Bergfreunde

Das Kandersteg Eiskletterfestival 2013…

10. Januar 2013

Sportart

Die Arena in Kandersteg

Die Arena in Kandersteg

2011 und 2012 musste das Eiskletterfestival in Kandersteg ohne Eis auskommen. Auch 2013 sah es erst nach einem reinen Drytooling-Event aus. Doch zur allgemeinen Freude war in den höheren Lagen an den Nordhängen dann doch zumindest etwas Eis zu finden…

Aber nicht nur deswegen war das Festival ein gelungenes Wochenende. Auch in diesem Jahr überzeugte das Orga-Team von Black Diamond die Besucher mit bewährtem Programm. Bei Wettkämpfen, Vorträgen, Workshops und der obligatorischen Party wurde keinem so schnell langweilig.

Vorsicht Kandersteg, die Bergfreunde kommen

Gordan beim Drytoolen

Gordan beim Drytoolen

Die Einwohner von Kandersteg haben sich wohl schon daran gewöhnt, dass am ersten Januar-Wochenende viele Daunenjackenträger mit Eisgeräten im Gepäck den beschaulichen Ort in der Schweiz besiedeln. Denn wenn Black Diamond gemeinsam mit weiteren Sponsoren zum Eiskletter-Festival einlädt, dann pilgern die Eiskletter-Freaks aus nah und fern herbei.

Und obwohl die Eisprognosen hätten besser sein können, zottelte auch ein, mit drei Bergfreunden besetztes Auto in Richtung Bern. Ebenfalls in Kandersteg waren die beiden Gewinner unseres Gewinnspiels, Gordan und Markus, die wir dort trafen.

Wenig Eis und heiße Wettkämpfe in der Arena

Eisreste in der Arena

Eisreste in der Arena

Mittelpunkt des Eiskletter-Festivals ist die Eiskletter-Arena, die allerdings auch in diesem Jahr wieder eher eine Drytooling-Location wurde. Die entstandenen Eisflächen waren in den Tagen vor dem Festival dem warmen Wetter zum Opfer gefallen. Dem Klettereifer hat das allerdings keinen Abbruch getan.

Außerdem bot sich ja die Gelegenheit sich Testmaterial von Black Diamond und Petzl kostenfrei zu leihen. Wie viele andere auch bugsierten wir also die Steigeisen in Risse oder Löcher und hingen an Cobras. Und auch wenn wir stolz waren oben anzukommen, wurde dem geneigten Gelegenheits-Drytooler die eigene Minderleistung bewusst wenn man auf die Wettkampfrouten blickte.

Ines Papert startet beim Finale

Ines Papert startet beim Finale

Immerhin 36 Jungs und 18 Mädels hingen den ganzen Samsatg über in den Qualifikations- und Semifinal-Routen. Im nächtlichen Flutlichtfinale konnte nur Barbara Zwerger aus Italien das Top der Damenroute erreichen. Ines Papert hielt es selbst für machbar, verlor allerdings unterwegs das Eisgerät und konnte sich mit nur einem nicht mehr bis ganz nach oben kämpfen.

Die Jungs hatten eine richtig knackige Finalroute abbekommen und u.a. eine technisch sehr komplexe Traverse zu meistern. Bis zum Top schaffte es neben Markus Bendler nur der Local Patrick Aufdenplatten, der nach 4:36 Minuten als Sieger feststand.

Eisklettern im Nordhang: gerade so möglich

Ein bekletterbares Eisfeld

Ein bekletterbares Eisfeld

Für Freude sorgte die Nachricht, dass die Guides in den höheren Lagen eine Eisfläche fanden – es gab tatsächlich Eis zum Eiskletterfestival.

Mit einigen Seilen garniert waren die Eisfelder am Sonntagvormittag eine passende Location für die Workshops. Wie die Lemminge zogen also zahlreiche Klettermaxen erst zur Bergbahn und anschließend weiter zum Eisfeld.

Ein Bergfreund im Eis

Ein Bergfreund im Eis

Gerade für Anfänger im Eis war es eine Gelegenheit sich von den Bergführern einige Tipps zu holen und die ersten „Schritte“ im gefrorenen Nass zu wagen. Wer wollte konnte auch da wieder Testprodukte von Black Diamond und Petzl ausführen…

Doch auch im Metier Fortgeschrittene bekamen am Sonntag die Chance sich weiter zu verbessern. Gemeinsam mit bekannten Namen aus der Szene wurden in der Arena im Tal Drytooling-Workshops angeboten bei denen es mitunter ans Eingemachte ging.

Onsight-Vorträge und eine Party in der Lodge

Vortrag des Onsight-Gespanns

Vortrag des Onsight-Gespanns

Festes Bestandteil eines Kandersteg-Eiskletter-Festival-Wochenendes sind die Vorträge bekannter Athleten. Dank den Sponsoren konnte dort jeder kostenlos vorbei sehen. Adam Ondra und Pietro dal Pra präsentierten am Freitagabend nach eigenen Angaben einen „OnSight-Vortrag“ (will sagen einen Vortrag der in dieser Form ungeprobt seine Premiere hatte). Die Zuhörer erhielten einen Überblick über die Klettererlebnisse der beiden und warum sie das alles so tun wie sie es tun – ein kurzweiliges Unterfangen.

Stefan Glowacz beim Vortrag

Stefan Glowacz beim Vortrag

Am Samstag berichtete außerdem parallel Stefan Glowacz über seine Expedition im Dreiländereck von Basilien, Venezuela und British Guyana. Gemeinsam mit Holger Heuber und beim ersten Anlauf auch dem bereits verunglückten Kurt Albert schlugen sie sich zunächst gemeinsam mit einheimischen Indianern durch den Urwald. Die anschließende Kletterei in der überhängenden Wand des Tafelbergs Roraima Tepuis konnte allerdings erst im zweiten Anlauf bewerkstelligt werden. Stefans Vortrag punktete sowohl mit tollen Bildern und Videos als auch teilweise sehr persönlichen Einblicken.

Party!

Party!

So gar nicht fehlen darf beim Kandersteg Eiskletter-Festival die Party am Samstagabend. Und so ging es auch in diesem Jahr nach dem Flutlichtfinale nur kurz über die Straße hinein in die Gemni-Lodge.

Eine bunte Mischung aus Eiskletterern, Athleten und sonstigen Gästen feierten munter und bis weit in die Nacht bzw. den Morgen hinein. Und was soll ich sagen…die (Eis-) Kletter-Gemeinde wusste schon immer wie man feste Feste feiert… ;-)

Das Kandersteg Eiskletter-Festival: immer lohnend

Auch wenn in diesem Jahr, wohl wegen den erneut „schlechten“ Wetterbedingungen, etwas weniger Leute als im Vorjahr vor Ort zu sein schienen, war es vor allem wieder eines: ein gelungenes Wochenende für alle die mit Eisgeräten etwas anfangen können. Anfänger und Vollprofis mischten sich untereinander und hatten während dem Klettern, den Vorträgen und auch der Party ein tolle Zeit. Es ist und bleibt einfach so: der Weg nach Kandersteg hat sich bislang immer gelohnt. Auch diesmal!

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