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Gore tex Schuhe. Foto: Gore Running

GORE-TEX® Schuhe richtig pflegen

15. Dezember 2015

Manchmal sind die besten Touren die bei widrigem Wetter. Der eroberte Gipfel zählt gefühlt doppelt, wenn man den Berg bei Wind und Wetter hinauf ist. Moderne Bekleidung macht schlechtes Wetter erträglicher. Gerne greift man auch zu wasserdichten GORE-TEX® Schuhen, denn nasse Füße, das geht mal gar nicht.

Doch jetzt sind wir zurück, die Schuhe verdreckt und die ersten Fragezeichen im Anmarsch. Wie soll ich denn jetzt meine Schuhe behandeln? Imprägnieren oder kräftig einfetten? In der letzten GORE-TEX® Schulung für das Team von Bergfreunde.de habe ich die Infos mitgeschrieben. Denn eigentlich ist es ja ganz einfach…

Funktionsweise der GORE-TEX® Schuhe

Für das bessere Verständnis ist es gut, sich über den Aufbau eines GTX-Schuhes im Klaren zu sein. Wer versteht, wie die einzelnen Lagen zusammenspielen, dem erscheinen viele Dinge gleich viel logischer. Der grundlegende Aufbau der drei GORE-Materialgruppen für Schuhe (GORE-TEX® Extended Comfort, GORE-TEX® Performance Comfort und GORE-TEX® Insulated Comfort) ist gleich. Erläutern möchte ich diesem am Beispiel von GORE-TEX® Performance Comfort Schuhen.

Zunächst ein Hinweis: GORE-TEX® stellt selbst keine Schuhe her – das übernehmen Hersteller wie etwa Garmont, La Sportiva, Salewa, The North Face oder Salomon uvm.. GORE verfügt „nur“ über das Wissen zur richtigen Entwicklung und Verarbeitung der Membran.

Die GORE-TEX® Membran ist dabei von außen gesehen die dritte Schicht nach einem Obermaterial (z.B. Leder) und einem sog. Schutzgewirke. Unter der Membran ist sodann die Isolationsschicht sowie ein Innenfutter eingebracht.

Aufgabe der Membran ist es, Wasser von außen zu blocken – der Schuh wird dauerhaft wasserdicht. Gleichzeitig kann aber Schweiß in Form von Wasserdampf nach außen gelangen. Grund: die Größe von „Dampf-Tropfen“ sind viel kleiner als Wassertropfen und passen somit durch die gitterartige Struktur der Membran hindurch. Wie genau das funktioniert, erläutern wir mal in einem eigenen Artikel. Die beiden äußeren Schichten dienen v.a. zum Schutz der Membran. Natürlich trägt das Obermaterial sehr zur Charakteristik des Schuhs sowie dessen Grad an Atmungsaktivität bei.

GORE-TEX® Schuhe reinigen und pflegen

Bei der Pflege gilt es also, sowohl an das Obermaterial als auch die Membran zu denken. Die Membran jedoch funktioniert aufgrund ihrer physikalischen Struktur und ist außerdem, gut eingeklemmt zwischen den anderen Schichten, nicht für den Besitzer erreichbar. Sie benötigt folglich keine spezielle Pflege. Mehr noch: laut GORE-TEX® schadet kein Pflegemittel der Membran. Hier also schon mal Entwarnung: alles ganz einfach!

Geht es um das Außenmaterial, verweist GORE-TEX® stets auf die Pflegehinweise des Schuhherstellers. Dieser gibt in der Pflegeanleitung Hinweise, wie das verwendete Material für eine möglichst lange Lebensdauer zu behandeln ist. Es leuchtet ein, dass Leder hier andere Anforderungen als textiles Gewebe stellt – obwohl beides mal zwei Schichten darunter eine GORE-TEX® Membran liegen kann. Nie falsch liegt man jedoch, wenn man mit einem Tuch oder einer Bürste sowie lauwarmem Wasser die Schuhe von Schmutz befreit. Will man später die Imprägnierung der Schuhe erneuern, ist dies sogar absolut notwendig.

Einen Hinweis gibt GORE-TEX® jedoch noch: stark fett- oder ölhaltige Produkte wie Fettcreme oder Lederöl sollten vermieden werden. Zwar schaden diese der Membran nicht (man müsste ohnehin schon extrem viel Öl extrem fest reinreiben, dass dieses bis zur Membran gelangt), verändern aber die Atmungsaktivität des Obermaterials negativ. Denn die Poren des Leders werden durch eine solche Behandlung zunehmend verstopft. Was bei Lederschuhen ohne Membran hilft, die Schuhe wasserdicht zu machen, würde bei Membran-versehenen Schuhen dazu führen, dass auch von innen nach außen kein Feuchtigkeitsaustausch mehr möglich ist, da sich das Wasser dann quasi zwischen Membran und Außenmaterial staut und nicht abtransportiert werden kann.

Wie aber sieht es aus, wenn die Schuhe irgendwann einmal nach Käserei riechen, mit Matsch vollgelaufen sind oder einfach so auch von innen her nicht mehr so ganz salonfähig daherkommen? Eine Innenreinigung von Schuhen (egal ob mit oder ohne GORE-TEX®) ist immer so eine Sache für sich. Das grundsätzliche Problem ist hierbei die Trocknung, die auf jeden Fall sichergestellt werden muss. Aber fangen wir vorne an. Ein absolutes No-Go ist es Schuhe in der Waschmaschine zu waschen. Das schadet nicht nur den Materialien, sondern auch der Struktur und Form der Schuhe. Je nach Verschmutzung gibt es daher verschiedene Möglichkeiten das Problem in den Griff zu bekommen.

  • Verdreckte Schuhe
    Ist man draußen unterwegs, kann es schon mal vorkommen, dass man förmlich den halben Wald in den Schuhen einsammelt, aus Versehen in eine tiefe Schlammlache tritt oder sonst irgendwie Dreck ins Innere der Schuhe gelangt. Verschmutzungen dieser Art kann man vergleichsweise leicht entgegenwirken. Sofern möglich, sollte man hierzu zunächsteinmal die Innensohle herausnehmen. Ist diese stark verdreckt, kann sie problemlos mit einer Bürste oder lauwarmem Seifenwasser gereinigt werden. Haben sich Sand, Erde und Laub bzw. Tannennadeln in den Schuhen gesammelt ist es wichtig, dass die Schuhe gut ausgeschüttelt werden. Ist das Innere der Schuhe schlimmer verschmutzt, kann man auch hier mit einer kleinen Bürste oder einem feuchten Lappen gegen den Dreck vorgehen. Je weniger Wasser dabei zum Einsatz kommt, desto besser ist das für die Schuhe. Aus diesem Grund sollte man die Schuhe auch nicht mit Wasser volllaufen lassen oder im Wasser einweichen. Hat man die Schuhe gereinigt ist es wichtig, dass sie vor dem nächsten Gebrauch wieder gut getrocknet werden. Am einfachsten geht das, indem man die Schuhe möglichst weit geöffnet an einen warmen Ort stellt. Die Innensohle wird außerhalb des Schuhs getrocknet. Direkte Hitze, wie beispielsweise durch einen Ofen oder eine Heizung, kann den Schuhen allerdings schaden und sollte daher vermieden werden.
  • Stinkende Schuhe
    Spätestens wenn es nach dem Ausziehen der Schuhe so riecht, als hätte man einen überreifen Romadur ausgepackt, ist es ratsam, eine umfassende Reinigung der Schuhe vorzunehmen. Dabei ist es aber wichtig zu verstehen, wie es zur Geruchsbildung in Schuhen kommt. Der Gestank bei Schuhen oder auch bei Käsefüßen kommt nicht vom Schweiß selbst, sondern von den Bakterien, die den Schweiß und abgestorbene Hautpartikel zersetzen. Aus diesem Grund muss man primär versuchen, die Bakterien wieder loszuwerden. Mit antibakteriellen Pflegemitteln bekommt man dieses Problem jedoch recht schnell in den Griff und schadet obendrein der GORE-TEX Membran nicht. In der Regel handelt es sich bei Pflegemitteln dieser Art um ein Spray, das einfach ins Innere der Schuhe gesprüht wird. Die Geruchsbildung von Schuhen kann außerdem vermieden werden, indem man Socken trägt, die einen guten Feuchtigkeitstransport zulassen. Darüber hinaus empfiehlt es sich Schuhe nach dem Gebrauch immer zu trocknen und an einem gut durchlüfteten Ort zu lagern.

Also auch hier: Entwarnung, denn es ist alles ganz einfach. Egal ob GORE-TEX® drin ist oder nicht – es gelten für das Obermaterial die Hinweise der Schuhhersteller. Einzige Ausnahme: mit Fett oder Öl schmieren wir die Poren des Außenmaterials zu und vermindern so die Atmungsaktivität des Gesamtwerkes.

Imprägnierung von GORE-TEX® Schuhen

Eine häufige Frage ist aber noch offen: was ist mit einer Imprägnierung der Schuhe? Wer aufgepasst hat weiß bereits: egal ob die Schuhe imprägniert sind oder nicht – GORE-TEX® Schuhe sind absolut wasserdicht. Die Membran nutzt sich auch bei regelmäßigem Gebrauch nicht ab.

Dennoch sind i.d.R. alle Schuhe zusätzlich mit einer DWR-Imprägnierung (Durable Water Repellent) ausgestattet. Diese wird auf dem Obermaterial aufgebracht und dringt in die Fasern ein. Durch die Behandlung reduziert man die Oberflächenspannung des Oberstoffes, was dazu führt, dass Wasser von der Oberfläche abperlt. Zwar stoppt die Membran alles, was durch die Außenhaut des Schuhs eindringt, dennoch hat eine Imprägnierung einige Vorteile:

  • Große Wassertropfen werden bereits durch die Imprägnierung abgehalten.
  • Nicht nur Wasser, auch darin gelöster oder feuchter Schmutz wird vom Obermaterial besser abgewiesen.
  • Perlt der Großteil des Wassers außen ab, saugen sich die beiden äußeren Schichten nicht voll Wasser – so vermeidet man u.a. eine Gewichtszunahme der Schuhe.
  • Das Außenmaterial ist i.d.R. Teil des Isolationskonzeptes und leistungsfähiger, wenn es weitgehend trocken bleibt.
  • Eine Imprägnierung vermeidet, dass Materialien sich voll Wasser saugen und so ggf. Feuchtigkeit bis in den Schuh transportiert wird. Typisches Beispiel sind etwa Futterstoffe, die über den Schaftrand hinaus ragen.

Auch wenn der Name es nahelegt: eine DWR-Imprägnierung hält nicht ewig. Regelmäßiges Tragen, Abnutzung, Schmutz, Waschmittel uvm. reduzieren die Leistungsfähigkeit der Imprägnierung. Zwar sind GORE-TEX® Schuhe dann weiterhin wasserdicht – die Obermaterialien jedoch saugen sich verstärkt voll.

Die Reaktivierung einer Imprägnierung ist jedoch sehr einfach. Es gibt eine große Auswahl an Imprägniermitteln, die einfach aufgetragen werden können. GORE-TEX® gibt hierbei auch auf Nachfrage keine Empfehlung für einen bestimmten Hersteller. Alle seien sehr ähnlich und vergleichbar – die Technologie jeweils ähnlich leistungsstark. Man weißt auch darauf hin, dass die Hinweise „…empfohlen für GORE-TEX®….“ nur aussagen, dass der Hersteller des Mittels die Verwendung vorschlägt – nicht aber GORE-TEX® eine Empfehlung ausgesprochen hat.

Nur eine einzige Empfehlung war zu bekommen: auch GORE sieht mehr Vorteile bei aufgesprühten Imprägniermitteln. Im Gegensatz zu Imprägniermitteln, in denen das Kleidungsstück eingelegt werden soll, können diese auf der Außenhaut beschränkt eingesetzt werden. Somit wird weniger vom Mittel eingesetzt und die Innenseite nicht unnötiger Weise auch behandelt.

Aber sonst auch hier: alles einfach und ohne spezielle Hinweise. Spray kaufen, Schuh sauber machen, aufsprühen und es kann wieder los gehen! Auf dass die Füße immer trocken bleiben…

Lederpflege bei GORE-TEX® Schuhen

Abgesehen von der Imprägnierung ist es gerade bei Lederschuhen wichtig, das Obermaterial richtig zu pflegen. Leder, das stark beansprucht, aber nie entsprechend behandelt wird, kann schnell brüchig oder rissig werden. Wie bereits erwähnt, sollte man im Fall einer GORE-TEX® Membran jedoch nicht zu Fetten oder Ölen greifen um das Leder wieder geschmeidig zu machen. Besser ist da schon Lederwachs, da dieses zwar das Leder immer schön geschmeidig hält, aber die Poren im Gegensatz zum Fett nicht verstopft. Hier noch ein kleiner Tipp: Lederwachs lässt sich am besten mit nackten Händen auftragen (Einweghandschuhe gehen auch). Der Grund hierfür liegt in der Körperwärme. Diese sorgt nämlich dafür, dass das Wachs ein wenig weicher wird und somit sparsam und gleichmäßig aufgetragen werden kann.

Wenn Du noch Fragen hast, hilft Dir unser Kundenservice gerne weiter. Johannes ist hier unser Fachmann in Sachen Outdoor-Schuhe. Du erreichst ihn unter der Woche täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr telefonisch unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

Im Bereich Klettern und Outdoor tut sich viel. Neue Produkte werden erfunden, bestehende überarbeitet oder verbessert und auch wir lernen täglich viel dazu. Und natürlich wollen wir unser Wissen an unsere Kunden weitergeben. Daher überarbeiten wir regelmäßig unsere Artikel im Basislager. Wunder Dich also nicht, wenn nach ein paar Monaten ein paar Dinge anders sind. Dieser Artikel wurde zuletzt am 17.10.2017 überarbeitet.

Schuhe Imprägnieren. Foto: The North Face

Pflegeanleitung: Wie imprägniere ich meine Schuhe richtig?

30. Juni 2015

Starker Regen, Matsch, Schnee – uns Outdoorern ist das feuchte Nass in allen seinen Formen bestens bekannt. Und macht es nicht auch richtig Spaß bei schmuddeligem Sauwetter durch den Morast zu stampfen? Gebt es ruhig zu! Mal ehrlich, wenn uns schlechtes Wetter abschrecken würde, wären wir keine echten Outdoorer. Damit die Tour durch Wind und Wetter nicht ins Wasser fällt, braucht es neben wetterfesten Klamotten auch Schuhe, die den Elementen zu widerstehen wissen. Und für diesen Schutz müssen sie imprägniert werden. Aber wie wird eigentlich richtig imprägniert? Kann ich dabei etwas falsch machen und meine teuren Schuhe ruinieren? Welche Möglichkeiten zur Imprägnierung gibt es? Wie steht es um den Umweltschutz? Fragen über Fragen, die im Folgenden beantwortet werden!

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Hegen Kletterschuhe. Foto: La Sportiva

Vom Hegen und Pflegen der Kletterschuhe

22. Juni 2015

Gute Kletterschuhe sind in der Halle und am Fels unverzichtbar. Sie tragen zwar nur indirekt zur Sicherheit beim Klettern bei, jedoch können sie das Gelingen oder Scheitern in einer Tour maßgeblich beeinflussen. Die verschiedenen Schuhtypen, Philosophien und individuellen Vorlieben sind dabei so zahlreich wie Sandkörner am Meer. Hat man jedoch einmal seinen Traumschuh gefunden, sollte man alles daran setzen, dass dieser auch eine Zeit lang hält. Gegen die generelle Abnutzung, die durch das Antreten entsteht, kann man freilich nur wenig tun. Es gibt aber trotzdem ein paar gute und einfache Methoden, wie ein Schuh vor vorzeitiger Alterung bewahrt werden kann. (mehr …)

trailrunning

Pflegeanleitung: Trailrunningschuhe

10. März 2015

Viele Trailrunner lieben es, wenn es draußen richtig matschig ist. Da kann man das innere Kind rauslassen, wenn man durch tiefe Pfützen rennt und sich ordentlich im Schlamm suhlt.

Doch steht man dann wieder vor der heimischen Haustüre, stellt sich die Frage, was man jetzt mit den stylischen Tretern macht, die mit mehreren Kilo Matsch beladen sind. Wir geben euch Tipps, wie man Trailrunningschuhe richtig pflegt.

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Wanderschuhe richtig pflegen .Foto: Mammut

Wanderschuhe richtig pflegen… So gehts!

3. März 2015

Da stehen sie also, die sündhaft teuren Wanderstiefel, die im Geschäft noch so schön edel aussahen und sind nach der Tour mit Dreck überzogen. Zugegeben, es macht ja Spaß jede Pfütze und jedes Schlammloch mitzunehmen und sich mal wieder wie ein kleines Kind zu fühlen. Aber für die Schuhe – und vor allem für das Leder – ist das auf Dauer eine Schwerstbelastung.

Damit die kostbaren Treter auch nach mehreren harten Einsätzen noch zuverlässig funktionieren, sollte man sie gut pflegen. Unsere Tipps sorgen dafür, dass Ihr möglichst lange Spaß an euren Wanderschuhen habt.

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Wanderschuhe richtig einlaufen

Drückt der Schuh? Wanderschuhe richtig einlaufen

20. Juni 2017

Auch die besten Wanderschuhe müssen vor der ersten großen Tour richtig eingelaufen werden, damit sie sich perfekt an die Füße anpassen. Bevor Wanderer ihre neuen Wanderschuhe einlaufen können, müssen sie allerdings aus dem riesigen Angebot an Wanderschuhen das optimale Paar Schuhe suchen. Je nach Einsatzgebiet und Fußform findet jeder Wandersmann und jede Wandersfrau den individuell perfekten Wanderschuh, denn so unterschiedlich wie die Füße der Wanderer, so unterschiedlich sind auch die Leisten der Schuhhersteller. Manche Schuhe sind vorne etwas weiter geschnitten, andere an der Ferse etwas schmaler geformt – manche Wanderschuhe bieten viel Platz für die Zehen und andere sind etwas spitzer und kompakter geformt. Einen grundlegenden Überblick über die verschiedenen Arten von Wanderschuhen und ihre wichtigsten Eigenschaften und Einsatzbereiche findest du in diesem Blogartikel.

Ob aus Leder oder aus synthetischen Materialien, mit knöchelhohem Schaft oder niedriger geschnitten, mit fester oder flexibler Sohle – nicht jeder Schuh hat die gleichen Eigenschaften und passt zu jedem Wanderer. Wenn die Entscheidung gefallen ist, ob es eher ein Leichtwanderschuh, ein Trekkingstiefel oder doch lieber ein steigeisenfester Bergstiefel sein soll und die wichtigen Funktionen und Features abgeklärt sind, geht die Schuhsuche ans Eingemachte.

Den perfekten Wanderschuh finden – die optimale Schuhgröße, Schuhbreite und Schuhform

Nur ein Wanderschuh, der die richtige Schuhgröße hat und außerdem in Form und Breite zum eigenen Fuß passt, kann auch richtig eingelaufen werden. Für Wanderer ist zu empfehlen, ihre Wanderstiefel mit den Socken anzuprobieren, die auch später auf Tour als Wandersocken und zum Einlaufen verwendet werden sollen. Die Wandersocken gibt es in vielen verschieden Ausführungen aus Merinowolle, Kunstfaser und Mischgewebe und sollten bequem und rutschfest sitzen und die Feuchtigkeit zuverlässig vom Fuß abtransportieren. Der beste und richtig eingelaufene Wanderschuh ist nur so gut wie die Wandersocke, die darin steht.

Mit den entsprechenden Wandersocken ausgerüstet, kann man sich an die Anprobe der Wanderschuhe wagen. Je nach Hersteller fallen die Wanderschuhe nicht nur unterschiedlich breit sondern auch unterschiedlich groß aus. Diese Abweichungen sind zwar nicht so riesig, aber oft hilft es auch eine halbe Schuhgröße kleiner oder größer anzuprobieren, um sich an die optimale Größe heranzutasten. Ein direkter Vergleich hilft bei schwierigen Entscheidungen, indem man zum Beispiel am rechten Fuß eine Größe 42 und gleichzeitig am linken Fuß eine Größe 41,5 für eine Weile anprobiert.

Wichtig ist es auch, den Wanderschuh bei der ersten Anprobe richtig zu schnüren, also mit einer mittig platzierten Lasche und mit mäßigem Zug. Die Frage wann Wanderschuhe richtig sitzen und wie groß Wanderschuhe sein müssen, kann natürlich jeder Wanderer nur selber individuell beantworten, aber hier sind ein paar wichtige Checkpunkte für die Entscheidung:

  • Hat der Wanderschuh die richtige Länge? – Die Zehen dürfen nicht vorne anstoßen, aber es darf auch nicht so viel Platz im Wanderschuh sein, dass man nach vorne rutscht und keinen richtigen Halt hat.
  • Hat der Wanderschuh die richtige Breite? – An der Seiten darf nicht so viel Platz sein, dass der Fuß im Schuh „schwimmt“, aber drücken sollten sie an den Fußseiten auch nicht.
  • Sitzt die Ferse richtig im Wanderschuh? – Bei normaler Schnürung sollte die Ferse im Wanderschuh weder seitlich noch nach oben rutschen. Es darf aber auch nicht übermäßig drücken.
  • Sitzt der Schaft bequem? – Voraussetzung ist natürlich eine Socke, die über den Schaftrand reicht. Ein Schaft, der anfangs etwas fester wirkt, kann in der Regel gut eingelaufen werden. Wenn sich allerdings schon von Anfang an Druckstellen abzeichnen, sollten Wanderer lieber zu einem anderen Modell greifen.

Den Wanderschuh richtig einlaufen

Wenn die Wahl für den neuen Wanderschuh gefallen ist, geht es darum, Wanderer und Wanderschuh auf die ersten Einsätze im Gelände vorzubereiten. Wichtig ist es dabei, immer die passenden Wandersocken zu tragen, die nachher auch bei Wanderungen und Bergtouren zum Einsatz kommen, und dass die Wanderschuhe normal geschnürt werden. Die Schnürung muss nicht von Anfang an extrem fest sein, aber die Füße und Beine sollen beim Einlaufen das Material der Wanderschuhe flexibler und geschmeidiger machen, und das geht eben nur mit geschnürten Schuhen.

Für die ersten Schritte mit den nagelneuen Wanderschuhen trägt man sie am besten ein paar Stunden in den heimischen vier Wänden. Wenn die Füße sich schon ein wenig an die neuen Schuhe gewöhnt haben, folgen leichte Spaziergänge in der Stadt, im Park oder im einfachen und ebenen Gelände. Die kleinen Ausflüge werden dann zu größeren Spaziergängen und kleineren Wanderungen, wobei die Wege langsam auch steiler und unebener werden dürfen. Danach sind die Schuhe bereit für ganztägige Touren und den Einsatz im Gebirge.

Wanderschuhe aus Leder oder Synthetik einlaufen

Wanderschuhe aus synthetischen Materialien passen sich nicht so umfassend an die individuelle Fußform an, wie das bei Modellen aus Leder der Fall ist. Deswegen sind die Schuhe, die nicht aus Leder bestehen, meist auch schneller eingelaufen. Die Lederschuhe brauchen eine gewisse Zeit, um flexibler zu werden und sich optimal an die Füße anzuschmiegen. Um diesen Vorgang zu erleichtern, helfen Wanderungen im Regen oder im nassen Tau. Durch das Wasser wird das Leder weich und kann sich so schneller und leichter an den Fuß anpassen. Natürlich muss man dafür in den nassen Wanderschuhen auch eine Weile laufen. Bei wasserdichten Wanderschuhen ist das aber zum Glück gar kein Problem.

Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, einen Wanderschuh aus Leder zu weiten. Diese Möglichkeit kommt in Betracht, wenn der Schuh nach dem Einlaufen noch immer zu eng sein sollte. In der Regel weiten sich Wanderschuhe aus Leder aber von alleine etwas. Wenn man beim Kauf der Wanderschuhe darauf achtet, den Schuh nicht zu schmal zu wählen, ist das definitiv einfacher als ihn später breiter zu machen. Ein professioneller Schuster kann die Lederwanderschuhe in der Regel um wenige Millimeter weiten.

Richtig bequeme und super eingelaufene Wanderschuhe sind durch nichts zu ersetzen. Keine Blasen oder Druckstellen beim stundenlangen Wandern und ein super Tragegefühl sind für Wanderer die Basis für alle Unternehmungen. Deswegen gilt es, die „guten Treter“ auch gut zu pflegen, damit man möglichst lange Freude an den Wanderschuhen hat. Die richtige Pflege mit der entsprechenden Reinigung, etwas Imprägnierung und etwas Schuhwachs leisten dabei tolle Dienste. Ein paar wichtige Fakten zur Pflege von Wanderschuhen aus Leder und aus Synthetik findest du hier!

Kletterschuhe. Foto: Norröna

Wie trockne ich meine Schuhe richtig?

18. Februar 2017

Für eine möglichst lange Lebensdauer von Schuhen kommt es neben der richtigen Wäsche und Reparatur auch auf die passende Lagerung, den Transport, die spezielle Pflege bestimmter Materialien und die Trocknung an. Um letzteres soll es hier gehen. Wir geben Tipps, wie Du Schuhe schnell und schonend trocknest, damit die lieben Treter auch so bleiben, wie sie sein sollen.

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Kaufberatung Skischuhe - Fischer

Perfekt ausgerüstet auf die Piste – doch mit welchen Skischuhen?

19. Februar 2016

Als echter Ski- und Wintersport-Fan stellt sich einem jedes Jahr aufs Neue wieder die Frage, welches Material wohl das Beste für die eigenen Ansprüche ist. Und wie in jeder Saison werfen die Hersteller wieder neue Modelle, noch ausgereiftere Materialien und ausgeklügelte Techniken auf den Markt. Nur leider verliert der Normalverbraucher, der nicht gerade auf ein Sponsoring der führenden Marken verfügt, oft leicht den Überblick. Bei der Wahl der richtigen Skischuhe ist das nicht anders. Die Vielfalt an verschiedenen Modellen für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche präsentiert sich dem Skifahrer in den Regalen und Online-Shops der Sportfachgeschäfte. Um hierbei nicht gleich zu Beginn den Überblick zu verlieren, gilt es einige wichtige Regeln zu beachten, damit der Ausflug ins Skigebiet nicht zum Reinfall wird.

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Handschuhe – schützen die Hände und spenden wohlige Wärme

1. Februar 2016

Vor allem in der kalten Jahreszeit sind im Outdoorbereich Handschuhe auf keinen Fall wegzudenken. Sie versorgen die Hände, die zusammen mit den Füßen meist als erstes auskühlen, mit wohliger Wärme. Darüber hinaus wird auch der Pulsbereich optimal geschützt und bei einer konstanten Temperatur gehalten. Doch nicht nur als Wärmespender dienen die Handschuhe. In den unterschiedlichsten Bereichen bieten sie Schutz vor Verletzungen und sorgen für einen besseren Griff und mehr Grip an den Handinnenflächen. Egal in welcher Sportart man unterwegs ist, draußen kommen Handschuhe immer irgendwann zum Einsatz.

 

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Pflegeanleitung Softshell. Foto: Peak Performance

Pflegeanleitung Softshell

15. Dezember 2015

Mittlerweile haben Softshell-Textilien einen festen Platz in fast jedem Outdoor-Kleiderschrank gefunden. Egal ob auf dem Bike, beim Skifahren oder im Gebirge beim Klettern – aufgrund ihrer tollen Eigenschaften sind sie nicht mehr wegzudenken.

Bequem und stretchig sorgen sie für viel Bewegungsfreiheit und sind darüber hinaus größtenteils nahezu winddicht und wasserabweisend. Somit wären wir auch schon beim großen Unterschied gegenüber Hardshell-Bekleidung, die immer wasserdicht ist.

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biwak

Frühjahrsputz im Biwaksack – eine Pflegeanleitung

3. November 2015

Jeder kennt ihn, jeder hat ihn: den Biwaksack! Ok, ok zumindest jeder Outdoorenthusiast und jeder Alpinist kennt ihn und die meisten davon haben einen. Ob als Helfer in der Not beim plötzlich eintretenden Unwetter oder als Zeltersatz unter freiem Sternenhimmel.

Wie alles im „Outdoor-Equipment Kosmos“ muss auch der Biwaksack gereinigt werden. Auch kleinere Reparaturen sind ab und an nötig. Diese Pflegeanleitung soll Euch einen Überblick über die Do’s und Don’t’s der Biwaksack-Reinigung und Lagerung geben und Euch zeigen, wie Ihr geringfügigere Flickarbeiten durchführen könnt. Also, ab in den Sack und gute Nacht!

 

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Tipps und Tricks

Operation Handschuhe – Tipps und Tricks für die Reparatur

16. September 2015

Vom Radhandschuh, der dauerhaft für einen guten Grip am Lenker sorgen soll, bis hin zum Ski- beziehungsweise Snowboardhandschuh, der nicht selten Bekanntschaft mit scharfen Stahlkanten macht – Handschuhe sind Kleidungsstücke, die einer hohen Beanspruchung unterliegen. Oft kommt es dabei zu Beschädigungen durch Abnutzung oder mechanische Einwirkung.

Gerade bei wärmenden Handschuhen aus Funktionsmaterial wirken sich Risse und Löcher in der Außenhaut unmittelbar auf die Funktionalität aus. Auch kann es bei Handschuhen mit dicker Isolationsschicht schnell zum Verlust der Füllung kommen. Aus diesem Grund präsentieren wir euch heute ein paar Tipps, wie Ihr Löcher, Schnitte und Risse sauber und effizient selbst reparieren könnt. (mehr …)

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