Allerdings solltet ihr darauf achten, ob für die jeweilige Ruine besondere Ge- und Verbote gelten. Hier kann auch ein Blick in eine gute Wanderkarte nicht schaden. Führt ein beliebter Wanderweg direkt an der Burg vorbei, muss man damit rechnen, dass schon in den frühen Morgenstunden der eine oder andere Wandersmann vorbeischaut. Außerdem sollte man es tunlichst vermeiden, ein Zelt oder zu großes Lager aufzuschlagen, da Wildcampen in Deutschland nicht erlaubt ist.

Habt ihr die perfekte Burg gefunden und alle wichtigen Dinge im Gepäck, heißt es nichts wie raus! Wer außerdem Lust auf Sterne und Sternschnuppen gucken hat kann diesbezüglich auf Prognosen zurückgreifen, die voraussagen was, wann und wo zu sehen sein wird.

Tipp: Ist gerade keine Burg zur Verfügung eignen sich auch idyllisch gelegene Aussichtspunkte oder Schutzhütten. Letztere sind gerade auch mit kleineren Kindern eine gute Anlaufstelle.

Feuer machen

Feuer zu machen ist seit jeher eine Faszination und eigentlich mit Streichhölzern, Feuerzeug und Co. auch keine große Sache. Genau darin liegt jedoch bei unserem Microadventure Vorschlag Nummero 2 der Knackpunkt: Das Feuer soll ohne die üblichen Hilfsmittel entstehen. Der beste Ort hierfür ist ein offizieller Grillplatz. Am besten einer, den man nur mit einer Wanderung erreichen kann, denn hier ist man nicht selten ungestört. Außerdem seid ihr ja an einem Grillplatz und könnt nach getaner Arbeit den Tag bei ein paar Würstchen, Kartoffeln etc. gemütlich ausklingen lassen. Für mich war als Kind immer auch Stockbrot ein absolutes Highlight. Wie ihr das auch unterwegs selber machen könnt und wo dabei die Raffinessen liegen, wir im Blogbeitrag „Bannock-Brot – der Klassiker in der Outdoorküche“.

Nun aber zum Thema Feuer machen. Hier könnt Ihr euch langsam herantasten. Mit einem Feuerstahl geht das sicherlich ganz gut, wenn ihr es aber wirklich auf Steinzeitart (also Feuer bohren oder sägen) versucht, seid ihr sicherlich eine Weile beschäftigt.

Achtung: Gerade in heißen und trockenen Sommern herrscht eine erhöhte Brandgefahr. An solchen Tagen ist das Feuermachen auch an Grillplätzen absolut tabu. Für Deutschland gibt es hierzu zwei wichtige Indizes, den Waldbrand-Gefahrindex und den Grasland-Feuerindex. Beide Indizes sind in fünf Warnstufen unterteilt:

  • Warnstufe 1 sehr geringe Gefahr: Das Benutzen einer geeigneten Grillstelle ist mit den üblichen Sicherheitsvorkehrungen kein Problem.
  • Warnstufe 2 geringe Gefahr: Auch bei dieser Stufe ist das Feuermachen an einer geeigneten Grillstelle noch erlaubt, es ist jedoch erhöhte Achtsamkeit geboten.
  • Warnstufe 3 mittlere Gefahr: Ab dieser Warnstufe werden erste besonders gefährdete Grillstellen geschlossen. Wer bei dieser Gefährdungslage ein Feuer entfachen will, muss sich gut informieren ob bzw. wo dies möglich ist.
  • Warnstufe 4 hohe Gefahr: Der aktive Schutz des Waldes /der Grasflächen beginnt. Öffentliche Straßen und Wege sollten nicht verlassen werden. Besonders gefährdete Gebiete können außerdem von den Behörden gesperrt werden. Feuer ist absolut tabu.
  • Warnstufe 5 sehr hohe Gefahr: Maximaler Schutz von Wald und Grasflächen. Wälder werden zeitweilig gesperrt, betreten und befahren ist strengstens untersagt. An ein Lagerfeuer sollte nicht einmal gedacht werden.

Sammler werden

Gerade im Sommer und im Herbst bietet die Natur so einiges. Zahlreiche Früchte sind nun reif und warten auf die Ernte und je nach Wetterlage sprießen auch die Pilze (naja förmlich wie Pilze) aus dem Boden. Was bietet sich da besser an, als auf große Sammeltour zu gehen und daraus dann ein leckeres Essen zu zaubern. Wer sich ein wenig auskennt, kommt so schnell mit allerlei Leckerem wieder nach Hause.

Pilze

Ob Frühjahr, Sommer oder Herbst, essbare Pilze gibt es je nach Region eigentlich immer. Während die Speisemorchel beispielsweise vergleichsweise früh, in den Monaten April bis Juni zu finden ist, gibt es Steinpilze nicht selten bis Ende Oktober. Das Problem bei vielen Pilzsorten ist jedoch, dass sie nicht gerade leicht zu erkennen sind und dass es zu nahezu jedem essbaren Pilz einen giftigen Kollegen gibt. Wer sich hier also nicht auskennt, läuft Gefahr etwas Falsches zu erwischen. Fachliteratur, wie der Naturführer Pilze vom Kompass-Verlag, können bei der Bestimmung helfen. Außerdem gibt es zahlreiche Pilzvereine, die Seminare zu diesem Thema anbieten.

Nüsse

Ende September ist es so weit: die Hasel- und Walnüsse sind reif. Hier kann nach Herzenslust gesammelt werden. Reife Nüsse werden vom Baum bzw. Strauch abgeworfen und können bequem aufgesammelt werden. Vorsicht ist jedoch mit den grünen Schalen der unreifen Walnuss geboten. Schneidet man die Schalen auf, sondern sie eine Flüssigkeit ab, die hartnäckige braune Flecke auf der Kleidung hinterlassen kann.

Kastanien

Edelkastanien oder auch Esskastanien sind wie der Name schon sagt essbar und können wunderbar als Beilage zu deftigen Gerichten gereicht werden. Außerdem kann man sie als Maroni auch problemlos im Backofen rösten und zwischendurch als Snack verzehren.

Beeren

Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren und Walderdbeeren lassen sich problemlos in den heimischen Wäldern pflücken. Heidelbeeren und Himbeeren kann man bereits ab Juni finden, Brombeeren kommen im August dazu. Ob als Dessert, Marmelade oder einfach als Frucht, Beeren sind eine super Ergänzung zum Speiseplan.

Kräuter und Grünzeug

Von Giersch bis Bärlauch unsere Wälder geben mehr her, als wir gemeinhin für möglich halten. Aus Bärlauch lässt sich so beispielsweise ein sehr aromatisches Pesto machen, Giersch eignet sich ideal als Ergänzung zu herkömmlichen Salatkräutern und aus Brennnesseln lässt sich mit dem nötigen Know-how problemlos eine leckere Suppe zaubern.

Die Heimatstadt umrunden

Hier mal ein Microadventure, das sich eher an die urbanen Bevölkerungsgruppen unter uns richtet. Denn bei diesem Microadventure geht es darum, einmal die Stadt in der man lebt mit dem Fahrrad zu umrunden.

Alle, die eine Kleinstadt ihre Heimat nennen, werden damit vergleichsweise schnell fertigt sein (ihr könnt es ja vielleicht mit dem Landkreis ausprobieren). Versucht man aber Städte wie beispielsweise Berlin zu umrunden, sollte man ein bisschen mehr Zeit einplanen. Auf rund 250 Kilometern führt hier ein beschilderter Radweg vorbei an geschichtsträchtigen Orten und durch beeindruckende Landstriche. Aber auch andere Städte lassen sich problemlos umrunden.

Wo es keinen ausgeschilderten Radweg gibt, braucht es allerdings eine gute Vorplanung für die Tour. Am besten bastelt ihr euch einen GPS-Track, sodass ihr diesem während der Tour folgen könnt. Legt dabei die Streckenführung so fest, dass ihr immer mal wieder an einem Bahnhof oder einer Haltestelle vorbeikommt. So habt ihr im Fall einer Panne, schlechtem Wetter oder konditionellen Problemen die Möglichkeit eure Tour problemlos abzubrechen.

Einen Gewaltmarsch machen

„Soweit die Füße tragen“, ist das Motto dieses Microadventures. Das Prinzip eines Gewaltmarsches ist eigentlich leicht erklärt: an einem Tag so weit Laufen, bis nichts mehr geht.

Nehmt euch hierzu eine vergleichsweise lange Wanderstrecke vor. 70 bis 100 Kilometer dürfen es schon sein. Wie viele Höhenmeter ihr dabei machen wollt, bleibt euch überlassen, jedoch sollte euch klar sein, dass sich weite Strecken und viele Höhenmeter nicht unbedingt gut vertragen. Wenn möglich legt eure Tour so an, dass ihr immer wieder die Chance zum problemlosen Abbruch der Tour habt, denn nur so könnt ihr in Sachen zurückgelegte Kilometer ans Limit gehen. Auch eignen sich Rundwanderwege, die oft eigentlich für mehrere Tage ausgelegt sind, perfekt für eine solche Unternehmung.

Sorgt dafür, dass ihr mit leichtem Gepäck unterwegs seid. Der große Trekkingrucksack kann hier getrost zu Hause bleiben. Ein kleiner Tagesrucksack mit Regenjacke, Getränk und Verpflegung reicht hier völlig aus.

Tipp: Es gib Tage, an denen wandert es sich besser, als an anderen. Wer beispielsweise am 1. Mai oder am Vatertag unterwegs ist, der kann seine Tour so planen, dass er an zahlreichen Festen und Veranstaltungen vorbeikommt. Da dort eigentlich immer für das leibliche Wohl gesorgt ist, kann man so problemlos auf die Brotzeit im Rucksack verzichten und spart damit nochmals an Gewicht. Gleichzeitig sind an solchen Tagen mehr Wanderer unterwegs und man trifft immer wieder auf Gleichgesinnte.

Höhenmeter-Challenge mit dem Rad

Bei der Höhenmeter-Challenge oder auch dem Everesting geht es darum an einem Tag eine vorgesehene Anzahl an Höhenmetern mit dem Rad zu fahren. Gleichzeitig ist damit ein spielerischer Ansatz verbunden, der für die nötige Motivation sorgt.

Als erstes solltet ihr euch überlegen, welches virtuelle Ziel ihr erklimmen wollt. Berge wie die Zugspitze (2962 m), den Säntis (2502 m) oder Watzmann (2713 m) eignen sich hierzu sehr gut. Einsteiger können sich beispielsweise auch Wolkenkratzer, wie den Burj Khalifa (828 m), vornehmen. Allen die es sich derber geben wollen sind selbstverständlich keine Grenzen nach oben gesetzt.

Nehmen wir also als Beispiel die Zugspitze: Mittels Fahrrad gilt es 2962 Höhenmeter zu erklimmen. Da diese mit mehreren Anstiegen erklommen werden müssen ergeben sich hierzu zwei Möglichkeiten.

  1. Man sucht sich einen Anstieg heraus, den man für geeignet hält und fährt diesen so oft bis die gewünschten Höhenmeter erreicht sind.

Beispiel: Im Schwarzwald ist gibt es eine beliebte Rennradstrecke, die auf den Kandel führt. Der gesamte Anstieg beträgt rund 1200 Höhenmeter. Also müsste man diese Strecke ca. zweieinhalbmal fahren um auf die virtuelle Höhe der Zugspitze zu kommen. Will man das gleiche an der Großen Kalmit machen, schlägt ein Anstieg mit 673 Höhenmetern zu Buche. Folglich müsste die Strecke also knapp viereinhalbmal gefahren werden.

  1. Man plant eine Radtour mit möglichst vielen unterschiedlichen Pässen. Die Kunst liegt hierbei darin, die Strecke zwischen den einzelnen Pässen so kurz wie möglich zu halten. Außerdem kann es durchaus knifflig sein, die verschiedenen Anstiege so auszusuchen, dass man möglichst genau auf die gewünschte Anzahl an Höhenmetern kommt.

Fazit

Ein kleines Abenteuer muss nicht immer von langer Hand geplant werden. Mit ein bisschen Kreativität gibt es bereits vor der eigenen Haustür zahlreiche Aktivitäten, die bestens als Flucht aus dem Alltag funktionieren. Plant ihr ein Microadventure aus unserer Liste auszuprobieren oder habt ihr bereits eines ausprobiert? Welche Microadventures habt ihr außerdem schon unternommen oder auch selbst ausgedacht? Lass es uns mal wissen, wir freuen uns über eure Kommentare!

Mit dem Wohnmobil frei stehen – Eine Reise durch die (verwirrende) Gesetzeslage Europas

26. September 2018
Tipps und Tricks

Neulich kam mir eine Idee: Warum nicht einfach mal den Camper packen und einmal quer durch Europa fahren? Einfach mal losziehen und dort bleiben, wo es mir gerade passt oder gefällt. Die Idee ist ja generell nicht schlecht, nur sollte man dabei einiges beachten, denn nicht überall in Europa kann man sich mit dem Camper oder Wohnmobil einfach so an den Straßenrand oder auf den nächstbesten Parkplatz stellen. In einigen Ländern ist das gänzlich verboten, in anderen gibt es strenge Regeln und in wieder anderen gibt es zeitliche oder regionale Einschränkungen. Bringen wir also ein wenig Licht ins Dunkel und teilen wir Europa!

Bevor es losgeht noch eine Anmerkung: Die Regelungen für die Wohnmobilstellplätze innerhalb Europas sind teilweise sehr komplex und unübersichtlich. Dieser Blogbeitrag dient nur dazu eine grobe Übersicht über die einzelnen Länder zu geben. Oft greifen aber auch Regelungen, die sich nur auf eine kleine Region, eine Gemeinde oder eine bestimmte Jahreszeit beziehen. Geht also bei diesem Beitrag nicht komplett von Vollständigkeit aus und checkt nochmals vor eurem Trip wie die genauen Regeln in der jeweiligen Region sind.

So, genug geredet, jetzt geht’s los:

Bad news first – Hier ist Wildcampen auch mit dem Wohnmobil verboten

In vielen Ländern Europas ist das freie Stehen leider streng untersagt. Dies hat viele unterschiedliche Gründe, die nicht immer einer Logik unterliegen. Grundsätzlich sollte man sich hier jedoch an die Verbote halten, da das Missachten sonst (und gerade in Ferienregionen) zu teuren Bußgeldern führen kann. Außerdem trägt es vermutlich nicht gerade zur Erholung bei, wenn man mitten in der Nacht von einer Polizeistreife geweckt und dazu aufgefordert wird weiterzufahren oder einen Campingplatz aufzusuchen.

Dennoch gibt es in den meisten Ländern aber auch gute Alternativen zu herkömmlichen Campingplätzen. Vielerorts haben Kommunen Stellplätze ausgewiesen. Hierbei handelt es sich zumeist um günstig gelegene Parkplätze, auf denen das Stehen für eine Nacht erlaubt ist. Wer jedoch auf Stellplätzen übernachten will, sollte sich vorab informieren, welche Einrichtungen (Strom, Sanitär etc.) dort vorhanden sind und welche grundsätzlichen Verhaltensregeln gelten. Beispielsweise ist es oft nicht gestattet Stühle aufzustellen oder die Markise auszufahren.

Eine weitere Alternative kann in manchen Ländern das Stehen auf Privatgrund sein. Wer also den Kontakt zur einheimischen Bevölkerung nicht scheut und ein bisschen diplomatisches Geschick mitbringt, hat vielleicht die Chance ab und an einen Landwirt oder Grundbesitzer für das Wildcampen auf seinem Grund und Boden zu überreden. Doch auch hier sei aufgepasst, denn in manchen Staaten ist selbst das Übernachten im Wohnwagen oder Wohnmobil nicht erlaubt.

Niederlande und Luxemburg

Mein erster Gedanke hierzu war: „Das kann ja nicht sein!“ Ich meine, die Niederlande sind ja das Campingland schlechthin. Aber in der Realität sieht es leider so aus, dass dort die Regeln sehr streng sind. Frei stehen wird in den Niederlanden nicht selten mit empfindlichen Strafen geahndet. Auch in Luxemburg sieht es leider nicht anders aus, sodass hier guten Gewissens nur der Campingplatz oder ein offiziell ausgewiesener Stellplatz bleibt.

Schweiz

Auch in der Schweiz ist das freie Stehen de facto unzulässig. Zwar mag es hier regionale Unterschiede bezüglich der genauen Gesetzeslage und deren Durchsetzung geben, dennoch ist und bleibt das freie Stehen untersagt. Um diesem Verbot zusätzlichen Nachdruck zu verleihen stehen an wirklich nahezu jedem Parkplatz Schilder, die das Abstellen von Wohnmobilen in der Nachtzeit verbieten. Einen Lichtblick gibt es allerdings: Die Schweiz verfügt über zahlreiche gute Stellplätze, die nicht nur schön gelegen, sondern auch erstaunlich günstig im Preis sind.

Tschechien

In Tschechein gibt es leider keine genaue Gesetzgebung, die das Übernachten im Fahrzeug regelt. Grundsätzlich ist das Campen dort jedoch nur auf dafür vorgesehenen Camping- oder Stellplätzen erlaubt, was also im Umkehrschluss das Wildcampen verbietet (auch wenn es hierzu keinen eigenen Gesetzestext gibt). Diese Regelung schließt auch das freie Stehen mit dem Wohnmobil ein.

Wer lediglich auf der Durchreise ist und schnell mal eine Nacht im Auto (je kleiner und unauffälliger das Womo desto besser) übernachten möchte, der kann evtl. mit der rechtlichen Grauzone „der Übermüdung“ bzw. „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ durchkommen. Dies sollte allerdings wirklich nur als Notlösung gesehen werden und ist keine Garantie dafür, dass die Polizei nicht mitten in der Nacht mal vorbeischaut und fragt was los ist.

Iberische Halbinsel

In Spanien ist das Wildcampen bzw. das freie Stehen mit dem Wohnmobil grundsätzlich verboten. Allerdings gibt es keine landesweit einheitliche Regelung, wodurch die genaue Gesetzeslage sehr unübersichtlich ist. In manchen Landesteilen ist sogar das Campen auf Privatgrund untersagt, selbst wenn man die Einwilligung des Eigentümers nachweisen kann. In anderen Landesteilen wiederum wird das Wildcampingverbot ein wenig lockerer gesehen. Grundsätzlich sollte man in Spanien jedoch offizielle Stell- oder Campingplätze aufsuchen. Bei den Stellplätzen ist es außerdem wichtig auf die jeweils geltenden Ver- und Gebote zu achten, da auch hier ein Verstoß zu Strafen führen kann.

Ähnlich wie in Spanien sieht es in Portugal aus. Auch hier ist das freie Stehen grundsätzlich nicht erlaubt. Stattdessen kann man dort auf ein sehr gutes Netz an Stell- und Campingplätzen zurückgreifen.
Eine Übersicht über die Plätze und deren Ausstattung erhaltet ihr auf der Website von Turismo de Portugal.

Balkan

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das freie Stehen und das Wildcampen jeglicher Art auf dem Balkan verboten ist. Dennoch hat jedes Land seine eigenen Gesetze, die sich mancherorts sogar von Region zu Region unterscheiden. Was wo gerade wie gilt ist dabei für Außenstehende oft nicht zu durchschauen. In  Griechenland, Rumänien, Serbien, Slowenien und Ungarn sollte man sich daher auf jeden Fall nach einem Stell- oder Campingplatz umschauen. Ansonsten wäre auch das Stehen auf Privatgrund mit Einwilligung des Eigentümers eine Option.

Wer sich jetzt bereits dachte: „Verdammt, das sind aber viele Länder mit strengen Regeln.“, dem sei gesagt, es geht noch schlimmer. In Bulgarien und Kroatien ist nicht nur das freie Stehen untersagt, auch auf Privatgrund darf nicht im Camper, Wohnmobil oder Wohnwagen übernachtet werden. Das heißt, selbst wenn ihr auf eine gastfreundliche Bevölkerung trefft und beispielsweise ein Landwirt euch die Erlaubnis gibt, dass ihr auf seiner Wiese eine Nacht stehen dürft, bleibt das Kampieren an sich illegal und kann dazu führen, dass ihr nachts unsanft von der Polizei geweckt werdet.

Ja, nein, vielleicht – In diesen Ländern ist frei stehen möglich

Es gibt Länder in denen das freie Stehen weder richtig erlaubt, noch richtig verboten ist. Manche Staaten erlauben das freie Stehen grundsätzlich, schränken es dann aber mit regionalen oder kommunalen Verboten wieder stark ein. Andere verbieten das freie Stehen per Gesetz, verfolgen es aber nicht und tolerieren somit das eigentlich illegale Verhalten.

Ganz wichtig ist dabei jedoch: Wenn ihr in diesen Ländern frei stehen wollt, dann macht das möglichst unauffällig. Damit meine ich jetzt nicht, irgendwo versteckt hinter einem möglichst dicken Gebüsch, sondern vielmehr, dass ihr euch tadellos verhaltet. Lasst also keinen Müll zurück, blockiert mit eurem Wohnmobil nicht unnötig viele Parkplätze, nur weil es dann schöner steht und haltet euch auch mit lauter Musik etc. zurück. Denn eines sollte man sich immer vor Augen halten: Man ist hier oftmals nur geduldet und eine wohlgemeinte Geste schlägt schnell ins Gegenteil um wenn sie missbraucht wird.

Island

Auf Island ist das Wildcampen, sowie das freie Stehen mit dem Wohnmobil offiziell verboten. Dieses Verbot wird jedoch oft nicht verfolgt oder anders ausgedrückt: das freie Stehen wird für eine Nacht toleriert. Aufpassen sollte man jedoch in stark touristischen Regionen. Hier kann es nämlich durchaus sein, dass die örtlichen Behörden strenger auf die Einhaltung des Verbots achten. Auch ist das freie Stehen in Nationalparks und Naturschutzgebieten strikt untersagt und wird dort nicht einmal für eine Nacht toleriert.

Frankreich

In Frankreich ist die Gesetzeslage leider total verwirrend. Hier hat nahezu jeder Ort seine eigene Regelung was das Wildcampen bzw. freie Stehen betrifft. Das heißt grundsätzlich: Erst einmal ist das Wildcampen nicht grundsätzlich verboten, aber jede Gemeinde legt selber fest, wie sie mit diesem Thema umgeht. Auch kann jede Gemeinde spezielle Plätze, Orte oder Areale ausweisen, an denen das Campen erlaubt ist. Nicht selten sind dies größere Parkplätze oder eben der örtliche Camping Municipal. Verboten ist das Campen allerdings in Naturschutzgebieten und in der unmittelbaren Nähe zu Quellen, Sehenswürdigkeiten und Denkmälern.

Großbritannien

Während in Schottland freies Stehen vielerorts möglich ist, gelten für England und Wales andere Bestimmungen. Also ist es wichtig die regionalen Unterschiede für Großbritannien zu kennen. Für Schottland gilt: wer einen angemessenen Abstand (von rund 15-20 Meter) zu öffentlichen Straßen einhält, niemanden stört oder behindert und sich (sofern erforderlich) das OK des Landbesitzers eingeholt hat, ist hier absolut auf der sicheren Seite.

In England und Wales sind die Regeln strenger. Viele Parkplätze sind mit Schildern ausgestattet, die das Stehen über Nacht ausdrücklich verbieten. Wer hier dennoch stehen bleibt, der muss damit rechnen von den örtlichen Ordnungshütern angesprochen zu werden. Hat man allerdings die Erlaubnis des Besitzers auf dessen Privatgrund zu kampieren, sollte eigentlich alles in Ordnung sein.

Österreich

Ähnlich wie in Frankreich kochen auch in Österreich die Gemeinden und Kommunen oftmals ihr eigenes Süppchen. Eine allgemein gültige Regelung gibt es somit leider nicht. Je nach Gebiet wird das Stehen für eine Nacht toleriert. In den Regionen Tirol und Wien ist das Wild campen jedoch flächendeckend untersagt. Wie es sich mit den jeweiligen Bestimmungen genau verhält, erfragt man am besten vor Ort. In Österreich gibt es auch zwei große Campingclubs, die hierfür Aufschluss geben können.

Juhu, es gibt sie noch! – Diese Länder lassen das freie Stehen zu

Gleich vorab: Die Tatsache, dass freies Stehen erlaubt oder zumindest nicht verboten ist, heißt nicht, dass man hier tun und lassen kann was man will. Nichts kaputt machen, keinen Müll hinterlassen, niemanden stören und sich unauffällig verhalten sind dabei nur die Grundregeln, an die man sich eigentlich ohnehin immer halten sollte. Darüber hinaus gelten in vielen Ländern zusätzliche Bestimmungen, die das freie Stehen betreffen.

Belgien, Italien, Dänemark und Deutschland

In Deutschland, wie in Dänemark gelten in etwa die gleichen Regeln. Für eine Nacht, darf man überall dort, wo es nicht ausdrücklich verboten ist für eine Nacht (und nicht länger) mit dem Wohnmobil stehen bleiben. Wer dies tut, sollte sich jedoch der genauen Gesetzeslage bewusst sein, denn diese „Fahrtunterbrechung“ dient offiziell der „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“. Konkret: Wer sich zu müde fühlt weiterzufahren darf, egal zu welcher Uhrzeit, auf einem geeigneten Parkplatz stehen bleiben und sich so lange ausruhen, bis er wieder weiterfahren kann.

Schwierig ist es freilich immer abzugrenzen, wo „die Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ aufhört und wo „Camping“ anfängt. Macht man von dieser Regelung Gebrauch, sollte man auf keinen Fall Stühle rausstellen, die Markise ausfahren, großartig Grillen oder dergleichen anfangen. Auch empfiehlt es sich möglichst spät „anzureisen“ und am nächsten Tag zeitig weiterzufahren. In der Regel wird eine Standzeit von nicht länger als 10 Stunden angenommen. Wer also beispielsweise auf der Durchreise ist oder ein, zwei Tage in Gebieten verbringen will, in denen die offiziellen Campingplätze ungeschickt liegen, wird mit dieser Regelung sicherlich gut klarkommen.

Diese Regelung gilt grundsätzlich auch für Belgien bzw. Italien. Leider sieht es in der Realität aber so aus, dass viele Parkplätze mit entsprechenden Verbotsschildern versehen sind. In Italien ist dies vor allem in stark touristischen Regionen der Fall. Auch gibt es hier nicht selten Zufahrtsverbote für Wohnmobile.

Norwegen und Schweden

Auch in Schweden und Norwegen unterliegt das freie Stehen gewissen Bedingungen und sollte keinesfalls mit dem weithin bekannten ‚Jedermannsrecht‘ gleichgesetzt werden. Das Übernachten an einem Ort außerhalb eines offiziellen Camping- oder Stellplatzes ist generell auf eine Nacht beschränkt. Auch dürfen Waldwege, wegloses Gelände oder Naturschutzgebiete nicht befahren werden. In vielen Orten gibt es außerdem regionale Regelungen und Verbote. Wer sich aber abseits von besiedelten Flächen in Straßennähe so aufstellt, dass er niemanden behindert und auch den Untergrund nicht beschädigt, kann hier problemlos für eine Nacht mit dem Wohnmobil campiert werden.

Fazit

Für viele Länder ist es schwierig klare und allgemein gültige Aussagen zu treffen. Wenn ihr euch nicht sicher seid welche Regelung für euer Urlaubsland oder eure Region gilt, helfen oft die Tourismusverbände der einzelnen Länder weiter. Auch beim ADAC gibt es diesbezüglich zahlreiche nützliche Informationen.

Doch egal welche örtlichen Regeln gelten, eines gilt auf alle Fälle immer: Müll mitnehmen und niemanden belästigen oder behindern. Denn wer in fremden Ländern unterwegs ist, hat meist mehr vom Urlaub, wenn er sich mit den Einheimischen gutstellen kann. Und auf diese Weise hat es auch schon manchmal geklappt, dass nach einem Einkauf von Obst, Gemüse oder Wein beim regionalen Erzeuger, die Campingerlaubnis auf dem Grundstück erteilt wurde.

Falls euch das Reisen mit dem Wohnmobil nun allerdings ein bisschen zu heikel erscheint und ihr somit noch abwägt auf das Zelt umzusteigen, leiten wir euch dafür gerne an den entsprechenden Artikel über das Wildcampen mit Zelt weiter. In diesem Sinne „on the road again“…

 

Draußen nur Kännchen: Kaffee kochen auf Tour

26. September 2018
Tipps und Tricks

Wer sich trekkend, backpackend oder bergsteigend ins wilde Hinterland aufmacht, muss auf einiges verzichten. Kein Breitbildfernseher, kein Billardtisch und kein Massagesessel weit und breit. Bei all den Entbehrungen kann es wie ein Rettungsanker sein, wenigstens noch einen anständigen Kaffee zu bekommen. Auf den muss man nämlich auch im kalten Nordwand-Biwak nicht verzichten – egal ob man das Geschmackserlebnis oder den Koffeinkick will.

Doch welche Kaffeemöglichkeiten am Berg und unterwegs gibt es? Und welche Vor- und Nachteile haben sie? Eine ganze Menge an Methoden, werden wir uns jetzt mal der Reihe nach anschauen. Von der supersimplen Schnelllösung arbeiten wir uns bis zur „vollwertigen“ Kaffeezeremonie vor.

Allerdings gibt es in diesem Überblick keine der sonst üblichen Kenner-Urteile, dass dieser oder jener „wirklich der Beste“ sei, dass „Instantkaffee was für Banausen“ ist, oder dass „Filterkaffee schmeckt wie es unterm Funktionsshirt riecht“. Geschmacksempfinden ist bekanntlich individuell und Diskussionen darüber werden end- und ergebnislos geführt. Außerdem hängt der Geschmack nicht nur vom verwendeten Kaffee und den verwendeten Gerätschaften ab, sondern auch von den vielen Variationsmöglichkeiten bei der Zubereitung. Schon kleine Änderungen von Kochzeit, Ziehzeit, Temperaturen, Wasserdruck, Umrührhäufigkeit oder „Kontaktintensität“ zwischen Wasser und Kaffee können große Geschmacksabweichungen ergeben. Und gerade draußen im Freien kann oder will man an diesen Feinheiten nicht immer so genau herumsteuern. Sowieso schmeckt es meist erst richtig gut schmeckt, wenn man nach vielem Durchprobieren „seine“ Sorten und Methoden entdeckt hat.

Es gibt zwar auch elektrische „Outdoor-Kaffemaschinen“, doch wir bleiben hier bei Varianten, die sich auch ohne Strom im „freien Feld“ zubereiten lassen. Und wir gehen nur am Rande auf Kocher und Wärmequellen ein, da es bei den meisten Methoden der Kaffeezubereitung egal ist, mit welcher Wärmequelle das Wasser erhitzt wird.

Pads, Tütchen, Päckchen: wenig Aufwand, viel Müll

Als lösliches Pulver gibt es Kaffee mittlerweile in so vielen klein abgepackten Varianten, dass man sich in jedem Supermarkt eine ganze Sortensammlung für die nächste Rucksacktour zusammenkaufen könnte. Nach Wunsch steckt man von den Tütchen und Päckchen eine abgezählte Menge ins Reisegepäck und benötigt damit unterwegs nichts weiter als eine Tasse und heißes Wasser. Aufgießen, umrühren, fertig.

Selbst mit den eigentlich für Maschinen gedachten Kaffeepads funktioniert es. Das Pad braucht nur mit dem Löffel etwas ins heiße Wasser gedrückt zu werden und schon ist der Kaffee so gut wie fertig. Praktisch ist bei den Pads zudem, dass sie ebenfalls für eine Tasse „fertig eingepackt“ und „vordosiert“ sind.

So praktisch diese Methode erscheint, hat sie jedoch auch ihre Kritikpunkte. Diese wären: der Verpackungsmüll, die hohen Preise der klein abgepackten Mengen sowie je nach Sorte der Geschmack, der sich dank reichlich künstlicher Aromen, Zucker, Milchpulver und anderer Zutaten etwas von „wirklichem Kaffee“ entfernen kann.

Instant Kaffee

Den löslichen „Schnellkaffee“ gibt es in der großen Dose und auch in kleinen Tütchen. Damit sich das Kaffeepulver im Wasser auflöst, wurde es gefriergetrocknet. Auch hier heißt es: heißes Wasser, umrühren, fertig! Deshalb besteht auch hier der Vorteil darin, dass sich das Rucksack-Zusatzgewicht auf die gewünschte Menge an Instantpulver beschränkt. Zwar gibt es auch Instantkaffee in kleinen Portionsbeutelchen, doch die gewünschte Menge kann man sich auch daheim aus dem handelsüblichen Glas- oder Pappbehälter in kleine Schraubdosen oder Zip-Beutel abfüllen. So lässt sich der Müllberg reduzieren.

Als Kritikpunkt gilt hier hauptsächlich der Geschmack – es ist eben kein klassisches Kaffeearoma. Auch aus Umweltsicht darf man den Gefriertrockenkaffee hinterfragen, denn  Gefriertrocknung ist üblicherweise mit einem recht hohen Energieaufwand verbunden.

Umrührkaffee („Cowboykaffee“, „türkischer Kaffee“)

Diese zünftige Lagerfeuervariante ist nix für (selbsternannte) Baristas, aber was für (selbsternannte) echte Kerle. Auch hier heißt es Topf, Becher, Pulver, aufgießen, umrühren und – nein, noch nicht ganz fertig. Da hier normales Kaffeepulver in den Topf oder Becher kommt, muss es sich erst noch am Boden absetzen. Das erfordert entweder zwei-drei Minuten Geduld oder einen Schuss kaltes Wasser, den man über die Kaffeebrühe kippt. Das sollte den Vorgang des Absetzens auf dem Boden beschleunigen. Kippt man stattdessen etwas kalte Milch drüber, darf man den Cowboykaffee auch „türkischen Kaffee“ nennen. Wenn man danach beim Umfüllen vom Topf in die Tasse nicht zu schnell vorgeht, sollte der Kaffeesatz vollständig im Topf zurückbleiben.

Je nach Geschmacksvorliebe kann man das Kaffeepulver zusammen mit dem Wasser aufkochen (im engeren Sinne wäre nur das der „echte“ Cowboykaffee) oder es erst nachträglich ins heiße Wasser geben und verrühren plus ziehen lassen. Letztere Methode hat den Vorteil, dass der Topf sauber, sprich kaffeefrei bleibt. Hat man eine Blechtasse, kann man den Cowboykaffee auch stilecht direkt mit dieser auf der Flamme brühen.

Egal welche Variation man hier benutzt, geschmacklich überzeugt das Ergebnis durchaus auch die verwöhnteren Kaffeefreunde – und das nicht nur, weil es draußen sowieso besser schmeckt.

Wie bei Oma: Filterkaffee

Seitdem Erdbeerlatte und Caramellmacchiato den Ton angeben, hat Omas guter Melitta-Kaffee etwas an Glanz verloren. Dabei kann die Filtervariante gerade unterwegs und draußen durchaus brauchbare Geschmacksergebnisse liefern. Das liegt daran, dass es für die Zubereitung per Filter auch wieder sehr viele Möglichkeiten und Variationen gibt. Allen gemein ist, dass sie den direkten Kontakt von Wasser und Kaffeesatz vermeiden und relativ wenig zusätzliches „Kaffeeequipment“ benötigen.

Bei der simpelsten Methode wird einfach der mit Kaffeepulver gefüllte Papierfilter festgehalten. Dabei braucht es allerdings etwas Geschick, um Unfälle wie das Einknicken oder Verrutschen des Filters zu vermeiden. Und etwas Ausdauer braucht es auch, zumindest wenn der Kaffee (geschmacks)stark werden soll. Dafür muss das Wasser nämlich langsam durch den Filter tröpfeln. Kippt man es einfach nur schnell durch, ist die Kontaktzeit mit dem Pulver kurz und der Kaffee dünn. Man kann das Nachgießen beschleunigen, indem man den Kaffee zuerst nach Cowboyart zubereitet und dann das Kaffeegemisch durch den Filter gießt.

Als improvisierten Filter kann man theoretisch jeden wasserdurchlässigen Stoff, der Kaffeesatz zurückhält, verwenden. Es bieten sich vor allem Textilien an, die natürlich möglichst unbehandelt und sauber sein sollten. Die alten Socken also bitte erst waschen, bevor Kaffeepulver reingefüllt wird.

Man kann Filter auch zu kleinen Säckchen formen und mit Faden oder Zahnseide zusammenbinden. So kann man ein schickes, sauberes Selfmade-Coffepad. Aromatechnisch vielleicht nicht die beste Methode, dafür aber zuverlässig sauber.

Filter und Filterhalter aus Kunststoff

Wer unterwegs regelmäßig Filterkaffee trinken will, wird kaum jedes Mal Lust auf das „labberige“ Handling mit dem Festhalten der Papierfilter haben. Hier gehört ein selbst stehender oder stabil zu befestigender Filter oder Filterhalter aus Kunststoff oder Metallen wie Edelstahl ins Gepäck. Manche dieser Filter haben unten ein kleines Loch für den Abfluss des Kaffees. Andere haben ein integriertes Sieb, das den Papierfilter überflüssig macht. Outdoor-Kaffeefilter gibt es mit vielen verschiedenen Befestigungsvarianten, meist Klammern oder Aufhängungen aus Kunststoff oder Metall. Sie lassen sich zumeist auf Bechern genauso befestigen wie auf kleinen Töpfen, Kannen und Thermoskannen. Die meisten Outdoorfilter sind sehr leicht und faltbar oder klappbar.

Auch ein Teesieb taugt zum Kaffee machen und wiegt fast nichts. Allerdings kann so ein eher fragiles Teil im Rucksack auch schnell mal zerdrückt werden.

Falls es mal wirklich schnell gehen soll oder man einfach keine Lust auf langes Herumhantieren hat, ist der Grower‘s Cup eine sehr praktische und bequeme Outdoorvariante. Hier wird einfach der Beutel geöffnet, heißes Wasser eingegossen und wenig später der fertige Kaffee in die Tasse gefüllt. Der Beutel dient als Kanne und enthält neben fair gehandeltem Bio-Kaffee einen integrierten Filter. Der Inhalt reicht für zwei Tassen. Die Tüte bleibt danach allerdings als Abfall übrig.

Dampfdruck: die Italienvariante

Wer unterwegs regelmäßig frischen Kaffee mit Espresso-Note trinken möchte, sollte zur italienischen Espressokanne greifen. Die macht zwar eher eine Art Mokka als „richtigen“ Espresso (für den der Dampfdruck hier zu niedrig ist), doch das Ergebnis kann sich trotzdem sehen bzw. schmecken lassen. Die Kanne ist zwar etwas sperriger als Filter und Tüten, dafür aber unverwüstlich. Außerdem hat man hier nur ein zusammengestecktes Teil im Gepäck und keinen Abfall außer dem kompostierbaren Kaffeesatz. Die Reinigung ist ebenfalls kaum komplizierter als bei einem Filter, denn man braucht Kanne und Sieb nur mit Wasser durchzuspülen.

Kleine, kompakte Alukannen wie der Espresso Maker von Relags sind zudem auch preiswert und leicht. Sie bringen das Wasser auf jedem Kocher und jeder Flamme schnell zum Kochen und brühen das Käffchen in wenigen Minuten.

Dampfdruck 2.0: die Outdoorvariante

Die extraleichte und kompakte Outdoorvariante des „Espressomakers“ hat statt der aufgeschraubten Kanne einen Auslaufstutzen, der den fertigen Kaffee direkt in das untergestellte Gefäß laufen lässt. Noch schneller und einfacher kommt man kaum an einen wirklich aromatischen Kaffee.

Dampfdruck 3.0: Die Expertenvariante

Wenn es auch draußen unbedingt ein richtiger Espresso sein muss, lässt sich das ebenfalls einrichten. Allerdings muss man für eine Hand-Pumpmaschine von Handpresso auch etwas tiefer in die Tasche greifen und mit etwa 500 Gramm etwas mehr Gewicht tragen. Diese tragbaren Espressomaschinen haben im Griff eine Pumpe, mit der man genügend Druck für einen richtigen Espresso mit Crema erzeugen kann. Heißes Wasser braucht es natürlich auch hier.

Pressen: die Frankreichvariante

Die oft auch French Press genannte Pressstempelkanne ist Presse und Kanne zugleich und bietet eine zügige und komfortable Zubereitungsmethode. Auch hier wird das Pulver bzw. der Satz vom Kaffee getrennt und es fällt ebenfalls nur abbaubarer Kaffeesatz als Abfall an. Kaffeepulver und Heißwasser werden hier gemischt und dann mit einem passgenauen, zum Boden durchgedrückten Sieb getrennt. Der Anpressdruck verdichtet den Kaffeesatz, der dem Kaffee somit vollständig fern bleibt. Durch längere Wartezeit bis zum Herunterdrücken des Siebs können Stärke und Geschmack des Kaffees intensiviert werden. Ein kleiner Nachteil gegenüber der „Italienkanne“ ist die Notwendigkeit eines separaten Gefäßes zum Aufkochen des Wassers. Doch das hat man in aller Regel sowieso dabei.

Die French Press für zuhause besteht in aller Regel aus Glas. Für den Outdooreinsatz ist das natürlich nicht praktikabel, weshalb hier Varianten aus Kunststoffen wie Polycarbonat zum Einsatz kommen. Alternativ kann auch der Camping-Topf oder Becher mithilfe eines passenden Pressstempels zur French-Press werden. Jetboil und MSR sind zwei der zahlreichen Anbieter, die solche für ihre Kochsysteme kompatiblen Aufsätze anbieten.

AeroPress: halb Filter halb Presskanne

Für Kaffeespezialisten gibt es natürlich noch mehr Möglichkeiten wie die AeroPress. Dieser Hybrid aus Filter- und Presszubereitung ist für den Barista-Meister Thomas Schweiger die geschmacklich hochwertigste Outdoor-Kaffee-Alternative. Schweiger zieht auch eine strenge Grenze zwischen Kaffeegenuss und Koffeinschuss: „Wenn ich den Genuss will, nehme ich mein Equipment mit. Wenn ich Kaffee nur als Aufwachgetränk will und mir der Geschmack egal ist, könnte ich auch Instantkaffee nutzen.“ Man kann es auch noch einfacher haben, wenn es nur um das Koffein geht, denn Riegel, Gels und Pülverchen mit dem Wachmacher-Zusatz gibt es zuhauf.

Stilechte Genießer werden da die Nase rümpfen und stattdessen noch eine Handmühle mit einpacken. Die gibt es nämlich mittlerweile in Größen, die kaum über die küchenübliche Pfeffermühle hinausgehen. Und zu guter Letzt werden sie den Kaffeebanausen ermahnen, eine qualitativ hochwertige Kaffeesorte mitzunehmen – denn billiger Kaffee schmeckt oft auch mit der besten Zubereitungsmethode irgendwie … billig.

Wild im Wald und am Berg

26. September 2018
Tipps und Tricks

Wild im Wald? Geht es hier darum, zwischen den Wipfeln die Sau raus zu lassen? Nein, es geht um die ungezähmten tierischen Zeitgenossen, die da draußen hausen. Da draußen, das bedeutet im Alpenraum und in den deutschen Outdoor- und Wandergefilden. Also im Grunde fast überall zwischen Flensburg und Nizza. Nicht gemeint sind hier Kühe, Schafe und andere domestizierte Tiere, die man in den Bergen mindestens so häufig sieht wie echte Wildtiere.

Welche Tiere finden sich bei uns und in den Alpen?

Die Liste der heimischen und alpinen Wildtierarten ist bei weitem nicht so kurz, wie man in Zeiten der Übererschließung denken könnte. Würde man Kleinsäuger wie Igel oder Eichhörnchen mit einbeziehen, würde sie den Rahmen eines solchen Artikels locker sprengen. Ganz zu schweigen von den unzähligen Vogelarten. Deshalb stelle ich hier nur eine kleine Auswahl vor, die zugegebenermaßen nicht wirklich objektiv ist. Wie sollte das auch gehen? Nach welchen Kriterien soll man auswählen? Verbreitung? Populationsgröße? Dafür müsste man zuerst mal ein Beobachtungsgebiet definieren, mit ausführlicher Diskussion darüber, was der „Alpenraum“ überhaupt ist. Darunter verstehen nämlich Bergfreunde und Fachleute aller Art jeweils etwas anderes.

Das überlasse ich also den Doktorarbeiten und erlaube mir stattdessen ein rein subjektives Kriterium einzubeziehen, das man „Sehenswürdigkeit“ der Tiere nennen könnte. Da fallen dann zum Beispiel Fuchs und Hase unter den Tisch und sagen gute Nacht. Ebenso „unwissenschaftlich“ ist unter diesem Kriterium die bei jeder aufgezählten Tierart mitgegebene Einschätzung der Sichtungs- und Begegnungswahrscheinlichkeit.

Einige der folgend genannten Tiere sind charakteristische Alpenbewohner, andere kommen hingegen auch oder nur in den deutschen Kulturlandschaften und Mittelgebirgen vor. Die Aufzählung ist (soweit möglich) aufsteigend von klein und leicht zu groß und schwer hin geordnet:

Alpendohle

Mit ihrem schwarzen Gefieder, dem gelben Schnabel und den orange-roten Beinchen ist sie leicht zu erkennen. Sie lebt oberhalb der Baumgrenze in Höhen von 1500-3500 m und tritt oft in größeren Schwärmen auf. Wenn man auf irgendeinem Gipfel etwas Essbares auspackt, sind Sichtungen und Begegnungen so gut wie garantiert.

Wildhuhn

Birkhühner und Raufußhühner sind „fasanartige Hühnervögel“ und im Mittel- und Hochgebirge weit verbreitet. Auch die etwas größeren und wegen ihres Schwanzgefieders auffälligeren Auerhühner gehören dazu. Eine Unterart des Raufußhuhns ist das Schneehuhn. Da sich die Lebensräume von Wildhühnern oft auch mit stärker frequentierten Tourengebieten überschneiden, gelten sie teilweise als gefährdet – besonders im Winter, wenn Skitourengeher die gut getarnten Vögel aufschrecken. Die Sichtungs- und Begegnungswahrscheinlichkeit mit einem Wildhuhn ist mittel.

Schneehase

Der Schneehase kann durchaus mit stattlichen bis zu 60 cm Länge und 5 kg Gewicht ausfallen. Meist treibt er sich nachts in Höhen zwischen 1000 und 3500 m herum – bisweilen in Gruppen von bis zu 100 Tieren. Trotz dieser beeindruckenden Gruppenstärke gelten Schneehasen als gefährdete Tierart. Mit ihrem weißen Winterfell sind sie gut genug getarnt, sodass die Sichtungs- und Begegnungswahrscheinlichkeit zu der winterlichen Jahreszeit mittel bis gering ist.

Steinadler

Mit einer Körperlänge von bis zu 100cm und einer Flügel-Spannweite von 210-230 cm geben Steinadler ein imposantes Bild am Himmel ab. An Gewicht erreichen sie zwischen 3 und 7 kg. Die Sichtungswahrscheinlichkeit ist mittel bis hoch, die Begegnungswahrscheinlichkeit eher gering.

Murmeltier

Der putzige Nager kommt in bis zu 2500 m Höhe überall in den Alpen vor. Besonders bei der guten Nahrungsgrundlage rund um Berghütten wird das Murmeltier bis zu 8 kg schwer und 60 cm lang. Erkennbar ist es am länglichen Körperbau mit rundlichem Schwanz und den schrillen Pfeiftönen. Die Sichtungs- und Begegnungswahrscheinlichkeit eines Murmeltiers ist relativ hoch.

Gams

Die eleganten „Ziegenartigen“ kommen in den Alpen zwischen 1000 und 3500 m Höhe vor. Sie werden bis zu 60 kg schwer und sind an ihren mittigen kleinen Hörnern, sowie ihren bemerkenswerten Kletterfähigkeiten erkennbar  –  stets Free-Solo und Onsight also ;-). Die reinen Pflanzenfresser können in Rudeln von bis zu 30 Tieren auftreten – ein schöner Anblick. Gämsen gelten ebenfalls als gefährdete Arten. Da sie sich oft an exponierten Hängen aufhalten, ist die Sichtungswahrscheinlichkeit hoch und die Begegnungswahrscheinlichkeit mittel bis gering.

Reh

Oft mit der Hirschkuh verwechselt, ist das Reh eine eigene, deutlich kleinere Art. Rehböcke haben zudem ein deutlich kleineres Geweih als männliche Hirsche. Das weit verbreitete Reh wird man mit mittlerer bis hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann mal da draußen zu Gesicht bekommen.

Wolf

Neulich in einer Doku über Wölfe in Deutschland: Es fragt der Fernsehmoderator: „Der Wolf hat ein Schaf gerissen, was sagen Sie dazu?“ Es antwortet der Anwohner: „Jo mei, was soll der sonst machen, Spargel stechen?“ Im Vergleich zu den „Betroffenen“, die sich den Lebensraum mit Isegrim teilen, scheint der Wolf bei den Fernsehmoderatoren gefürchteter zu sein. Da ein Bericht der Arbeitsgruppe „Wolf Alpine Group“ von 2014 für das Jahr 2012 ganze 35 Wolfsrudel und 6 Wolfspaare im gesamten Alpenbogen angab, dürfte sich die Sichtungs- und Begegnungswahrscheinlichkeit für Wanderer und andere Bergfreunde bei sehr gering einpendeln.

Luchs

Die heimische Wildkatze mit den Pinselohren ist wegen ihrer Schönheit und „Sehenswürdigkeit“ hier aufgezählt. Die Wahrscheinlichkeit, einen der etwa 130 in den deutschen Mittelgebirgswäldern umherstreifenden Luchse zu erblicken, ist ähnlich hoch wie der berühmte Lottosechser. Die theoretisch besten Chancen gibts in großen zusammenhängenden Waldgebieten wie Pfälzerwald oder Bayrischer Wald.

Wildschwein (Schwarzwild)

Wegen der steigenden Durchschnittstemperaturen werfen viele Baumarten immer mehr Samen ab. Dies bietet wiederum den Wildschweinen mehr Nahrung. Hinzu kommen weitere Faktoren wie vergrößerte Maisanbauflächen, die bei den schlauen Allesfressern zu einem „explosionsartigen Wachstum“ führten. Vor einigen Jahren wurden gar drastische Schlagzeilen formuliert – von einer „Versauung des Alpenraum“ war mehrfach die Rede. Bei ihrer Fahndung nach Bodentierchen pflügen die Schweinchen nämlich gern mal ganze Wald-, Wiesen- und Ackerareale um. Bei der üppigen Nahrungsgrundlage ist es demnach auch kein Wunder, dass Keiler (die Männchen) in Mitteleuropa bis zu 100 kg auf die Waage bringen können – und das bei einer Schulterhöhe von bis zu 120 cm! Bei solchen Exemplaren wird man wohl freiwillig respektvollen Abstand halten. Die Sichtungswahrscheinlichkeit ist mittel, die Begegnungswahrscheinlichkeit mittel bis gering – allerdings mit steigender Tendenz.

Steinbock

Die wilden Ziegen mit den großen Hörnern kommen bis in etwa 3500 m Höheüberall in den Alpen zwischen der Wald- und Eisgrenze vor. Bei einer Schulterhöhe von bis zu 90 cm erreichen die männlichen Böcke ein Gewicht von bis zu 120 kg. Leicht zu erkennen sind sie an ihren bis zu 1 m langen, gebogenen Hörnern. Ähnlich wie die Gämsen sind Steinböcke elegante Kletterer. Die Sichtungswahrscheinlichkeit mit diesen reinen Pflanzenfressern ist mittel bis hoch, die Begegnungswahrscheinlichkeit eher gering.

Rotwild

Der männliche Bulle ist der Rothirsch, während das weibliche Gegenstück als Hirschkuh bezeichnet wird. Meist in Gruppen unterwegs, verbringt das Rotwild den Winter in den niedrigen und mittleren Lagen des Gebirgswaldes. Im Sommer geht es jedoch auch mal etwas höher hinaus. Die Sichtungswahrscheinlichkeit dieser scheuen Pflanzenfresser ist mittel bis gering, die Begegnungswahrscheinlichkeit gering.

Bär(?)

Einer der Vorgaben für diesen Artikel lautete: „Bitte nur auf die Tiere konzentrieren, auf die der Mensch potenziell trifft.“ Hm, trifft der Mensch „potenziell“ auf einen der etwa 50 Braunbären im Alpenraum? Schwer zu sagen, wahrscheinlich erlebt man eher eine Ufo-Sichtung als eine Bärenbegegnung. Die macht sich als Lagerfeuergeschichte immerhin genauso gut. Man kann eine Bärenbegegnung jedenfalls nicht mit letzter Sicherheit ausschließen – schon gar nicht in den Hauptverbreitungsgebieten wie Slowenien und Trentino. Der Österreichische WWF gibt sogar Verhaltensempfehlungen für Begegnungen mit den brummigen Gesellen aus – nein, nicht für Kanada, sondern für Österreich. Wenn die alle nichts helfen, kann man Meister Petz immer noch auf die Unwahrscheinlichkeit dieser Begegnung hinweisen. Im Ernst, selbst wenn es zu einer extrem seltenen Sichtung oder Begegnung mit einem Bären kommt, heißt das noch lange nicht, dass objektiv akute Gefahr in Verzug ist. Auch wenn es im Fall der Fälle eventuell schwer sein dürfte, sich daran zu erinnern …

Wie verhalten?

Die grundlegenden Verhaltensregeln, um Tiere und Ökosystem nicht zu schädigen, sind sehr einfach zu befolgen und erscheinen den meisten Menschen bestimmt als selbstverständlich. Grundsätzlich sollte man sich darüber im Klaren sein, wer „da draußen“ nur vorübergehender Gast ist und wer „Hausrecht“ hat. Leider zeigen Spuren und Beschädigungen immer wieder, dass es zu viele Zeitgenossen gibt, die zur notwendigen Rücksichtnahme nicht fähig oder willens sind. Um eventuelle Wissenslücken zu stopfen, folgt hier das Wichtigste kurz zusammengefasst:

Auf keinen Fall sollte man Tieren nachstellen und sie gleichermaßen auch nicht aufscheuchen. Stattdessen sollte man sich mit der Beobachtung aus der Distanz oder durchs Teleobjektiv begnügen. Zu vermeiden ist generell jedes „unentspannte“ Verhalten, dass den Tieren als Gefahr für sich und den Nachwuchs erscheinen könnte. Dazu kann auch gehören, dass Wanderer, die sich in normaler Gesprächslautstärke unterhalten, plötzlich nur noch flüstern oder sich zu verstecken versuchen. Solch ungewöhnliches Verhalten kann nach Aufregung und „Alarm“ wirken und viele Tiere irritieren. Der Mensch „darf“ in der Natur also durchaus reden und sich unterhalten, doch Geschrei und jeder weitere Lärm und Krach ist möglichst zu vermeiden (die neue Soundbox mit dem extrafetten Bass kann da noch so cool sein).

Den Stress und Energieaufwand einer eventuellen Flucht müssen die Tiere durch vermehrte Nahrungsaufnahme ausgleichen. Wenn man den Tieren zu nahe kommt, kann es statt einer Flucht auch durchaus eine Angriffsreaktion geben – die kann dann sogar bei einem niedlich und harmlos dreinschauenden Reh ziemlich ungemütlich werden.

Wer mit dem Hund unterwegs ist, hat ihn anzuleinen – nicht nur in Schon- und Schutzgebieten. Die häufig in Wegnähe zu sehenden Futterstellen für Wildtiere sollte man umgehen. In Waldgebieten und an der Waldgrenze sollte man die üblichen Skirouten, Forst- und Wanderwege nicht verlassen und Abstand zu Baum- und Strauchgruppen halten. Besonders sollte man nicht die Aufforstungen und den Jungwald betreten.

Im Winter gelten einige spezielle Regeln. Dazu gehört beispielsweise, dass Gipfel, Rücken und Grate vor 10 Uhr und nach 16 Uhr zu meiden sind. Zu den jeweils jahreszeitlich angepassten Verhaltensregeln für ein natur- und wildverträgliches Unterwegssein gibt der Deutsche Alpenverein umfassende Infos. Darin finden sich auch weitere Tipps für Anreise, Tourenauswahl und Tourenplanung.

Was tun bei verletzten Tieren?

Verletzte Wildtiere kenne ich bislang nur aus Filmen. In denen löst der Held das Problem meist per Gnadenschuss. In der heimischen Berg-Realität läuft das aber eher etwas anders ab. Hier stehen wir Nichtexperten beim Anblick eines verwundeten oder kranken Tieres nämlich hilflos da. Wahrscheinlich kommt dabei auch der Gedanke auf, einfach weiter zu gehen, da man „ja eh nichts machen kann“. Ganz abgesehen davon, dass nicht nur das Abschießen, sondern auch die „Entnahme“ von Wildtieren aus der Natur für Ottonormalbürger verboten ist.

Das Tier selbst behandeln zu wollen, ist für Nichtexperten selten eine gute Idee. Das Tier wird den Hilfeversuch womöglich „nicht richtig verstehen“ und sich heftig zur Wehr setzen. Das kann selbst bei kleineren Tieren für den „Retter“ gefährlich werden. Wirklich ungefährliche Kleintiere kann man unter Umständen in einem Karton zu einer Wildtierauffangstation oder zum nächsten Tierarzt bringen. Hierbei kann es dann jedoch zu Komplikationen hinsichtlich der Behandlungskosten kommen.

Es gibt sehr viele Stellen und Ansprechpartner, die für verletzte Wildtiere zuständig sind oder sein könnten. Dazu gehören Naturschutzbehörden, Tierschutzvereine, Jagdbehörden und Jagdpächter. Doch gerade die große Zahl an Möglichkeiten ist das Problem, denn kaum jemand wird sich vermutlich vor einer Tour die Mühe machen, Telefonnummern zu recherchieren und einzuspeichern. Und wenn es dann an der Fundstelle des verletzten Tieres kein mobiles Internet gibt, lässt sich das Recherchieren auch nicht mehr nachholen. Insofern sollte man es zuerst bei der Polizei versuchen, die im Fall von Verkehrsunfällen auch direkt zuständig ist. Für den Überblick über alle mögliche Fälle und Situationen ist dieser Artikel des Zooroyal Magazins sehr hilfreich.

Fazit

Langweilig wird es einem im Wald oder am Berg sicher nicht. Und das liegt nicht nur an der Aktivität, oder der Aussicht, sondern auch an den Tieren. Wir hoffen diese Übersicht konnte euch einen kleinen Einblick in die wilde Tierwelt vor unseren Haustüren geben. Wir freuen uns, wenn ihr uns in den Kommentaren eure Erfahrungen und Begegnungen mit Tieren hinterlasst. Oder habt ihr sogar ein Tier gesichtet, dass wir komplett vom Radar haben, ihr aber findet, dass es unbedingt genannt werden muss? Lasst es uns auch hier gerne in den Kommentaren wissen! – Wir sind gespannt!

Rucksackapotheke für die Erste Hilfe

13. Dezember 2018
Tipps und Tricks

Kann man dieses Thema nicht schnell abhaken? Man braucht doch schließlich nur eines der vielen fertig gepackten Erste-Hilfe-Sets zu kaufen und gut ist. Meistens ist da ja sogar noch eine Bedienungsanleitung drin, die ich mir im Notfall immer noch schnell durchlesen kann. Und überhaupt, diese Notfälle sind doch eher Theorie, bei mir wird sowas eh nie eintreten. Oder?

„Ich hab das voll im Griff und bin eh vorsichtig“

Als sehr junger Bergfreund habe ich selbst so gedacht (bzw. darüber überhaupt nicht nachgedacht) und Erste-Hilfe-Sets eher immer für ein optionales Extra gehalten. Das hat sich dann allerdings schnurstracks geändert als ich binnen weniger Jahre viermal Situationen am Berg erlebt habe, in denen Erste-Hilfe-Zeug zum Einsatz kam – davon einmal an mir selbst. Das hat mich von der Notwendigkeit des Ganzen ziemlich überzeugt.

Außerdem lernte ich von da an, dass es immer besser ist wenn man lieber zu viel als zu wenig Material dabei hat. So hat bei meinem eigenen Unfall zum Beispiel ein zufällig in der Nähe befindlicher Rettungssanitäter mehrere Rollen Verband als Blutstiller in meinem offenen Schienbein verschwinden lassen, bevor er das Ganze mit einem weiteren Verband umwickelte und (zu meinem Leidwesen) kräftig zusammendrückte. Womöglich war es jedoch gerade dieser kreative Einsatz an reichlichem Material, der mir die eigentlich vorprogrammierte Infektion, der über eineinhalb Stunden unbehandelten Wunde, erspart hat. Die paar Gramm Zusatzgewicht für Verbandsmaterial können sich also durchaus lohnen!

Und noch eine Lektion habe ich gelernt: auf schnelle oder gar sofortige Hilfe per Handyanruf sollte man sich NICHT verlassen – nicht einmal im deutschen Alpenraum. Auch heutzutage gibt es im Gebirge überall Zonen und Winkel, die ohne Netzabdeckung sind.

Befindet sich in solch einer Zone mal ein Verletzter, der sich nicht bewegen kann und von keinem weiteren Gruppenteilnehmer umgeben ist, der Hilfe holen kann, bleibt nur noch das alpine Notsignal. Dieses besteht aus sechs akustischen und/oder optischen Hilferufs-Signalen, die pro Minute ausgesendet werden. Diese Signale verlaufen dabei so, dass eine Minute lang die sechs Signale erzeugt werden, dann eine Minute Pause folgt und danach für eine Minute weitere sechs Signale einsetzen. Eine eventuelle Antwort besteht dabei aus drei Signalen pro Minute.

Auch Signalraketen könnten hier sinnvoll sein und das selbst in alpinen Gebieten, die nicht abgelegen oder einsam sind.Warum? Auch viel frequentierte Bergmassive haben Routen in unübersichtlichem Gelände, mit versteckten Ecken und Winkeln. Im Falle eines Unfalls kann das laute Leuchtgeschoss der entscheidende Hinweis für suchende Retter sein.

„Ab wann“ wird das Erste-Hilfe-Set zur Pflicht?

Mittlerweile habe ich selbst bei leichten Wanderungen, meist auch beim Ausflug zum Klettergarten, das Erste-Hilfe-Set im Rucksack dabei – quasi fest installiert in der Deckeltasche.

Und apropos Klettergarten: erstaunlicherweise scheint es als normal zu gelten, beim Sportklettern KEIN Erste-Hilfe-Set dabei zu haben, obwohl das Verletzungsrisiko dort sicher nicht geringer ist als bei Bergwanderungen. Viele verlassen sich hier wohl darauf, dass im Notfall schon irgendjemand irgendwas dabei haben wird.

Andererseits: klar, wenn man wirklich auf Nummer sicher gehen wollte, müsste man wohl auch beim Radeln in der Innenstadt ein Set dabei haben. Das wäre vielleicht übertrieben, doch bei allen „kleineren“ Unternehmungen ist die Mitnahme eines Erste-Hilfe-Sets eben eine individuelle, subjektive Entscheidung.

Ein wirkliches Argument gegen die Mitnahme eines Erste-Hilfe-Sets gibt es jedenfalls nicht. Nicht einmal der Gewichtseinwand, da die allermeisten Artikel im Erste-Hilfe-Set so wenig wiegen, dass die meisten Bergfreunde den Unterschied, ob sie dabei sind oder nicht, kaum merken.

Bei „richtigen“ Bergtouren und Klettereien, die über einen ganzen Tag und länger hinweg dauern, ist die Sache hingegen klar: kein Erste-Hilfe-Set = fahrlässige Dummheit. Den unverzichtbaren Erste-Hilfe-Bedarf für solche Zwecke schauen wir uns nun einmal gemeinsam näher an:

Der Inhalt der Rucksackapotheke

Die meisten der folgend aufgezählten Dinge sind schon in den kleineren Basic-Sets enthalten. Die etwas größeren Sets hingegen enthalten oftmals viel zusätzliches Material zur Wundbehandlung, an dem man für kleine, einfache Touren durchaus abspecken kann. An anderen Dinge (vor allem an Medikamenten) wird man hingegen aufstocken müssen.

Meist empfiehlt es sich deshalb das gekaufte Set an die persönlichen Bedürfnisse anzupassen und mit einem Einkauf in der Drogerie und Apotheke zu vervollständigen. Manche der entsprechenden Artikel gibt es auch hier im Bergfreunde Shop – neben zahlreichen verschiedenen Erste-Hilfe-Sets für unterschiedliche Bedürfnisse und Reisearten.

Für den Umfang gibt es eine simple Regel: je länger, abgelegener und riskanter/verletzungsträchtiger die Unternehmung, desto umfangreicher die Apotheke. Ihre Zusammensetzung ist vor allem vom Reiseziel abhängig. Wir befassen uns in der folgenden Auflistung „nur“ mit der Ausstattung für Bergwanderungen und alpine Touren. Fernreisen in Dschungel, Wüsten und andere exotische Destinationen erfordern jeweils andere spezielle Zusammensetzungen. Ähnliches gilt für Familienausflüge, bei denen man zwar vermutlich weniger mit großen Wunden, mehr dafür aber mit anderen Dingen wie allergischen Reaktionen oder kleineren Verbrennungen rechnen muss.

Dies wäre eine Auflistung unserer Must-Have-Utensilien, die in der Erste-Hilfe-Tasche nicht fehlen sollten:

  • Verbandsschere: Sie sollte scharf aber nicht spitz sein, denn es kann auch schon mal vorkommen, dass es schnell gehen muss. Die Schere am Taschenmesser oder die Nagelschere im Kulturbeutel kann natürlich auch benutzt werden. Sicherlich ist diese aber nicht steril.
  • Pinzette: Sie eignet sich u.a. zum Entfernen von Splittern. Bei Touren durch viel Wald, Gebüsch und Unterholz lohnt es sich zusätzlich eine Zeckenzange mitzunehmen.
  • Rettungsdecke: Zum Schutz vor Kälte oder UV-Strahlung während des Wartens auf Rettung.
  • Signalpfeife: Für das alpine Notsignal.
  • Sortiment Pflaster (Wundschnellverband): Diese sollte man sortiert in mindestens zwei verschiedenen Größen einpacken.
  • Blasenpflaster: Für kleinere Touren sollten 2-3 Pflaster reichen. Für längere Touren lohnt es sich nochmals an 2-3 weiteren Pflastern aufzustocken.
  • Sterile Wundauflagen/Kompressen: Auch hier reichen für kleinere Touren 2-3 Wundauflagen zum Abdecken größerer Wunden/Verletzungen. Für ernstere Touren sollten jedoch wieder 2-3 mehr eingepackt werden.
  • Tape: 1 Rolle Tape ist perfekt! Tape ist vor allem unentbehrlich, da es auch für Notreparaturen an der Outdoorausrüstung einsetzbar ist.

  • Verbandspäckchen: Für einfache Touren sollte 1 großes und 1 kleines Verbandspäckchen (am besten mit fixierter Wundauflage/Kompresse) im Gepäck sein. Bei größeren Touren sollten zusätzlich 2 elastische Verbandsrollen (möglichst selbstklebend, um leicht fixierbar zu sein und besseren Halt bei beispielsweise verstauchten Knöcheln zu geben) in die Erste-Hilfe-Tasche wandern.
  • Dreiecktuch: Bei einfachen Touren genügt 1 Dreiecktuch zum Stabilisieren von Gelenken und Schienen bei Brüchen. Bei größeren Touren sollte zusätzlich an einem Verbandtuch (Maße 40 x 60 cm) zum Abdecken großflächiger Verletzungen aufgestockt werden.
  • Einmalhandschuhe: und/oder 2-3 Reinigungstücher.
  • Wunddesinfektionsmittel: (Zum Beispiel Alkoholgel oder Alkoholtücher)
  • Kühlmittel: (Voltaren, Biofreeze, o.a.)
  • Schmerzmittel: (Paracetamol, Ibuprofen (wirkt auch gegen Höhenkopfschmerzen))

Extras für große Touren in abgelegenem Terrain:

  • Wundnahtstreifen/Klammerstreifen: Zum Verschließen klaffender (Platz)Wunden, die man ohne Nadel und Faden behandeln muss. Allerdings rollt sich das Gewebe bei größeren Wunden zur Verhinderung von Blutverlust an den Wundrändern ein, sodass sie, wenn überhaupt, nur direkt nach der Verletzung zusammengehalten werden können.
  • Sam Splint Schiene: Zum Schienen von Brüchen. Eine leicht gepolsterte Leichtmetallschiene ist empfehlenswert, da sie sich in fast alle Richtungen biegen lässt.
  • Fieberthermometer: Dieses sollte robust sein, sodass es während der Tour möglichst nicht kaputt gehen kann.
  • Kohletabletten: Besonders hilfreich, wann immer einen Montezumas Rache ereilt. Und das kann bei fremdländischer Küche schneller der Fall sein, als man denkt.
  • Wasseraufbereiter oder -Desinfektion: Hilft, die vorherige Problematik zu umschiffen. Die Tabletten oder Tropfen passen ebenfalls ganz easy ins Erste-Hilfe-Pack.

Für wochenlange Trekkings oder Expeditionen empfiehlt das Bergsteiger-Magazin die Nutzung weiterer Taschen als variablen Stauraum. Dort „finden diverse Medikamente, Hydratationspulver, Wundspülungen (Care Plus) etc. [ihren] Platz.

Optional/Spezialbedarf:

  • Brand- und Wundsalbe
  • Medikament gegen Höhenkrankheit
  • individuell benötigte Medikamente wie zum Beispiel Antihistaminika für Allergiker

Auf den ersten Blick sieht die Liste vermutlich nach ziemlich viel Ballast aus. Wenn man all das allerdings einmal zusammenpackt, dürfte man kaum über 500 g Gewicht kommen. Und zum Vergleich: die größten, für mehrere Verletzte befüllten Sets, in denen weitere Dinge wie Beatmungstuch, Lippenbalsam und Blutlanzetten integriert sind, wiegen um die 850 Gramm.

Rucksackapotheke für größere Gruppen

Der eben genannte Bedarf reicht in aller Regel für kleinere Gruppen bis etwa 4 Personen aus. Einen Unfall trifft oftmals „nur“ ein Gruppenmitglied. Doch man weiß nie, ob der Steinschlag oder der Seilschaftssturz nicht auch mal mehrere Bergfreunde zugleich erwischt.

Meistens ist das Erste-Hilfe-Set auch dann greifbar, selbst wenn derjenige, der es im Rucksack hat, selbst der Verunglückte ist. Natürlich kann man aber auch hier nicht darauf zählen, weshalb man für Gruppen eigentlich nur eine Empfehlung geben kann: je mehr Erste-Hilfe-Sets dabei sind, desto besser. Es dürfte auch besser sein, wenn mehrere Teilnehmer ein kleineres Set bei sich tragen, als wenn einer ein Riesen-Set mit sich trägt.

Last but not least: die Erste-Hilfe-Tasche

Nicht nur der Inhalt, sondern auch die Hülle der Bergapotheke sollte passen. Bei kleinen Sets ist der Nachteil, dass der Inhalt oft in einen Beutel „gestopft“ ist, den man dann im Fall eines Unfalls durchwühlen muss. Die allermeisten Outdoor-Erste-Hilfe-Taschen sind jedoch entsprechend durchdacht. Sie bestehen aus robustem Nylon und sind dank Rundumreißverschluss, wie ein Mini-Koffer, aufklappbar. Die besten Taschen lassen sich mehrfach aufklappen, haben durchsichtige Innentaschen und Fächer, und sind übersichtlich geordnet. Viele Sets lassen sich zudem außen am Rucksack oder am Gurt befestigen, wodurch sie immer gut sichtbar und schnell greifbar sind.

Fazit

Der Überblick soll euch hoffentlich gezeigt haben, dass die Erste-Hilfe-Tasche ein absolut Muss im Outdoor-Gepäck ist. Bevor man an ihr einspart, sollte lieber auf ein anderes Outdoor-Gadget verzichtet werden. Mit gutem Gewissen kann man so auf jeden Fall das bisschen Gramm des Erste-Hilfe-Sets auf seinem Rücken tragen und in einer Notfallsituation entsprechend agieren. Trotz allem Risiko und aller Vorsichtsmaßnahme hoffen wir jedoch natürlich, dass das Erste-Hilfe-Set bei euch nie in einen ernsteren Einsatz kommen muss.

Falls ihr noch Fragen habt, könnt ihr uns diese gerne in den Kommentaren hinterlassen.

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