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Eine Kaufberatung zu Biwakzelten

28. Juni 2018

Es ist schon merkwürdig: das Ding heißt Biwakzelt, ist aber weder ein Biwaksack noch ein Zelt. Die Bezeichnung passt aber trotzdem, denn es steht ziemlich genau in der Mitte zwischen diesen Beiden – es ist mehr als ein Biwaksack und weniger als ein Zelt. Obwohl die Lücke zwischen Biwaksack und Zelt ziemlich groß ist und die Lösung für deren Schließung auf der Hand liegt, haben sich die Outdoor-Produzenten sehr lange Zeit genommen, bevor sie hier aktiv wurden. Erst seit etwa zehn Jahren gibt es Biwakzelte überhaupt zu kaufen und die Auswahl ist bis heute überschaubar geblieben. Die große Biwak-Zelt-Lücke ist also trotz des Outdoor-Booms offenbar keine große Marktlücke.

Mit welchen baulichen Maßnahmen haben die Biwakzeltproduzenten die Lücke geschlossen? Nun, zu den Biwaksäcken fügten sie ein Gestänge, sowie die Aufstell- und Fixiermöglichkeit hinzu; von den Zelten zogen sie hingegen den Vorraum (Apsis) und die Doppelwand ab. Erscheint ganz einfach oder? Naja, aber ganz so eindeutig ist die Sache trotzdem nicht immer, denn die Übergänge zwischen „luxuriösem“ Biwaksack, oder Biwakzelt und spartanischem 1-Personen-Zelt sind oft fließend.

Standardkonstruktion Biwakzelt

Die klassische Konstruktion eines aufgestellten Biwakzelts besteht aus einem Kunstfasergewebe, das ähnlich wie ein Biwaksack geschnitten ist, an der Bodenseite jedoch robuster verarbeitet ist. Außerdem wird bei dem Biwakzelt sowohl am Kopfende als auch am Fußende ein Gestängebogen durchzogen. Diese Gestängebögen machen auch den Hauptunterschied zum Biwaksack aus. Der Bogen am Fußende ist kleiner als der am Kopfende und die beiden Bögen sind wiederum deutlich kleiner als bei einem herkömmlichen 1-Personen Zelt. Während man beim Zelt genug Platz zum Sitzen hat, hängt einem das Gewebe im Biwakzelt schon beim Liegen relativ dicht über der Nase. Die Menge der Abspannpunkte ist im Vergleich zum „richtigen“ Zelt etwas geringer, während die Art ihrer Fixierung mit Leinen und Heringen gleich ist.

Für wen ist ein Biwakzelt geeignet?

Die Antwort darauf hängt von den vielen verschiedenen Tourenplänen, Neigungen und Bedürfnissen der Berg- und Outdoorfreunde ab. Okay, das kann man bei fast jedem Outdoorprodukt sagen – also etwas konkreter: Die Hauptzielgruppe der Biwakzelte sind definitiv Sologänger, die gern höher und weiter hinausgehen und dabei schnell und flexibel unterwegs sein wollen. Ihre Komfortansprüche können sie dabei also auch mal vorübergehend zurückschrauben.

Vor einigen Jahren war ich mit dem (leider nicht mehr verfügbaren) Vaude Bivi in Patagonien unterwegs und fühlte mich damit ziemlich gut ausgestattet (vor allem, wenn ich an das Preis-Leistungs-Verhältnis denke). Allerdings war ich sehr glücklich darüber, da ungewöhnlich gutes Wetter viele Nächte an der frischen Luft ermöglichte und deshalb den Einsatz des ziemlich beengten Schlafabteils nicht allzu häufig nötig machte. Andererseits kann man diesen „Minuspunkt“ keinem Biwakzelt wirklich ankreiden – ihre Aufgabe besteht schließlich nicht darin, besonders einladend zu sein.

Zweierteams dürften bei Trekking-, Wander- und Biketouren mit einem „richtigen“ Zelt besser bedient sein. Das knallenge Biwakzelt mit Tourenpartnern zu teilen, die fast so schlimm müffeln wie man selbst, ist ganz sicher nicht das Gelbe vom Ei – selbst wenn man mehr als freundschaftlich miteinander verbunden ist. Und wenn alle Tourenteilnehmer je ein 1-Personen-Biwakzelt einpacken, bringt das in Sachen Gewicht und Packmaß keinen Vorteil gegenüber einem komfortablen Zwei- oder Mehrpersonenzelt mit. Eine Ausnahme können Touren in steilem, hochalpinem Gelände sein, wo man eher mehrere kleine Schlafnischen findet als eine große Fläche für ein Zelt.

Für Gruppen von mehr als zwei Personen gilt ähnliches. Zusätzlich wird hier noch eine dritte Alternative interessant: Gruppenbiwaksäcke mit Trekkingstöcken als improvisiertes Gestänge. Der britische Hersteller Rab bietet hier mit dem Group Shelter 2 eine qualitativ hochwertige Möglichkeit an. Dieser mit Vorbereitungen für ein Trekking-Gestänge versehener Biwaksack ist zwar auch nur für zwei Personen ausgelegt, dafür aber so leicht und kompakt, dass eine Gruppe problemlos mehrere Exemplare davon mitnehmen kann.

Vor der ersten Biwakzeltnacht: Was ist zu beachten?

Den schon zuvor erwähnten geringen Abstand des einwandigen Gewebes zum Körper sollte man besonders im Hinblick auf den Schlafsack bedenken: ist der Schlafsack zu dick, hat er direkte Tuchfühlung mit der Zeltwand. Und da diese einlagig ist, „zieht es“ die Nässe von draußen nach drinnen und per direkter Berührung in den Schlafsack. Bei Wind wird die Zeltwand noch fester gegen den Schlafsack gedrückt (zumindest wenn es wie in meinem erlebten Fall patagonischer Wind kombiniert mit prasselndem Dauerregen ist). Man sollte also nur mit wasserabweisenden oder besser wasserfesten Schlafsäcken in Biwakzelten übernachten. Die Klamotten sollten ebenfalls entsprechend nässeresistent sein. All das sollte man möglichst nicht erst während einer Tour auschecken, sondern bei einem vorherigen Test in sicherer Umgebung.

Wichtige Details beim Biwakzelt sind hochwertige, atmungsaktive Kunstfasergewebe aus  Markenmaterial, sowie gut laufende und robuste Reißverschlüsse (möglichst YKK). Längere Reißverschlüsse bieten mehr Komfort beim Ein- und Ausstieg, sind aber auch größere Schwachstellen bei extremen Wetterverhältnissen und erhöhen zudem ein wenig das Gewicht. Auch bei den Ösen zum Abspannen und deren Vernähung sollte man genauer auf die Robustheit achten. Sehr angenehm sind Biwakzelte mit einem gekreuzten Kopfgestänge, die man zur Not auch ohne Abspannung aufstellen kann.

Unterschiede zwischen Biwakzelt und Zelt

Pluspunkte Biwakzelt

  • Weniger Gewicht und Packmaß.
  • Etwas weniger Flächenbedarf und damit größere Auswahl an potenziellen Übernachtungsplätzen.
  • Schnellerer Auf- und Abbau, somit auch schnellere Ortswechsel bei unvorhergesehenen Komplikationen (z.B. wenn der Übernachtungsplatz geflutet oder zu kalt wird).
  • Man kann das Biwakzelt ohne große Mühe und Aufwand bis ganz oben auf den Berg mitnehmen und damit für plötzliche Wetterwechsel gerüstet sein. Besonders bei längeren Touren mit Überschreitungen und Durchquerungen ist dies ein großer Vorteil!

Minuspunkte Biwakzelt

  • Bei Schlechtwetter besteht keine Möglichkeit zum Kochen (außer man nimmt ein Tarp o.ä. mit – doch das erhöht Gewicht und Packmaß derart, dass man so auch gleich ein „richtiges“ Zelt mitnehmen kann).
  • Auch andere Verrichtungen werden bei schlechtem Wetter ungemütlich (so ist z.B. Essen im Biwakzelt nur im Liegen möglich). Toilettengang, Kleidung wechseln oder benötigte Sachen aus dem Gepäck herauskramen wird zur umständlichen und wenig angenehmen Verrichtung. Immerhin kann man in dieser Hinsicht aber auch relativ komfortabel lesen und Tourenplanung betreiben.
  • Der Rucksack muss draußen bleiben – außer wenn er wirklich klein ist und das Gleiche auch für die Person im Biwakzelt gilt. Dasselbe Verfahren wie mit dem Rucksack gilt auch für für die nassen Bergschuhe.

Unterschiede zwischen Biwakzelt und Biwaksack

Pluspunkte Biwakzelt

  •  Mehr Platz und Komfort; dadurch auch bessere Karten bei Unfällen und Notsituationen (besonders in unwirtlichem hochalpinem Gelände).
  •  Deutlich besserer Wind- und Nässeschutz, da die Schutzhülle auf Abstand zum Körper ist.

Minuspunkte Biwakzelt

  •  Größerer Platzbedarf. Den Biwaksack kann man überall ausbreiten. Bei dem Biwakzelt geht das nicht.
  •  Mehr Gewicht und Packmaß.

Soweit ist hoffentlich deutlich geworden, was das Biwakzelt ist, wozu es gut ist und worauf man beim Kauf achten sollte. Wer das Biwakzelt noch genauer einordnen möchte, sollte sich dazu möglichst noch die Basislager-Artikel zum Thema Biwaksack und Zelt zur Brust nehmen.

Kaufberatung Fahrradbremsen: Scheiben- oder Felgenbremsen?

18. Mai 2018

Scheibenbremsen oder Felgenbremsen? Das ist die Frage, die sich wohl jeder Fahrradfahrer zumindest einmal in seinem Leben stellt. Um euch diese Frage zu beantworten, nehmen wir uns heute mal beide Bremsen in einem Vergleich näher unter die Lupe.

Welches System eignet sich am Besten für Mountainbiker und Rennradfahrer?

Während bei Rennrädern die Frage Scheibenbremsen oder Felgenbremsen derzeit noch heiß diskutiert wird, hat sich die Scheibenbremse bei Mountainbikes bereits seit etlichen Jahren fest etabliert und ist beim Downhill, Enduro und Freeride gar nicht mehr weg zu denken.

Als das Mountainbike in den 1980er Jahren konstruiert wurde, waren die Bikes mit starren Gabeln und Cantileverbremsen ausgestattet, die per Seilzug und später vereinzelt per Hydraulik an der Felge bremsten. Neben der zunehmenden Ausbreitung von Federgabeln am Mountainbike und vollgefederten Bikes verdrängten Scheibenbremsen die Felgenbremsen weitestgehend. Beide Systeme wurden von Motocross-Motorrädern übernommen und an die Fahrraddimensionen adaptiert. Die Federungen erlaubten bessere Dämpfung, höhere Traktion und dadurch auch wesentlich höhere Geschwindigkeiten im Gelände. Daher war die Entwicklung der Scheibenbremsen für Mountainbikes der nächste logische Schritt, um die hohen Geschwindigkeiten und Belastungen optimal kontrollieren zu können.

Die Vorteile von Scheibenbremsen am MTB

Bei langen und steilen Abfahrten neigen Felgenbremsen dazu die Felgen stark zu erhitzen. Das kann zu verminderter Bremsleistung führen, oder sogar Felge, Reifen und Bremsbeläge beschädigen. Auch bei Nässe sind die Scheibenbremsen den Cantileverbremsen oder V-Brakes haushoch überlegen. Scheibenbremsen für Mountainbikes werden teilweise mit Seilzügen zur Kraftübertragung ausgerüstet. Hochwertige Bremsen sind jedoch in der Regel hydraulische Systeme, die mit spezieller Bremsflüssigkeit zur Kraftübertragung funktionieren. Welche positiven Effekte eine Bremsanlage mit Scheibenbremsen am MTB mit sich bringt, zeigt die folgende Übersicht:

  • Mountainbiker benötigen für die gleiche Bremswirkung weniger Fingerkraft. Die Bremshebel sind oft so konstruiert, dass sie sich mit einem oder maximal zwei Fingern bedienen lassen. Dadurch verbleiben die anderen Finger am Lenker und das Bike kann sicher gefahren werden.
  • Die Felgen werden nicht durch die Bremsen abgeschliffen und auch bei einer leichten Unwucht („Achter“) schleift die Bremse niemals an der Felge.
  • Bei Nässe erzielen die Beläge der Scheibenbremse mit ihrer höheren Flächenpressung wesentlich bessere Bremswerte.
  • Bei langen Abfahrten werden die Felgen nicht heiß und können nicht beschädigt werden. Die Hitzeentwicklung konzentriert sich auf die Bremsscheiben.
  • Meistens halten die Bremsbeläge an Scheibenbremsen länger. Der Wechsel der Beläge ist zudem sehr einfach. Auch die Bremsscheiben sind sehr langlebig.
  • Dickere Reifen sind für die Scheibenbremse im Vergleich zur Felgenbremse kein Problem.

Neben den immensen Vorteilen beim Mountainbiken, bringen die Scheibenbremsen aber auch einige kleine Nachteile mit sich:

  • Sie sind schwerer als Felgenbremsen und außerdem empfindlicher (z.B. beim Transport mit ausgebauten Laufrädern).
  • Die gesamte Bremsanlage ist technisch komplexer und benötigt mehr Know How, mehr Erfahrung und mehr Zeit zur Wartung und Pflege.
  • Die Bremsbeläge für Scheibenbremsen müssen eingefahren werden, um ihre volle Bremskraft zu entfalten. Das erfordert etwas Geduld, ist allerdings für jeden Mountainbiker problemlos durchzuführen.
  • Naben und Speichen werden durch die Scheibenbremsen stärker belastet, als bei Felgenbremsen.
  • Gute Scheibenbremsen sind teurer als Felgenbremsen.

Unterschiedliche Scheibenbremsen: Bremsscheiben, Bremsbeläge, Bremsflüssigkeit

Auch wenn die Systeme sich bei Mountainbikes auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen, gibt es doch einige grundlegende Unterschiede, die vor allem beim Umrüsten und Verändern der Bremsanlage von Bedeutung sind.

Die meisten Bremsscheiben bestehen aus Edelstahl. Neben ihrem Design unterscheiden sie sich durch ihren Durchmesser. Der wiederum verändert die Bremsleistung der gesamten Anlage. Einfach ausgedrückt bedeutet das: größere Bremsscheibe heißt stärkere Bremsleistung. Allerdings wiegen größere Bremsscheiben auch mehr und lassen sich nicht mit jeder Federgabel an jedem Bike kombinieren. Der allgemeine Standard liegt bei 180 mm Scheiben oder 203 mm Scheiben. Für die Montage der Scheiben an den Naben gibt es zwei verschiedene Befestigungsarten, die als „IS2000“ und „Centerlock“ bekannt sind. Beim IS2000 System (6-Loch) wird die Bremsscheibe mit sechs M5 Torxschrauben an der Nabe befestigt. Das Centerlock System von Shimano setzt dagegen auf einen speziellen Verschlussring mit Vielzahnprofil. Mit dem Shimano Centerlock ist die Bremsscheibe im Handumdrehen montiert und demontiert. Die 6-Loch Aufnahme hat dagegen den Vorteil, dass ein M5-Torxschraubendreher oft schneller verfügbar ist, als das spezielle Werkzeug für Centerlock Systeme.

Je nach Bremsanlage stehen Montainbikern verschiedenste Bremsbeläge zur Auswahl. Grundsätzlich stehen meist gesinterte Beläge oder organische Bremsbeläge zur Auswahl. Die metallischen Beläge (Sinter Brake Pads) sind unempfindlich gegen Hitze und sehr lange haltbar. Sie benötigen allerdings mehr Zeit zum Einfahren und beanspruchen die Bremsscheiben stärker. Organische Bremsbeläge (Resin Brake Pads) bestehen aus organischen Fasern und Kunstharz. Sie sind besonders geräuscharm und lassen sich sehr schnell einfahren. Bei Nässe und Sand sind sie den gesinterten Belägen jedoch meist etwas unterlegen.

Als Bremsflüssigkeit in Scheibenbremsen für Mountainbikes dient entweder Mineralöl oder DOT. Die vom Department of Transportation (kurz DOT) festgelegten Richtlinien für Bremsflüssigkeiten beziehen sich eigentlich auf Autos und Motorräder, sind aber für Mountainbikes gleichermaßen gültig. Für hydraulische Scheibenbremsen werden unterschiedliche Bremsflüssigkeiten verwendet (z.B. DOT 4, DOT 5.1), die untereinander nicht immer kompatibel sind. Andere Hersteller, wie Shimano oder Magura, setzen dagegen voll auf Mineralöl. Diese Bremssysteme sind sehr wartungsarm und die Bremsen müssen oft über viele Jahre nicht entlüftet werden. Anders jedoch die Bremsen mit DOT Füllung: da die Flüssigkeit hygroskopisch ist (d.h. sie „zieht“ Feuchtigkeit aus der Luft), müssen die Bremssysteme in regelmäßigen Abständen gewartet werden.

Scheibenbremsen am Rennrad

Während Scheibenbremsen sich bei hochwertigen Mountainbikes inzwischen längst durchgesetzt haben, sind Scheibenbremsen am Rennrad noch lange nicht in gleichem Maß etabliert. Das Interesse der Rennradfahrer an Scheibenbremsen wird allerdings immer größer und dementsprechend wächst auch das Angebot der Hersteller an ausgefeilten Bremssystemen.

Leichte und zuverlässige Felgenbremsen sind seit etlichen Jahrzehnten der Standard an Rennrädern für Amateure und Profis. An den Rennradfelgen befindet sich dafür eine spezielle Bremsfläche, auf die die Bremsbeläge drücken. Meist sind diese Flächen aus Aluminium gefertigt – teilweise aber auch aus individuellen Legierungen oder Carbon. Kohlefaser ist für seine hohe Festigkeit und sein geringes Gewicht bekannt. Bei Nässe ist jedoch die Bremsleistung einer Aluminium-Bremsfläche spürbar kräftiger. Ein Nachteil der Felgenbremse ist die Einschränkung bei der Reifenwahl, denn die Rennradreifen für Felgenbremsen dürfen nicht zu breit sein. Rennräder werden aus immer steiferen Materialien gefertigt, um so eine ideale Kraftübertragung zu gewährleisten. Der Komfort für den Radfahrer fällt dabei immer geringer aus. Breitere Reifen versprechen bessere Dämpfung und angepassten Fahrkomfort – können aber mit Felgenbremsen nicht aufgezogen werden.

Die Vorteile, die sich für Rennradfahrer mit Scheibenbremsen bieten sind daher:

  • Freiere Auswahlmöglichkeiten bei leichten Felgen und breiteren Reifen. Die Bremsfläche ist nicht mehr an der Felge angebracht. Dadurch sind die Laufräder langlebiger (keine Abnutzung an den Bremsflanken und keine Erhitzung durchs Bremsen).
  • Mehr Fahrkomfort durch breitere Reifen, ohne dabei mehr Rollwiderstand zu erzeugen.
  • Durch die Gewichtsverlagerung von den Bremsflanken (die wegfallen) zur Mitte der Laufräder, (Bremsscheiben) verschiebt sich die rotierende Masse in Richtung Laufradmitte. Vom Gesamtgewicht ergibt sich je nach Bremse nur ein geringer Unterschied. Die Laufräder lassen sich mit Scheibenbremsen aber leichter beschleunigen und mit weniger Kraftaufwand lenken.
  • Auch bei Nässe und schmutziger Fahrbahn ist die Bremsleistung sehr gut.

Hinzu kommen die Vor- und Nachteile, die es auch im Bereich der Scheibenbremsen für Mountainbikes gibt. Einer leichten Bedienbarkeit und sehr guten Bremsleistung stehen höhere Anschaffungskosten und ein größerer Wartungsaufwand gegenüber. Bei der Suche nach der leichtesten Kombination von Laufrädern und Bremsanlage haben Felgenbremsen noch immer die Nase vorn. Allerdings sinkt das Gewicht der Setups mit Scheibenbremsen von Jahr zu Jahr. Die Frage nach dem absoluten Gewicht wird sich deshalb in naher Zukunft erübrigt haben. Der Trend zur Verwendung von Scheibenbremsen am Rennrad ist unverkennbar und betrifft sowohl Amateure, Freizeit-Rennradler, wie auch Radprofis. Spätestens seit der deutsche Sprintspezialist Marcel Kittel bei der Tour de France 2017 und bei der Dubai-Tour 2017 mit Scheibenbremsen an seinem Rennrad für Aufsehen gesorgt hat, wird das Thema heißer diskutiert, als je zuvor.

Kleiner digitaler Helfer: Kaufberatung Fahrradcomputer

16. Mai 2018

Ein Radcomputer am Rennrad, Mountainbike oder Trekkingrad ist weit mehr, als einfach nur ein Tacho, der die aktuelle Geschwindigkeit anzeigt. Moderne Fahrradcomputer ermitteln vielfältige Daten, optimieren sportliches Radtraining und liefern hilfreiche Informationen bei Radtouren, als auch im Alltag. Fahrradcomputer gibt es in den verschiedensten Ausstattungen: vom kompakten Radcomputer mit grundlegenden Funktionen bis hin zu umfangreich ausgestatteten Modellen mit Touchscreen, Farbdisplay und GPS. Bei der Suche nach dem optimalen Fahrradcomputer ist daher zunächst wichtig, welche Daten der kleine Rechner am Bike erfasst und verarbeitet – wobei die folgende Liste bei manche Geräten nicht mal ansatzweise dem kompletten Funktionsumfang gerecht wird.

Welche Daten misst der Radcomputer?

  • Geschwindigkeit: Neben der exakten aktuellen Geschwindigkeit liefern Radcomputer auch Daten über die durchschnittliche Geschwindigkeit und die gefahrene Höchstgeschwindigkeit.
  • Strecke: Die gefahrenen Tourenkilometer oder Tageskilometer kann der Fahrradcomputer ebenso messen, wie die gefahrene Gesamtstrecke in einem bestimmten Zeitraum.
  • Höhe: Nicht jeder Computer am Rad verfügt über einen integrierten Höhenmesser. Hochwertige Fahrradcomputer sind jedoch oft mit Höhenmesser oder GPS gestützter Höhenmessung ausgestattet. Sie können den Höhenverlauf messen und grafisch am Display aufbereiten.
  • Streckenverlauf: Die meisten Radcomputer dienen nicht zur Navigation, sondern zur Aufzeichnung und Analyse der GPS Daten. So zeichnet das kleine GPS-Modul zuverlässig die einzelnen Wegpunkte auf. Diese lassen sich später am PC oder Smartphone als Strecke sichtbar machen (z.B. in Google Earth).
  • Zeit: Der Fahrradcomputer misst die Fahrzeit wie eine Stoppuhr. Natürlich zeigt er auch die aktuelle Uhrzeit an.
  • Trittfrequenz: Um sportliches Training zu optimieren, zeigen einige Radcomputer die aktuelle Trittfrequenz an.
  • Herzfrequenz: Als Ergänzug für ambitionierte Radsportler gibt es Fahrradcomputer, die über spezielle Pulsmesser den Herzschlag ermitteln und auf dem Display anzeigen. So können Radfahrer ihr Training optimieren und ihre individuellen Trainingsziele besser umsetzen.
  • Kalorienzähler: Die praktische Funktion ermittelt den Kalorienverbrauch und kann für zusätzliche Motivation beim Radfahren sorgen.
  • Temperatur: Manche Computer sind zudem mit einem Thermometer ausgestattet, um die momentan umgebene Temperatur zu ermitteln.

Während Geschwindigkeit und Fahrtzeit für den Alltag und für Radtouren interessant sind, ist die Messung von Herzfrequenz, Trittfrequenz und der Kalorienrechner in erster Linie für sportliches Radtraining relevant. Die Aufzeichnung von Höhenprofil und Streckenverlauf ist für Touren und Training gleichermaßen wichtig. Statt die GPS-Daten mit dem Fahrradcomputer zu erfassen, kann auch ein Smartphone verwendet werden, dass mit der entsprechenden App die Daten sammelt und auf einer digitalen Karte sichtbar macht. Für den Radcomputer zur Streckenerfassung spricht allerdings die Unabhängigkeit von Handynetz oder Datennetz (z.B. im Ausland), die einfache Bedienbarkeit, sowie der geringe Stromverbrauch.

Verkabelt oder Wireless?

Radcomputer werden entweder kabelgebunden oder kabellos angeboten. Zwischen den Speichen am Vorderrad wird ein kleiner Speichenmagnet befestigt, mit dem jede Umdrehung des Vorderrads gemessen wird. Dafür registriert ein Sensor, der an der Gabel angebracht wird, die Signale des Speichenmagnets. Bei kabelgebundenen Radcomputern führt ein dünnes Kabel vom Sensor bis zum Fahrradlenker, an dem die Halterung für den Computer angebracht ist. Bei kabellosen Radcomputern ist der Sensor mit einer Funk- oder Bluetooth-Funktion ausgestattet und kommuniziert drahtlos mit dem Fahrradcomputer.

Sowohl drahtlose, als auch kabelgebundene Modelle sind weit verbreitet. Viele Radfahrer schätzen den unkomplizierten Einbau der drahtlosen Systeme; andere wiederum schwören auf die unkomplizierte und störungsfreie Kabelverbindung.

Beide Systeme müssen vor der ersten Fahrt entsprechend justiert werden. Dafür muss der Abrollumfang des Reifens ermittelt werden. Dieser Wert ist entscheidend für die Genauigkeit der anderen Daten, wie Strecke und Geschwindigkeit und bildet die Rechengrundlage für den Fahrradcomputer. Beträgt der Umfang beispielsweise 2 Meter, berechnet der Radcomputer nach fünfzig Impulsen des Speichenmagnets (also fünfzig Umdrehungen) eine gefahrene Strecke von 100 Metern. Die Justierung muss daher sehr gründlich vorgenommen werden, denn schon geringe Abweichungen können sich ziemlich aufsummieren. Die Bedienungsanleitungen der Radcomputer gehen zum Glück ausführlich auf dieses Thema ein und stellen Tabellen mit verschiedenen Reifen- und Felgengrößen als Hilfe zur Verfügung.

Einfach bedienbar und gut ablesbar

Radcomputer sollen beim Radfahren nicht vom Fahrrad und schon gar nicht vom Straßenverkehr ablenken. Deshalb sind sie mit gut ablesbaren Displays ausgestattet, die auf den ersten Blick die wichtigen Daten liefern. Das Umschalten zwischen den einzelnen Werten erfolgt meist mit wenigen Knöpfen und klar strukturierten Menüführungen. Viele Fahrradcomputer sind mit effizienten Schwarz-Weiß-Displays versehen. Sie lassen sich super ablesen und sind außerdem sehr stromsparend. Diese Modelle werden oft durch Knopfzellen gespeist und müssen dank ihres minimalen Stromverbrauchs nur selten gewechselt werden.

Aufwändigere Radcomputer mit Touchscreen und Farbdisplays können in dieser Hinsicht natürlich nicht mithalten. Sie sind in der Regel mit integrierten Akkus versehen, die ähnlich wie beim Smartphone in regelmäßigen Abständen aufgeladen werden müssen. Da die aufgezeichneten Daten aber ohnehin am Computer ausgewertet und bearbeitet werden (z.B. GPS-Tracks, Höhenprofile, Trainingsmessung, Vergleichswerte), können diese Fahrradcomputer zeitgleich am PC oder USB-Ladegerät geladen werden. Radcomputer mit Farbdisplay und GPS Navigation sind in der Regel auch für das Anzeigen von digitalen Karten geeignet. Sowohl beim Training, als auch auf Radtouren bieten sie so eine übersichtliche Navigationshilfe am Lenker.

Während die Halterung am Lenker verbleibt, kann der Radcomputer aus der Halterung entfernt werden. Auf diese Weise ist er vor Beschädigung, Witterung und Diebstahl geschützt; und wenn er über die entsprechenden Schnittstellen verfügt, lassen sich die gesammelten Daten (wie zuvor genannt) bequem am heimischen Rechner auswerten.

Damit der Radcomputer bei jedem Wetter einsetzbar ist, sind die meisten Modelle sehr gut vor Spritzwasser geschützt. Damit überstehen sie auch kräftige Regenschauer. Im Winter kann es bei niedrigen Temperaturen zu Problemen mit dem Display und der Stromversorgung der Computer kommen. Da der empfohlene Temperaturbereich aber von Modell zu Modell abweicht, müssen sich Radfahrer individuell informieren – vorausgesetzt natürlich der Radcomputer soll bei Minusgraden eingesetzt werden.

Für Radfahrer, die gerne auch in der Nacht trainieren oder sich zumindest von der Dunkelheit nicht abschrecken lassen, sind zuschaltbare Hintergrundbeleuchtungen am Radcomputer sehr hilfreich. Bei Farbdisplays, die aktiv leuchten, ist diese Funktion natürlich irrelevant. Bei den stromsparenden Schwarz-Weiß-Displays ist bei Nacht allerdings nicht mehr viel zu erkennen. Fahrradfahrer, die viel im Alltag mit dem Rad unterwegs sind und auch lange Touren machen, profitieren ebenfalls von der praktischen Zusatzbeleuchtung.

Zubehör für sportliche Radfahrer

Für Fahrradcomputer gibt es umfangreiches Zubehör, das die sportlichen Möglichkeiten erweitert und für ein noch effizienteres Training sorgt. Dazu gehören beispielsweise Brustgurte, die die Pulsfrequenz messen und die Informationen drahtlos an den Computer weiterleiten. Zudem besteht bei vielen Radcomputern die Möglichkeit, ein zweites oder drittes Fahrrad mit Sender, Magnet und Halterung am Lenker zu versehen. So lässt sich der Radcomputer beispielsweise ohne Mühen am Rennrad und am Mountainbike einsetzen.

Die Übersicht zeigt: der Fahrradcomputer kann ein hilfreiches Gadget sein und die Fahrradtour um einiges erleichtern. Mit oder ohne Computer, wir wünschen auf jeden Fall eine gute und sichere Fahrt!

Nie wieder ohne Luft: Kaufberatung Fahrradschläuche

2. Mai 2018

Wer schon das eine oder andere Mal vor einem platten Reifen geflucht hat, weiß: ohne Luft im Reifen geht nichts mehr; gut, außer das Schieben. Verantwortlich für die Luft im Reifen ist der Fahrradschlauch von dem die meisten Fahrradfahrer allerdings nur selten Notiz nehmen – nämlich dann, wenn sie ein Loch haben und Luft verlieren. Ansonsten ist vom Fahrradschlauch in der Regel nur das Ventil zu sehen, das durch die Felge ragt. Der Schlauch selbst ist unter Mantel und Felge verborgen und leistet dort unermüdliche Schwerstarbeit und hält bei der sportlichen Performance enormen Belastungen und Temperaturunterschieden stand. Besonders wichtig ist zudem, dass er verantwortlich ist für die Anpassung von Komfort und Fahrgefühl. Der richtige Luftdruck im Reifen sorgt für Dämpfung und Grip und beeinflusst Rollwiderstand und Kurvenlage. Ziemlich vieles was der Fahrradschlauch somit leistet und deshalb ist es auch genauso wichtig, sich diesem Teil des Drahtesels einmal zu widmen.

Fahrradschläuche in verschiedenen Größen

Klassische Fahrradschläuche bestehen aus dem Material Butylkautschuk. Darunter versteht man einen synthetischen Kautschuk, der eine sehr geringe Luftdurchlässigkeit hat, sehr wetterbeständig ist und seine hohe Stabilität und Elastizität bei jeglichen Temperaturen beibehält. Kurz gesagt: der Schlauch aus Kautschuk nimmt die Luft in sich auf und gibt sie in der Regel nicht mehr her – ganz egal ob beim Wintermountainbiken auf Schnee und Eis oder bei sengender Hitze auf heißem Asphalt. Neben den Schläuchen aus Butyl, gibt es auch Fahrradschläuche aus Latex. Sie sind zwar sehr leicht, aber nicht so luftdicht wie die aus Kautschuk. Deswegen müssen Latexschläuche auch öfters aufgepumpt werden.

Je nach Fahrradtyp, Felgendurchmesser, Felgenbreite und Fahrradmantel verwenden Radfahrer unterschiedlich große und breite Fahrradschläuche. Für bestimmte Einsatzbereiche sind besonders leichte und dünnwandige Schläuche gefragt. Andere Radfahrer legen sehr viel Wert auf Stabilität und wählen die Schläuche dementsprechend dickwandiger und schwerer. Zudem kommen unterschiedlichen Arten von Ventilen an den Fahrradschläuchen zum Einsatz:

  • Das Dunlopventil (DV) oder Normalventil (NV) ist für Alltagsbikes, Hollandfahrräder, Tourenbikes und Kinderfahrräder im deutschen Raum sehr weit verbreitet. Es ist für einen Maximaldruck von 6 bar ausgelegt und passt in eine Felgenbohrung mit 8,5 mm Durchmesser.
  • Das Sclaverandventil (SV) oder auch „französisches Ventil“ und „Rennradventil“ genannt, hat einen geringeren Durchmesser (Felgenbohrung 6,5 mm) und ermöglicht einen Luftdruck von maximal 15 bar. Durch den hohen möglichen Luftdruck und den damit verbundenen geringen Rollwiderstand ist das Sclaverandventil  schon lange bei Rennradfahrern beliebt. Aber auch bei den Mountainbikes ist das Ventil inzwischen weit verbreitet.
  • Das Schraderventil ist den meisten Radfahrern eher als Autoventil (AV) bekannt. Dieses war früher die Standardwahl bei den Mountainbikes. Positiv ist, dass sich Radfahrer mit diesen Ventilen kaum Sorgen um eine Luftpumpe machen müssen, denn das Rad kann an jeder Tankstelle aufgepumpt werden.

Da die Felgenbohrung je nach Ventil abweicht, müssen Radfahrer den Schlauch mit dem passenden Ventil auswählen. Ansonsten würde das Ventil gar nicht durch die Felge passen oder bei zu viel Spielraum nicht richtig in der Bohrung sitzen.

Beim Kauf von Fahrradschläuchen sind neben Gewicht und Materialstärke zunächst drei Kriterien ausschlaggebend:

  • Laufradgröße / Durchmesser der Räder: diese Werte werden in Zoll angegeben. Gängige Werte bei Mountainbikes sind 29 Zoll (29“), 27,5 Zoll (27,5“) oder 28 Zoll (28“) für Rennräder.
  • Felgenbreite / Reifenbreite: je nach Maulweite (also die innere Breite der Felge) und gewünschter Reifenbreite muss der Schlauch passend dazu gewählt werden.
  • Ventilart: diese muss zur Felgenbohrung passen.

Je nach Einsatzbereich sind die Schläuche auch für einen individuellen Maximaldruck ausgelegt. Hier unterscheiden sich Rennradreifen (die mit sehr hohem Druck gefahren werden) von Cyclocross-Reifen, Downhillreifen, Trekkingreifen oder Straßenreifen für Alltagsfahrräder. Da sich die Schläuche auch stark von den Abmessungen unterscheiden (Faustregel: Rennrad schmal, Trekkingbike mittel, Mountainbike breit), gibt es hierbei zum Glück wenig Verwechslungsgefahr. Die Maße der Fahrradschläuche sind außerdem sowohl auf der Verpackung, als auch auf den Schläuchen selbst, angegeben. Manche Schläuche werden sogar so angefertigt, dass sie für mehrere Felgendurchmesser ideal passen. Auch hier gilt, dass die entsprechenden Maße auf der Verpackung verzeichnet sind. Hochwertige Fahrradschläuche von namhaften Herstellern, wie Schwalbe, Continental oder Michelin überzeugen durch ihre hohen Qualitätsstandards und die damit verbundene Zuverlässigkeit. Bei diesen Herstellern wird jeder einzelne Schlauch auf absolute Luftdichtigkeit getestet, bevor er ausgeliefert wird.

Vor allem bei Mountainbike-Reifen gibt es seit einigen Jahren auch gut funktionierende Tubeless-Systeme. Tubeless bedeutet, dass die Hersteller komplett auf den Fahrradschlauch verzichten. Anstatt des Fahrradschlauchs, wird die Luft einfach zwischen Mantel und Felge eingeschlossen. Das schlauchlose System erfordert zwar einen höheren Montageaufwand und ist mit höheren Kosten verbunden; dafür sind Tubeless Reifen aber auch weniger anfällig für Pannen und bieten ein sehr gutes Fahrgefühl. Während die schlauchlosen Reifen schon seit geraumer Zeit bei Mountainbikern in Frankreich verbreitet sind, tendieren die Radfahrer im deutschsprachigen Raum nach wie vor zum guten alten Fahrradschlauch. Gründe dafür könnten die einfache Montage und die hohe Zuverlässigkeit sein.

Je nach Fahrrad und Einsatzbereich kommen unterschiedliche Felgen, unterschiedlicher Reifen und natürlich auch unterschiedliche Fahrradschläuche zum Einsatz. Deshalb haben wir hier eine kompakte Übersicht der verschiedenen Schläuche zusammengestellt:

Fahrradschläuche für Rennräder

Für Rennräder werden meist 28“ Schläuche verwendet. Beim Triathlon verwenden Rennradfahrer auch gerne die kleineren 26“ Schläuche. Da manche Zoll-Angaben sowohl bei den Felgen, als auch bei den Reifen abweichen können, sollten Rennradfahrer lieber vorher ihre Reifengröße exakt abmessen.

Der entscheidende Wert ist die Entfernung von Felgenbett zu Felgenbett. Das Messen und eigenständige Umrechnen in Zoll erspart so manche Überraschung beim Schlauch- und Reifenkauf. Die ebenfalls wichtige Maulweite ist in der Regel auf die Felge gedruckt. Da es in Frankreich zu den allgemeinen Abweichungen mit den Zoll-Maßen auch noch eigene Maßen gibt, empfiehlt es sich die Schläuche und Mäntel nach den ETRTO (European Tyre and Rim Technical Organisation) Angaben zu wählen. Diese werden exakt in Millimetern angegeben und machen Vergleich und Auswahl wesentlich komfortabler. Wer mit Hochprofilfelgen unterwegs ist, sollte beim Schlauchkauf zudem auf die Länge des Ventils achten. Bei Schwalbe werden diese Schläuche zum Beispiel aus „Extra Long“ oder „XX Long“ gekennzeichnet.

» Optimalen Luftdruck für Rennradreifen berechnen

Fahrradschläuche für Mountainbikes

Viele Mountainbiker sind mit 26“ Laufrädern unterwegs, aber auch 27,5“ und 29“ sind weit verbreitete Maße. Mit der entsprechenden Maulweite und Reifenbreite bewegen sich die meisten Fahrradschläuche für Mountainbikereifen bei einer Breite zwischen 2,25“ und 2,35“. Die Schläuche bieten in der Regel eine gewisse Toleranz und können mit unterschiedlichen Reifen- und Felgenkombinationen gefahren werden. Beim Einbau eines kleineren Schlauchs in eine sehr große Felge steigt allerdings die Belastung und damit auch die Pannengefahr.

Mountainbikereifen bieten mit zirka 150 g bis 200 g ein ausgewogenes Verhältnis aus Stabilität und Gewicht. Leichtere Schläuche sind zwar erhältlich, werden aber eher für Touren und Cross-County verwendet, da sie durch ihre leichte Bauweise auch anfälliger für Reifenpannen sind. Bei Downhillbikes und Endurobikes kommen dagegen besonders dicke Downhill-Schläuche zum Einsatz. Sie sind zwar extrem stabil, eignen sich mit ihrem hohen Gewicht aber nur bedingt für normale MTB-Touren.

» Optimalen Luftdruck für MTB-Reifen ermitteln

Fahrradschläuche für Trekkingräder und Tourenbikes

Hohe Zuverlässigkeit und ein angenehmes Fahrgefühl sind für Radtouren und Radreisen entscheidend. Die Reifen und Schläuche sind meistens 28“ groß und wiegen nur etwa halb so viel wie MTB-Schläuche. Neben guter Haltbarkeit und Stabilität sorgen hochwertige Trekkingschläuche für einen geringen Rollwiderstand.

Fahrradschläuche für Kinderfahrräder

Je nachdem, ob es sich beim Kinderfahrrad um ein Alltagsrad, ein Mountainbike oder BMX handelt, sind die Schläuche für Kinderfahrräder mal robuster und mal etwas leichter gefertigt. Bei 10“ oder 12“ fangen die Fahrradschläuche für Kinder an und eignen sich meistens gleich für mehrere Laufradgrößen. Die Schläuche für Jugendfahrräder sind bis zu einer Größe von 24“ erhältlich – danach beginnt mit 26“ der Bereich, bei dem Jugend und Erwachsene sich bereits überschneiden.

Fahrradschläuche für E-Bikes und Fatbikes

Bei E-Bikes sind die Belastungen für Schläuche und Reifen durch die höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten größer, als bei herkömmlichen Bikes. Die Schläuche müssen daher besonders widerstandsfähig und haltbar sein. Das gilt auch vor allem für E-Bikes, die mit einer Motorunterstützung bis 50 km/h zugelassen sind. Beim Fatbike sind nicht nur die Felgen und Reifen überdimensioniert, sondern auch die Fahrradschläuche. Bei einer Felgengröße von 26“ gibt es Schläuche zwischen etwa 3,5“ und 4,8“. Natürlich sind Fatbikeschläuche schwerer, als gewöhnliche MTB-Schläuche – dafür passen sie kompromisslos zum gesamten Fatbike-Setup.

Fahrradschlauch wechseln und flicken

Die Reparatur von Fahrradschläuchen ist einfach und kann mit wenig Aufwand von jedem Radfahrer durchgeführt werden. Durch dieses einfache Handling ist die pro-Schlauch-Variante nach wie vor am weitesten verbreitet. Radfahrer benötigen für das Wechseln des Schlauches nur ein Reparaturset mit entsprechendem Flickzeug und ein paar Reifenheber, um den Reifen schonend von der Felge zu entfernen. Viele Reifenflicken sind selbstklebend und werden, wie ein Aufkleber, über die beschädigte Stelle geklebt. Danach ist der Fahrradschlauch in kürzester Zeit wieder einsatzbereit und kann eingebaut und aufgepumpt werden. Kleine Löcher im Schlauch lassen sich so bestens reparieren. Erst bei längeren Schnitten und Beschädigungen am Ventil hilft oft nur ein neuer Fahrradschlauch.

Fazit

Die kleine Übersicht zeigt, bei Ventil und Schlauch gibt es einiges zu beachten. Wichtig ist, dass beide Komponenten passen und das nicht nur bezogen auf ihre Größe, sondern auch auf den Einsatzbereich des Fahrrads. Habt ihr Erfahrungen mit Fahrradschläuchen, oder noch offene Fragen? – Dann lasst uns diese gerne in den Kommentaren da!

Kaufberatung Fahrradschlösser: Guter Schutz vor Fahrraddiebstahl

27. April 2018

Weit über 300.000 Fahrräder werden allein in Deutschland jedes Jahr gestohlen. Vom Kleinkriminellen, der nach schlecht oder gar nicht gesicherten Rädern Ausschau hält, bis zum organisierten Fahrradklau, bei dem die erbeuteten Bikes gleich LKW-weise über die Landesgrenzen geschafft werden, bleiben dabei nur wenige Möglichkeiten von Fahrraddieben ungenutzt.

Der eine oder andere kann vielleicht auch schon die eigene Geschichte erzählen wie schwierig es ist, dass Fahrrad wiederzufinden, wenn es geklaut wurde. Eine Anzeige bei der Polizei ist dabei jedoch unbedingt notwendig, um gegenüber der Versicherung den nötigen Nachweis führen zu können. Wenn das Fahrrad dementsprechend gesichert wurde (durch ein geeignetes Fahrradschloss, abgeschlossenen Keller oder Garage) wird die Versicherung hoffentlich zumindest den Zeitwert des Bikes ersetzen. Dafür in Frage kommen Hausratsversicherungen oder extra Fahrradversicherungen. Je nach Wert des Bikes und bestimmten Auflagen (z.B. „darf nachts nicht draußen abgeschlossen stehen bleiben“) kann es aber auch sein, dass die Versicherung nur einen Teil der Kosten übernimmt oder die Zahlung komplett verweigert. Gerade bei hochwertigen Bikes sollten Radfahrer deshalb immer darauf achten, ob und wie ihr Rad versichert ist, als auch die dementsprechenden Voraussetzungen beachten. Für den Ernstfall gehören zu den wichtigen Dokumenten auf jeden Fall die Quittung für Rad und Fahrradteile, die Rahmennummer und Fotos des Bikes.

Maßnahmen für effizienten Diebstahlschutz von Fahrrädern

Das Rad abzuschließen, beziehungsweise fest anzuschließen, sollten sich Radfahrer immer zu Herzen nehmen. Auch wenn sie „nur mal kurz“ etwas erledigen müssen und das Bike dabei aus den Augen lassen. Oft sind es diese kurzen Augenblicke, in denen das Rad geklaut wird.

Leider gibt es kein Fahrradschloss, das Fahrräder zu 100% vor Diebstahl schützt. Mit dem entsprechenden Werkzeug und genügend Zeit lässt sich jedes Schloss knacken. Die meisten Fahrraddiebe sind aber nicht mit mobilen Trennschleifern und Schneidbrennern ausgerüstet, sondern suchen nach „einfacher Beute“, die sich leicht wegfahren oder wegtragen lässt, ohne dafür großes Aufsehen zu erregen. Radfahrer sollten ihr Bike deshalb stets an einem Fahrradständer, einer Laterne, einem Baum oder einer Parkbank anschließen, so dass Fahrraddiebe das Rad nicht einfach wegtragen und in den Transporter um die Ecke einladen können. Die Methode einfach nur mit dem Fahrradschloss Vorderrad oder Hinterrad mit dem Rahmen zu verbinden, hindert den potenziellen Dieb zwar am Wegradeln, aber leichte Mountainbikes oder Rennräder einfach unter den Arm zu nehmen, ist leider viel zu einfach.

Um sein Rad vor Diebstahl zu schützen, sollte man es auch nicht an Plätzen anschließen, an denen Diebe übermäßig viel Zeit haben, um das Schloss aufzubrechen. Wer die Möglichkeit dazu hat, ist besser beraten sein Bike nachts im Keller, in der Garage oder in der Wohnung zu parken. Da ist es nicht nur vor Diebstahl, sondern auch vor Beschädigung und vor der Witterung bestens geschützt.

Bügelschloss, Faltschloss, Kettenschloss oder Kabelschloss?

Fahrradschlösser unterscheiden sich sehr stark durch ihre Bauweise, ihr Material und natürlich auch durch den Preis. Um ein teures Bike vor Diebstahl zu schützen, sollten Radfahrer keinesfalls am Schloss sparen. Die günstigen Kabelschlösser, die für ein paar Euro im Supermarkt angeboten werden, eignen sich maximal als Wegfahrsperre. Einen Fahrraddieb können sie allerdings nicht abhalten. Hochwertige Bügelschlösser oder Faltschlösser sind da um einiges wirksamer. Um sie zu knacken, müssen Fahrraddiebe schon spezielle Werkzeuge und mehr Zeit mitbringen. Beide Schlosstypen sind stabiler und dadurch auch schwerer als einfache Kabelschlösser. Zudem sind sie relativ starr und man muss mit eingeschränkten Befestigungsmöglichkeiten Vorlieb nehmen. Auch für den Transport sind Bügelschlösser oft sperrig und unhandlich. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Typen von Fahrradschlössern haben wir hier für euch zusammengefasst:

Bügelschloss

Das Bügelschloss ist aus einem gehärteten Metallbügel gefertigt und mit einem robusten Schließbolzen verschlossen. Um Schäden am Lack zu vermeiden, ist das Metall mit Gummi oder Kunststoff abgedeckt. Die Länge und Breite ist nicht variabel und eignet sich in der Regel, um den Fahrradrahmen an einem Masten oder an Fahrradständern anzuschließen. Ein gleichzeitiges Anschließen der Laufräder ist nur mit zusätzlichen Ketten oder Drahtseilen möglich. Auch bei Laternen kann es Probleme geben, wenn der Bügel nicht breit genug ist.

Die Bügelschlösser können für den Transport nicht zusammengelegt werden. Sie müssen entweder im Rucksack transportiert, oder mit speziellen Befestigungen am Fahrradrahmen fixiert, werden. Auch wenn ein Bügelschloss eher schwer und sperrig ist, bietet es den besten Schutz vor Fahrraddieben. Tests haben gezeigt, dass die meisten Bügelschlösser der mittleren und gehobenen Preisklasse in einem üblichen Diebstahl-Szenario mit gewöhnlichen Werkzeugen und maximal drei Minuten Zeit, sehr gut standhalten und nicht zu knacken sind.

Faltschloss

Ähnlich wie das Bügelschloss besteht ein Faltschloss aus gehärteten Metallelementen, die mit drehbaren Gelenken verbunden sind. So können die einzelnen Element kompakt zusammengelegt werden und lassen sich sehr gut am Rahmen befestigen oder im Rucksack transportieren. Beim Anschließen des Rads bietet ein Faltschloss mit seinen beweglichen Gliedern mehr Flexibilität, als ein Bügelschloss. Dennoch bieten viele Faltschlösser einen sehr guten Diebstahlschutz. Im Gesamtvergleich sind die starren Bügel der beweglichen Metallgliedern zwar etwas überlegen, aber es gibt hochwertige Ausführungen, die es durchaus mit den starren Bügelschlössern aufnehmen können. Das komfortablere Handling, die Flexibilität beim Anschließen und der praktische Transport sind dabei wichtige Pluspunkte.

Kettenschloss

Um sein Fahrrad vor Diebstahl zu schützen, sind Kettenschlösser sehr beliebt. Es gibt sie in unzähligen Variationen, verschiedenen Längen, Dicken, Schutzklassen und Schlosstypen. Vom integrierten Zahlenschloss bis zum abnehmbaren Schloss reicht die Auswahl. In der Regel bestehen Kettenschlösser aus gehärteten Stahlgliedern, die zum Schutz des Bikes mit einem Textil-Mantel versehen sind. Oft sind die Ketten mit fest installierten Automatikzylindern ausgestattet.

Je nach Länge der Kette, lässt sich das Schloss auch vielseitig beim Anschließen einsetzen. Allerdings steigt mit Länge und Dicke der Kette auch das Gewicht. Im Rucksack oder um Rahmen oder Lenker gewickelt, kann eine dicke Kette mit hoher Schutzklasse ganz schön schwer sein. Mit seinem einfachen Handling und attraktivem Preisniveau ist ein Kettenschloss für den Alltag eine gute Möglichkeit, um sein Fahrrad sicher abzustellen. Für teure Bikes ist ein Falt- oder Bügelschloss jedoch eher zu empfehlen, da sich viele Kettenschlösser mit den entsprechenden Werkzeugen und roher Gewalt einfacher aufbrechen lassen.

Kabelschloss

In Sachen Sicherheit sind viele Kabelschlösser zwar den anderen Fahrradschlössern unterlegen, aber dafür punkten die flexiblen Drahtseile mit Gummimantel und Automatikschließzylinder durch ihr geringes Gewicht, minimales Transportmaß und ihre geringen Anschaffungskosten. Auch bei Kabelschlössern gibt es, zwischen einem hochwertigen Fahrradschloss und einem Baumarktartikel für wenige Euros, große Unterschiede. Auch wenn ein Kabelschloss nicht die gleiche Schutzklasse bieten kann, so ist es stets schnell zur Hand und beim Anschließen so flexibel, dass oft auch noch Vorderrad oder Hinterrad mit angeschlossen werden können. Für hochwertige Räder, die Biker mit einem Bügel- oder Faltschloss sichern, ist ein Kabelschloss zudem eine sinnvolle Ergänzung, um die Laufräder zusätzlich zu sichern.

Fazit

Obwohl ein Bügelschloss die sicherste Variante ist, haben auch die anderen Schlösser ihre Vorteile. Am Ende muss demnach jeder selber entscheiden auf welchen Schwerpunkt er oder sie die Sicherung des Drahtesels setzt. Klar ist jedoch: auf ein Fahrradschloss sollte nicht verzichtet werden!

Kaufberatung MTB-Schuhe: Wie du den richtigen Schuh findest

21. März 2018

Mountainbikeschuhe für Touren, Trails und Downhill

Die Wahl der optimalen Mountainbikeschuhe ist ganz einfach. Es gilt nur die Schuhgröße, das Design, den Einsatzbereich, das Pedalsystem, Wetter und die Jahreszeit zu beachten um den idealen Schuh zu finden. Einfach, oder? Spaß beiseite. Tatsächlich gibt es bei MTB-Schuhen viele verschiedene Modelle und sehr unterschiedliche Konstruktionsweisen und man kann sich in diesem Schuh-Dschungel relativ schnell verirren. Damit ihr euch also nicht verirrt nehmen wir nun jeden Faktor, der für die Auswahl der optimalen Bikerschuhe wichtig ist, mit euch einzeln unter die Lupe:

Die Pedale: Plattformpedale oder Klickpedale

Je nach Pedaltyp brauchen Mountainbiker Schuhe mit relativ flacher und griffiger Gummisohle, in denen sich die Pins der Flatpedals regelrecht „festbeißen“.

Bei Klickpedalsystemen, wie zum Beispiel bei dem weit verbreiteten SPD (Shimano Pedaling Dynamics) von Shimano, sind die MTB-Schuhe für optimalen Halt fest mit den Pedalen verbunden. Als Verbindung dienen sogenannte Cleats oder Pedalplatten, die an die Sohle der Mountainbikeschuhe angeschraubt werden. Für optimale Kraftübertragung klicken Mountainbiker ihre Schuhe in die Pedale und können die Verbindung durch eine leichte seitliche Drehung wieder lösen.

Manche Schuhe lassen sich sowohl mit Clickies, als auch mit Plattformpedalen gut fahren. Eher selten kommen sogar Hybridpedale zum Einsatz, die auf der einen Pedalseite mit Pins und auf der anderen mit einem Klicksystem ausgestattet sind. Meistens sind Mountainbiker jedoch auf gewisse Einsatzbereiche, wie Downhill, Race oder Freeride spezialisiert und wählen auf Basis dessen ihr Pedal-Schuh-System.

Der Einsatzbereich: Dirt, Race, Downhill oder Tour

Natürlich gibt es keine festen Regeln wer, wo, wann und welche Strecke mit welchen Schuhen fährt. Allerdings sind gewisse Vorlieben für bestimmte Arten von Schuhen und Pedalen in manchen Disziplinen stärker erkennbar, als bei anderen. Auf Dirtjumps und in Bikeparks sind die meisten Mountainbiker mit Flatpedals unterwegs. Das liegt daran, da es für bestimmte Jumps wichtig ist die Füße von den Pedalen zu nehmen und das Bike danach mit den Schuhen zu „catchen“. Bei kontrollierten Absprüngen vom Rad können Mountainbiker mit Flatpedals viel besser und schneller reagieren, als mit fest verbundenen Pedalen.

Bei Mountainbikerennen und Touren setzen viele Radfahrer dagegen auf die effiziente Kraftübertragung der Klickpedale. Im Downhill, Enduro und auf Trails fahren Mountainbiker gerne mit beiden Systemen. Während die einen in Mountainbikeschuhen mit Cleats eine bessere Bikekontrolle und perfekten Grip schätzen, schwören andere auf die komfortablen Bike-Sneaker mit ihrer vielseitigen Flexibilität.

Die Wetterbedingungen: zwischen Hitze, Regen und eisiger Kälte

Die meisten Bikeschuhe sind für mittlere Temperaturen und trockene Streckenverhältnisse ideal. So sind sie vom Frühjahr bis in den Herbst hinein an den meisten Tagen im Jahr prima zu fahren. Schwieriger wird es bei besonders nassen Wetterverhältnissen; vor allem bei Eis und Schnee im Winter. Normale MTB-Schuhe sind nicht isoliert und vor allem mit Klickpedalen bildet sich eine unangenehme Kältebrücke. Bei Regen und Schlamm können wasserdichte Mountainbikeschuhe zumindest die Füße ziemlich gut trocken halten.

Effektiver sind wasserdichte und atmungsaktive Überschuhe. Sie sorgen nicht nur dafür, dass die Füße trocken bleiben, sondern halten auch den ganzen Radschuh trocken. Da sie an der Sohle offen sind, funktioniert das Einklicken in die Pedale mit ihnen problemlos.

Bei sehr niedrigen Temperaturen können sich Mountainbiker also bis zu einem gewissen Grad mit warmen Socken und Überschuhen behelfen. Darüberhinaus gibt es spezielle Winterschuhe für Mountainbiker, die über speziell isolierte Sohlen verfügen. Diese können je nach Ausführung auch bei Temperaturen von -20°C komfortabel gefahren werden.

Je nach Pedalsystem, Einsatzbereich und Wetterverhältnissen sind Mountainbikeschuhe komplett anders aufgebaut. Nicht nur das Design reicht vom Urban-Style bis zum futuristischen High-Tech-Look sondern auch Aufbau und die Zusammensetzung von Sohle, Außenmaterial und Schnürung sind individuell auf die einzelnen Bereiche und Systeme angepasst.

Die Sohle: weich und griffig oder steif und dynamisch

Flat-Pedal-Schuhe von Five Ten, adidas oder Giro sind mit Sohlen aus speziellen Gummimischungen ausgestattet, die auf den kurzen Pins besten Grip bieten. Die Sohlenkonstruktion ist recht flach und erinnert an Skateschuhe oder Sneaker. Dadurch können Mountainbiker die große Fläche der Flatpedals optimal ausnutzen und ihre Fußstellung beim Fahren sehr gut anpassen ohne den Kontakt zum Pedal zu verlieren. Die Flat-Pedal-Schuhe sind komfortabel geschnitten und gewährleisten eine angenehme Dämpfung. Im Vergleich zu Skateschuhen, sind die Gummimischungen von Vibram oder Five Ten jedoch beim Mountainbiken deutlich strapazierfähiger.

MTB-Schuhe für Klickpedale sind mit einer komplett anderen Sohlenkonstruktion versehen. Die steifen Nylonsohlen sind für die Montage der Pedalplatten gefertigt und gewährleisten eine möglichst verlustfreie Kraftübertragung.

Je nachdem, ob Mountainbiker eher ausgedehnte Touren fahren oder im Wettkampf um jede Sekunde kämpfen, fallen die Sohlen mal etwas weicher oder härter aus. Weichere Sohlen bedeuten meistens höheren Komfort, während harte Sohlen in der Regel die Kräfte besser übertragen. Moderne Mountainbikeschuhe sind mit profilierten Sohlen ausgestattet, die sich für kurze Passagen auch gut zum Laufen eignen und auch auf rutschigen Waldböden guten Grip bieten. Die Cleats sind dabei so angebracht, dass sie nicht über das Profil ragen. Auf diese Weise stören sie nicht beim Laufen und sie ermöglichen einen angenehmen Gang. Für längere Wanderungen sind die steifen Nylonsohlen jedoch nicht geeignet.

Der Schuhaufbau: verschiedene Materialien und Schafthöhen

Mountainbikeschuhe werden aus den unterschiedlichsten Materialien gefertigt. Von Kunst-, Glatt- und Wildleder, bis hin zu synthetischen Fasern, oder Mesh-Geweben lassen die Hersteller hochwertiger Mountainbikeschuhe, wie Shimano, Mavic oder Vaude, kein Material ungenutzt.

Je nach Schuhmodell legen die Hersteller besonderen Wert auf gute Passform, Stabilität und gute Ventilation. Sportliche Mountainbikeschuhe sind oft mit Mesh-Einsätzen für angenehme Ventilation ausgestattet, während Allround- und Tourenschuhe den Schwerpunkt eher auf guten Wetterschutz legen. Im Bereich der Zehen und an der Ferse sind MTB-Schuhe extra verstärkt, um die Schuhe vor Beschädigungen zu schützen und dem Fuß die nötige Stabilität zu geben.

Die meisten Allround- und Raceschuhe verfügen über einen niedrig geschnittenen Schaft, der hohe Bewegungsfreiheit und angenehme Ventilation ermöglicht. Isolierte Winterschuhe fallen dagegen höher aus und ragen bis über die Knöchel. Auch Downhillschuhe sind teilweise knöchelhoch geschnitten, da sie den Füßen so zusätzliche Stabilität bieten und bei einem Sturz besser vor Verletzungen schützen können.

Die Schnürung: klassisch oder Schnellschnürsystem

Während Flat-Pedal Schuhe oft mit einer gewöhnlichen Schnürung und eventuell mit einem zusätzlichen Klettverschluss schon das richtige Maß an Stabilität und Komfort bieten, sind Klickpedal-Schuhe mit vielfältigen kreativen Verschlusssystemen versehen. Schnürungen, Schnellschnürsysteme mit Drehverschluss, Klettverschlüsse, Reißverschlüsse und Ratschenverschlüsse werden individuell kombiniert, um die ideale Mischung aus Komfort und Performance zu finden.

Die praktischen Ratschen- Klett- und Drehverschlüsse lassen sich einfach und schnell bedienen. Während der Fahrt können Ratschen- und Drehverschlüsse individuell nachjustiert werden, ohne den Fuß dafür von den Pedalen zu nehmen. Das An- und Ausziehen der Mountainbikeschuhe geht so besonders schnell und unkompliziert.

Neben sicherem und festem Sitz garantieren die Verschlusssysteme bestmögliche Performance beim Mountainbiken mit Klickpedalen. Über lose Schnürsenkel, die sich um die Pedalachse wickeln, müssen sich Mountainbiker mit Schnellschnürsystemen somit zum Glück keine Sorgen mehr machen.

Frag‘ die Bergfreunde!

Beim Kauf von MTB-Schuhen kann also einiges beachtet werden. Letzten Endes hängt die Wahl des MTB-Schuhes jedoch von deinem eigenen Einsatzbereich und der eigenen Einschätzung ab. Falls du allerdings noch Fragen hast, stehen wir dir hier, als auch unser Kundenservice gerne zur Verfügung. Unseren Kundenservice erreichst du Montags bis Freitags von 10 bis 17 Uhr unter der Nummer 07121/70120 oder per Mail.

 

Kaufberatung für Gamaschen

Nie mehr nasse Hosenbeine – eine kleine Kaufberatung für Gamaschen

12. Mai 2017

Stellt euch folgendes Szenario vor: die Sonne ist gerade aufgegangen und beginnt kräftig und golden zu strahlen. Ihr dreht, die Arme gen Himmel gestreckt, in einer dicht mit bunt blühenden Blumen und Kräutern bewachsenen Bergwiese eure Kreise. Diese Outdoor-Traumwelt, die direkt einem eskapistischen Heimatschinken der 1950er Jahre entsprungen sein könnte, würde in der harten Realität wohl ein unrühmliches Ende nehmen. Eure Hosenbeine sind vom Tauwasser, das sich über Nacht auf der Wiese gebildet hat, eklig durchnässt, euren Socken geht es keinen Deut besser und vermutlich hat sich auch noch eine Zecke irgendwie ins Hoseninnere geschlichen.

Klar, ihr habt ja auch eure Gamaschen vergessen! Ob nun bei der Wanderung durchs Alpenpanorama, auf Hochtour oder Trekking, Outdoor-Gamaschen gehören dazu. Damit ihr für den Gamaschenkauf gewappnet seid und den Tanz über die Bergblumenwiese ohne durchnässte Hosen übersteht, hier eine kleine Kaufberatung.

Gamaschen? Nie gehört! Wie der wasserdichte Schutz funktioniert und seine Einsatzgebiete

Okay, das Wörtchen Gamasche hat jeder schon mal gehört, aber was haben wir uns darunter auf unser Lieblingshobby, das Outdooren, bezogen vorzustellen? Gamaschen sind einfach gesprochen eine wasserdichte Verlängerung der Schuhe, die – je nach Modell – den Unterschenkel umschließt und teilweise bis über den Kniebereich langt. Immer dann, wenn hohe Schuhe oder Stiefel zu warm oder zu unpraktisch sind oder die Regenhose nicht in Frage kommt, sind sie zur Stelle. Dabei wird eine reguläre Gamasche mit einem robusten Riemensystem unter den Schuh geschnallt und mit Haken für zusätzlichen Halt in die Schnürung eingehängt. Damit das Ganze auch problemfrei an- und wieder ausgezogen werden kann, ist die Seite mit einem durchgehenden Reiß- beziehungsweise Klettverschluss oder einer Schnürung samt wasserdichter Abdeckleiste versehen. Ein Kordelzug am oberen Abschluss macht den Beinschutz dicht und verhindert zudem, dass die Gamasche nach unten rutscht.

Ist alles fachgerecht verpackt, halten Gamaschen die Füße und die Hosenbeine effektiv trocken, sei es auf regnerischen, schlammigen Touren oder bei Tiefschnee. Gleichzeitig halten sie auf Wanderungen Schmutz und kleine Steinchen davon ab, sich in die Schuhe zu mogeln. Wer mag schon nervigen Kleinkram im Schuh? Des Weiteren schützt die zusätzliche Gamaschenschicht mit ihrem widerstandsfähigen Material das Hosengewebe und eure Beine vor hinterhältigen Dornen, Felskanten oder Ästchen. Ebenfalls wichtig ist der Schutz vor dem eingangs erwähnten Fiesling – der Zecke. Habt ihr ein paar Gamaschen an den Schuhen befestigt, bleibt den kleinen Biestern keine Eintrittsmöglichkeit unter die Klamotten. Gerade in FSME-Risikogebieten ist das eine nicht zu unterschätzende Vorsichtsmaßnahme. Also wirklich vielseitig, diese Schutzschläuche für die Beine!

Was muss die moderne Gamasche können?

Anno dazumal noch aus einfachem Filz oder Leder gefertigt, sind Gamaschen heute wahre Funktionalitätsmonster aus technisch leistungsfähigen und funktionellen Geweben. Auf was also achten beim Gamaschen-Kauf? Zunächst einmal das Wichtigste und Offensichtlichste, die Regengamaschen sollten wasserdicht sein. Das ist ja klar. Auf sportlich anspruchsvollen Touren darf sie gerne mit atmungsaktiven Einsätzen ausgestattet sein. Schließlich hilft der beste Feuchtigkeitsschutz von außen nur bedingt, wenn ihr euch von innen nass schwitzt. Wird es besonders anstrengend, etwa beim Hochtourengehen oder beim Wintersport im Allgemeinen, sorgen Belüftungsmöglichkeiten bei Bedarf für benötigte Kühlung. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sind gute Isolationseigenschaften unabdingbar. Seid ihr oft in der Dämmerung oder bei Nebel unterwegs oder nutzt ihr die Gamaschen zum Radeln, sorgen reflektierende Elemente für eine bessere Sichtbarkeit.

Eine Gamasche ist im Outdooralltag zahlreichen Belastungen ausgesetzt. Ob Dornen, Äste, Fels oder Kontakt mit Steigeisen, das Material wird auf eine harte Probe gestellt.  Darum erhöhen widerstandsfähige Gewebe und zusätzliche Materialverstärkungen an den viel beanspruchten Stellen die Langlebigkeit und schützen die Wander- oder Regengamaschen vor allerlei Ungemach. Zu guter Letzt, aber mit am wichtigsten: eine sichere Befestigungsmöglichkeit. Eine gute Gamasche muss fest und sicher an Bein und Schuh sitzen, um den entsprechenden Feuchtigkeits- und Schmutzschutz bieten zu können. Moderne Gamaschen sind in ihrer Weite verstellbar und lassen sich per Neoprenstegen, Unterfußbändern oder Dornschnallen fest an den Schuhen fixieren.

Welche Gamaschen für welchen Zweck?

Jetzt wissen wir, was gute Gamaschen können müssen. Aber welche sind die richtigen für die nächste Tour? Keine Bange, das lässt sich schnell klären. Für lange Wegstrecken empfehlen sich, wie ihr sicherlich erahnen könnt, die Wandergamaschen. Das ist im Grunde genommen keine wirkliche Unterart, sondern eine Variante, die sich besonders gut zum Wandern eignet. Sie sollten möglichst leicht sein, um den Fuß auf langen Märschen nicht unnötig zu beschweren. Ein niedriger Schnitt sorgt für mehr Bewegungsfreiheit.

Für alpine Touren oder Winterwanderungen sollten die schützenden Beinschläuche möglichst hoch verarbeitet sein. Gerade wenn es in den Tiefschnee geht, zeigt sich eine Gamasche, die gerade mal bis kurz über den Knöchel langt, als wenig hilfreich. Atmungsaktive Einsätze und Belüftungsmöglichkeiten sollten ebenfalls mit von der Partie sein.

Expeditionsgamaschen sind die idealen Partner für extreme Bedingungen. Auf Hochtouren, Eistouren oder beim Expeditionsbergsteigen sind sie unverzichtbar. Sie sind meist mit einem isolierenden Schaum ausgestattet und speziell für den Einsatz mit steigeisenfesten Bergstiefeln ausgelegt.

Auf der Biketour sorgen spezielle Fahrradgamaschen für Trockenheit. Diese Outdoorgamaschen kommen oftmals als Überzug für den gesamten Schuh daher, die für einen umfassenden Nässeschutz sorgen. So kommt der prasselnde Regen und der spritzende Matsch weder in noch an die Schuhe. Reflektierende Details sorgen dafür, dass ihr von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen werden könnt.

Ihr seht, Gamaschen sind weder ein Relikt der Vergangenheit noch irgendein unnützes Accessoire, das im Equipment-Schrank fröhlich vor sich hin staubt. Ob nun Modelle zum Wandern, für den Ausflug auf dem Fahrrad oder im alpinen Einsatz, habt ihr euer Modell gefunden, bleiben eure Füße und Beine knochentrocken. Und ungebetene Gäste wie spitze Steinchen, Staub oder Insekten bleiben auch dort, wo sie hingehören, nämlich draußen. Also ab mit euren neuen wasserdichten Beinschutzkleidern auf die blumige Bergwiese und hinterher ab in Matsch und Tiefschnee!

Eine Kaufberatung für Fahrradpumpen

Pump it up – eine Kaufberatung für Fahrradpumpen

1. September 2016

Ganz klein und kompakt, mit CO2-Kartusche oder doch lieber schön großvolumig und mit Manometer – das Angebot an Fahrradpumpen ist nicht gerade klein und das richtige Modell für seine Zwecke zu finden keine leichte Aufgabe. Einen kurzen Überblick darüber, welche Pumpe man wann braucht, und vor allem auf was ihr beim Kauf achten solltet, gibt euch unsere Kaufberatung!

In der Kürze liegt die Würze

Die kleinsten Fahrradpumpen sind die sogenannten Minipumpen. Sie sind immer dann ideal, wenn man zwischendurch eine Panne hat und schnell wieder Luft auf den Reifen bringen muss. Sie werden in aller Regel direkt am Rahmen befestigt, in der Trikot- oder in der Satteltasche transportiert. Es gibt Modelle, wie z.B. die Velocity Apogee MG MTB, die einen ausfahrbaren Schlauch haben. Dadurch wird das Ventil geschont und kann nicht abbrechen, wenn man die Pumpe beim Pumpvorgang zu heftig hin und her bewegt.

Andere Minipumpen kommen mit einem Gaskartuschen-Anschluss daher. Diese Variante ist vor allem für Radfahrer interessant, die an Rennen teilnehmen und bei denen eine Panne einen zeitkritischen Faktor darstellt. Denn durch die mitgelieferten CO2-Kartuschen kann der Reifen bzw. der Schlauch komplett ohne Pumpen wieder prall gemacht werden. Das geht sehr schnell und ist im Handling zudem noch richtig einfach. Wer es ganz minimalistisch mag, der kann sich entsprechende Kartuschen-Adapter, wie den Bora Bora zulegen, der lediglich für eine einzige Verwendung mit einer Kartusche ausgelegt ist.

Für Zuhause: Die Standpumpe

Will man vor der nächsten Tour noch schnell Luft auf die Reifen bringen, dann ist meist eine Standpumpe, wie z.B. die PFP 8 Kompressor von Park Tool, die erste Wahl. Sie fristet ein eher trostloses Leben im Fahrradkeller, ist aber keinesfalls nutzlos – ganz im Gegenteil. Der Pumpvorgang ist dank eines großen Griffes deutlich angenehmer und natürlich kann man durch den großen Zylinder schnell wieder viel Luft in den Schlauch bringen.

Der Pumpenkopf wird über einen langen Schlauch mit dem Ventil verbunden, was – genau wie bei den Minipumpen – sehr schonend für das Ventil ist. Den größten Vorteil stellt aber wohl das vorhandene Manometer dar. Über dieses lässt sich der Luftdruck nämlich sehr genau dosieren, was gerade ambitionierteren Bikern wichtig ist, um das Rad bestmöglich auf die Streckenbedingungen einzustellen. (Verlinkung zu den Luftdruck-Rechnern).

Eine Kaufberatung für FahrradpumpenAuf das Ventil kommt es an

Bevor man sich jedoch für eine Pumpe entscheidet, sollte man zunächst wissen, welches Ventil man fährt. Relativ gängig sind heute Sklaverand-Ventile – vor allem im MTB- und Rennradbereich (auch bekannt als französische Ventile). Aber auch Dunlop- und Shrader-Ventile kommen weiterhin zum Einsatz.  Während Standpumpen meist einen umrüstbaren Pumpenkopf haben, unterstützen manche Minipumpen nur eine einzige Ventilart. Welche das sind, ist in aller Regel aber aus der Produktbeschreibung herauszulesen.

Wie viel Luftdruck darfs denn sein?

Wie hoch der Reifendruck sein sollte ist nicht ganz trivial und vor allem eine Frage des Fahrradtyps. Um Dir bei der Annäherung an den optimalen Luftdruck zu helfen haben wir jeweils einen Rechner für Rennräder und einen Rechner für Touren- & Citybikes gebaut. Auch Mountainbiker bekommen eine ausführliche Anleitung – allerdings ist die Vielfalt an Bikes und Einsatzzwecken hier zu hoch, um sich der Antwort rechnerisch zu nähern.

helm

Kaufberatung Fahrradhelme – Sicherheit für den Kopf

22. Oktober 2015

In meinen Kindertagen galt das Tragen von Fahrradhelmen unter uns Jungs als uncool. Unbeschwert und vor allem „unbehelmt“  brausten wir mit unseren Rädern über die Feldwege und durch die Wälder meiner oberfränkischen Heimat. Rückblickend empfinde ich die Unbeschwertheit von damals eher als puren Leichtsinn. Und zum Glück hat sich das Bild des Fahrradhelmes in den letzten Jahren gerade unter Outdoorern stark gewandelt. Mittlerweile ist es weithin bekannt, dass ein Fahrradhelm den Träger vor schweren Kopfverletzungen bewahren kann und im Extremfall Leben rettet. Im Straßenverkehr schaut es zwar leider noch etwas anders aus, aber auch hier ist ein Helm eine wichtige Schutzmaßname, auf die nicht verzichtet werden sollte! Besonders nicht aus Stylegründen. Denn mal ehrlich: viele Helme auf dem Markt sehen richtig cool aus. Damit Ihr wisst, welchen Helm Ihr Euch für welche Bikedisziplin am besten zulegt, folgt eine kurze Einführung in die bunte Welt der Fahrradhelmkunde.

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licht

Kaufberatung Fahrradbeleuchtung – Wir bringen Licht ins Dunkel!

10. September 2015

Am schönsten radelt es sich bei strahlendem Sonnenschein, so viel steht fest. Bei Nebel, Regen oder Dunkelheit bleibt man lieber zu Hause oder nimmt den Bus.

Also braucht man auch keine Lampe oder?

Wir erklären Dir, auf welche Eigenschaften und Gesetzesvorgaben Du beim Kauf von Fahrradbeleuchtung achten solltest!

StVZO

Das Bundesverkehrsministerium macht uns hier einen Strich durch die Rechnung. Laut Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) gilt: Jedes Fahrrad muss über einen weißen Frontscheinwerfer inklusive weißem Reflektor und einen roten Rückstrahler inklusive rotem Reflektor verfügen. Hinzu kommen zwei gelbe Streifenreflektoren pro Rad, um die Sichtbarkeit von der Seite zu gewährleisten. Denn bei der Fahrradbeleuchtung geht es nicht nur darum, die Straße zu sehen, sondern auch darum, von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden.

Die Beleuchtung bei Fahrradanhängern ist dann nochmal etwas komplizierter. Seit 2018 gelten hier strengere Vorschriften für alle Anhänger, die breiter als 60 cm sind:

  • Zwei weiße Reflektoren an der Vorderseite.
  • Zwei rote Reflektoren an der Rückseite (Z-Reflektor).
  • Eine rote Rückleuchte, sofern der Anhänger das Rücklicht des Rads bis zur Hälfte verdeckt.
  • Eine Frontleuchte an der linken Ecke, sofern der Anhänger breiter als ein Meter ist.

Also muss doch Licht ans Rad. Aber welches? Hier stellt sich zunächst die Frage, was für ein Fahrrad man fährt. City- und Trekkingräder werden mittlerweile meist mit Nabendynamo gefertigt und besitzen schon eine komplette Lichtanlage. Bei Rennrädern und Mountainbikes hingegen muss man in der Regel das Licht nachrüsten.

 

Die erste Frage, die man sich also stellen sollte ist: Wie versorge ich meine Lampe mit Strom?

Nabendynamo oder Batterielicht?

In der Regel klärt sich diese Frage von ganz allein. Wer ein Fahrrad mit Dynamo besitzt, sollte seine Lampe auch damit betreiben. Ein guter Nabendynamo ist wartungsarm und leichtgängig. Wenn man die Lampe mal braucht, schaltet man sie einfach ein. Braucht man sie nicht, stört sie den Fahrer nicht weiter. Nabendynamos sind mittlerweile am weitesten verbreitet, Seitenläufer- und Speichendynamos können natürlich auch eingesetzt werden.

Hat man keinen Dynamo und will keinen nachrüsten, dann bleibt nur das Akku- oder Batterielicht übrig. Der große Vorteil ist, dass es relativ günstig und sehr leicht zu montieren ist. Nachteil ist sicherlich, dass man immer dafür sorgen muss, dass die Batterien bzw. die Akkus noch genug Strom liefern können, um sicher ans Ziel zu gelangen. Eine Ersatzbatterie oder Ersatzakku mitzuführen, ist hier sinnvoll.

Um jetzt eine geeignete Lampe zu finden, stellen wir euch die wichtigsten Features vor, welche die Lampen voneinander unterscheiden.

Leuchtkraft – je mehr desto besser!?

Die fundamentalste Eigenschaft einer Lampe ist sicherlich, wie hell sie ist.

Die meisten Hersteller geben für die Leuchtstärke einen Wert von 40 bis 80 Lux an. Es gibt natürlich auch Scheinwerfer mit weniger oder bedeutend mehr Lux (z.B. die Betty R von Lupine mit 4500 Lumen, was in 5 Metern Entfernung bei einem Abstrahlwinkel von 35° 495 Lux entspricht).

Hier ist zu beachten, dass nicht jede Lampe eine Straßenverkehrszulassung besitzt (die Betty R zum Beispiel nicht), da sie den Gegenverkehr zu sehr blendet. Für rasante Downhills bei Nacht sind sie dagegen absolut zu empfehlen, wenn nicht gar notwendig.

Die hellste Lampe nutzt jedoch nichts, wenn das Licht nicht entsprechend der Fahrweise verteilt wird. Es gibt Lampen, die den Bereich direkt vor dem Fahrrad (das sogenannte Nahfeld) sehr breit ausleuchten und Lampen, die eher weiter entfernte Objekte (Fernfeld) beleuchten. Hierzu wird man jedoch keine Angaben bei den Herstellern finden, da dieser Punkt sehr schwer zu messen ist. Im Internet gibt es jedoch sehr viele Beiträge, bei denen die unterschiedlichsten Lampen miteinander verglichen werden. Dazu jede Menge Fotos und Videos von Lichtkegeln, sodass man sich selbst ein gutes Bild von fast jeder Lampe machen kann.

Bevor ihr jetzt alle auf dem Markt verfügbaren Lampen miteinander vergleicht, wollen wir euch noch ein paar weitere Features vorstellen, die eure Suche vereinfachen können!

Standlicht

Akku- und Batterielicht leuchten solange, bis man sie ausschaltet oder die Batterie leer ist. Betreibt man seine Lampe mit einem Dynamo, geht diese meist aus, wenn der Dynamo sich nicht mehr bewegt. Das kann zu Problemen im Straßenverkehr führen, wenn man zum Beispiel an der Ampel anhalten muss. Dann wird man von anderen Verkehrsteilnehmern nicht mehr gesehen. Die Hersteller haben darauf reagiert und sogenannte Standlichter entwickelt. Dazu verwenden sie Kondensatoren in den Lampen, welche die Lampe für eine kurze Zeit versorgen können, wenn der Dynamo keinen Strom mehr liefert. Somit bleibt die Lampe auch im Stehen an. Dabei wird jedoch nicht die komplette Lampe versorgt, sondern meist nur eine LED, was jedoch ausreicht, um gesehen zu werden.

Man sollte beim Kauf einer Lampe also darauf achten, dass sie über ein Standlicht verfügt.

Halterung

Batterielichter werden mit einer Halterung am Fahrrad befestigt. Diese sollte möglichst stabil sein, um ein Verrutschen oder sogar Verlieren der Lampe zu verhindern. Es ist einfach nervig, nach jeder Bordsteinkante anhalten zu müssen, um die Lampe wieder auszurichten. Das Rücklicht ist hier besonders gefährdet, da es meist an der Sattelstütze montiert wird und die Hebelwirkung aufgrund der Bauweise am Größten ist. Die Firma Busch & Müller ist bekannt dafür, sehr stabile und langlebige Lampen und Halterungen zu bauen.

USB-Anschluss

Ein Nabendynamo produziert Strom, sobald er sich bewegt. Tagsüber ist die Beleuchtung meist abgeschaltet, der Strom bleibt also ungenutzt. Es gibt jedoch Hersteller, die Geräte in ihre Lampen integrieren, die diesen Strom nutzbar machen. So bietet z. B Busch & Müller mit dem Lumotech IQ2 Luxos einen USB-Anschluss, an dem sich elektronische Geräte (Mobiltelefone, GPS-Geräte, MP3-Player etc.) anschließen lassen. Die Ladeleistung ist nicht zu vergleichen mit einem Anschluss am Stromnetz, aber immerhin bleibt der Strom nicht gänzlich ungenutzt.

Hinweis: Möchte man seinen Dynamo hauptsätzlich zur Stromgewinnung nutzen, empfiehlt es sich, speziell dafür gemachte Geräte, zum Beispiel das Busch & Müller E-Werk, in Verbindung mit einem Pufferakku zu verwenden.

Die wichtigste Eigenschaft einer Fahrradlampe

Die Straßenverkehrszulassungsverordnung schreibt bestimmte Bedingungen vor, welche von den Lampen erfüllt werden müssen. Nicht jede Lampe, welche am Fahrrad montiert werden könnte, erfüllt diese. In den Produktbeschreibungen findet man aber immer den Hinweis, dass die jeweilige Lampe nach StVZO zugelassen ist oder nicht.

Fazit

Es gibt die unterschiedlichsten Lampen für Fahrräder. Je nach Verwendungszweck sind sie mal mehr, mal weniger geeignet. Alle Räder die im Straßenverkehr genutzt werden, müssen mit Lampen ausgerüstet sein, welche der StVZO entsprechen. Helligkeitsangaben sind zwar gut vergleichbar, aber nur bedingt aussagekräftig, da es mehr auf die Verteilung als auf die absolute der Helligkeit ankommt. Ausführliche Tests und Informationen findet man zum Beispiel auf www.fahrradbeleuchtung-info.de.

Wetterschutz. Foto: Arc'teryx

Kaufberatung Softshelljacken – Der atmungsaktive Wetterschutz

2. Juli 2015

Softshells werden in der Outdoorbranche gerne als eine Art eierlegende Wollmilchsau angepriesen: Stark wasserabweisend (zum Teil sogar wasserdicht), winddicht, hoch atmungsaktiv, sehr beweglich und oft sehr leicht sind sie die perfekten Begleiter für nahezu jede Gelegenheit. Aber können Softshelljacken wirklich alles? Wo liegen die Unterschiede und worauf muss man beim Kauf achten?

Wir haben alle wichtigen Fakten gesammelt und geben Euch einen Leitfaden zum Softshell-Kauf!

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radhose

Die richtige Radhose für jede Situation und jeden Typ – eine kurze Kaufberatung

22. Mai 2015

Mit der richtigen Radhose geht es hoch motiviert ab auf die Tour! Doch welche ist die richtige? Und was muss sie drauf und vor allem auch drin haben? Die Saison, die Variante des Bikes und auch der Fahrer selbst geben hierbei die besten Lösungen für die Kaufentscheidung.

Aus diesem Grund braucht beispielsweise ein Rennradfahrer eine andere Hose als ein Mountainbiker und eine Frau verständlicher Weise eine andere als ein Mann. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, hier eine kleine Kaufberatung für die richtige Radhose.

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