Beautykur für die Latten – (Touren-)Ski richtig wachsen

28. Januar 2021

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Sportart

Hallo Ihr Lieben! Herzlich willkommen zu Lisas Beauty Palace. Heute wollen wir uns gemeinsam mal ein wenig mit Wellness und Kosmetik befassen. Ja, ihr Schnuffelhasen habt recht gehört ich möchte euch heute ein paar Tipps zum Thema Waxing geben… Außerdem liked mal meinen Abobutton und drückt mir auf die Glocke. Duckface…

Scheiße Mann, hab ich das gerade wirklich geschrieben… Egal, schnell weiter. Heute geht es nämlich wirklich um so etwas wie Wellness und Beauty (was, echt, hier?!?), allerdings für Skier. Denn wir befassen uns mit der Frage: Wie wachse ich Tourenski eigentlich richtig? (und Alpinski und Snowboards und Skatingski und Snowblades und … ANFANGEN!!!) Ja, ist ja gut, also los…

Wachsen – Bedarf und Methoden

Auch Skier brauchen von Zeit zu Zeit ein bisschen Liebe. Daher sollte man sie regelmäßig wachsen. Das macht sie nicht nur schneller und die Gleiteigenschaften besser, sondern schont auch den Belag. Die gebräuchlichste und dauerhafteste Variante ist dabei das Heißwachsen. Also das Auftragen von speziellem Skiwachs mittels Bügeleisen. Hiermit wollen wir uns in diesem Artikel einmal ausführlich befassen. Eine weitere populäre und vor allem einfache Methode ist die Verwendung von Flüssigwachs oder Wachssticks. Diese lassen sich schnell und einfach auf den Ski auftragen. Das Wachs muss nach einer kurzen Zeit nur noch poliert werden.

Es hält dafür aber auch nicht so lange und hilft meist nur wenig bei wirklich ausgelaugten Belägen. Aus diesem Grund ist die Verwendung von Flüssigwachs eher eine Ergänzung als eine wirkliche Alternative zum klassischen Heißwachs. Zusätzlich bieten Hersteller wie Swix, Holmenkol oder Toko zahlreiche andere Wachssysteme an, die aber alle eher für Spezialanwendungen konzipiert sind. Dieser Artikel befasst sich daher nicht damit, wie man Skier perfekt für ein Rennen vorbereitet oder wie man klassische Langlaufski mit Steigwachs wachst. Wir beschäftigen uns heute lediglich damit, wie der Otto-Normal-Tourengänger oder -Skifahrer seine Skier in Sachen Belag wieder fit für den nächsten Einsatz macht.

Eines noch vorweg: Es gibt nicht den einen richtigen Arbeitsablauf Ski zu wachsen. Jeder hat da so seine eigenen Tricks. Fragt man fünf Leute, bekommt man sieben unterschiedliche Varianten erklärt. Was ich euch also hier erkläre, ist nicht in Stein gemeißelt. Es ist meine Art Skier zu wachsen. Diese bewährt sich schon seit vielen Skifahrjahren und orientiert sich selbstverständlich an den Vorgaben der Wachshersteller.

Aber wann ist es denn eigentlich notwendig die Skier zu wachsen?

Stark ausgezehrter Skibelag

Spätestens, wenn der Belag so aussieht, muss er dringend gewachst werden.

Das kommt immer darauf an, wie stark die Ski beansprucht wurden und wie viel und wie intensiv man damit unterwegs war. Aber auch welche Schneebedingungen geherrscht haben. Denn im Pulverschnee wird der Belag beispielsweise weniger beansprucht als auf einer harten Kunstschneepiste.

Auch der Kontakt mit Steinen und dergleichen setzt dem Belag mitunter stark zu und erfordert eine Reparatur. Spätestens wenn die Skier nicht mehr richtig „laufen“ sollte man daher handeln. Besser ist es aber, wenn es erst gar nicht so weit kommt. Ich wachse meine Alpin- und Tourenski beispielsweise nach etwa jedem vierten bis fünften Skitag, das hat sich über die Jahre für mich bewährt.

Ein eindeutiger Indikator ist es allerdings, wenn sich der Belag extrem stumpf anfühlt und schon an einigen Stellen grau wird. Gerade bei schwarzen Belägen ist das gut zu sehen und zeigt an, dass der Belag ausgelaugt ist und dringend eine Auffrischung braucht. Ihr könnt euch das wie extrem trockene und rissige Haut vorstellen. Durch gezieltes Eincremen wird die Haut wieder geschmeidig und fühlt sich gut an. Genau so ist das auch bei Skibelägen, die gewachst werden.

Zusätzlich empfiehlt es sich, die Skier nach der Saison abschließend nochmals zu wachsen und nicht abzuziehen. Hierdurch ist der Belag beim Einlagern über den Sommer gut geschützt und trocknet nicht aus.

Wachsen – Arbeitszeug und Vorbereitung

Bevor ihr mit dem Skiwachsen so richtig loslegen könnt, solltet ihr sicherstellen, dass ihr auch das notwendige Equipment dafür habt. Ich möchte euch daher mal eine grobe Übersicht darüber geben, welches Zubehör ihr zum Wachsen braucht.

Grundausstattung zum Skiwachsen

Grundausstattung Skiwachsen

Wer seine Skier wachsen will braucht eine anständige Grundausstattung.

Einspannvorrichtung für die Skier

Beim Wachsen ist es wichtig, dass der Ski mit dem Belag nach oben fixiert werden kann. Hierzu gibt es unterschiedliche Einspannvorrichtungen zu kaufen. Alternativ könnt ihr aber auch selbst eine entsprechende Vorrichtung bauen. Meine besteht beispielsweise aus zwei bespannten Balkenstücken und einem Maschinenschraubstock. Außerdem kann man sich auch beispielsweise mit einer mobilen Werkbank mit Spannbacken behelfen, das ist aber leider oft ein wenig fummelig.

Gummibänder

Bei manchen Skibindungen können die Stopper durch drehen oder verschieben der Bindung hochgeklappt und arretiert werden. Geht das nicht, müssen die Skibremsen anderweitig arretiert werden, sodass sie später nicht stören. Hierzu eignen sich kräftige Gummibänder bestens. Diese kann man ebenfalls als Zubehör kaufen. Alternativ funktioniert aber auch Muttis alter Einmachgummi. 

Bügeleisen

Fürs Skiwachsen gibt es spezielle Wachsbügeleisen. Diese haben den Vorteil, dass sich die Temperatur nicht nur genau einstellen lässt, sondern auch, dass die Temperatur konstant gehalten wird. Außerdem ist die Platte der Bügeleisen rechteckig und hat keine Spitze. Rillen in der Platte sorgen zusätzlich dafür, dass das Wachs optimal verteilt werden kann. Auch hier gibt es eine Alternative. Ein sogenanntes Trockenbügeleisen. Trockenbügeleisen sind eigentlich die Vorfahren der Dampfbügeleisen und haben keine Löcher in der Platte.

Sofern eure Oma so ein Bügeleisen noch im Keller stehen hat, könnt ihr auch das zum Skiwachsen nehmen. Für Wäsche ist es danach aber nicht mehr geeignet. Nachteil: Herkömmliche Bügeleisen halten die Temperatur deutlich schlechter und man muss erst einmal herausfinden wie warm denn zwei Punkte oder „Baumwolle“ wirklich ist. 

Ziehklinge

Ziehklingen sind in der Regel aus Plastik und für kleines Geld zu haben. Hier lohnt es sich nicht mit Alternativen zu hantieren. Achtet aber bei der Anschaffung darauf, dass die Ziehklinge breiter als die breiteste Stelle eures Skis ist. 

Belagbürste

Diese gibt es aus unterschiedlichen Materialien, die alle ihre Vor- und Nachteile bzw. unterschiedlichen Anwendungsgebiete haben. Für unsere Arbeit genügt aber einen gute Nylonbürste. Auch hier lohnt sich die Suche nach Alternativen nicht. Belagsbürsten sind günstig zu haben und bringen außerdem gleich die richtige Struktur und Maße mit. 

Skiwachs / Gleitwachs

Heißwachs für Skier gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Je nach Temperatur und Beschaffenheit des Schnees lohnt es sich hier auch unterschiedliches Wachs zu verwenden. Dieses Thema ist aber vergleichsweise komplex, weshalb es dazu demnächst noch einen eigenen Beitrag hier im Basislager geben wird.

Ganz allgemein lässt sich jedoch die Aussage treffen, dass man als Freizeitsportler mit einem guten Allroundwachs zunächst einmal nichts falsch macht. So lange die Bedingungen nicht extrem sind (z. B. Nassschnee oder extrem tiefe Temperaturen etc.) macht das Universalwachs einen guten Job. In unserem Beispiel verwenden wir das All-in-one Hot Wax universal von Toko. Damit vergleichbar wären auch das Natural Skiwax Bar von Holmenkol oder das F4-180 Glidewax von Swix. 

Zusätzliches Zubehör für das Ausbessern von Skibelägen 

Zubehör für das Ausbessern von Skibelägen

Mit diesem Zubehör geht’s dem Belag gleich wieder besser

Reparatursticks für Belagschäden

Hattet ihr unterwegs mal Kontakt mit einem Stein oder dergleichen, hat dieser nicht selten einen unschönen Kratzer im Belag hinterlassen. Hierfür gibt es spezielle Reparatursticks, die zum Ausbessern entsprechender Beschädigungen dienen. 

Eine Kerze sowie Feuerzeug oder Streichhölzer

Irgendeine Kerze die gut brennt und von selbst stehen bleibt. Vom Grablicht bis zur alten Adventskranzkerze kann hier alles verwendet werden, was gerade da ist. 

Equipment, das die Arbeit erleichtert (optional)

Ein oder zwei Lappen

Hier könnt ihr nehmen, was gerade da ist. Vom alten Geschirrtuch bis zum ausrangierten T-Shirt. Hauptsache ist, der/die Lappen müssen sauber sein.

Handfeger

Praktische Helfer beim Wachsen

Wachsentferner, Besen und Lappen sind beim Wachsen sehr praktisch

Auch hier braucht es nichts besonders, ein handelsüblicher Handfeger ist völlig ausreichend. Aber auch hier ist es wichtig, dass der Handfeger sauber ist. Legt euch daher am besten einen speziell nur fürs Wachsen zu.

Belagreiniger (optional)

Belagreiniger ist eine Reinigungsflüssikeit, die speziell für Skibeläge entwickelt wurde. Er wird dazu verwendet alte Wachsreste aber auch Klebereste von Steigfellen zu entfernen.

Ein Rillenstift (i. d. R. nur für Langlaufski)

Habt ihr Skier mit einer Mittelrille, braucht ihr einen Rillenstift um nach dem Wachsen überschüssiges Wachs aus der Rille zu entfernen.

So bereitet ihr eure Skier aufs Wachsen vor

Trocken und warm…

Bevor es mit dem Wachsen losgeht, solltet ihr einige Vorarbeiten leisten. Besonders wichtig ist es, dass die Skier sauber und absolut trocken sind. Außerdem sollte man eines vorab wissen: Je wärmer der Ski ist, desto besser kann das Wachs in den Belag eindringen bzw. umso schneller geht es. Selbstverständlich wird der Belag vor allem auch durch das Bügeleisen erhitzt. Wenn der Ski allerdings von sich aus schon eine halbwegs warme Grundtemperatur hat, ist das durchaus hilfreich. Lagert die Skier daher vor dem Wachsen nach Möglichkeit einige Zeit in eurer hoffentlich warmen Werkstatt oder im nicht ganz so kalten Keller. Von der Tour noch feuchte und kalte Ski direkt aus dem Auto lassen sich nur schwer wachsen und das Ergebnis ist dementsprechend mäßig.

Blockieren und Einspannen…

Ist der Ski trocken kann es losgehen. Blockiert hierzu als Erstes die Skibremse, sodass diese eingeklappt und bei den weiteren Arbeitsschritten nicht mehr im Weg ist. Wie bereits erwähnt lassen sich die Stopper bei manchen Tourenbindungen arretieren. Wenn das nicht geht, nehmt ihr einfach ein Gummiband und bindet die Skibremse damit hoch. Ist das geschehen, wird der erste Ski in die Haltevorrichtung eingespannt. Gerade bei Bastellösungen müsst ihr unbedingt darauf achten, dass der Klemmmechanismus weder den Ski noch die Bindung beschädigen kann. Außerdem muss der Ski so eingespannt werden, dass die Vorrichtung die weiteren Arbeitsschritte nicht behindert.

Schrubben und Putzen…

Nach längerem Einlagern oder nach Touren bei Tauwetter und schlechten Bedingungen, sind die Skier und Beläge oft offensichtlich verschmutzt. Reibt den Schmutz auf jeden Fall vor dem Wachsen mit einem sauberen Lappen gründlich ab. Ältere Tourenfelle hinterlassen außerdem gerne auch mal Klebereste auf dem Belag, diese müssen ebenso wie alte Wachsreste runter. Das gelingt entweder mit einer Bürste oder durch das Abreiben mit geeignetem Wachsentferner /Cleaner.

Belag prüfen und ausbessern…

Schaut euch den Belag gründlich an. Solltet ihr Kratzer, Risse oder Löcher entdecken lohnt es sich diese auszubessern. Geht dabei wie folgt vor:

Zündet eine Kerze an um der jungfräulichen Unversehrtheit des Belages zu gedenken …

Nein, natürlich nicht. Aber die Kerze kommt dennoch gleich ins Spiel. Zunächst schaut ihr euch aber den Kratzer mal ganz genau an. Sind die Ränder der beschädigten Stelle stark ausgefranst und stehen einzelne Fetzen vom Belag ab, müssen diese entfernt werden. Dies klappt entweder mit der Ziehklinge oder einem handelsüblichen Cuttermesser. Auch ist es gut, wenn der Belag leicht angewärmt ist. Ich wähle hierzu immer eine niedrige Temperatur beim Wachsbügeleisen und stelle es kurz auf die Stelle, die ausgebessert werden soll.

Für die Ausbesserung von Belägen gibt es spezielle Reparatursticks. Diese sind entweder schwarz (für schwarze Beläge) oder weiß/durchsichtig für alle anderen Beläge. Werden diese Sticks angezündet tropft das Material ab. Somit kann es Tropfen für Tropfen auf die beschädigte Stelle aufgetragen werden.

Die Erfahrung zeigt hierbei, dass diese Sticks nicht konstant abbrennen, sondern immer mal wieder erlöschen. Wer da jedes Mal erneut mit einem Streichholz hantieren muss, bekommt schnell das Fluchen. Daher die Kerze, denn diese ermöglicht ein unkompliziertes mehrmaliges Anzünden der Sticks.

Ihr solltet jedoch auf jeden Fall darauf achten, dass das Material nur an der Stelle aufgetragen wird, wo es auch tatsächlich gebraucht wird. Als Hilfsmittel kann daher ein kleines Brett oder Ähnliches nahe der beschädigten Stelle auf den Ski gelegt werden. Über dieser zündet ihr den Reparaturstick an, wartet die ersten Tropfen ab und los geht’s. Beim Auftragen des Reparaturmaterials lautet die Devise im Zweifelsfall lieber zu viel auftragen.

Denn das Material zieht sich nach dem Erkalten immer auch ein wenig zusammen. Ist ausreichend Material aufgetragen, muss dieses erkalten und aushärten. Das dauert je nach Materialmenge unterschiedlich lange, 10-15 Minuten solltet ihr dem Ski aber schon geben. In der Praxis packt ihr daher den geflickten Ski erst einmal bei Seite und behandelt den anderen auch noch.

Ist das Material erkaltet und ausgehärtet muss der Überschuss abgetragen werden. Manche Hersteller raten hierbei zu einer Ziehklinge aus Metall, die Praxis zeigt aber, dass man auch mit der Standardkunststoffklinge ganz gut zurechtkommt.

Je nach Dicke des aufgetragenen Materials müsst ihr mehrfach über die betroffene Stelle gehen. Auch können extrem dicke Materialüberstände mit der Klinge des Cuttermessers vorsichtig abgeschnitten werden. Arbeitet dabei aber vorsichtig. Wer zu rabiat mit der Ziehklinge hantiert, reißt nicht selten die geflickte Stelle wieder auf. Mit der Ziehklinge alleine werdet ihr den Belag aber nicht plan bekommen. Daher muss hier nachgearbeitet werden. Dies geschieht entweder mit einer Belagsfeile oder einem feinen Sandpapier. Achtet dabei aber darauf, dass ihr nur die reparierte Stelle behandelt und nicht den ganzen Ski abschleift. Danach bürstet ihr noch kräftig mit der Belagbürste über die betroffene Stelle und stellt so die Struktur wieder her.

Wachsen – So wird’s gemacht

Nun aber zum eigentlichen Thema, dem Wachsen. Auch hierzu sind verschiedene Arbeitsschritte notwendig, legen wir also los:

Die richtige Betriebstemperatur…

Bevor ihr richtig loslegen könnt, wählt das Wachs aus, das für eure Zwecke passt. Wir verwenden für unser Beispiel ein Allroundwachs, das für einen breiten Anwendungsbereich geeignet ist. Wichtig zu wissen: Jedes Wachs hat eine andere Verarbeitungstemperatur. Diese ist in der Regel auf der Verpackung oder einem beigelegten Zettel angegeben. Stellt euer Bügeleisen daher auf die richtige Temperatur ein und wartet, bis es diese erreicht hat. In unserem Fall sind das beispielsweise 130 °C.

Für alle, die Omas altes Bügeleisen exhumiert haben bedeutet das in etwa „zwei Punkte“ bzw. „Seide“. Generell gilt auch, wenn das Wachs bei Kontakt mit dem Bügeleisen anfängt zu rauchen und stinken, ist die Temperatur erheblich zu hoch. Stellt das Bügeleisen dann auf eine kältere Stufe und wartet die richtige Temperatur ab.

Das Wachs einarbeiten…

Hat das Bügeleisen die gewünschte Temperatur haltet ihr das Skiwachs an die warme Platte des Wachseisens, bringt es zum Schmelzen und tropft es der Länge nach auf die Lauffläche des Skis. Je nach Breite der Skier kann es sinnvoll sein eine Schlangenlinie zu tropfen, bei besonders schmalen Modellen reicht es aber auch aus mehr oder weniger gerade von einer Seite zu anderen durchzutropfen. Achtet dabei darauf, dass ihr nicht übermäßig viel Wachs auftragt. Das macht beim gleichmäßigen Einarbeiten nur Ärger und führt außerdem zu einem unnötigen Wachsverbrauch.

Wurde das Wachs von vorne bis hinten auf den Ski aufgetropft, könnt ihr das restliche Wachsstück zur Seite legen. Nun wird lediglich das bereits aufgebrachte Wachs gleichmäßig verteilt. Beginnt hierzu an einem Ende des Skis und arbeitet euch durch langsames Hin- und Herbewegen zum anderen Ende des Skis durch. Dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten:

  • Je nach Verarbeitungstemperatur des Wachses kann der Ski bei zu langem Kontakt mit dem Bügeleisen Schaden nehmen. Lasst es daher nie lange auf einer Stelle stehen. (Beim Hemdenbügeln macht das ja auch niemand…)
  • Damit das Wachs gut in den Belag einzieht muss dieser eine gewisse Temperatur haben. Arbeitet daher immer in Bereichen von 40-50 cm so kann sich der Belag langsam erwärmen und nimmt das Wachs gut auf.
  • Hat sich das Wachs in eurem Arbeitsbereich gut verteilt, dann verschiebt ihr diesen ein wenig in Richtung der noch ungewachsten Seite des Belags und arbeitet auch dort das Wachs ein. Diesen Vorgang wiederholt ihr, bis ihr am Ende des Skis angekommen seid.

Ist dies geschehen bügelt ihr abschließend noch ein bis zweimal über den kompletten Belag. Wer es besonders gleichmäßig haben möchte, kann dabei das Bügeleisen auch auf ein geeignetes Wachstuch stellen, was nochmals für eine glattere Oberfläche sorgt.

Nach dem Aufbringen muss das Skiwachs in den Belag einziehen, abkühlen und aushärten. Würdet ihr gleich mit dem Abziehen beginnen, hätte das Wachsen kaum Wirkung, weil ihr das frische Wachs nahezu komplett wieder abkratzen würdet. Stellt also den gerade behandelten Ski vorerst zur Seite und macht mit dem anderen weiter. Bei extrem beanspruchten Belägen kann es auch sinnvoll sein mehrere Stunden oder ggf. über Nacht zu warten, bevor man mit der Arbeit weiter macht.

Auch hier könnt ihr euch das wie Hautcreme vorstellen. Wer sich beispielsweise gerade erst die Hände eingecremt hat und diese dann mit Seife wäscht, hat eigentlich nichts vom positiven Effekt der Creme, weil diese noch nicht ausreichend in die Haut einziehen konnte. Genau so verhält es sich mit dem Skiwachs.

Wachs Abziehen und den Belag glatt machen…

Ob man Alpinski oder auch Tourenski abziehen muss oder nicht ist immer wieder ein gerne diskutiertes Thema. Argumente wie „nach den ersten zwei Schwüngen ist das Wachs ja eh runter“ hört man da nicht selten. Ich halte davon jedoch überhaupt nichts und das hat seine Gründe.

Erstens: Der Ski fährt sich, wenn vielleicht nur für eine kurze Zeit, deutlich schlechter. Ich wachse aber meine Skier, damit sie gut laufen. Also wäre es Quatsch bei der Hälfte der Arbeit aufzuhören.

Zweitens: Zieht man die Skier nicht ab, gelangt ganz automatisch unnötig viel Wachsabrieb in den Schnee und später in die Natur. Je nach Wachs ist das nicht gerade umweltschonend. Daher lohnt es sich die Skier schon alleine der Umwelt zu liebe sauber abzuziehen.

Nehmt euch dazu eine Ziehklinge. Bei der Wahl der Ziehklinge könnt ihr nicht viel falsch machen. Eine vergleichsweise einfache Ziehklinge aus Plexiglas ist für unser Vorhaben voll und ganz geeignet. Beim Abziehen arbeitet ihr von der Spitze des Skis zum Ende hin. Setzt dazu die Ziehklinge mit der Kante auf den Belag und schiebt sie mit leichtem Druck und Schwung mit mehrfacher Bewegung bis nach hinten durch. Seid ihr nach einem Durchgang nicht zufrieden, wiederholt das Ganze. Fegt dazwischen aber das überschüssige Wachs mit dem Handfeger ab. Viele Ziehklingen haben außerdem an einer Seite einen kleinen Einschnitt, mit dem die Kanten freigelegt werden können. Wachs auf den Kanten bringt ohnehin nichts und würde sich beim Fahren gleich in die Landschaft verabschieden. Daher ist es sinnvoll dieses noch in der Werkstatt zu entfernen.

Moment, das Ding heißt Ziehklinge und da steht schieben? Jap, isso. Durch das Schieben bekommt ihr mehr Druck auf die Klinge und müsst euch nicht die Finger brechen. Es geht mit Schieben einfach besser und gründlicher. Wenn ihr das gewissenhaft macht, werdet ihr schnell sehen, dass da so einiges an Wachs abgehobelt wird. Fegt das immer mal wieder mit dem Handfeger vom Ski runter, das macht die Arbeit deutlich leichter.

Danach wird der Belag gebürstet, wodurch dem Belag seine Struktur zurückgegeben wird. Ein Skibelag ist nämlich nicht komplett eben, sondern hat eine bestimmte Struktur. Der Grund hierfür ist ganz einfach. Man fährt nicht wirklich nur auf Schnee, sondern vielmehr auf einem dünnen Wasserfilm. Wäre der Belag komplett eben, würde das Wasser förmlich am Ski kleben und ihn stark verlangsamen. Durch die Struktur kann der Ski aber quasi auf dem Wasser gleiten, was ein schnelles und kontrolliertes Vorankommen sichert.

Auch beim Bürsten arbeitet ihr von der Skispitze zum Ende des Skis hin. Gut ist es, wenn ihr mit einem leichten Druck arbeitet. Auch hier zeigt sich schnell, dass nochmals überschüssiges Wachs vom Belag abgetragen wird. Auch diesen Überschuss fegt ihr einfach ab.

Bei diesem Arbeitsschritt gibt es unterschiedliche Ansätze, je nach dem, wen man fragt, wird zu unterschiedlich beschaffenen Bürsten geraten. Die einen bürsten einmal über den Ski, die anderen nacheinander mit zwei unterschiedlichen Bürsten und und und. Ich begnüge mich in der Regel mit einem Durchgang.

Will ich den Ski aber besonders schnell bekommen (bei meinen Skatingskiern ist das in der Regel der Fall) dann reibe ich den Belag abschließend nochmals mit einem groben Nylontuch ab. Zum Schluss fegt ihr alle Wachsspäne und alles Gebrösel nochmals sauber von den Skiern, löst die Blockierung der Bremse und eure Ski sind wieder fit fürs nächste Skiabenteuer.

Noch ein kleiner Tipp zum Schluss

Ziehklingen werden im Lauf der Zeit regelrecht stumpf. Es gibt aber spezielle Schärfer, mit denen man die Ziehklinge abziehen kann (hört sich blöd an, ist aber so). Diese verfügen in der Regel über eine Keramikklinge und ermöglichen das mehrmalige „Nachschleifen“ der Klinge.

So nun aber zu euch

Wachst ihr eigentlich eure Ski selbst oder bringt ihr sie doch lieber zum Skiservice? Habt ihr noch Tipps und Tricks auf Lager, die ich vielleicht nicht kenne? Auch wenn ihr noch Fragen habt, könnt ihr euch hier gerne verewigen. Schreibt doch einfach mal, ich freue mich…

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Wilfried sagte am 27. Januar 2021 um 19:47 Uhr

    Der Wachsvorgang läuft bei mir sehr ähnlich wie in der Beschreibung. Ausbesserungsarbeiten am Belag sind eigentlich nie über längere Zeit erfolgreich. Das aufgetropfte Material ist sehr rasch wieder weg. Eine professionelle Arbeit beim Spezialisten ist eher erfolgreich, dort ist auch das richtige Werkzeug zur Verfügung. Beim Wachsen tritt bei mir auch bei regelmäßiger Durchführung immer wieder ein grauer Belag auf. An der Häufigkeit kann’s nicht liegen, da ich spätestens nach 2 Schitagen wachse. Da hab ich bisher keine richtige Antwort gefunden.

  2. Bergfreund Robert sagte am 29. Januar 2021 um 09:57 Uhr

    Lieber Willfried,

    Am Anfang oder am Ende der Saison ist es sicher wichtig die Ski bei einem Skiservice abzugeben. Nur das geht eben auch ins Geld. Bei mir ist das so, alle
    3 bis 5 Skitouren bügel ich die Ski selber auf. Vorher die Schrammen rausfeilen oder mit einem Stift den Belag ausbessern. Auch Kanten kannst du selber abziehen.
    Insgesamt brauche ich pro Paar Ski 30 min und dann sind sie wieder top gepflegt. Wichtig ist einfach die Ski nach dem Bügeln mit der Abziehklinge abziehen.
    Struktur rein und fertig. Dafür hast du aber immer einen top gepflegten Ski und viel Freude beim Touren gehen. Zwischendurch kannst du auch mal ein Flüssigwachs verwenden.
    Das spart Zeit und Arbeit. Spätestens nach 5 Skitouren ist wieder bügeln angesagt.
    Viele Grüße vom Robert

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