Ausrüstung

Innovativer Karabiner von AustriAlpin

9. Juli 2013

Kategorie

Sportart

Der neue Fifty : Fifty

Der neue Fifty : Fifty

Wer dachte der Karabiner-Verschluss kann nicht mehr neu erfunden werden, dem hat AustriAlpin jetzt das Gegenteil bewiesen. Die kleine Hardwareschmiede aus Tirol hat ein völlig neuartiges Konzept entwickelt und wird dieses auf der OutDoor-Messe vorstellen.

Als erster Händler hatten wir die Möglichkeit dem Karabiner den Schnapper zu schütteln (Yeah, was für ein Wortspiel) und dabei besser kennenzulernen. Noch besser: die Macher ist so stolz auf den neuen Fifty : Fifty-Karabiner, dass wir Euch unseren ersten Eindruck hier präsentieren dürfen.

Update: Der AustriAlpin Fifty:Fifty ist bei uns ab sofort zu haben!

Eine Feder und zwei Öffnungen: der neue Verschluss

Der neue Fifty : Fifty Karabiner

Der neue Fifty : Fifty Karabiner

Der Name des neuen Sicherungskarabiners ist nicht zufällig gewählt. Der Verschluss basiert auf einer geführten Feder und „teilt“ den Karabiner in zwei Kammern.

Der Clou an der Sache: durch den neuen Verschluss kann entweder die obere oder untere Kammer geöffnet werden. Sobald man den Verschluss loslässt, sind beide Kammern automatisch verschlossen.

Das klingt jetzt zugegeben etwas komplizierter als es wirklich ist. Einen Eindruck vom neuen System bekommt man auch in folgendem Video – eine Art Karabiner-Love-Story mit dem Fifty : Fifty in der Hauptrolle:

YouTube Preview Image

Unser erster Eindruck vom AustriAlpin Fifty : Fifty

Geöffneter Karabiner

Geöffneter Karabiner

Die Tiroler Truppe hatte den neuen Karabiner in den vergangenen Monaten erfolgreich unter Verschluss gehalten. Gestern haben wir nun als erster Händler ein Testexemplar erhalten und dürfen darüber berichten. Dafür sagen wir zunächst vielen Dank!

Als ich mit dem Karabinern bei den Kollegen eine Runde drehte waren die beiden ersten Reaktionen quasi immer gleich. Zunächst gab es etwas in der Art „Huch, was ist das denn und wie funktioniert….ah so geht das….“ und dann eine Variation von „Hey, das ist ja mal wirklich etwas Neues…

Unsere Teststation ;-)

Unsere Teststation ;-)

Leider konnten wir das Stück Metall und Ingenieurskunst noch nicht an den Fels ausführen. Aber bei Trockenübungen im Büro war das Handling zwar zunächst etwas ungewohnt aber logisch. Nach einigen Versuchen hat man den Bogen raus, wie sich der Karabiner leicht öffnen lässt. Die dabei entstehende Öffnung ist mit etwa 2 cm groß genug um Abseilachter, Seile, oder sonstige Hardware einzufädeln.

Die ovale Form sowie die Feder in der Mitte verhindern eine Querbelastung effektiv. Obwohl wir den Verschluss mit Reepschnüren und anderen Karabiner traktierten, wollte uns bislang kein realistisches Szenario einfallen, dass ein versehentliches Öffnen des Karabiners mit sich brachte.

Vorteile des neuen Fifty : Fifty Karabiners

Smart & 50:50

Smart & 50:50

Der Karabiner ist als Sicherungskarabiner ausgelegt und tatsächlich lassen sich die meisten gängigen Sicherungsgeräte problemlos mit dem FiftyFifty verwenden. Ein Vorteil: der neue Karabiner und sein Verschluss lassen sich mit nur einer Hand bedienen. Dabei kommen Links- wir Rechtshänder gleichermaßen gut zurecht.

Außerdem schließt der Karabiner wie bereits erwähnt automatisch – ein zuschrauben wir bei klassischen Karabinern ist nicht notwendig. Das ist nicht nur eine zusätzliche Sicherheitsreserve, sondern geht schlicht auch schneller. Trainer dürfte überdies freuen, dass man auch aus einiger Entfernung zuverlässig erkennen kann ob der Karabiner korrekt verschlossen ist.

Doris von AustriAlpin empfiehlt den neuen Karabiner vor allem für Klettergruppen, die z.B.häufig wechselnd im Toprope unterwegs sind:

„Wenn man Sicherungsgerät und Seil nicht aus der vorderen Kammer aushängt, muss nur die hintere Kammer geöffnet werden, um die Sicherung von Gurt zu Gurt weitergeben zu können.“

Die zentrale Feder

Die zentrale Feder

Überdies ist der Fifty : Fifty evtl. auch in alpinen Routen ein guter Freund. Wenn beispielsweise das Sicherungs- und Abseilgerät in eine Kammer angehängt und dann am Gurt transportiert wird. Dies erleichtert nicht nur das Handling – es verringert auch die Gefahr, dass beim hin- und herfädeln der Hardware das Sicherungsgerät herausrutscht.

Für mich ist es außerdem eine Frage der Zeit, bis gefragt wird ob man das Verschlussprinzip nicht auch für Klettersteig-Karabiner einsetzen könnte. Das die hier vorgestellte Version des Fifty : Fifty nicht in Klettersteigsets verbaut werden sollte (Stichwort Knickbelastung) muss ich Euch vermutlich nicht erklären.

Die Fakten zum AustriAlpin Fifty : Fifty Autolock-Karabiner

Technische Werte

Technische Werte

Die folgenden technischen Werte sind für den fifty : fifty Karabiner ausgewiesen:

  • 90 Gramm schwer
  • Bruchlasten: 26 / 10 / 8 kN
  • Länge: 99 mm
  • Breite: 63 mm
  • Öffnung: jeweils 21 mm
  • Normierung: EN12275 und EN 362 sind erfüllt

Zu bekommen ist der Karabiner in blauer und oranger Eloxierung. Kosten soll das neue Feder-Schnapper-Verschluss-Gerät etwa 23 Euro. Der reguläre Starttermin für den Verkauf ist Ende August – bei uns im Shop wird der Karabiner bereits ab Anfang August zu haben sein.

Alle Fotos vom AustriAlpin Fifty-Fifty Karabiner

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Max sagte am 9. Juli 2013 um 15:39 Uhr

    Schon hat er an einer Nase eine Schramme… Ihr müsst schon liebevoller mit so einem Karabiner umgehen :-)

  2. Sebastian sagte am 15. Juli 2013 um 08:51 Uhr

    Der ist sogar schon so angekommen…aber da es ein Musterteil ist, ist so etwas zu verzeihen. Der finale Karabiner hat jedoch nur noch eine sauberere Verarbeitung der Kunststoffteile und ein Logo auf selbigen. ^seb

  3. Sven sagte am 12. Juli 2013 um 10:40 Uhr

    Hallo Sebastian,

    habt ihr mal probiert, den Verschluß an ein Seil, Kleidung, Ausrüstung zu drücken, ob er dann aufgeht?

    Grüße
    Sven

  4. Sebastian sagte am 15. Juli 2013 um 08:53 Uhr

    Hallo Sven, es zählt tatsächlich zu den Hobby einiger meiner Kollegen Karabiner hinsichtlich dessen zu prüfen ob man diese mit Gewalt, Seilen oder anderen Karabinern zu ungewolltem öffnen bringen kann. Wir haben auch ziemlich viel Kraft drangesetzt (vgl. http://www.bergfreunde.de/basislager/wp-content/uploads/2013/07/fifty-fifty-autrialpin-test.jpg) und das Teil nicht aufbekommen. ^seb

  5. mike sagte am 29. August 2013 um 11:46 Uhr

    hallo,

    ich glaube, dass der karabiner viel potential besitzt.
    was heißt „meisten gängigen Sicherungsgeräte“ ? ihr habt das smart getestet. wie sieht es mit tubern aus, die einen drahtsteg haben?
    hier könnte es zu einer auflage auf dem verschluss des fifty kommen und somit kann die funktion des tubers eingeschränkt sein. habt ihr das mal getestet?

    trotzdem werde ich mir auf jeden fall einen fifty kaufen.

    vg
    mike

  6. Sebastian sagte am 23. September 2013 um 10:18 Uhr

    Hey Mike,
    entschuldige, dass wir Deinen Beitrag erst jetzt beantworten – er wurde von unserem Blogsystem als Spam einsortiert…warum konnte ich jetzt auch nicht genau erkennen. Im Gegenteil – eine berechtigte Frage.

    Also, wir haben den Smart eingehängt und ein GriGri. Ebenso war ein Click Up im Trockenversucht im Einsatz. Eine Tuber habe ich selbst noch nicht im Fifty:Fifty ausprobiert. Tatsächlich könnte das Handling etwas nervig werden – ich werde es gerne mal versuchen. Solltest Du inzwischen schon selbst Erfahrungen damit gemacht haben, dann würde wir uns natürlich freuen davon zu lesen…

    Bester Gruß,
    Seb

  7. Fifty-Fifty-Karabiner im Test « ulligunde.com sagte am 13. September 2013 um 15:10 Uhr

    […] ist er ja schon, der Fifty-Fifty. Und innovativ von der Idee her sicher auch, denn so eine Karabiner-Konstruktion gab es bisher […]

  8. Tobi sagte am 23. September 2013 um 09:48 Uhr

    Hi Leute,

    ich fand die Idee des Fifty:fifty genial und hab ihn mir sofort bestellt. Allerdings hatte ich ihn gestern zum ersten Mal in der Halle im Einsatz und – wie auch schon beim Grid-Lock Magnetron – gibt es ein Problem beim Sichern mit dem GriGri. Wenn das GriGri Richtung Verschluss (Schnapper) rutscht kann es sich verklemmen und man bekommt es kaum mehr zurück gedrückt. Ich werde bei Bedarf mal ein Video davon machen. Könnte mir vorstellen, dass bei einem Sturz in dem Moment ungünstige Kräfte auf die Öse des GriGri oder den Schnapper wirken.

    Grüße Tobi

  9. Sebastian sagte am 23. September 2013 um 10:11 Uhr

    Hey Tobi,
    vielen Dank für Deinen Beitrag.
    Tatsächlich wäre es mal interessant, ein Video von der beschriebenen Situation zu bekommen. Wir werden dass dann auch mal mit AustriAlpin besprechen…
    Gruß,
    Seb

  10. Tobi sagte am 23. September 2013 um 11:37 Uhr

    Hey Sebastian,

    das wäre cool, ich kümmere mich heut abend mal um ein Video..

    Grüße,
    Tobi

  11. Tobi sagte am 24. September 2013 um 18:42 Uhr

    Hi Leute,

    ich hab jetzt ein Video bei Youtube hochgeladen: http://www.youtube.com/watch?v=7AlHGtG8UoM

    Diskussionen und weitere Tests gerne willkommen :)

    Grüße,
    Tobi

Andere Bergfreunde freuen sich auf deinen Kommentar