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Die Anatomie der Hüfte: Dreh- und Angelpunkt des Körpers

5. Juni 2020
Tipps und Tricks

Der Oberschenkelknochen sitzt in einem unserer stabilsten Gelenke, dem Hüftgelenk – umgeben von den stärksten Muskeln unseres Körpers. Ein Luxusleben?! Vielleicht. Für entspannte Berg- und Klettertouren brauchen wir ein bewegliches Hüftgelenk. Beim Klettern ist eine flexible Hüfte fast ein Muss um Tritte perfekt anzutreffen.

Die Hüfte ist für unsere aufrechte Haltung und Fortbewegung von großer Bedeutung. Bei fast jeder Bewegung, die wir machen, ist sie mit dabei. Beim Wandern oder Trailrunning können schnell Schmerzen entstehen, die durch Fehlstellungen, Fehlhaltungen oder falsche Schuhe ausgelöst werden können. Auch ungleichmäßige Belastung oder Gewichtsverteilung können Schmerzen und Reizungen verursachen.

Im Hüft-, Becken- und Oberschenkelbereich wirken insgesamt 29 Muskeln und vier Hüftgelenksbänder zusammen. Manche Muskelgruppen sind die stärksten unseres Körpers. Andere Muskeln reichen vom Hüftansatz bis zum Schienbein und sind recht dünn und schmal.

Durch die starken Muskeln und Bandstrukturen kommt es an der Hüfte selten zu knöchernen Verletzungen.

Erst bei einer sehr starken Krafteinwirkung wie beispielsweise bei einem Sturz über vier Metern mit ungünstigem Aufprall können Teile der Hüfte brechen. Gewalteinwirkungen können auch dazu führen, dass der Oberschenkelkopf aus der Gelenkpfanne springt. Doch vielmehr können beim Sport Reizungen und Entzündungen auftreten. Bevor wir zur Anatomie übergehen möchte ich euch zwei Basisübungen vorstellen, die für Bergfreunde unverzichtbar sind.

Hüftbeuger

Für eine der gängigsten Dehnübungen geht ihr in den Ausfallschritt. Euer vorderes Bein winkelt ihr an. Der Winkel zwischen Wade und Oberschenkel liegt bei circa 90 Grad. Euer hinteres Knie, Wade sowie Fußrücken können Bodenkontakt haben. Der Oberkörper ist aufgerichtet und der Rücken gerade. Jetzt spürt ihr ein Ziehen an der Innenseite der Hüfte. Atmet tief ein und aus. Je nach Befinden könnt ihr mit dem Atemzug immer etwas tiefer in die Dehnung gehen.

Dehnung der Gluteal-Region (Unterer Rücken, Hüfte, Gesäßmuskeln)

Ihr legt euch auf den Boden und winkelt das linke Bein an. Den rechten Fußknöchel platziert ihr entspannt unterhalb des Knies über das linke Bein. Jetzt hebt ihr mit Hilfe der Hände in der Kniebeuge euer linkes Bein an und zieht es zum Bauchnabel. Dadurch ist ein Ziehen in der unteren Rückenmuskulatur und hinteren Hüftregion zu spüren. Je nach Befinden könnt ihr auch hier mit dem Atemzug immer etwas tiefer in die Dehnung gehen und natürlich das Bein wechseln.

Um zu verstehen woher manche Schmerzen kommen können und wie diese durch ein paar Übungen gemildert werden, hier ein paar anatomische Einblicke.

 

Anatomische Grundvorstellungen in der Hüftregion helfen jedem, der oft in den Bergen unterwegs ist.

Was viele von uns recht einfach an unseren Körpern fühlen können, ist der Becken

kamm, der oberste Ansatz der beiden Hüftbeine. An diesem breiten Kamm setzt eine der wichtigsten Muskeln für unseren Rücken an, der Latissimus dorsi. Der große Rückenmuskel breitet sich von dort wie ein großer Fächer nach oben aus.

Ein wenig niedriger an beiden Hüftbeinen setzen viele starke Muskeln an. Am unteren seitlichen Ende der robusten Hüftbeine sind die Oberschenkel in die Hüftpfanne eingehängt. Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk, auch Nussgelenk genannt, und hat einen großen Bewegungsspielraum.

Kommen wir zurück zu den Muskelgruppen. Am prominentesten sind die Gluteus-Muskeln.

 

Der Gluteus maximus ist der kräftigste Muskel an unserem Körper. Er bestimmt die Form unseres Pos.

Er ist ein breiter und oberflächiger Muskel. Er setzt am Beckenkamm an und verläuft schräg abwärts zum Trochanter major. Den Knochenvorsprung, auch großer Rollhügel genannt, könnt ihr seitlich am Oberschenkel ertasten.

Wir brauchen den Gluteus maximus vor allem zum Bergsteigen, zum Treppensteigen und zum Aufstehen aus dem Sitzen. Im Stand stabilisiert er unsere Bewegungen und schafft eine aufrechte Haltung. Unterhalb des Gluteus maximus liegt Gluteus medius und noch eine Schicht tiefer der sehr viel kleinere Gluteus minimus. Die kleineren Gesäßmuskeln medius und minimus sind hauptsächlich für das Abspreizen der Beine zuständig.

Die Gluteus Muskeln gehören zu den neun äußeren Hüftmuskeln, die alle an der Rückseite unseres Körpers ihren Ursprung haben. Die äußeren Muskeln im Hüftgelenk sind zuständig für Außenrotation, Extension sowie Heranziehen und Abspreizen unserer Beine. Nicht zuletzt stabilisieren sie unser Hüftgelenk.

Wenn Schmerzen in der Innenseite der Hüfte, Oberschenkelvorderseite und im unteren Rücken auftauchen, haben diese oft mit dem Muskel lliopsoas zu tun.

 

Dieser „Hüftbeuger“ Muskel liegt unterhalb der Leistenregion. Er ist der stärkste Beugemuskel.

Er setzt an der Lendenwirbelsäule an und verläuft innenliegend entlang der Hüfte bis zum Ansatz des Oberschenkels. Der Iliopsoas gehört zu den vier Muskeln der inneren Hüftmuskulatur.
Schließlich möchte ich euch eine beeindruckende und großflächige Muskelgruppe vorstellen. Sie geht von den Hüftbeinen über das Knie zum Schienbein und bedeckt sozusagen die Oberschenkelvorderseite. Die Gruppe quadriceps femoris ist verantwortlich für das Beugen und Anheben des Oberschenkels und vor allem für das Strecken des Kniegelenks.
Es gibt noch viele weitere Oberschenkelmuskeln, die mit der Hüfte zusammenhängen.

 

Bei so vielen Muskeln ist das Abhängen für den Oberschenkel gar nicht so einfach.

Umso wichtiger ist, dass wir unsere Hüfte bewegen und die starke Muskulatur dehnen. Bei Schmerzen, die länger anhalten oder wiederkehren, ist es gut einen Physiotherapeuten oder einen Facharzt aufzusuchen. Es können Reizungen von Fehlbelastungen sein, doch auch Entzündungen entstehen teilweise über einen längeren Zeitraum und sollten entsprechend behandelt werden.
Damit eure Oberschenkel entspannt abhängen und ihr die Muskulatur lockern könnt, empfehle ich das Aushängen und Pendeln an der Reckstange oder am Hangboard. Alternativ könnt ihr die Beinschaukel mit Hilfe eines Bretts machen, das ihr auf den Boden legt. Ihr stellt euch mit dem linken Bein auf das Brett und pendelt das rechte Bein vor und zurück. Die Beinschaukel entspannt eure Strukturen und führt zu einer leichten Dehnung. Die Übung könnt ihr ruhig häufiger am Tag wiederholen, vor allem wenn ihr viel im Home-Office sitzt und weniger in Bewegung seid. Und wie einer meiner Trainer immer sagte: Immer schön in die Dehnung atmen und entspannen.
Wörter insgesamt: 940

Wann ist der Berg zu voll? Über das rechte Maß und andere schwammige Begriffe

2. Juni 2020
Die Bergfreunde

Ein berühmter Alpinist bezeichnete sich in seiner Autobiogafie als „bergsüchtig“. Wir bezeichnen uns hier als Bergfreunde. Manche sprechen auch von ihrer Liebe zu den Bergen. Aus der menschlichen Sphäre wissen wir, dass Liebe (oder das, was dafür gehalten wird) erdrückend werden kann. Die Zuneigung geht ins Besitz ergreifen über.

Kann da nicht auch der geliebte Berg zum Objekt einer ungesunden Obsession werden? Kann sich auch diese Zuneigung in Besitzanspruch und Rücksichtslosigkeit versteigen? Nimmt das Objekt der Begierde Schaden, weil es als Projektionsfläche benutzt wird? Eine Art Pappkamerad für unerfüllte Bedürfnisse der Kindheit? Papa hat mich nie gesehen, deshalb muss nun der Berg dafür sorgen, dass mich die Instagram-Community nicht übersehen kann?

Womöglich, doch mit Küchenpsychologie allein erklärt man nicht die Menschenmassen am Berg. Und man findet so auch keine Antworten zur Frage nach dem gesunden „Bergmittelmaß“.

Zu voll? Zu viel? Wer sagt das eigentlich?

Wenn ein Thema schwer zu greifen ist, sollte man es in kleine Häppchen aufteilen. Bezogen auf die vollen Berge wäre das dann das Herausgreifen begrenzter Räume wie der Trekking-Hotspots in Nepal und Peru oder des Deutschen Alpenraums. Letzterer bietet sich zurzeit besonders an, da er in jeder Hinsicht gut vermessen und erforscht ist. Außerdem gibt es da noch diese Sache, die wir jetzt mal unausgesprochen lassen wollen und die dafür sorgt, dass die Deutschen Alpen diesen Sommer besonders viel Bergliebe zu spüren bekommen werden.

Neben der „räumlichen Portionierung“ hilft auch der Blick aus verschiedenen Winkeln beim Greifbar-machen des Themas. Denn was am Berg „zu viel“ ist, hängt stark von der Perspektive ab, die wiederum von den persönlichen Vorlieben und Interessen des Betrachters bestimmt wird.

Interessengruppen

Recht großzügige Vorstellungen davon, was „noch geht“ und was „zu viel ist“, haben naturgemäß viele Touristiker, Gastwirte, Seilbahnbetreiber und allgemein „die Wirtschaft“. Sie ändern ihre Vorstellung aus naheliegenden Gründen auch eher zögerlich.

Meist gegenläufige dazu stehen die Umweltschützer. Für den Bund Naturschutz ist die Belastungsgrenze zumindest beim bayrischen Alpentourismus „bereits überschritten“. So führe der Tourismusverkehr zum ständigen Ausbau des Straßen- und Wegenetzes sowie von Parkplätzen. „Ein von manchen angestrebter Ausbau der Verkehrsinfrastruktur auf touristische Spitzenlastzeiten ist unmöglich.“

Der Bund Naturschutz kritisiert auch die wachsende Zahl freizeitpark-artiger Attraktionen wie Aussichtsplattformen, Sommerrodelbahnen, Fluginstrumente, Großspielplätze und Klettergärten. „Natur- und Landschaft sind hier nur noch Kulisse von künstlichen Events.

Im alpinen Skisport dreht sich die Wachstumsspirale mit Schneekanonen, Speicherteichen und Liftbauten ungeachtet aller Umweltprobleme weiter. Neue Großprojekte wie die Skischaukel am Riedberger Horn lassen sich nur durch jahrelangen Widerstand breiter Bürgerbewegungen verhindern.

Hinzu kommen die vielen Sport-Großevents überall im Alpenraum und viele neue Boom-Sportarten wie Schneeschuhwandern, Canyoning oder E-Bike-Touren. Ruheräume für Tiere und Pflanzen können hier nur noch durch Regelwerke und gute Besucherlenkung bewahrt werden.

Selbst die einfachsten und ressourcenschonendsten Aktivitäten wie das Wandern werden gelegentlich zum Problem. So sorgt der Fernwanderboom, der neue Besuchergruppen in die Berge lockt, für neue, stark beanspruchte „Hauptverkehrsachsen“ wie den E5 von Oberstdorf nach Meran. Die Hütten entlang der Route sind meist heillos überfüllt. Als Reaktion darauf entstehen neue „Geheimtipps“ und Alternativrouten, die zu weiteren „Autobahnen“ werden.

Damit sind die Touristen angesprochen – die Interessengruppe zu der wir alle gehören, auch wenn wir uns lieber Bergsportler, Alpinisten oder Reisende nennen. Sogar der Teil der Touristen, der Stille und Ursprünglichkeit sucht und mit möglichst wenig Ressourcenaufwand unterwegs ist, trägt streng genommen zur Belastung des Naturraums bei. Doch allzu streng genommen landet man am Ende dabei, den Menschen aus den ursprünglichen Berglandschaften auszusperren. Dieser Umweltextremismus wiederum dürfte nur zu noch mehr Entfremdung führen.

Touristen stehen als große und heterogene Gruppe zwischen allen Stühlen. Ganz ähnlich sieht es bei den Alpenvereinen aus, die seit eh und je einen Spagat zwischen Tourismusförderung und Naturschutz aufs Parkett legen.

Die wohl kompetenteste, weil sowohl persönlich betroffene als auch beteiligte Interessensgruppe dürften die Bewohner sein. Die sind in der oberbayrischen Idylle des Walchensees mittlerweile sogar auf die Straße gegangen. Allerdings wendeten sich die 150 Anwohner nicht gegen Touristen an sich, sondern gegen „rücksichtslose Besucher“. Letztere hinterlassen Müllberge und Trampelpfade, campen illegal und parken Einfahrten sowie Rettungswege zu. Mit diesen Problemen kämpfen fast alle Gemeinden der Region. Sie fordern mehr Kontrollen und härtere Strafen.

Müll und Autokarawanen sind ein sicheres Zeichen, dass es „zu voll und zu viel ist“. Doch wer beurteilt „wirklich objektiv“, ob der Naturraum überlastet und die Berge zu voll sind? Welche Kriterien soll man anwenden? Was soll man messen? Man könnte den Lärm oder die Abgaswerte nehmen: wenn es in einem Alpental zu Dezibelwerten wie auf dem Münchner Stachus kommt, dann ist das wahrscheinlich zu laut. Und wenn es an einem Bergsee nach „Berliner Luft“ riecht, dann ist sicher auch was faul.

Hilft die Wissenschaft weiter?

Fest steht: kein Mensch kann neutral an die Bewertung herangehen. Auch Wissenschaftler können bei der Auswertung von Daten ihren persönlichen Blickwinkel nie völlig ausklammern. Der wohl bekannteste wissenschaftliche Beobachter der Alpen ist der „Alpenprofessor“ Werner Bätzing. Bätzing betrachtet die Berge (und vor allem auch die Täler!) zunächst aus einer möglichst neutralen „kulturgeographischen Perspektive“. In seinen abschließenden Befunden vom „Verschwinden einer Kulturlandschaft“ äußert er sich dann „auch als Mensch“ mit persönlicher Perspektive. Zu Bätzings lesens- und sehenswertem Standardwerk „Die Alpen“ schreibt das Panorama Magazin des DAV:

„(Bätzings fotografische) Ansicht des Dorfes Neraissa inferiore in den Cottischen Alpen wäre auf den ersten Blick für den Tourismus-Flyer geeignet. Doch Werner Bätzing zählt die 110 Bewohner des Jahres 1890 auf und beziffert exakt deren Abwanderung während mehr als 100 Jahren. Und er lenkt bedenklich den Blick auf die Flur, deren sattes Grün eben keine Äcker, sondern nur noch Wiesen zeigt und die nur vermeintlich intakt wirkt. Er verweist auf die kleinen, aber bedeutenden dunklen Flecke der Wildschweinschäden. Tja, Idylle ist eben nur, wenn man nicht so genau hinschaut. Auf diese Weise ist der Bildband ein grünes Fachbuch, ohne Fenchelteeallüren, klug und gut. Egal, ob seine Analyse schmeckt oder ob sie kritisiert wird – an diesem Band kommt man in der Fachdiskussion nicht vorbei.“

Bätzing zeigt: die landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche und industrielle Nutzung der Alpen hinterlässt zahlreiche Abnutzungsspuren, die für das „ungeübte Auge“ gar nicht als solche sichtbar sind. Anders sieht es beim Tourismus aus, dessen Spuren oft alles andere als subtil sind:

„Die Berge bezwingen? Das machen nicht nur Alpinisten, das ist auch ein Trend in der Hochalpinismus-Architektur. Hütten und hochgelegene Seilbahnstationen wurden über Jahrzehnte mit Natursteinen gebaut oder wenigstens verblendet. Neuerdings werden alpine Bauten als Fremdkörper ins Gebirge gepflanzt. Werner Bätzing dokumentiert diese Entwicklung. Er belegt sie mit zurückhaltenden Fotografien.“

Seltsam, angeblich haben wir doch seit den 70ern dazugelernt, als hässliche Hochhauskomplexe und betonstrotzende Skischaukeln bis in die hochalpinen Gipfelzonen gefräst wurden. Anscheinend braucht es nach wie vor scharfsinnige Beobachter und Kritiker. In einem Zeit-Artikel vom Vorjahr heißt es, Bätzing habe in den ganzen Alpen im Grunde erst ein Gebiet gefunden, das wirklich „seinen Vorstellungen entspricht“. In der niederösterreichischen Ötscher-Region gibt es „keine Stadtflucht, keine große Zunahme an Einwohnern. Ein Ausnahmefall sei das.

Wissenschaftler wie Bätzing können eine Menge Daten und Erkenntnisse liefern. Sie können diese auch auswerten und interpretieren. Doch es zeigt sich, dass die Frage nach dem „zu voll“ weiterhin eine subjektive Angelegenheit bleibt. Vielleicht hilft die Frage nach dem warum und woher weiter.

Warum überhaupt? Woher kommen die Massen?

Auch diese Frage lässt sich sehr gut am Beispiel Oberbayern behandeln. Denn hier befinden sich die Berge im Einzugsbereich einer Millionenstadt mit jeder Menge freizeithungrigen und erholungsbedürftigen Bewohnern. In die wachsende Metropole München kommen nicht wenige Zuzügler auch extra wegen der Nähe zu den Bergen.

Sie suchen dann am Wochenende nach der Gegenwelt zum städtischen Dasein. Oder auch nach weiteren Steigerungen, nach „Leistung, die sich am Berg zeigen lässt“, wie es der „Alpinphilosoph“ Jens Badura ausdrückt. Zu dieser „Leistung“ gehört wohl auch die Vorzeigbarkeit, die „Instagramability“ nach dem Motto „been there, done that“. Fotos in den „sozialen Medien“ haben sich auch im Bereich Bergtourismus als Magnet und Wachstumsfaktor erwiesen.

Was tun? Vorschläge?

Es mangelt nicht an Lösungsvorschlägen und es wird auch durchaus in größeren Zusammenhängen gedacht. Es geht nicht mehr nur um die Steuerung der Touristenmassen, sondern zunehmend auch darum, die Überlastungsursachen an der Quelle zu mildern, sprich den Stress der Großstädte zu reduzieren. Am Beispiel München hieße das, die Industrie auszulagern und andere Standorte zu stärken. Dann könnten Probleme wie knapper Wohnraum, hohe Mieten und Verkehrskollaps entschärft werden.

Für den ländlichen Raum wird häufig ein Mangel an Lebens- und Arbeitsperspektiven diagnostiziert. Hier ist man oftmals „durch Globalisierung, falsche Strukturreformen und demografische Veränderungen ins Hintertreffen geraten“. Auch hier könnte nach Ansicht vieler Stadtplaner und Raumentwickler eine Dezentralisierung und gleichmäßigere Verteilung von Wirtschafts- und Freizeitzentren Abhilfe schaffen.

Mehr Verbote oder mehr Vertrauen?

Diese Grundfrage wird derzeit der ganzen Menschheit regelrecht vor die Füße geknallt. Mehr Freiheit? Mehr Sicherheit? Mehr Kontrolle? Wahrscheinlich bevorzugen wir alle die Freiheit, doch die ist „leider“ an Voraussetzungen wie Aufgeklärtheit und menschliche Reife gebunden. An den „mündigen Bürger“, wie es klassischerweise heißt. Eine weiteres „Problem“ scheint, dass Freiheit nie ohne Risiken zu haben ist, egal ob es um Gesundheit, Politik oder Bergtouren geht.

Hinzu kommt, dass Menschen auf völlig verschiedenen Reife- und Entwicklungsstufen stehen: während man bei den einen wohl nicht um Regulierung, Verbote und Zugangsbeschränkungen herumkommt, wäre bei den anderen volles Vertrauen die bessere Lösung. Dummerweise sind „die Unreifen“ und „die Umsichtigen“ zur gleichen Zeit an den gleichen Bergen unterwegs …

Jedermannsrecht als „Vertrauenslösung“?

In der Zeit sorgt aktuell ein Kommentar mit dem Titel „Lasst die Städter wild im Umland campen!“ für rege Diskussionen. Angesichts der momentanen Lage mit drohendem „Lagerkoller“ in den Städten fordert der Autor die Einführung des aus Skandinavien bekannten „Jedermannsrechts“:

Das allemansrätt, wie es in Schweden heißt, erlaubt nicht nur freien Zugang zur Natur – das gibt es als „Betretungsrecht“ auch in Deutschland. Es erlaubt auch das Zelten in der Wildnis und setzt lediglich Einschränkungen wie eine Mindestdistanz des Schlafplatzes zu Häusern fest. Hierzulande braucht es grundsätzlich, um sein Zelt aufzuschlagen, das Einverständnis des Bodeneigentümers. Und wer schon mal versucht hat, den Besitzer einer kleinen Wiese hinter der Pferdekoppel bei Gräfen-Nitzendorf zu ermitteln, der weiß, dass das praktisch kaum möglich ist.

Meiner Ansicht nach wäre das auf jeden Fall einen Versuch wert. Denn ich bin ebenfalls der Meinung, dass Menschen am besten durch direktes Erleben der Natur eine gesunde Verbindung zu ihr entwickeln können. Auch wenn es hier und da zu „Kollateralschäden“ kommt, wäre das immer noch besser als die umgekehrte Lösung: nämlich „die Städter aus den Wäldern und Fluren herauszuhalten“.

Das wird laut Zeit-Autor Nils Erich „der Natur auf Dauer noch weniger helfen, als sie in Scharen hereinzulassen. Letztlich verkennt die Abwehr eines solchen Begehrens auch, dass es nicht Zeltende waren, die das Umland in eine prekäre Lage gebracht haben: Insektensterben, verunreinigte Flüsse, saurer Regen, nitratbelastete Böden sind systemische Auswirkungen der Wirtschaftsweise von Industrie und Landwirtschaft.“

Fazit

Es mangelt beim Thema „überlastete Berge“ weder an Diagnosen noch an Erklärungen oder an Lösungsvorschlägen. Trotzdem lässt sich weder ein einheitliches Lagebild erstellen noch ein allumfassendes und „richtiges“ Urteil fällen. Dafür lassen sich jede Menge Diskussionsanstöße finden, die immer mehr Menschen zu einem verantwortlichen Umgang mit den Bergen und der Natur anregen können. Und damit wäre schon viel erreicht.

Der neue alte R-Wert-Standard für Isomatten

26. Mai 2020
Ausrüstung, Tipps und Tricks

Eine erholsame Nachtruhe gehört mit zum Wichtigsten auf einer Berg- oder Trekkingtour. Wenn der Körper nicht die Ruhe bekommt, die ihm durch die körperliche Anstrengung zusteht, werdet Ihr bei Euren Unternehmungen schnell wenig Freude haben. Nun nutzt einem aber der beste Schlafsack nichts, wenn die dazugehörende Isomatte die Kälte vom Boden nicht entsprechend abhält.

Dies liegt daran, dass man nicht umhin kommt im Schlafsack den Teil der Füllung mit seinem Körpergewicht zu komprimieren, auf dem man liegt. Hier kommt also die Wärme nicht mehr in erster Linie vom Schlafsack, sondern von der Isomatte, die verhindert, dass sich vom Boden her eine Kältebrücke bildet.

Woher weiß ich aber, bis zu welcher Temperatur eine Isomatte grob einsetzbar ist? Dies regelt der R-Wert, nur dass es im Unterschied zu Schlafsäcken kein normiertes Testverfahren für dessen Ermittlung gab.

Temperaturangaben ohne Wert? – Der bisherige R-Wert

Bislang war ein großes Problem an der Angabe des R-Wertes das Fehlen eines standardisierten Verfahrens. Der R-Wert misst den Wärmewiderstand einer Dämmung. Das bedeutet je besser der Widerstand gegenüber der Wärmeübertragung ist, desto effizienter die Isolation – oder einfacher ausgedrückt je höher der R-Wert desto wärmer die Isomatte.

Nun gab es im Jahr 2001 von den Schweizer Outdoor-Tüftlern Exped erstmals den Versuch einen R-Wert für Isomatten verlässlich zu ermitteln. Dies ließ Exped von der eidgenössischen Materialprüfungsanstalt in St. Gallen testen, die über die entsprechende technische Ausrüstung verfügten.

Einige Hersteller schlossen sich danach dieser so genannten EMPA-Methode an, andere führten auf einer sehr ähnlichen Basis eigene Tests durch, wieder andere entwickelten aber auch ganz eigene Testmethoden. Dies führte dazu, dass es letztlich erstens keine einheitliche Norm für die Ermittlung des R-Wertes gab und zweitens die Verlässlichkeit dieses Wertes insgesamt nicht gegeben war, weil die verschiedenen Methoden auch unterschiedliche Ergebnisse zeitigten.

Dies war natürlich kein dauerhaft zufriedenstellender Zustand für die Endkunden und so beschlossen die führenden Hersteller von Isomatten nun endlich ein einheitliches Testverfahren für die Wärmeleistung von Isomatten zu entwickeln. Dies geschah auf Basis einer ASTM-Norm. ASTM steht für American Society for Testing and Materials und firmiert seit 2001 kurz unter ASTM International.

Die ASTM-F3340 Norm für den R-Wert

Wie genau funktioniert nun dieses neue, standardisierte Verfahren? Sehr ähnlich, wie bei der ursprünglich von Exped genutzten EMPA-Methode wird die Isomatte zwischen zwei Platten gelegt. Die untere Platte bleibt hierbei kalt, während die oben liegende Platte auf eine konstante, die menschliche Körperwärme imitierende, Temperatur erwärmt wird. Im nächsten Schritt wird dann die Energie gemessen, die benötigt wird, um die Temperatur der oberen Platte gleichbleibend zu halten.

Diese Daten ergeben dann den jeweiligen R-Wert. Was hier nun immer noch eine Leerstelle bleibt, ist der Druck der von der oberen Platte auf die Matte ausgeübt wird, sowie welchen Einfluss der Aufblasdruck der Matte auf das Testergebnis hat.

Es wurde zudem auch die Anzahl der Tests noch nicht festgelegt, die der Norm zugrunde gelegt werden soll. Deshalb bietet auch der neue R-Wert „nur“ die Möglichkeit einer Vergleichbarkeit zwischen unterschiedlichen Herstellern, nicht aber eine konkrete Temperaturangabe. Will heißen ihr wisst jetzt, dass egal ob ihr eine Matte von beispielsweise Sea to Summit, Exped oder Therma A Rest erwerbt, alle Hersteller den R-Wert auf der gleichen Basis ermitteln.

Bis der R-Wert auch eine wirklich verlässliche und nachvollziehbare Temperaturangabe sein kann, bedarf es noch der genauen Definition obiger Parameter. Aber die neue Norm ist nichtsdestotrotz ein guter Schritt um Euch eine höhere Transparenz zu bieten und damit die Wahl der richtigen Isomatte doch deutlich zu erleichtern. Denn eine grobe Temperaturspanne bietet der R-Wert schon und durch die neue Einheitlichkeit mit der Norm ASTM F3340 ist er als Angabe sehr viel verlässlicher geworden.
In diesem Sinne, bleibt gesund und macht Euch draußen eine tolle Zeit, denn dort ist sie immer noch am Schönsten!

Noch mehr Kinderbespaßung in Zeiten von Homeoffice und Homeschooling (Teil 2)

22. Mai 2020
Tipps und Tricks

Nach zahlreichen Ideen und Anregungen für Spiele und Basteleien in den eigenen vier Wänden (Teil 1: Indoor Aktivitäten), folgen jetzt einige Möglichkeiten, um seine Kinder mit spannenden Outdooraktivitäten bei Laune zu halten. Wer über eine Terrasse, einen Balkon, einen Garten oder eine Wiese verfügt, findet in den folgenden Vorschlägen eine große Auswahl an Freizeitaktivitäten. Sowohl für jüngere, als auch für ältere Kinder gibt es im Freien super Möglichkeiten zur aktiven und auch zur eher gemütlichen Freizeitgestaltung.

Outdooraktivitäten mit geringem Aufwand für Terrasse und Garten

Holz schnitzen

Selbst kleinere Kinder können oft schon gut mit einem kinderfreundlichen Schnitzmesser umgehen. Sie sind vorne meistens nicht spitz, sondern rund. Die Klinge eignet sich aber prima um Grillstöcke zu schnitzen oder aus weichem Holz oder weicher Rinde einfache Motive zu schnitzen.

Straßenkreide

Mit Straßenkreide lassen sich bunte Bilder, Spielfelder, Straßenmarkierungen für Laufrand und Tretauto und unzählige andere Motive auf Straßen, Einfahrten und Gehwege malen.

Sonnenschirm Zelt

Aus einem Sonnenschirm, einem großen Stück Stoff, das mit Wäscheklammer rings um den Schirm befestigt wird und einer Decke als Boden, wird im Handumdrehen ein wohnliches Kinderzelt zum Spielen.

Fangen und Verstecken

Verstecken und Fangen benötigen wohl keine weitere Erklärung und eignet sich als Zeitvertreib für kleinere und größere Kinder.

Slackline spannen

Für Kinder ist eine breite Slackline in niedriger Höhe ideal. Während sie am Anfang noch etwas Hilfe benötigen, laufen viele Kinder danach schon vollkommen sicher und selbständig.

Ballspiele

Selbst wer weder Mini-Fußballtore noch einen Basketballkorb daheim hat, kann ein kleines Tor oder einen Korb einfach improvisieren. Ein alter Eimer ohne Boden eignet sich für einen kleinen Ball zum Beispiel prima als Wurfziel. Alternativ kann der Ball einfach gegen eine Wand geworfen und dann wieder gefangen werden. Durch „Werfen und Fangen mit einer Hand“, „Drehung“ und „Fangen hinter dem Rücken“ bleibt das Spiel abwechslungsreich und anspruchsvoll.

Federball, Frisbee & Tischtennis

Ob Federball, Boccia, Frisbee oder Tischtennis – viele Spiele lassen sich für Kinder auch einfach imitieren oder improvisiert spielen – zum Beispiel mit dem Gartentisch als Tischtennisplatte.

Seilspringen und Gummitwist

Ob alleine mit Springseil oder mit mehreren Kindern am langen Springseil oder mit Gummitwist. Verschiedene Arten zu Hüpfen, zu Springen und unterschiedliche Twist-Spiele sorgen für stundenlange Beschäftigung.

Aktivitäten im Freien, die etwas Vorbereitung und Arbeitseinsatz verlangen

Picknick im Grünen

Was schon im eigenen Wohnzimmer (siehe Teil 1) eine Menge Spaß bereitet hat, macht bei milden Temperaturen im Freien erst recht gute Laune. Eine Decke, ein Korb mit leckerem Vesper, ein paar Teller, Besteck und die nötigen Getränke – schon kann das Picknick mit der Familie beginnen.

Wasserpistolen & Wasserschlacht

Wenn das Wetter im Frühjahr schon sommerlich ist, wird es Zeit die Wasserpistolen und Wasserbomben aus dem Keller zu holen. Ein gute Wasserschlacht sorgt an heißen Tagen für Action und Abkühlung zugleich.

Holzverschlag, Baumhaus & Höhle bauen

Ein einfacher Holzverschlag kann zum Beispiel schon mit zwei Holzböcken und einem Brett als Decke gebaut werden. Auch alte Paletten sind super Baumaterial für alle erdenklichen Räuberhöhlen, Piratenschiffe und Baumhäuser. Je nach Kreativität, Materialeinsatz und Arbeitsaufwand kann die Höhle in ein paar Minuten oder in ein paar Tagen umgesetzt werden.

Sandkasten bauen

Ein Sandkasten lässt sich natürlich auch fix und fertig kaufen. Der selbstgebaute Sandkasten mit Holzverkleidung und Deckel ist dagegen etwas aufwändiger zu bauen. Dafür ist die Gestaltung individuell und der Sandkasten kann zum Beispiel mit den Kindern zusammen hübsch bemalt werden.

Grillen & Stockbrot

Selbst wenn das Grillen auf öffentlichen Grillstellen nicht gestattet ist, lässt sich eine kleine Grillstelle auch schnell im Garten oder auf dem Balkon realisieren. Ideal für ein kleines Grillfeuer ist eine Feuerschale oder ein kleiner Holzofen. Mit einem passenden Grillrost, einer Grillschale oder einem geschnitzten Grillstock kann prima eine Grillwurst, ein Stockbrot oder ein paar Marshmallow gegrillt werden.

Spielhaus & Kartonburg bauen

Mit ein paar größeren Umzugskartons und ein paar kleineren und mittleren Kartons von der letzten Bestellung bei Bergfreunde kann eine super Ritterburg, ein kleiner Turm oder ein Spielhaus konstruiert werden. Beim Ausschneiden der Fenster sollte ein Erwachsener mit einem scharfen Messer helfen und alle Kanten danach mit Klebeband überklebt werden. Mit Leim oder Klebeband lassen sich die einzelnen Kartons in der gewünschten Anordnung verbinden. Beim Bemalen von Fassade, Dach und Innenräumen kann beispielsweise Acrylfarbe, Wasserfarbe oder Fingerfarbe zum Einsatz kommen. Schnell ist das neue Spielhaus für den Garten fertig und kann von den Kleinen direkt bezogen werden.

Sack-hüpfen, Kartoffellauf und Becherlauf

Unter erschwerten Bedingungen von A nach B zu gelangen, sorgt nicht nur bei Kindern für Spaß und Unterhaltung. Ob Sack-hüpfen, Becherlauf, das Laufen mit einer Kartoffel auf einem Esslöffel oder einem Becher Wasser auf dem Kopf – aus der Kombination verschiedener Elemente lässt sich ein regelrechter Wettkampf entwickeln, der gleichzeitig Konzentrationsvermögen und Feinmotorik fördert.

Boote Wettrennen

Für ein Rennen mit kleinen Booten eignen sich kleine selbstgebastelte Schiffchen aus Papier, Kork oder Holz. Eine Schüssel mit Wasser dient als Gewässer. So kann das eigene Boot von einer Seite zur anderen gepustet werden.

Zirkus spielen

Jeder Mitspieler zeigt was er kann. Egal ob akrobatische Turnübung, Musikvorführung, Zaubertrick oder einen Witz erzählen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und vom Kleinkind bis zur Oma kann jeder mitspielen.

Outdoor Sport und Spiele für fortgeschrittene Heimwerker

Seilrutsche aus Kletterausrüstung basteln

Etwas anspruchsvoller im Aufbau ist eine improvisierte Seilrutsche. Zwischen zwei stabilen Fixpunkten (z. B. Bäume) wird ein altes Kletterseil gespannt. Zum Spannen kann entweder ein Flaschenzug oder ein Mehrzweckzug verwendet werden. Das Seil wird mit einem leichten Gefälle über etwa 5 – 15 m gespannt und mit einer Seilrolle ausgerüstet, die auf dem Kletterseil läuft. An der Seilrutsche wird mit einem kurzen Seilstück eine Tellerschaukel oder ein Stück Holz befestigt. Auch ein größerer Knoten ist denkbar. Das ist zwar etwas Aufwand, punktet aber fast mit Spielplatzniveau.

Schaukel, Wippe oder Klettergerüst bauen

Wer über den nötigen Platz und das passende Material verfügt, sieht eventuell im Bau einer Schaukel oder Wippe eine anspruchsvolle Aufgabe. Für eine kleine Rutsche reicht dagegen oft schon ein glattes Brett mit rutschender Oberfläche. Auch eine Schaukel lässt sich an einem stabilen Ast mit einem Brett und einem alten Kletterseil einfach realisieren und bringt viel Spaß.

Kletterparcours oder Kletterwand

Mit hängenden Seilen vom Baum, Paletten, Brettern und Kartons entsteht ein abenteuerlicher Ninja-Parcour. Dabei gilt es so schnell wie möglich vom Start ins Ziel zu kommen, ohne dabei den Boden zu berühren. Der Schwierigkeitsgrad kann für Kinder jeden Alters individuell angepasst werden.

Fahrradstrecke im Garten

Ob Slalomstrecke, Hindernisparcour oder Rampe – in Verbindung mit Fahrzeugen, wie Laufrad, Fahrrad, Scooter können unzählige Herausforderungen entstehen. Dabei muss nicht zwangsläufig der ganze Garten umgegraben werden. Ein paar alte Bretter, Kisten, Reifen und Paletten eignen sich super als Baumaterial.

Skaterampe oder Mini-Ramp

Definitiv ein Projekt für Fortgeschrittene und auch mit einer Menge Materialeinsatz verbunden. Die eigene Skaterampe kann auch mit Inlineskates, Scooter und Kinderfahrrad befahren werden und eröffnet für sportliche Kinder viele neue Möglichkeiten. Allerdings ist ein großer Garten und eine tolerante Nachbarschaft dafür sehr zu empfehlen.

Swimmingpool oder Badeteich

Mit einem Swimmingpool kann man seine ersten Schwimmversuche starten.Unter dem Stichwort Swimmingpool verstehen die einen ein 20 cm hohes Kinderplantschbecken und die anderen ein gefliestes Bauwerk mit Olympia-Ausmaßen. Auch ohne Aushub und Mini-Bagger lässt sich für den anstehenden Sommer ein Pool installieren, in dem auch Erwachsene sich bestens abkühlen können. Je nach Größe sind solche Pools auch groß genug, dass Kinder darin ihre ersten Schwimmversuche absolvieren.

Viel Spaß beim Spielen, Basteln und Bauen!

Sonnenbrand – Entstehung, Vermeidung und Behandlung

12. Mai 2020
Tipps und Tricks

Huch, eben war noch dunkelster Winter und jetzt knallt die Sonne mittags auf gefühlter Äquatorstärke. Es ist, als ob die Sonnenintensität einen Sprung gemacht hätte. Zumindest kommt mir das jedes Frühjahr so vor. Deshalb habe ich es auch dieses Mal wieder verpasst, rechtzeitig für Sonnenschutz zu sorgen und den ersten Sonnenbrand zu vermeiden.

Damit nächstes Jahr endlich Schluss damit ist, will ich hier mal nachforschen, was der Sonnenbrand genau ist, wie man ihn vermeidet und – falls es schon wieder nicht geklappt hat – wie man ihn richtig behandelt.

Was genau brennt da?

Blöde Frage, natürlich brennt die Haut. Und sie spannt im schlimmsten Falle, als ob sie gleich reißen würde. Jede Berührung fühlt sich an, als würde man Schleifpapier übergezogen bekommen. Und es ist auch tatsächlich eine (leichte) Verbrennung, die man sich beim Sonnen-Brand zuzieht. Die Zerstörung der Hautzellen findet in ähnlicher Art statt wie beim Kontakt mit Feuer.

Die Haut wird beim Sonnenbrand (Dermatitis solaris) durch eine zu hohe Dosis an UV-Strahlen sprichwörtlich entzündet. Meist ist nur die oberste Hautschicht (Epidermis) betroffen.

Ein leichter Sonnenbrand zeigt sich nur als Hautrötung, ein starker Sonnenbrand ruft zusätzlich Blasenbildung hervor und kann Narben hinterlassen. Wiederholte Fälle von Sonnenbrand lassen zudem die Haut beschleunigt altern. Man sieht es gelegentlich schon bei jüngeren Menschen, die es mit dem Solarium oder der Urlaubsbräune übertreiben: die Haut ist faltig und sieht lederartig aus. Auch das Risiko einer späteren Hautkrebserkrankung steigt mit der Häufigkeit und Intensität von Sonnenbränden. 

Die Sonnenbrand-Intensität wird in drei Schweregrade unterteilt und hängt von der Dauer und Stärke der Sonneneinstrahlung, dem individuellen Hauttyp sowie der Empfindlichkeit und Größe der betroffenen Körperregion ab. Besonders empfindlich und demnach sorgfältig zu schützen sind die Lippen.

  • Bei Schweregrad 1 sind die betroffenen Hautstellen „nur“ gerötet und überhitzt. Sie spannen und sind oft auch leicht geschwollen. Der Sonnenbrand juckt und brennt.
  • Bei Grad 2 bilden sich Bläschen auf der Haut und die Haut schält sich später ab. Die Brandblasen sollte man wegen Infektionsgefahr nicht selbst öffnen.
  • Grad 3 entspricht einer schweren Verbrennung mit Ablösung der obersten Hautschichten und sehr  wahrscheinlich zurückbleibenden Narben.

Bei einem großflächigen Sonnenbrand mit Schweregrad 2 oder mehr können auch Fieber und weitere Symptome auftreten.

Wie entsteht Sonnenbrand?

Hauptverantwortlich für Sonnenbrand sind ultraviolette (UV-)Strahlen – unabhängig davon, ob sie von der Sonne oder einer künstlichen Strahlungsquelle stammen. So kann man sich beispielsweise auch im Solarium oder beim Schweißen mit unzureichender Schutzkleidung einen Sonnenbrand einfangen.

Ultraviolett sind Sonnenstrahlen, wenn ihre Wellenlänge kürzer ist als die des gerade noch sichtbaren violetten Lichts. UV-Strahlen werden nach Wellenlänge unterteilt in:

  • UV-A-Strahlung (Wellenlänge: 400 bis 315 Nanometer)
  • UV-B-Strahlung (315 bis 280 nm)
  • UV-C-Strahlung (280 bis 100 nm)

Je kürzer die Wellenlänge, desto energiereicher und hautschädlicher ist die Strahlung. Hauptverursacher für Sonnenbrand ist die UV-B-Strahlung. Die „noch kürzere“ und gefährlichere UV-C-Strahlung spielt keine Rolle, da sie in den oberen Schichten der Erdatmosphäre „ausgefiltert“ wird. UV-A-Strahlung birgt zwar kaum Sonnenbrandgefahr, kann jedoch das Bindegewebe angreifen und die Haut somit schneller altern lassen.

Details des Sonnenbrand-Mechanismus wurden laut dieses BR-Artikels erst 2012 in Versuchen mit Zellkulturen und Mäusen aufgedeckt. Demnach werden RNA-Moleküle aus dem Zellkern so verändert, „dass sie sich mit einer Andockstelle in den Hautzellen verbinden können. Das wiederum fördert die Produktion eines entzündungsfördernden Stoffes, des Tumor-Nekrosefaktors Alpha. Die typischen Sonnenbrand-Symptome treten auf. Dadurch, dass die veränderten RNA-Moleküle Substanzen und Reaktionen aktivieren, die als tumorfördernd gelten, könnten sie auch eine Rolle bei der Entstehung von Hautkrebs spielen.

Nur helle Hauttypen? Wer bekommt Sonnenbrand?

Der Hauttyp spielt bekanntlich eine wichtige Rolle. Hellhäutige Menschen bekommen schneller einen Sonnenbrand, weil sie weniger Hautpigmente haben, die die Sonneneinstrahlung blocken. Man unterscheidet vier Hauttypen:

  • Hauttyp 1: Sehr helle Haut, rötlich-blonde Haaren, blaue oder grüne Augen und Sommersprossen Ungeschützt kann man sich als Hauttyp 1 nur fünf bis zehn Minuten an der Sonne aufhalten, bevor die Haut rot wird (Eigenschutzzeit). Braun wird die Haut kaum bis gar nicht.
  • Hauttyp 2: Helle Haut, blonde bis dunkelblonde Haare, blaue oder grüne Augen, Eigenschutzzeit 10 bis 20 Minuten.
  • Hauttyp 3: dunklere Haut, dunkelblonde bis braune Haare, Eigenschutzzeit 20 bis 30 Minuten.
  • Hauttyp 4: bräunliche Hauttöne, dunkelbraune bis schwarze Haare, Eigenschutzzeit 30 bis 40 Minuten.

Ich selbst würde mich bei Hauttyp 2 einordnen, der (leider) nur im Gesicht oder nach langer Sonnen-Eingewöhnung leicht braun wird. Allerdings kommen mir die hier von Netdoktor entnommenen „offiziellen“ Zahlen für die Eigenschutzzeit sehr kurz gegriffen vor. Zumindest in tiefen Lagen nahe Meeresspiegel würde ich meine persönliche Eigenschutzzeit deutlich länger als die genannten 10 bis 20 Minuten einschätzen.

Oben am Berg, wo der UV-Anteil in der Sonnenstrahlung mit jedem Höhenmeter steigt, da er von immer weniger Luftteilchen „herausgefiltert“ wird, gilt das natürlich nicht mehr. Je höher man kommt ist, desto wichtiger wird es, das Thema Sonnenschutz ernst zu nehmen. Das gilt ganz besonders, wenn Babys und Kleinkinder mit ihrer noch sehr dünnen und pigmentarmen Haut dabei sind.

Beachtet werden muss auch die Reflexion von Sonnenstrahlung: Oberflächen wie Wasser, Schnee oder Sand werfen die UV-Strahlung wie ein Spiegel zurück. Man kann sich also auch an diesen reflektierenden Oberflächen einen Sonnenbrand holen.

Wie vermeide ich Sonnenbrand?

Die einfachsten Methoden sind sicher keine Geheimtipps: Haut bedecken und im Schatten bleiben. Ist man aber als Bergfreund ab und zu oberhalb der Baumgrenze unterwegs, lässt sich insbesondere das mit dem Schatten nicht immer so leicht einhalten.

Schutz durch Textilien

Das Abdecken der Haut mit Stoff ist die unschlagbar einfache Schutzmethode. Allerdings soll normales Gewebe wie Baumwolle oder Polyester nicht vollständig schützen. Ich schreibe hier bewusst „soll“, weil ich bislang noch nicht die Erfahrung gemacht habe, unter einem einfachen T-Shirt Sonnenbrand zu bekommen.

Bei langer, intensiver Sonnenexposition in äquatornahen Klimazonen dürfte spezielle Kleidung mit UV-Schutzfaktor jedoch sehr sinnvoll sein. Sie ist dichter gewebt, sodass weit weniger (UV-)Licht zur Haut durchdringt.

Zwar braucht man auch in den hiesigen Bergen verstärkten UV-Schutz, doch den hat man meist sowieso, wenn man die Haut mit mehreren Kleidungsschichten bedeckt.

Sonnencremes und Lichtschutzfaktoren

Auch hier dürften die gängigen Hinweise allseits bekannt sein. Man soll ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden und die Haut mindestens 30 Minuten vor dem Sonnenbad  mit einer ausreichend großen Menge eincremen/einsprühen. Für eine Ganzkörperanwendung bedeutet das eine Menge von etwa 25 Millilitern, was einem Schnapsglas entspricht. Nach dem Schwimmen oder starkem Schwitzen ist die Prozedur zu wiederholen. Und dabei bitte beachten, dass die Schutzzeit durch wiederholtes Eincremen NICHT verlängert wird.

Damit zu den Hard Facts, die noch kein Allgemeinwissen sind: herkömmliche Sonnenschutzmittel sind nicht ganz so unproblematisch wie allgemein angenommen. Ihre chemischen Filter dringen in die oberste Hautschicht ein und wandeln die UV-Strahlen in Wärmeenergie um. Dabei können die Substanzen Allergien auslösen und – da sie keineswegs immer nur in den oberen Hautschichten verbleiben – wie Hormone wirken. Forscher der Universität Zürich fanden Rückstände von UV-Filtern in Muttermilch.

Wie war das mit den Nanoteilchen?

Ein ebenfalls wenig beachteter Problempunkt ist die Beimischung von Nanoteilchen in vielen Sonnenschutzmitteln. Damit sind nach EU-Definition Teilchen gemeint, die kleiner sind als 100 Nanometer (ein Zehntausendstel Millimeter). Laut Nanoportal-BW.de werden die im Handel verwendeten UV-Filter „vom wissenschaftlichen Komitee für Verbrauchersicherheit der Europäischen Kommission als sicher bewertet. Sie dringen nicht in die Haut ein, sondern reflektieren die UV-Strahlung wie kleine Spiegel.

Gibt es natürliche Sonnenschutz-Alternativen?

Wer gegenüber Nanopartikeln dennoch skeptisch ist, der kann sich mit Bio-Sonnencreme vor der Sonne schützen. Hier sorgen mineralische Filter mit natürlich vorkommenden Substanzen wie Titandioxid und Zinkoxid für die Abwehr der UV-Strahlen. Sie bilden eine dünne Schutzschicht, die wie eine Vielzahl kleiner Spiegel wirkt, die die Sonnenstrahlen überwiegend reflektiert und streut. Die Wirkung setzt nicht erst nach 15 bis 30 Minuten ein wie bei den chemischen Filtern, sondern sofort nach dem Auftragen.

Der Haken dabei: man sieht nach dem Auftragen aus wie ein Schneemann. Deshalb werden auch bei vielen Bio-Sonnencremes die mineralischen Substanzen so weit verkleinert, dass der aufgetragene Film transparent erscheint. 

Haut an die Sonne gewöhnen

Die eierlegende Wollmilchsau beim Sonnenschutz gibt es also nicht in Form einer Creme. Man kommt nicht umhin, einen Mix von verschiedenen Maßnahmen zu betreiben. Eine dieser Maßnahmen ist das langsame Gewöhnen der Haut an die Sonne.

Man kann damit durchaus gewisse „Trainingseffekte“ erzielen. Eine bewährte Strategie ist, dass man die ungeschützte Aufenthaltszeit an der Sonne im Laufe mehrerer Tage jeweils um etwa ein Drittel verlängert. Bei Hauttyp 1 wären das demnach 20 Minuten ungeschützter Aufenthalt am ersten Tag, 27 Minuten am Zweiten, 34 am Dritten, usw.

Ernährung

Die so erzielte Erhöhung des „Eigenschutzfaktors“ ist bemerkbar, hat aber dennoch enge Grenzen. Ähnliches gilt für die Verbesserung der Sonnenverträglichkeit durch die Ernährung. Auch hier kann man durch erhöhte Zufuhr von Antioxidantien wie Carotinoiden einiges bewirken, sollte jedoch keine Wunder erwarten. Carotinoide sind die roten oder orangenen Pflanzenfarbstoffe in Paprikas, Karotten, Tomaten und vielen anderen Früchten und Gemüsesorten.

Auch ein Zusammenhang zwischen einer guten Vitamin-D-Versorgung und besserer Sonnenverträglichkeit wird immer wieder diskutiert und vermutet.

Selfmade-Sonnencreme?

Es finden sich im Netz jede Menge Rezepte, meist bestehend aus Ölen, Fetten und Mineralien. Allerdings lassen sich damit keine sicheren Aussagen über den Lichtschutzfaktor machen. Für einen kurzen Freibadbesuch mögen Selfmade-Mixturen taugen, für eine stramme Bergtour auf 3000+ Meter sicher nicht. Deshalb lieber mit dem hochwertigen Profiprodukt auf Nummer sicher gehen.

Wenn es doch passiert ist: Nachbehandlung

Die Therapie bei Sonnenbrand lautet: kühlen und befeuchten. Und im Schatten bleiben – worauf man angesichts des Schmerzes bei erneuter Sonneneinstrahlung auch von selbst kommen wird.

Schnelle Abhilfe schaffen nasse Lappen und Handtücher, mit oder ohne eingewickelte Behandlungsmittel wie Quark oder Joghurt. Ein T-Shirt oder einen dünnen Pulli kann man ebenfalls benutzen und so knoten, dass man den Umschlag nicht festhalten muss. Die Wickel sollten so lang drauf bleiben, bis sie nicht mehr kühlen. Das ist meist nach etwa einer halben Stunde der Fall.

Das Motto „je kälter desto besser“ gilt hier allerdings nicht! Wer große Hautflächen zu lang oder zu intensiv kühlt, wird die Abwehr- und Selbstheilungskräfte der Haut eher schwächen als stärken. Auch hilft radikale Kühlung nur unmittelbar nach einer Verbrennung. Ein Sonnenbrand ist jedoch  längst vollzogen, wenn man ihn bemerkt. Deshalb gelten Kühlungstemperaturen von 15-20 Grad als ideal.

Für den Einkauf oder den Weg zur Arbeit braucht man eine andere Lösung. Hier muss etwas her, was direkt auf die Haut aufgetragen wird und dort bleibt. Das wahre Wundermittel für solche Fälle hört auf den Namen Aloe Vera.

Das grüne Gel gibt es fertig in der gut sortierten Drogerie zu kaufen. Die schöne, agavenartige Aloe-Vera-Pflanze steht aber auch praktischerweise schon in vielen Haushalten als Zierrat herum. Wer ein Exemplar daheim hat, braucht nur ein „Blatt“ davon abzuschneiden und die angenehm riechende, gelartige Flüssigkeit aus dem Inneren etwas zu verrühren und auf dem Sonnenbrand zu verteilen.

Kokosöl soll helfen, wenn Aloe-Vera als zu mild empfunden wird, während Apfelessig entzündungshemmende und Juckreiz-lindernde Wirkung nachgesagt wird. Da fetthaltige Öle die Hautatmung beeinträchtigen und zu völlig kontraproduktivem Wärmestau führen können, sollte man sie zunächst nur auf einem kleinen Hautareal ausprobieren.

Die genannten Hausmittel können teure „Aftersun“-Produkte weitgehend ersetzen. Allerdings hilft beides nur bis zu Verbrennungen ersten Grades. Bei einem Sonnenbrand ab Grad 2 mit Blasenbildung und starken Schmerzen sollte man den Gang zum (Haut)Arzt antreten. Mit halbgarer Eigentherapie fügt man sich nur noch zusätzlichen Schaden zu. In noch schlimmeren Grad-3-Fällen führt der einzig richtige Weg direkt ins Krankenhaus. Doch dieser Extremfall sollte schon mit einer winzigen Prise „Kopf einschalten“ im Vorfeld so gut wie auszuschließen sein.

Fußtraining – Acht Übungen für „untenrum“

7. Mai 2020
Tipps und Tricks

Hand aufs Herz, wer von euch hat im Biologieunterricht aufgepasst? Wer weiß noch, was damals so alles Mögliche und Unmögliche behandelt wurde? Lasst mich mal eine grobe Einschätzung machen: So irgendwas mit Blumen und Bienen ist hängen geblieben und darüber hinaus wirds deutlich dünner… (Ist ja auch nicht so schlimm). Da aber zur allgemeinen Fitness auch die geistige gehört, habe ich mal eine kleine Quizfrage für euch: Was hat 28 Knochen, 107 Bänder und 19 Muskeln? Ist das:

  1. ein Nacktmull
  2. eine Blindschleiche
  3. ein Zwergpudel
  4. was ganz anderes

Naja, so schwer war das ja nicht zu erraten. Natürlich was anderes. Aber was nur? Na wer kommt drauf? 

Ich sag‘s euch: Ein menschlicher Fuß. Und zwar der „hochdeutsche Fuß“, der lediglich aus Fußwurzel, Mittelfuß und Zehen besteht. Nicht zu verwechseln mit dem „süddeutschen Fuß“, der bekanntlich bis zum Hüftgelenk geht.

Die Füße eines Säugetiers (wir bleiben der Einfachheit halber für den Rest des Blogbeitrags beim Menschen) stellen ein sehr komplexes Zusammenspiel aus Bändern, Sehnen, Muskeln und Gelenken dar. Nur wenn diese gut im Einklang funktionieren, sind höhere oder längere Belastungen verletzungsfrei möglich. Aus diesem Grund macht es durchaus Sinn, auch die Füße gezielt zu trainieren und so für den (Ausdauer-)Sport fit zu machen oder die Fitness zu steigern.

Das Gute dabei: Hierzu braucht es keine teure Mitgliedschaft im Fitnessstudio und auch nahezu keine Gerätschaften. Alle Übungen können mehr oder weniger mit Hausmitteln absolviert werden, manche sogar während man am Schreibtisch sitzt oder auf dem Sofa liegt. Nicht einmal Sportbekleidung ist hierzu zwingend notwendig, jedoch trainiert es sich in bequemer Alltagskleidung sicherlich angenehmer als mit Anzug und Krawatte. Alle Übungen werden außerdem ohne Schuhe ausgeführt. Wer zu kalten Füßen neigt, kann aber viele Übungen auch in Socken machen, manchmal geht’s leider nur barfuß gut und sicher.

Wer sich jetzt allerdings denkt, dass mit dem Thema Fußtraining mal wieder nur eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird, der irrt. Wer beispielsweise im Verein oder Schulsport schon einmal ein Aufwärmtraining absolviert hat, der wird sicher so manche Übung kennen. Soweit so normal oder banal.

Gerade aber in sportlichen „Sauren-Gurken-Zeiten“, beispielsweise in der Übergangszeit von Winter- und Sommersaison, kann es durchaus Sinn ergeben gewissen Körperteilen, quasi als Vorbereitung auf kommende sportliche Herausforderungen, auch zu Hause ein bisschen Training zukommen zu lassen. Daher gibt’s hier und heute für euch ganz exklusiv das ultimative Fußtraining-für-zu-Hause-Best-of. (Zynische Geister würden sagen „Gymnastik“)

Runde 1: Beweglichkeit (und Koordination)

Ist der Körper halbwegs beweglich, lebt es sich meistens besser. Warum nicht gleich mal im Sprunggelenk damit anfangen…

Wippen

Die erste Übung ist kein größeres Problem und auch für Bewegungsdeppen wie mich blitzschnell zu erlernen. Doch obwohl diese Übung nicht schwer ist, ist sie sehr effektiv und ein absolutes Basic für viele andere Übungen.

  • VorbereitungBevor es jedoch losgeht, braucht es noch ein kleines Hilfsmittel, nämlich einen Stuhl. Alternativ geht auch ein Hocker, die ausreichend hohe Bettkante oder eine Bank. Wichtig ist nur, dass man sich problemlos aufrecht hinsetzen kann, sodass Knie und Sprunggelenke senkrecht übereinander stehen. 
  • AusführungIhr setzt euch also aufrecht hin und achtet darauf, dass die Knie und Sprunggelenke möglichst senkrecht übereinander stehen. Nun müsst ihr nur noch abwechselnd auf die Zehen und Fersen wippen und die Übung ist perfekt. Sinnigerweise wiederholt ihr das ganze 15 mal.
  • VarianteBei dieser Übung gibt es zwei Varianten. Entweder ihr bewegt beide Füße parallel oder ihr führt die Übung jeweils in die entgegengesetzte Richtung aus, das schult dann auch noch die Koordination.

Kreisen

Diese Übung gehört zu meinen Lieblingsübungen, denn man kann sie nahezu überall ausführen. Ich habe hierzu einmal eine kleine, nicht repräsentative Umfrage gemacht und festgestellt, ob Freunde oder Familie, auf dem Sofa vor dem Fernseher ist wohl der ideale Platz dafür.

  • Vorbereitung: Die Übung kann entweder im Sitzen oder Liegen ausgeführt werden. Daher braucht es mindestens einen Stuhl, besser noch eine bequeme Couch, (Fernseher und ein Film eurer Wahl optional).
  • Ausführung: Entweder ihr legt euch bequem der Länge nach hin, sodass die Füße ein wenig über den Rand des Sofas überstehen oder ihr setzt euch auf einen Stuhl und hebt die Beine ein wenig an. Alternativ könnt ihr die Beine auch auf den Tisch legen, das ist aber nicht überall gerne gesehen. Ist dies geschehen, kreist ihr langsam mit euren Füßen. Die Bewegung findet dabei am Sprunggelenk statt und soll die Beweglichkeit fördern. Klassischerweise kreist man mit beiden Füßen parallel und wechselt nach 10-15 Runden die Richtung.
  • Variante: Wer es gerne koordinativ ein wenig anspruchsvoller mag, kann auch mit den Füßen in jeweils unterschiedliche Richtungen kreisen. Also beispielsweise mit rechts im Uhrzeigersinn und mit links gegen den Uhrzeigersinn. Wem das immer noch zu leicht ist, der kann ja mal versuchen mit den Händen gleichzeitig was Koordinatives zu machen. Ich persönlich habe das einmal beim XBOX-Spielen versucht und musste feststellen, dass entweder meine Füße wilde Bewegungen gemacht haben oder meine Figur auf dem Bildschirm nur im Kreis gelaufen ist. Man kann eben nicht alles können…

Runde 2: Kräftigung (und Koordination)

Zusätzliche Kraft hat noch nie was geschadet, auch nicht in den Füßen. Also los geht’s…

Zehenstand

Bei dieser Übung geht‘s da weiter, wo unsere erste Übung „Wippen“ aufgehört hat. Während es beim Wippen in erster Linie um die Verbesserung der Beweglichkeit geht, wird nun das eigene Körpergewicht geschickt ausgenutzt um eine zielgerichtete Kräftigung zu erreichen.

Außerdem mit von der Partie: Unser „special guest“ Koordination. Also, den müden Hintern hoch und losgelegt. Die Übung Zehenstand findet logischerweise im Stehen statt. 

  • Vorbereitung: Hilfsmittel braucht es hierzu keine. Der Untergrund auf dem man steht sollte aber möglichst fest sein, hier tuts also der normale Zimmerboden von Laminat bis Fliese. Auch beispielsweise auf einer weichen Wiese oder einer sich leicht durchbiegenden Holzterrasse kann diese Übung ausgeführt werden, sie ist dann jedoch erheblich schwieriger. Bei Gleichgewichtsproblemen ist es außerdem ratsam, vor allem die Variante in der Nähe einer Wand oder eines Geländers auszuführen, sodass man sich bei Bedarf kurz abstützen kann.
  • Ausführung: Ihr steht mit beiden Beinen in etwa hüftbreit und leicht angewinkelten Knien auf dem Boden und beginnt langsam das Gewicht auf die Ballen zu verlagern, um so die Fersen vom Boden abzuheben, bis ihr mehr oder weniger nur noch auf den Zehen steht. Kurz halten. Danach geht es mit den Fersen langsam wieder runter, bis ihr wieder mit dem kompletten Fuß auf der Erde steht. Auch diese Übung lebt von den Wiederholungen. 10-15 mal kann man sich hier ein langsames Auf und Ab schon gönnen.
  • Variante: Lasst uns den Trainingsgrad ein wenig steigern, denn die Übung kann auch mit schwebender Ferse absolviert werden. Hierzu stellt ihr euch mit den Zehen und Ballen auf eine Treppenstufe, die Ferse bleibt frei. Hierdurch könnt ihr die Bewegung nicht nur nach oben (Zehenstand) sondern auch nach unten (abgesenkte Ferse) ausführen.

Doch Vorsicht: Ich spreche hier aus Erfahrung. Macht das nicht in Socken. Gerade Holzstufen von Innentreppen sind oft erstaunlich glatt und in Socken rutscht man da schon mal ab, was sehr unangenehm ist. Barfuß hälts da schon deutlich besser.

Rückenlage

Diese Übung wird auf dem Boden liegend ausgeführt und trainiert vor allem die Waden und Fußmuskulatur.

  • Vorbereitung: Außer einem festen Untergrund braucht es bei dieser Übung eigentlich keine Hilfsmittel. Da aber Böden oft kalt und hart sind, wird diese Übung durch eine geeignete Unterlage, wie beispielsweise eine Gymnastikmatte oder eine feste Isomatte deutlich angenehmer.
  • Ausführung: Ihr legt euch auf den Rücken und stellt die Beine im rechten Winkel auf. Danach hebt ihr die Hüfte hoch, sodass ihr die Unterlage nur noch mit Kopf und Schultern sowie den Fußflächen berührt. Wichtig ist dabei, dass Knie, Hüfte und Schultern eine Linie bilden und ihr nicht wie eine Banane durchhängt. Ist das geschehen, stellt ihr euch zusätzlich noch auf die Zehenspitzen.

Haltet diese Position kurz und stellt dann wieder langsam die Fersen auf dem Boden ab. Auch hier sind 10-15 Wiederholungen angeraten.

Runde 3: Stabilität (und Koordination)

Was bringt schon alle Kraft der Welt, wenn man aber so unsicher auf den Beinen steht, dass man damit nichts anfangen kann. Also Ring frei für die Stabilitätsübungen.

Einbeinstand

Diese Übung ist mehrstufig aufgebaut und fängt zunächst einmal recht harmlos an, steigert sich dann aber und wird so anspruchsvoller. Ziel ist es dabei eine bessere Stabilität in den Sprunggelenken herbeizuführen, was sich beispielsweise positiv auf die Bänder auswirkt.

  • Vorbereitung: Hilfsmittel sind bei dieser Übung nicht notwendig. Wer aber beispielsweise nach einer Sportverletzung ein wenig wacklig auf den Beinen ist, sollte die Übung in der Nähe einer Wand oder eines Geländers durchführen, sodass spontanes Abstützen kein Problem ist.
  • Ausführung: Die erste Stufe des Einbeinstands ist vergleichsweise einfach. Hierzu müsst ihr euch nur mit leicht abgewinkeltem Knie auf ein Bein stellen. Um zu steigern hebt ihr dann zusätzlich die Ferse des Standbeins vom Boden ab. Wer dabei mit dem Gleichgewicht Probleme hat, kann außerdem die Arme seitlich ausbreiten. Diese Position wird dann ca. 15-30 Sekunden lang gehalten und pro Seite zehnmal wiederholt.
  • Variante 1: Wem das noch zu einfach war, der kann die Übung problemlos steigern. Die Körperhaltung ist dabei wieder die Grundposition. Mit dem angehobenen Bein pendelt ihr nun aber langsam vor und zurück. Die Ferse des Standbeins bleibt dabei immer auf dem Boden. Auch hier seien 10-15 Wiederholungen pro Seite empfohlen.
  • Variante 2: Die zweite Variante dieser Übung kräftigt vor allem das Sprunggelenk. Hierzu nehmt ihr wieder die Grundhaltung ein, ihr steht also lediglich auf einem Bein, der Fuß berührt auf voller Fläche den Untergrund. Um stabiler zu stehen könnt ihr außerdem die Arme ausbreiten. Habt ihr einen sicheren Stand gefunden, beugt ihr das Knie des Standbeins langsam so weit wie es geht. Kommt ihr nicht mehr tiefer drückt ihr das Bein wieder durch und begebt euch so in die Ausgangsposition. Ca. 10 Wiederholungen pro Seite könnt ihr euch bei dieser Übung schon gönnen.

Gleichgewicht

Die folgende Übung verbindet die Kräftigung der Fußmuskulatur und die Schulung des Gleichgewichts. Sie bewirkt daher auf Dauer auch eine bessere Stabilität beim Stehen und Gehen, aber seht selbst…

  • Vorbereitung: Für das Gleichgewichtstraining braucht es ein festes Kissen. Omas liebevoll umhäkeltes Sofakissen eignet sich hierzu beispielsweise bestens, ihr dürft es ihr nur nicht erzählen. Für die Variante braucht es außerdem noch einen Ball.
  • Ausführung: Ihr stellt euch also heimlich auf Omas liebevoll umhäkeltes Sofakissen und beginnt langsam auf der Stelle zu gehen. Je fester dabei das Kissen ist, desto intensiver ist auch die Übung. Da wir aber auch hier unseren Freund Koordination nicht außer Acht lassen wollen, könnt ihr zusätzlich noch die Augen schließen, was die Übung ein wenig erschwert.
  • Variante: Ihr steht wieder auf dem Kissen und hebt lediglich ein Bein dauerhaft vom Boden ab. Versucht in dieser Position einen festen Stand zu finden. Ist dies geschehen reicht ihr euch den Ball von der linken in die rechte Hand. Wichtig ist es dabei, dass ihr Balance haltet und nicht mit dem abgehobenen Bein ausgleichen müsst. Steigern kann man die Übung auch noch, hierzu könnt ihr wieder die Augen schließen und/oder euch den Ball ein wenig zuwerfen.

Runde 4: Dehnen und Entspannung

Dehnung

Bei dieser Übung werden in erster Linie die Achillessehne und der Wadenmuskel gedehnt. Doch auch am Oberschenkel oder der Hüfte kann es hier je nach persönlicher Verfassung ordentlich zwicken.

  • Vorbereitung:  Man nehme: Eine stabile Wand, an der man sich mit den Händen gut abstützen kann.
  • Ausführung: Ihr streckt Arme und Hände nach vorne aus und stützt euch an der Wand ab. Dabei nehmt ihr die Schrittstellung ein. Hierbei ist das Bein auf dem der Großteil eures Gewichts ruht leicht angewinkelt und das andere Bein wird nach hinten durchgestreckt. Mit dem gestreckten Bein steht ihr zunächst auf den Zehen, versucht aber nach und nach die Ferse abzusenken bis sie im Idealfall den Boden berührt. Ist dies geschehen, haltet ihr diese Position kurz, hebt danach die Ferse wieder langsam an und führt die Bewegung erneut durch. Mit 10 Wiederholungen pro Seite könnt ihr einen guten Trainingseffekt erzielen.

Entspannung

Hier geht es um die leichte Dehnung und Entspannung der Fußfläche. Das Besondere dieser Übung ist jedoch, dass sie nicht nur als Teil des regelmäßigen Trainings wirksam ist, sondern auch beispielsweise nach einer anstrengenden Wanderung oder längeren Tour angenehm zur Regeneration beiträgt.

  • Vorbereitung: Für diese Übung braucht ihr etwas, wo ihr eure Zehen mit Kraft anstellen könnt. Ich empfehle hierzu einen Türrahmen, aber auch eine Wand oder die Vorderseite einer Treppenstufe sind hierzu beispielsweise gut geeignet.
  • Ausführung: Diese Übung erfordert keinen großartigen Bewegungsablauf. Ihr stellt lediglich die überstreckten Zehen an der Wand an und übt zusätzlich mit dem Fuß sanften Druck in Richtung der Zehen aus. Wichtig ist jedoch, dass dabei der Fuß auf dem Boden stehen bleibt. Haltet diese Position kurz und nehmt dann den Druck wieder langsam weg. Die Zahl der Wiederholungen pro Seite hängt hier stark davon ab, wie verspannt eure Füße sind, ca. 10 können es aber pro Seite schon sein.

Also Socken aus und losgelegt…

Ich bin eigentlich kein großer Freund von Gymnastik jeglicher Art. Gerade aber in den letzten Jahren habe ich jedoch festgestellt, dass Übungen zur Kräftigung, Dehnung oder auch Koordinationsschulung durchaus was bringen können. Nicht nur, weil es dann hier und da weniger zwickt (das Alter ;-), sondern auch weil man sich so auch in der sportlichen Sauren-Gurken-Zeit ein wenig besser fithalten kann.

Ist doch auch klar, wer beweglicher ist, der kann beispielsweise beim Klettern die Füße höher anstellen oder weiter spreizen. Wer gut und sicher auf den Füßen steht, ist oft trittsicherer und knickt auch beim Wandern im schwierigen Gelände vielleicht nicht so schnell um oder hält länger durch oder beides. 

Die hier vorgestellten Übungen können jedenfalls dabei helfen die persönliche Fitness ein wenig zu fordern und zu fördern. Wer aber beispielsweise nicht die Zeit oder Lust hat, sich ein oder mehrmals wöchentlich durch die gesamte Liste zu turnen, der kann ja auch nur eine Auswahl der Übungen absolvieren oder immer mal wieder abwechseln.

Da wollen wir nicht zu streng sein. Außerdem beruht diese Liste keinesfalls auf Vollständigkeit. Wenn ihr also noch eine Übung auf Lager habt, die ihr der Welt nicht vorenthalten wollt, dann hinterlasst uns gerne einen Kommentar und erklärt eure Übung.

Die Nachhaltigkeit bei Icebreaker

5. Mai 2020
Ausrüstung

Wenn ich „Icebreaker“ lese, denke ich komischerweise nicht an gepanzerte Schiffe im Polarmeer, sondern an Merinoschafe und Funktionsunterwäsche. In Sachen Werbepsychologie hat die 1994 in Neuseeland gegründete Firma also alles richtig gemacht. Das könnte vielleicht auch daran liegen, dass Firmengründer Jeremy Moon zu dieser Zeit gerade ein Marketing-Studium beendet hatte.

Die entscheidende Idee lieferte ihm laut Icebreaker-Schöpfungsmythos eine Freundin, als sie ihm den Farmer Brian Brackenridge vorstellte. Der Schafzüchter hatte ein T-Shirt aus 100 Prozent Merinowolle anfertigen lassen und gab es dem 24 jährigen Moon. Der war begeistert, trug es fortan selbst bei seinen Outdooraktionen und überlegte, wie man die Leute von dem brandneuen und zugleich uralten Material überzeugen könnte.

Es hat nur wenige Jahre gedauert, bis das geschafft war und aus der Idee, Outdoorunterwäsche aus Naturmaterial zu bevorzugen, ein Unternehmen mit Sitz in Wellington und mehr als 350 Angestellten wurde. Wer weitere Eckdaten über die Firma erfahren möchte, kann auf der Bergfreunde-Shopseite nachschauen. Hier im Basislager wandert der Blick jetzt auf den Nachhaltigkeitsansatz von Icebreaker.

Der Nachhaltigkeitsansatz von Icebreaker

Das wohl wichtigste Stichwort in Sachen Nachhaltigkeit lautet Transparenz. Sie ist zusammen mit dem  Vertrauen, das daraus entstehen kann, der Kernaspekt der Nachhaltigkeitsstrategie. Es gibt wohl keinen anderen Hersteller, der das Ganze so weit treibt, dass es der Kundschaft sogar schon „zu weit ging“. Icebreaker hatte vor einigen Jahren eine Idee, die man als „Barcode zum Schaf“ zusammenfassen kann:

Mehrere Jahre lang ließ Icebreaker die Kunden nachverfolgen, aus welcher Charge die Wolle des jeweiligen Unterhemds oder Shirts stammte. So genau wollten das die Verbraucher aber gar nicht wissen, weshalb die Maßnahme wegen mangelnder Nachfrage längst eingestellt wurde. Statt mit einem Barcode schafft Icebreaker heute Transparenz mit einem umfangreichen Bericht.

Der erwähnte Bericht trägt den Titel „Made Different“, stammt aus dem Jahr 2017 und erklärt auf 123 Seiten diverse Schritte und Maßnahmen des Unternehmens. Doch nicht nur das, er gewährt auch umfassende Einblicke in die Wertschöpfungskette, die Belegschaftsstruktur, die Geschäftspartnerschaften, den Tierschutz und die Fertigungsmethoden. Kurz, in fast alle Aktivitäten.

Ein zweiter Kernaspekt ist die tiefe Verflechtung und weiträumige Verteilung der Nachhaltigkeit in den Aktivitäten und Strukturen der Firma. Das bedeutet, Nachhaltigkeit ist bei Icebreaker kein gesondertes Tätigkeitsfeld und somit auch nicht sauber getrennt darstellbar. Womöglich ist das auch der Grund, warum bei Icebreaker nur wenige der bekannten Siegel, Labels und Mitgliedschaften zu finden sind, die sofort als „offiziell gültige“ Nachhaltigkeit sichtbar sind. Man muss viele Angaben auch im Sinne von „Treu und Glauben“ nehmen – oder sie eben kritisch hinterfragen.

Ich versuche beides, indem ich die als Nachhaltigkeitsmaßnahmen erkennbaren Aspekte des Transparency-Berichtes von 2017 herausstelle, ohne sie abschließend zu bewerten und „validieren“.

Umweltschutzmaßnahmen

Hier betont Icebreaker den Fokus auf Naturfasern, die über 85 % des gegenwärtigen Rohmaterialeinsatzes ausmachen. Im Abschnitt „Unsere Philosophie“ klingt das so:

Icebreaker wurde mit einem höheren Zweck gegründet. Um Verbrauchern eine natürliche Alternative zu Synthetik zu bieten und in der Outdoor-Branche einen Wandel hin zu nachhaltigen Lösungen zu bewirken.

Der hohe Anteil Naturfaser ist in der von Kunstfasern dominierten Outdoorindustrie tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal. Die Merino-Wollfasern gelten als natürlich, biologisch abbaubar, umweltschonend und damit nachhaltig. Entscheidend ist allerdings die Herkunft, denn nachhaltig ist die Wolle nur, wenn sie aus Betrieben mit artgerechter Tierhaltung und umweltgerechter Weidewirtschaft stammt.

Beides will Icebreaker durch strenge vertragliche Verpflichtungen an die Auftragsfertiger garantieren. Im Gegenzug bietet man den Züchtern Sicherheit und Planbarkeit durch langfristige Verträge (mehr dazu im Report auf S.24 unter „Direkte Beziehungen mit den Schafzüchtern“).

Tierhaltung und Tierschutz

Details zur Tierhaltung und zum Tierschutz werden im Report über viele Seiten offengelegt (S.24 ff.). Im Jahr 2015 waren es um die 15.000 Schafe, die auf etwa 16.000 Hektar gehalten wurden. Sie leben auf den Weiden und werden in wuchsschwachen Zeiten mit Zusatzfutter versorgt. Zu den  Tierschutzauflagen zählen eine stressfreie Haltung mit den „4 Freiheiten“ und natürlich das Verbot von Mulesing (schmerzhaftes Entfernen von Haut am Schwanz des Tieres).

Technische Innovationen

Mit einem kurzen Sprung zurück auf Seite 16 sieht man eine Zeitleiste über die Firmengeschichte. Für das Jahr 2012 ist dort das Material Cool-Lite erwähnt – eine neue Mischung aus Merinowolle und der pflanzlichen Regeneratfaser Tencel. Im folgenden Jahr 2013 entwickelt Icebreaker „eine natürliche Alternative zu Entendaunen, die aus Merinowolle hergestellt wird.“ Beide Entwicklungen stehen für Funktionalität auf schonende und naturnahe Weise.

Freiwillige Größeneinschränkung

Ein wirklich bemerkenswerter Schritt ist die auf Seite 45 dargestellte Entscheidung, die Größe der globalen Herbst-Winter-Kollektion um 20 Prozent zu reduzieren.  Die Größe war „nicht mehr mit den Werten unseres Produkt-Designs vereinbar“.

Recyceltes Polyester

Polyester hat einen Anteil von fünf Prozent der verwendeten Fasern. Davon sind 72 Prozent hauptsächlich aus PET-Flaschen recycelt und man ist bestrebt, den Anteil zu erhöhen.

Öko-Tex Standard 100

92 % der Stoffe in der Herbst-/ Winterkollektion 2017 trugen das Siegel STANDARD 100 by OEKO-TEX. Der Standard ist ein weltweites, unabhängiges Test- und Zertifizierungssystem, das die Schadstofffreiheit von Stoffen oder Rohmaterialien bestätigt.

Verpackungen und Einkaufstaschen

Verpackungen sollen auf ein Minimum reduziert werden. Kunststoffe wurden komplett abgelöst von Recycling-Kartons und biologisch abbaubaren Hüllen. Es wird Druckertinte auf pflanzlicher Basis genutzt und die Waren werden soweit wie möglich als Schiffsfracht versendet.

Reduktion der Umweltbelastung durch Unternehmensaktivität

Mit einem Sprung auf Seite 82 des Berichts gelangt man zu den „internen“ Umweltschutzmaßnahmen. Diese betreffen neben dem Umgang mit Chemikalien und Abwasser auch die Logistik. Soweit möglich transportiert man Ware per Seefracht (76 % 2017) und versucht den Anteil an Luftfracht von 10 % weiter zu drücken.

Hierbei bleibt allerdings die Frage offen, ob Schiffsdiesel über globale Entfernungen wirklich so viel umweltfreundlicher ist. Um hier zu einer klaren Antwort zu kommen, müsste man wohl eine sehr große und komplexe Rechnung aufmachen.

Beim Umgang mit Chemikalien hält sich Icebreaker an das „Verzeichnis der Stoffe mit eingeschränkter Verwendung“ (Restricted Substance List, RSL) der American Apparel & Footwear Association (AAFA). Dieses Instrumentarium basiert auf den strengsten globalen Standards und Gesetzen. Auch alle Lieferanten akzeptieren die Liste ab Beginn einer Geschäftsbeziehung und erklären sich mit Kontrollen einverstanden.

Closed Loop Wasseraufbereitung

Beim Superwash-Verfahren, das Merino waschmaschinentauglich macht, entstehen Dämpfe, die eingefangen und in einem Entlüftungssystem behandelt werden. Gleichzeitig wird das Abwasser eingefangen und in einer Wasseraufbereitungsanlage am Standort aufbereitet.

Frei von PFC bis 2020

Perfluorierte Chemikalien (PFCs) werden in der Outdoor-Bekleidungsindustrie bekanntlich für wasserabweisende Beschichtungen eingesetzt. Von den relativ wenigen wasserdichten Jacken bei Icebreaker waren in der Herbst/ Winterkollektion 2016/17 37 Prozent PFC-frei und Icebreaker ist „auf Kurs bis 2020 PFC-frei zu sein.“

Produktionsabfall

Das Abfallmanagement der Icebreaker Fabriken wird durch den Icebreaker-Audit-Prozess überwacht. Icebreaker-Fabriken erzielen aktuell einen Durchschnittswert von 8,7/10 für Abfallmanagement, was über dem Branchendurchschnitt von 7,1/10. liegt. Diese Angabe bezieht sich auf 1404 Audits, die von der Firma Asia Inspection in 24 Ländern in den vorhergehenden 12 Monaten durchgeführt worden waren.

An den Audit-Scores gibt es allerdings Kritik vonseiten des Nachhaltigkeitsportals Rankabrand. Das Vergleichsportal für Markenhersteller sieht die Nachhaltigkeitsbestrebungen bei Icebreaker allgemein kritisch. Dazu mehr im Fazit.

Rückgabe- und Recycling-Programm

Icebreaker hat sich zur Erstellung eines Rückgabe- und Recycling-Produktlebenszyklusprogramms verpflichtet, „bei dem Verbraucher dafür belohnt werden, wenn sie ihr icebreaker zum Recycling bis 2022 zurückgeben.“

Nature Dye: Umweltfreundliche Textilfärbung und Abwasserentsorgung

Bei Nature Dye werden zum Färben der Kleidungsstücke 80% weniger Wasser verwendet als bei herkömmlichen synthetischen Färbeverfahren. Auch Energie wird mit diesem Kaltfärbeverfahren gespart. Die Farbe wird im Stoff durch natürliche schadstofffreie Fixiermittel gebunden. Das Abwasser wird – ebenso wie bei der Herstellung der Nicht-Nature-Dye-Kleidung – in einem Kreislaufsystem aufgefangen und recycelt.

Soziale Maßnahmen

Mitarbeiter

Bei Icebreaker misst man kultureller Vielfalt und einem hohen Frauenanteil große Bedeutung bei. Besonders Letzteres wird an vielen Stellen betont. Die Rechte von Mitarbeitern versucht man mithilfe der Audits und durch die Möglichkeit zu direkter und anonymer Kontaktaufnahme unter der Mailadresse workersvoice@icebreaker.com wahrzunehmen bzw. zu schützen.

Bei den Audits der Icebreaker-Lieferanten untersuchen die Prüfer betriebliche Unterlagen und führen persönliche Interviews durch, um sicherzustellen, dass Fabriken ihre gesetzlichen Pflichten hinsichtlich Löhne, Leistungen und Arbeitszeiten erfüllen.

Bei jedem Besuch hinterlassen die Prüfer Visitenkarten und geben klar zu verstehen, dass Arbeiter sie direkt und streng vertraulich kontaktieren können. Der genaue Ablaufplan von Icebreaker-Audits sowie die ergebnisabhängigen Folgemaßnahmen sind im Transparency Report auf S. 76 ff. nachzulesen.

Ein vielversprechender Ansatz ist die Schaffung von Vertrauen und „Corporate Identity“ mit menschlicher Note. Icebreaker betont die zwischenmenschlichen Beziehungen und macht die weltweit am Prozess beteiligten Menschen füreinander und nach außen sichtbar. Man schafft persönlichen Kontakt durch Zusammentreffen von Mitarbeitern und Geschäftspartnern beim jährlichen dreitägigen „Vendor Summit“ in Neuseeland. Eine ganz ähnliche Plattform ist der „Icebreaker Growers Club“, in dem sich die Schafzüchter kennenlernen und vernetzen können.

Beziehungen zu Lieferanten

Lieferanten müssen sich an den Verhaltenskodex nach Richtlinien der internationalen Arbeitsorganisation halten. Die Einhaltung wird ebenfalls im Rahmen der Audits geprüft. Icebreaker strebt möglichst langfristige Geschäftsbeziehungen an, in denen Vertrauen wachsen kann.

65 % des Volumens an Rohstoffen und Zwischenprodukten wird laut Homepage immer noch von den zwei ersten internationalen Lieferanten gefertigt, mit denen man seit 13 Jahren zusammenarbeitet. Im Transparency Bericht finden sich dazu ab Seite 56 umfangreiche Informationen, inklusive Fallbeispiel.

Beim Einkauf von Rohstoffen und Zwischenprodukten versucht man die in der Modebranche häufigen starken Nachfrageschwankungen mit möglichst genauen und langfristigen Vorabsprachen abzufedern und dadurch auch fragwürdige Praktiken wie Zwangsüberstunden zu verhindern.

Fazit

Der Nachhaltigkeitsansatz bei Icebreaker scheint breit angelegt und durchaus glaubwürdig verfolgt zu werden. Im Wörtchen „scheint“ kommt jedoch auch eine Schwäche zum Ausdruck: die bislang noch nicht sehr ausgeprägte Verifizierung durch Feedback von Medien und unabhängigen Dritten.

Beim Vergleichsportal Rankabrand wird sogar ausgerechnet die Transparenz bemängelt, die dem  Homepagebesucher angesichts des detailreichen Transparenzreports eigentlich ziemlich umfassend vorkommt. Vielleicht liegt hier das Problem auch in verschiedenen Methoden, mit denen man Nachhaltigkeitsmaßnahmen erfassen und darstellen kann.

Die zweite Schwäche ist der grundlegende Widerspruch zwischen dem Nachhaltigkeitsgedanken und den globalen Distanzen, die für die Herstellung und den Verkauf der Icebreaker-Produkte zurückgelegt werden. Allerdings steht gerade in der Outdoorbranche so gut wie jedes Unternehmen, das über den lokalen Maßstab hinaus operiert, in diesem Konflikt.

Eine Stärke dürfte hingegen die Natürlichkeit des grundlegenden Rohstoffs Merinowolle sein. Die Icebreaker-Wolle dürfte neben den Kunststoffprodukten in der Nachhaltigkeits-Gesamtrechnung ganz gut wegkommen – mit oder ohne lange Transportwege.

Fit für den Berg in Coronazeiten – Trainingstipps für Bergsteiger und Wanderer

27. April 2020
Tipps und Tricks

Sollen wir wirklich an Berg- und Wandertraining denken, während die vielleicht größte globale Krise seit dem zweiten Weltkrieg anrollt? Ja, unbedingt! Warum? Weil die Fitness in erschwerter Lage und unter erschwerten Lebensbedingungen nur umso wertvoller ist. Sie verbessert die Handlungs- und Reaktionsfähigkeit nicht nur am Berg, sondern auch im Alltagsleben.

Und ganz nebenbei reduziert sie auch mögliche Ängste, die man umgekehrt durch passive Zerstreuung oder Informationsoverkill am Rechner nur verstärken würde. Kurz und gut, die Zeit für alpines Home-Training dürfte auch in diesen Zeiten gut investiert sein.

Wie kann man sich also in der eigenen Wohnung für das Wandern und Bergsteigen fit machen – ohne sich allzu sehr den Kopf darüber zu zerbrechen, wann es wieder „erlaubt“ und möglich sein wird?

Stadtneurotiker oder Landei: spielt das noch eine Rolle?

Bislang haben Bergfreunde auf dem Land und womöglich noch mit „Berganschluss“ eine deutlich höhere „Corona-Lebensqualität“ als die Stadtbewohner. Während in den Städten seit Ende März selbst der Spaziergang im Park schon heikel wird, kann man sich auf dem Land, sofern allein unterwegs, noch nahezu unbeschränkt draußen bewegen.

Auch „echtes“ Lauf- und Radtraining ist dort noch möglich. Doch demnächst könnten wir alle im selben Boot, sprich den eigenen vier Wänden sitzen. Dann gilt für alle, dass Radeln nur noch auf dem Hometrainer oder der Fahrradrolle stattfindet und Rennen nur noch auf dem Laufband, dem Stepper oder – mit Armeinsatz – dem Crosstrainer.

Doch diese Geräte schlagen nicht nur mit mehreren hundert Euro zu Buche, sondern mittlerweile ist bei Onlinehändlern wie Amazon auch mit Lieferverzögerungen zu rechnen. Und in der Studentenbude oder Sozialwohnung wird man außerdem bemerken, dass die Teile Platz brauchen. Da stellt sich gleich mehrfach die Frage, ob sich das „extra wegen Corona“ lohnt …

Deshalb stellen wir hier vor allem Trainingsmöglichkeiten mit geringem oder gar keinem Aufwand an Hilfsmitteln und Gerätschaften vor. Und bringen gleich mal den Vorschlag an, dass man einen Stepper auch durch eine gut fixierte und stabile (Getränke)Kiste improvisieren kann. Oder gar mehreren Kisten in verschiedener Höhe um verschiedene Stufen und Steilheiten nachzuahmen …

Ausdauer und allgemeine Grundfitness

Egal was wir in der Natur, den Bergen oder Felsen machen: ohne Ausdauer und Grundfitness wird es wenig Freude bringen. Die eben genannten Gerätschaften sind trotz ihrer kleinen Nachteile gut geeignet, um das Draußensein nachzuahmen. Und dass dieses Nachahmen mit ein paar Berg- und Outdoorvideos auf den vorhandenen Screens etwas gepimpt werden kann, hat sich als Tipp ja mittlerweile herumgesprochen …

Wie man das Laufen, Steigen und Radfahren auf diesen Geräten simuliert, dürfte allgemein bekannt sein. Es gibt jedoch unzählige Arten, Intensitäten und Zeitintervalle, mit denen man das Training daran variieren kann. Diese Kriterien sollten an persönlichen Voraussetzungen wie dem Fitnesszustand ausgerichtet sein.

Deshalb machen Anleitungen à la „5 Wiederholungen in 3 Sätzen mit Intensität x“ nur Sinn, wenn man Anhaltspunkte wie „bis zur Ermüdung“ an die Hand bekommt. Wie beispielsweise in folgender, vom Bergführer und Panorama-Redakteur Andreas Dick vorgeschlagener Übung an der „Stepper-Kiste“:

„Fuß draufstellen, Gewicht drüber verlagern, möglichst ohne Abdruck des anderen Beins und möglichst langsam aufrichten und genauso langsam wieder zurück. Wiederholen bis zur Ermüdung, dann das Bein wechseln, das ganze drei Mal.“

Doch was, wenn keines dieser Geräte am Start ist und man auch nicht irgendwelche Kisten fixieren kann? Dann muss es eben noch einfacher gehen. Mit einem Springseil zum Beispiel. Das bekommt man immer aus Material improvisiert, das Bergfreunde zuhause haben müssen ;-)

Soweit kann man dann schon einiges an Abwechslung hereinbringen. Dass es aber auch noch einfacher geht und man nur ein paar Quadratmeter Boden braucht, beweist diese Anleitung von fitzuhause.de. Die guten alten Hampelmänner aus dem Turnunterricht sind hier ebenso dabei wie richtig schweißtreibende und mittlerweile cool Englisch benannte Burpees und Squat Jumps. Auch der Bergsteiger ist eine supereffektive Übung fürs – richtig – Bergsteigen.

Beweglichkeit, Koordination und Mobilisation

Diese Fitnessaspekte werden bei Wanderern und Läufern gern vernachlässigt, ich bekenne mich da auch selbst schuldig. Dabei ist Beweglichkeitstraining auf Dauer unverzichtbar für gute Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Je höher der technische Anspruch der Sportart, desto wichtiger wird es.

Dehnübungen für die Muskeln sind allseits bekannt und wenig beliebt. Im Fachmagazin Berg & Steigen findet sich ein zwar alter aber nach wie vor hochinformativer Artikel dazu. Dort gibt es zwar keine konkreten Übungen, doch die Autoren erklären, wie die beim Bergsport stark beanspruchten Körpersegmente und Muskelgruppen (Wirbelsäule/Rückenmuskeln, Schultern, Hüftbeuger, Oberschenkel und Waden) aufgebaut sind und funktionieren.

Dabei wird der wichtige Unterschied zwischen tonischen und phasischen Muskeln erklärt. Mit diesen Informationen weiß man, wo dehnen/strecken gefragt ist, und wo Kontraktion, also “ziehen“. Abschließend gibt es wichtige Hinweise für richtig ausgeführte Dehnübungen.
Wer dann noch konkrete Übungsvorschläge sucht, wird unter anderem beim eben schon erwähnten DAV-Artikel von Andi Dick fündig.

Auch eine geschulte Koordination wird umso wichtiger, je anspruchsvoller die Bergsportdisziplin ist. Auf einem Wanderweg sind die Bewegungen einfach, doch im Schrofengelände oder auf Geröll braucht man Kontrolle über das Zusammenspiel der Bewegungen. Auch dazu finden sich im DAV-Artikel einige (hauptsächlich dem Yoga entnommene) Übungen.

Häufig ist in diesem Zusammenhang von Mobilisation die Rede, doch meist wird der Begriff nicht näher erklärt. Salopp gesagt bringt Mobilisation Gefühl und Leben in den Teil des Körpers, der die gewünschten Bewegungen ausführen soll. Hauptsächlich ist das Beweglich machen von Gelenken gemeint. Die Gelenke und Körperregionen werden durch Mobilisationsübungen gezielt durchblutet und besser ans bewusste Körpergefühl „angebunden“. Dadurch werden Verletzungen vermieden. Man spürt besser, wo Möglichkeiten und Grenzen liegen und überschreitet sie nicht durch ungeschickte und unkontrollierte Reflexbewegungen.

Tipps fürs „Wandertraining“

Wer sich „nur“ fürs Wandern fitmachen will, wird mit kreislaufbetontem Konditionstraining und aerober Belastung (bei der nur Sauerstoff für die „Energieverbrennung“ benötigt wird) gut bedient sein.

Kraftübungen und „anaerobe Belastungen“ (bei denen die in den Muskeln gespeicherte Energie „verbrannt“ wird) schaden aber nicht, um Dysbalancen vorzubeugen. Diese muskulären Ungleichgewichte führen nicht nur zu ineffizienten Bewegungen und schlechteren motorischen Fähigkeiten, sondern auf Dauer auch zu Fehlhaltungen und Schmerzen.

Bei Wanderern und Ausdauersportlern sieht man wegen der Verkürzung der (stark beanspruchten) Hüftbeugemuskulatur bei gleichzeitiger Schwäche der (zu wenig beanspruchten) Gesäß- und Rückenmuskulatur häufig ein ausgeprägtes Hohlkreuz.

Tipps fürs „Bergsteigertraining“

Beim Bergsteigen ist deutlich mehr Kraft notwendig, da wegloses, steiles und raues Gelände zu überwinden ist, oft durch Kletterei. Der Rucksack ist teils deutlich schwerer. Neben Bein- und Armkraft ist deshalb vor allem auch Kraft im Rumpf bzw. Körperkern gefragt. Der Rumpf, zu dem auch Schultern und Nacken, Brust und Bauch zählen, wird durch „Coretraining“ aktiviert.

Der eben erwähnte „Bergsteiger“ ist ein Beispiel für eine gute Core-Übung. Der Vorteil vieler Core-Übungen ist, dass sie abgesehen von einer Matte oder einem Teppich als Unterlage keinerlei Hilfsmittel und Gerätschaften benötigen. Man findet viele Übungsanleitungen unter Stichworten wie „Bodyweight Training“, „Fit ohne Geräte“ oder „Training mit dem Körpergewicht“.

Generell kann und „darf“ man zwar intensiv trainieren, doch exzessive Belastungen sollte man vielleicht eher meiden als „ohne Corona“. Infektionen, für die der Körper in der ersten Regenerationsphase nach starken Belastungen kurzzeitig anfälliger ist, sollte man noch konsequenter vermeiden als sonst. Sportliches Training hält zwar bekanntlich fit und damit auch widerstandsfähig gegen Krankheit, doch Übertraining macht den Körper eher anfälliger. Oder in den Worten von Andreas Dick: „Also hört auf die Signale aus Eurem Inneren! Und tut was geht – nicht mehr, auch nicht zwingend weniger.“

Last but not least: „Mentaltraining“

Es gibt im Moment viele offene Fragen: wie lange dauert der Ausnahmezustand jetzt wirklich noch? Was macht die Politik daraus? Was passiert noch alles mit der Wirtschaft? Wer weiß, ob Bergtouren und die anderen besonderen Annehmlichkeiten so bald wiederkommen? „Lohnt es sich“ da überhaupt, jetzt Zeit und Energie in Bergsporttraining zu investieren, wo ich mich vielleicht doch um viel existenziellere Dinge kümmern müsste?

Ganz ehrlich? Ich weiß es auch nicht und es weiß vermutlich auch sonst niemand. Doch allzu intensives Zweifeln und Grübeln lohnt ganz sicher genauso wenig wie sonst auch. Denn genau wie jetzt wissen wir auch sonst nicht wirklich, was nächsten Monat oder nächstes Jahr sein wird. Und trotzdem lassen wir uns Kraft und Zuversicht nicht unnötig trüben. Es gilt also, auch mental zu trainieren und an der optimistisch-sportlichen Grundeinstellung zu feilen.

Pilling-Alarm: Was tun, wenn die Outdoorbekleidung fusselt?

8. Mai 2020
Tipps und Tricks

Über diese kleinen Kügelchen, die sich nach einiger Zeit auf den Lieblingsklamotten bilden, ärgert sich nicht nur jeder Wanderer, Kletterer und Radfahrer in regelmäßigen Abständen. Das „kleine Fusseln“ macht vor keiner Jacke und keiner Hose Halt und kriecht sogar bis in unsere T-Shirts, Socken und Unterwäsche.

Für die meisten ist das Pilling ein Zeichen, dass die Textilien alt genug für ihr zweites Leben in der Altkleidersammlung sind und die Zeit für neue Garderobe gekommen ist. Nur Wenige wissen jedoch, was Pilling genau ist, wie man Pilling verhindern oder verlangsamen kann, beziehungsweise, wie pillende Textilien wieder hübsch und ansehnlich werden.

Was genau ist Pilling?

Unter Pilling bei Stoffen versteht man die Bildung kleiner Faserknötchen auf der Oberfläche verschiedener Textilien. Das Pilling kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein und beginnt mit

einzelnen kleinen Knötchen, die meist nur etwa 1 mm groß sind. Je nach Gewebe und Beanspruchung kann sich das Pilling im weiteren Verlauf über ganze Flächen ausbreiten. Dadurch fällt das Pilling auf den Textilien besonders auf und die Bekleidung wirkt dadurch oft sehr stark getragen, alt und abgenutzt.

Wie entsteht Pilling auf Outdoorbekleidung, Freizeit-, Sport- und Alltagskleidung?

Ein Fleecepulli oder eine Fleecjacke, die schnell pillt, war schon immer ein Zeichen für mangelhafte Qualität und Billigprodukte. Allerdings entsteht Pilling auch bei hochwertigen Stoffen und beschränkt sich dabei weder auf Fleece, noch generell auf Kunstfasern. Betroffen vom Pilling sind auch Baumwolle, Wolle und verschiedenste Mischgewebe. Unterschiede im Material und in der Qualität der Textilien zeigen sich allerdings daran, wie schnell und wie intensiv das Pilling ausfällt.

Faktoren, die das Pilling begünstigen, sind neben schlechter Qualität der Garne und Stoffe auch mangelhafte Pflege und intensive Beanspruchung. Mechanische Belastung begünstigt Pilling. Sie entsteht zum Beispiel durch ständige Reibung von Rucksäcken, immer gleiche Bewegungen, wie beim Radfahren oder starke Beanspruchung bestimmter Stellen, wie Knie, Ellenbogen, Oberschenkel, Unterarme und Gesäß.

Je nach Kleidungsstück und Einsatzbereich tritt Pilling daher auch oft an unterschiedlichen Stellen auf. Fleecejacken von Wanderern sind oft an Schultern und an den Seiten betroffen, an denen der Hüftgurt des Rucksacks anliegt. Bei Socken sind es meistens Zehenbereich und Ferse und bei Jeans beginnt das Pilling oft im Bereich der Oberschenkel.

Fleece und viele andere Funktionsshirts sind aus Polyester oder mit einem hohen Anteil an Polyesterfasern gefertigt. Sie sind leicht, gut zu verarbeiten, atmungsaktiv und trocknen sehr schnell. Gleichzeitig sind ihre Fasern aber sehr kurz. Da Pilling an den Faserenden entsteht, die sich aus der Stoffoberfläche lösen, sind Kunstfasern generell stärker vom Pilling betroffen, als Gewebe mit längeren Fasern.

Dass es aber auch grundsätzlich möglich ist Polyester und andere synthetische Fasern zu nicht pillenden oder fast nicht pillenden Fleecestoffen zu verarbeiten, beweist beispielsweise Polartec mit seinen hochwertigen Fleeceprodukten. Während Pilleng für viele Hersteller kein Reklamationsgrund ist, gelten Polartec Fleecejacken als „Anti-Pilling-Fleece“. Daher setzen fast alle renommierten Outdoormarken auf die exzellente Qualität von Polartec.

Pilling vermeiden durch richtige Textilpflege

Waschmaschinen sind nicht selten ein Hauptgrund für verstärktes oder sehr frühes Pilling. Meist liegt das jedoch nicht daran, dass die Bekleidung nicht fürs Waschen in der Maschine geeignet ist, sondern an einfachen und viel verbreiteten Fehlern beim Waschen. Nicht ohne Grund ist in jeder Jacke, jeder Hose und jedem T-Shirt eine Waschanleitung eingenäht, die nähere Auskunft über optimale Pflege gibt. Das Prinzip „Waschmaschine auf, alles rein, und laufen lassen“ hilft da nicht wirklich zur Vermeidung von Pilling.

Stattdessen hilft zur Reduzierung von Pilling und längerer Haltbarkeit von Textilien:

Die richtige Waschtemperatur zu wählen. Mehr als 30°C oder 40°C ist in den wenigsten Fällen nötig. Manche Textilien benötigen sogar Kaltwäsche (z.B. viele Pullis aus Wolle)

Schleudern der Wäsche ist nicht unbedingt nötig. Zwar trocknet die Wäsche nach dem Schleudern schneller, aber auch die mechanische Beanspruchung steigt. Schleudern mit niedriger Umdrehungszahl oder kompletter Verzicht aufs Schleudern verhindern Pilling. Auch Schonwaschgang oder ein extra Wäschesack ermöglichen schonenderes Waschen.

Das richtige Waschmittel hängt ebenfalls vom jeweiligen Stoff ab. Auf Weichspüler kann allerdings komplett verzichtet werden. Der begünstigt leider den Pilling-Effekt. Da flüssiges Waschmittel nicht an den Stoffen reibt, wie ein trockenes Pulver, das erst aufgelöst werden muss, bietet Flüssigwaschmittel einen kleinen Vorteil in der Fusselvermeidung.

Für Trockner gilt das Gleiche, wie für Waschmaschinen. Regelmäßiges Trocknen im Trockner verstärkt das Pilling. Seltener Waschen und am besten überhaupt nicht im Trockner trocknen, sind Möglichkeiten, um Pilling zu reduzieren.

Ganz wichtig für das Waschen in der Maschine ist die Vorbereitung der Wäsche. Das bedeutet, dass alle Reißverschlüsse komplett geschlossen werden und auch alle Klettverschlüsse, Druckknöpfe, etc. geschlossen werden. Klettverschlüsse verursachen Pilling in einem Ausmaß und einer Geschwindigkeit, dass schon eine Wäsche die ganze Bekleidung ruinieren kann. Zu guter Letzt und zum Schutz vor mechanischen Belastungen wird die empfindliche Wäsche auf links gedreht, also mit der Innenseite nach außen gekrempelt.

Was kann man gegen Pilling machen?

Selbst mit perfekter Pflege und besten Materialien kann es bei Textilien irgendwann zum Pilling kommen. Die kleinen Knötchen von Hand abzuzupfen ist dann keine gute Idee. Im ersten Moment lassen sich dabei vielleicht ein paar verfilzte Kügelchen entfernen, aber durch das Ausreißen der Fasern bilden sich in kürzester Zeit wieder erneut kleine Pilling-Flächen.

Stattdessen können Textilien mit Pilling-Bildung im wahrsten Sinne des Wortes rasiert werden. Was zunächst komisch klingt und sich auch definitv komisch anfühlt, wenn man zum ersten Mal den Ärmel seiner Jacke rasiert, ist tatsächlich sehr effizient und verhindert die Nachbildung von Pilling am effektivsten.

Mit Schere und Einwegrasierer gegen Pilling

Am wirksamsten in der Fusserbekämpfung auf Textilien ist ein sogenannter Fusselrasierer. Wie der Name schon sagt, ist er genau für diese Aufgabe konstruiert und bewältigt sie dementsprechend gut. Da normale Outdoorsportler ihre Berg- und Freizeitbekleidung meist eher in normalen Mengen und nicht in Industriemaßstäben kaufen, lohnt sich die extra Anschaffung eines Fusselrasierers eher weniger. Wer allerdings ohnehin einen solchen besitzt, ist im Kampf gegen Pilling optimal ausgerüstet.

Für alle anderen ist die Kombination aus feiner Schere mit scharfer Klinge und Einwegrasierer die ideale Lösung. Grobe Knötchen können mit der Schere und äußerster Vorsicht präzise abgeschnitten werden. Die Feinarbeit erledigt ein Einwegrasierer, der im besten Fall ungebraucht ist und über eine neue und scharfe Klinge verfügt.

Beim „Abrasieren der Pilling Knötchen“ ist Geduld und Behutsamkeit gefragt. Wer mit zu viel Druck arbeitet oder versucht alle Fusseln mit einem Zug abzurasieren, läuft Gefahr auch noch zu Nadel und Faden oder selbstklebendem Reparaturset greifen zu müssen. Mit wenig Druck und kurzen Zügen gelingt allerdings auch die Pilling-Rasur größerer Flächen sehr gut und ohne das Material dabei zu beschädigen.

Mit einer Fusselrolle, die auch zur Entfernung von Flusen und Haaren auf Textilien dient, können die abgeschnittenen Fusseln und Fusselreste bequem aufgenommen werden. Als Alternative bietet sich etwas Klebeband oder Malerkreppband an, um die Fusseln von der Oberfläche abzutupfen. Sehr stark klebendes Textilklebeband ist dagegen nicht geeignet, da es am Gewebe haften bleibt und wiederum neue Fasern löst. Deswegen darf Klebeband auch nur mit wenig Druck und für jeweils kleine Flächen verwendet werden. Die Fusselrolle ist dem Klebeband ganz klar überlegen und lässt sich auch im Alltag prima einsetzen.

Glatte Oberfläche durch Entfernung von Pilling

Den Reparaturmöglichkeiten von Pilling sind selbstverständlich Grenzen gesetzt. Je nach Material, Alter und Zustand der Textilien lassen sich recht gute Ergebnisse erzielen und bei einer teuren Hardshelljacke, Fleecejacke oder Softshelljacke ist der Aufwand auf jeden Fall die Mühe Wert.

Eine glatte bis glattere Oberfläche an den betroffenen Stellen ist im besten Fall das Ergebnis und das betroffene Kleidungsstück sieht dann zwar nicht aus wie ganz neu, aber auch nicht, wie ganz alt.

Durch die Bildung der Knötchen geht aber natürlich auch Material an den Pilling Stellen verloren. Das bedeutet, das Material wird dort dünner und ist dadurch weniger widerstandsfähig. An Stellen, die oft mit Klettverschlüssen in Kontakt kommen und die Fasern regelrecht ausreißen, wird das besonders deutlich. Ob sich der Aufwand lohnt zum dritten Mal die alten Wandersocken zu rasieren, oder doch lieber ein Paar neue zu bestellen, muss dann schließlich jeder für sich selbst entscheiden.

(P.S.: Aus persönlicher Sicht lohnt sich der Aufwand tatsächlich nur bei hochwertiger Bekleidung. Und das mit den Socken… war eher als Scherz zu verstehen.)

Training zuhause umsetzen – der Geist ist (un)willig…

14. April 2020
Tipps und Tricks

Geschlossene Kletterhallen. Geschlossene Yogastudios. Geschlossene Fitnessstudios. Keine Bergtouren. Keine Sporttreffs. Willkommen im Frühjahr 2020.

Auf allen Kanälen werden wir mit Home-Workouts, Online-Fitnesskursen und Yogasessions versorgt. Der Gedanke, seinen Sport (in angepasster Weise) einfach in den eigenen vier Wänden weiter zu machen, ist natürlich erstmal gut.

Dass das dann aber in der Umsetzung gar nicht so einfach ist, kennst du vielleicht. Es ist halt doch etwas anderes, ob ich meine Yogamatte einen Meter neben dem Bett ausrolle oder im Yogastudio in Mitten von bekannten Gesichtern, die meine Leidenschaft teilen. Ich kann mich an Klettergriffen im Flur entlang hangeln, aber auch das ist irgendwie anders als mit Freunden in der Halle oder am Felsen zu sein. Das heißt eigentlich geht es gar nicht darum, dass du das Gewohnte weitermachst, sondern dass du (für eine gewisse Zeit) etwas Neues anfängst.

Wenn du nach der Einleitung jetzt an die berühmt berüchtigten, aber selten umgesetzten Neujahrsvorsätze denkst, liegst du gar nicht so falsch. Denn auch hier stehen wir vor dem gleichen Problem: Wie setze ich etwas Neues um und schaffe es, es regelmäßig in meinen Alltag zu integrieren? Damit das gelingt, greifen wir in die Psychologen-Kiste und bedienen uns an Techniken der Verhaltenstherapie.

Was nehme ich mir vor?

Zuallererst grasen wir mal die eigenen Werte ab. Verhalten, das sich nach den eigenen Werten richtet, ist leichter umzusetzen. Wofür willst du zuhause trainieren? Worum soll es im Training hauptsächlich gehen? Und was ist dir dabei wichtig?

Im nächsten Schritt machst du dir Gedanken darüber, welches Ziel du eigentlich hast. Geht es dir darum einen bestimmten Move am Ende zu beherrschen? Geht es dir um deine allgemeine Fitness? Willst du an einer bestimmten Muskelgruppe arbeiten oder ein Ausdauerziel erreichen?

Vielleicht hast du jetzt einen Ultramarathon in den Alpen, eine schwere Kletterroute oder den Unterarmstand vor Augen, in der Realität ist dein aktueller Trainingszustand aber noch weit davon entfernt. Das ist nicht schlimm, Träume motivieren uns. Allerdings hast du nichts davon, groß zu planen und dann zu scheitern. Da rutscht man ganz schnell in ein „Alles-oder-Nichts“-Handeln hinein: wenn ich es nicht schaffe direkt ein zwei Stunden Workout vor dem Laptop zu machen, dann mache ich gar nichts. Wie bei jeder Bergbesteigung gilt auch beim Training zuhause: wir planen „Rastpausen“ ein und setzen uns Zwischenziele. Wir fangen klein an und steigern uns.

Bei der Zielsetzung bedienen wir der SMART-Regel, die aus der Wirtschaft kommt. Demnach muss ein Ziel

  • Spezifisch sein, also möglichst konkret formuliert sein.
  • Es muss Messbar sein. Man muss also an irgendwas fest machen können, dass das Ziel erreicht wurde. Wenn ich als Ziel habe, fit zu sein, kann ich das nicht wirklich objektiv feststellen, ob ich das erreicht habe. Wenn ich fit sein aber so definiere, dass ich 20 Liegestützen schaffe, dann kann ich genau sagen, ob ich das geschafft habe oder nicht.
  • Ein Ziel sollte außerdem Attraktiv sein. Es sollte also etwas sein, was du auch tatsächlich willst. Wenn du keinen Marathon laufen willst, setz dir das nicht als Ziel.
  • Ein Ziel sollte außerdem Realistisch sein. Kannst du das Ziel in der wirklichen Welt tatsächlich erreichen? Wenn es außerhalb deiner vorgegebenen Bedingungen liegt, überleg dir, ob du dir nicht lieber einen kleineren Gipfel als Ziel setzen kannst.
  • Ein Ziel sollte außerdem Terminiert sein. Du brauchst also einen festen Zeitpunkt bis wann du das Ziel erreichen willst.

Die SMART Regel gilt für dein großes Ziel und auch für all die Zwischenziele, die du dir auf dem Weg dahin setzt.

Planung

Bevor du voller Tatendrang loslegst, solltest du dir eine konkrete Planung überlegen: Was brauchst du an Hilfsmitteln, Matten, Griffen, Gewichten, etc.? Welche Vorbereitungen solltest du treffen? Wenn ich Yoga mache, muss ich davor den Boden saugen, sonst fokussiere ich die ganze Zeit nur auf den Dreck rechts und links neben meiner Matte. 

Wann hast du Zeit für dein Workout? Wann bist du ungestört? Welche Schwierigkeiten oder Hindernisse könnten auftreten? Mach dir im Voraus Gedanken über mögliche Stolpersteine und wie du diese überwinden kannst. Beispiel: Nach einem langen Arbeitstag im Home-Office hast du Hunger. Sport mit vollem Bauch ist aber so gar nicht dein Ding und nach dem Abendessen raffst du dich ohnehin nicht mehr auf. Eine Lösung wäre also, während der nachmittäglichen Kaffeepause etwas gesundes zu Snacken um den Heißhunger am Feierabend vorzubeugen.

Oder brauchst du Unterstützung von anderen? Das geht auch in Corona Zeiten! Stimme dich mit Freunden ab, damit ihr alle zum gleichen Zeitpunkt trainiert und tauscht euch im Anschluss am Telefon aus. Du kannst deinen Freunden auch erzählen, wann du welchen Sport machen willst. Das erhöht das sogenannte „social commitment“. Du fühlst dich also sozial verpflichtet, das Training durchzuziehen – du hast es ja angekündigt.

Mach dir einen möglichst konkreten Wochenplan an welchem Tag, zu welcher Uhrzeit, du welche Trainingseinheit durchführen möchtest. Bei den Aktivitäten die du davor im sozialen Raum gemacht hast, hattest du ja auch feste Trainingszeiten.

Durchführung

Folge dem Plan, den du gemacht hast und nicht deiner Stimmung! Wir sind alle Meister darin, Ausreden zu sammeln, warum wir die Trainingseinheit jetzt doch nicht zum geplanten Zeitpunkt umsetzen können. Nach einem langen Tag im Home-Office mit nicht endend wollenden Video-Meetings erscheint Entspannung und Ruhe auf dem Sofa sehr verlockend. Orientiere dich bei der Durchführung an deinen Zielen und deinen Werten, die du dir vorhin überlegt hast. Du machst das, weil du dir das vorgenommen hast und weil es dir wichtig ist.

Sehr hilfreich ist es, wenn du dir Routinen aufbaust, die Trainingseinheiten also fest in den Alltag integrierst. Du stehst auf und weißt, heute ist Donnerstag also steht Core-Training an. Beim Zähneputzen überlegst du dir ja auch nicht jeden Morgen aufs Neue, ob du jetzt wirklich Lust dazu hast.

Belohnung

Auch wenn wir uns für sehr komplexe Wesen halten und das sicher auch sind, wird unser Verhalten vorwiegend über Belohnung und Bestrafung gesteuert. Folgt auf eine Verhaltensweise eine positive Belohnung, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass du das Verhalten wieder ausführen wirst. (Funktioniert übrigens auch super, wenn du das Verhalten deines Partners/ Partnerin beeinflussen willst, aber das ist ein anderes Thema).

Du musst dir also eine positive Belohnung für Verhalten schaffen, dass du regelmäßig ausführen willst. Häufig hat Sport eine natürliche Belohnung: Wir fühlen uns nach einer Trainingseinheit gestärkt, haben ein positives Körpergefühl und die Stimmung ist verbessert.

Es gibt aber auch Einheiten, die kurzfristig keine direkten positiven Konsequenzen nach sich ziehen, weil sie einfach nicht so laufen wie du das willst, du bist unzufrieden oder hast auch einfach mal einen körperlich schlechten Tag und quälst dich. Dann ist es wichtig, dass du dir eine andere Belohnung setzt. Gönn dir im Anschluss einen leckeren Tee, wegen mir auch ein Bier, etwas gutes zum Essen oder eine warme Dusche.

Durch das Training erlebst du eine Selbstwirksamkeit, also die Erfahrung, dass du etwas tust, was du dir vorgenommen hast. Alleine das kann auch schon als Belohnung funktionieren.

Misserfolge

Jetzt leben wir nun mal nicht in der idealen Welt, und es wird Tage geben, wo du dein Training nicht so umsetzt, wie du dir das vorgenommen und geplant hast. Falls das einmal der Fall sein sollte, hilft folgendes:

Mach eine kleine Situationsanalyse. Dazu gehört, dass du dir die auslösende Situation anschaust (also wann du eigentlich Sport hättest machen wollen), deine Reaktion auf der gedanklichen und der Gefühlsebene (deine Ausreden), dein konkretes Verhalten (nämlich den Sport nicht zu machen), die kurzfristigen Konsequenzen deines Verhaltens und die langfristigen Konsequenzen.

Hier wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit entdecken, dass die kurzfristigen Konsequenzen positiv waren. Du konntest dich entspannen, deine Lieblingsserie auf Netflix weiterschauen oder dich der Völlerei widmen. Bei den langfristigen Konsequenzen wirst du feststellen, dass sich vielleicht eine Unzufriedenheit einstellt, weil du deinen Trainingsplan nicht eingehalten hast und deinem Ziel nicht nähergekommen bist.

Vergegenwärtige dir aufs Neue was dein Ziel ist und überleg dir welche Lösungen dir einfallen, damit du beim nächsten Mal nicht wieder in die gleiche Falle tappst. Belohn dich zwischendurch aber auch für deine Ausdauer: wenn du deinen Trainingsplan an vier Tagen nacheinander durchgezogen hast und am fünften scheiterst, freu dich über die vier erfolgreichen Tage und setz den Fokus darauf.

Hast du vielleicht schon eine Strategie entwickelt, wie du dich zuhause zum Training bewegen kannst? Oder hast du keine Probleme mit der Motivation? Lass uns gerne wissen und hinterlasse einen Kommentar!

Problemfall Mückenstiche – wie kann man sich schützen?

7. April 2020
Tipps und Tricks

Mückenstiche sind nicht nur lästig und jucken, sondern stellen je nach Reisegebiet ein sehr ernstes Gesundheitsrisiko dar. Mehr als 400000 Menschen sterben jedes Jahr an der durch Stechmücken übertragenen Malaria. Dengue-Fieber, Gelbfieber, Zika-Virus, Flussblindheit und West-Nil-Fieber sind weitere schwere Krankheiten, die ernste körperliche Schäden oder sogar den Tod zur Folge haben können. Spätestens jetzt ist klar: mit stechenden Mücken ist keinesfalls zu spaßen!

Warum stechen Mücken und wieso kann man davon krank werden?

Mücke ist nicht gleich Mücke. Mehr als 3600 verschiedene Mückenarten sind weltweit bekannt. Sie sind unterschiedlich groß, haben ein unterschiedliches Aussehen und sind teilweise nachts, am Tag oder in der Dämmerung aktiv. Besonders unbeliebte Exemplare (aus menschlicher Sicht) sind die asiatische Tigermücke, die Gelbfiebermücke oder die asiatische Buschmücke.

Gut zu wissen, dass nur etwa die Hälfte aller Stechmücken überhaupt sticht, nämlich die weibliche Hälfte. Die weiblichen Mücken sind aktiv auf der Suche nach Blut, um sich dadurch mit wertvollen Nährstoffen zu versorgen. Ist die Mücke satt, kann sie in etwa drei Wochen ihre Eier ausbilden und ablegen. Danach beginnt die Blutsuche von vorne.

Mücken orientieren sich am ausgeatmeten Kohlenstoffdioxid und verschiedenen Körperdüften von Menschen, um einen geeigneten „Spender“ zu finden. Je nach „Angebot“ können Mücken dabei recht wählerisch sein und einzelne Personen bevorzugen. Wird die „Auswahl“ an Opfern kleiner, ist die Mücke auch nicht mehr so wählerisch und sticht zu, wo sie satt werden kann.

Schon beim Stich in die Haut betäubt die Mücke mit ihrem Speichel die Wunde. So bemerkt der Gestochene den Stich im ersten Moment nicht und die Mücke hat genügend Zeit für ihr ausgedehntes Festmahl.

Leider liegt das Problem für den Menschen genau in diesem Speichel. Durch ihn können Krankheitserreger, wie Viren, Bakterien und Parasiten, in den menschlichen Körper gelangen und dort in Folge schwere Krankheiten auslösen. Je nach Mücke und Reisegebiet kann die Liste der potenziell übertragbaren Erreger ziemlich lang sein.

Gesundheitsrisiken für verschiedene Regionen abschätzen

Je nach Reiseziel müssen Urlauber, Wanderer, Kletterer und Bergsportler mit unterschiedlichen Mückenarten und Krankheitserregern rechnen. Eine sehr detaillierte Übersicht und sogenannte Mosquito Maps sind beispielsweise auf der Homepage des Robert-Koch-Institituts zu finden. Auch Tropenkliniken und andere Reisemediziner können über die aktuelle Lage und Risiken informieren. Während Reisende im Amazonas zum Beispiel ein hohes Risiko eingehen, mit Dengue Fieber infiziert zu werden, taucht das Zika Virus in dieser Region praktisch fast nie auf.

Schutz vor bestimmten Erkrankungen können durch bestimmte Impfungen und Medikamente erzielt werden. Kommt es zum Mückenstich und zur Infektion lässt sich der Krankheitsverlauf dadurch positiv beeinflussen. Bekannte Maßnahmen zur Prävention sind unter anderem die Impfung gegen Gelbfieber, gegen Dengue-Fieber oder eine Malariaprophylaxe.

Welche Maßnahmen sinnvoll und notwendig sind, müssen allerdings individuell mit einem kompetenten Arzt abgeklärt werden. Da eine Impfung einen entsprechenden Vorlauf benötigt, bis Antikörper gebildet werden und der Impfschutz wirksam wird, ist es besser sich frühzeitig mit den Gesundheitsrisiken in der ausgewählten Region zu beschäftigen.

Schutz vor Mückenstichen

Das beste Mittel, um sich weder über juckende Stiche, noch über unangenehme Krankheiten ärgern zu müssen, klingt simpel und ist gleichzeitig schwierig umzusetzen: „Man darf sich einfach nicht von Mücken stechen lassen!“

Dafür gibt es ganz verschiedene Mittel und Methoden, die sich auch prima kombinieren lassen, um bestmöglichen Schutz zu garantieren.

Mückenschutz zum Auftragen auf die Haut

Besonders effizient vor stechenden Insekten schützt der Wirkstoff DEET. Das Diethyltoluamid wird als Spray oder Gel auf die Haut aufgetragen und schützt vor stechenden Mücken, Zecken, Bremsen, Läusen, Milben und sogar Tsetsefliegen. Der Geruch von DEET in einer ausreichend hohen Konzentration führt dazu, dass stechende Plagegeister nicht einmal mehr in unmittelbare Nähe der behandelten Körperpartien fliegen und krabbeln. Es stößt sie regelrecht ab. Dafür sollten allerdings alle relevanten Hautpartien gut eingeschmiert oder eingesprüht werden.

Nicht jeder Mensch ist bei Mücken gleichermaßen beliebt, weswegen manche Leute auch mit geringerer Konzentration in ihrer Mückenlotion ausreichend geschützt sind. Aus persönlicher Erfahrung empfehle ich eine DEET Konzentration von 50%. Selbst bei Mückenschwärmen an der finnischen Seenplatte, die eher an eine schwarze, blutsaugende Wolke erinnern, prallen die Mücken wie an einem unsichtbaren Schutzschild ab. Auch die Einheimischen schützen sich dagegen übrigens erfolgreich mit einer 50% DEET Mixtur.

Je nach Präparat sollte der Mückenschutz nach etwa 7 bis 14 Stunden immer wieder aufgefrischt werden. Da es bei manchen Menschen zu leichten Hautreizungen führen kann, sollte DEET nicht bei kleinen Kindern (unter 2 Jahren) und Babys angewandt werden. Auch im Gesicht ist Vorsicht geboten, denn wenn man sich aus Versehen den Schweiß vom Gesicht und die Mixtur in die Augen reibt, kann es etwas reizend wirken und ein Brennen in den Augen zur Folge haben.

Es gibt verschiedene Alternativen zu DEET, die teilweise hautfreundlicher sind und auf andere Wirkstoffe setzen. In Gebieten, in denen es Outdoorsportler mit „normalen“ Mücken zu tun haben, die zwar stechen, aber keine schlimmen Erreger transportieren, ist das eine gute und hautfreundliche Option. Bei 50% DEET kann man sich allerdings sehr gut auf den Schutz verlassen und dank guter Abwehr von Zecken sind Wanderer, Camper und Kletterer doppelt gut geschützt.

Mückenschutz durch stichfeste Kleidung

Die Auswahl der Garderobe beeinflusst auch die Mücken. Mücken landen gerne auf dunklen Flächen. Durch enganliegende Kleidung stechen sie mühelos bis in die Haut. Wer also auf helle und nicht zu enge Bekleidung mit langen Beinen und Ärmeln setzt, macht es für die Mücken schon schwieriger. Verschiedene Outdoorhersteller bieten stichfeste oder stichdichte Hemden, Hosen, Socken und Shirts an. Spezielle Techniken bei der Verarbeitung der Textilfasern ermöglichen diesen dauerhaft wirksamen Effekt.

Besonders effizient ist die Kombination von stichfester Bekleidung und einem DEET Spray auf Haut und Kleidung. So kommen die Mücken in der Regel gar nicht in die Nähe und falls doch, finden sie nur wenig Fläche zum Stechen.

Kopf, Hals und Hände sind in der Regel die Körperpartien, die sich am schwierigsten gegen Mückenstiche schützen lassen. Ein Tropenhut mit integriertem Moskitonetz, stichfestem Gewebe und zusätzlich etwas DEET Spray ist für Hochrisikogebiete die perfekte Wahl. Stabile und stichdichte Handschuhe sorgen für den nötigen Stichschutz der Hände.

Mückenschutz durch Moskitonetze und Moskitofallen

Ein Moskitonetz über Bett oder Hängematte gehört in tropischen Gebieten zur Standardausstattung und bietet nachts zuverlässigen Schutz vor stechenden Plagegeistern. Auch Moskitogitter an den Fenstern sind sehr praktisch, vor allem für alle, die gerne mit offenem Fenster schlafen.

Außerdem setzen viele in ihren Häusern zusätzlich auf elektrische Moskitolampen, die auch als UV Insektenvernichter oder Moskito Killer angepriesen werden. Tatsächlich orientieren sich die Moskitos aber kaum an der UV Strahlung, sondern an der Atmung, CO2 Konzentration und am Geruch ihrer „Wirte“. Die UV-Lampe „grillt“ stattdessen jedes andere (und oft harmlose) Insekt.

Natürlicher Mückenschutz aus pflanzlichen Rohstoffen

Der vielleicht bekannteste Mückenschutz beim Camping und Outdoor-Abenteuern ist Citronella. Das Citronella-Öl wird aus Zitronengras gewonnen und findet als Spray, Creme, Duftkerze oder Fackel Verwendung. Von Citronella-Fackeln und Kerzen lassen sich vielleicht nicht 100% der Mücken abhalten, aber der Effekt ist deutlich sichtbar und die Anzahl der gierigen Blutsauger nimmt spürbar ab.

Einige andere Pflanzen und daraus gewonnene ätherische Öle, wie Teebaum, Salbei, Lavendel oder Bergamotte werden als Mückenschutz angeboten. Den stärksten nachweisbaren Effekt erzielt jedoch Citronella. Auch wenn manche Menschen mit natürlichem Moskitoschutz individuell gute Resultate erzielen, lässt sich davon keine allgemeine Empfehlung ableiten. In Gebieten mit hohen gesundheitlichen Risiken sollte Citronella deshalb nur als Ergänzung dienen.

Mückenschutz für Kinder, Babys und Schwangere

Leider ist das wirksamste Repellent gegen Mücken auch nicht 100% unbedenklich. Da diese Mittel in der Regel nicht dauerhaft angewandt werden, ist das Risiko für die Haut und durch die aufgenommenen Stoffe allerdings eher überschaubar. Anders sieht es jedoch bei kleinen Kindern, Babys und Schwangeren aus. Deshalb ist es besser in diesen Fällen auf die Anwendung von DEET zu verzichten.

In Regionen ohne hohes Infektionsrisiko schlafen Kinder am besten mit einem Moskitonetz über dem Kinderbett. Auch für den Kinderwagen gibt es oft entsprechende Netze und Abdeckungen. Wenn möglich sollten Risikogebiete während der Schwangerschaft und im Kleinkindalter schlichtweg komplett gemieden werden.

Wem dies absolut unmöglich erscheint, kann eventuell in Absprache mit dem Kinderarzt über die Anwendung mit Citronella oder einer schwächer dosierten DEET Variante nachdenken. Auch schwangere Frauen sollten in den ersten Monaten der Schwangerschaft lieber auf DEET verzichten und stattdessen auf weniger wirksame Naturprodukte ausweichen.

Wenn’s passiert ist – erfolgreiche Behandlung von Mückenstichen

Bei Mücken, die keine gefährlichen Erreger in sich tragen, führt ein Mückenstich meist zu einer geröteten Schwellung um die Stichstelle, die zudem unangenehm juckt. Gegen Juckreiz und Schwellung ist Kühlung hilfreich. Viele Salben und Anti-Stitch Stichheiler haben ebenfalls einen kühlenden und zusätzlich einen desinfizierenden und antibakteriellen Effekt.

Das oft verwendete Fenistil und andere Produkte setzen auf den antiallergisch wirkenden Stoff Dimetindenmaleat. Er eignet sich auch für die Nachbehandlung von anderen Insektenstichen, wie Bienen- oder Wespenstichen und kommt auch bei juckenden allergischen Ausschlägen und Windpocken zum Einsatz.

Selbst wenn ein Mückenstich unglaublich jucken kann, sollte man vor allem eines nicht tun: kratzen! Durch das Aufkratzen der Stiche können diese sich entzünden und werden dadurch erst recht schmerzhaft. Zur Behandlung solch entzündeter Stiche eignen sich beispielsweise Präparate, die den Wirkstoff Hydrocortison enthalten.

Als Hausmittel bei Mückenstichen können Aloe Vera, Spitzwegerich oder eine Kompresse mit Essigwasser empfohlen werden. Auch eine frisch aufgeschnittene Zwiebel auf der Stichwunde lindert den Juckreiz und wirkt zudem desinfizierend.

Normalerweise lässt das Jucken bald nach und die roten Schwellungen verschwinden innerhalb weniger Tage. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn nach einer Reise in einem Risikogebiet und dort erfolgten Mückenstichen, Anzeichen einer tropischen Krankheit, wie Malaria oder Dengue-Fieber spürt.

Wer nach einer solchen möglichen Ansteckung unter grippeähnlichen Symptomen, Fieber, Gliederschmerzen, Erbrechen oder Durchfall leidet, sollte nicht lange zögern und sich direkt im nächsten Institut für Tropenmedizin untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen.

Berg-Feeling daheim: Wie bringt man die Berge ins Wohnzimmer?

24. März 2020
Tipps und Tricks

„In die Berge gehen heißt nach Hause gehen“, lautet eines der berühmten Zitate von John Muir. Der große Entdecker, Erfinder und Begründer des amerikanischen Naturschutzes verewigte es in einer Serie von Berichten, die 1875 im San Francisco Daily Evening Bulletin unter dem Titel „Summering in the Sierra“ erschien.

Ob er sich hätte vorstellen können, dass wir das Ganze etwa 150 Jahre später für mindestens einige Wochen quasi umkehren? Dass wir eben gerade zuhause bleiben, um nicht die Möglichkeit zu verspielen, später wieder in die Berge zu gehen? Wahrscheinlich wäre ihm das reichlich verrückt vorgekommen.

Vollkommen Zuhause bleiben?

Meine momentane Ansicht entspricht dem, was der Deutsche Alpenverein aktuell (Stand 22.3.) zur Lage sagt: Bergtouren auf keinen Fall, vor die Tür und an die frische Luft gehen aber durchaus. Letzteres ist nämlich möglich, ohne die konsequente Einhaltung der „Spielregeln“ zu gefährden. Diese bestehen, wie hoffentlich jeder weiß, aus folgenden zwei Punkten:

1) keinerlei Verletzungsrisiko eingehen, welches im Fall des Falles Rettungskräfte und Helfer binden könnte. Bewegt man sich auf flachen und breiten (Forst)Wegen in Umgebungen, die man überschauen kann, sollte das Unfallrisiko nicht höher sein als zuhause beim Erklimmen einer Treppe.

2) nur allein gehen oder, wenn nicht vermeidbar, in kleinstmöglichen Gruppen nur mit Menschen aus der eigenen häuslichen Gemeinschaft.

Wäre es nicht verantwortungsbewusster, volle „Quarantäne“ einzuhalten und die eigenen Vier Wände überhaupt nicht zu verlassen? Meiner Meinung nach nicht, denn „An die frische Luft zu gehen ist wichtig, um gesund und fit zu bleiben“, wie DAV-Präsident Josef Klenner sagt. Ich denke sogar, dass es umgekehrt gesundheitsgefährdend ist, wenn man es mit dem „Verbarrikadieren“ auf die Spitze treibt. Bewegungsmangel schwächt das Immunsystem genauso wie Frischluftmangel und der Stress des „Lagerkollers“.

Soweit meine Einschätzung nach bestem Wissen und Gewissen. Irgendeine Gewähr kann dafür natürlich nicht gegeben werden. Auch und gerade in der Krise sollte jeder Einzelne sich eigenverantwortlich informieren und den gesunden Hausverstand mindestens auf Normalbetrieb weiterlaufen lassen.

Was kann man jetzt noch machen?

Für Bergfreunde mit Bewegungs- und Frischluftdrang ist diese Zeit eine besondere Geduldsprobe – verschärft durch den Frühlingsbeginn, an dem sich der Drang nach draußen besonders stark meldet. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass es vorerst bei spätwinterlichen Temperaturen bleibt. Die Suche nach „Ersatzbefriedigung“ und „Beschäftigungstherapie“ ist akut. Doch bevor wir uns die Möglichkeiten anschauen, will ich noch eine Zwischenfrage einwerfen.

Zwischenfrage: Alpine Nikotinpflaster oder „Cold Turkey“?

Ob Alpenvereine, Zeitschriften oder Onlineportale: an Tipps für „Ersatzdrogen“ für Bergfreunde auf Höhenluft-Entzug mangelt es nicht. Beim Bergsteiger-Magazin heißt es: „Damit die vorübergehende Trennung von der Bergwelt aber nicht allzu schwer fällt, gibt es mehrere digitale Möglichkeiten, um sich auch in solchen Zeiten die Berge in die eigenen vier Wände zu holen.“

Naja, es gibt nicht nur mehrere, sondern unzählige Möglichkeiten dazu. Die Frage, die aber niemand dabei stellt: Macht das (alpine) Nikotinpflaster die Trennung von den Glimmstengeln (Bergen) wirklich leichter? Oder schüren digitale Berge nicht noch viel mehr Sehnsucht und lassen uns den „Entzug“ nur noch mehr spüren?

Sollten wir uns wirklich den virtuellen und geistigen Ersatzbergen und Imaginationsfelsen zuwenden? Oder sollten wir es nicht „einfach“ ganz bleiben lassen und uns mit völlig anderen Dingen beschäftigen? Das wäre dann der „Cold Turkey“, der kalte Bergentzug, das Ende mit Schrecken. Es kursieren schließlich auch jede Menge Internetbotschaften, dass wir uns jetzt den inneren Werten, den Beziehungen zu unseren Nächsten und anderen sonst gern vernachlässigten Dingen zuwenden dürfen.

Eine Antwort habe ich auf diese Zwischenfrage ehrlich gesagt auch nicht. Je nach Person mag das eine oder das andere besser sein. Und da wir nur Vorschläge für das „alpine Methadon“, also die virtuelle und eingeschränkte Bergbeschäftigung Vorschläge haben, gehen wir voll auf die erste Option: klebt die Nikotinpflaster auf und nehmt einen kräftigen Schluck aus der Gebirgsmethadonpulle!

Daheim in die Berge, die Berge nach daheim

Wie stellt man es nun an, dass die Berge ins Wohnzimmer kommen? Oder man das Wohnzimmer in die Berge versetzt? Hier fällt mir erstmal nicht viel ein, außer ein paar Blödel-Wortschöpfungen wie Indoorbergsteigen, Dahoamwandern, Domestic-Mountaineering, Armchair-Adventuring oder Treppen-Trekking. Ansonsten bin nicht so der große Hashtagger, Aktionskünstler oder Challenge-Erfinder.

Da hat Bergfreund Jörn mir einiges voraus, wie er kürzlich eindrucksvoll für die facebookenden Bergfreunde bewies. Ich hätte jedenfalls nicht gewusst, wie man mithilfe zweier Blackrolls und eines Flatscreens im Wohnzimmer auf Skitour geht. Falls ihr das jetzt auch wissen wollt: einfach auf Facebook gehen und die Bergfreunde abonnieren ;-)

Von Jörn stammen auch weitere Vorschläge wie: Hüttenessen nachkochen, die Wohnung mit Bildern und Postern dekorieren, den Bildschirmhintergrund alpin gestalten oder sich mit dem Alpenpanorama in 3Sat vergnügen (ich wusste gar nicht, dass es das noch gibt ;-).

Wer noch höher hinaus will, kann sich auch die Space Night auf BR zu Gemüte führen (ja, auch die gibt es noch :-D). Auch wenn ich jetzt nicht weiß, ob das Weltall hier noch zum Thema gehört.

Doch bevor es jetzt durcheinander geht mit den Vorschlägen, wird jetzt mit Zwischenüberschriften Ordnung reingebracht:

Körper und Geist fit halten

Fein raus ist, wer das Laufen, Radeln und Klettern einfach daheim fortsetzen kann – mit Hometrainer, Laufband, Griffboard und Klimmzugstange. Wenn jetzt noch ein großer Screen mit coolen Outdoorfilmen im Blickfeld ist, kann die Illusion schon richtig gut funktionieren.

Doch es geht auch komplett ohne Geräte und kostspieligen Aufwand. Detaillierte Anregungen dazu finden sich im Basislager-Artikel über das Klettertraining zuhause. Weitere Tipps für Erhalt und Steigerung der Berg-Fitness unter den gegebenen Einschränkungen wie beispielsweise die sechs Ganzkörperübungen bei Bergwelten.com gibt es auf fast allen einschlägigen Magazinen, Blogs und Portalen.

Doch hier heißt es aufpassen und vorsichtiger zu Werke gehen als normalerweise. Denn wir wollen doch nicht wegen eines beim chinesischen Liegestütz gezerrten Nackenmuskels den Arzt rufen…

Wenn der Körper seinen Auslauf bekommen hat, ist der Geist an der Reihe. Jetzt lassen sich alpine Kenntnisse auffrischen und Lücken in der Outdoortheorie schließen. Das Basislager hier ist dafür übrigens eine reichlich sprudelnde Quelle. Einfach mal ein bisschen stöbern und inspirieren lassen …

Oh, und bei der Gelegenheit fällt mir doch noch die eine oder andere Challenge ein:

  • Wer baut den sichersten Standplatz zwischen Heizung und Küchenschrank?
  • Wer schafft die schnellste Spaltenbergung aus dem Keller?
  • Wer erfindet die blödsinnigste Challenge von Allen?

Aber Vorsicht, auch hier kein Übereifer! Zerstört nicht eure Einrichtung und zieht euch keine Verletzungen zu ;-)

Touren planen

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Zumindest glaubt und hofft niemand, dass wir uns die Touren auf Dauer abschminken müssen. Vielmehr hoffen wir, dass sich nach dem 19. April die harten Maßnahmen ausgezahlt haben und gelockert werden können. Deshalb dürfen wir durchaus die Vorfreude hochhalten und uns jetzt auf „die Zeit danach“ einstimmen.

Dann, wenn wir mit einem Jubelschrei dem ersten echten Gipfel entgegen stürmen, ein echtes Boulderproblem lösen und einen echten Trail Vollgas downhillen. Hier im Basislager gibt es dafür jede Menge Planungshilfen, egal ob für die frühsommerliche Ski(hoch)tour, die Reise in ferne Länder oder die alpinen Berge.

Aber auch mal entspannen

Für Entspannung ist jetzt die ideale Gelegenheit. Zumindest braucht man jetzt weniger denn je ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man sich mal schön auf dem Sofa lang macht, eine Massage gibt/bekommt und sich mit „Bergluft für daheim“ aus ätherischen Ölen von Zirben und Wacholder versorgt.

Oder sich anderweitig was Gutes tut, indem man sich das Deo für die nächste Bergtour schonmal selber mischt. Ich halte ein Deo auf Bergtour zwar nicht gerade für essentiell, doch die Kollegen von Bergwelten.com sorgen sich eben auch um die Mitmenschen, die es auf der Hütte oder in der Quarantäne dicht neben uns aushalten müssen.

Bei Bergwelten gibt es sehr viele weitere Do-it-Yourself-Tipps, die man größtenteils mit Zutaten umsetzen kann, an die man auch zurzeit beim eingeschränkten Einkauf herankommt. Eine ganze Kategorie ist den Rezepten für alpine Gaumenfreuden gewidmet, meist Deftiges wie Kaspressknödel, aber auch Süßes wie der Südtiroler Polentaschmarrn. Und da es zurzeit auch nochmal winterlich abkühlt, ist ein selbstkredenztes Badesalz namens „Waldbad“ auch keine schlechte Idee.

Filme schauen

Sowohl entspannend als auch motivierend kann die eine oder andere Filmsession wirken. Eine gute Sammlung an Tipps hat der DAV in diesem Artikel. Eine – wie ich als Autor finde – noch bessere und garantiert diverse Abende füllende Sammlung gibt es hier im Basislager ;-). Und wenn Filme nicht reichen, gibt es natürlich weitere Digitalbespaßungen wie beispielsweise die virtuelle virtuelle Extremklettertour auf den El Capitan im kalifornischen Yosemite Valley.

Filme drehen

Besser als das passive Konsumieren soll ja das eigenständige Kreieren sein. Deshalb hier der Aufruf an alle daheim festsitzenden Gipfelstürmer: Kamera ausgepackt und umwerfende Studio-Bergkulissen mit beschränktesten Mitteln kreiert! Und dann hinein damit in die sozialmedialen Kanäle! Je nach Beteiligung wird das Netz dann richtig glühen. Ob damit nicht gleich der nächste Ausnahmezustand herbeigeführt wird, kann ich nicht abschätzen. Deshalb wird jede Gewähr und Haftung aus dieser Anregung entschieden abgelehnt ;-)

#Stayathome als Dauerlösung: die Schreibtischbergsteiger

Wir wollen es ja nicht heraufbeschwören, aber für den Fall, dass unser Stubenarrest länger dauert, sollten wir uns schon mal den Hashtag #Stayalittlelongerathome reservieren. Es gibt da nämlich eine ganz besondere Bergsteigerspezies, die sich selbst Schreibtischbergsteiger oder auch Sitzbergsteiger nennt.

Ein Bergexperte, der diese Disziplin meisterhaft konsequent seit vier Jahrzehnten betreibt, ist der Lörracher Alpinchronist Eberhard Jurgalski. Jurgalski „ist ein deutscher Berg-Chronist und Buchautor. Er ist hauptsächlich bekannt für das Sammeln von Informationen, die sich auf die Achttausender (…) und ihre Besteigungen beziehen.“

Er selbst sieht sich als „autodidaktischen Geowissenschaftler“ und „Kartenfreak“. Von den Medien wurde er unter anderem als „Karl May der Berge“ betitelt. So wie der berühmte sächsische Abenteuerautor nie den wilden Westen betrat, hat Jurgalski vermutlich nie einen höheren Berg als den 460 Meter hohen Tüllinger Berg bei Lörrach erklommen. Diese Bergbeziehung funktioniert also rein platonisch.

Kein Anfassen und – was den Himalaya angeht – auch kein direkter Blickkontakt. Dafür funktioniert sie seit 1980 und steht damit unmittelbar vor der goldenen Hochzeit. Das sollten sich „normale“ Bergverrückte mal vergegenwärtigen, wenn sie den Zärtlichkeitsentzug mit echten Gipfeln, Graten und Felsen jetzt für gerade mal einen Monat durchhalten müssen.

Einen zweiten Online-Bergverrückten mit spezieller 8000er-Zuneigung findet man hinter der wohl informativsten und bestbebildertsten Himalaya-Website im deutschsprachigen Raum: Himalaya-info.org.

Er hört auf den Namen Günter Seyfferth und will mit seiner Website „ein möglichst umfassendes Bild von den Bergen des Himalaya vermitteln, von der Topografie dieser phantastischen Bergwelt sowie von der spannenden Geschichte der Erschließung und der Besteigungen.“

Der pensionierte Unternehmer Seyfferth beschreibt sich selbst als „Schreibtischbergsteiger“ und hat noch nie selbst einen Fuß in den Himalaya gesetzt. Allerdings ist er nicht ganz so konsequent bergabstinent wie sein Kollege Jurgalski, sondern immer gern zum Wandern unterwegs.

Himalayaexperte werden

Sowohl Jurgalskis Seite 8000ers.com als auch Himalaya-info.org sind derart detailliert, tiefgehend und umfangreich, dass man sich über mehrere Quarantänewochen damit beschäftigen kann. Und zum Gebietskenner im Himalaya und – mindestens genauso interessant – Karakorum aufsteigen kann.

Diese Gebirge sind sowieso ideale Online-Träumereiobjekte, denn sie sind einerseits nah genug, dass wir uns beim Träumen immer auch einreden können, sie eines fernen Tages selbst zu erreichen, andererseits weit genug weg, dass wir sie wunderbar schwärmerisch-exotisch verklären können.

Oder gleich Neulandforscher

Mit Google Earth, diversen Kartentools und (Bilder)Suchmaschinen kann man zwar nichts entdecken, was nicht schon vom Satelliten eingefangen wurde, doch womöglich kann man auf die (tatsächlich noch existierenden!) unbetretenen Gipfel, Täler und Massive stoßen, die es in Zentralasien, China, Tibet und Südamerika nach wie vor zu entdecken gibt.

Nähert man sich solch schier unermesslichen Gebirgen wie dem Pamir, dem Tien Shan, dem Transhimalaya und dem Karakorum, kann man sogar daheim vor dem Rechner ab und zu einen Hauch von Pionierzeit spüren.

Wer mehr als nur einen Hauch sucht, kann auch gern das gigantische und außerhalb Chinas vollkommen unbekannte Hengduan Shan zwischen Tibet und Myanmar durchforsten. Insgesamt stehen in diesem wilden Gebirgsmix noch um die 30 unbestiegene Siebentausender(!) herum …

Auch in dem endlosen Gewirr aus Gipfeln und Gletschern in Patagonien gibt es noch einige aberwitzig steile und abgelegene Berggestalten, die nicht nur unbestiegen sind, sondern auch kaum je von eines Menschen Auge erblickt werden.

Man kann das Ganze nochmals steigern, indem man sich den sprichwörtlich weißen Flecken der Antarktis zuwendet. Doch das liegt womöglich schon wieder derart weit vom erreichbaren Erfahrungshorizont des Durchschnittsbergfreunds, dass sich keine rechte Faszination entwickeln will. Wenn doch, umso besser, Antarktisforscher an die Tastaturfront!

Fazit

Das Bergsteiger-Magazin fasst die Lage gut zusammen: „Zwar ersetzen diese virtuellen Erlebnisse nicht das „reale“ Gipfelglück – doch vorerst sind vor allem Geduld und Solidarität gefragt. Eines ist jedoch gewiss: die Zeit für Bergtouren wird wieder kommen. Und dann wird es umso schöner sein, wieder auf den echten Gipfeln zu stehen.“

Ergänzen würde ich noch, dass trotz der ernsten Herausforderung dieser Tage neben Geduld und Solidarität auch der Spaß nicht aussetzen sollte. Der ist bekanntlich auch während einer Krise gesünder als ununterbrochenes Grübeln und Grämen.

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