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Über Land und Wasser: Hyphen Sports

9. Mai 2018
Kaufberatung

Hyphen? Wie spricht man das denn aus? „Hüfn“ vielleicht? Die Firma sitzt ja in München und da gibt es viele Kreationen aus dem oberbayrischen Sprachwunderland. Aber nein, es ist Englisch, spricht sich „haɪf(ə)n“ und bedeutet „Bindestrich“. Weil hyphen (ja, klein geschrieben) Wassersport und Bergsport unter einem Dach verbindet. Und weil die Firma bei jedem Produkt das Beste von allem zu einem spitzenmäßigen Ganzen verbinden will. Schauen wir doch mal, wie das gelingt …

Entstehung

Bevor hyphen Sports im Jahr 2001 zum Unternehmen wurde, war es einst ein Elternpaar, das seinen Kindern das Surfen und die Liebe zum Wasser vermitteln wollte. Allerdings wollten sie es so vermitteln, dass die Kinder ungetrübte Freude daran haben konnten. Sie sollten ohne zu frieren im Wasser und ohne die Gefahr von Hautschäden in der Sonne bleiben können. Außerdem sollte die Lösung dieser Herausforderung so wenig Belastung wie möglich für die Umwelt mit sich bringen. Diese Wünsche führten zu einer langen und komplizierten Forschungsreise, die wiederum zu völlig neuartigen, wassertauglichen und kinderfreundlichen Textilien führte. Diese sind mittlerweile heiß begehrt und die Eltern Christiane Hess und Peter Reinschmidt Geschäftsführer eines erfolgreichen Familienunternehmens.

Seit 2013 verschreibt sich hyphen sports auch dem Bergsport und das mit der gleichen Akribie und Hingabe, wie es zuvor beim Wassersport geschah. Auch hier spielt der UV-Schutz eine große Rolle, denn bekanntlich trifft umso „härtere“, potenziell gefährlichere Sonnenstrahlung auf die Haut, je höher man sich befindet.

Besonderheiten

Die Firma und ihre Produkte sind in vielerlei Hinsicht besonders. Wirklich einzigartig dürfte der bislang für unmöglich gehaltene Spagat zwischen kompromisslos funktionaler, komplett nachhaltiger und dennoch bezahlbarer Kleidung sein. Besonders bei der Surf- und Wassersportbekleidung wird dabei immer auch an den Nachwuchs gedacht – und das mit Erfolg, wie Christiane Hess erklärt:

„Die Kinder akzeptieren es nicht nur angezogen zu sein, sondern sie fühlen sich wohl, weil ihnen die Sachen super gut gefallen.“

Doch auch bei der allroundtauglichen Skitourenkleidung geht man mit sehr viel Umsicht und Sorgfalt zu Werke. Schon beim Entwurf jedes Kleidungsstücks sind Bergführer und professionelle Bergsteiger wie Christian Stangl beteiligt. Sie machen sich um jede einzelne Naht Gedanken und testen das Material ausführlich.

Künftig wird der Fokus von hyphen sports nicht mehr „nur“ auf Skitouren liegen. Ab der Herbst/Wintersaison 2018 wird die Produktpalette vielseitiger und verstärkt auf den Sommer-Bergsport ausgerichtet sein. Dabei wird nicht nur das Sortiment verbreitert, sondern auch originelle, eigene und teils neuartige Lösungen präsentiert. Das fängt mit unkonventionellen Materialien wie c-change von Schoeller an und hört jedoch bei strategisch platzierten Isolationspads noch lange nicht auf.

Glaubwürdige Nachhaltigkeit – fair und transparent

Wenn man die Nachhaltigkeit der Firma hyphen sports in eine griffige Formel packt, lautet sie in etwa so:

95% Made in Europe, 100% PFC-frei, 100% Materialien aus Europa.

Das Nachhaltigkeitskonzept von hyphen ist umfassend, glaubwürdig, nachprüfbar und sprichwörtlich zum Anfassen. Hier gibt es keine outgesourcten und anonymen Marketingabteilungen, sondern verantwortlich handelnde Menschen, die persönlich sichtbar und ansprechbar sind.

Regionaler Bezug

Als wichtiges Element der Nachhaltigkeit wird der regionale Bezug zur Alpenheimat konsequent und glaubwürdig gelebt. Dies kommt nicht nur in Namen, Logos und Motivprints der Kleidungsstücke zum Ausdruck, sondern auch in allen weiteren Aspekten und Aktivitäten. Der Begriff „regional“ wird auch nicht allzu eng gefasst, denn er schließt die ganzen (Ost)Alpen und ein Stück von Kroatien, wo sich die Produktionsstätte von hyphen befindet, ein.

Dass möglichst alle Stoffe aus Europa stammen, ist oberste Prämisse bei der Materialwahl. Die Umsetzung gelingt zu 95%, denn abgesehen von den Reißverschlüsse von YKK wird fast alles auf diesem Kontinent produziert. Ein Großteil dieser Produktion befindet sich nach heutigen Maßstäben quasi gleich um die Ecke: in Mursko Sredisce, einer Kleinstadt in der traditionsreichen Textilregion im Norden Kroatiens. Im dortigen Werk kennt Andreas Schreilechner, Chefentwickler bei hyphen „jede Näherin beim Vornamen“. Die relative Nähe bringt auch eine hohe Flexibilität und andere praktische Vorteile mit sich.

Wie schon erwähnt verzichtet hyphen vollständig auf den Einsatz umweltschädlicher und nicht recyclingfähiger Stoffe wie PFOA. Auch einfache T-Shirts bestehen nicht aus einer weit entfernten Baumwolle, sondern aus Tencel. Diese „Naturkunstfaser“ wird für das Unternehmen von der österreichische Firma Lenzing aus Zellulosefasern produziert.

Die Regionalität setzt sich selbst bei den Modellbezeichnungen fort. Dass man hierfür die Namen irgendwelcher Gipfel und Bergketten hernimmt, ist in der Outdoorbranche gang und gäbe. Doch bei hyphen hat die Sache einen ganz realen Bezug, denn die Namen nennen jene Alpengipfel und -gebiete, an und in denen die Teile getestet wurden.

Sogar der Vertrieb der fertigen Produkte beschränkt sich auf Deutschland und den Alpenraum.

Wirklicher UV-Schutz

Kleidung mit hohen UV-Schutzfaktoren gibt es von vielen Herstellern. Doch nicht immer entspricht die angegebene Schutzfunktion den tatsächlichen Werten. Vor allem, wenn die Textilien Dehnung und Nässe ausgesetzt sind, verlieren sie einen Großteil ihrer Sonnenschutzwirkung. Unabhängige Test haben jedoch bewiesen, dass hyphen Textilien zuverlässig die höchsten UV-Schutznormen erfüllen, die es gibt. Und wie schaffen sie diesen maximalen Schutz zu übertreffen?

Zum Beispiel indem in die flüssige Spinnmasse der Kunstfaserstoffe schon Titandioxid für den UV-Schutz eingeschmolzen wird. Daraus entstehen hochfeine Garne, die die Ausgangsbasis für besonderen Schutz und hohen Tragekomfort sind. Für diese Umsetzung kommen zusätzlich noch hochkomplexe Maschinen zum Einsatz, die für eine besondere Dichte bzw. besonders feine Maschen des Materials sorgen.

Neuer Fokus auf Skitouren und Bergsport

Im Ski- und Bergsport sind die Münchener zwar noch relativ neu, doch den Einstieg haben sie genau so überzeugend gemeistert wie schon zuvor im Wassersport-Bereich. Dafür war und ist ein extrem fundiertes Know-how nötig, das aus einer starken Verbindung von Bergsport-Praxis und Erfahrung aus der Textilindustrie entsteht. Bei hyphen sports verkörpert vor allem das Team um Entwickler Andreas Schreilechner dieses Know-how.

Die Entwicklung der Bekleidung wird anders als bei vielen Marken nicht von einem anvisierten Endpreis oder anderen betriebswirtschaftlichen Zielgrößen bestimmt. Selbst die grundlegenden Stoffbahnen der Kunstfasertextilien werden nicht als Massenware in Fernost, sondern handverlesen und teils eigens für hyphen produziert. So bekommen viele der Kleidungsstücke schon „von Grund auf“ eine außergewöhnliche Funktionalität. An keiner Stelle im Produktionsprozess steht die Kostenersparnis über der Performance des Endprodukts. Materialien und Ausstattungsdetails werden ausschließlich nach funktionalen Kriterien entworfen und ausgewählt. Die „Prototypen“ werden dann von den beteiligten Bergsportlern bis auf den letzten Quadratzentimeter Stoff getestet.

Gute Preise, gute Aussichten

Solche Liebe zum Detail führt normalerweise zu sehr hohen Verkaufspreisen für die Kunden. Nicht so bei hyphen Sports, wo High End Produkte durchaus im preislichen Mittelfeld einpendeln. Das ist nur möglich, wenn eine Firmenphilosophie in höchstem Maße von Vernunft und Ethik getragen wird. Wir sind begeistert und uns sicher, dass hyphen Sports auf diese Weise weiterhin Erfolge feiern wird.

Gewinnspiel The North Face Mountain Festival 2018

Win: Mit den Bergfreunden zum Mountain Festival

30. April 2018
Die Bergfreunde

Es gibt ja so Events, von denen erzählt man jedem. Ständig. Erzählt, wie ultra cool es war, wie viel Spaß man hatte und dass man da auf jeden Fall wieder hin muss. Der Titel des Beitrags verrät es schon: Das Mountain Festival von The North Face war eines dieser Events. Und ja: Wir fahren auch dieses Jahr wieder hin. Und du kannst mit! Was Du dafür tun musst, wollen wir dir hier verraten…

Oh, sweet Memories!

Paragliding, Canyoning, Wandern, Bergsteigen, Trailrunning, Kayaking, Partying, Camping – gerade für alle Festivalkenner unter euch Outdoorern sollte das Mountain Festival eigentlich ein Pflichttermin sein. Vereint es doch alles, was man für ein dementsprechend gelungenes Wochenende braucht: Berge, inspirierende Vorträge und Party mit guter Musik. Teilweise bis spät in die Nacht. Dementsprechend geschafft waren wir auch nach diesen vier Tagen im schönen Lauterbrunnen. Die ganze Geschichte könnte ihr übrigens in unserem Blogartikel zum Mountain Festival 2017 nachlesen.

Tschau Schweiz, ciao bella Italia!

Wo geht die Reise 2018 hin? Lauterbrunnen ist – leider – nicht mehr der Austragungsort des Mountain Festivals. Stattdessen hat The North Face aber einen neuen Kracher im Angebot: Mit Courmayeur dürfen wir in diesem Jahr im Aostatal unsere Zelte aufschlagen. Im Schatten des großen Mont Blanc. Der liegt nämlich nur 10 km entfernt und bietet eine ebenso beeindruckende Kulisse, wie die hohen Steilwände im Lauterbrunnental.

Das genaue Programm ist bis dato noch nicht bekannt, dürfte aber ähnlich ausfallen, wie in den letzten Jahren. Du scharrst jetzt schon mit den Hufen und kannst es wie wir kaum abwarten? Dann sichere dir hier 2 x 2 Karten und verbringe ein unvergessliches Wochenende mit deinem besten Bergfreund bei einem der coolsten Events diesseits des Äquators (ok, vielleicht übertreiben wir hier ein bisschen. Aber es war und wird wirklich ziemlich cool!).

Herrgott, …zefix, was muss ich denn jetzt genau tun?

Also gut, kommen wir zum Eingemachten: Wie auch im letzten Jahr, gibt es einen Fotowettbewerb. Teilnehmen ist relativ einfach: Wir wollen ein Bild von dir und deinem besten Bergfreund – bestenfalls ein Mensch, denn wir haben ja zwei Tickets. Und so gehts:

  1. Bild auf Facebook oder Instagram posten
  2. Tagge uns mit @Bergfreunde.de (Facebook) oder @bergfreundede (Instagram) UND dem Hashtag #mountainfestival2018 
  3. Alle Postings, die bis zum 31.05. das Licht der Welt erblicken, nehmen automatisch teil.
  4. Am 31.05. werden die Gewinner per Los ermittelt.

Hier könnt ihr die ausführlichen Teilnahmebedingungen nachlesen. Wir freuen uns auf eure Schnappschüsse!

Richtig(e) betten auf Touren: Kaufberatung Schlafsäcke

23. April 2018
Kaufberatung

Daune oder Kunstfaser? Mumienform oder Deckenform? Solche existenziellen Fragen treiben den Menschen seit jeher um. Vor allem dann, wenn er bei durchfrorenen Nächten in einem unpassend geschnittenen und isolierten Schlafsack viel Zeit zum Grübeln hat. Dann heißt es meist: „Wie hätte ich diesen verf … lixten Sch … lamassel bloß verhindern können?!?“ Wir sagen aber: Nicht verzagen, Bergfreunde fragen! Hier kommt die wirklich letzte Schlafsackberatung, die ihr braucht:

Der Verwendungszweck

Vielleicht hat man ja beim Kauf die falschen Fragen gestellt. Oder der Verkäufer hatte nicht die richtigen Antworten. Die erste Kundenfrage lautet jedenfalls meistens: „Welchen Schlafsack brauche ich?“. Der gute Schlafsackverkäufer antwortet dann immer mit der Gegenfrage: „Wohin willst du denn damit gehen?“. Das kann, muss aber nicht unbedingt etwas mit persönlichem Interesse an den Reiseplänen zu tun haben. Vielmehr geht es darum, den Einsatzbereich und Verwendungszweck des Schlafsacks einzugrenzen.  Je nachdem, ob es „Mexiko, rumreisen“, „Alpen, fernwandern“ oder „Norwegen, paddeln“ heißt, kommen dann völlig verschiedene Modelle infrage. Denn leider gibt es „den Einen“ für all das zusammen nicht.

Die weiteren Fragen des Verkäufers lauten dann vermutlich in etwa so:

„Was ist dir am wichtigsten? Soll er vor allem warm sein? Leicht? Komfortabel und geräumig? Nässeunempfindlich? Klein komprimierbar? Oder gar mehrere von diesen Eigenschaften?“

Letzteres ist nicht unmöglich, aber abhängig vom Budget. Ausgefeilte Technik in hoher Verarbeitungsqualität bekommt man nicht im Discounter. Wenn also als letzte Frage hinzu kommt: „Wie viel bist du bereit auszugeben?“, dann hat man gute Chancen, den individuell passenden Idealschlafsack herauszufiltern.

In diesem Filterverfahren klärt sich meist auch schon automatisch die Kernfrage „Daune oder Kunstfaser?“ – eine Entscheidung, die auch dadurch verkompliziert wird, dass es bei beiden ein weites Qualitätsspektrum gibt. Das bedeutet, dass die eigentlich leistungsfähigere, sprich „hochwertigere“ Daune in einer schwachen Ausführung durchaus von den besten Kunstfasern überholt werden kann. Das spiegelt sich dann auch im Preis wider, wo hochklassige Kunstfaserschlafsäcke durchaus teurer sein können als einfache Daunenmodelle.

Am besten hangelt man sich eine Liste an Kriterien entlang und ordnet diese nach den eigenen Prioritäten. Dazu schauen wir uns die Kriterien an, die für alle Outdoorer mehr oder weniger wichtig sind:

Die Form

Dieses Kriterium klärt sich meist am schnellsten. Sobald es auf Packmaß, Gewicht und Wärmeleistung ankommt, bleiben nur noch die Mumienform (von den Schultern zu den Füßen schmaler zulaufend) und, mit Einschränkungen, die Eiform (breiter im Hüft- und Kniebereich) übrig. Die Deckenform (rechteckig) ist eher für den Indoor-Einsatz gedacht – für Wohnmobile, Ferienhäuser oder zuhause als „Gästebett“.

Die Mumienform hat den engsten und dadurch am schnellsten aufgewärmten Innenraum und kommt mit dem wenigsten Material aus. Die Eiform bietet mehr Platz und Komfort, was aber durch mehr Gewicht und Volumen sowie schlechtere Isolationsleistung bezahlt werden muss. Für korpulentere und breiter gebaute Outdoorer kann die Eiform dennoch auch vom funktionalen Aspekt her die beste Wahl sein.

Die Temperatur

„Wie warm ist der?“, „Wie warm muss er sein?“ Auch diese Fragen hört man so oder so ähnlich fast immer. Praktischerweise haben wir für deren Beantwortung schon einen Artikel geschrieben. Fassen wir diesen hier nochmal in der vereinfachten Kurzversion zusammen und gehen dabei davon aus, dass du eine durchschnittlich kältefühlige Person bist:

Überlege dir, welche Tiefsttemperaturen auf deinen geplanten Touren nachts zu erwarten sind und wähle dann einen Schlafsack, der diese Temperatur als Komforttemperatur ausweist. Nicht als Komfort-Limit und schon gar nicht als Extremtemperatur. Die genannten drei Werte sind bei jedem Schlafsack angegeben. Die Komfort-Limit-Temperatur wird zwar gern als „Einsatzbereich“ genannt, stellt jedoch dessen unteres Ende dar, dass sich nur unter allerbesten Bedingungen mehr nach Komfort als nach Limit anfühlt. Wird gar die Extremtemperatur erreicht, wird es voraussichtlich eine Nacht werden, über die du hinterher ein Bergdrama schreiben kannst.

Da die Temperaturangaben bei fast allen Herstellern weltweit einheitlich nach einer EU-Norm ermittelt werden, sind sie auch einigermaßen vergleichbar und zuverlässig. Für die eigenen Überlegungen heißt das: nur wenn die Umgebung nicht kälter als die Komforttemperatur ist, wirst du in dem Schlafsack auch bei suboptimalen Bedingungen erholsam schlafen können.

Meist kategorisiert man je nach vorgesehenem Temperaturbereich:

  • Sommerschlafsäcke: Komforttemperatur oberhalb von 12°C
  • Drei-Jahreszeiten-Schlafsäcke: Komforttemperatur bis etwa 0°C
  • Winterschlafsäcke: Komforttemperatur deutlich unter 0°C

Die genannten Temperaturwerte sind nur geschätzt, denn die drei Schlafsackkategorien sind nicht trennscharf voneinander festgelegt. Wichtig zu wissen: die Kategorie „Drei Jahreszeiten“ deckt den Großteil des Outdoorer-Bedarfs ab, da sie für klassische Aktivitäten wie sommerliche Berg- und Hochtouren in den Alpen oder sommerliches Trekking in Norwegen und Lappland geeignet ist.

Wer es deutlich wärmer braucht und nach den richtig dicken Kalibern Ausschau hält, wird merken, dass es bei diesen Schlafsäcken nur eine Temperaturangabe vom Hersteller gibt oder sie gar ganz fehlt. Das liegt daran, dass das Euronorm-Testverfahren nur bis zu einer bestimmten Füllmenge funktioniert. Bei Schlafsäcken mit großer Füllmenge lässt sich damit keine genaue Komforttemperatur ermitteln. Man muss sich dann auf die alternative Angabe der Hersteller verlassen – was in den meisten Fällen auch kein Problem ist, da in diesem Temperatur- und Preissegment eigentlich nur seriöse Hersteller produzieren, die einen Ruf zu verlieren haben.

Das Gewicht und Packmaß

Das Gewicht muss natürlich immer im Zusammenhang mit der Temperaturleistung des Schlafsacks bewertet werden. Es hängt vor allem von Masse, Qualität und Verarbeitungsweise des Füllmaterials, sowie der Hülle ab. Da das Füllmaterial den größten Anteil hat, kommt hier die Daune-Kunstfaser-Diskussion zum Zug. Allerdings sind die Feinheiten dieser Diskussion angesichts der vielen Techniken sowohl bei Daune, als auch bei Kunstfaser komplex genug um ein Buch zu füllen. Wir haben dazu schon zwei Artikel gefüllt, die wir hier kurz zusammenfassen, um die beiden Materialien miteinander zu vergleichen (die Links zu den Artikeln folgen gleich):

Daune

Je größer und „kräftiger“ die Daune, desto höher ihre Bauschkraft. Und je höher die Bauschkraft, desto weniger Daune wird für die gleiche Isolationsleistung benötigt – und desto leichter ist der Schlafsack gemessen an seiner Wärmeleistung. Die Bauschkraft wird gemessen, indem eine standardisierte Menge Daunen mit einem Standardgewicht zusammengedrückt wird. Das Volumen, auf das sie sich nach dem Entlasten wieder „zurückbauscht“, gibt den Wert der Bauschkraft an.

Es wird in Kubikzoll (Cubic Inch) gemessen, weshalb der Bauschkraft- oder Fillpower-Wert „Cuin“ genannt wird. Daune mit einem Wert ab 600 Cuin aufwärts gilt als solide bis gut. Ab einem Wert von 700 Cuin wird es schon richtig hochwertig, und bei 800 Cuin ist man im absoluten Highend-Bereich angekommen. Zwar ist die Messung des Cuin-Werts ähnlich normiert wie die  Temperaturangabe, doch unterscheidet sie sich  zwischen Europa und Nordamerika.

Was in Europa als 650 Cuin gemessen wird, dürfte in Nordamerika einen Wert von mindestens 700 Cuin bekommen. Deshalb können sich zwei Schlafsäcke trotz gleicher Cuin-Angabe unterschiedlich „prall“ anfühlen. Der Schlafsack mit etwas weniger „gefühlter Power“ trägt dann vermutlich ein nordamerikanisches Logo. Dieser Messunterschied bedeutet aber keineswegs, dass nordamerikanische Schlafsäcke „schlechtere Daunen“ hätten. Man sollte nur einen entsprechend höheren Cuin-Wert ansetzen.

Eine weitere wichtige Angabe ist das Verhältnis von Daunen zu Federchen. Es gibt fast keinen Schlafsack, der reine Daune ohne „Stützfedern“ enthält. Die Federbeimischung dient allerdings anders als meist angenommen weniger der Stützung der Daunen, sondern eher der Wirtschaftlichkeit der Produktion. Bei großen Gänsedaunen verschlechtern die Federn sogar massiv den Bausch und erhöhen das Gewicht überproportional. Da reine Daune aber kaum zu bezahlen ist, haben fast alle Daunenschlafsäcke einen Daunen-Feder-Verhältniswert angegeben. Vor dem Schrägstrich steht der relative Daunenanteil, hinterm Schrägstrich der Federanteil: es gibt Verhältnisse von 70/30; 80/20; 90/10 oder, bei Highend-Schlafsäcken Werte um 95/5. Je mehr Daune, desto besser.

Damit zu den allgemeinen Vor- und Nachteilen:

Ein kleines Packmaß und ein geringes Gewicht machen sich tagsüber beim Transport im Rucksack angenehm bemerkbar. Das natürliche Körperklima und der weiche Griff sorgen nachts für hohen Schlafkomfort. Bei sachgerechter Schlafsackpflege freut man sich über die lange Lebensdauer der Daunen auch bei häufigem Einsatz.

Daune ist empfindlicher gegen Nässe und Feuchtigkeit, sie fällt in sich zusammen und isoliert nicht mehr. Allerdings wird in diesem Punkt oft übertrieben, fast so, als ob Daune wie Zuckerwatte wäre. Der Schlafsack muss schon direkt beregnet werden oder es muss starken Tau geben, damit die Daunen wirklich in die Knie gehen. Selbst wenn es keine Gelegenheit zum Lüften und Trocknen gibt, kann man auf Schlafsäcke mit imprägnierten Daunen und wasserdichter sowie atmungsaktiver Außenhülle zurückgreifen. Diese haben natürlich wiederum ihren Preis.

Alles weitere hierzu erfährst du in der Kaufberatung Daunenschlafsäcke.

Kunstfaser

Auch hier ist ausschlaggebend, dass möglichst wenig Material möglichst viel Luft einschließt. Die meisten Kunstfasern sind zu komplexen Vliesen und Matten aus Spiralen oder Filamenten verarbeitet und haben eine oder mehrere Hohlkammern. Bei Kunstfaserfüllungen erreichen meist die etwas komplexeren Verarbeitungen (wie die mehrlagige Schindeltechnik) bessere Wärme-Gewichts-Verhältnisse als einfache Konstruktionen (wie die simpel eingenähte Ein-Lagen-Technik).

Kunstfaser isoliert und wärmt auch noch bei Nässe. Wenn auf einer Tour wirklich ständiger Regen zu erwarten ist, sollte man der Kunstfaser den Vorzug geben. Der günstigere Anschaffungspreis ist ein weiterer Vorteil, der sich aber auf lange Sicht durch die meist geringere Haltbarkeit relativiert.

Kurzfristig ist Kunstfaser tatsächlich widerständiger gegen rustikale Behandlung (z.B. durch verschüttete Getränke oder ständig auf den Schlafsack latschende Leute bei Festivals). Kunstfaser ruft im Gegensatz zur Daune so gut wie nie allergische Reaktionen hervor. Und, last but not least, gibt es bei Kunstfaser keine direkte Verbindung zur Tiere verwertenden Industrie, was (nicht nur) für Veganer ein wichtiger Punkt ist. Allerdings ist von solchen stark ethischen Standpunkten aus auch die petrochemische Industrie keine wirkliche Alternative …

Bei gleicher Temperaturleistung hat auch die beste Kunstfaser noch ein höheres Gewicht und größeres Packmaß als die einfache Daune. Auch die Haltbarkeit ist langfristig gesehen nicht vergleichbar: während Daune durch eine sachgerechte oder gar professionelle Reinigung „wie neu“ bleiben kann, sind einmal eingedrehte oder durchlöcherte Kunstfasersegmente definitiv beschädigt. Reinigung und Pflege sind bei Kunstfaser deutlich einfacher und schneller erledigt. Allerdings können Kunstfaserfüllungen anders als Daune auch nicht nachgefüllt oder ausgetauscht werden.

Exkurs: Daune vs. Kunstfaser bei sehr warmen Schlafsäcken

Was kaum jemand beachtet: bei sehr „warmen“ Schlafsäcken schießen Packmaß und Gewicht bei den Kunstfasermodellen quasi durch die Decke. Während es den Kunstfasersack bis etwa null Grad Komforttemperatur durchaus noch mit rucksacktauglichem Gewicht und Packmaß gibt, ist das Modell mit minus zehn Komfort plötzlich ein 2-Kilo-Koloss, der den halben Kofferraum füllt. Wieso das? Nun, die zusätzliche Kunstfasermenge schafft – auch bei den besten Fasern – nicht in gleichem Maße mehr Wärme. Deshalb muss für wenige Grad Extrawärme jede Menge zusätzliches Füllmaterial her.

Bei Daune verläuft dieser Temperaturgradient günstiger: hier reicht viel weniger an Zusatzmaterial für den gleichen Zugewinn an Isolation. Ein Daunenschlafsack mit minus zehn Komfort kann deshalb ohne Probleme rucksacktauglich ausfallen. Hier hat Daune also einen weiteren Vorteil.

Alles weitere hierzu erfährst du in der Kaufberatung Kunstfaserschlafsäcke.

Komfort

Der Komfort hängt nicht nur von der Füllung und ihrer Wärmeleistung, sondern auch vom Platzangebot und vom Material des Innenbezugs ab. Letzteres beeinflusst ebenfalls das Feuchtigkeits- oder Trockenheitsgefühl sowie zu einem kleinen Teil auch das Temperaturempfinden. Dabei spielen auch persönliche Vorlieben eine Rolle: die Einen mögen lieber einen seidigen Griff, die anderen einen eher textilen, „stoffigen“ Griff. Letzteren bietet vor allem die Baumwolle, die aber aus funktionellen Gründen als Innenbezug eines Outdoor-Schlafsacks ungeeignet ist.

Ebenfalls entscheidend für den Komfort sind natürlich Länge und Passform des Schlafsacks. Als beste Passform für den Berg- und Outdooreinsatz haben wir ja bereits die Mumie ausgemacht. Obwohl sie die Engste ist, kann sie mit ein paar richtigen Detailentscheidungen durchaus komfortabel ausfallen. So sollte man  den Schlafsack im Zweifelsfall lieber ein paar Zentimeter „zu lang“ nehmen, anstatt wegen ein paar Gramm Gewichtsersparnis jede Nacht mit den Zehen anzustoßen. Apropos Zehen: eine vorgeformte Fußbox ist ein echter Pluspunkt. Sie funktioniert auch für Seitenschläfer, da man den Schlafsack, wenn er gut sitzt, bei den Bewegungen im Schlaf „mitnimmt“.

Die „richtige“ Seite des Reißverschlusses ist eine rein subjektive Frage und spielt eigentlich nur eine Rolle, wenn zwei Schlafsäcke zu Einem gekoppelt werden sollen. Wichtig ist vor allem, dass der Reißverschluss bei „warmen“ Schlafsäcken innen mit einer gefütterten Wärmeleiste abgedeckt ist.

Ausstattung

Wo wir schon bei den Reißverschlüssen sind: die sollten neben der genannten Wärmeleiste am besten auch noch einen Klemmschutz (meist ganz einfach eine kleine, etwas steifere Stoffbahn) haben, damit sie angenehm rund laufen. Ein verkürzter RV, der nur bis zu den Knien reicht, ist zwar weniger komfortabel beim Ein- und Ausstieg, verbessert aber die Wärmeleistung bei Verringerung des Gewichts. Sinnvoll wenn Gewicht, Wärmeleistung und Packmaß an oberster Stelle stehen.

  • Kapuze: Bei einem berg- und outdoortauglichen Sack muss es ganz klar eine vorgeformte Konturkapuze sein, die sich bis auf ein Atemloch verschließen lässt, ohne dabei auf den Kopf zu drücken oder zu spannen.
  • Wärmekragen: Sehr nützlich, wenn bei Temperaturen unterhalb von etwa 5 Grad plus geschlafen wird. Und das wird es in so gut wie jedem Outdoorer-Leben. Besser ein paar Gramm extra tragen, als nicht einschlafen zu können, weil dieser empfindlich kalte Luftzug an Hals und Brust nervt. Und bei großem Gefälle zwischen Innen- und Außentemperatur reichen schon wenige Zentimeter offener Kragen, um solch einen Luftzug zu erzeugen.
  • Innentasche(n): Sehr angenehm, wenn man einen Socken trocknen oder einen Kameraakku warmhalten will. Auch ein kleiner Taschenofen lässt sich an der oft am Fußende vorhandenen Innentasche unterbringen.

Woran erkennt man nun „gute Schlafsäcke“? Ein paar Durchschnittswerte und Anhaltspunkte

Was sind nun „gute“ Werte bei Gewicht, Packmaß und Co.? Ganz einfach: der Schlafsack, der mit einer Komforttemperatur von null Grad das kleinere Packmaß und das geringere Gewicht aufweist, ist der Bessere. Wenn er dazu noch aus robustem Ripstop-Nylon und anderen wertigen (Marken)Materialien besteht, umso besser. Bei der Kunstfaserfüllung sollten definitiv Markenfasern verarbeitet sein, wenn man verlässliche Qualität möchte: Primaloft, Thermo ProLoft von Deuter, Spirafil von Marmot oder MTI 13 von Mammut sind einige bekannte Beispiele. Dort ist auch eine gute Silikonbeschichtung gewährleistet, die sich ansonsten nicht von außen überprüfen lässt. Die Beschichtung bestimmt maßgeblich die Langlebigkeit eines Kunstfaserschlafsacks.

Qualitativ hochwertige Kunstfaserverarbeitungen sind die Material sparende Schindeltechnik oder die nur einseitige Laminierung zur Vermeidung von Kältebrücken. Ein Beispiel für einen Kunstfaserschlafsack mit spitzenmäßigen Leistungsdaten ist der Hyperlamina Spark von Mountain Hardwear.

Bei Daune spielen wie erwähnt der Cuin-Wert und das Mischverhältnis die Hauptrollen bei der Beurteilung der Qualität. Beispiele für hochklassige und weithin bewährte Daunen-Allrounder sind die Neutrino Serie von Rab oder die Schlafsäcke von Sir Joseph als nicht ganz so bekannter „Geheimtipp“.

Robustheit und Haltbarkeit

Wenn das Einzige was gepflegt wird, ein achtloser Umgang ist, sollte man es bei preiswerten Kunstfaserschlafsäcken belassen. Die stecken, besonders wenn es bei feuchten Campings weniger pfleglich zugeht, die robuste Behandlung besser weg. Allerdings nicht lange, denn wenn Kunstfasern einmal „ermüden“ sind sie wirklich hin – sie isolieren dann weit schlechter als im Neuzustand. Die über die Jahre vielfach zusammengedrückte Daune kann hingegen durch eine sachgerechte Wäsche regelrecht wiederbelebt werden.

Der eigene Beitrag: Schlafsackpflege und -Wäsche

Eigentlich ist das mit der Pflege und Haltbarkeit gar nicht schwer. Man kann schon auf Tour damit beginnen, indem man den Schlafsack morgens vor dem Zusammenpacken etwas ausschüttelt und lüftet. Ein paar Minuten Sonne tun dabei immer gut, aber bitte nicht zu viel UV-Strahlung, da das die Materialien angreift.

Beim Einpacken wird der Schlafsack dann übrigens NICHT gerollt oder gefaltet, sondern gestopft. Knick oder Druck mit Drehimpuls ist so ziemlich das Schlimmste, was man Fasern und Daunen antun kann. Leider ignorieren das auch manche Hersteller, die ihre Schlafsäcke industriell so verpacken, dass sie eingerollt beim Kunden ankommen. Kein Wunder, dass noch immer der Glaube vorherrscht, man solle Schlafsäcke am besten rollen …

Auch zuhause sollte dann weder gestopft noch gerollt werden. Hier ist die Aufbewahrung in einem großen Baumwoll- oder Netzsack besser. Je mehr Platz die Füllung hat, desto länger ihre Lebensdauer.

Gewaschen werden sollte ein Schlafsack so selten wie möglich. Man sollte während der Nutzung durch lange Kleidung bzw. Thermounterwäsche dafür sorgen, dass möglichst wenig Schweiß und Dreck in den Schlafsack gelangt. Wenn es dann doch einmal nötig wird, helfen unsere Tipps und Tricks für die Pflege von Schlafsäcken weiter.

Das Ganze kostet allerdings gerade bei Daunenschlafsäcken einiges an Zeit und Energie und beinhaltet so einige Möglichkeiten für Fehler und Pannen. Gerade bei teuren Schlafsäcken empfiehlt sich eher die professionelle Reinigung. Daune und Hülle werden hier separat gewaschen, da Daune idealerweise andere Waschtemperaturen braucht als das technische Gewebe der Hülle. Der bekannteste Reinigungsprofi ist das Outdoor Service Team. Nicht nur die Daune, sondern der ganze Schlafsack kommt hier in vielen Fällen wie neu zurück. Das Ganze ist nicht unbedingt billig, doch angesichts des Aufwands für die Pflege daheim sollte man das Geld mit der gesparten Zeit und Energie gegenrechnen.

Fazit

Den „genau richtigen“ Schlafsack zu finden kann fast so kompliziert sein wie das „richtige“ Auto. Doch mit unseren nun insgesamt drei Suchanleitungen im Zusammenspiel sollte dir ein ziemlich genauer Treffer gelingen. Dann kann man vor dem seligen Einschlummern noch ein wenig über existenzielle Fragen philosophieren – statt mit existenziellem Kampf gegen die Kälte beschäftigt zu sein.

Skandinavische Outdoor-Marken in der Übersicht

18. April 2018
Kaufberatung

Inhaltsverzeichnis

Skandinavien und Outdoor: dieses Begriffspärchen gehört einfach zusammen. Rondane oder Hurrungane, Sarek oder Kebnekaise sind klingende Namen in den Ohren eines jeden Outdoor-Träumers. Vor Ort gibt es von diesen auch jede Menge, denn zwischen Skaggerak und russischer Tundra ist das Draußensein eine weit verbreitete Lebenseinstellung, die mit Stil und Hingabe gepflegt wird.

In Norwegen, wo laut Umfragen fast 90% der erwachsenen Bevölkerung zu den Outdoorbegeisterten zählen, erklimmt man zackige Gipfel hoch über dem Fjord und überquert Plateaugletscher mit Skiern. In Schweden zieht man mit oder ohne Hundeschlitten durch die Weite und in Finnland wird genüsslich sauniert und eisgebadet. Schnee, Regen, Kälte, Wind und Dunkelheit zählt man dabei nicht als Gründe, kürzer zu treten. Wie sollte das auch gehen – gemütlich wie am Sonnenstrand ist es eher selten.

Gut, vielleicht war jetzt das eine oder andere Klischee dabei, doch dass man sich in Skandinavien gern und viel in der traumhaft schönen Natur aufhält, ist unbestritten. Tatsächlich ist das Draußensein vor allem in Norwegen eine regelrechte Staatsphilosophie, die weit über die Gelegenheits-Naturverbundenheit von uns Mitteleuropäern hinausgeht: Friluftsliv heißt die institutionalisierte Outdoorbegeisterung, die sogar an der Uni studiert werden kann.

Angesichts des rauen Klimas ist das Ganze jedoch weit mehr als bloßes Freizeitvergnügen, es geht auch um die pure Notwendigkeit der Anpassung. Schließlich will kaum jemand den fast ein halbes Jahr dauernden Winter eingeschlossen im Zimmer verbringen. Das allseits bekannte Motto: „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung“ stammt nicht umsonst aus Skandinavien. Da ist es auch kaum verwunderlich, dass es im europäischen Norden so eine große Zahl an Herstellern gibt, die die „richtige“ Kleidung auf allerhöchstem Niveau zusammenschneidern.

Und auch alles andere, das man für den Aufenthalt in wilder Umgebung braucht, stellt man zwischen Dänemark und Finnland überall in hoher Qualität her. Wir wagen hier nun einen größeren, aber dennoch ganz sicher nicht vollständigen Blick über größere und kleinere Qualitätsschmieden des Nordens, die zwar vor allem für Kleidung bekannt sind, aber auch in Sachen Zelte und Campen richtig was drauf haben.

Was sind die großen Marken?

Den allermeisten Outdoor- und Skandinavienfreunden fällt sicherlich die Marke mit dem roten Polarfuchs zuerst ein: Fjällräven. Obwohl eher Norwegen mit „klassischem Fjäll“, also steinigem und windgepeitschtem Hochland, assoziiert wird, ist es doch eine schwedische Outdoormarke, die es im Namen tragt. Deren Outdoor-Bekleidung und Ausrüstung bewährt sich definitiv auf jedem Fjäll –  egal ob in Norwegen oder Schweden. Der Anspruch der Schweden an sich selbst ist sehr hoch und wird konsequent eingelöst. Das behaupten nicht nur die Marketingexperten, sondern auch die allermeisten Käufer, die sich auf ambitionierten Nordlandtouren völlig auf das Material verlassen.

Der Ruf der Rucksäcke, Zelte, Schlafsäcke und Textilien ist dementsprechend seit den 60er Jahren ungebrochen gefestigt. Das liegt hauptsächlich an einer hochrobusten Funktionalität, die sich niemals an irgendwelche vermeintlich nachgefragten Modestyles angebiedert hat. Und dennoch ist das Design in seiner Klarheit alles andere als plump oder unästhetisch. Es ist vielmehr ein cleaner Style mit hohem Wiedererkennungsfaktor. Deshalb haben manche Produkte trotzdem über die Outdoorszene hinaus viel Beachtung bekommen.

Da Fjällräven-Equipment sehr lange hält, in zeitlosem Design gestaltet und mit hohen Umwelt- und Sozialstandards produziert ist, ergibt sich ein hohes Level an Nachhaltigkeit wie von selbst und ohne große Worte.

Außerhalb der Berg- und Outdoor-Sphäre dürfte wohl ein norwegisches Traditionslabel die größte Bekanntheit haben: Helly Hansen. Die markant-eleganten Jacken und Taschen bekommt man auch im urbanen Großstadtdschungel häufiger zu Gesicht. Man wird der uralten Traditionsschmiede aber nicht gerecht, wenn man sie nur auf Streetwear reduziert. Kleidung und Accessoires von Helly Hansen stehen für eine unglaubliche Bandbreite an Aktivitäten – von Segeln über Skifahren bis zur Arbeit auf der Ölbohrinsel ist hier alles dabei.

Was sind die Klassiker?

In Norwegen waren und sind oftmals die Firmengründer selbst alte Hasen und harte Hunde des Friluftsliv. So auch bei Bergans, wo es standesgemäß eine klassisch schöne Gründerstory gibt. Der Wanderer und Jäger Ole F. Bergan stellte nach einem Jagdtrip durch ein paar schmerzhafte Andenken fest, dass seine Kleidung nicht optimal war und beschloss, es besser zu machen. Das ist seit der Firmengründung 1908 bis heute ziemlich überzeugend gelungen. Jacken, Hosen oder Rucksäcke von Bergans of Norway genießen unter Freiluftfreunden aus aller Welt einen sehr guten Ruf.

Ein Klassiker mit historischer Note ist der norwegische Schlafsackhersteller Ajungilak. Nach der Übernahme durch die Mammut AG ist das Label allerdings in die Schweiz ausgewandert. Die Schlafsäcke mit dem gelb-schwarzen Logo tragen jedoch heute noch ihren norwegischen Kern und stehen auch unter den neuen Hausherren für robuste Verlässlichkeit.

Auch Schweden hat mit Haglöfs ein echtes Klassiker-Label in Sachen Outdoor vorzuweisen. Und auch hier begann die Produktion vor über 100 Jahren mit der Mission, die einheimischen Wildniswanderer bei ihren Exkursionen in das raue Umland bestmöglich zu schützen. Daran hat sich bis heute gar nicht so viel geändert – abgesehen von stetigen kleinen Verbesserungen und einer etwas größeren Kundschaft. Neben einem hohen Nachhaltigkeitsniveau bietet Haglöfs mit besonderen Passformen und herausragenden Farbkonzepten für Frauen eine sehr gute Produktauswahl.

Diese kleine Vorauswahl an Klassikern ist aber natürlich komplett subjektiv und darf gerne erweitert werden. Gleiches gilt für die folgenden Geheimtipps.

Was sind die Geheimtipps?

Bis hier haben wir vor allem Marken hervorgehoben, die fast allen Outdoorern irgendwo schonmal begegnet sind. Jetzt kommen wir allerdings zu einigen nordischen Labels, die weit weniger Bergfreunden bekannt sein dürften, aber dafür umso mehr einen genaueren Blick wert sind:

In den endlosen schwedischen Wäldern kann es ziemlich dunkel werden und man kann sehr leicht verloren gehen. Wenn man allerdings das durchdachte und zuverlässige Equipment des schwedischen Herstellers Silva dabei hat, sollte das um einiges einfacher sein. Silvas Lampen, Kompasse oder Ferngläser haben den Ruf, auch unter den schlechtesten äußeren Bedingungen für schnelle und sichere Orientierung zu sorgen.

Ein Spezialist auf höchstem Niveau ist der schwedische Handschuhhersteller Hestra. Das Anwendungsspektrum der Hestra-Handschuhe ist breit gefächert: von Skifahren über Bergsteigen bis zu groben Arbeiten reichen die Aktivitäten, für die Hestra garantiert die idealen Handschützer parat hat.

Zählen wir Island zum „erweiterten Skandinavienkreis“, dann können wir hier mit 66° North noch ein richtig kleines feines Label für hochwertige Outdoorkleidung mit hineinnehmen. Der Name der 1926 in Island gegründeten Firma verrät eindeutig, wofür die Sachen entworfen sind: für den stürmisch-kalten 66. Breitengrad!

Die norwegische Skifahrerin Kari Traa ist eher als Olympiasiegerin anstatt als Mützenstrickerin und Skikleidungs-Designerin bekannt. Doch diese „Nebentätigkeiten“ beherrscht sie ganz offensichtlich kaum weniger gut als das Skifahren. Besonders Frauen sind begeistert von den funktionalen und farbenfrohen Kreationen aus der Hand der Olympionikin.

Etwas bekannter als die beiden Letztgenannten, aber immer noch eine überschaubare Outdoor-Größe ist die schwedische Rucksäcke- und Bekleidungs-Adresse Klättermusen. Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und perfekt durchdachte Details sind die Kennzeichen der Produkte aus dem mittelschwedischen Åre. Interessiert?

In den folgenden Abschnitt kommen nun die Marken nach Ländern geordnet an die Reihe. Dabei handelt es sich um die skandinavischen Qualitätslabels, die zwar richtig gut, aber weder große internationale Player noch geheimnisumwitterte Edelschmieden für handverlesene Eingeweihte sind.

Norwegische Outdoor Marken

Hier im Länderabschnitt gehen wir alphabetisch vor, denn sonst kann es chaotisch werden. Es gibt nämlich weit mehr skandinavische Outdoorlabels als der auf Mitteleuropa geeichte Bergfreund so gemeinhin glaubt. Von manchen der folgenden Marken hast du bisher sicher auch noch nichts gehört:

  • Aclima: Wohl kaum jemand sonst zieht so konsequent eine umweltfreundlich-nachhaltige Produktion durch wie das Familienunternehmen aus der Nähe von Oslo. Den Norwegern gelingt das dabei ohne Abstriche bei Funktion und Design.
  • Dale of Norway: Wer handgemachte und zeitlos-traditionell designte Norwegerpullis aus 100 %  Wolle von norwegischen Schafen sucht, ist bei Dale of Norway womöglich an der Besten aller Quellen.

  • Devold: Auch diese Qualitätsschmiede ist nach ihrem Gründer benannt – und auch sie stellte ihre robusten und funktionalen Produkte zunächst für Fischer und andere in rauer Natur Arbeitende her. Heute ist die Marke vor allem für hochwertige Pullover und Merino-Unterwäsche bekannt.
  • Helsport: Schlafsäcke, Zelte und Rucksäcke sind die Spezialität dieses gut 60 Jahre alten Familienunternehmens. Die Erfindung des Tunnelzelts, diverse Designpreise und die Ausstattung norwegischer Himalayaexpeditionen konnte sich Helsport seitdem ins Stammbuch schreiben.
  • Norrøna: Man könnte dieses, 1929 in der Nähe von Oslo gegründete Label, eigentlich auch zu den Klassikern zählen – schließlich hat jeder schonmal irgendwo den einprägsamen Schriftzug der Nordländer in irgendeinem Berg- oder Klettermagazin gesehen. Oder von der ersten GoreTex-verarbeitenden Firma in Europa gehört. Norrøna steht wie wohl kein zweites Label für das skandinavische Bergsteigen im alpinen Stil, sowie für die entsprechend hohen technischen Anforderungen an Kleidung und Ausrüstung.
  • Sweet Protection: Dass die Norweger auch Hardware können, zeigt die Sport-Schutzausrüstung, deren Name im Wintersport Programm ist. Vor allem auf dem Snowboard und auf dem Mountainbike fühlt man sich mit dem hochwertigen Equipment nicht nur wirklich sicher, sondern auch angenehm eingekleidet.
  • Ulvang: Und nochmal ein Olympiasieger aus Norwegen – 1995 brachte der Langläufer Vegard Ulvang seine erste Wollsocke auf den Markt. Seitdem hat er sein Sortiment ein wenig ausgeweitet und seine Firma ist eine Top-Adresse für Merino-Bekleidung geworden.
  • Viking Footwear: Die Schuhe dieser ebenfalls kleinen, aber feinen Manufaktur sind wie eine Eintrittskarte in die nordische Wildnis. Trocken, sicher und alltagstauglich sind die Stichwörter, die spontan fallen, wenn von Viking Footwear die Rede ist.

Schwedische Outdoor Marken

Auch wenn der östliche Nachbar nicht ganz so viele spektakuläre Landschaften abbekommen hat, gibt es dort kaum weniger Hersteller von hochwertigem Outdoorequipment.

  • Didriksons Outdoor-Fashion: Vor allem bei stürmischem Küstenklima bewährt sich die alltagstaugliche Funktionskleidung von Didriksons. Das breite Sortiment reicht dabei von der Mütze bis zur Jacke.
  • Houdini: Der große Zauberkünstler konnte sich einst aus jeder Klemme befreien. Mit der nach ihm benannten Sportswear kommt man gar nicht erst hinein, denn schlechtes Wetter stecken die funktionalen Klamotten bestens weg. Ganz wie einst Houdini auf der Bühne, sehen die Teile der  jungen Schwedenfirma richtig elegant aus.
  • Icebug: Auch dieser kleine, feine Schuhhersteller ist an der schwedischen Westküste zuhause und kennt sich mit rutschigem, schlammigen Terrain aus. Wie der Markenname es jedoch auch verrät mit Glatteis. Icebug Outdoor-Schuhe sind deshalb besonders gerne auf winterglatten Straßen und hartgefrorenen Trails unterwegs.
  • Ivanhoe: Das, nach dem legendären Ritter benannte, Familienunternehmen steht für hochwertige Merino- und (Baum-)Wollkleidung und markante Designs.  Nach wie vor wird zu 80% in Schweden produziert.
  • Lundhags: Kompromisslos gute Schuhe für strenge Winterexkursionen waren lange Zeit das Kerngeschäft der vom Schuhmacher Jonas Lundhag 1932 gegründeten Firma. Auch heute findet man noch die unverwechselbaren Schalenschuhe im Sortiment – welches mittlerweile auch Jacken, Hosen und Rucksäcke für anspruchsvolle Touren umfasst. Zu Recht gehört das geschwungene L mittlerweile zu den bekanntesten und größten Skandinavien-Labels.
  • Pinewood: Skandinavische Outdoorklamotten genießen einen guten Ruf, gelten aber nicht unbedingt als die Preiswertesten. In diese Lücke stößt der junge Senkrechtstarter Pinewood, der seit 1990 die erste Liga der Funktionskleidung aufmischt und zeigt, dass Qualität aus dem Norden nicht teuer sein muss. Klingt gut?
  • Woolpower: Möglichst viel Wärme bei möglichst hohem Tragekomfort – so könnte man klassische Woolpower-Eigenschaften umschreiben. Der schwedische Bekleidungshersteller begann mit Nylonstrumpfhosen, bis er 1972 gemeinsam mit dem schwedischen Militär ein neuartiges Frottiergewebe aus 70% Merinowolle und 30% Kunstfaser entwickelte. Inzwischen ist der einstige Strumpfproduzent eine der weltweiten Top-Adressen für komfortable Funktionstextilien.
  • Peak Performance: „Echte Bekleidung für echte Skifahrer“, lautet das Motto der innovativen Firma, die wie die Kollegen von Klättermusen aus dem nordschwedischen Åre stammt. Die hohe Funktionalität und Qualität der Peak Performance Textilien erlaubt gleichzeitig ein breites Einsatzspektrum, als auch die Spezialisierung auf einzelne Sportarten.

  • Primus: Wenn in der Outdoorküche eine wirklich lange Tradition auf maximale Expertise trifft, dann sind die Produkte und Systeme von Primus nicht weit. Das schwedische Traditionsunternehmen hat in seiner langen Geschichte Abenteurer wie Roald Amundsen und Edmund Hillary mit extrem haltbaren und verlässlichen Kochern und Geschirr ausgestattet. Heute ist Primus mehr denn je unterwegs und sorgt für warme Mahlzeiten in stürmischen Weiten und eisigen Höhen. Bedarf an entsprechender Ausrüstung?
  • Sätila: Skandinavische Outdoorproduzenten gelten bisweilen als detailverliebte Spezialisten – so auch die Mützenexperten von Sätila. Das hat auch gute Gründe, denn Details sind in der rauen nordischen Natur nicht nur Spielerei, sondern manchmal überlebenswichtig. Die richtige Mütze ist dafür ein sehr guter Anfang. Schicke Mütze gefällig?

Finnische Outdoor Marken

  • Suunto: Auch wenn der Glanz von Nokia etwas verblasst ist, weiß die Welt dennoch, dass die Finnen mit der Technik ganz gut können. Dass es auch mit der Präzisionstechnik richtig gut klappt, zeigen sie mit den erstklassigen Messinstrumenten von Suunto. Deren Höhenmesser, Kompasse und Sportuhren sind für Outdoorer weltweit nicht nur schöne Spielzeuge, sondern oft genug auch lebenswichtige Helfer. Völlig zu Recht hat sich Suunto eine weltweit führende Stellung im Bereich der Sportinstrumente erarbeitet.

  • Kupilka: Auch bei dieser Marke kommt der raffinierte finnische Tüftlergeist zum Vorschein. Das spezielle Outdoor-Geschirr und Besteck von Kupilka besteht aus einem eigens kreierten Biomaterial, das nicht nur umweltfreundlich ist, sondern auch mit einer Reihe an Nachteilen anderer Materialien umgeht. So ist es spülmaschinenfest, leicht, robust und verbrennt dir dennoch nicht die Finger.

Dänische Outdoor Marken

Zum Abschluss machen wir noch einen Abstecher in den sonnigen (naja) Süden des Nordens. Ja, auch Dänemark zählt man meist zu Skandinavien, obwohl es durch Kattegat und Skagerrak von der großen Halbinsel getrennt ist. Die Natur ist hier bei weitem nicht so wild wie weiter nördlich, doch das Wetter passt mit dem Rest schon ganz gut zusammen. Zumindest wissen die Outdoor Hersteller auch hier, was gutes Material aushalten muss.

  • Nordisk: Das wohl bekannteste dänische Outdoorlabel bietet seit mehr als 100 Jahren ein breites Spektrum an Kleidung und Ausrüstung an. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einer möglichst einfachen Konstruktionsweise für die Gewichtsreduzierung und Schwachpunktvermeidung. Viele Produkte sind für den entspannten Freizeiteinsatz konzipiert, doch es gibt auch Serien für extreme Beanspruchung und ambitionierten Einsatz.
  • Ecco: Die besten Schuhe der Welt? Nun, darüber kann man streiten. Unbestritten ist, dass Ecco als einer der wenigen Schuhproduzenten weltweit eigene Gerbereien und Schustereien betreibt und damit eine enorme Qualität erreicht. Die bemerkt man nicht nur beim Snowboarden und Winterwandern, sondern auch im Alltagseinsatz.

Einen weiteren Beweis, dass ordentliche skandinavische Outdoorgüter weder teuer noch elitär sein müssen, liefert die Firma Oase Outdoors mit ihren drei bekannten und erfolgreichen Marken:

  • Robens: Zelte und alles andere, dass das Campen und draußen sein angenehm macht, stellt Robens zu einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis her.

  • Outwell: Wenn die ganze Familie Campingurlaub macht, sind Outwell-Produkte die perfekte Wahl. Komfort, Spaß am draußen sein und Urlaubsfeeling sind Stichworte, die hier groß geschrieben werden.
  • Easy Camp: Auch bei Easy Camp stehen Benutzerfreundlichkeit und Komfort an erster Stelle. Dazu sind auch diese Produkte zu einem prima Preis-Leistungs-Verhältnis zu haben.

So, das soll es mal gewesen sein mit unserem skandinavischen Rundumschlag. Habt ihr bei den ganzen Marken einen Favoriten. Oder haben wir gar einen Vertreter vergessen? Lasst uns gerne einen Kommentar da. Wir freuen uns!

Wo bin ich? – Wandern mit Kompass und Karte

9. April 2018
Tipps und Tricks

Du bist auf einer Wanderung mitten in den Bergen und willst sicher sein, dass du auf dem richtigen Weg bist? Der Akku deines Smartphones hat gerade schlapp gemacht und Wegweiser sind weit und breit nicht zu sehen. Zu deiner hellen Freude hast du auch noch deine externe Powerbank zuhause auf dem Küchentisch liegen lassen. Was also nun tun?

Um vorher schon zu garantieren, dass du nicht in solch eine Situation gerätst, lohnt es sich schon bei der Planung an die klassischen, alten Hilfsmittel zu denken: Kompass und Karte. Jetzt mag mancher an ‚oldschool‘ denken, doch glänzen diese beiden Dinge vor allem mit geringem Gewicht und kleinem Packmaß Sie können leicht im Rucksack verstaut werden und funktionieren optimalerweise auch ohne Strom.

Aus diesen Gründen sind sie nach wie vor die perfekte Alternative bzw. ein zusätzliches Hilfsmittel zu Smartphone oder GPS-Gerät. Wir wollen dir an dieser Stelle erklären, wie man sich mit Karte und Kompass richtig orientiert.

Navigation mit Kompass + Karte – Standort bestimmen

Mit Kompass und Karte kannst du deinen Standort und damit auch die richtige Marschrichtung bestimmen. Damit das funktioniert, musst du dir zuerst zwei bis drei Punkte in der Landschaft suchen, die du eindeutig bestimmen kannst. Das kann z.B. ein Berggipfel, ein Bergsee oder ein Kirchturm sein, den du in weiter Entfernung sehen kannst.

Diesen Punkt suchst du auf deiner Karte. Wenn du ihn gefunden hast, nimmst du den Kompass, hältst ihn waagrecht und drehst ihn so, dass die Anlegekante auf diesen Punkt zeigt. Nun drehst du die Kompassdose (also das drehbare Rad zur Gradeinstellung) bis die Nordmarkierung auf Dose und Nadel übereinander liegen. Das „N“ befindet sich dann genau unterhalb des roten Teils deiner Kompassnadel. Damit hast du den richtigen Winkel zwischen der Anlegekante und der Nordlinie gefunden.

Navigation mit Kompass + Karte – die richtige Marschrichtung finden

Mit dem richtigen Winkel kannst du jetzt den Kompass auf die Karte setzen und ihn solange drehen, bis die Nordmarkierung vom Kompass exakt zum Norden auf der Karte ausgerichtet ist. Wenn man die Anlegekante am Kompass mit einem Stift in die Karte einzeichnet, hat man die Linie gefunden, auf der man sich gerade befindet. Man wiederholt nun die beschriebene Standortbestimmung mit Punkt 2 und 3, die sich in Sichtweite befinden. Durch das Eintragen der drei Linien ergibt sich ein Schnittpunkt, der den aktuellen Standpunkt anzeigt. Falls sich die drei eingezeichneten Linien auf der Karte nicht in einem Schnittpunkt treffen, sollte man die Standortbestimmung wiederholen, um ein möglichst exaktes Ergebnis zu erzielen.

Mit dem korrekten Standpunkt kann man nun auch die richtige Marschrichtung festlegen: man nimmt den Kompass in die Hand und dreht sich solange, bis die Nordmarkierung der Kompassdose und die Nordmarkierung der Nadel übereinstimmen. Damit hat man die richtige Marschrichtung gefunden. Das Abenteuer kann also beginnen!

Navigation mit Kompass + Karte – die richtige Marschrichtung halten

Nachdem die richtige Marschrichtung gefunden wurde, gilt es diese auch beizubehalten und nicht abzudriften. Ansonsten verfehlst du trotz korrekter Standortbestimmung und Marschrichtung dein Ziel und kommst woanders an, als du ursprünglich geplant hattest. Und das wollen wir ja nicht!

Für die Einhaltung der Marschrichtung gibt es einen Trick: sobald du den richtigen Standort und die Marschrichtung gefunden hast, suchst du dir in deiner Richtung ein besonderes Merkmal im Gelände, das du beim Wandern ansteuern kannst. Nachdem du dieses Zwischenziel erreicht hast, suchst du dir im Gelände gleich wieder ein neues Zwischenziel. Dieses Muster wiederholst du immer wieder, bis du schließlich dein endgültiges Ziel erreicht hast.

Wichtig ist dabei jedoch, dass du die Kompassdose nicht gedreht hast, deine Ausrichtung also weiterhin korrekt ist!

Orientierung: Alternativen zu Kompass + Karte

Hat man keinen Kompass und keine Karte zur Hilfe, gilt es nicht zu verzagen. Die positive Nachricht: es gibt noch weitere (und sogar kostenlose) Möglichkeiten um die eigene Position oder die Himmelsrichtung zu bestimmen:

Die Sonne

Tagsüber ist die Sonne eine praktische Orientierung, denn für grobe Schätzungen reicht es, dass bekanntlich im Osten die Sonne aufgeht, am Mittag im Süden steht und im Westen untergeht. Mit einer Uhr mit Ziffernblatt oder mit einer App, welche die Zeit analog (mit Zeigern anzeigt), liegt Süden zur Winterzeit auf der Winkelhalbierenden zwischen dem Stundenzeiger und 12 Uhr. Zur Sommerzeit liegt Süden wiederum zwischen dem Stundenzeiger und 1 Uhr.

Die Sterne

Ist Orientierung in der Nacht gefragt, so ist der Polarstern, der in der Verlängerung der Erdachse im Norden liegt, dafür geeignet. Dementsprechend ist die Stelle unterhalb des Polarsterns genau im Norden. Den Polarstern findet man, indem man die hintere Achse des großen Wagens fünfmal verlängert, denn der Polarstern ist die Deichsel des kleinen Wagens und besonders hell. Kleiner Hinweis: auf der Südhalbkugel ist der Polarstern aufgrund der Erdkrümmung nicht zu sehen.

Falls du dich also auf der Südhalbkugel befindest und den Polarstern nicht sehen kannst, kann man die Himmelsrichtung auch mit anderen Sternen bestimmen. Grundsätzlich gilt: ein Stern im Norden bewegt sich nach links, ein Stern im Süden bewegt sich nach rechts. Ein Stern im Osten bewegt sich nach oben und ein Stern im Westen nach unten. Hier muss man die Bewegung der Sterne beobachten, damit sich einem die Himmelsrichtung erschließt. Bewegt sich ein Stern z.B. nach oben links, so liegt er im Nordosten.

Die Vegetation

Neben Sonne und Sterne, kann man sich auch an der Vegetation orientieren. Allerdings ist diese Methode nicht immer 100% zuverlässig. Hier gibt es immer wieder die bekannte Abweichung von der Norm und die Hinweise sind nicht immer immer ganz eindeutig. Trotzdem kannst du Bäume, Sträucher & Co als zusätzliche Informationsquelle für die Orientierung nutzen.

Freistehende Bäume und Sträucher beispielsweise neigen sich in der Regel weg von von der Hauptwindrichtung, also meistens nach Osten. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen, z.B. an Hängen oder in Tälern. Der Moosbewuchs ist ein weiteres Zeichen für die Himmelsrichtung: Moos wächst vorwiegend auf der Nord-West-Seite von Baumstämmen, Stäuchern und Felsen. Das liegt daran, dass es vor allem dort wächst, wo es feucht ist (Regen kommt meist aus dem Westen) und wo es am längsten schattig ist. Da die Sonne nie aus dem Norden scheint kannst du dir den Rest dieser Pfadfinder-Weisheit wahrscheinlich denken.

Selbst den Schnee kannst du übrigens zur Bestimmung der Himmelsrichtung nutzen. Schnee ist an Bäumen meist im Nord-Westen am längsten sichtbar. Warum? Gleiches „Nord-Süd“ Prinzip wie beim Moos: weil es in der Regel aus westlicher Richtung schneit und der Schnee auf der Südseite der Bäume am schnellsten schmilzt, bleibt er auf der entgegengesetzten Seite am längsten vorhanden.

Fazit

Wenn du also gerade dabei bist dein nächstes Abenteuer zu planen, oder sogar schon dafür packst, empfiehlt es sich, lieber vorher, als zu spät, neben GPS-Gerät auch an klassische Hilfsmittel wie Kompass und Karte, oder die weiteren Möglichkeiten, die dir die Natur „gratis“ bietet, zu denken. In diesem Sinne eine allzeit glückliche Heimkehr von deinen Outdoor-Abenteuern!

Páramo-Produkte im Test

Páramo – Was ist das? Was kann das?

7. März 2018
Ausrüstung

Es regnet in Strömen. Der Albtrauf wird von tiefhängenden Wolken verschleiert und ich frage mich, was ich hier gerade mache. Achso, richtig. Ich wandere. Warum ausgerechnet bei so strömendem Regen? Tja, ich habe da so ein paar Klamotten am Leib, die getestet werden wollen… Besagte Klamotten stammen von Páramo, einem britischen Label das hierzulande relativ unbekannt ist und vor nicht allzu langer Zeit bei uns im Shop aufgeschlagen ist. Interessant ist vor allem das eingesetzte Material, das zusammen mit Nikwax entwickelt wurde und auf den Name „Nikwax Analogy“ hört.

Wie es im Praxistest abschneidet und weitere Infos zur Marke Páramo haben wir für euch zusammengefasst.

Der Fairness halber: Die hier dargestellte Meinung ist in keiner Weise geschönt sondern entspricht unseren persönlichen Erfahrungen mit den Produkten. Die geäußerte Kritik haben wir natürlich auch an Páramo weitergegeben.

Wer oder was ist Páramo?

Páramo ist ein britischer Hersteller von Outdoorbekleidung, der seit 1992 Kleidung für unterschiedlichste Outdoor-Aktivitäten, Ansprüche und Klimazonen entwickelt, entwirft und herstellen lässt. Dabei zeichnet sich das Unternehmen dadurch aus, dass es immer wieder neue und ungewohnte Wege geht.

So nimmt Páramo von Unternehmensgründung an eine hohe ethische und ökologische Verantwortung wahr – lange bevor der große Markt mit dem Gedanken spielte Funktionalität und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden. Von Beginn an kommt Páramo ohne PFC aus und lässt unter fairen Bedingungen produzieren.

Páramo kooperiert mit der gemeinnützigen Miquelina-Stiftung in Kolumbien, einer Stiftung des Frauenordens „Las Religiosas Adoratrices“. Hier werden junge und auch ältere Frauen, die aus den Fängen der Zwangsprostitution befreit wurden, darin geschult, als Näherinnen einer regulären Arbeit nachzugehen, um sich selbst ein selbstständiges, freies und geregeltes Leben aufzubauen.

Inzwischen lässt Páramo über 80% seiner Kleidung von der Miquelina-Stiftung fertigen, wobei alle Produkte der Directional-Analogy-Serie ausschließlich dort gefertigt werden. Aber auch für die anderen Produkte, welche in Ostasien hergestellt werden, verspricht Páramo faire Produktionsbedingungen.

Páramo gehört zum gleichen Firmenverbund wie Nikwax, die besonders für Wasch- und Textilpflegemittel bekannt sind. Zusammen mit Nikwax hat man auch die hauseigene Analogy-Technologie entwickelt, die die Marke ebenfalls einzigartig macht.

Wie funktioniert die Nikwax-Analogy-Technologie?

Pàramo verspricht mit der Nikwax-Analogy-Technologie und der damit verbundenen ‚Direktionalität‘ einen effektiveren Feuchtigkeitstransport als bei herkömmlichen Membranen. Denn Membranen können kleine Wasserdampfmoleküle sehr schnell nach außen leiten, stoßen bei Tröpfchen- und Kondenswasserbildung aber oft an ihre Grenzen. Wasseransammlungen und Eisbildung an der Innenseite von Hardshells sind die Folge.

Páramos Analogy-Technologie soll genau das verhindern, indem auch größere Wasseransammlungen schneller nach außen abtransportiert werden. In folgendem Video wird das ganz eindrücklich dargestellt:

Wie ist die Analogy-Technologie aufgebaut?

Das Prinzip beruht auf einem geschickten Aufbau der Lagen: Páramo-Bekleidung (Schicht 3 und 4) sollte idealerweise mit Funktionsunterwäsche (2) kombiniert werden. Die Funktionsunterwäsche saugt Schweiß von der Hautoberfläche (1) auf und leitet diesen an die erste Schicht (3) der Oberkleidung ab. So bleibt die Haut trocken und der Körper dauerhaft warm. Soweit, so bekannt.

Die dritte Schicht nennt Páramo „Pump Liner“. Pump Liner wohl deshalb, weil die Schichten 3 und 4 lose aufeinander liegen und nur an den Hauptnähten miteinander vernäht sind. Bei Bewegung verschieben sich diese Schichten zueinander und voneinander weg, wodurch feuchte Luft nach außen „gepumpt“ wird. Die Oberschicht (4) besteht aus dicht gewebtem, winddichtem Polyester und ist dank der Nikwax-Imprägnierung wasserdicht. Durch gelegentliches Aufbringen entsprechender Nikwax-Produkte wird diese Eigenschaft aufrechterhalten.

Wie war unser erster Eindruck?

Zunächst waren wir etwas stutzig. Die Haptik war nicht das, was die wir erwartet hatten. Das liegt aber in erster Linie darin begründet, dass sie stark von der klassischer Hardshells abweicht.

Nikwax Analogy greift sich sehr weich und flexibel. Fast schon wie die guten alten ballonseidenen Trainingsanzüge der 1990er Jahre. Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes, bedarf aber einer kleinen Eingewöhungsphase und sorgte natürlich dafür, dass wir umso gespannter waren, wie die Produkte im Test abschneiden würden.

Getestet wurden die Produkte beim Radfahren, Wandern, bei anspruchsvollen Bergtouren, beim Freeriden, Wintercampen, in stundenlangem Regen, in starkem Hagelsturm, bei +8°C ebenso wie bei -18°C.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass uns die Produkte mit der Nikwax Analogy in puncto Wetterschutz sehr zufrieden gestellt haben. Auch im Dauerregen blieben wir absolut trocken. Manche Membranprodukte hätten unter diesen Bedingungen vermutlich eine wesentlich schlechtere Leistung erbracht.

Insgesamt hat uns die Funktionalität der Produkte – also die Kombination der winddichten, wasserdichten und atmungsaktiven Eigenschaften – sehr gut gefallen. Das zweilagige, membranlose System funktionierte im Test tadellos und dürfte durchaus das Zeug zum Konkurrenzprodukt haben.

Welche Páramo-Produkte haben wir getestet?

Folgende Teile durften unsere formschönen Körper schmücken:

  • Men’s Velez Jacket: eine Regenjacke für den allgemeinen Outdoor-Gebrauch
  • Men’s Cascada II Trousers: eine wasserdichte Wanderhose für den anspruchsvollen Wanderer und Trekker.
  • Men’s Torres Activo: eine vielseitige, winddichte und warme Kunstfaserjacke, die sowohl beim Wintersport, Bergsport als auch Wintertrekking verwendet werden kann.
  • Men’s Enduro Tour Trousers: Diese warme Hose ist ein alpiner Alleskönner und kann zum Skifahren, Skitourengehen, auf Hochtour oder auch zum Eisklettern verwendet werden.
  • Men’s Enduro Jacket: eine wasserdichte Alpinjacke mit leichter Isolationswirkung. Gemacht für Skitouren, Bergsteigen, Hochtouren, Alpinklettern.
  • Grid Tecnic Hoodie: Ein leichter und schnell trocknender Fleecehoodie mit Waffelstruktur und integrierter Kapuze.

Abgesehen vom Grid Tecnic Hoodie und der Torres Active gehören all diese Produkte der Nikwax-Analogy-Serie an. Sind also wasserdicht und winddicht ohne die Anwedung von Membranen und klimarelevanten PFCs.

Und was sagen die Tester?

Velez Jacket (Jörn):

Für mich war die Haptik erstmal seltsam. Weich, locker verbundenes Obermaterial – und das soll robust sein? Nun ja, schlüpfen wir mal rein. Etwas groß, aber das mit der Passform ist ja immer so eine Sache. Die Velez könnte für meinen Geschmack etwas näher am Körper geschnitten sein.

Besonders interessant sind die Taschen: Öffnet man den ersten Reißverschluss, hat man erst einmal nur Belüftungsöffnungen. Erst wenn man den zweiten Reißverschluss öffnet, kommt man an die eigentliche Tasche – durchaus gut gemacht. Zusammen mit den Belüftungsöffnungen am Oberarm lässt sich die Ventilation schön anpassen. Die Kapuze sitzt angenehm an, lässt sich leicht einstellen und die sonstigen Kordelzüge funktionieren ebenfalls einwandfrei.

Zur Funktion des Materials wurde schon genug gesagt. Ich bin von der Technologie hellauf begeistert. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass durch die lockeren Lagen etwas mehr Isolationswirkung vorhanden ist. Soll heißen: Man muss beim Lagenaufbau etwas darauf achten, nicht zu viel anzuziehen.

Casdada II Trousers (Jörn)

Die Haptik ist bei der Cascada II ähnlich und die Performance des Materials ebenso gut, wie bei der Velez Jacket. Eine längere Sitzpause auf einer nassen Bank hielt die Hose locker aus.

Die Größe ist deutlich passgenauer als bei der Jacke und die Belüftungsmöglichkeiten sind umfassend – was bei fast durchgehenden Seitenreißverschlüsse aber auch kein Wunder ist. Knöpfe helfen, die Hose zusammenzuhalten, sollte man die Reißverschlüsse ganz geöffnet haben.

Ich war anfangs etwas skeptisch, ob eine wasserdichte Hose nicht etwas zu viel sei, bei einer verregneten Wanderung mit 6-8°C Außentemperatur. Aber nix da – die Cascada II hat super abgeliefert, selbst bergauf war mir nicht zu warm. Der Vollständigkeit halber: Ich hatte lediglich eine kurze Unterhose darunter.

Torres Activo (Jörn)

Mein Lieblingsteil im Páramo-Reigen und die perfekte Wahl, wenn es kalt wird. Der Schnitt ist wie für mich gemacht (etwas athletischer als die Velez) und bietet eine gute Bewegungsfreiheit. Sind Kordelzüge, Ärmelbündchen und Kapuze an- und zugezogen ist man wohlig warm verpackt.

Bei -6°C und steifer Brise hatte ich sie mit einem Stretch-Fleece und einem Langarm-Merino-Baselayer kombiniert und war stets gut klimatisiert. Die Reißverschlussgriffe dürften für meinen Geschmack etwas größer sein, da man sie mit Handschuhen nicht so leicht greifen kann. Die Seitentaschen sind ideal platziert, so dass man sie auch mit Hüftgurt stets gut erreicht.

Páramo empfiehlt, die Torres ÜBER einer Hardshelljacke zu tragen, was erstmal komisch anmutet. Allerdings hält Kunstfaser ja auch im nassen Zustand noch warm und ich glaube zudem, dass es eine Herausforderung ist, über die doch etwas voluminöse Torres Activo noch eine Hardshell drüber zu ziehen.

Für Ski- oder Schneeschuhtouren, für Winterwanderungen oder auch zum Sichern am Standplatz ist die Torres Activo aber garantiert eine gute Wahl!

Grid Tecnic Hoodie (Jonas)

Das Teil hat mich vor allem durch die körpernahe Passform, das geringe Gewicht und die praktische Reißverschlussbrusttasche überzeugt. Durch die gewaffelte Struktur wird Feuchtigkeit extrem schnell nach außen abgeleitet und Wärme am Körper gehalten. In der großen Brusttasche kann der moderne Bergfreund problemlos das Smartphone oder den Kameraakku verstauen. Durch die Wärme bleibt die Akkuleistung sehr viel besser erhalten.

Des Weiteren passt der schmale Hoodie sehr gut unter den Kletterhelm – perfekter Schutz bei mäßigen Winden.

Es gilt zwar auch bei uns die alte Bergsteigerweisheit: „Erstunken ist noch keiner, nur erfroren“, doch gerade für den Mehrtageseinsatz wäre eine geruchshemmende Behandlung sehr wünschenswert, der Grid Tecnic Hoodie roch nach einem kurzen Einsatz doch etwas streng.

Grundsätzlich ist er aber extrem vielseitig einsetzbar. Als erste Schicht, Zwischenschicht oder auch als Oberschicht. Er fühlt sich vor allem bei kühlen bis sehr kalten Temperaturen wohl, und macht überall dort Sinn wo geschwitzt wird.

Enduro Tour Trousers (Jonas)

Eine vielseitige, wetterfeste und warme Wahl für Alpinisten. Über die langen Beinreißverschlüsse ist eine sehr gute Klimatisierung möglich. Mit oder ohne Funktionsunterwäsche ist die Hose bei Frühlingsskitouren ebenso zu verwenden wie bei Alpintouren um die -20°C.

Bewegungsfreiheit für Klettereien ist gegeben und dank des erhöhten Leibes und den Hosenträgerschlaufen ist für viel Komfort und eine gute Passform gesorgt, auch wenn man die Hosenträger leider noch extra dazu kaufen muss.

Überrascht haben mich auch die Verstärkungen an den Beinenden. Sie fühlen sich sehr weich an und sind aus Dyneema gefertigt. Die Innengamaschen sind fast etwas zu schmal und ein Metallhaken wäre zur Fixierung an den Schnürsenkeln ein sinnvolles Detail.

Ansonsten sollten die Reißverschlussschieber mit Rebschnüren oder ähnlichem ausgestattet werden, um sie auch mit wenig taktilen, dicken Handschuhen problemlos bedienen zu können – dies trifft aber leider auf viele Tourenhosen zu. In der Summe ist diese Hose ein sehr komfortabler und vielseitiger Alpinbegleiter – der das ganze Jahr über zum Zuge kommt.

Enduro Jacket (Jonas)

Mit 525€ (VK) liegt die Enduro im absolut oberen Preissegment. Hier muss sich Páramo mit Profis wie Arc’teryx und anderen Highend-Herstellern messen lassen. Und bis zu einem gewissen Grad geht das auch gut. Das Material überzeugt auch bei der Enduro mit optimaler Funktion und großartigem Wetterschutz – selbst bei stundenlangem Regen. Die Taschen sind richtig angeordnet, um auch sie auch mit Klettergurt und Co. nutzen zu können.

Mankos sind der etwas zu kleine Reißverschluss an der Brustinnentasche und das etwas zu eng bemessene Sichtfeld der Kapuze. Andererseits kann diese Kapuze problemlos unterm Helm getragen werden. Mit einem Gewicht von 780 g in Größe M gehört sie nicht zu den leichtesten Jacken auf dem Markt und bereits nach zwei Tagen Freeriden mit Lawinenerucksack haben sich erste Pillingeffekte an Schulter und Achseln aufgetan. Da muss Páramo definitiv nachbessern.

Unser Fazit zu Páramo

Summa summarum haben uns die Produkte von Páramo  sehr überzeugt, vor allem die Nikwax-Analogy-Technologie in Sachen Wetterschutz. Die Haptik ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings sind die Bedenken spätestens nach dem ersten Tragen ad acta gelegt.

Einzelne kleine Details in Verarbeitung und Schnitt können noch verbessert werden, das ist aber branchenüblich. Wir sind zudem in enger Abstimmung mit Páramo, die uns versprochen haben, gerade das Pilling bei der Enduro Jacket genauer unter die Lupe zu nehmen.

Positiv hervorzuheben ist die nachhaltige und sozial verantwortliche Produktion der Páramo-Artikel, die von Beginn an ein wesentlicher Bestandteil der Páramo-Identität ist und weiter sein wird. Das Sortiment von Páramo umfasst sowohl Baselayer, als auch Second- und Thirdlayer. Fündig wird sowohl der Mittelgebirgsspaziergeher, als auch der ambitionierte Bergsteiger.

Wer hat gestestet?

Bergfreund Jonas (links) sitzt bei uns in der Online-Redaktion und kümmert sich um Produkttexte. In seiner Freizeit geht’s natürlich in die Berge, am liebsten zum Bergsteigen, Klettern oder auf Skitour.

Bergfreund Jörn (rechts) betreut den Basislager-Blog und unsere Social-Media-Kanäle. Wenn er also nicht gerade an der Tastatur oder Kamera klebt, fühlt er sich bei allen Sportarten wohl, die Berge und Ausdauer kombinieren.

Bergsteigen in der Cordillera Blanca: Pisco Südwand und Huandoy – Teil 2

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27. Februar 2018
Die Bergfreunde

Die ersten beiden Wochen mit der Besteigung des Alpamayo und des Artesonraju haben uns sichtlich gefordert. Zum Glück haben wir noch einen Tag “frei” in Huaraz, um die nächsten Touren zu planen, Ausrüstung zu sortieren und einzukaufen. Und wenn das noch nicht genug wäre, kommt uns die ganze Zeit unser ständiger Begleiter „Hunger“ dazwischen. So wurde die Tourenplanung direkt ins Cafe Andino verlegt. Das Cafe ist sozusagen der Bergsteiger Treffpunkt in Huaraz und wird schon die nötige Inspiration mit sich bringen. Wir freuen uns noch darüber, dass Michi und Lukas dazu gestoßen sind und wir jetzt zu siebt sind.

Beim Durchblättern des Führers kommen die ersten Luxusprobleme auf: Ein Berg schöner als der andere, dabei haben wir nur noch sieben Tage Zeit. Weit oben auf unserer Liste steht natürlich Peru’s Höchster – der Huascarán mit seinen 6768 Metern. Aber bei der Auswahl eines Berges zählt eben nicht nur die Höhe, weshalb wir uns für die Abenteuer Variante entscheiden.

Die Pisco Südwand wollen wir als Erstes angehen. Die ist schon gar nicht im Führer enthalten. Wer kam überhaupt auf die Idee? Den krönenden Abschluss soll der Huandoy Norte über die Nordost-Route bilden. Puh …beide Routen sehen im Jahr, wenn überhaupt, nur eine Handvoll Begehungen. Verhältnisse? Bisher ganz gut – wird schon passen. Zur Not haben wir auch noch einen Plan B. Also los geht’s!

Auf dem Weg zum Pisco Basislager

Wir sitzen nun wieder im Kleintransporter und biegen in das hinter dem Huascarán liegende Llanganuco Tal ein. Alleine hier erstrecken sich acht 6000er in die Höhe. Zurück in der Bergwelt ist die Vorfreude wieder bei uns angekommen.

Wir bleiben unserem Stil treu und nehmen die Esel nur wieder für den Gepäcktransport ins Basislager in Anspruch. Ab dort geht der 30 Kilo schwere Rucksack auf die eigenen Schultern und am nächsten Tag zu unserem eigentlichen Ausgangspunkt, dem Pisco Moränencamp. Von hier wollen wir die Südwand angehen und später ins Huandoy Hochlager aufsteigen.

Die wilde Pisco Südwand

Ich hatte fast vergessen, wie schön es ist, um Mitternacht aufzustehen – so hat man doch direkt mehr vom Tag! Im Lichtkegel der Stirnlampe geht es zum Anfang des Gletschers. Immer wieder stehen wir vor tiefen Spalten und müssen uns einen anderen Weg durch das Eislabyrinth suchen. Bis wir schließlich mit der Dämmerung an der Wand ankommen.

Die ersten Seillängen gehen noch einigermaßen zügig voran. Über eine kurze Felsstufe geht es weiter in ein Rinnensystem, das uns hoffentlich oben durch die Seracs schlüpfen lässt. Leider haben wir alles andere als schönen Trittfirn in der Wand.

Mit zunehmender Steilheit kommt immer mehr Schnee und Eis von oben herunter. Unsere persönliche Schneefräße Truffi gräbt sich allerdings unermüdlich nach oben und wir gewinnen Meter für Meter. Die Sicherungspunkte liegen bis zu einem Meter unter dem Schnee, was das Ganze nicht schneller macht. Teilweise stehen wir bis zu einer Stunde schlotternd am Stand, bis es endlich weiter geht und wir langsam wieder auftauen.

Es ist schon später Nachmittag, als wir die letzten Seillängen erreichen. Immer noch fragen wir uns, wie wir die riesigen Seracs überwinden sollen. Durch senkrechtes Eis geht es im wilden Zickzack kurz unter den Gipfel. Wir sind schon alle ziemlich mitgenommen, aber die letzten Meter lassen wir uns nicht entgehen. Geschafft! Mit dem Sonnenuntergang stehen wir alle Sieben auf dem Gipfel des Nevado Pisco (5752m). Ein gigantisches Gefühl dies mit seinen Freunden zu teilen.

Nun aber schnell weiter und mit der Stirnlampe den Normalweg runter. Nach gut 18 Stunden kommen wir endlich am Zelt an. Das hatten wir uns leichter vorgestellt. Morgen ist wohl erst mal ein Ruhetag angesagt. Trotz Müdigkeit wird noch richtig gut aufgekocht – selten hat ein Dosenbier so gut geschmeckt!

Am anschließenden Tag verabschieden wir Flo, der bereits zurück nach Huaraz muss, um seinen Flug zu erwischen. Ebenso entschließt sich Lukas gegen die Tour.

Auf ins Huandoy Hochlager auf 5700m

Der Zustieg ins Hochlager von Huandoy Norte ist schon eine Tour für sich, denn um dorthin zu gelangen, müssen wir einen nicht ganz objektiv sicheren Gletscher queren und dann noch eine 600 Meter hohe Firnflanke nach oben pickeln. Und das ganze Gepäck will ja auch noch mit nach oben.

So starten wir also wieder mitten in der Nacht und haben diesmal nur das Nötigste eingepackt. Die Außenwände der Zelte, Fäustlinge und sonstige Notfallreserven bleiben da. Es gilt möglichst schnell dort hoch und eben auch wieder runter zu kommen.

Der Zustieg über den Gletscher läuft gut und wir steigen mit dem ersten Licht in die Flanke ein. Der Schnee ist etwas besser als beim Pisco und wir kommen zügig voran. Doch auch hier steilt sich der letzte Teil der Wand immer mehr auf und wir klettern nur auf den Frontalzacken stehend auf den Grat nach oben.

Hier folgt gleich die nächste Überraschung. Das Wetter hat wohl genug von guter Laune und wir müssen aufpassen, dass uns der Wind nicht runter bläst. Nichts wie weg hier – nur wie? Der Plan war kurz auf das Gletscherplateau abseilen und gut. Leider stellt sich da nun eine riesige Randspalte in den Weg und wir müssen noch weitere zwei Seillängen halb abklettern. Jeder will nur noch schnellstmöglich in seinen Schlafsack. Die gefühlte Temperatur -20 Grad. Wo sind eigentlich die verdammten Fäustlinge?

Aufbruch zum Huandoy – Welcher soll es werden?

Mitten in der Nacht geht es erneut raus. Ich habe so gut wie nicht geschlafen. Das Zelt wurde die ganze Nacht durchgeschüttelt und es hat immer noch nicht nachgelassen. Wir kochen Wasser für das Frühstück, welches direkt wieder kalt aus der Müslipackung kommt. So macht das keinen Sinn – wir legen uns noch mal hin und entscheiden uns für den niedrigeren Huandoy Ostgipfel.

Drei Stunden später der nächste Startversuch. Der Berg hat sich ein wenig beruhigt und mit der Sonne wird es schon besser werden. Wir versuchen es! Zunächst über einen leichten Firnhang zu einer Steilstufe, über die ein Eisband führt. Sowas bin ich zuvor auch noch nicht geklettert – auf allen Vieren geht’s dort hindurch. Wenig später stehen wir bereits auf dem Gipfel.

Sensationell, ein weiterer 6000er! Das hätte in der Nacht noch keiner für möglich gehalten. Doch müssen wir heute noch runter ins Moränencamp, wo Lukas auf uns wartet. Abstieg, Zelte einpacken und die komplette Flanke abseilen. Natürlich wird es bereits dunkel, bis wir ankommen.

Wir verbringen den letzten Tag mit Abstieg und Rückfahrt nach Huaraz, wo die letzte große Feier steigt. Zum Tanzen ist wohl keiner mehr in der Lage, aber bei Pizza und Coca-Bier lässt es sich auch aushalten!

Ein großes Dankeschön

Die drei Wochen in Peru neigen sich somit dem Ende zu. Mit ihr eine richtig lässige Zeit und wir freuen uns, dass alle wohlbehalten die Heimreise antreten können. Ein großes Dankeschön geht an jeden Einzelnen für die Organisation, Motivation und super Stimmung in der Gruppe.

Ebenso bedanken wir uns für die Unterstützung von den Bergfreunden und Trek’n Eat! In einer selbst-organisierten Expedition steckt einiges an Arbeit, weshalb sie jedem von uns umso mehr in Erinnerung bleiben wird. Nun ist aber erst einmal Pause angesagt, bis uns das nächste Projekt wieder in die Ferne zieht.

Kaufberatung Expeditionsbekleidung

Gut geschichtet: Bekleidungstipps für Winterexpedtionen

7. März 2018
Kaufberatung

Hand hoch, wer hat Ziele wie Baffin Island, Karakorum oder Yukon Territory schon mal besucht? Wohl nur die Wenigsten von uns, denn es braucht entweder herausragende Fähigkeiten, viel Zeit oder viel Geld. Letzteres ist wohl der häufigste Türöffner – die meisten Expeditionsteilnehmer buchen ihren Trip bei einer Agentur. Für Viele geht es auch nur einmal im Leben ins Reich der Achttausender oder in Richtung der Pole.

Ob nur einmal oder viele Male die richtigen Klamotten braucht es so oder so. Damit es keine Fehlinvestitionen gibt, versuchen wir hier festzumachen, welche Merkmale die Kleidung für die Polarregionen und die wirklich kalten Berge haben muss. Dabei gehen wir den einzukleidenden Körper von Kopf bis Fuß und von der Unterwäsche bis zur Isolationsjacke durch.

Erforderliche Merkmale

Zuerst das Offensichtliche: Die Kleidung muss sehr warm und sehr robust sein, dabei aber nicht zu schwer. Ach ja, und atmungsaktiv bitte auch, denn tiefe Temperaturen verhindern keineswegs, dass der Körper vor sich hindünstet. Kurz und gut, das altbekannte Schichtenprinzip, auch Zwiebelprinzip genannt, ist auf Expeditionen genauso angesagt wie in allen anderen Outdoordisziplinen. Wir gehen hier von drei Schichten der Zwiebel aus: Untere Schicht, mittlere Schicht und äußere Schicht im Outdoor-Branchenjargon Baselayer (Aufgabe: trocken halten), Midlayer (Aufgabe: isolieren) und Außenlayer (Aufgabe: Wetterschutz) genannt.

Die Einhaltung des Prinzips ist hier sogar zwingender als bei alpinen Touren, da alles andere nicht nur unpraktisch und unangenehm, sondern auch schnell mal gefährlich werden kann. Bei Expeditionen muss auch das Gesamtkonzept stimmen, d. h. alle Schichten der „Zwiebel“ müssen zueinander passen.

So bringt das beste Fleecepulli-Isolationslayer nichts, wenn sie von der darüber liegenden Hardshell-Jacke eingedrückt oder an den Schultern abgeklemmt wird. Man sollte bei der Auswahl der Größe also immer bedenken, wo man das betreffende Kleidungsstück tragen wird und was noch darunter muss. Je weiter außen, desto mehr Spielraum wird benötigt und desto lockerer muss der Schnitt sein. Besonders das Außenlayer muss groß geschnitten sein.

… für eine Expedition am Berg

Möglichst geringes Gewicht spielt hier eine große Rolle – auch um die wirklich kalten „Todeszonen“ möglichst schnell zu überwinden und wieder verlassen zu können. Beweglichkeit in der Kleidung ist ebenfalls sehr wichtig – nicht nur an den Armen und Beinen, sondern auch am Rumpf. Die Bekleidung muss besonders variabel sein, denn die Temperaturschwankungen sind größer im Gebirge: Da kann das Thermometer nachts minus 25 Grad und weniger zeigen, während es mittags in windgeschützten Gletschermulden auf plus 25 Grad klettert.

Ähnlich extrem sind die Schwankungen der körperlichen Aktivitäten, die im wahrsten Sinne des Wortes hohe Belastungsspitzen erreichen können. Hier müssen die unteren und mittleren Lagen der Kleidung schnell an- und abzulegen sein und eine optimale Atmungsaktivität mit einer möglichst geringen Feuchtigkeitsaufnahme kombinieren. Zudem sollten sie über Ventilationsöffnungen bzw. -Reißverschlüsse verfügen.

… für eine Polarexpedition

Zunächst sollte ein klein wenig differenziert werden: Die Formel „Polargebiete = saukalt“ gilt nicht immer und überall. Auch in der Arktis und sogar der Antarktis gibt es einen „Sommer“ mit Temperaturen, die je nach Breitengrad und Region in etwa dem mittlerweile recht milden deutschen Winter entsprechen. Man kann aber grob festhalten, dass es jenseits der Polarkreise jederzeit „saukalt“ werden kann, wenn man nicht gerade im Mitsommer bei ruhiger Wetterlage auf Meereshöhe unterwegs ist. Da es außerdem oft auch sehr windig ist, braucht es für die allermeisten Unternehmungen eben doch die speziellen „Extremklamotten“. Während für polare Exkursionen durchaus auch die etwas weniger funktionale Kleidung aus dem Ski- und Wintersport geeignet ist, sollte es für Himalaya und Co. definitiv bergspezifische Ware sein.

Bei den „Polarklamotten“ ist die möglichst verlässliche Stabilität wichtiger als die  Gewichtseinsparungen. Sie werden meist viele Tage am Stück getragen und man kann sich bei irreparablen Materialdefekten nicht durch einen schnellen Abstieg in wärmere Zonen in Sicherheit bringen. Bewegungsfreiheit in der Kleidung ist (je nach Art der Unternehmung) nicht ganz so wichtig wie am Berg – doch einschränken darf die Kleidung natürlich auch hier nicht. Die körperliche Belastung ist hier zwar meist ebenfalls sehr hoch, schwankt aber nicht so stark wie beim Bergsteigen.

Während es für alpine Touren meist eine simple Wollmütze tut, braucht es auf Expedition schon etwas mehr Schutz für den Kopf. Zusätzlich zur Mütze und/oder Multifunktionstuch sollte hier eine Sturmhaube oder -Maske mit im Gepäck sein. Außerdem dient die Kapuze der äußeren Isolationsjacke als Kopfschutz (dazu gleich mehr).

Auch der Sonnenschutz durch Kopfbedeckung ist sehr wichtig, da Schnee und Eis die Strahlung extrem stark reflektieren. Bei normalen Wetterbedingungen kann man auf eine gute Gletscherbrille zurückgreifen. Wenn es häufiger stürmt und schneit, empfiehlt sich eine gute, nicht so stark abdunkelnde und das Gesicht besser schützende Skibrille.

Baselayer: Trocken halten

Funktionsunterwäsche

Ein langärmeliges Unterhemd und eine lange Unterhose sind schon mal ein guter Anfang. Größtenteils gelten hier die gleichen Spielregeln wie bei „normalen“ Berg- und Outdoor-Aktivitäten  (siehe dazu unsere Kaufberatung Funktionsunterwäsche). Regel Nummer Eins lautet: Der Schweiß soll sich ganz schnell ver … dünsteln. Kein Problem, das schafft so gut wie jedes Unterteil aus Kunstfaser. Allerdings dauern Expeditionen in aller Regel länger als einfache Bergtouren und Trekkings, weshalb der Faktor „eingeschränkte Hygiene“ etwas stärker beachtet werden sollte – an hohen Bergen mit den häufigen Schwitzorgien ganz besonders.

Die Unterwäsche sollte auch nach mehreren Tagen ohne Wechseln halbwegs trocken und sauber bleiben und idealerweise nicht zu arg müffeln. Hier empfiehlt es sich, nicht bei einfacher Kunst- und Mikrofaser zu bleiben, sondern auf hochwertige Merinowolle und/oder antibakterielle Behandlungen mit Silberionen u. ä. zurückzugreifen. Das wirkt zwar auch keine Wunder, doch es bleibt deutlich länger erträglich. Abgesehen davon sind reine Kunstfaserprodukte – und hier insbesondere die preiswerten – nicht gerade für angenehmes Hautgefühl bekannt. Für bergorientierte Expeditionen ist ein Anteil von 5-20 % an Elasthan oder anderen Stretch-Fasern für mehr Beweglichkeit nicht verkehrt.

Midlayer: Wärme festhalten

Fleece- oder Softshellpullover

Die nächste Lage sollte ein dünner Fleece- oder Softshellpullover mit windabweisendem Material (am besten Windstopper) bilden. Bei einem schwer bepackten Aufstieg am sonnenbeschienenen Gletscher kann dies schon die äußere Lage sein. Wichtig ist ein langer Frontreißverschluss mit möglichst hoch abschließendem Kragen, sodass man jederzeit schnell für Belüftung sorgen oder „dichtmachen“ kann.

Daunen- und Kunstfaserjacke

Eine Daunenjacke oder eine hochwertige Kunstfaserjacke kann man noch zur Midlayer zählen, da sie meist mit einer Hardshell kombiniert werden. Wenn man in wirklich sehr kalter Umgebung unterwegs ist, tritt das Nässe- und Feuchtigkeitsproblem in den Hintergrund, da dann meist die Luft und auch der Schnee „trocken“ sind und Letzterer nicht auf der Kleidung schmilzt. Das bedeutet, dass der Feuchtigkeitsnachteil der Daune bei arktischen Verhältnissen weniger eine Rolle spielt als in den höchsten Bergen mit ihren wechselnden Feuchtigkeitsverhältnissen.

Ob Daune oder Kunstfaser – bei kaltem aber trockenem und ruhigem Wetter werden die Isolationsjacken unterwegs und im Lager als äußere Layer getragen. Die richtig dicken und robusten Daunenjacken mit wetterfester Membran oder die Daunenparkas mit ihren wind- und wasserdichten Eigenschaften vereinen Mid- und Außenlayer in einem Teil. Auch manche Doppel-, Ski- und Winterjacken kombinieren Wetterschutz mit Isolation. Die warmen, robusten und dennoch nicht zu schweren unter ihnen können expeditionstauglich sein und sind dann von Vorteil, wenn es die meiste Zeit sehr kalt ist und die Temperaturen nicht groß schwanken.

Tourenhose

Nun zur Beingarnitur: diese besteht bei Expeditionen aus drei Hosen: Über die (lange) Unterhose kommt zunächst eine relativ dünne, aber winddichte und wasserabweisende Trekkinghose/ Tourenhose, die sich vor allem durch gute Elastizität und Ventilationsmöglichkeiten auszeichnet. Softshell ist hier eine gute Wahl. Man sollte darauf achten, dass die Hose einen hohen Bund oder Hosenträger hat, da man auf Expedition den Auf- und Abbau von Lagern sowie reichlich weitere Arbeit in gebückter Haltung vor sich hat. Wenn dabei ständig die Hose nach unten und das Shirt nach oben rutscht, wird das auf Dauer unangenehm. Bei extrem kaltem Klima sollte man zusätzlich zur langen Unterhose und Softshell auch noch eine gefütterte Hose als zweite mittlere Lage dabei haben – idealerweise natürlich leichte Daune, aber eine leichte und gut sitzende Skihose kann diesen Zweck auch erfüllen.

Außenlayer: Vor Wind und Wetter schützen

Hardshelljacke

Ganz außen braucht es einen robusten, abriebfesten Schutzwall, an dem das schlechte Wetter abprallt. Dazu eignet sich nach wie vor das gute alte 3-Lagen GORE-TEX® Pro Laminat am besten. Die Atmungsaktivität ist dann bei schweißtreibendem Körpereinsatz womöglich nicht mehr perfekt, doch in aller Regel reicht es aus, dass es unter der Jacke nicht nass wird. Ideal sind dann natürlich Ventilationsreißverschlüsse – eines dieser netten kleinen Extras, die allerdings ein paar Gramm mehr wiegen und potentielle Schwachstellen bilden.

Wichtig ist, dass die Jacke besonders robuste, am besten verstärkte Schulterpartien hat. Wenn ein schwerer Rucksack getragen oder ein Pulka gezogen wird, sind die gepressten Schulterpartien Schwachstellen, an denen Feuchtigkeit eindringen kann. An den Ärmelbündchen muss es Klettverschlüsse oder Kordelzüge zum Verschließen geben. Hüftsaum und Kragen müssen ebenso regulierbar und eng abschließbar sein. Wenn viel Schnee(treiben) zu erwarten ist, sollte ein Schneefang im Taillenbereich eingearbeitet sein.

Die Kapuze muss gefüttert sein, gut um den Kopf passen und dabei freie Sicht und Bewegungsfreiheit für den Kopf lassen. Sie sollte mindestens am vorderen Saum verstellbar sein, einen verstärkten/versteiften Schild haben und mit einem Mundschutz kombiniert sein.

Die Reißverschlüsse müssen nicht nur, aber vor allem bei der Hardshelljacke robust, zuverlässig und leichtgängig sein – und natürlich auch mit dicken Handschuhen bedienbar. Auf diese und weitere Details wie die Anordnung der Taschen sollte man sowieso bei jeder Outdoorjacke achten – alles Wissenswerte dazu gibt es in unserer Kaufberatung für Outdoorjacken. Speziell für Expeditionsjacken ist noch das Vorhandensein von ausreichend leicht zu erreichenden Taschen vorteilhaft, da recht viele Dinge schnell griffbereit sein müssen. Auf Expeditionen geht es oft langsam voran und man möchte sicher nicht ständig Pausen einlegen, um in dem vielen Gepäck herumzusuchen.

Hardshell-Hose (und Gamaschen)

Die äußere Hosen-Lage sollte analog zur Jacke am besten aus 3-Lagen GORE-TEX® Pro Laminat bestehen. Für den Fall, das die Atmungsaktivität mal an ihre Grenzen gerät ist neben Ventilationsmöglichkeiten auch ein hoher Saum sinnvoll. Dieser sorgt für einen besseren Sitz ohne Verrutschen. Idealerweise hat die Überhose einen durchgehenden Reißverschluss, um sie leichter und notfalls ohne Ausziehen der Schuhe anziehen zu können. An den Knöcheln müssen die Abschlüsse dicht sein, damit kein Schnee eindringen kann. Bei vielen Expeditionshosen sind hierfür mittlerweile Gamaschen integriert. Sie sind aber unter Umständen unnötig bzw. sollten abnehmbar sein, da auch viele Expeditionsschuhe bereits mit integrierten Gamaschen ausgestattet sind.

Sonderfall Overall

So ein Ganzkörperanzug, such bekannt als Overall ist eine feine Sache, wenn er gut sitzt. Ein Tragegefühl wie aus einem Guss, viel Bewegungsfreiheit und die lästige Schwachstelle des Hosenbunds ist geschlossen. Das ist besonders beim Bergsteigen von Vorteil. Andererseits ist man weniger variabel, was das An- und Ablegen von Kleidungsstücken angeht. Für längere Aufenthalte in der „Todeszone“ der Achttausender ist man mit einem Expeditionsoverall aber auf jeden Fall gut gerüstet. Obwohl diese Anzüge wetterfest sind, sollte für extreme Wetterlagen noch eine zusätzliche (leichte) Hardshelljacke zum drüber ziehen dabei sein.

Hände und Füße

Handschuhe

Bei den Handschuhen wird zumeist ebenfalls das Schichtenprinzip empfohlen. Erst kommt ein dünner Fingerhandschuh, dann ein GORE-TEX® Überhandschuh und darüber noch ein Daunenfäustel. Damit kommt man dann inklusive Ersatz auf einen ganzen Fuhrpark von bis zu sechs Paaren. Das ist zwar auf Nummer sicher, aber nicht unbedingt komfortabel und übersichtlich. Abgesehen davon ist das gar nicht so einfach, drei zueinander passende Paare zu finden und diese so übereinander zu ziehen, dass man mit den Händen noch irgendetwas anfangen kann.

Die elegantere Lösung ist da sicher ein Paar der speziell für Expeditionen konzipierten, mehrlagigen All-in-One Handschuhe wie bspw. die Arktika Expedition Mitten von Reusch. Die sind zwar auf den ersten Blick knackig teuer, unterscheiden sich aber im Endeffekt preislich nicht wirklich von drei Paar „Durchschnittshandschuhen“. Wenn man dazu noch für besonders heftige Temperaturstürze ein Paar dünne Fingerhandschuhe zum drunterziehen einpackt, kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen. Naja, außer man verliert die Teile … ein Szenario, dass man durch konsequente Befestigung mit einer Schlaufe an der Jacke unbedingt verhindern muss.

Socken und Schuhe

In den großen Bergen hat man eine Kombination aus leichten Sportschuhen für Tal und Basecamp, robuste Trekkingschuhe für die tieferen Lagen und wasserfeste Expeditionsstiefel für die eisigen Höhen dabei. Letztere zeichnen sich durch ihre maximale Robustheit, Wetterbeständigkeit und Steigeisenfestigkeit aus. Gelegentlich kommen auch Skischuhe zum Einsatz. In polaren Gefilden ist ganz ähnliches Schuhwerk gefragt, wobei man hier normalerweise nicht unbedingt die gleiche Torsionssteifigkeit wie am Berg benötigt und etwas weichere/bequemere Modelle wählen kann. So gut wie alle angebotenen Spezialschuhe sind atmungsaktiv, wenn auch nur bis zu gewissen Grenzen.

Die trockenen Füße muss man zusätzlich durch die richtige Wahl der Socken sicherstellen: am besten zwei bis drei Lagen dünne Trekkingsocken plus ein Paar Ersatzsocken, damit immer ein trockenes Paar zur Hand ist. Für extrem tiefe Temperaturen empfehlen sich die sogenannten Vapour-Barrier-Liner Socken (VBL-Socken). Die halten den Innenbereich des Schuhs auch dann trocken, wenn der Fuß schwitzt und die Außenseite nass und kalt ist.

Noch ein paar letzte Tipps

Sämtliche Reißverschlüsse an allen Kleidungsstücken sollten auch mit dicken Handschuhen gut bedienbar sein und alle Taschen sollten auch mit Klettergurt oder Pulka-Zuggeschirr gut zugänglich sein. Die Expeditionsbekleidung sollte von bewährten Herstellern wie Canada Goose, Yeti oder Patagonia kommen, deren Produkte seit Jahrzehnten in den wildesten Winkeln der Welt unterwegs sind und zuverlässigen Schutz bei tiefsten Temperaturen bieten!

Kaufberatung Lawinenausrüstung

Kaufberatung Lawinenausrüstung: Was muss ins Tourengepäck?

20. Februar 2018
Kaufberatung

Bei der Lawinenrettung ist Zusammenarbeit gefragt. Selbst wer nur unter einer Schneeschicht von 30 cm liegt, hat kaum eine Chance, allein aus der hart gepressten Masse herauszukommen. Deshalb ist der Großteil der heute für alle winterlichen Bergsportarten obligatorischen Lawinenausrüstung für die Partnersuche bestimmt. Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS-Gerät), Sonde und Schaufel sind für die Rettung der Begleiter gedacht. Auf die muss man sich wiederum voll und ganz verlassen, wenn man selbst verschüttet wird (und noch lebt). Der einzige Ausrüstungsgegenstand für die Selbstrettung ist der Lawinenrucksack.

Der enthält eine Menge Technik und kostet ungefähr so viel wie alle anderen Tools zusammen. Doch wer regelmäßig abseits der Pisten unterwegs ist, sollte dessen Anschaffung nicht scheuen, denn mit der Häufigkeit und Dauer der Touren steigt auch die Wahrscheinlichkeit, in eine Lawine zu geraten. Der rechtzeitig ausgelöste Lawinenrucksack verbessert dann die Überlebenschancen deutlich.

Neben diesen vier Standardgegenständen gibt es noch zwei eher selten gesehene Gerätschaften namens Avalung und Lawinenball. Diese Beiden können zwar nicht direkt für die Rettung dienen, schaffen aber durch mögliche Verlängerung der Atemzeit bzw. Verkürzung der Suchzeit bessere Überlebenschancen. Dazu folgt am Schluss des Artikels noch eine kurze Einschätzung.

LVS-Gerät – Suche der Verschütteten

Das Prinzip der LVS-Geräte, auch Lawinen-Piepser genannt ist denkbar einfach: Sie tauschen untereinander Funksignale aus, mit denen sie sich gegenseitig orten können. Wenn alle Gruppenteilnehmer je ein Gerät um den Körper tragen, können die Nicht-Verschütteten die Verschütteten mithilfe der Empfängerfunktion orten. Die Geräte der Verschütteten sind automatisch im Sendemodus.

Bei den neuesten Geräten ist das mittlerweile auch tatsächlich fast so einfach, wie es in der Theorie klingt. Die meisten der früher üblichen technischen Probleme und Bedienungsschwierigkeiten sind bei den neuen Generationen ausgeräumt. Es gibt ein digitales Display, auf dem nicht nur die Entfernung, sondern per Pfeil auch die Richtung des Verschütteten angezeigt wird. Auch die Anzeige mehrerer Verschütteter gleichzeitig ist dank mehrerer (meist Dreier) Antennen kein Problem. Auch eine Markierfunktion für Mehrfachverschüttungen gehört mittlerweile zum Standard. Ist man ganz in die Nähe eines Verschütteten, unterstützt eine Suchakustik die Feinsuche.

Dennoch bedeuten all die Innovationen keineswegs, dass ein LVS-Kurs und regelmäßige Übung im Umgang mit dem Material überflüssig geworden wären! Einen detaillierten Überblick über Funktionen, Hersteller und Modelle findest du in der Kaufberatung LVS-Geräte von Bergfreundin Lisa.

Lawinensonde – Ertasten der Verschütteten

Perfekt ist auch die neueste Generation der LVS-Geräte (noch) nicht. So zeigen sie weder die genaue Lage des Verschütteten, noch die Verschüttungstiefe. Deshalb muss hier im wahrsten Sinne des Wortes noch einmal nachgebohrt werden. Das dünne, zusammensteckbare Alurohr, das man dafür nimmt, ist die Lawinensonde. Da man möglichst schnell vorgehen muss und man zudem auch harte Schneeklumpen für gefühlten Widerstand sorgen, ist das nicht immer ganz so einfach wie es klingt.

Beim Kauf einer Sonde kann man im Grunde nicht allzu viel falsch machen – zumindest was  Material und Mechanismus angeht. Bei der Länge sollte man schon kurz nachdenken, denn das Gestänge soll zusammengeklappt in den Rucksack passen. Was es sonst noch rund um das Suchwerkzeug zu wissen gibt und wie genau du beim Sondieren vorgehst, erfährst du in der Kaufberatung Lawinensonden.

Lawinenschaufel – Bergung der Verschütteten

Wenn die Verschütteten gefunden sind, müssen sie so schnell wie möglich ausgegraben werden. Das lässt sich im meist harten Lawinenschnee nicht mit Skiern oder einem Snowboard bewerkstelligen. Man braucht dafür die spezielle, relativ kleine Carbon – beziehungsweise Aluminiumschaufel – die zusammengesteckt im Rucksack mitgeführt wird.

Je nachdem wie steil der Hang ist, schaufelt man möglichst nicht von oben, sondern von der Seite auf die Verschütteten zu. Man verhindert so, dass man auf den Verschütteten steht, vermindert deren Verletzungsrisiko durch die Schaufel und kann außerdem leichter schaufeln.

Beim Ausgraben gibt es, ebenso wie bei der Auswahl der Schaufel noch einiges mehr zu beachten. Kleine Unterschiede in den Größen und Formen der Details können große Wirkungen haben. Deshalb solltest du die ausführlichen Infos in der Kaufberatung Lawinenschaufeln zurate ziehen.

Lawinenball – schneller gefunden werden

Der Lawinenball ist eine Erfindung aus Österreich. Er befindet sich komprimiert am Rucksack und entfaltet sich nach dem Auslösen im Notfall blitzschnell mithilfe eines Federmechanismus. Der Ball ist über eine sechs Meter lange Sicherheitsleine mit dem in die Lawine Geratenden verbunden und bleibt während des Abgangs wie eine rote Boje auf der Oberfläche der Lawine. Ist die Lawine zum Stillstand gekommen, können die Retter die Position des Verschütteten sofort sehen und ihn durch einfachen Zug am Seil genau ausfindig machen.

Der Auslösemechanismus kommt ohne Gaspatrone oder andere Triebmittel aus und kann deshalb wiederholt benutzt werden – im Zweifelsfall auch mehrfach während einer Tour. Mit knapp einem Kilogramm Gewicht ist die Zusatzlast am Rucksack (der Ball kann an jedem gängigen Rucksack befestigt werden) für sich allein durchaus verkraftbar. In Kombination mit einem Standard LVS-Set hat man hier allerdings schon eine kräftige Zuladung – auch ohne Lawinenrucksack.

Lawinenrucksack – oben schwimmen auf der Lawine

Der Lawinenrucksack, auch Ballonrucksack genannt, bringt ebenfalls Kampfgewicht auf die Waage, mit etwa zwei Kilo wiegt das integrierte Auslöse- und Airbagsystem zusätzlich zum normalen Eigengewicht des Rucksacks. Doch wenn man bedenkt, dass man hier so etwas wie eine Lebensversicherung auf dem Rücken hat, erscheint das nicht zu viel. Andererseits – eine Überlebensgarantie ist auch das nicht, die Airbags bringen „nur“ einen sprichwörtlichen deutlichen Auftrieb und eine Verbesserung der Chancen.

Sie nutzen dabei die physikalischen Besonderheiten einer fließenden Lawine, in der die Schneebrocken quasi sortiert werden: die kleineren wandern nach unten, die größeren nach oben. Löst man rechtzeitig vor dem Erfasst werden den Rucksack aus, vergrößern die Airbags binnen Sekunden das Volumen um bis zu 170 Liter. Diese Größe verleiht Auftrieb in der Lawine und verbessert erheblich die Chance, sich am Ende der Lawine an der Oberfläche zu befinden.

Zurzeit haben sich vier verschiedene Airbag- und Auslösesysteme mit jeweils spezifischen Vor- und Nachteilen etabliert. So gibt es Varianten mit zusätzlichem Schutz für Kopf und Halswirbelsäule, abnehmbare Systeme und Modelle, die ein mehrfaches Auslösen für den Fall von Folgelawinen ermöglichen. Welcher Rucksack am besten für deine Tourenplanungen passt, kannst du in der Kaufberatung Lawinenrucksäcke nachlesen.

Avalung – mögliche Ergänzung

Die „Lawinenlunge“ kann als Ergänzung in das Lawinenequipment eingebaut werden, sollte aber keinesfalls als Ersatz für den Lawinenairbag angesehen werden. Sie wird als Brustgurt um den Oberkörper geschnürt und soll im Notfall helfen, unter der Schneedecke länger weiteratmen zu können.

Dafür muss man allerdings das Mundstück im Moment der Verschüttung zwischen den Zähnen haben. Man muss es schaffen, den Schlauch während eines Lawinenabgangs zum Mund zu führen und das Mundstück trotz des zu erwartenden brutalen Schleudergangs dort zu behalten. Das hat in manchen Fällen tatsächlich funktioniert und Avalung hat nachweislich schon Leben gerettet. Doch es kann genauso gut auch schief gehen, man sollte sich hier keinem falschen Sicherheitsgefühl hingeben.

Fazit

Soll eine winterliche Tour in lawinengefährdetem Gelände auf verantwortliche Weise durchgezogen werden, müssen alle Teilnehmer in der Lage sein, eine schnellstmögliche Lawinenbergung durchzuführen. Dafür muss der Umgang mit dem hier genannten Equipment quasi wie im Schlaf beherrscht werden. Auf die Bergrettung sollte man sich besser nicht verlassen. Auch wenn sie in den Alpen wohl die effizienteste und schnellste weltweit sein dürfte, ist sie bei  Lawinenunglücken trotz bester Organisation und Ausrüstung nur selten schnell genug, um Verunglückte noch lebend zu bergen. Das soll keineswegs Kritik an den professionellen Retter sein, sondern ein weiteres Argument für vernünftige Tourenplanung und bestmögliche Lawinenprävention. Dies sind die ersten beiden Glieder der Sicherheitskette, die am besten nie versagen sollten. Erst dann müssen die Lawinenausrüstung und -Rettung zur Stelle sein.

Bergfreund Jan am Kilimanjaro

Auf den Kilimandscharo – Tipps für die Packliste

7. März 2018
Packlisten, Tipps und Tricks

5.895m – für viele ist es ein lange gehegter Traum, einmal im Leben auf dem Dach Afrikas zu stehen. Bei mir kam diese Idee eher spontan, nach dem Studium. Da hat man ja erstmal Zeit, wenn es einen nicht direkt an die nächste Uni oder ins Berufsleben verschlägt. Dabei wäre letzteres gar nicht so schlecht gewesen, kostete die Besteigung seinerzeit doch geschlagene 3.000 Euro, mit allem Drum und Dran – Flüge, Hotel, Nationalparkgebühren, Guides, anschließende Safari … the list goes on.

Ein anderer, nicht unwesentlicher Teil dieser Kosten: die gesamte Ausrüstung, welche für solch eine Besteigung notwendig sein wird. Dabei habe ich so Allerlei falsch gemacht. Nicht nur weil plötzlich das nötige Kleingeld fehlte, sondern auch aus mangelnder Erfahrung. Dieses und weiteres Wissen möchte in an dieser Stelle weitergeben – in der Hoffnung so manch einem angehenden Kilimandscharo-Begeher hoffentlich hilfreiche Infos mit auf den Weg geben zu können.

Das höchste Bergmassiv Afrikas

Die größte Herausforderung an Mensch und Material ist sicherlich die nicht zu unterschätzende Höhe dieses formschönen Vulkanes. So gilt es nicht nur, seinen Körper auf knapp 6.000m Höhe zu bugsieren (das ist immerhin höher als das Everest-Basislager), sondern dabei fünf völlig unterschiedliche Klimazonen zu durchwandern:

  • Landwirtschaftlich genutzter Kulturwald
  • Bergregenwald ab 1.700m bis zur Baumgrenze
  • Die alpine Stufe beginnt ab etwa 2.800 m und führt zunächst durch Grasland sowie eine von Heidegebüsch geprägte Steppenregion
  • Ab 4.000m geht es über die sogenannte Hochlagenwüste (karg und steinig, mit großen Tag-/Nacht Temperaturamplituden) bis knapp 1.000m unterhalb des Gipfels
  • Die eigentliche Gipfelregion befindet sich in der nivalen Zone, d.h. wo sich Schnee, Gletscher und Gipfelkrater die Klinke in die Hand reichen.

Von der Wahl einer geeigneten Route

Nun geht es natürlich nicht in einem Rutsch bergauf, das würde den nicht-akklimatisierten Mitteleuropäer schlichtweg überfordern, sondern je nach gewählter Route in Etappen rauf, wieder ein Stückchen runter, am nächsten Tag weiter rauf, usw. Frei nach der tansanischen Sprechart „Pole, Pole“ (Langsam, Langsam) bahnt man sich seinen Weg in fünf bis neun Tagen zum Uhuru Peak. Dabei bieten sich vor allem die längeren Routen nicht nur auf Grund ihrer landschaftlichen Vielfalt, sondern auch der wesentlich besseren Akklimatisierungsmöglichkeiten gleich in doppelter Hinsicht an.

Wir haben uns für die seinerzeit eher seltener begangene 7-Tages-Tour über die Machame-Route – die sogenannte Whiskey-Route entschieden. Körperlich vielleicht etwas fordernder, da länger (und auch etwas teurer), dafür aber mit besseren Chancen, auch tatsächlich den Gipfel zu erreichen (was schließlich auch 9 von 10 Leuten aus unserer Gruppe gelang).

Ausrüstung? Ja was genau eigentlich?

Spätestens in der Gipfelnacht ist mir schmerzlich (bzw. eher frierend) bewusst geworden, was ich hätte besser machen können. Typischer Anfängerfehler mögen jetzt die einen sagen, war doch klar die anderen. Dabei sind es genau diese Fehler, aus denen man lernt. Und nicht wenige Fragen, die uns regelmäßig erreichen, drehen sich um die Punkte:

  • Wie kalt wird es werden? Welche Bekleidung empfiehlt sich nicht nur für die Regenwaldetappen, sondern vor allem für den Gipfeltag?
  • Welche Komforttemperatur sollte mein Schlafsack haben? Welche Isomatte bietet sich an?
  • Was ist mit Zelten und Verpflegung?
  • Und last but not least: Trinkflasche oder Trinksystem?

Dies sind natürlich nur einige der Fragen, die man sich im Vorfeld der Tour stellen sollte und stellen muss. Deren Beantwortung fällt jedoch nicht immer ganz so leicht. Aus diesem Grund möchte ich schlicht einige Orientierungshilfen liefern, die zwar keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeiten erheben, mir persönlich das Leben jedoch erleichtert hätten.

Welche Bekleidung muss mit? Was ist Nice-to-have?

Ein Blick in meine Packliste zeigt vor allem eins: Kleide dich nach dem Zwiebelprinzip und nimm nicht zu viel mit! Ein Paar Merino T-Shirts, ein Paar Merino-Longsleeves (Materialstärke 200 g/m²) und eine Windstopper-Softshelljacke. Dazu eine Trekkinghose, bei der die Beine abnehmbar sind. Schon steht die Basis und man kommt die ersten Tage problemlos über die Runden. Vor allem die Merinobekleidung trocknet schnell und stinkt wenig. Ein klarer Gewinn für Übernachtungen im Zelt.

Spannend hingegen wird der Übergang von 3.000m in die teils windgepeitschte Hochlagenwüste. Hier gibt es nur noch wenig Schutz durch die Vegetation, sodass man Wind und wenn man Pech hat, dem Regen ziemlich ausgeliefert ist. Abhilfe schafft auf jeden Fall winddichte Oberbekleidung sowie ein Buff, den man sich bei Bedarf ins Gesicht ziehen kann. Die (leichte) Regenjacke sollte dabei griffbereit im Tourenrucksack verstaut sein.

Achja, fast vergessen, die Schuhe… Oft werde ich gefragt, ob es denn die steifen Bergstiefel für den Kili sein müssen. Meine Antwort lautet nein. Ein ordentliches Paar (eingelaufene!) knöchelhohe Wanderschuhe der Kategorie B sind meiner Meinung nach vollkommen ausreichend. Da es sich bei der ganzen Besteigung mehr um ein ausgedehntes Höhentrekking handelt, sollten vor allem das Abrollverhalten, der Komfort und die Atmungsaktivität der Schuhe stimmen. Für mich haben sich ein paar Hanwag Banks GTX bewährt. Wer darüber hinaus noch länger im Land bleibt, zum Beispiel für eine Safari, der sollte neben 3-4 Paar Socken auf jeden Fall ein leichtes, luftiges zusätzliches Paar Schuhe einpacken.

Kommen wir nun zum Eingemachten: Alles oberhalb von 4.000m. Hier habe ich den wohl größten Fehler begangen und mir aus Mangel an nötigem Kleingeld keine Daunenjacke gekauft. Das wiederum sollte mir spätestens am letzten Abend vor dem Gipfel sowie auf dem Weg zum Uhuru Peak selbst einige Unannehmlichkeiten bereiten. Als ich mich in einer abstrusen Kombination aus T-Shirt, Longsleeve, Fleecejacke, noch einer Fleecejacke, Windstopperjacke und einer zusätzlichen Hardshelljacke on top zum Gipfel gebibbert habe, während sich die Anderen in ihrer gemütlichen Daunenjacke verkriechen konnten. Nehmt also um Gottes Willen ein Daunenoberteil mit. Keine von diesen 800 Euro Michelin-Männchen-Dingern, aber zumindest eine aus dem mittleren Preissegment, einigermaßen klein verpackbar mit 650 bis 700 cuin Bauschkraft. Damit sollte einem doch geholfen sein.

Nice-to-have ist auf jeden Fall eine lange Unterhose. Auch hier hat sich eine aus Merinowolle mit 200 g/m² bewährt – im Schlafsack sowie auf dem Weg zum Gipfel ein echter Zugewinn. Wer es mag, dem sei auch ein Kunstfaserrock empfohlen. Vor allem in den abendlichen Stunden, mit einem leckeren Tee in der Hand, kann es die Behaglichkeit vor dem Zelt beim gemütlichen Beisammensitzen doch nochmal deutlich erhöhen.

Was letztlich so Dinge wie Handschuhe und Mütze angeht, da gibt es nur wenig zu sagen. Vergessen sollte man sie jedenfalls nicht. Eine warme, bequeme Wollmütze unter der Kapuze, dazu ein Paar winddichte und zum Beispiel mit Primaloft isolierte Fingerhandschuhe, schon sollte der letzten Etappe auf das Dach Afrikas nichts mehr im Wege stehen. Außer der großen Höhe natürlich. Aber hier reagiert einfach jeder Mensch anders. Und wenn man Symptome der akuten Höhenkrankheit zeigt, sollte man diese keineswegs auf die leichte Schulter nehmen. Lieber auf Nummer sicher gehen, den Gipfel streichen und dafür Gesund wieder runterkommen… So wie es schließlich auch einer Mitstreiterin aus unserer Gruppe ergangen ist. Hut ab für diese Entscheidung, gehört doch einiges an Mut dazu, aber wer weiß schon wofür es gut war? Unser Bergführer jedenfalls hat schon so einige Fälle erlebt, in denen er und seine Guides Leute mit Sauerstoffflaschen vom Berg runterkarren mussten.

Wie man sich bettet, so liegt man…

Apropos Schlafen. Mein Kunstfaserschlafsack von Mountain Hardwear mit 1°C Komforttemperatur plus ein Mikrofaser-Inlet war schon nicht schlecht, ist aber sicher nichts fürs Frostbeulen. Wer hingegen auf Nummer sicher gehen will, wählt einen Kunstfaserschlafsack im Bereich -2°C Komfort oder knapp darunter. In den wärmeren Lagen (Stichwort Schwitzen; Feuchtigkeit) kann man diesen einfach weiter geöffnet lassen, weiter oben am Berg wird man über einen Wärmekragen dankbar sein.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum dann nicht gleich einen Daunenschlafsack mitzunehmen. Hier würde ich grundsätzlich nicht widersprechen, für mich war jedoch hauptsächlich der Preis ausschlaggebend. Daune ist noch leichter, bietet ein besseres Isolationsvermögen im Vergleich zum Gewicht und gleicht das Körperklima gerade bei den hohen Temperaturdifferenzen am Kili zwischen Lager 1 und Lager 5 besser aus – kostet dafür aber auch entsprechend mehr. Letztlich ist es also eine Frage des Geldbeutels. Orientieren sollte man sich in beiden Fällen an den -5°C bis 0°C Komforttemperatur, für besonders kalte Nächte weit oben kommt ein zusätzliches Inlet zum Einsatz.

Wer nicht gerade auf einer Therm-a-Rest Z-Lite Sol Faltmatte übernachten will, sollte sich zudem Gedanken über eine selbstaufblasende Isomatte machen. Meine ist die Exped SIM Lite UL 3.8 – ein guter Kompromiss aus Packmaß, Gewicht und Isolationsvermögen. Mit ihrem R-Wert von 3,2 reicht sie bis etwa -5°C. Auch hier bietet sich die Überlegung an, auf eine etwas dünnere, dafür leichtere Matte zu setzen, auf die Gefahr hin, gerade in den höheren Lagen bei niedrigen Temperaturen bzw. Bodenfrost zu bibbern. Oder im Gegenteil: Wer auf Nummer sicher gehen will, orientiert sich an einer Mattendicke von 4 bis 5 cm.

Die Zelte (zumindest kenne ich es nicht anders) werden in der Regel vom Veranstalter gestellt und von den eigens zugeteilten Trägern in die einzelnen Lager verbracht. So muss man sich zumindest um diesen Punkt nicht weiter kümmern.

Zum Thema Verpflegung und Trinkwasser

Auch wenn das mit dem Thema „by fair means“ nicht viel zu tun hat, aber auch die Verpflegung wird zu großen Teilen von den Trägern in die einzelnen Lager geschleppt. Selbst wenn ich persönlich der Ansicht bin, dass ich alles was ich am Berg benötige, selbst mit hinauf und wieder mit hinunter nehme, so sind die Regeln am Kili ein bisschen anders. Ohne die Träger geht hier nichts. Und vielleicht ist das auch gut so, immerhin handelt es sich beim stark reglementierten Tourismus am Kili häufig um die Haupteinnahmequelle für viele Chaggas, die so ihre Familien ernähren.

 

Auf jeden Fall muss man sich neben Energieriegeln für die einzelnen Tagesetappen nicht um Trekkingnahrung oder Ähnliches kümmern. Meist gibt es ein kleines Frühstück und zu Abend etwas Warmes, mit Kartoffeln, Fleisch und Reis. Für den kleinen Hunger zwischendurch schwöre ich auf Clif Bar. Wem das verständlicherweise zu teuer ist, der sollte mal die Haferriegel von Oatsnack ausprobieren – kleine Kraftpakete, die noch dazu gut schmecken und nicht so schnell wegschmelzen.

Mein letzter Punkt dreht sich um’s Trinkwasser. Dazu ein Vergleich: Person 1 trägt eine Trinkblase mit drei Litern Fassungsvermögen im Rucksack. Person 2 eine handelsübliche ein Liter Trinkflasche in der Seitentasche. Wer trinkt mehr bzw. regelmäßiger? Die Antwort ist eindeutig und braucht keiner weiteren Erklärung. Mein Trinksystem von Camelbak hat nur einen Haken, bzw. viel mehr war es mein Denkfehler, keinen Isolationsschlauch mitzunehmen. Das resultierte darin, dass ich die ganze Nacht auf dem Weg zum Gipfel an einem eingefrorenen Beißventil genuckelt habe. Erst mit dem Sonnenaufgang konnte ich sehnsüchtig dabei zusehen, wie das Wasser im Schlauch langsam wieder seinen Aggregatzustand in Richtung trinkbar änderte.

Wie dem auch sei, die Wasserversorgung am Berg ist durchweg gut und durch die Träger gewährleistet. Das heißt, ich muss selbst nur dafür Sorge tragen, mir täglich meine Vorräte zu füllen (3-4 Liter Wasser pro Tag sind durchaus nötig und für eine angemessene Akklimatisierung zu empfehlen). Wer dann noch daran denkt, dass sein Wasser bei Minustemperaturen ja einfrieren könnte und entsprechend Vorkehrungen trifft (und damit meine ich nicht, das Wasser durch hochprozentigen Schnaps zu ersetzen), der wird auf der sicheren Seite sein. So gibt es für die meisten Trinksysteme passende Winter Kits mit isolierten Schläuchen.

Was muss definitiv nicht mit?

Viel wird darüber geschrieben, was man auf solchen Bergtouren alles braucht. Noch wichtiger ist jedoch, sich darüber Gedanken zu machen, was man alles nicht braucht! Und da gibt es am Kilimandscharo so einiges, was definitiv zu Hause bleiben kann. Um der endlosen Litanei also an dieser Stelle ein Ende zu setzen, hier meine Top 5 der Dinge, die man einfach nicht braucht:

  • Schwere Bergstiefel (Kategorie C-D) und mehr als 3 Paar Socken
  • Gamaschen jeglicher Art (zumindest habe ich sie nonstop umsonst mit mir rumgeschleppt – aber ja, gegen feinen Vulkanstaub können auch kurze, leichte, atmungsaktive Gamaschen helfen)
  • Mehr als eine gute (abzippbare -> universelle) Trekkinghose
  • Mehr als zwei T-Shirts, zwei Longsleeves, eine Fleece- und eine Daunenjacke
  • Handy, Smartphone und Co – am Berg hat‘s eh keinen Empfang, dafür lieber eine gute Kamera mit Ersatzakku einstecken

In diesem Sinne wünsche ich allen Aspiranten einen eindrücklichen Aufstieg und sichere Abkehr vom einstigen höchsten Berg Deutschlands.

Zelten im Winter: das umfassende Kältetuning

Zelten im Winter – das umfassende Kältetuning

21. Februar 2018
Tipps und Tricks

Bei Eis und Schnee, bilden Haut und Muskeln so etwas wie die letzte „Verteidigungslinie“ gegen die Kälte. Und auch die Wichtigste, denn wenn du komplett durchfroren bist, helfen auch die cleveren Techniktipps und coolen Equipment-Hacks nur noch eingeschränkt weiter. Deshalb ist es im Winter ganz besonders wichtig, die Tour an individuellen Fitnessstand und Leistungsvermögen anzupassen. Noch mehr als im Sommer gilt es, zurückhaltend und mit Reserven zu planen.

Weil ein richtig konfiguriertes Körper-Geist-System für das Zelten im Winter so wichtig ist, gehe ich bei diesem Artikel „von innen nach außen“ vor. Erst kommt das Kältetuning für Körper und Geist mit einem anschließenden Kurzportrait der Kälte. Denn wenn man deren Prinzipien und Wege kennt, muss man nicht tausend Strategien und Tricks auswendig lernen, sondern kann sich selbst welche einfallen lassen. Anschließend folgen Tipps rund ums Übernachten und Kochen, dann geht es an die nächst äußeren „Kälteschutzmauern“: Kleidung, Schlafsack, Isomatte und Zelt.

Kältetuning für Körper und Geist

Fangen wir mit einer echten Neuigkeit an: Kälteempfinden und Kälteempfindlichkeit sind nicht von den Genen vorherbestimmt, sondern ähnlich wie Muskeln, beeinflussbar und trainierbar. Diese erfreuliche Tatsache ist zwar nicht wirklich neu, doch offenbar vielen Bergfreunden nicht bekannt. Wäre sie es, würde man diesem sicher nicht ganz uninteressanten Punkt sicher mehr Aufmerksamkeit schenken. In den allermeisten Artikeln, die ich zu diesem Thema gefunden habe, wurde er aber nur als Randnotiz oder gar nicht behandelt.

Körper: Kältetraining

Kontrollierte Begegnungen mit der Kälte sind als Booster für Immunsystem und Gesundheit gerade ziemlich hip. Man trainiert für die Kälte, indem man regelmäßig auch im Winter vor die Tür geht, öfter mal kalt duscht (hier kann man sich langsam herantasten), Wechselbäder nimmt und sich nicht den ganzen Winter über in dicke Schals und Polarklamotten einmümmelt.

Ausgelöst hat die Sache wohl ein leicht exzentrischer Holländer namens Wim Hof. Der Mann ist so etwas wie ein lebendes Thermostat, das sich beim Tauchen im Polarmeer genauso wohlfühlt wie beim Marathon in der Wüste. Da er dabei willentlich sein vegetatives Nervensystem steuert und weitere Dinge tut, die nach medizinischer Lehrmeinung unmöglich sind, tat man ihn lange Zeit als genetischen Sonderfall oder Scharlatan ab. Doch er ließ sich wissenschaftlich untersuchen und fing an, Workshops zur „Wim Hof Methode“ zu geben. In einem regelmäßig stattfindenden Workshop gehen die Teilnehmer nach etwa einer Woche in T-Shirts und kurzen Hosen bergwandern – im Winter auf einen Gipfel an der polnisch-tschechischen Grenze.

Das soll übrigens keine Werbung für irgendwelche Gurus oder Seminare sein. Erstens gibt es auch viele kostenlose Infos und zweitens ist es, soweit ich weiß, die erste allgemein zugängliche Methode, durch die Ottonormalbergfreunde deutlich unempfindlicher gegen Kälte werden können.

Geist: Akzeptanz und Gewöhnung

Ein weiterer Pfeiler des Kältetrainings ist die veränderte Einstellung zur Kälte: während wir gewohnt sind, nur ihren starren, lebensfeindlichen Aspekt zu sehen, vergessen wir meist das ebenfalls vorhandene, intensiv belebende Element (das man z.B. nach einer kalten Dusche genießen kann). Wie plättend und ermüdend ist dagegen die Luft im überheizten Büro …

Solche sprichwörtlichen „warmen Gedanken“ sind mehr als nur ein Witz am Rande. Im Gegenteil, ihre Wirkung kann durchschlagend sein. Die tibetische Tummo-Meditation, an der die Wim-Hof-Methode angelehnt ist, arbeitet mit Visualisierungen von Flammen, die zur Erzeugung von tatsächlicher Körperwärme beitragen – und zwar so viel, dass Fortgeschrittene damit (nach langer Praxis) die Eisschollen durchschmelzen, auf denen sie sitzen. Auch wenn unsereiner das wahrscheinlich nicht bis zum nächsten Camping im Winter schafft, zeigt es doch, dass viel mehr möglich ist, als die Schulweisheit uns träumen lässt.

Verdammt, es wird trotzdem kalt!

Auch positive Einstellung und gute Eingewöhnung können nicht immer verhindern, dass man doch mal richtig schlottert. In dem Fall muss man hoch auf die Beine und irgendwie den Kreislauf in Schwung bringen: Kniebeugen, Hampelmänner, herummrennen mit schweren Steinen oder was einem sonst so einfällt. So lange bis es wärmer wird, ohne dass man schwitzt. Dann hat man sich den warmen Schlafsack redlich verdient!

Das Ganze funktioniert natürlich nur, wenn der Körper noch Energiereserven hat. Ist man dermaßen am Ende, dass nichts mehr geht, wird es Zeit, die Tourenplanung zu hinterfragen und über einen (hoffentlich möglichen) Abbruch nachzudenken…

Exkurs: Was ist Kälte?

Das bessere Verständnis von Kälte hilft nicht nur für Gegenmaßnahmen, sondern kann vielleicht auch unnötige Ängste abbauen. Man kann Hitze und Kälte als Bewegungszustände betrachten: bei Hitze sind Moleküle in schneller Bewegung, bei Kälte sind sie langsamer oder gar nicht unterwegs. Je kälter es wird, desto weniger bewegt sich, bis irgendwann alles starr ist. Da Bewegung bekanntlich Platz beansprucht, enthält ein Kubikmeter warme Luft weniger Luftmoleküle als ein Kubikmeter kalte Luft. In der kalten Luft sind die Moleküle dichter gestaffelt, weshalb kalte Luft „schwerer“ ist und zu Boden sinkt. Dabei wird die warme Luft verdrängt, zum Himmel verflüchtigt und abkühlt.

Schafft man es jedoch, eine Schicht Warmluft in einer Hülle „festzuhalten“ und das zu wärmende Objekt (z.B. den eigenen Körper) mit dieser Hülle möglichst komplett zu bedecken, kann die kalte Luft die Warmluft nicht mehr einfach verdrängen. Jeder Wärmeschutz bei Kleidung, Schlafsäcken, Isomatten und Behausungen basiert auf dem Versuch ein Paket an Warmluft in einer möglichst stabilen Hülle „einzusperren“ und „festzuhalten“. Ob Daunenjacke, Kunstfaserschlafsack oder doppelt verglastes Fenster: sie alle sperren eine relativ warme Luftschicht ein, die die Kaltluft von draußen abweist.

Kältetuning: kochen, essen, trinken, verdauen … und rauslassen!

Die Blase drückt, der Darm rumort: leider geben auch auf winterlicher Outdoor-Tour die Rhythmen und Begrenzungen des Körpers den Ton an. Mit dem Gefühl von Freiheit und Abenteuer ist es dann manchmal nicht mehr so weit her. Wenn man trotzdem Spaß an der Sache haben will, kommt man nicht umhin, rund um die Energieaufnahme und -Abgabe einige Tipps und Regeln zu beherzigen. Eigentlich ist es nur eine Regel, die allerdings nicht immer leicht zu befolgen ist: die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme so zu gestalten, dass man den Schlafsack nachts nicht für irgendein Geschäft verlassen muss.

Heißt das, man soll möglichst lange vor dem Nächtigen nichts essen und trinken? Nein, keineswegs! Nächtlicher Mangel an Flüssigkeit und Nahrung ist schlecht für Schlaf und Regeneration. Man braucht die Energie im Bauch, um sich während des Schlafs warm zu halten. Das macht der Körper auch dadurch deutlich, dass es sich mit Hunger oder Durst sehr schlecht einschlafen lässt. Ein bis zwei Stunden vor dem Aufs-Ohr-legen ist ein guter Zeitraum, um ordentlich reinzuhauen. In dieser Zeit sollte man auch nur noch sparsam trinken. Ich weiß nicht, ob man es erwähnen muss, aber ja, es stimmt: je heißer und energiereicher die Getränke und Suppen, desto besser. Noch besser ist, wenn man eine Thermoskanne hat, in der man den heißen Stoff für den nächsten Tag schön warmhalten kann.

Oft hört und liest man, dass Ingwer, Chili und andere scharfe Gewürze gut fürs Warmhalten sind. Das stimmt, aber vor dem Schlafengehen sollte man es damit nicht übertreiben, denn die anregende Wirkung auf den Kreislauf kann auch das Einschlafen erschweren.

Trinken/ Schnee schmelzen

Bei Kälte empfindet man zwar weniger Durst, hat aber dennoch jede Menge Flüssigkeitsbedarf. Die Luft ist oft sehr trocken und die Gliedmaßen werden nur mit ausreichend Flüssigkeit gut durchblutet. Wenn Schnee liegt, braucht man sich um den Nachschub keine Sorgen zu machen – sofern man genug Brennstoff für den Kocher hat.

Je nachdem wie trocken der Schnee ist, kann es mit dem Schmelzen etwas länger dauern. Nimmt man Eis, sollte man es in möglichst kleine Stücke zerhacken. Am Anfang wird man die Mengen zum Trinken und kochen noch nicht so gut einschätzen können, weshalb man öfter warmes Wasser übrig haben wird. Dieses schüttet man nicht weg, sondern füllt es in die Isolierflasche oder Thermoskanne, um es später zu verwenden.

Kochen

Falls es draußen keine windgeschützte Stelle gibt, muss man im Vorzelt (Apsis) kochen. Dort hat man idealerweise zuvor eine Vertiefung in den Schnee gegraben, die Platz zum Sitzen schafft und als „Entsorgungssenke“ für kalte Luft dient. Diese Grube darf nicht über den Zeltrand hinausragen, sonst kann es hereinschneien.

Beim Kochen im (Vor)Zelt dürfen Konzentration und Aufmerksamkeit in keiner Sekunde nachlassen, sonst kommt es ganz schnell zum Super-GAU. Der Kocher muss so stabil wie möglich und so weit weg wie möglich von allem Brennbaren stehen. Sehr wichtig ist auch eine ausreichende Belüftung – ansonsten kann es zu einer Kohlenmonoxidvergiftung kommen.

Das erste Alarmzeichen für Sauerstoffmangel ist eine flackernde und „puffende“ Kocherflamme. Fortschreitender Sauerstoffmangel führt zu Schläfrigkeit und schließlich im schlimmsten Fall zu einem unschönen Ableben. Besonders wenn man alleine unterwegs ist, geht man hier ein ziemliches Risiko ein.

Brennstoff

Bei sehr tiefen Temperaturen haben Benzin- und Spirituskocher Vorteile gegenüber den sonst sehr  vorteilhaften Gaskartuschen. Deren komprimierte Propan-Butan-Gemische verdunsten bei extremer Kälte nicht mehr richtig. Immerhin kann man versuchen, die Kartuschen in der Kleidung oder im Schlafsack warm zu halten. Da das reichlich umständlich ist, greift man für den Winter besser zu Benzin- oder Multifuel-Kochern.

Kältetuning für die Kleidung

Unterwegs auf Tour sollte man sich nicht zu warm einpacken. Klingt zunächst unlogisch, doch angesichts der Anstrengung kommt man auch bei Eiseskälte überraschend schnell ins Schwitzen. Damit gerät Feuchtigkeit in die Kleidung und auf die Haut. Das gibt nicht nur ein unangenehm klammes Gefühl bei der ersten Pause, sondern kann auch für den Rest der Tour die Auskühlung beschleunigen. Die dicke Isolationsjacke kommt also meistens nur in Pausen und am Lagerplatz zum Einsatz.

Generell hält man sich am besten an das gute alte Zwiebelprinzip: Zieh dir die Kleidung in mehreren Schichten an und aus, am besten immer bevor du frierst oder schwitzt. Zwischen jeder Kleidungsschicht bildet sich ein kleines Luftpolster, welches die Isolierung erzeugt. Mehr Schichten bringen solange mehr Wärme, wie sie sich nicht gegenseitig zusammendrücken. Das Zwiebelprinzip gilt selbstverständlich auch für den Kopf, die Hände bzw. die Handschuhe und die Füße, die man bei extremer Kälte mit Daunen-Booties warmhalten kann. Am Kopf kann man bei extremer Kälte eine Mütze mit einem darunter gezogenen Buff-Tuch kombinieren oder – für den angemessen grimmigen Look – auch eine Sturmhaube/Balaklava überziehen.

Wichtig: Auch der beste Kälteschutz kann nutzlos werden, wenn er nicht durch einen bestmöglichen Nässeschutz ergänzt wird. Das Beispiel des Schwitzens hat hoffentlich deutlich gemacht, wie schnell der Kälteschutz ansonsten untergraben werden kann. Beim Aufenthalt im Schnee sollte man deshalb immer genügend schützende Unterlagen zur Hand haben – sei es der Rucksack, die Isomatte, ein Biwaksack oder eine Rettungsdecke. Letztere empfiehlt sich nicht nur bei Wintertouren als leichte, stabile und preiswerte Helferin in vielen Situationen (Unterlage, Extradecke, zum Einwickeln, …).

Kältetuning für die Ausrüstung – Schlafsack

Ein Winterschlafsack sollte nicht nur eine eng verschließbare Konturkapuze haben, sondern auch einen ebenfalls zuziehbaren Wärmekragen. Nur dieser kann das Eindringen von Kaltluft über den Hals- und Brustbereich wirklich unterbinden.

Der Schlafsack muss nicht nur dick sein, sondern auch zur Körperform passen und den Körper relativ eng umschließen – aber nicht so eng, dass man sich nicht mehr umdrehen kann. Vom Kopf bis zu den Füßen gilt: Druck auf einen zu engen Schlafsack drückt die Füllung zusammen und lässt an der entsprechenden Stelle Kälte eindringen (Kältebrücke). Zu große Hohlräume im Schlafsack entziehen dem Körper ebenfalls Wärme.

Idealerweise sollte der Schlafsack gerade so viel Platz haben, dass man noch ein paar Schichten Kleidung anziehen kann. Diese bringen allerdings nur dann zusätzliche Wärme, wenn sie nicht auf die Schlafsackfüllung oder die eigene Haut drücken. Denn wie gesagt, Wärme wird vor allem durch umhüllte Luftpolster festgehalten. Der große Vorteil des Schlafens mit mehreren Schichten Bekleidung: man muss morgens nicht halbnackt in der Eiseskälte herumhantieren.

Inlet und VBL

Statt zusätzlicher Kleidung wird auch oft ein Inlet empfohlen, um ein paar Grad mehr Wärme herauszuholen und zugleich den Schlafsack vor Feuchtigkeit und Schmutz zu schützen. Allerdings ist es nicht gerade bequem, in einem Sack innerhalb eines Sacks zu liegen, der sich je nach Bewegung im Schlaf herumschiebt und verfaltet.

Ein besonderes Inlet ist der Vapour Barrier Liner (VBL). Er besteht aus einem undurchlässigen, also auch nicht atmungsaktiven Gewebe und wird für sehr kalte Unternehmungen bei Verwendung von Daunenschlafsäcken empfohlen. Auch in sehr kalten Nächten gibt der Körper Feuchtigkeit mit gelösten Salzen ab, die auf Dauer die empfindlichen Daunen schädigen können. Der VBL fängt Wasserdampf und Schweiß ab und erhält den Schlafsack so voll funktionsfähig. Der Schläfer schmort dafür im eigenen Saft…

Wärmflasche oder Wärmestein

Eine mobile Miniheizung im Schlafsack kann eine echte Wohltat sein. Dafür kann man die mit heißem Wasser gefüllte Trinkflasche verwenden oder einen Stein, den man in die Nähe des vielleicht vorhandenen Lagerfeuers gelegt hat. Flasche oder Stein dürfen natürlich nur so heiß sein, dass man sie noch berühren kann und sie den Stoff des Schlafsacks nicht beschädigen.

Isomatte

Wer das „Luftpolsterprinzip“ verstanden hat, weiß, warum eine dicke Isomatte im Winter unentbehrlich ist, ohne sie würde die in Kleidung und Schlafsack gespeicherte Wärme sofort durch den direkten Bodenkontakt entweichen. Die Isolationsleistung der Matte hängt nicht von ihrer Dicke allein ab, sondern auch von ihrer Konstruktion. Diese bestimmt, wie viel Luft, wie stabil in der Matte eingeschlossen werden kann.

Früher brauchte es dafür robusten Schaumstoff, mittlerweile erreichen auch hauchdünne Kammerwände eine erstaunliche Dämmwirkung. Deren formale Bezeichnung lautet „Wärmedurchgangswiderstand“ und wird mit dem R-Wert angegeben. Der R-Wert ist eine ganze Zahl zwischen 1 und 6. Je größer die Zahl, desto besser isoliert die Matte gegen den kalten Boden. Ab einem R-Wert von 4 isoliert die Matte gegen Bodentemperaturen von etwa -10°C und gilt gemeinhin als wintertauglich.

Wenn eine solche Matte allerdings noch transportabel sein soll, kommt man um eine dreistellige Investition nicht umhin. Alternativ kann man zwei preiswerte Isomatten kombinieren oder eine Matte mit unterlegten Packsäcken, Kleidungsstücken oder Rettungsdecken „verstärken“. Solche Provisorien sind allerdings weder komfortabel noch sonderlich effektiv. Außerdem fehlt das „verbaute“ Material meist an anderer Stelle.

Kältetuning für die Ausrüstung – Zelt

Ein wintertaugliches Zelt muss stabiler und dicker sein als ein leichtes Sommerzelt. Das Gestänge muss auch der Last von nassem Schnee standhalten. Es empfiehlt sich ein doppelter Gestängesatz oder ein Ersatzgestänge, plus ein paar passende Rohrstücke zum Schienen eines Gestängebruchs.

Das Zelt muss viel Platz in Apsis und Innenzelt bieten, da man wesentlich mehr Ausrüstung und Kleidung dabei hat und weniger wendig ist. Die Luftzirkulation muss genauso gewährleistet sein wie im Sommer, denn sonst bleibt die Feuchtigkeit im Zelt und es wird klamm.

Allerdings müssen die Öffnungen für den Fall von anhaltendem Schneetreiben relativ hoch oben angebracht und verschließbar sein. Grundsätzlich sollte man für lange Wintertouren in den Bergen oder im hohen Norden nicht am falschen Ende sparen und nur auf hochwertige und verlässliche Zelte zurückgreifen.

Standortwahl

Gerade im Winter sollte man nicht nur nach Schönheit gehen, sondern vor allem nach Sicherheit. So sollten weder Schneemassen noch Äste auf das Zelt fallen können, noch sollte man in einer Kältesenke stehen. Auch lawinengefährdete Stellen wie Schluchten, schneebedeckte Hänge oder Schneeverwehungen sollten gemieden werden. Windgeschützt darf es natürlich auch gern sein, weshalb man hinter einem Felsen oder einem umgekippten Baum wesentlich besser postiert ist als auf offenem Feld. Der Eingang kommt möglichst auf die windabgewandte Seite.

Zeltaufbau

Den Aufbau des Zeltes sollte man vor der Tour reichlich geübt haben, damit man ihn auch unter widrigen Bedingungen sicher beherrscht. Wenn der Schnee nicht tief ist, legt man am bestens mit der Lawinenschaufel den Untergrund frei, sodass man das Zelt so aufstellen kann wie zu anderen Jahreszeiten gewohnt. Auch temperaturtechnisch ist nackter Erdboden die bessere Unterlage als Schnee und Eis. Ansonsten tritt man den Schnee (mit Skiern oder Schneeschuhen) platt und lässt ihn sich für etwa eine viertel Stunde verfestigen. Dann wird das Zelt mithilfe von Schnee- oder Sandheringen aufgebaut. Der Schnee um die Heringe muss ggf. nochmals festgetreten werden, bevor die Zeltleinen gespannt werden können. Alternativ oder zusätzlich können auch Skier, Stöcke, Steine oder andere Gegenstände je nach Schneekonsistenz senkrecht oder horizontal nach dem T-Anker-Prinzip versenkt werden.

Da das Zelt nun vertieft im Schnee steht, hat es bereits einen gewissen Windschutz. Allerdings sollte es gerade bei Pulverschnee nicht zu tief stehen, da sonst die Eingänge und Apsiden zugeschneit werden können. Für solche Fälle muss auch stets die Lawinenschaufel parat sein.

Wenn es stürmisch werden könnte und viel Schnee vorhanden ist, sollte man über einen zusätzlichen Wind-Schutzwall nachdenken, den man mithilfe der Lawinenschaufel baut. Die Seite zum Wind steigt dabei flach an, die Seite zum Zelt steil. Mit dieser Mauer, die etwa 1m entfernt vom Zelt stehen sollte, verhindert man auch das Eindringen von Schnee in den Raum zwischen Außen- und Innenzelt. Wenn der Wind unter das Zelt zu greifen droht, sollte man auch den unteren Rand des Zeltes mit einem kleinen Wall verstärken.

Zuletzt hebt man im Eingangsbereich die im Abschnitt über das Kochen bereits erwähnte Grube aus. Sie dient als Kältegraben, der den Schlafplatz wärmer hält, verhindert das Eindringen von Schnee ins Zelt und bietet eine bequeme Sitzgelegenheit.

Eine übersichtliche und anschauliche Videoanleitung für den Aufbau von Hilleberg-Zelten im tiefen Schnee gibt es hier.

Das Zelt heizen?

Für das Camping im Winter gibt es mehr oder weniger handliche Mini-Heizungen, die unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen auch in Zelten betrieben werden können. Für manche Gaskocher gibt es spezielle Aufsätze, die ebenfalls als Heizung funktionieren. Das Ganze dürfte aber eher für stationäre Dauercamper interessant sein oder für größere Expeditionen, die sich ein fixes Basecamp einrichten.

Für alle anderen dürfte die mobile Heizung zu schwer und zu umständlich in der Bedienung sein. Außerdem bietet kaum ein handelsübliches Zelt die erforderlichen Möglichkeiten an Sauerstoffzufuhr und Abluftabzug. Auch die Liste an Gefahren durch Verbrennungen, umfallende Gasflaschen, defekte Brenner oder Schläuche ist nicht gerade kurz. Alles in allem sollte man besser versuchen, mit den hier genannten „traditionellen“ Methoden für Isolation, Windschutz und Wärme zu sorgen.

Fazit: Wer sich Schritt für Schritt bzw. Schicht für Schicht an die Kälte herantastet, wird bei der nächsten Tour im Winter mehr Spaß haben und weniger frieren.

Wie du endlich gute Outdoorfotos machst

Wie du endlich gute Outdoor-Fotos machst!

30. Januar 2018
Tipps und Tricks

Du hast mehrere Tage damit zugebracht, zu fliegen, mit dem Auto zu fahren, mit dem Zug zu fahren oder vielleicht sogar eine Kombination all dieser Transportmittel benötigt, um dein gewünschtes Ziel zu erreichen. Der Zustieg war mehr als nur schweißtreibend. Und jetzt bist du endlich da, der Ort, der Berg, von dem du immer geträumt hast, von dem deine Kletterfreunde schon hundertmal erzählt haben und mit dem du bei deinen Buddys in der Kletterhalle prahltest.

Also möchtest du diese Tour natürlich in all seiner Pracht auf deinem Smartphone oder deiner schicken Digitalkamera festhalten. Zuhause am Computer erkennst du, dass die Bilder diesem magischen Ort einfach nicht gerecht werden. Du realisierst, dass du mehr oder weniger nichts vorzuzeigen hast, um anderen die Faszination der Gefühle dieser Bergtour zu vermitteln. Das muss man zwar nicht unbedingt, aber wenn du dich ein wenig für Fotografie interessierst und bei der nächsten Tour gewappnet sein willst, haben wir hier für dich ein paar praktische Tipps…

1. Auf die goldene Stunde warten

Die Zeit kurz nach dem Sonnenaufgang und kurz bevor dem Sonnenuntergang ist die absolut beste Zeit, um spektakuläre Fotos zu schießen. Wenn die Sonne untergeht, wird das Licht viel weicher und wirft keinen harten Schatten mehr. Die Farben wirken sehr viel intensiver. Insgesamt ist im Vergleich zum Tageslicht deutlich mehr Kontrast vorhanden. Das besondere Licht kann für ein sehr dramatisch wirkendes Umfeld sorgen. Und genau diese Stimmung und Emotionen wollen wir ja mit unseren Fotos transportieren. Besonders zur goldenen Stunde kann der Fotograf optimal experimentieren und Schatten oder Silhouetten kreativ mit ins Bild einbauen.

Die Zeit des Sonnenauf- und Untergangs kann für die jeweilige Region übers Internet herausgefunden werden. Auch viele Outdooruhren wie die Suunto Ambit/Spartan oder Garmin Fenix können diese anzeigen. Denn es gilt sich zu beeilen und keine Zeit zu verschwenden – die Sonne geht immer schneller auf und unter, als man denkt.

2. Linien führen den Betrachter durchs Bild

Bestimme Elemente in einem Bild können helfen, den Blick beim ansehen eines Fotos zu führen. Das können zum Beispiel Straßen, Wanderwege, Wasserläufe, Zäune oder ähnliches sein. Aber auch natürliche Dinge wie Sanddünen, Wellen, Bäume oder Berge eignen sich hierfür ideal. Besonders wenn solche Linien den Vordergrund mit dem Hintergrund verbinden, helfen sie ein Gefühl von Tiefe entstehen zu lassen.

Dein Foto wirkt immer noch nicht so dynamisch? Oft hilft eine Veränderung des Standpunktes, um den gewünschten Effekt von Tiefe entstehen zu lassen. Geh ein paar Schritte nach vorne oder hinten und versuche, das Bild neu zu komponieren.

 

3. Öfters mal den Standpunkt wechseln

Wir sind es gewohnt, die Welt auf der Höhe unserer Augen wahrzunehmen. Darum wird Werbung im Alltag so platziert, dass wir sie auf jeden Fall sehen. Indem du bei deinem nächsten Outdoorfoto gezielt die Perspektive wechselst, wird dein Bild auf Instagram viel besser wahrgenommen als der ganze Einheitsbrei. Du kannst zum Beispiel auf einen Felsen klettern, um dem Betrachter die ganze Szene aus der Vogelperspektive zu zeigen. Oder du kniest bzw. legst dich auf den Boden, um eine besonders tiefe Perspektive zu zeigen.

Auch eine schon oft gesehene Aufnahme von einem Ort kann aus einer „neuen“ Perspektive total anders wirken. Es gibt auch über und unterhalb der Augenhöhe viel zu entdecken.

4. Menschen im Bild verstärken die Perspektive

Sobald eine Person auf einer Landschaftsaufnahme zu sehen ist, hilft das dem menschlichen Auge zu verstehen, von wo aus das Bild aufgenommen wurde. Durch diesen Trick gelingt es, dem Betrachter das Gefühl zu geben, als wäre er selbst die Person auf dem Photo. Gleichzeitig verstärkt ein Mensch die Dynamik einer Landschaft und gibt einen Eindruck, wie weit entfernt die Berge im Hintergrund wirklich sind.

Besonders bei schlechtem Wetter oder suboptimalem Licht kann es helfen, wenn die Person Outdoor-Bekleidung in hellen und kräftigen Farben trägt. Außer dir ist niemand vor Ort? Auch ein Zelt oder Tiere im Vordergrund können helfen, den gewünschten Effekt beim Betrachter zu erzielen.

5. Weite macht Eindruck

Nach dem anstrengenden Aufstieg bietet sich auf dem Gipfel des Berges ein nicht endend scheinender Ausblick in die Ferne. Aber wie schafft man es, dieses Gefühl über allem zu stehen und in die Ferne zu blicken, auf einem Foto festzuhalten? Hier können Weitwinkel-Objektive helfen, möglichst viel von Landschaft in einem Foto darzustellen.

Auch die Panorama-Funktion der Digitalkamera ermöglicht weite Aufnahmen. Und wenn aus Platzgründen nur das Smartphone dabei ist: hierfür gibt es spezielle Weitwinkel-Linsen, die vor das integrierte Objektiv des Handys geklemmt werden können.

6. Auch in der Dunkelheit kann man spannende Fotos machen

Wenn nach einem langen Wandertag das Zelt aufgebaut ist und die Dunkelheit langsam herein bricht gibt es trotzdem noch genügend Möglichkeiten, beeindruckende Bilder zu schießen. Ein Freund kann mit einer Stirnlampe ganz stillstehen und auf eine bestimmte Stelle leuchten. So wird das Licht der Lampe gebündelt und erscheint nicht als wild umherspringender „Schleier“ auf dem Bild. Ebenso kann das aufgebaute Zelt von innen von einer Lichtquelle beleuchtet werden. Bei deinen Varianten empfiehlt sich der Einsatz eines Statives, um scharfe und nicht verwackelte Ergebnisse zu erhalten.

Auch Sterne am Himmel über den Bergspitzen lassen sich relativ einfach fotografieren. Hier sind vor allem die richtigen Einstellungen an der Kamera entscheidend, um schöne Fotos zu machen. Die Kamera sollte fest auf einem Stativ angebracht werden. Zur Not tut es auch ein passender Stein oder ein Fensterbrett auf der Berghütte. Die Blende sollte so weit offen wie möglich sein (so bekommst du das Maximum an Licht, das dein Objektiv auf den Sensor fallen lässt). Anschließend kannst du mit verschiedenen Belichtungszeiten experimentieren. Belichtest du zu lang, bewegen sich die Sterne am Himmel durch die Rotation der Erde und erscheinen unscharf. Der ISO-Wert sollte je nach Kameramodell zwischen 1600 – 5400 liegen.

Die besten Ergebnisse erzielt man in Nächten, an denen der Mond schön hell am Himmel leuchtet. Je weiter man von der Zivilisation entfernt ist, desto besser. Durch die sogenannte „Lichtverschmutzung“ – die Beleuchtung der Städte – ist der Sternenhimmel sonst nicht so klar zu sehen wie in der Wildnis.

7. Eine längere Belichtung eröffnet neue Möglichkeiten

Langzeitbelichtungen sind eine spannende Methode für viele kreative Motive. Besonders bei sich bewegendem Wasser wie an einem Bachlauf, Wasserfall oder am Meer bieten sich Langzeitbelichtungen an, um die Bewegungen des Wassers sanfter wirken zu lassen. Du kannst mit Belichtungszeiten zwischen 1 – 30 Sekunden experimentieren. Je länger, desto größer ist der Effekt.

Du hast kein Stativ dabei? Ebenso wie bei den Nachtaufnahmen kannst du auch hier kreativ werden und natürliche Elemente wie einen Baumstumpf oder einen Felsen nutzen, um deine Kamera abzulegen. Ebenso sollte der Selbstauslöser der Kamera benutzt werden oder über einen externen Auslöser (gibt es Kabelgebunden, kabellos oder über eine App der Kamerahersteller) ausgelöst werden. Sonst kann es sein, dass die Kamera beim Drücken des Auslöseknopfes etwas wackelt und die gesamte Aufnahme unscharf wird.

8. Störelemente im Bild sind interessant

Besonders wenn du ein Motiv im Hintergrund fotografieren willst, sind sogenannte „Störer“ eine spannende Bereicherung. Das können zum Beispiel Äste, Pflanzen, Mauern oder Blumen sein. Es darf auch gerne mal etwas chaotisch wirken. In der Natur ist ja auch nicht alles perfekt aufgeräumt.

Tipp: Bereit für die nächste große Tour und alles ist eingepackt? Dann nicht vergessen, die Akkus der Kamera zu laden und eine Speicherkarte einzulegen, bevor es losgeht. Viele moderne Kameras (und Smartphones ja sowieso) lassen sich unterwegs per USB über eine Powerbank laden. Somit ist es egal, ob die Tour 3 Tage oder 3 Wochen dauert. Die Kamera ist damit immer bereit, die wunderschönen Landschaften und Momente festzuhalten.

9. Reflektionen ins Bild einbauen

Wasser kann man sich für seine eigene Komposition zu Nutze machen. Reflektionen auf Seen, dem Meer oder auch in Pfützen nach einem Regenschauer lassen ein Bild sehr dynamisch wirken. Die Komposition mit einer Reflektion wirkt sehr symmetrisch. Allerdings sollte das Wetter dazu windstill sein. Bewegt sich das Wasser zu sehr, erkennt man die Reflektion nicht mehr optimal. Sucht euch eine Stelle zum Fotografieren, wo besonders viel oder ein interessantes Detail der Landschaft im Wasser reflektiert wird.

Auch mit einem Smartphone lässt sich diese Art der Fotografie sehr einfach umsetzen.

Eine kleine technische Erklärung der Fotografie

Verschlusszeit (Belichtungszeit): Bezeichnet die Dauer, während der Kameraverschluss offen steht. In dieser Zeit wird das Bild auf den Sensor „belichtet“. Die Messung erfolgt üblicherweise in Sekunden. Kurze Belichtungszeiten (1/500) ermöglichen es, Bewegungen von sich schnell bewegenden Objekten quasi einzufrieren (Vögel am Himmel, Sportfotografie). Lange Verschlusszeiten (1-30 Sekunden) ermöglichen die Glättung von sich bewegendem Wasser, die Aufnahme des Sternenhimmels und sorgen besonders bei dunklen Lichtverhältnissen dafür, dass etwas auf dem Bild erkennbar ist auch wenn nur wenig Licht vorhanden ist.

Blende (F-Stop): Regelt, wie weit das Objektiv geöffnet wird. Umso weiter das Objektiv geöffnet wird, desto mehr Licht fällt auf den Sensor der Kamera. Kleinere Blendenstufen (f/1.4 – 3.5) erzeugen weniger Schärfentiefe und einen verwaschenen Hintergrund. Daher eignen sich die kleinen Blendenstufen ideal, um ein Objekt vom Hintergrund zu „isolieren“ (Portrait, Makro-Aufnahme von Tieren oder Pflanzen. Größere Blendenzahlen (f/5.6 – 22) eignen sich perfekt für Landschaftsaufnahmen. Die Aufnahme bekommt eine höhere Tiefenschärfe und auch der Hintergrund wird noch scharf abgebildet.

ISO (Lichtempfindlichkeit): Der ISO-Wert regelt, wie sensibel der Sensor der Kamera auf Licht reagiert. Als Faustregel empfiehlt sich bei hellen Lichtverhältnissen (Tag, Sonne) ein ISO-Wert zwischen 100 -250. In der Dämmerung, am Abend und vor allem nachts ist nur noch sehr wenig Licht vorhanden. Hier sorgt ein ISO-Wert von 1600 – 3200 für gute Aufnahmen.

Weitwinkel: Ein sogenanntes Weitwinkel-Objektiv hat eine kurze Brennweite (10 – 24 mm) und damit einen größeren Bildwinkel. Das bedeutet, das weit entfernte Objekte kleiner abgebildet werden. Dadurch entsteht im Vergleich zu einer längeren Brennweite (50 – 100 mm) ein kleiner Bildmaßstab und es passt „mehr“ mit aufs Motiv.

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