Bergfreunde

Auf zu neuen Höhen – Jörn am Olympus Mons

1. April 2016

Sportart

Jörn verbringt seine Freizeit am liebsten in den Bergen

Jörn verbringt seine Freizeit am liebsten in den Bergen

Extreme sind genau sein Ding – Jörn aus unserer Online-Redaktion hat schon so einige Ultramarathons hinter sich, ist angehender Langdistanz-Triathlet und hat sich jetzt ein weiteres, ganz besonderes Ziel ausgesucht: die Erstbesteigung des Olympus Mons.

Wie er sich auf sein waghalsiges Projekt vorbereitet und mit welchen besonderen Gefahren er zu rechnen hat, erfahrt Ihr im brandheißen Vorabbericht.

 

 

 

Olympus Mons

Olympus Mons

Aufi muassi

„Aufi zu die Stana hüpfen, aufi zu die Bergesgipfel ziagts mi halt so hin.“, so besang es Wolfgang Ambros 1974 in seinem Smashhit „Der Watzmann ruft“. Und auch für mich sind die Bergesgipfel schon seit jeher ein echtes Sehnsuchtsziel. Aber einmal eine Erstbesteigung durchführen zu können – das hatte ich mir nicht mal in meinen wildesten Träumen vorgestellt. Umso mehr freue ich mich, dass ich dieses Projekt nun zusammen mit den Bergfreunden und meinem Team angehen darf.

Die Entscheidung für den Olympus Mons fiel relativ schnell. Denn durch seine besondere Form – es handelt sich um einen sogenannten Schildvulkan mit geringer Hangneigung von im Schnitt 5° – stellt er keine hohen Ansprüche an das bergsteigerische Können. Allerdings braucht es viel Ausdauer, denn der Durchmesser beträgt satte 600 km, die man erstmal erklimmen muss. Aber als Triathlet und Bergläufer mangelt es mir zum Glück nicht an der Puste!

Dennoch kann man nicht einfach geradewegs auf den Gipfel zulaufen. Wahrscheinlich waren es Lavaströme, die dafür gesorgt haben, dass es am Olympus Mons Abhänge von sechs – ja, richtig gelesen – sechs Kilometern Höhe gibt. Schon im Vorfeld muss also die Routenplanung sehr genau überlegt werden. Der höchste Punkt des Vulkans befindet sich auf der Caldera, also am Kraterrand. Der Krater selbst ist übrigens rund 90 km breit – kein Witz!

Höhentraining en masse

Das Basecamp liegt auf ca. 4000 m Höhe und etwa 300 km vom Gipfel entfernt. Schon hier wird klar, dass es ohne vorherige Anpassung nicht geht. Deshalb werde ich in meinem Training ab sofort eine sogenannte Höhentrainingsmaske einsetzen. Die sieht zwar etwas martialisch aus, aber für dieses Ziel ist mir keine Maßnahme zu herausfordernd. Einen Monat vor dem Expeditionsstart steht dann noch ein Höhentrainingslager in den Anden auf dem Plan, auf das ich mich schon ganz besonders freue. Natürlich kommen wir trotzdem nicht um eine Akklimatisierung vor Ort herum. Da wir aufgrund der geringen Hangneigung pro Tag aber nur relativ wenige Höhenmeter hinter uns bringen, sollte das relativ gesittet von statten gehen und unsere Körper dürften sich recht gut auf die Höhe eingewöhnen.

Besondere Schwierigkeit

Die größte Hürde wird sicherlich die Verpflegung darstellen. Das Land um den Vulkan ist karg und es findet sich praktisch kein Leben dort. Und auch der nächste Supermarkt ist im Prinzip unerreichbar weit entfernt. Daher müssen wir entsprechend viel Essen und reichlich Getränke dabei haben. Alleine können wir das ganze Zeug natürlich nicht tragen, weshalb uns der dort ansässige Volksstamm der Marsneras mit Trägern unterstützen wird. Sie kennen sich zudem sehr gut in der Region aus und führen uns sicher um die wenigen, aber dennoch vorhandenen Gefahrenstellen. Aufgrund des schlecht erschlossenen Gebietes können wir nicht einmal darauf hoffen, dort Wasser vorzufinden.

La Sportiva - Olympus Mons Evo - Expeditionsschuhe

La Sportiva – Olympus Mons Evo – Expeditionsschuhe

Auch das Wetter kann uns einen dicken Strich durch die Rechnung machen. Wir haben die Expedition für den Sommer 2017 angesetzt, da es hier tagsüber rund 20°C haben wird, was eigentlich perfekt sein dürfte. Die Region ist dafür bekannt, dass sie sehr arm an Wolken und sehr wetterbeständig ist. Problematisch wird es, wenn ein Sandsturm aufkommen sollte. Dieser kann eine ganze Zeit lang anhalten und unser Unternehmen empfindlich stören. Auch die nächtlichen Temperaturen, die in seltenen Fällen sogar bis zu -125°C erreichen, könnten zur Herausforderung werden. Für solche Situationen haben wir aber spezielle, mit einer Folie ausgekleidete Daunenschlafsäcke und ein für Notfälle entwickeltes, elektrisches Wärmesystem. Außerdem mit dabei: DIE Expeditionsstiefel schlechthin – die Olympus Mons Evo von La Sportiva, ist doch klar!

Bleibt dran!

Wir befinden uns aktuell in der Hochphase unserer Planung und es wird stellenweise schon richtig konkret. An dieser Stelle wird es regelmäßige Updates zu unserer Expedition geben und ich und mein Team würden uns freuen, wenn Ihr dabei seid und diesen Weg zusammen mit uns geht. Auf geht’s zum Mars – der Olympus Mons wartet!

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Moritz sagte am 1. April 2016 um 09:52 Uhr

    Sehr lustig ;-)

  2. Sabrina sagte am 1. April 2016 um 09:54 Uhr

    Hey Jörn,

    super Sache! Ich kann Dir das Gairrit Höhentraining empfehlen! Haben wir damals vorher gemacht! Den Olympus Mons haben wir auch – einfach ein genialer Schuh! Viel Spaß bei der Vorbereitung!

    ABER hier handelt es sich wohl eher um einen APRILSCHERZ???

    Sabrina

  3. Jörn sagte am 1. April 2016 um 12:05 Uhr

    Das mit dem Bergsteigen überlasse ich lieber euch ;)

  4. Martis sagte am 1. April 2016 um 10:20 Uhr

    Apri April!

  5. Andi sagte am 1. April 2016 um 14:30 Uhr

    Halle Jörn, vielen Dank für den tollen Vorbericht
    Bin gespannt wie’s weitergeht.
    Sicherlich kommt die nächste Info am 01. April 2017 ??

    In diesem Sinne April April

  6. Jörn sagte am 14. April 2016 um 08:12 Uhr

    Richtig, für diesen Zeitraum haben wir den nächsten Beitrag angesetzt. Sinnvollerweise, denn dann sind die Vorbereitungen weitestgehend abgeschlossen und die Reise steht kurz bevor ;)

  7. André sagte am 1. April 2016 um 15:44 Uhr

    Hallo Jörn,
    ich wünsche euch viel Glück und tolle Erlebnisse bei dieser Reise. Bedenkt nur schon im Vorfeld das die Gepäckbeschränkungen auf diesem Flug sehr rigide sind! Bei 35kg ist definitiv Schluss. Und Charterflüge sind selten und teuer.
    Viel Glück André

  8. Jörn sagte am 14. April 2016 um 08:12 Uhr

    Wir haben da mit Ryanair was ausgemacht ;) Alternativ steht uns auch eine Maschine von AirBerlin zur Verfügung.

  9. Ralf M. Eberle sagte am 1. April 2016 um 19:14 Uhr

    Hallo,

    eine Klettertour ohne Wiederkehr. Alle bisher geplanten Mars-Expeditionen sind nur Hinflüge, zurück kommt keiner. Vorher noch eine rucksacktaugliche Sauerstofferzeugungsanlage, vielleicht per Hochleistungsalgen erfinden. Wasser und Nahrung für mehrere Tage lassen sich bei ein Drittel Erdschwere vermutlich mitschleppen. Viel Erfolg.

    Grüße,

    Ralf

  10. Jörn sagte am 14. April 2016 um 08:13 Uhr

    Ich komme schon irgendwie wieder heim – und wenn ich den ganzen Weg laufen muss! ;)

  11. Steven sagte am 2. April 2016 um 13:24 Uhr

    Ne Expedition auf den Mars, da wär ich dabei! Braucht man Steigeisen mitnehmen? :-P

  12. Jörn sagte am 14. April 2016 um 08:15 Uhr

    Hallo Steven,

    nein, Steigeisen sind zum Glück nicht nötig. Wir werden im Vorfeld noch zwei Marsrover hochschicken, mit denen wir dann gemütlich die Flanke des Vulkans absurfen!

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